Worum es in diesem Beitrag geht
An den Aktienkönig-Bewertungsmodellen werden ein paar kleine Anpassungen vorgenommen. In diesem Artikel zeige ich dir, welche Kennzahlen sich verändert haben und ich erkläre dir, weshalb ich mich für diese Veränderungen entschieden habe.
Entscheidend ist, dass sich die Bewertungsmodelle nicht regelmäßig verändern. Deshalb handelt es sich hierbei nur um kleine Anpassungen. Die grundlegende Logik der Bewertungsmodelle bleibt erhalten. Daher ändern sich die Bewertungen der Aktien auch nicht gravierend.
Viel Spaß beim Lesen!
Wieso werden Anpassungen an den Aktienkönig-Bewertungsmodellen vorgenommen?
Die Aktienkönig-Bewertungsmodelle Trend-Check, Fundamental-Check, Dividenden-Check und Dauerläufer-Check verwende ich seit Anfang 2024 für die Aktienbewertung. Zuletzt gab es im Frühjahr 2025 ein paar kleine Anpassungen. Nun sind wieder kleine Veränderungen erforderlich.
Daraus soll nun keine Routine entstehen. Das bedeutet, es soll nicht jedes Jahr eine Veränderung vorgenommen werden. Mit der Zeit stelle ich im Live-Betrieb aber fest, dass es an einigen Stellen sinnvoll ist Anpassungen vorzunehmen. So wachsen und lernen die Bewertungsmodelle mit der Zeit.
Der Grundgedanke der Bewertungsmodelle verändert sich dadurch aber nicht und auch die Logik der Aktienauswahl für die vier Basis-Depots (Trend-Depot, Fundamental-Depot, Dividenden-Depot und Dauerläufer-Depot) ändert sich dadurch kaum.
Natürlich werden sich die Bewertungen bei einigen Aktien leicht verändern, in Einzelfällen kann es auch zu größeren Unterschieden kommen. Ich halte die Veränderungen an den Bewertungsmodellen aber dennoch für notwendig, da es in der Vergangenheit ein paar Kleinigkeiten gab, die störend waren. Bei den jeweiligen Anpassungen gehe ich auch auf den Grund ein, wieso es hier Veränderungen gab.
Anpassungen im Trend-Check
Auch nach den im Frühjahr 2025 vorgenommenen Veränderungen hat sich beim Trend-Check leider weiterhin ein Problem gezeigt: Vollzieht eine bislang starke Trendaktie kurzfristig mal eine schärfere Korrektur (auch wenn es nur -10% sind), kann das schnell dazu führen, dass sich die Bewertung nach dem Trend-Check von 7-8 Punkten auf 4-5 Punkte verschlechtert. Ein Blick auf den Chart zeigt aber, dass der übergeordnete mittelfristige Aufwärtstrend nach wie vor voll intakt ist.
Das führt dann leider dazu, dass sich Aktien mit einer durchschnittlichen Bewertung doch noch etwas länger im Trend-Depot befinden, weil ihnen bewusst noch etwas Luft gegeben werden soll. Um dem nun Rechnung zu tragen, geht es bei den Veränderungen beim Trend-Check darum, dass das Modell weniger sensibel auf kurzfristige Schwankungen reagiert.
Unter den vier Bewertungsmodellen sind die Veränderungen im Trend-Check am größten. Bei jeder Kennzahl gibt es eine Modifikation, auch wenn diese klein ist. Zu großen Teilen bleiben die bestehenden Kennzahlen auch erhalten, nur die Grenzen wurden angepasst. Die folgende Tabelle zeigt, dir was sich an dem Trend-Check verändert hat:
| Alter Trend-Check | Neuer Trend-Check |
|---|---|
| Rendite 6 Monate > Index | Rendite 1 Jahr > Index |
| Rendite 6 Monate > Index + 10% | Rendite 1 Jahr > Index +20% |
| Rendite 3 Jahre > Index | Rendite 3 Jahre > Index + 25% |
| Rendite 3 Jahre > Index + 25% | Rendite 3 Jahre > Index + 50% |
| Abstand GD200 > Index | Abstand zum 52-Wochen-Tief > Index |
| Abstand 52-Wochen-Hoch < Index +10% | Abstand 52-Wochen-Hoch < Index +15% |
| Volatilität über 3 Jahre < Index +10% | Volatilität über 3 Jahre < Index +15% |
| Maximaler Drawdown über 5 Jahre < Index +5% | Maximaler Drawdown über 5 Jahre < Index +20% |
Die wesentlichen Veränderungen sowie die Gründe dafür fasse ich dir hier noch einmal kurz zusammen:
- Die Rendite über 6 Monate war zu kurzfristig gefasst. Die beiden Punkte, die hier vergeben wurden, betrachten nun den Zeitraum über ein Jahr. Den einen zusätzlichen Punkt bei der Outperformance erhält eine Aktie nun bei einer Outperformance von +20%-Punkten zum Index.
- Bei der Rendite über 3 Jahre soll ein größerer Fokus auf der Outperformance liegen. Allein eine Outperformance über 3 Jahre macht noch keine gute Trendaktie aus. Den ersten Punkt gibt es hier erst bei +25%-Punkten Outperformance zum Index, der zweite Punkt wird bei +50%-Punkten vergeben.
- Besonders sensibel war bislang die Kennzahl Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt (GD200). Ein Punkt wurde hier vergeben, wenn eine Aktie weiter über ihrem 200-Tage-Durchschnitt notiert, als das beim Index der Fall ist. Hier haben bereits kleine Veränderungen ausgereicht, um einen Punkt zu kosten. Mit dem Abstand zum 52-Wochen-Tief wird nun eine ganz neue Kennzahl betrachtet, die vor allem die Dynamik im letzten Jahr belohnt und damit auch bei Turnaround-Kandidaten einen zusätzlichen Punkt bringt.
- Beim Abstand zum 52-Wochen-Hoch wurde die Vorgabe etwas gelockert. Bislang durfte eine Aktie maximal 10%-Punkte mehr vom 52-Wochen-Hoch entfernt sein als der Index. Das kostete bei einem kleinen Rücksetzer schnell einen Punkt. Die Lockerung auf 15% macht diese Kennzahl nun weniger restriktiv bei kleinen Korrekturen.
- Die Vorgaben bei den Risikomaßen wurden deutlich gelockert. Der Trend-Check war bislang sehr defensiv und Aktien mit starken Aufwärtstrends haben zwei Punkte liegen lassen, wenn die Risikomaße etwas zu hoch waren. Mit dieser Lockerung wird der Trend-Check nun ein gutes Stück offensiver.
Künftig sollen die Grenzen beim Trend-Check außerdem flexibler gehalten werden. Je nach Marktlage kann die Anzahl an Aktien, die eine sehr gute Bewertung von 7 oder 8 Aktien im Trend-Check erzielen sehr stark schwanken, obwohl ein Vergleich zum Index gezogen wird. In solch einem Fall sind kleine Anpassungen an den Grenzen möglich. Auch dabei soll es sich aber um Ausnahmefälle handeln.
Fazit zur Anpassung des Trend-Checks
Auf den ersten Blick sieht es im Trend-Check nach vielen Anpassungen aus. Größtenteils beziehen diese sich allerdings auf die Anpassung der Grenzen. Durch diese Veränderungen soll der Trend-Check weniger sensibel bei kurzfristigen Rücksetzern einer Aktie sein. Damit soll vor allem erreicht werden, dass sich die Bewertungen bei starken Trendaktien nicht so schnell verändern.
Eine wesentliche Veränderung ist auch, dass die Grenzen bei den Risikokennzahlen deutlich gelockert wurden. Damit wird der Trend-Check offensiver und trendstarke Aktien mit höheren Risikomaßen sind so auch in der Lage im Trend-Check eine sehr gute Bewertung zu erzielen. Es bleibt aber dabei, dass äußerst risikoreiche Aktien maximal 6 Punkte erzielen können.
Anpassungen im Fundamental-Check
Die Anpassungen im Fundamental-Check sind deutlich weniger umfangreich als im Trend-Check. Ein Großteil der Kennzahlen bleibt erhalten, wie er bislang war. Zwei Kennzahlen werden allerdings ersetzt und bei zwei weiteren Kennzahlen gibt es eine Modifikation bei der Grenze.
Eine Eigenheit des Fundamental-Checks war bislang, dass sehr viele Aktien 8 oder mehr Punkte im Fundamental-Check erzielen. Mit den Veränderungen soll dem etwas entgegengewirkt werden, dass der Fundamental-Check etwas strenger wird. Dennoch wird es auch künftig dabei bleiben, dass der Anteil an Aktien, die im Fundamental-Check auf eine sehr gute Bewertung kommen, im Vergleich zu den anderen drei Modellen am höchsten ist.
Die folgende Tabelle zeigt dir den Vergleich des bisherigen Fundamental-Checks mit dem neuen Fundamental-Check:
| Alter Fundamental-Check | Neuer Fundamental-Check |
|---|---|
| Eigenkapitalrendite (ROE) > 15% |
Eigenkapitalrendite (ROE) > 15% (20% für US-Aktien) |
| Gesamtkapitalrendite (ROA) >5% |
Gesamtkapitalrendite (ROA) >5% (10% für US-Aktien) |
| Eigenkapitalquote > 30% | Eigenkapitalquote > 30% |
| Dividendenrendite > 1% | Gewinnwachstum 3 Jahre > 3% p.a. |
| Nettomarge > 10% | Nettomarge > 10% |
| Bruttomarge > 30% | Bruttomarge > 30% |
| KGV < 1,5 x Index | KGV < 1,5 x Index |
| KUV < 1,5 x Index | KGV < 1,2 x Index |
| Umsatzwachstum 5 Jahre > 3% p.a. | Umsatzwachstum 5 Jahre > 3% p.a. |
| Gewinnwachstum 5 Jahre > 3% p.a. | Gewinnwachstum 5 Jahre > 3% p.a. |
Die wesentlichen Veränderungen und die Gründe für die Anpassungen fasse ich dir hier noch einmal kurz zusammen:
- Bei den Rentabilitätskennzahlen (ROE & ROA) gelten für US-Aktien nun höhere Vorgaben. Andernfalls würden viel zu viele Aktien aus den USA diese Vorgaben bestehen und das hätte zur Folge, dass enorm viele Aktien auf 9 oder 10 Punkte im Fundamental-Check kommen.
- Die Dividendenrendite wird aus dem Fundamental-Check entfernt. Die Höhe der Dividendenrendite sagt nichts über die fundamentalen Qualitäten eines Unternehmens aus. Dadurch wurden bislang Aktien abgestraft, die fundamental äußerst attraktiv sind und lediglich aufgrund ihrer Dividendenpolitik einen Punkt verlieren.
- Mit dem Gewinnwachstum über 3 Jahre wird nun ein weiterer Zeitraum für das Wachstum betrachtet. Neben dem Gewinnwachstum über 5 Jahre kann der Fundamental-Check so nun das Wachstum über verschiedene Zeiträume besser bewerten. Das Wachstum über einen Zeitraum kann sonst auch das Ergebnis von Glück aufgrund einer niedrigen Basis von vor fünf Jahren sein.
- Das KUV wird nicht weiter betrachtet. Stattdessen wird beim KGV ein weiterer Punkt vergeben, wenn dieses maximal 1,2x so hoch ist wie das des Index. Viele fundamental starke Aktien haben beim KUV einen Punkt verloren, obwohl ihr KGV fair war, einzig deshalb, weil eine sehr hohe Nettomarge vorliegt. In diesem Fall spielt die Bewertung nach dem KUV keine Rolle. Hier soll nun stattdessen ein weiterer Punkt beim KGV vergeben werden.
Auch im Fundamental-Check sollen einige Grenzen künftig flexibel gehalten werden und der aktuellen Marktlage angepasst werden. Das betrifft vor allem die Grenzen beim KGV. Veränderungen an den Grenzen sollen auch hier aber dennoch die Ausnahme darstellen.
Fazit zur Anpassung des Fundamental-Checks
Die Anpassungen beim Fundamental-Check sind überschaubar. Bei den Rentabilitätskennzahlen (ROE und ROA) gelten für US-Aktien nun strengere Vorgaben. Außerdem wurden mit der Dividendenrendite und dem KUV zwei Kennzahlen gestrichen, deren Aussagekraft bei der bisherigen Bewertung teilweise schwierig war.
Nach diesen Anpassungen soll der Anteil an Aktien, die eine gute Bewertung von 8 oder mehr Punkten im Fundamental-Check erzielen, etwas reduziert werden. Dennoch wird es dabei bleiben, dass der Fundamental-Check das Modell ist, bei dem Aktien am einfachsten eine Top-Bewertung erzielen können.
Anpassungen im Dividenden-Check
Auch im Dividenden-Check halten sich die Anpassungen in Grenzen. Der Dividenden-Check wird weiterhin einen Fokus auf Dividendenwachstum und Stabilität der Dividenden haben. Es macht keinen Sinn hier Aktien mit einer besonders hohen Dividendenrendite deutlich besser zu bewerten, da das historisch zu einer eher schlechten Performance geführt hätte.
Nach dem Dividenden-Check ist es aktuell äußerst schwierig eine Spitzenwertung zu erzielen. Die Kombination aus einer hohen Dividendenrendite, einem hohen und stabilen Dividendenwachstum bei einer gleichzeitig guten Performance der Aktie ist eine Kombination, die schwer zusammenzubringen ist.
Mit den Veränderungen soll das Modell aber zumindest leicht gelockert werden, dass es etwas einfacher wird, Aktien mit einer sehr guten Bewertung im Dividenden-Check zu finden. Die folgende Tabelle zeigt dir die Gegenüberstellung aus dem bisherigen und dem neuen Dividenden-Check:
| Alter Dividenden-Check | Neuer Dividenden-Check |
|---|---|
| Dividendenrendite >2% | Dividendenrendite >2% |
| Ø Dividendenrendite 10 Jahre > 2% | Ø Dividendenrendite 10 Jahre > 2% |
| Minimum Dividendenrendite 5 Jahre > 1% | Dividendenrendite >1,5% |
| Ausschüttungsquote 25% bis 75% | Ø Ausschüttungsquote 3 Jahre 25% bis 75% |
| Dividendenanhebungen mind. 9 in den letzten 10 Jahren | Dividendenanhebungen mind. 9 in den letzten 10 Jahren |
| Dividendenwachstum 5 Jahre > 5% p.a. | Dividendenwachstum 5 Jahre > 5% p.a. |
| Dividendenwachstum 10 Jahre > 5% p.a. | Dividendenwachstum 10 Jahre > 3% p.a. |
| Gewinnwachstum 5 Jahre > 3% p.a. | Gewinnwachstum 3 Jahre > 3% p.a. |
| Rendite 5 Jahre > Index | Rendite 5 Jahre > Index -2% p.a. |
| Maximaler Drawdown 5 Jahre < Index +5% | Maximaler Drawdown 5 Jahre < Index +10% |
Die wesentlichen Veränderungen und die Gründe für diese Anpassungen fasse ich dir hier noch einmal kurz zusammen:
- Statt dem Minimum der Dividendenrendite über 5 Jahre soll nun bei der Dividendenrendite ein weiterer Punkt vergeben werden, wenn diese über 1,5% liegt. Das ist zwar keine hohe Grenze, allerdings lassen sich dadurch Aktien mit einer besonders niedrigen Dividendenrendite besser herausfiltern.
- Die Ausschüttungsquote soll als Durchschnitt über drei Jahre betrachtet werden. Damit ist die Kennzahl weniger anfällig, wenn aufgrund schwankender Gewinne im letzten Jahr hier ein Ausreißer vorlag.
- Die Vorgabe beim Dividendenwachstum über 10 Jahre wird etwas gelockert. Statt 5% pro Jahr reichen hier nun 3% aus. Gerade für Aktien mit einer höheren Dividendenrendite sind derart hohe Steigerungen von 5% dauerhaft nur schwer zu halten.
- Das Gewinnwachstum wird nur noch über 3 Jahre betrachtet. Grund dafür ist, dass vor allem die Dynamik der Gewinne der jüngeren Vergangenheit betrachtet werden soll. Diese ist nämlich die Grundlage für weitere Dividendensteigerungen.
- Die Vorgaben bei den Performancekennzahlen werden etwas gelockert. Hier tun sich viele Aktien sonst sehr schwer die strengen Kriterien zu erfüllen.
Gerade bei den beiden Performancekennzahlen sollen die Vorgaben künftig flexibel gehalten werden können, insbesondere wenn je nach Marktlage sonst kaum noch Aktien eine sehr gute Bewertung im Dividenden-Check erzielen. Bei Veränderungen an den Grenzen soll es sich jedoch um Ausnahmen handeln.
Fazit zur Anpassung des Dividenden-Checks
Der Dividenden-Check war bislang sehr streng und es war äußerst schwierig Aktien mit einer hohen Dividendenrendite, hohem Dividendenwachstum und gleichzeitig einer starken Kursentwicklung zu finden. Mit den Anpassungen sollen die Vorgaben nun etwas gelockert werden.
Insbesondere bei den Performancekennzahlen sind die Vorgaben nun weniger streng. Außerdem wurde mit dem Kriterium, dass die Dividendenrendite über 1,5% liegen muss sichergestellt, dass Aktien mit einer niedrigen Dividendenrendite hier nun mindestens zwei Punkte verlieren.
Anpassungen im Dauerläufer-Check
Am wenigsten Veränderungen gibt es im Dauerläufer-Check. Gerade bei langfristig orientierten Kennzahlen gibt es auch weniger Spielraum für Anpassungen. Zuletzt war es aber auch im Dauerläufer-Check der Fall, dass es äußerst schwierig war, hier die Höchstpunktzahl zu erzielen. Vor allem bei den Risikokennzahlen soll es daher Lockerungen geben.
Die folgende Tabelle zeigt dir, welche Veränderungen am Dauerläufer-Check vorgenommen werden:
| Alter Dauerläufer-Check | Neuer Dauerläufer-Check |
|---|---|
| Total Return 10 Jahre > Index | Total Return 10 Jahre > Index |
| Total Return 20 Jahre > Index | Total Return 20 Jahre > Index |
| Abstand zum 200-Wochen-Durchschnitt > Index | Total Return 5 Jahre > Index |
| Volatilität 20 Jahre < Index +10% | Volatilität 10 Jahre < Index +10% |
| Maximaler Drawdown 20 Jahre < Index +5% | Maximaler Drawdown 10 Jahre < Index +10% |
| Maximale Drawdown-Differenz 10 Jahre < 25% | Maximale Drawdown-Differenz 10 Jahre < 30% |
| Umsatzwachstum 10 Jahre > 5% p.a. | Umsatzwachstum 10 Jahre > 5% p.a. |
| Gewinnwachstum 10 Jahre > 5% p.a. | Gewinnwachstum 10 Jahre > 5% p.a. |
| Stabilität Umsatzwachstum > 80% | Stabilität Umsatzwachstum > 80% |
| Stabilität Gewinnwachstum > 50% | Stabilität Gewinnwachstum > 50% |
Die wesentlichen Veränderungen im Dauerläufer-Check und die Gründe dafür fasse ich dir hier nochmal kurz zusammen:
- Die Kennzahl Abstand zum 200-Wochen-Durchschnitt wird ersetzt. Eine Aktie hat hier einen Punkt erreicht, wenn ihr Abstand zum 200-Wochen-Durchschnitt größer ist als das beim Index der Fall ist. Das führte allerdings dazu, dass die kurz- bis mittelfristige Performance hier zu starken Einfluss hatte. Gerade bei Korrekturen von 10-20% mussten viele Aktien hier einen Punkt einbüßen, obwohl sie immer noch sehr interessant sind.
- Die Kennzahl Abstand zum 200-Wochen-Durchschnitt wird nun durch die Rendite über die letzten 5 Jahre ersetzt. Auch damit wird auf die mittelfristige Kursentwicklung abgestellt, die Kennzahl ist aber längst nicht so sensibel wie die bisher verwendete Kennzahl „Abstand zum 200-Wochen-Durchschnitt“.
- Die Risikokennzahlen Volatilität und maximaler Drawdown werden statt über 20 Jahre nur noch über 10 Jahre betrachtet. Weiter zurückliegende Risiken, sollen hier keinen Einfluss mehr auf die Bewertung haben und auch 10 Jahre sind nach wie vor ein langer Zeitraum. Gleichzeitig ist die Toleranz beim maximalen Drawdown nun etwas größer.
- Die Toleranz bei der maximalen Drawdown-Differenz wird leicht erhöht. Eine Vorgabe von 25%-Punkten Differenz klingt zunächst großzügig, gerade über einen langen Zeitraum von 10 Jahren scheitern daran aber sehr viele Aktien.
Auch im Dauerläufer-Check werden einige Grenzen künftig etwas flexibler gehalten. Durch den Indexvergleich ist bei den Performancekennzahlen zwar sichergestellt, dass sich die Bewertungen in Abhängigkeit der Marktlage nicht gravierend verändern. Dennoch kann es vorkommen, dass die Anzahl an Aktien mit einer sehr guten Bewertung stärker schwankt. In solch einem Fall kann es zu kleinen Anpassungen kommen.
Fazit zur Anpassung des Dauerläufer-Checks
Die Veränderungen am Dauerläufer-Check halten sich in Grenzen. Mit dem Abstand zum 200-Wochen-Durchschnitt wurde eine Kennzahl ersetzt. Bei den Risikokennzahlen wurde der Betrachtungszeitraum reduziert und die Grenzen wurden etwas gelockert. Damit soll es nun etwas einfacher werden im Dauerläufer-Check eine sehr gute Bewertung zu erzielen. Gerade zuletzt haben kaum noch Aktien die Höchstpunktzahl von 10 Punkten im Dauerläufer-Check erzielen können.
Fazit zu den Updates an den Aktienkönig-Bewertungsmodellen
Nachdem zuletzt im Frühjahr 2025 kleine Anpassungen an den Aktienkönig-Bewertungsmodellen vorgenommen wurden, gibt es nun wieder ein paar Modifikationen. Daraus soll nun keine jährliche Routine entstehen, nach einiger Zeit in der praktischen Umsetzung stelle ich aber fest, an welchen Schrauben noch etwas gedreht werden muss. So werden die Modelle im Zeitverlauf verbessert und lernen dazu. Die grundlegende Bewertungslogik bleibt aber natürlich erhalten – und das ist auch sehr wichtig.
Da es sich um eher kleine Anpassungen handelt, werden sich auch die Ergebnisse nach den meisten Aktien nur wenig verändern. In Einzelfällen kann es aber mal zu größeren Abweichungen kommen. Beim Großteil der Aktien in den Basis-Depots gibt es keine größeren Veränderungen bei den Bewertungen, sodass aus der Anpassung der Bewertungsmodelle kaum Handlungsbedarf entsteht.
Wenn du in deinem Depot nun Aktien hältst, die du auf Basis eines Aktien-Schnell-Checks oder Spezialreports gekauft hast, die sich nicht in den Aktienkönig-Basis-Depots befinden, solltest du im Screener aber die aktuelle Bewertung prüfen. Bist du dir bei einer Halteentscheidung unsicher, kannst du mir natürlich jederzeit schreiben.