Worum es in diesem Beitrag geht
Der Trend-Check ist ein Bewertungsmodell, mit dem du herausfindest, ob eine Aktie eine attraktive Trendaktie ist. Hierfür werden verschiedene Kennzahlen zur Beurteilung der Trendstärke und der Kursrisiken einer Aktie ausgewertet. Zunächst erkläre ich dir, wie die Aktien beim Trend-Check bewertet werden. Außerdem erfährst du, wieso es sich lohnen kann in starke Trendaktien zu investieren.
Anschließend stelle ich dir die einzelnen Kennzahlen, die im Trend-Check betrachtet werden, ausführlich vor. Natürlich wird die Berechnung anhand konkreter Beispiele einfach erklärt. Abschließend erfährst du wie du den Trend-Check in der Praxis einsetzen kannst und was die Punktzahl überhaupt aussagt.
Zielsetzung des Trend-Checks
Der Trend-Check hilft dir dabei Aktien ausfindig zu machen, die über die letzten Monate und Jahre überdurchschnittlich starke und gleichzeitig stabile Aufwärtstrends verzeichnet haben. Aktien, die nach dem Trend-Check auf eine hohe Punktzahl kommen, gelten als starke und attraktive Trendaktien. Mit diesen Trendaktien bist du in der Lage auf den fahrenden Zug aufzuspringen und von einer Fortsetzung des Aufwärtstrends zu profitieren.
Der Trend-Check ist ein Modell, um eine einfache Aktienbewertung nach konkreten Regeln vorzunehmen. Ziel hierbei ist es Aktien mit starken und stabilen Aufwärtstrends zu finden. Tendenziell erzielen Aktien, die im Trend-Check auf eine hohe Punktzahl kommen, künftig eine höhere Rendite.
Die Aussagekraft eines Aktien-Bewertungsmodells lässt sich mithilfe von Backtests analysieren. Wenn du wissen möchtest, wie Aktien mit einer hohen Punktzahl im Trend-Check in der Vergangenheit abgeschnitten haben, schau gerne mal in den zugehörigen Artikel: Backtest für den Trend-Check
Du möchtest auf dem Laufenden bleiben?
Dann trage dich gerne für meinen kostenlosen Newsletter ein:
Wie werden Aktien im Trend-Check bewertet?
Beim Trend-Check werden 6 Kennzahlen betrachtet, die ausschließlich auf der historischen Kursveränderung der Aktie basieren. Auf Basis dieser 6 Kennzahlen können maximal 8 Punkte vergeben werden. Alle Kennzahlen werden in Relation zu einem Vergleichsindex betrachtet. 6 Punkte kann eine Aktie durch ihre Rendite erzielen, bei den beiden weiteren Kennzahlen beziehungsweise Punkten werden 2 Risikokennzahlen betrachtet.
Für jede Kennzahl gibt es einen Richtwert, den die Aktie erfüllen muss, damit sie einen Punkt erhält. Je mehr Kriterien eine Aktie besteht, desto mehr Punkte erzielt sie im Trend-Check. Besteht eine Aktie alle Kriterien erhält sie folglich die Maximalpunktzahl von 8 Punkten.
Gerade bei der Bewertung von Aufwärtstrends kommt es auf den Vergleich zum Index an. Lag in den letzten Jahren ein starker Bullenmarkt vor, ist es für eine Aktie nicht schwierig innerhalb von 3 Jahren um +50% zu steigen. Befanden sich die Börsen jedoch in einem Bärenmarkt, wäre ein Kurszuwachs von +20% innerhalb von 3 Jahren bereits ein gutes Resultat. Folglich wird bei allen Kennzahlen im Trend-Check ein Vergleich mit dem Index vorgenommen. Durch den Vergleich mit dem Index lässt sich die Trendstärke einer Aktie in Relation zum Gesamtmarkt besser beurteilen.
Welche Kennzahlen kommen im Trend-Check zum Einsatz?
Wie bereits gesagt werden beim Trend-Check 6 Kennzahlen betrachtet, die die historische Kursentwicklung einer Aktie mit Blick auf ihre Rendite und ihr Risiko bewerten. Mit diesen 6 Kennzahlen können 8 Punkte vergeben werden. In diesem Abschnitt stelle ich dir die Kennzahlen im Detail vor und erläutere dir, welche Kriterien jeweils für die Punktevergabe erfüllt sein müssen.
Damit die Berechnungen einfach zu verstehen sind, gehen wir die Berechnung aller Kennzahlen am Beispiel von Morgan Stanley durch. Die Daten beziehen sich dabei auf den 05.06.2026.
Performance über 1 Jahr
Die erste Kennzahl im Trend-Check ist die Performance einer Aktie über das letzte Jahr. Zur Performance gehören neben der Kursentwicklung auch ausgeschüttete Dividenden. Betrachtet wird also der Total Return über die das letzte Jahr, also die letzten 12 Monate.
Bei einer Kennzahl, die die Rendite über einen bestimmten Zeitraum auswertet, ist es allerdings wenig sinnvoll, eine starre Grenze vorzugeben, ab wann eine Aktie einen Punkt erhält und wann nicht. Schließlich ist die Performance einer Aktie stark von der aktuellen Lage des Gesamtmarktes abhängig. Daher entscheidet auch die Performance des zugrundeliegenden Leitindex, ob die analysierte Aktie einen Punkt erhält oder nicht.
Eine Aktie erhält dann einen Punkt, wenn ihre Performance (also ihr Total Return) über das letzte Jahr besser war als der des Index. Beim zugrundeliegenden Index werden ebenfalls Total Return Daten betrachtet. Stellt sich natürlich noch die Frage, welcher Index für den Vergleich überhaupt herangezogen wird. Das ist davon abhängig in welchem Land die Aktie an der Börse notiert ist.
- Für eine Aktie aus Deutschland ist der DAX der Vergleichsindex.
- Für eine europäische Aktie wird der Stoxx600 herangezogen.
- Für eine amerikanische Aktie wird der S&P 500 betrachtet.
- Und für alle anderen Aktien wird der MSCI World herangezogen.
Wie eben bereits erwähnt wird bei jedem Index der Performanceindex beziehungsweise Total-Return-Index betrachtet. Während der DAX von Haus aus ein Performanceindex ist, wird für den Stoxx600, den S&P 500 sowie den MSCI World der in der Öffentlichkeit weniger bekannte Total-Return-Index herangezogen.
Die Performance über das letzte Jahr ist eine der beiden Kennzahlen im Trend-Check, bei der eine Aktie 2 Punkte erzielen kann:
Ein Punkt wird vergeben, wenn die Rendite einer Aktie in dieser Zeit größer war als die des Index.
Ein weiterer Punkt wird vergeben, wenn die Rendite mindestens +20%-Punkte höher ausgefallen ist als die des Index.
Beispiel für Morgan Stanley: Über das letzte Jahr hat die Aktie von Morgan Stanley einen Gewinn von +66% verzeichnet. Der S&P 500 Total Return Index konnte in dieser Zeit um ebenfalls starke +26% zulegen, Morgan Stanley verzeichnet hier aber eine deutliche Outperformance. Den ersten Punkt, dass die Aktie besser performt hat als der Index, holt sich Morgan Stanley also schon mal.
Damit die Aktie bei der Performance über ein Jahr einen zweiten Punkt erzielt, muss die Outperformance bei +20%-Punkten liegen. Bei einer Rendite vom S&P 500 von +26% muss Morgan Stanley also auf eine Rendite von +46% kommen. Auch diese Vorgabe erfüllt Morgan Stanley ohne Probleme. Damit erhält Morgan Stanley bei der Rendite über ein Jahr 2 Punkte.
Performance über 3 Jahre
Neben der Performance über das letzte Jahr analysiert der Trend-Check auch die Stärke einer Aktie über einen längeren Zeitraum. Dafür wird die Rendite über die letzten 3 Jahre analysiert. An sich ist die Vorgehensweise identisch wie bei der Rendite über ein Jahr. Auch hier werden für einen besseren Vergleich Total-Return-Daten betrachtet.
Wie bei der Rendite über ein Jahr werden auch bei der Rendite über 3 Jahre 2 Punkte vergeben:
Ein Punkt wird vergeben, wenn die Rendite einer Aktie in dieser Zeit größer war als die des Index +25%-Punkte.
Ein weiterer Punkt wird vergeben, wenn die Rendite mindestens +50%-Punkte höher ausgefallen ist als die des Index.
Beispiel für Morgan Stanley: Über die letzten 3 Jahre kommt Morgan Stanley auf eine Rendite von +178%. Der S&P 500 Total Return Index verzeichnet einen Gewinn von +80%. Für den ersten Punkt muss Morgan Stanley eine Outperformance von 25%-Punkten vorweisen können, also muss die Rendite bei +105% liegen – das erfüllt Morgan Stanley ohne Probleme.
Um auch den zweiten Punkt für die Kennzahl Rendite über 3 Jahre zu erzielen, muss eine Outperformance von +50%-Punkten vorhanden sein. Bei einer Rendite des S&P 500 von +80% muss die Rendite von Morgan Stanley bei +130% liegen. Auch diese Vorgabe erfüllt die Aktie ohne Probleme. Damit erhält Morgan Stanley einen weiteren Punkt.
Abstand zum 52-Wochen-Hoch
Die Kennzahl „Abstand zum 52-Wochen-Hoch“ ist schnell erklärt, schließlich sagt bereits der Name aus, wie sich diese Kennzahl berechnet. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch ergibt sich, indem der aktuelle Aktienkurs einer Aktie ins Verhältnis zu ihrem in den letzten 52 Wochen erreichten Hoch gesetzt wird.
Eine Aktie erhält einen Punkt, wenn der Abstand zu ihrem 52-Wochen-Hoch nicht größer ist als der Abstand vom Index zu seinem 52-Wochen-Hoch zuzüglich +15%-Punkten Toleranz.
Die Toleranz von +15%-Punkten ist eingebaut, da ein kleiner Rücksetzer einer Aktie sonst bereits zur Folge, dass eine sonst starke Aktie hier schnell wieder einen Punkt hergeben müsste.
Beispiel für Morgan Stanley: Auch bei dieser Kennzahl ist ein Vergleich zwischen der Aktie und dem Index erforderlich. Im ersten Chart siehst du den Kursverlauf von Morgan Stanley sowie das 52-Wochen-Hoch. Das 52-Wochen-Hoch zeigt im Zeitverlauf an, war der höchste Kurs war, den die Aktie in den 52 Wochen zuvor erzielt hat. Aktuell notiert Morgan Stanley bei 211,93 USD und das 52-Wochen-Hoch liegt bei 219,16 USD. Daraus ergibt sich ein Abstand von -3,3%. Die Aktie von Morgan Stanley notiert also -3,3% unter ihrem 52-Wochen-Hoch.
Zusätzlich muss der Abstand vom S&P 500 zu seinem 52-Wochen-Hoch betrachtet werden. Der S&P 500 notiert bei 7.384 Punkten und sein 52-Wochen-Hoch liegt bei 7.621 Punkten. Der S&P 500 notiert aktuell also -3,1% unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Damit eine Aktie bei dieser Kennzahl einen Punkt erhält, darf sie maximal +15%-Punkte weiter von ihrem 52-Wochen-Hoch entfernt liegen, als der Vergleichsindex von seinem 52-Wochen-Hoch entfernt ist. Der S&P 500 ist -3,1% von seinem 52-Wochen-Hoch entfernt. Entsprechend darf eine Aktie -18,1% von ihrem 52-Wochen-Hoch entfernt notieren, um einen Punkt zu erhalten. Morgan Stanley notiert liegt mit einem Abstand von -3,3% zum 52-Wochen-Hoch klar innerhalb dieser Vorgabe und erhält somit einen Punkt.
Abstand zum 52-Wochen-Tief
Nach dem Abstand zum 52-Wochen-Hoch ist der Abstand zum 52-Wochen-Tief nun die nächste Kennzahl. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief wird berechnet, indem der aktuelle Aktienkurs einer Aktie ins Verhältnis gesetzt wird zu ihrem Tief der letzten 52 Wochen.
Eine Aktie erhält einen Punkt, wenn sie einen größeren Abstand zu ihrem 52-Wochen-Tief vorweisen kann, als das beim Index der Fall ist.
Zunächst mag das ähnlich klingen mit der Rendite über das letzte Jahr. Allerdings haben damit vor allem Aktien, die in diesem Zeitraum einen stärkeren Rücksetzer verzeichnet haben und anschließend einen Turnaround vollziehen konnten, die Möglichkeit einen Punkt zu erhalten.
Beispiel für Morgan Stanley: Auch bei dieser Kennzahl ist ein Vergleich zwischen der Aktie und dem Index erforderlich. Im ersten Chart siehst du den Kursverlauf von Morgan Stanley sowie das 52-Wochen-Tief. Das 52-Wochen-Tief zeigt im Zeitverlauf an, was der tiefste Kurs war, den die Aktie in den 52 Wochen zuvor erzielt hat. Aktuell notiert Morgan Stanley bei 211,93 USD und das 52-Wochen-Tief liegt bei 125,77 USD. Daraus ergibt sich ein Abstand von +68,5%. Die Aktie von Morgan Stanley notiert also +68,5% über ihrem 52-Wochen-Tief.
Zusätzlich muss der Abstand vom S&P 500 zu seinem 52-Wochen-Tief betrachtet werden. Der S&P 500 notiert bei 7.384 Punkten und sein 52-Wochen-Tief liegt bei 5.943 Punkten. Der S&P 500 notiert aktuell also +24,2% über seinem 52-Wochen-Tief.
Damit eine Aktie bei dieser Kennzahl einen Punkt erhält, muss sie weiter über ihrem 52-Wochen-Tief notieren als der Index. Morgan Stanley weist einen Abstand von +68,5% zum 52-Wochen-Tief auf, während der S&P 500 „nur“ +24,2% darüber liegt. Den Punkt holt Morgan Stanley sich also ohne Probleme.
Volatilität
4 Kennzahlen, mit denen in Summe 6 Punkte vergeben werden, hast du nun bereits kennengelernt. Die bisherigen Kennzahlen analysieren ausschließlich die Rendite einer Aktie in Relation zum Index. Mit den beiden nun folgenden Kennzahlen sollen die Risiken einer Aktie bewertet werden.
Die erste Risikokennzahl im Trend-Check ist die Volatilität. Die Volatilität ist vermutlich die am häufigsten betrachtete Kennzahl, zur Bewertung der Risiken beziehungsweise der Kursschwankungen einer Aktie. Je größer die Volatilität ist, desto stärker sind die Schwankungen einer Aktie. Eine niedrige Volatilität wird von Investoren in der Regel bevorzugt.
Die Volatilität wird im Trend-Check auf Basis der täglichen Kursveränderungen über einen Zeitraum von 3 Jahren berechnet. Haben die Aktienmärkte zuletzt eine turbulente Phase durchgemacht, ist die Volatilität einzelner Aktien natürlich höher. Folglich ist auch hier ein Vergleich mit der Volatilität des Index erforderlich.
Das Regelwerk zur Punktevergabe sieht vor, dass eine Aktie einen Punkt erhält, wenn ihre Volatilität maximal +15%-Punkte größer ist als die des Index.
Du wunderst dich jetzt vielleicht über diesen großen Toleranzbereich. Grund dafür ist, dass eine Aktie für gewöhnlich deutlich größere Schwankungen aufweist als ein breit diversifizierter Index. Würde das Regelwerk verlangen, dass die Volatilität einer Aktie geringer ist als die des Index, würde nur noch ein Bruchteil der Aktien diese Prüfung bestehen.
Die Volatilität kannst du mit Excel mithilfe der Funktion STABWN berechnen, wenn dir die Renditezeitreihe einer Aktie oder eines Index vorliegt. Die Berechnung hier händisch darzustellen ist leider nicht möglich, daher betrachten wir direkt die Ergebnisse.
Beispiel für Morgan Stanley: Die Volatilität von Morgan Stanley über die letzten 3 Jahre liegt bei 28,2 %, die des S&P 500 bei nur 14,8%. Dass eine Einzelaktie größere Kursschwankungen aufweist als ein breit diversifizierter Index, ist ganz normal. Deshalb wird hier auch mit einem Toleranzbereich von +15%-Punkten gearbeitet. Demnach darf die Volatilität von Morgan Stanley maximal 29,8% betragen. Den Punkt hier holt Morgan Stanley sich aktuell also knapp.
Maximaler Drawdown
Die letzte Kennzahl im Trend-Check ist der Maximale Drawdown. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine sehr häufig betrachtete Kennzahl zur Bewertung der Kursrisiken einer Aktie. Der Maximale Drawdown gibt Auskunft darüber, wie stark eine Aktie ausgehend von ihrem zuvor erreichten Hoch maximal gefallen ist.
Der Maximale Drawdown wird im Trend-Check über einen Zeitraum von 5 Jahren ermittelt. Auch hier ist der Vergleich mit dem Index äußerst wichtig. Haben die Aktienmärkte in den letzten 5 Jahren eine große Krise durchlaufen, sind die Maximalen Drawdowns der einzelnen Aktien natürlich deutlich größer, als wenn die letzten 5 Jahre ein stabiler Aufwärtstrend vorlag.
Eine Aktie erhält einen Punkt, wenn ihr Maximaler Drawdown in den letzten 5 Jahren maximal +20%-Punkte größer ist als der des Index.
Beispiel für Morgan Stanley: Im folgenden Chart siehst du den Drawdown-Chart für Morgan Stanley und den S&P 500. Dieser zeigt für jeden Tag in den letzten 5 Jahren wie hoch der Kursrückgang im Vergleich zum zuvor erzielten Hoch ist. Der größte Kursrückgang (also der maximale Drawdown), den Morgan Stanley in dieser Zeit verzeichnet hat, beläuft sich auf -35%. Der S&P 500 kommt in dieser Zeit auf einem maximalen Drawdown von -25%.
Für die Punktevergabe ist erlaubt, dass eine Aktie einen um +20%-Punkte höheren Drawdown aufweisen darf als der Index. Ausgehend von einem Drawdown von -25% beim S&P 500 dürfte der maximale Drawdown bei Morgan Stanley also -45% betragen. Diese Vorgabe erfüllt Morgan Stanley ohne Probleme.
Das Ergebnis vom Trend-Check
Für jede der vorgestellten Kennzahlen weißt du nun, wie bestimmt wird, ob eine Aktie für die jeweilige Kennzahl einen Punkt erhält oder nicht. Der letzte Schritt ist nun nur noch die einzelnen Kennzahlen gemeinsam zu betrachten und eine Summe aus den Punkten zu bilden. Besteht eine Aktie alle Kriterien, erhält sie im Trend-Check die Maximalpunktzahl von 8 Punkten.
Die einzelnen Ergebnisse des Trend-Checks kannst du der Detailansicht für den Trend-Check entnehmen. Hier sind die Kennzahlen nochmal zusammengefasst. Morgan Stanley erhält in dem Beispiel die Höchstpunktzahl von 8 Punkten, wobei ein Punkt knapp erzielt werden.
Wann ist eine Aktie kaufenswert?
Eine Aktie kann höchstens 8 Punkte im Trend-Check erreichen. Das bedeutet aber nicht, dass sie auch unbedingt 8 Punkte erreichen muss, um nach dem Trend-Check kaufenswert zu sein. Bereits 7 Punkte sind ein sehr gutes Ergebnis und reichen für einen Kauf nach dem Trend-Check aus.
Dass es durchaus lohnenswert sein kann, Aktien mit einer hohen Punktzahl im Trend-Check zu kaufen, zeigen auch die Backtests zum Trend-Check. Für detaillierte Backtestergebnisse zum Trend-Check schaue gerne in den zugehörigen Artikel: Backtests für den Trend-Check
Warnsignale beim Trend-Check
Der Trend-Check ist aber nicht nur in der Lage dir zu zeigen, wenn eine Aktie eine aussichtsreiche und starke Trendaktie ist. Er kann auch genau das Gegenteil und dich vor schwachen Aktien warnen, die du besser nicht kaufen solltest.
Erreicht eine Aktie im Trend-Check 2 Punkte oder weniger, gilt sie als unattraktiv. Diese Aktien erzielen künftig für gewöhnlich niedrigere Renditen. Natürlich kannst du auch mit einer Aktie mit einer niedrigen Punktzahl im Trend-Check mal einen guten Kauf machen, die Wahrscheinlichkeit dafür ist aber eher gering. Vor allem 0 Punkte sind als Warnzeichen zu betrachten.
Aktienauswahl für das Trend-Depot
Der Trend-Check bildet die Grundlage für die Aktienauswahl im Trend-Depot. Damit eine Aktie in das Trend-Depot gekauft wird, muss sie mindestens 7 Punkte im Trend-Check erzielen. Daran kannst du dich auch orientieren, wenn du dir ein eigenes Trend-Depot aufbauen willst. Zusätzlich wird in der Chartanalyse aber auch sichergestellt, dass der Kursanstieg möglichst gleichmäßig und stabil verläuft.
Im Umkehrschluss bedeutet das aber nicht, dass eine Aktie mit nur noch 6 Punkten im Trend-Check nicht mehr haltenswert ist. Wenn sich eine Aktie mit 7 oder 8 Punkten für einen Kauf qualifiziert hat, sind auch 6 Punkte weiterhin ein gutes Ergebnis, um die Aktie zu halten. Hier gilt es dann auch zu prüfen, ob einzelne Punkte vielleicht nur knapp verpasst werden.
Weist eine Aktie aber über längere Zeit eine Bewertung von nur noch 5 Punkten oder noch weniger auf, wird es langsam kritisch. Vor allem, wenn die verpassten Punkte nicht nur knapp verpasst werden, muss eine Aktie aus dem Trend-Depot verkauft werden. Spätestens bei einer Bewertung mit nur noch 3 Punkten wird hier zeitnah ein Verkauf erforderlich, wenn die Aktie keine Anzeichen einer Erholung macht.
Neben der Bewertung nach dem Trend-Check ist für die weitere Halteentscheidung einer Aktie im Trend-Depot aber immer auch die charttechnische Situation besonders wichtig. Für die Halteentscheidung im Trend-Depot muss immer auch geprüft werden, ob wichtige Unterstützungen noch intakt sind oder ob die Aktie in einen mittelfristigen Abwärtstrend übergeht. Vor allem in Kombination mit einer nachlassenden Bewertung im Trend-Check handelt es sich hierbei um ein klares Verkaufssignal.
Für wen sind Trend-Aktien geeignet?
Aktien mit einer hohen Punktzahl im Trend-Check gelten als attraktive und aussichtsreiche Trendaktien. Diese Aktien tendieren dazu auch künftig eine hohe Rendite zu erzielen. Eine Garantie darauf gibt es aber natürlich nicht und in Einzelfällen entwickelt sich eine Position nicht wie gewünscht. Damit musst du auf jeden Fall umgehen können.
Wenn du gerne in Aktien investierst, die bereits stabile Aufwärtstrends aufweisen, bist du ein sogenannter Trend-Investor. In diesem Fall ist der Trend-Check ein Bewertungsmodell, mit dem du dich ausführlicher auseinandersetzen solltest.
In Trendaktien zu investieren ist also nur dann sinnvoll, wenn es zu deinem persönlichen Investmentstil passt. Bist du hingegen beispielsweise ein Dividendeninvestor, ist eine starke Trendaktie, die vielleicht nicht einmal eine Dividende zahlt, für dich sicherlich nicht die richtige Wahl.
Als Trendinvestor solltest du außerdem nicht nur eine einzelne Trendaktie kaufen. Wie gesagt gibt es auch immer mal wieder Fälle, wo eine Aktie trotz guter Ergebnisse im Trend-Check künftig doch nicht so überzeugen kann. Besser ist es daher, wenn du dir nach und nach ein Depot aus mehreren Trendaktien aufbaust.
Fazit: Trend-Check – das Bewertungsmodell für Trendinvestoren
Mit dem Trend-Check bist du in der Lage starke Trendaktien ausfindig zu machen. Um eine Aktie nach dem Trend-Check zu bewerten, werden 6 Kennzahlen ausgerechnet, die die historische Trendstärke und Kursrisiken einer Aktie bewerten. Hierbei findet stets ein Vergleich mit dem Index statt, um zu bestimmen, ob die Aktie für das jeweilige Kriterium einen Punkt erhält oder nicht. Mit diesen 6 Kennzahlen können maximal 8 Punkte im Trend-Check vergeben werden.
Besteht eine Aktie bei allen Kennzahlen das jeweilige Kriterium, erhält sie die Maximalpunktzahl von 8 Punkten im Trend-Check und gilt somit als starke und attraktive Trendaktie. Aber auch 7 Punkte im Trend-Check signalisieren dir eine aussichtsreiche Trendaktie.
Mithilfe des Trend-Checks kannst du also schnell beurteilen, ob eine Aktie für dich als Investment im Rahmen einer Trendstrategie infrage kommt. Natürlich solltest du eine Aktie aber niemals blind kaufen, sondern dich weiter mit dem Unternehmen auseinandersetzen. Der Trend-Check ist aber der ideale Ausgangspunkt, um aus einer Vielzahl von Aktien bestimmen zu können, ob sich ein Kauf überhaupt lohnt oder nicht.