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Starke Dividendenaktien mit dem Dividenden-Check finden

Dividenden-Check im Detail erklärt, viele Münzen, ein Dollarzeichen und eine Pflanze im Hintergrund

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Worum es in diesem Beitrag geht

Der Dividenden-Check ist ein Bewertungsmodell, das dir anzeigt, ob eine Aktie ein gutes Investment im Rahmen einer Dividendenstrategie ist. Für die Bewertung einer Aktie im Aktienkönig-Dividenden-Check kommen verschiedene Kennzahlen zum Einsatz, die ich dir in diesem Artikel ausführlich vorstelle. Die Berechnung der Kennzahlen erläutere ich dir anhand konkreter Beispiele.

Außerdem erfährst du, wo die Vorteile einer Dividendenstrategie liegen und wie du mit Dividendenaktien eine höhere Rendite erzielen kannst. Abschließend erkläre ich dir noch, wie du den Dividenden-Check in der Praxis einsetzen kannst und was die Punktzahl im Dividenden-Check überhaupt aussagt.

1. Zielsetzung des Dividenden-Checks

Der Dividenden-Check unterstützt dich dabei, zu beurteilen, ob eine Aktie für eine Dividendenstrategie geeignet ist. Aktien werden auf Basis verschiedener Kennzahlen rund um Dividenden und einigen weiteren Kennzahlen bewertet. Je nachdem wie die Bewertung ausfällt, erhält eine Aktie eine bestimmte Anzahl an Punkten im Dividenden-Check. Aktien, die im Dividenden-Check eine hohe Punktzahl erreichen, tendieren dazu künftig eine höhere Rendite zu erzielen.

Der Dividenden-Check ist ein Bewertungsmodell für Aktien, das klaren Regeln folgt. Ziel des Dividenden-Checks ist es nicht einfach Aktien mit einer besonders hohen Dividendenrendite zu finden. Eine hohe Dividendenrendite allein macht nämlich noch keine gute Dividendenaktie.

Hierzu gehören auch noch weitere Kriterien wie beispielsweise die Ausschüttungsquote oder das Dividendenwachstum – dazu später mehr. Der Dividenden-Check ermöglicht es dir also eine Aktie nach diversen Kriterien auf ihre Qualität als Dividendenaktie zu untersuchen.

Die Aussagekraft eines Aktien-Bewertungsmodells lässt sich mithilfe von Backtests analysieren. Damit du auch weißt, wie Aktien mit einer hohen Punktzahl im Dividenden-Check in der Vergangenheit performt haben, erscheint hierzu in Kürze der zugehörige Artikel.

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2. Wie werden Aktien bewertet?

Der Dividenden-Check betrachtet nicht einfach nur die Höhe der Dividendenrendite. Insgesamt werden im Dividenden-Check zehn Kennzahlen betrachtet, die eine zuverlässige Aussage darüber treffen, ob eine Aktie eine gute und aussichtsreiche Dividendenaktie ist. Sechs Kennzahlen beziehen sich auf Dividenden. Neben der Dividendenrendite wird hier unter anderem auch das Dividendenwachstum betrachtet. Mit zwei weiteren Kennzahlen soll das allgemeine Wachstum des Unternehmens analysiert werden. Außerdem werden noch zwei Kennzahlen aus dem technischen Bereich hinzugezogen, die Auskunft über die Performance und Risiken der Aktie in der Vergangenheit geben.

Für jede Kennzahl gibt es einen Richtwert, den die Aktie erfüllen muss, damit sie einen Punkt erhält. Je mehr Kriterien eine Aktie besteht, desto mehr Punkte erzielt sie im Dividenden-Check. Besteht eine Aktie alle Kriterien erhält sie folglich die Maximalpunktzahl von zehn Punkten.

3. Welche Kennzahlen kommen im Dividenden-Check zum Einsatz?

Im Dividenden-Check werden wie bereits erwähnt zehn Kennzahlen betrachtet. Aber nicht alle davon beziehen sich auf Dividenden. Eine gute Dividendenaktie muss nämlich auch noch ein paar weitere Kriterien erfüllen, die nicht direkt im Zusammenhang mit der Dividende stehen, um als zuverlässige Dividendenaktie eingestuft zu werden.

In diesem Abschnitt stelle ich dir die zehn Kennzahlen für die Bewertung im Aktienkönig-Dividenden-Check im Detail vor und erläutere dir, welche Kriterien jeweils erfüllt sein müssen, damit die Aktie einen Punkt erhält. Damit die Berechnungen einfacher nachzuvollziehen sind, gehen wir das Ganze anhand eines Beispiels mit der Aktie von Procter & Gamble durch. Die Daten beziehen sich hierbei auf den Stand Mitte Dezember 2023.

3.1. Dividendenrendite aktuell

Die Höhe der aktuellen Dividendenrendite darf im Dividenden-Check natürlich nicht fehlen. Deswegen betrachten wir diese Kennzahl gleich als erstes. Die Dividendenrendite einer Aktie lässt sich berechnen, indem die zuletzt gezahlte Dividende durch den aktuellen Aktienkurs dividiert wird.

Formel zur Berechnung der Dividendenrendite

Einige Unternehmen schütten ihre Dividende nicht einmal im Jahr, sondern quartalsweise aus. In den USA ist die quartalsweise Ausschüttung der Regelfall. Ist von der zuletzt gezahlten Dividende die Rede, ist damit immer die Dividende über die letzten zwölf Monate gemeint.

Eine Aktie ist aber nicht automatisch dann eine gute Dividendenaktie, wenn sie eine besonders hohe Dividendenrendite erzielt. Eine zu hohe Dividendenrendite kann sogar kontraproduktiv sein. Für den Dividenden-Check reicht es aus, wenn die Dividendenrendite einer Aktie mindestens 2% beträgt.

Eine Aktie erhält also einen Punkt, wenn ihre aktuelle Dividendenrendite 2% oder mehr beträgt.

Als Beispiel wollen wir die Aktie von Procter & Gamble betrachten. Die ausgeschüttete Dividende lag zuletzt bei 3,68 USD je Aktie. Die Aktie von Procter & Gamble notiert bei 148 USD. Daraus ergibt sich eine Dividendenrendite von 2,49%.

3.2. Dividendenrendite letzte 5 Jahre

Neben der aktuellen Dividendenrendite soll auch die Dividendenrendite der letzten fünf Jahre analysiert werden. Hier geht es vor allem darum, dass die Dividendenrendite in den letzten fünf Jahren nie unter 1% lag. Mithilfe der Dividendenhistorie und dem Aktienkurs lässt sich für jeden Tag in den letzten fünf Jahren die historische Dividendenrendite ermitteln.

Eine Aktie erhält einen Punkt, wenn ihre Dividendenrendite in den letzten fünf Jahren stets über 1% lag.

Dividendenrendite Procter & Gamble in den letzten 5 Jahren
Dividendenrendite Procter & Gamble in den letzten 5 Jahren

Der Chart zeigt dir die Dividendenrendite von Procter & Gamble für die letzten fünf Jahre. Daraus ist ersichtlich, dass die Dividendenrendite stets deutlich über 1% lag. Entsprechend kann hier der nächste Punkt vergeben werden.

3.3. Ausschüttungsquote

Eine hohe Dividendenrendite bringt nichts, wenn ein Unternehmen den Großteil seiner Gewinne dafür aufwenden muss, diese hohe Dividendenzahlung zu leisten. Wie groß der Anteil der gezahlten Dividende im Verhältnis zum Gewinn ist, zeigt dir die Ausschüttungsquote. Die Ausschüttungsquote lässt sich berechnen, indem die gezahlte Dividende je Aktie durch den Gewinn je Aktie dividiert wird. Im Englischen ist hier häufig auch die Rede von DPS (Dividende per Share) und EPS (Earnings per Share).

Formel zur Berechnung der Ausschüttungsquote

Die Ausschüttungsquote sollte weder zu niedrig noch zu hoch sein. Eine niedrige Ausschüttungsquote führt automatisch dazu, dass eine Aktie keine Dividendenaktie ist. Eine hohe Ausschüttungsquote hingegen ist als kritisch zu werten. Schüttet ein Unternehmen seine Gewinne komplett aus, bleibt kein Geld mehr für Investitionen innerhalb des Unternehmens.

Noch schlimmer ist, wenn die Ausschüttung größer ist als der Gewinn. Das kann dann vorkommen, wenn ein Unternehmen trotz rückläufiger Gewinne weiterhin an seiner hohen Dividendenzahlung festhalten möchte. In diesem Fall greift das Unternehmen auf seine Gewinnrücklagen zurück, um die hohe Ausschüttung zu finanzieren. Für eine gute Dividendenaktie ist das ein absolutes No-Go.

Eine Aktie erhält einen Punkt, wenn ihre Ausschüttungsquote zwischen 25% und 75% liegt.

Procter & Gamble hat zuletzt eine Dividende von 3,68 USD je Aktie ausgezahlt. Der Gewinn je Aktie lag bei 6,15 USD. Daraus ergibt sich eine Ausschüttungsquote von 59,8%. Das Kriterium an die Ausschüttungsquote zwischen 25% und 75% ist erfüllt und die Aktie erhält somit einen Punkt.

3.4. Dividendenanhebungen 10 Jahre

Für eine gute Dividendenaktie ist nicht nur die Höhe der Dividendenrendite, sondern vor allem auch die Kontinuität der Dividendenzahlungen relevant. Hierfür wird eine Historie über zehn Jahre betrachtet. Stabile und zuverlässige Dividendenzahler heben ihre Dividende Jahr für Jahr an.

Gerade in den USA finden sich einige Unternehmen, die ihre Dividende über 25 Jahre und mehr jedes Jahr angehoben haben. Diese Aktien werden als Dividendenaristokraten bezeichnet. In Europa bilden Unternehmen mit solch einer überzeugenden Dividendenhistorie allerdings die Ausnahme. Um die Auswahl nicht zu stark einzugrenzen, betrachtet der Dividenden-Check daher die letzten zehn Jahre.

Eine Aktie erhält einen Punkt, wenn sie in den letzten zehn Jahren mindestens neun Mal die Dividende angehoben hat.

Und der Fokus liegt hier wirklich auf einer Dividendenanhebung. Hat ein Unternehmen seine Dividende in sechs Jahren angehoben und in vier weiteren im Vergleich zum Vorjahr nur konstant gehalten, reicht das an dieser Stelle nicht aus. Gute Dividendenaktien heben ihre gezahlte Dividende in der Regel Jahr für Jahr ein wenig an.

Procter & Gamble hat seine Dividende in den letzten zehn Jahren in jedem Jahr angehoben. Entsprechend gibt es hierfür einen weiteren Punkt für die Aktie

3.5. Dividendenwachstum 5 Jahre

Mit der Anzahl an Dividendenanhebungen lässt sich feststellen, ob ein Unternehmen seine Dividende kontinuierlich erhöht. Beträgt diese Erhöhung aber jedes Mal nur 1%, ist das Dividendenwachstum eher gering. Daher ist es durchaus sinnvoll zusätzlich noch das Dividendenwachstum auszuwerten. Zunächst betrachten wir hierfür das Dividendenwachstum über die letzten fünf Jahre.

Das Dividendenwachstum der letzten fünf Jahre lässt sich ermitteln, indem die zuletzt gezahlte Dividende je Aktie ins Verhältnis zur Dividendenzahlung von vor fünf Jahren gesetzt wird. Indem dieses Verhältnis noch mit 1/5 (wegen fünf Jahren) potenziert wird, erhältst du das durchschnittliche jährliche Dividendenwachstum.

Formel zur Berechnung des Dividendenwachstums über die letzten 5 Jahre

Eine Aktie erhält einen Punkt, wenn ihr durchschnittliches jährliches Dividendenwachstum über die letzten fünf Jahre mindestens 5% beträgt.

Die zuletzt gezahlte Dividende von Procter & Gamble beläuft sich auf 3,68 USD je Aktie. Vor fünf Jahren betrug die Dividende je Aktie 2,70 USD. Das Wachstum über fünf Jahre entspricht also 36%. Potenzieren wir diesen Wert mit 1/5 erhalten wir ein durchschnittliches jährliches Dividendenwachstum von 6,4%. Die Vorgabe von 5% erfüllt Procter & Gamble und erhält einen weiteren Punkt.

3.6. Dividendenwachstum 10 Jahre

Das Dividendenwachstum ist eine wichtige Kennzahl zur Beurteilung, ob eine Aktie eine gute Dividendenaktie ist. Daher wird im Dividenden-Check zusätzlich noch das Dividendenwachstum über die letzten zehn Jahre ausgewertet.

Eine Aktie erhält einen Punkt, wenn ihr durchschnittliches jährliches Dividendenwachstum über die letzten zehn Jahre mindestens 5% beträgt.

Wie bereits gesagt, liegt die aktuelle Dividende je Aktie von Procter & Gamble bei 3,68 USD. Vor zehn Jahren belief sich die Ausschüttung auf 2,14 USD. Die Dividende wurde innerhalb von zehn Jahren um 72% erhöht. Aufs Jahr runtergerechnet entspricht das einem Dividendenwachstum von 5,6%. Auch hier erfüllt Procter & Gamble die Vorgabe von 5% und erhält somit einen weiteren Punkt.

3.7. Umsatzwachstum 5 Jahre

Nach der Analyse der Dividenden-Kennzahlen, müssen noch ein paar weitere Kriterien erfüllt sein, damit eine Aktie eine wirklich gute Dividendenaktie ist. Eines dieser Kriterien ist das Umsatzwachstum. Eine hohe Dividendenrendite und ein solides Dividendenwachstum bringen wenig, wenn das Unternehmen nicht in der Lage war seine Umsätze in den letzten Jahren zu steigern.

Das Umsatzwachstum über die letzten fünf Jahre lässt sich ermitteln, indem der Umsatz des aktuellen Geschäftsjahres ins Verhältnis gesetzt wird zum Umsatz von vor fünf Jahren. Indem dieses Verhältnis mit 1/5 (fünf Jahre) potenziert wird, erhältst du das durchschnittliche jährliche Umsatzwachstum.

Formel zur Berechnung des Umsatzwachstums über die letzten 5 Jahre

Eine Aktie erhält dann einen Punkt, wenn ihr durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum in den letzten fünf Jahren mindestens 2% betrug.

Im aktuellen Geschäftsjahr hat Procter & Gamble einen Umsatz von 83.265 Millionen USD erzielt. Vor fünf Jahren lag der Umsatz bei 66.869 Millionen USD. Setzen wir die beiden Größen zueinander, kommen wir auf ein Umsatzwachstum von 24,5%. Aufs Jahr betrachtet entspricht das einem Umsatzwachstum von 4,5% pro Jahr. Die Vorgabe von 2% Umsatzwachstum pro Jahr wird erfüllt, entsprechend erhält Procter & Gamble auch an dieser Stelle einen Punkt.

3.8. Gewinnwachstum 5 Jahre

Wie die Umsätze, sollten auch die Gewinne ein moderates Wachstum verzeichnen. Die Berechnung des Gewinnwachstums ist identisch mit der Berechnung des Umsatzwachstums, nur dass statt dem Umsatz der Gewinn betrachtet wird.

Formel zur Berechnung des Gewinnwachstums über die letzten 5 Jahre

Eine Aktie erhält einen Punkt, wenn ihr durchschnittliches jährliches Gewinnwachstum in den letzten fünf Jahren mindestens 2% betrug.

Im aktuellen Geschäftsjahr hat Procter & Gamble einen Gewinn von 14.953 Millionen USD erwirtschaftet. Vor fünf Jahren lag der Gewinn noch bei 9.827 Millionen USD. Das Gewinnwachstum in diesen fünf Jahren entspricht 52,2% oder 8,8% pro Jahr. Die Vorgabe von 2% erfüllt Procter & Gamble locker und sichert sich somit einen weiteren Punkt.

3.9. Performance 5 Jahre

Die beiden letzten Kennzahlen werten die historische Kursentwicklung der Aktie aus. Eine hohe und zuverlässige Dividendenzahlung bringt dir wenig, wenn der Aktienkurs nicht schritthalten kann. Am Ende kommt es schließlich auf die Performance aus Kurssteigerungen und Dividenden an. Daher wird im Dividenden-Check die Performance der Aktie über die letzten fünf Jahre ausgewertet.

Die Performance ergibt sich auf Basis von Total-Return-Daten. Es fließen also Kurssteigerungen und Dividendenzahlungen in die Performance ein.

Es wäre allerdings wenig sinnvoll hier eine starre Grenze vorzugeben, da die Performance einer Aktie auch stark davon abhängt in welcher Lage sich der Gesamtmarkt in den letzten fünf Jahren befunden hat. Daher ist für die Punktevergabe die Performance im Vergleich zum Index relevant.

Eine Aktie erhält dann einen Punkt, wenn ihre Rendite (Total Return) über die letzten fünf Jahre größer ist als die des Index. Auch für den Index werden entsprechend Total-Return-Daten betrachtet.

Du fragst dich nun vielleicht welcher Index für diesen Vergleich überhaupt herangezogen wird. Das ist davon abhängig, in welchem Land die Aktie an der Börse notiert ist.

  • Für eine deutsche Aktie ist der DAX der Vergleichsindex
  • Für eine Aktie aus Europa wird der Stoxx600 betrachtet
  • Für eine Aktie aus den USA bildet der S&P 500 den Vergleichsindex
Chart Performance Procter & Gamble vs. S&P 500 über 5 Jahre
Procter & Gamble vs. S&P 500 über 5 Jahre

In den letzten fünf Jahren ist Procter & Gamble inklusive ausgeschütteter Dividenden um 76% gestiegen. Der S&P 500 konnte allerdings um 102% steigen. Da die Aktie nicht an den Index herankommt, kann an dieser Stelle kein Punkt vergeben werden.

3.10. Maximaler Drawdown

Die letzte Kennzahl im Dividenden-Check bewertet die Kursrisiken einer Aktie. Eine solide Dividendenaktie sollte keine exorbitant großen Kursrückgänge verzeichnen. Für die Ermittlung der Kursrückgänge einer Aktie, lässt sich der maximale Drawdown auswerten. Für den Dividenden-Check wird der maximale Drawdown über einen Zeitraum von fünf Jahren ermittelt.

Den maximalen Drawdown erhältst du, indem du für jeden Tag in diesem 5-Jahreszeitraum analysiert, wie stark die Aktie von ihrem zuvor erreichten Hochpunkt gefallen ist. Der größte Rückgang ausgehend vom zuvor erreichten Hoch entspricht dem maximalen Drawdown.

Wie bereits bei der letzten Kennzahl ist auch hier ein Vergleich mit dem Index wichtig. Haben die Aktienmärkte zuletzt einen Bullenmarkt durchlaufen, fallen die Drawdowns bei einzelnen Aktien auch deutlich niedriger aus, als wenn die Aktienmärkte in den letzten fünf Jahren unter einer großen Krise gelitten haben.

Eine Aktie erhält dann einen Punkt, wenn ihr maximaler Drawdown maximal 5%-Punkte größer ist als der des Index. Hier wird bewusst mit einer Toleranz von 5%-Punkten gearbeitet, damit dieses Kriterium nicht zu restriktiv ist.

Die beiden folgenden Charts zeigen dir einen Drawdown-Chart. Dieser zeigt dir zu jedem Zeitpunkt, wie stark die Aktie von ihrem zuvor erreichten Hoch entfernt ist. Procter & Gamble hat in den letzten fünf Jahren einen maximalen Drawdown von -24,6% verzeichnet. Der S&P 500 hat einen maximalen Drawdown von -33,9% verbucht. Der größte Kursrückgang von Procter & Gamble war also deutlich geringer als der des Index. Damit erhält Procter & Gamble einen weiteren Punkt im Dividenden-Check.

Drawdown-Chart Procter & Gamble über 5 Jahre
Drawdown-Chart Procter & Gamble über 5 Jahre
Drawdown-Chart S&P 500 über 5 Jahre
Drawdown-Chart S&P 500 über 5 Jahre

4. Das Ergebnis vom Dividenden-Check

Du weißt nun für jede der zehn vorgestellten Kennzahlen, wie ermittelt wird, ob eine Aktie einen Punkt erhält oder nicht. Im letzten Schritt müssen die Ergebnisse nun noch zusammengefasst werden. Es wird also ermittelt, wie viele Kriterien eine Aktie bestanden hat. Daraus ergibt sich, wie viele Punkte eine Aktie im Dividenden-Check erhält.

Der Dividenden-Check wertet zehn Kennzahlen aus. In dem vorgestellten Beispiel mit Procter & Gamble konnte die Aktie neun von zehn Kriterien erfüllen. Entsprechend erzielt Procter & Gamble aktuell neun Punkte im Dividenden-Check.

4.1. Wann ist eine Aktie kaufenswert?

Im Dividenden-Check kann eine Aktie höchstens zehn Punkte erreichen. Das bedeutet aber nicht, dass sie auch unbedingt die Maximalpunktzahl erreichen muss, um im Rahmen des Dividenden-Checks kaufenswert zu sein. Auch acht Punkte reichen bereits aus, damit sich die Aktie als gute Dividendenaktie bezeichnen darf.

Dass es durchaus lohnenswert sein kann, Aktien mit einer hohen Punktzahl im Dividenden-Check zu kaufen, zeigen auch die Backtests zum Dividenden-Check. Hierzu erscheint, wie eingangs erwähnt, in Kürze ein neuer Artikel.

4.2. Warnsignale beim Dividenden-Check

Der Dividenden-Check ist aber nicht nur in der Lage dir zu zeigen, ob eine Aktie aussichtsreich ist. Eine niedrige Punktzahl im Dividenden-Check kannst du auch als Warnzeichnen betrachten. Erreicht eine Aktie im Dividenden-Check drei Punkte oder weniger, ist Vorsicht geboten. Diese Aktien tendieren dazu künftig eine niedrigere Rendite zu erzielen.

Natürlich kannst du auch mal Glück haben und mit einer Aktie mit einer niedrigen Punktzahl im Dividenden-Check eine hohe Rendite erzielen. Dabei handelt es sich dann aber wirklich um Glück. Die Wahrscheinlichkeit mit einer Aktie, die im Dividenden-Check schlecht abschneidet, eine hohe Rendite zu erzielen, ist gering.

4.3. Dividenden-Check in der Praxis einsetzen

Nachdem du nun weißt, wie du den Dividenden-Check interpretieren kannst, geht es nun noch darum, wie du die Erkenntnisse in der Praxis umsetzen kannst. Aktien mit einer hohen Punktzahl im Dividenden-Check sind äußerst attraktive Dividendenaktien. Neben stetig wachsenden Dividendenzahlungen kannst du hier auch von einer überproportional starken Kursentwicklung ausgehen.

Dennoch solltest du eine Aktie nur aufgrund ihrer hohen Punktzahl im Dividenden-Check aber nicht blind kaufen. Betrachte den Dividenden-Check als eine erste Analyse der Aktie.

Findest du eine Aktie mit einer hohen Punktzahl im Dividenden-Check, kannst du dich anschließend ausführlicher mit dem Unternehmen auseinandersetzen. Dabei geht es vor allem auch darum zu klären, ob die Aktie gut in dein Depot und zu deiner Strategie passt. Außerdem solltest du mindestens einmal das Geschäftsmodell des Unternehmens verstanden haben und wissen, wie das Unternehmen überhaupt Geld verdient.

Solltest du dich dazu entschließen eine starke Aktie aus dem Dividenden-Check zu kaufen, ist natürlich die Frage, wie du die Position anschließend verwaltest. Solange die Punktzahl für die Aktie im Dividenden-Check hoch genug ist und du von der Aktie beziehungsweise dem Unternehmen überzeugt bist, kannst du die Aktie halten.

Du musst aber wissen, dass eine heute aufgestellte Bewertung nicht für ewig Gültigkeit besitzt. Deshalb musst du die Position wie jede andere Aktie auch im Auge behalten. Nicht jeder Kauf, der sich am Dividenden-Check orientiert, ist auch ein Erfolg. Und so kann es auch vorkommen, dass die Aktie mit der Zeit eine deutlich niedrigere Punktzahl im Dividenden-Check erzielt. Sollte das der Fall sein, musst du prüfen, worauf das zurückzuführen ist, und für dich die Frage klären, ob die Aktie noch attraktiv ist, oder du lieber nach anderen starken Dividendenaktien Ausschau halten möchtest.

5. Für wen sind Dividendenaktien geeignet?

Aktien, die im Dividenden-Check eine hohe Punktzahl erreichen, gelten als aussichtsreiche Dividendenaktien. Neben einer stabilen Dividendenzahlung tendieren diese Aktien dazu künftig eine höhere Rendite zu erzielen. Eine Garantie darauf gibt es aber natürlich nicht. Daher solltest du auch nicht auf eine einzelne starke Dividendenaktie setzen, sondern innerhalb deiner Dividendenstrategie gut diversifizieren.

Wenn du überzeugter Dividenden-Investor bist und gerne in Dividendenaktien investierst, ist der Dividenden-Check das Bewertungsmodell, das du als erstes für die Aktienbewertung heranziehen solltest. Bist du hingegen lieber in starken Wachstumsunternehmen und Trendaktien investiert, ist der Dividenden-Check für dich wahrscheinlich weniger geeignet.

Außerdem solltest du bei deiner Aktienauswahl auch darauf achten, dass die zu kaufendende Aktie gut in dein Depot passt. Besteht dein Depot beispielsweise bereits zum Großteil aus Aktien aus dem Sektor der Konsumgüter, solltest du als nächste Aktie vielleicht mal nach einem anderen Sektor Ausschau halten, um eine Übergewichtung in diesem Sektor zu vermeiden. Du siehst also, es kommt nicht nur auf die Punkte im Dividenden-Check an, sondern immer auch auf deine persönliche Situation und wie dein Depot bereits aufgebaut ist.

6. Fazit: Der Dividenden-Check ist das wichtigste Bewertungsmodell für Dividenden-Anleger

Der Dividenden-Check hilft dir dabei anhand eines klaren Regelwerks zu bestimmen, ob eine Aktie eine gute Dividendenaktie ist. Für die Bewertung im Dividenden-Check werden insgesamt zehn Kennzahlen betrachtet. Sechs davon beschäftigen sich direkt mit Dividenden, der Rest betrachtet das Wachstum des Unternehmens und die bisherige Kursentwicklung der Aktie.

Besteht eine Aktie das jeweilige Kriterium bei einer Kennzahl, erhält sie dafür einen Punkt. Besteht eine Aktie mindestens acht Kriterien, ist sie eine starke Dividendenaktie.

Mithilfe des Dividenden-Checks kannst du schnell beurteilen, ob eine Aktie für dich als Dividenden-Anleger infrage kommt. Blind kaufen solltest du auch bei einer hohen Punktzahl im Dividenden-Check allerdings nicht. Betrachte den Dividenden-Check eher als idealen Ausgangspunkt deiner Aktienbewertung. Im Anschluss kannst du bei Bedarf weitere Analysen anstellen.