Worum es in diesem Beitrag geht
Der Fundamental-Check ist ein Bewertungsmodell, das dir dabei hilft, fundamental äußerst attraktive Aktien ausfindig zu machen. Mithilfe von Kennzahlen zur Rentabilität, Bewertung, Verschuldung und dem Wachstum einer Aktie wird beim Fundamental-Check beurteilt, wie attraktiv eine Aktie ist.
Zunächst erkläre ich dir, wie die Aktien im Fundamental-Check bewertet werden. Anschließend gehe ich darauf ein, wieso es sich überhaupt lohnt in fundamental gut bewertete Aktien zu investieren. Im Anschluss stelle ich dir die einzelnen Kennzahlen des Fundamental-Checks ausführlich vor. Die Berechnung gehen wir anhand konkreter Beispiele durch. Abschließend erfährst du noch, wie du den Fundamental-Check in der Praxis einsetzen kannst, um erfolgreich in Aktien zu investieren.
Zielsetzung des Fundamental-Checks
Der Fundamental-Check ist das ideale Bewertungsmodell für Aktien, wenn du nach fundamental soliden aufgestellten Unternehmen suchst. Hierbei geht es allerdings nicht darum die Aktien zu finden, die am günstigsten bewertet sind. Vielmehr werden verschiede Aspekte der fundamentale Aktienbewertung abgedeckt. Hierfür werden 8 fundamentale Kennzahlen eines Unternehmens ausgewertet, mit denen bis zu 10 Punkte vergeben werden können.
Der Fundamental-Check ist ein Modell, mit dem du eine einfache Aktienbewertung auf Basis eines klaren Bewertungsrahmens vornehmen kannst. Ziel ist es, Aktien zu finden, die hinsichtlich ihrer Rentabilität, Bewertung, Wachstum und weiteren fundamentalen Kriterien durchweg überzeugen können. Diese Aktien sind in der Lage künftig eine höhere Rendite zu erzielen.
Die Aussagekraft eines Aktien-Bewertungsmodells lässt sich mithilfe von Backtests analysieren. Wenn du wissen möchtest, wie Aktien mit einer hohen Punktzahl im Fundamental-Check in der Vergangenheit abgeschnitten haben, schau gerne mal in den zugehörigen Artikel: Der Fundamental-Check im Backtest
Du möchtest auf dem Laufenden bleiben?
Dann trage dich gerne für meinen kostenlosen Newsletter ein:
Wie werden Aktien im Fundamental-Check bewertet?
Der Fundamental-Check wertet insgesamt 8 Kennzahlen aus, bei denen 10 Punkte vergeben werden. Hierbei kommen verschiedene Arten fundamentaler Kennzahlen zum Einsatz. Dazu gehören unter anderem Rentabilitätskennzahlen wie die Eigenkapitalrendite, Bewertungskennzahlen wie das KGV oder auch Wachstumskennzahlen wie das Gewinnwachstum. Eine umfassende fundamentale Bewertung erhalten wir nur, wenn all diese Arten von Kennzahlen in einem Bewertungsmodell abgedeckt werden.
Für jede Kennzahl gibt es einen Richtwert, den die Aktie erfüllen muss, damit sie einen Punkt erhält. Je mehr Kriterien eine Aktie besteht, desto mehr Punkte erzielt sie im Fundamental-Check. Besteht eine Aktie alle Kriterien erhält sie folglich die Maximalpunktzahl von 10 Punkten.
Welche Kennzahlen kommen im Fundamental-Check zum Einsatz?
In diesem Abschnitt stelle ich dir die einzelnen Kennzahlen vor, die der Fundamental-Check abdeckt. Außerdem gehe ich bei jeder Kennzahl auf das Kriterium ein, das eine Aktie erfüllen muss, damit sie einen Punkt erhält.
Damit die Berechnungen einfach zu verstehen sind, gehen wir die Berechnung aller Kennzahlen am Beispiel von Alphabet durch. Dafür wird auf die Daten zurückgegriffen, die Stand 05.06.2026 zur Verfügung stehen.
Zu Beginn des Beispiels siehst du hier eine stark verkürzte Übersicht über die Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung von Alphabet. Ein Großteil der Daten, die für die Berechnung der im Fundamental-Check verwendeten Kennzahlen zum Einsatz kommen, stammt aus diesen beiden Tabellen. Bei den Berechnungen der einzelnen Kennzahlen kannst du also nochmal einen Blick auf diese Tabellen werfen.
Die Bilanz gibt dir eine Übersicht über die Vermögenswerte auf der Aktiva-Seite und die Kapitalherkunft auf der Passiva-Seite. Wie gesagt handelt es sich dabei um eine stark verkürzte Darstellung, die sich auf die Daten fokussiert, die für die Berechnung der Kennzahlen im Fundamental-Check benötigt werden.
Die Gewinn- und Verlustrechnung (kurz GuV) zeigt dir welche Aufwendungen ausgehend vom Umsatz entstanden sind, sodass am Ende der Gewinn nach Steuern bleibt. Auch hierbei handelt es sich um eine stark vereinfachte Version, die sich auf die wichtigsten Kennzahlen beschränkt.
Eigenkapitalrendite (ROE)
Die erste Kennzahl im Fundamental-Check ist die Eigenkapitalrendite, im Englischen auch als Return on Equity (kurz ROE) bezeichnet. Die Eigenkapitalrendite berechnet sich, indem der Gewinn nach Steuern durch das Eigenkapital dividiert wird.
Damit eine Aktie bei der Eigenkapitalrendite einen Punkt erhält, muss ihre Eigenkapitalrendite größer sein als 15% (bei US-Aktien 20%).
Beispiel für Alphabet: Der Gewinn von Alphabet lag in den letzten 12 Monaten bei 160.208 Millionen USD. Das Eigenkapital beläuft sich auf 478.746 Mio. USD. Daraus ergibt sich eine Eigenkapitalrendite von 33,5%. Die Vorgabe von 20% erfüllt Alphabet also ohne Probleme und erhält folglich einen Punkt.
Gesamtkapitalrendite (ROA)
Die Gesamtkapitalrendite stellt zur Eigenkapitalrendite eine sehr gute Ergänzung dar. Die Eigenkapitalrendite kann nämlich auch relativ hoch ausfallen, wenn das Eigenkapital im Verhältnis zum Gesamtkapital gering ist. Die Gesamtkapitalrendite wird im Englischen auch als Return on Assets (kurz ROA) bezeichnet.
Gemeinsam mit der Eigenkapitalrendite lässt sich mit der Gesamtkapitalrendite also eine sehr gute Aussage über die Rentabilität eines Unternehmens treffen. Die Gesamtkapitalrendite berechnet sich, indem der Gewinn zuzüglich gezahlter Fremdkapitalzinsen durch das Gesamtkapital dividiert wird. Das Gesamtkapital entspricht der Bilanzsumme eines Unternehmens.
Eine Aktie erhält einen Punkt, wenn ihre Gesamtkapitalrendite mindestens 5% (bei US-Aktien 10%) beträgt.
Beispiel für Alphabet: Der Gewinn von Alphabet über die letzten 12 Monate beträgt 160.208 Millionen USD. Die gezahlten Zinsen belaufen sich auf 1.235 Millionen USD. Im Zähler kommen wir somit auf eine Summe von 161.443 Millionen USD. Dividiert durch das Gesamtkapital (die Bilanzsumme) von 703.919 Millionen USD ergibt sich eine Gesamtkapitalrendite von 22,9%. Auch hier erfüllt Alphabet die Vorgabe von 10% ohne Probleme.
3.3. Eigenkapitalquote
Wie eben bereits erwähnt ist die Höhe der Eigenkapitalrendite auch von der Art der Finanzierung abhängig. Setzt ein Unternehmen wenig Eigenkapital ein, dafür aber viel Fremdkapital, fällt die Eigenkapitalrendite meist höher aus. In diesem Zusammenhang wollen wir auch prüfen, dass die Eigenkapitalquote hoch genug ist und das Unternehmen solide finanziert ist. Die Eigenkapitalquote ergibt sich, indem das Eigenkapital durch das Gesamtkapital (also die Bilanzsumme) dividiert wird.
Eine Aktie erhält einen Punkt, wenn ihre Eigenkapitalquote mindestens 30% beträgt.
Beispiel für Alphabet: Sowohl die Daten für das Eigenkapital als auch das Gesamtkapital sind nach den beiden vorherigen Kennzahlen bekannt. Wird das Eigenkapital von 478.746 Mio. USD durch das Gesamtkapital von 703.919 Mio. USD dividiert, ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 68,0%. Die Vorgabe von 30% wird also erfüllt.
Nettomarge
Als nächste Kategorie von Kennzahlen folgen Margen. Margen lassen sich berechnen, indem eine Gewinngröße ins Verhältnis zum Umsatz gesetzt wird. Die erste Marge im Fundamental-Check ist die Nettomarge. Für die Nettomarge wird der Gewinn (auch als Net Income bezeichnet) durch den Umsatz dividiert.
Eine Aktie erhält einen Punkt, wenn ihre Nettomarge mindestens 10% beträgt.
Beispiel für Alphabet: Der Gewinn im letzten Jahr bei Alphabet beträgt 160.208 Mio. USD. In dieser Zeit hat Alphabet einen Umsatz von 422.499 Mio. USD erwirtschaftet. Daraus ergibt sich eine Nettomarge von 37,9%. Auch hier erfüllt Alphabet die Vorgabe von 10%.
Bruttomarge
Während die Nettomarge als Gewinngröße den Gewinn (der sich nach Abzug aller Kosten ergibt) betrachtet, bezieht sich die Bruttomarge auf das Bruttoergebnis. Das Bruttoergebnis wird im Englischen auch als Gross Income bezeichnet. Daher ist häufig auch die Rede von der Gross Margin. Die Bruttoergebnis ergibt sich, indem vom Umsatz die Herstellungskosten abgezogen werden. Die Bruttomarge wird berechnet, indem das Bruttoergebnis durch den Umsatz dividiert wird.
Eine Aktie erhält einen Punkt, wenn ihre Bruttomarge mindestens 30% beträgt.
Beispiel für Alphabet: Der Umsatz von Alphabet beträgt 422.499 Mio. USD. Die Herstellungskosten belaufen sich auf 167.446 Mio. USD. Die Differenz daraus entspricht dem Bruttoergebnis von 255.053 Mio. USD. Dividiert durch den Umsatz von 422.499 Mio. USD ergibt sich eine Bruttomarge von 60,4%. Auch hier erfüllt Alphabet die Vorgabe von 30% deutlich.
KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis)
Nun befinden wir uns im Bereich der Bewertungskennzahlen. Bei den Bewertungskennzahlen wird immer ein Vergleich mit der Marktkapitalisierung des Unternehmens (also dem Börsenwert) hergestellt. Das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) berechnet sich, indem die Marktkapitalisierung durch den Gewinn dividiert wird.
Beim KGV sind niedrige Werte besser, da die Gewinne im Verhältnis zur Bewertung am Markt dann verhältnismäßig hoch sind. Die Bewertungen an der Börse können abhängig von der aktuellen Marktsituation aber sehr unterschiedlich sein. Befinden sich die Märkte in einem Bullenmarkt, weisen die Aktien höhere Bewertungen auf, als wenn sich die Börsen gerade in einem Bärenmarkt befinden.
Das Kriterium, ob eine Aktie einen Punkt erhält, orientiert sich beim KGV daher am Gesamtmarkt und bezieht das Index-KGV in die Betrachtung mit ein. Das KGV eines Index berechnet sich, indem die Summe der Marktkapitalisierung aller im Index enthaltenen Unternehmen durch die Summe der Gewinne aller im Index befindlichen Unternehmen dividiert wird.
Eine Aktie erhält einen Punkt, wenn ihr KGV maximal 1,5-Mal so hoch ist wie das des Index. Welcher Index für den Vergleich relevant ist, ist davon abhängig in welchem Land die Aktie an der Börse notiert ist.
- Für Aktien aus Deutschland ist das DAX-KGV relevant.
- Für Aktien aus Europa wird das KGV vom Stoxx600 betrachtet.
- Für Aktien aus den USA wird das KGV vom S&P 500 herangezogen.
- Und für alle weiteren Aktien wird das KGV vom MSCI World betrachtet.
Vielleicht wunderst du dich, weshalb eine Aktie nicht günstiger bewertet sein muss als der Index, sondern eine 1,5-fach so hohe Bewertung in Ordnung ist. Grund dafür ist, dass es nicht zielführend ist nach besonders günstigen Aktien Ausschau zu halten. Durch die Hinzunahme von Bewertungskennzahlen im Fundamental-Check soll vor allem sichergestellt werden, dass eine Aktie keine zu hohe Bewertung aufweist. Daher darf das KGV einer Aktie 1,5-Mal so hoch sein wie das des Index.
Beispiel für Alphabet: Die Marktkapitalisierung von Alphabet lag am Stichtag für dieses Beispiel (05.06.2026) bei 4.471.000 Mio. USD. Dividiert durch den Gewinn von 160.208 Mio. USD ergibt sich ein KGV von 27,9.
Die Berechnung des KGVs vom S&P 500 ist da schon deutlich komplexer. Hierfür werden die Gewinne aller im S&P 500 enthaltenen Unternehmen benötigt. Außerdem muss die Marktkapitalisierung aller im Index enthaltenen Unternehmen erfasst werden. Die Berechnung würde hier zu weit gehen. Es gibt aber auch diverse Quellen im Internet, die das KGV eines Index bereits fertig berechnet bereitstellen. Aktuell liegt das KGV des S&P 500 bei 27,2.
Das KGV von Alphabet liegt also auf dem Niveau des S&P 500. Bei einer 1,5-fachen Bewertung wäre aktuell ein KGV von 40,8 erlaubt. Diese Vorgabe besteht Alphabet ohne Probleme.
Beim KGV wird aber noch ein zweiter Punkt vergeben. Hier gilt die Vorgabe, dass das KGV maximal 1,2-mal so hoch sein darf, wie das des Index.
Die Grenze hier liegt bei einem KGV von 32,6. Auch dieses Kriterium erfüllt Alphabet, wenn auch weniger deutlich. Auch hier ist die Vorgabe bewusst nicht so streng gehalten, dass das KGV einer Aktie unter dem des Index liegen muss. Mit der Verschärfung, dass die Bewertung nicht 1,5-mal, sondern maximal 1,2-mal so hoch sein darf wie die des Index, wird aber sichergestellt, dass Aktien mit einem niedrigeren KGV hier noch einen weiteren Punkt erhalten.
Umsatzwachstum 5 Jahre
Bei den beiden letzten Kennzahlen beschäftigen wir uns mit Wachstumskennzahlen. Als erste Wachstumskennzahl im Fundamental-Check wird das Umsatzwachstum über die letzten 5 Jahre betrachtet. Das Umsatzwachstum über die letzten 5 Jahre wird berechnet, indem der Umsatz des aktuellen Geschäftsjahres ins Verhältnis zum Umsatz von vor 5 Jahren gesetzt wird. Um auf das durchschnittliche jährliche Umsatzwachstum zu kommen, muss das Ergebnis noch mit 1/5 potenziert werden.
Eine Aktie erhält einen Punkt, wenn ihr durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum über 5 Jahre mindestens +3% beträgt.
Beispiel für Alphabet: Die folgende Tabelle zeigt dir die Umsatzentwicklung von Alphabet über die letzten 5 Jahre. Hier werden nur volle Geschäftsjahre betrachtet. Im letzten vollen Geschäftsjahr 2025 lag der Umsatz bei 402.836 Mio. USD. Vor 5 Jahren (2020) betrug der Umsatz 182.527 Mio. USD. Daraus ergibt sich ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von +17,2%. Die Vorgabe von 3,0% erfüllt Alphabet damit ohne Probleme.
Gewinnwachstum 3 & 5 Jahre
Neben dem Umsatzwachstum wird im Fundamental-Check natürlich auch noch das Gewinnwachstum ausgewertet. Bei dieser Kennzahl können (wie gerade beim KGV) wieder 2 Punkte erreicht werden. Zum einen wird das Gewinnwachstum über 5 Jahre betrachtet (wie eben bei Umsatzwachstum), zusätzlich werden aber auch die letzten 3 Jahre betrachtet.
Indem zwei unterschiedliche Zeiträume beim Gewinnwachstum betrachtet werden, können Ausreißer besser erfasst werden. Vor allem die Gewinne können deutlich stärker schwanken und wenn ein Unternehmen nun vor 5 Jahren ein schlechtes Geschäftsjahr hatte und der Gewinn sehr niedrig ausgefallen ist, fällt das Gewinnwachstum über 5 Jahre besonders hoch aus. Um robuster gegen Ausreißer zu sein, werden beim Gewinnwachstum zwei unterschiedliche Zeiträume betrachtet und jeweils Punkte vergeben.
Zunächst betrachten wir das Gewinnwachstum über die letzten 3 Jahre:
Eine Aktie erhält einen Punkt, wenn ihr durchschnittliches jährliches Gewinnwachstum über die letzten 3 Jahre mindestens +3% beträgt.
Beispiel für Alphabet: In der folgenden Tabelle siehst du die Gewinnentwicklung von Alphabet über die letzten 5 Jahre. Im letzten vollen Geschäftsjahr 2025 lag der Gewinn bei 132.170 Mio. USD. Vor 3 Jahren im Geschäftsjahr 2022 belief sich der Gewinn auf 59.972 Mio. USD. Daraus ergibt sich ein durchschnittliches jährliches Gewinnwachstum von +30,1%. Die Vorgabe von 3% erfüllt Alphabet ohne Probleme.
Um nun aber auszuschließen, dass das Gewinnwachstum nur aufgrund eines schwachen Jahres vor 3 Jahren hoch ausfällt, wird mit dem Gewinnwachstum über 5 Jahre noch eine weitere Kennzahl betrachtet. Die Berechnungslogik ist nahezu identisch mit der gerade vorgestellten Formel, nur dass die Wachstumsrate auf 5 Jahre berechnet wird.
Eine Aktie erhält einen weiteren Punkt, wenn ihr durchschnittliches jährliches Gewinnwachstum über die letzten 5 Jahre mindestens +3% beträgt.
Beispiel für Alphabet: Im Geschäftsjahr 2025 lag der Gewinn bei 132.170 Mio. USD. Vor 5 Jahren im Geschäftsjahr 2020 belief sich der Gewinn auf 40.269 Mio. USD. Daraus ergibt sich ein durchschnittliches jährliches Gewinnwachstum von +26,8%. Auch hier liegt die Vorgabe bei einer Wachstumsrate von 3% pro Jahr, die Alphabet ohne Probleme bestehen kann.
4. Das Ergebnis vom Fundamental-Check
Für jede der einzelnen Kennzahlen weißt du nun, wie bestimmt wird, ob eine Aktie für die jeweilige Kennzahl einen Punkt bekommt oder nicht. Im letzten Schritt muss nun nur noch die Summe über die einzelnen Kennzahlen gebildet werden. Besteht eine Aktie alle 10 Kriterien, erreicht sie die im Fundamental-Check mögliche Maximalpunktzahl von 10 Punkten.
Die einzelnen Ergebnisse des Fundamental-Checks kannst du der Detailansicht für den Fundamental-Check entnehmen. Hier sind die Kennzahlen nochmal zusammengefasst. Alphabet erhält in dem Beispiel 10 von 10 Punkten.
Wann ist eine Aktie kaufenswert?
Eine Aktie kann höchstens 10 Punkte im Fundamental-Check erreichen. Das bedeutet aber nicht, dass sie genau diese 10 Punkte erreichen muss, um fundamental betrachtet attraktiv zu sein. Es reicht bereits aus, wenn eine Aktie 9 Punkte im Fundamental-Check erzielt hat, um als fundamental sehr attraktiv angesehen zu werden.
Dass es durchaus lohnenswert sein kann, Aktien mit einer hohen Punktzahl im Fundamental-Check zu kaufen, zeigen auch die Backtests zum Fundamental-Check. Für detaillierte Backtestergebnisse zum Fundamental-Check schaue gerne in den zugehörigen Artikel: Backtests zum Fundamental-Check.
Du möchtest auf dem Laufenden bleiben?
Dann trage dich gerne für meinen kostenlosen Newsletter ein:
Warnsignale beim Fundamental-Check
Der Fundamental-Check hilft dir aber nicht nur dabei zu beurteilen, ob es sich lohnt in eine Aktie zu investieren. Du kannst hier auch Warnsignale für einzelne Aktien erhalten. Hast du beispielsweise aktuell eine Aktie als potenziellen Investmentkandidaten ausfindig gemacht, siehst aber, dass sie nur 3 Punkte oder weniger im Fundamental-Check erhalten hat, solltest du äußerst vorsichtig sein.
Erreicht eine Aktie im Fundamental-Check 3 Punkte oder weniger, gilt sie als unattraktiv. Diese Aktien erzielen künftig häufig eine niedrigere Rendite. In Einzelfällen kann es natürlich vorkommen, dass du mit solch einer Aktie trotzdem mal Glück hast und eine zufriedenstellende Rendite erzielst. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings gering und in diesem Fall handelt es sich wirklich um pures Glück.
Aktienauswahl für das Fundamental-Depot
Der Fundamental-Check bildet die Grundlage für die Aktienauswahl im Fundamental-Depot. Damit eine Aktie in das Fundamental-Depot gekauft wird, muss sie mindestens 9 Punkte im Fundamental-Check erzielen. Daran kannst du dich auch orientieren, wenn du dir ein eigenes Fundamental-Depot aufbauen willst.
Im Umkehrschluss bedeutet das aber nicht, dass eine Aktie mit nur noch 8 Punkten im Fundamental-Check nicht mehr haltenswert ist. Wenn sich eine Aktie mit 9 oder 10 Punkten für einen Kauf qualifiziert hat, sind auch 8 Punkte weiterhin ein gutes Ergebnis, um die Aktie zu halten. Hier gilt es dann auch zu prüfen, ob einzelne Punkte vielleicht nur knapp verpasst werden.
Anders sieht es hingegen aus, wenn eine Aktie über längere Zeit nur noch 7 Punkte im Fundamental -Check erzielt. Wenn nicht gerade mehrere Punkte äußerst knapp verpasst werden, ist die Aktie im Rahmen der Strategie des Fundamental-Depots mit nur noch 7 Punkten nicht weiter haltenswert.
Neben der Bewertung nach dem Fundamental-Check ist für die weitere Halteentscheidung einer Aktie im Fundamental-Depot aber immer auch die charttechnische Situation wichtig. Befindet sich eine Aktie in einem intakten Abwärtstrend und hat wichtige Unterstützungen unterschritten, kann unabhängig von der Bewertung im Fundamental-Check ebenfalls ein Verkauf erforderlich werden.
Für wen sind fundamental starke Aktien geeignet?
Aktien, die eine hohe Punktzahl im Fundamental-Check erreichen, sind auf jeden Fall als aussichtsreich einzustufen. Dennoch sind solche Aktien nicht für jede Art von Investor geeignet. Legst du bei deinen Investments Wert darauf in solide und langfristig erfolgreiche Unternehmen zu investieren, die fundamental sehr gesund aufgestellt sind, lohnt es sich für dich auf jeden Fall den Fundamental-Check eines Unternehmens genauer zu betrachten.
Bist du hingegen ein Trend-Investor, der gerne in Aktien mit starken Aufwärtstrends investiert, ist der Fundamental-Check für dich vielleicht weniger geeignet. Auch wenn du überzeugter Dividenden-Investor bist und hohe Dividendenrendite für dich eine wichtige Rolle spielen, solltest du dich nicht ausschließlich am Fundamental-Check orientieren.
Beachte außerdem, dass ein fundamental stark aufgestelltes Depot immer aus einer Vielzahl von Aktien bestehen sollte. Es bringt dir wenig nur in 2 oder 3 Aktien mit 10 Punkten im Fundamental-Check zu investieren. Stattdessen solltest du deine Suche ausweiten und auch schon Aktien mit neun Punkten im Fundamental-Check genauer betrachten. So kannst du nach und nach ein gut diversifiziertes und fundamental starkes Depot aufbauen.
Fazit: Mit klaren Regeln die fundamental stärksten Aktien finden
Der Fundamental-Check zeigt dir an, wie attraktiv eine Aktie aus fundamentaler Sicht ist. Um eine Aktie nach dem Fundamental-Check bewerten zu können, werden verschiedene fundamentale Kennzahlen betrachtet. Hierzu gehören Kennzahlen aus dem Bereich der Rentabilität, der Bewertung, der Verschuldung aber auch Wachstumskennzahlen. Für jede Kennzahl wird geprüft, ob die Aktie das jeweilige Kriterium erfüllt oder nicht und entsprechend Punkte vergeben.
So werden im Fundamental-Check insgesamt 10 Punkte vergeben. Nach dem Fundamental-Check gilt eine Aktie bereits dann als fundamental äußerst attraktiv und aussichtsreich, wenn sie mindestens 9 Punkte erreicht. Diese Aktien tendieren dazu künftig eine höhere Rendite zu erzielen.
Der Fundamental-Check ist also das perfekte Hilfsmittel, wenn du Aktien nach einem klaren Regelwerk fundamental bewerten möchtest. Du solltest eine Aktie nur abhängig vom Ergebnis aus dem Fundamental-Check aber keinesfalls blind kaufen. Stattdessen solltest du dich vor dem Kauf noch einmal ausführlicher mit dem Unternehmen beziehungsweise der Aktie auseinandersetzen.