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Mit dem Dauerläufer-Check die großen Champions finden

Dauerläufer-Check im Detail erklärt, abstrakte Personen im Hintergrund und ein Balkendiagramm mit Aufwärtstrend

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Worum es in diesem Beitrag geht

Der Aktienkönig-Dauerläufer-Check ist eine Bewertungsmodell, das dir dabei hilft Aktien ausfindig zu machen, die seit Jahren und Jahrzehnten überzeugen können. Diese Aktien haben einfach einen Lauf und werden auch künftig zu den großen Gewinnern an der Börse zählen. In diesem Artikel erkläre ich dir zunächst, wie Aktien im Dauerläufer-Check bewertet werden. Anschließend erfährst du, wieso es sich lohnt in Dauerläufer-Aktien zu investieren.

Wird eine Aktie im Dauerläufer-Check analysiert, werden zahlreiche Kennzahlen ausgewertet. Die einzelnen Kennzahlen sowie deren Berechnung stelle ich dir anhand konkreter Beispiele vor. Abschließend erfährst du noch, wie du den Dauerläufer-Check in der Praxis einsetzen kannst und was eine hohe Punktzahl im Dauerläufer-Check aussagt.

1. Zielsetzung des Dauerläufer-Checks

Mit dem Dauerläufer-Check bist du in der Lage die großen Champions am Aktienmarkt ausfindig zu machen. Dauerläufer-Aktien konnten bereits die letzten Jahre und Jahrzehnte überzeugen und haben historisch betrachtet hohe Renditen erzielt. Es gibt kaum Zweifel daran, dass derart erfolgreiche Aktien ihre starke Entwicklung auch künftig fortsetzen werden.

Der Dauerläufer-Check ist ein Modell, um Aktien nach konkreten Regeln zu bewerten. Ziel ist es Aktien zu finden, die seit Jahren einen stabilen und schwankungsarmen Aufwärtstrend aufweisen und gleichzeitig ein überzeugendes Wachstum vorweisen können. Aktien, die nach diesen Kriterien eine gute Bewertung im Dauerläufer-Check erreichen, können künftig meist auch eine höhere Rendite erzielen.

Die Aussagekraft eines Aktien-Bewertungsmodells lässt sich mithilfe von Backtests analysieren. In Kürze erwartet dich hier auch ein Artikel, wo ich dir die Performance von Dauerläufer-Aktien in der Vergangenheit ausführlich vorstelle.

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2. Wie werden Aktien im Dauerläufer-Check analysiert?

Im Dauerläufer-Check werden Aktien mithilfe von zehn Kennzahlen bewertet. Hierbei kommen sowohl technische Kennzahlen zum Einsatz, die die Kursentwicklung der Aktie auswerten, als auch fundamentale Kennzahlen, die primär das Wachstum analysieren. Für jede Kennzahl gibt es einen Richtwert, den die Aktie erfüllen muss, damit sie einen Punkt erhält. Je mehr Kriterien eine Aktie besteht, desto mehr Punkte erzielt sie im Dauerläufer-Check. Besteht eine Aktie alle Kriterien erhält sie folglich die Maximalpunktzahl von zehn Punkten.

Bei den technischen Kennzahlen erfolgt immer auch ein Vergleich zum Index. Lag in den letzten Jahren ein starker Bullenmarkt vor, ist es für eine Aktie nicht schwierig innerhalb von fünf Jahren eine Verdopplung zu erzielen. Befanden sich die Börsen jedoch in einem Bärenmarkt, wäre ein Kurszuwachs von 30% innerhalb von fünf Jahren bereits ein gutes Resultat. Nur so lässt sich die Performance einer Aktie in Relation zum Gesamtmarkt zuverlässig bewerten.

3. Welche Kennzahlen kommen im Dauerläufer-Check zum Einsatz?

Der Dauerläufer-Check besteht aus insgesamt zehn Kennzahlen. Drei davon bewerten die Performance einer Aktie hinsichtlich ihrer historischen Rendite. Drei weitere Kennzahlen geben Auskunft über die Risiken einer Aktie. Auch hierfür reicht ein Blick auf die Kurshistorie aus. Die restlichen vier Kennzahlen sind fundamentaler Natur und werten das Wachstum des Unternehmens aus.

Damit die Berechnungen einfach nachvollziehbar sind, erläutere ich die Berechnung jeweils anhand eines Beispiels mit der Aktie von O’Reilly Automotive. Die Daten beziehen sich auf den Stand Mitte Dezember 2023.

3.1. Total Return 10 Jahre

Als erste Kennzahl im Dauerläufer-Check wird die Rendite einer Aktie über die letzten zehn Jahre ausgewertet. Gerade bei längerfristigen Betrachtungen reicht ein Blick auf die Kursentwicklung allerdings nicht aus. Mit länger werdendem Zeitraum nehmen Dividenden eine immer wichtigere Rolle ein. Daher wird bei der Analyse der Performance der Total Return einer Aktie betrachtet. Der Total Return entspricht der Kursentwicklung einer Aktie zuzüglich der ausgeschütteten Dividenden.

Nun einfach zu sagen, dass eine Aktie eine bestimmte Mindestrendite erreichen muss, wäre zu kurz gedacht. Abhängig davon, in welcher Lage sich die Börsen in den letzten Jahren befanden, können die Renditen sehr unterschiedlich hoch ausfallen.

In einem Bullenmarkt kann eine Aktie über zehn Jahre schnell mal eine Rendite von über 200% erreichen. Lag in diesem Zeitraum jedoch eine größere Krise oder ein Bärenmarkt, wäre bereits eine Rendite von 50% ein gutes Ergebnis. Daher bietet sich ein Vergleich mit dem Index an. Auch beim Vergleichsindex werden Total-Return-Daten herangezogen.

Eine Aktie erhält einen Punkt, wenn ihr Total Return über die letzten zehn Jahre größer war als der des Index.

Du fragst dich nun vielleicht, welcher Index überhaupt herangezogen wird. Das hängt davon ab, in welchem Land die analysierte Aktie an der Börse notiert ist.

  • Für Aktien aus Deutschland ist der DAX der Vergleichsindex
  • Für europäische Aktien wird der Stoxx600 betrachtet
  • Und für amerikanische Aktien dient der S&P 500 als Vergleichsindex

Im folgenden Chart siehst du einen Vergleich zwischen O’Reilly Automotive und dem S&P 500 über die letzten zehn Jahre.

Chart Performance O'Reilly Automotive vs. S&P 500 über 10 Jahre
O'Reilly Automotive vs. S&P 500 über 10 Jahre

Die Aktie von O’Reilly Automotive konnte eine Performance von +247% in den letzten zehn Jahren verzeichnen. Das entspricht einer jährlichen Rendite von 13,2%. Der S&P 500 hat eine Rendite von 157% erzielt, was aufs Jahr betrachtet 9,9% entspricht. Da die Performance von O’Reilly Automotive deutlich besser ist als die des S&P 500, erhält die Aktie ihren ersten Punkt.

3.2. Total Return 20 Jahre

Bei Dauerläufer-Aktien ist die historische Performance der Aktie ein wichtiges Kriterium. Daher wird neben der Performance über die letzten zehn Jahre auch noch die Rendite über die letzten 20 Jahre ausgewertet. Ist eine Aktie noch keine 20 Jahre an der Börse notiert, sodass keine Performance ermittelt werden kann, kann auch kein Punkt vergeben werden. Damit eine Aktie im Dauerläufer-Check eine hohe Punktzahl erhält, ist es aber ohnehin erforderlich, dass sie auf eine sehr lange Historie zurückblicken kann.

Auch hier gilt die Regel, dass eine Aktie einen Punkt erhält, wenn ihr Total Return über die letzten 20 Jahre größer ist als der des Index.

Chart Performance O'Reilly Automotive vs. S&P 500 über 20 Jahre
O'Reilly Automotive vs. S&P 500 über 20 Jahre

Auch über die letzten 20 Jahre hat sich O’Reilly Automotive mit +4.854% deutlich besser entwickelt als der S&P 500 mit +548%. Auf jährliche Renditen runtergerechnet kommt O’Reilly Automotive auf 21,5% pro Jahr und der S&P 500 auf 9,8%. Damit erhält O’Reilly Automotive den zweiten Punkt im Dauerläufer-Check.

3.3. Relative Trendstärke

Die relative Trendstärke setzt die Stärke des Aufwärtstrends einer Aktie ins Verhältnis zum Risiko. Im Dauerläufer-Check wird hierfür die Performance über die letzten zehn Jahre betrachtet. Zur Messung der Trendstärke wird zunächst der Abstand des aktuellen Aktienkurses zum Durchschnitt über die letzten 520 Wochen betrachtet. Ein Jahr hat 52 Wochen, bei zehn Jahren ergibt sich somit also ein Zeitraum von 520 Wochen. Als Risikokennzahl wird die Volatilität über zehn Jahre berechnet.

Die relative Trendstärke ergibt sich also, indem der Abstand einer Aktie zu ihrem 520-Wochen-Durchschnitt durch die Volatilität über zehn Jahre dividiert wird.

Das Ergebnis ist eine Verhältniskennzahl, die in absoluter Größe nicht sinnvoll zu interpretieren ist. Vereinfacht lässt sich aber sagen, je größer die Kennzahl ist, desto besser. Je stärker der Aufwärtstrend ist und je niedriger die Volatilität ist, desto größere Werte nimmt die relative Trendstärke an.

Für die Punktvergabe kommt es auch wieder auf den Vergleich zum Index an. Die Vorgabe, dass die relative Trendstärke einer Aktie größer sein muss als die des Index wäre aber zu restriktiv. Stattdessen reicht es aus, wenn die relative Trendstärke einer Aktie dem 0,6-fachen des Index entspricht.

Berechnung relative Trendstärke für O'Reilly Automotive und den S&P 500
Berechnung relative Trendstärke für O'Reilly Automotive und den S&P 500

Das Verhältnis aus dem aktuellen Aktienkurs zum Durchschnitt der letzten zehn Jahre entspricht bei O’Reilly Automotive 245,3%. Das bedeutet so viel, wie dass die Aktie aktuell 245,3% über ihrem 10-Jahres-Durchschnitt notiert. Der S&P 500 kommt auf ein Verhältnis von 160,6%. Allerdings fällt die Volatilität mit 27,3% bei O’Reilly Automotive deutlich größer aus als beim S&P 500 mit 16,7%.

Die relative Trendstärke von 8,98 für O’Reilly Automotive ergibt sich, indem die 245,3% durch 27,3% dividiert werden. Die Vorgabe für die Punktevergabe lautet, dass die Aktie mindestens auf die 0,6-fache relative Trendstärke des Index kommt. Die Grenze liegt also bei 0,6 * 9,64 = 5,78. Hier liegt O’Reilly Automotive deutlich drüber, sodass sich die Aktie den nächsten Punkt sichert.

3.4. Volatilität

Die Volatilität ist vermutlich die am häufigsten betrachtete Kennzahl, zur Bewertung der Risiken bzw. der Kursschwankungen einer Aktie. Je größer die Volatilität ist, desto stärker sind die Schwankungen einer Aktie. Eine niedrige Volatilität wird von Investoren in der Regel bevorzugt.

Die Volatilität wird im Dauerläufer-Check auf Basis der wöchentlichen Kursveränderungen über einen Zeitraum von 20 Jahren berechnet. Haben die Aktienmärkte in dieser Zeit eine turbulente Phase durchgemacht, ist die Volatilität einzelner Aktien natürlich höher. Folglich ist auch hier ein Vergleich mit der Volatilität des Index erforderlich.

Das Regelwerk zur Punktevergabe sieht vor, dass eine Aktie einen Punkt erhält, wenn ihre Volatilität maximal 10%-Punkte größer ist als die des Index.

Du wunderst dich jetzt vielleicht über diesen großen Toleranzbereich. Grund dafür ist, dass eine Aktie für gewöhnlich deutlich größere Schwankungen aufweist, als ein breit aufgestellter Index. Würde das Regelwerk verlangen, dass die Volatilität einer Aktie geringer ist, als die des Index, würde nur noch ein Bruchteil der Aktien diese Prüfung bestehen.

Die Volatilität kannst du mit Excel mithilfe der Funktion STABWN berechnen, wenn dir die Renditezeitreihe einer Aktie oder eines Index vorliegt. Die Berechnung hier händisch darzustellen ist leider nicht möglich, daher betrachten wir direkt die Ergebnisse.

O’Reilly Automotive kommt auf eine Volatilität von 27,7%, der S&P 500 auf 17,5%. Die Volatilität einer Einzelaktie darf maximal 10%-Punkte größer sein als die des Index (in diesem Fall also 27,5%). Dieses Kriterium verpasst O’Reilly Automotive nur sehr knapp. Folglich kann an dieser Stelle aber kein Punkt vergeben werden.

3.5. Maximaler Drawdown

Die nächste Kennzahl zur Bewertung der Risiken einer Aktie ist der maximale Drawdown. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine sehr häufig betrachtete Kennzahl zur Bewertung der Kursrisiken einer Aktie. Der maximale Drawdown gibt Auskunft darüber, wie stark eine Aktie ausgehend von ihrem zuvor erreichten Hoch maximal gefallen ist. Der maximale Drawdown wird im Dauerläufer-Check über einen Zeitraum von 20 Jahren ermittelt. Auch hier erfolgt ein Vergleich mit dem Index.

Eine Aktie erhält einen Punkt, wenn ihr maximaler Drawdown in den letzten 20 Jahren maximal 5%-Punkte größer ist als der des Index. Auch hier wird also wieder mit einer kleinen Toleranz gearbeitet.

Die folgenden beiden Charts zeigen dir einen Drawdown-Chart für O’Reilly Automotive und für den S&P 500. Ein Drawdown-Chart gibt Auskunft darüber, wie stark die Aktie ausgehend von ihrem zuvor erreichten Hoch zum jeweiligen Zeitpunkt gefallen ist.

Den größten Drawdown in den letzten 20 Jahren hat O’Reilly Automotive im Frühjahr 2020 mit -42,0% erzielt. Der S&P 500 hat zum selben Zeitpunkt einen maximalen Drawdown von -33,9% erzielt. Der maximale Drawdown einer Aktie darf maximal 5%-Punkte größer sein als der des Index. Dieses Kriterium erfüllt O’Reilly Automotive nicht, daher kann an dieser Stelle kein Punkt vergeben werden.

Drawdown-Chart O'Reilly Automotive letzte 20 Jahre
Drawdown-Chart O'Reilly Automotive letzte 20 Jahre
Drawdown-Chart S&P 500 letzte 20 Jahre
Drawdown-Chart S&P 500 letzte 20 Jahre

3.6. Beta

Mit dem Beta bist du in der Lage die Risiken einer Aktien in Relation zum Gesamtmarkt zu bewerten. Für die Berechnung vom Beta wird die Kurshistorie der Aktie und die des Index benötigt. Das Beta wird im Dauerläufer-Check wird über einen Zeitraum von 20 Jahren berechnet.

Liegt das Beta unter 1 wird allgemein davon gesprochen, dass die Aktie weniger stark auf Marktschwankungen. Liegt das Beta hingegen über 1, reagiert die Aktie stärker auf Marktschwankungen. Das Beta gibt also Auskunft darüber, wie stark eine Aktie im Vergleich zum Markt schwankt. Der Vergleich mit dem Index wird also allein durch die Berechnungslogik des Beta gewährleistet. Während die Aussage vom Beta klar ist, ist die Berechnung etwas komplexer.

Das Beta einer Aktie ergibt sich, indem die Kovarianz der Aktie mit dem Markt durch die Varianz des Marktes dividiert wird. Das klingt erstmal kompliziert, aber händisch würdest du die Kovarianz oder die Varianz ohnehin niemals ausrechnen. Für beide gibt es eine vorgefertigte Formel in Excel, auf die du zurückgreifen kannst, wenn du das Beta einer Aktie eigenständig ausrechnen möchtest. Für gewöhnlich wird das Beta einer Aktie aber auch auf den meisten gängigen Finanzportalen direkt ausgewiesen.

Formel zur Berechnung des Betas

Stellt sich abschließend nur noch die Frage, wann eine Aktie im Dauerläufer-Check für das Beta einen Punkt erhält? Und die Antwort ist ganz einfach: Liegt das Beta einer Aktie unter 1, erhält die Aktie einen Punkt, sonst nicht.

Die Berechnung des Beta kannst du in Excel vornehmen, wenn dir die Renditezeitreihe für die Aktie und den Index vorliegt. Die Kovarianz lässt sich mithilfe der Formel KOVARIANZ.P berechnen. Zur Berechnung der Varianz kannst du die Formel VAR.P verwenden. Über 20 Jahre ergibt sich für O’Reilly Automotive ein Beta von 0,78. Das Beta liegt deutlich unter 1 und damit erhält die Aktie einen weiteren Punkt.

3.7. Umsatzwachstum 10 Jahre

Die folgenden vier Kennzahlen befassen sich mit Wachstumskennzahlen. Als erste Wachstumskennzahl im Dauerläufer-Check wird das Umsatzwachstum über die letzten zehn Jahre betrachtet. Das Umsatzwachstum über die letzten zehn Jahre wird berechnet, indem der Umsatz des aktuellen Geschäftsjahres ins Verhältnis zu dem von vor zehn Jahren gesetzt wird. Um auf das durchschnittliche Jährliche Umsatzwachstum zu kommen, muss das Ergebnis noch mit 0,1 (also 1/10) potenziert werden.

Sollte ein Unternehmen noch keine zehn Jahre existieren, sodass nicht ausreichend Daten vorhanden sind, kann diese Kennzahl nicht berechnet werden. Ein Unternehmen, das noch keine zehn Jahre existiert, könnte sich ohnehin noch nicht als Dauerläufer-Aktie qualifizieren.

Formel zur Berechnung des Umsatzwachstums über die letzten 10 Jahre

Eine Aktie erhält einen Punkt, wenn ihr durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum mindestens 5% beträgt.

Der Umsatz von O’Reilly Automotive im aktuellen Geschäftsjahr beträgt 15.625 Millionen USD. Vor zehn Jahren belief sich der Umsatz auf 6.516 Millionen USD. Über zehn Jahre beträgt das Umsatzwachstum +140%. Dieses Ergebnis müssen wir noch mit 1/10 potenzieren, um auf das durchschnittliche jährliche Umsatzwachstum von 9,1% zu kommen. Die Vorgabe von 5% pro Jahr erfüllt O’Reilly Automotive ohne Probleme und erhält folglich einen Punkt.

3.8. Gewinnwachstum 10 Jahre

Neben dem Umsatzwachstum wird im Dauerläufer-Check natürlich noch das Gewinnwachstum ausgewertet. Auch hier wird das Wachstum über die letzten zehn Jahre betrachtet. Die Berechnung ist identisch mit dem Umsatzwachstum, nur dass statt dem Umsatz der Jahresüberschuss betrachtet wird.

Formel zur Berechnung des Gewinnwachstums über die letzten 10 Jahre

Eine Aktie erhält einen Punkt, wenn ihr durchschnittliches jährliches Gewinnwachstum über die letzten zehn Jahre mindestens 5% beträgt.

Der Gewinn von O’Reilly Automotive beträgt aktuell 2.323 Millionen USD. Vor zehn Jahren betrug der Gewinn 651 Millionen USD. Damit hat O’Reilly ein beeindruckendes Gewinnwachstum von 257% beziehungsweise 13,6% pro Jahr erzielt. Die Vorgabe von 5% Gewinnwachstum pro Jahr ist locker erfüllt, entsprechend erhält die Aktie einen weiteren Punkt.

3.9. Stabilität Umsatzwachstum 10 Jahre

Bei Dauerläufer-Aktien ist es wichtig, dass das Umsatzwachstum (aber auch das Gewinnwachstum) nicht nur in absoluter Höhe überzeugen kann, sondern möglichst auch geringe Schwankungen im Zeitverlauf verzeichnet wurden. Hierfür wird die Stabilität des Umsatzwachstums über die letzten zehn Jahre berechnet. Genauer gesagt werden hierfür die letzten 40 Quartale jeweils mit dem Umsatz der vorherigen zwölf Monate betrachtet. Die Rede ist hier auch vom TTM-Umsatz (TTM steht für trailing twelf months, also die letzten zwölf Monate).

Wir haben also einmal eine Datenreihe mit dem Umsatz der letzten 40 Quartale. Nun wird noch eine zweite Datenreihe mit den Quartalen gebildet. Diese läuft einfach von 1 bis 40. Zwischen diesen beiden Datenreihen wird nun die Korrelation berechnet. Eine perfekte Korrelation würde vorliegen, wenn der Umsatz von einem Quartal aufs andere immer gleich stark wächst.

Die händische Berechnung der Korrelation ist sehr aufwendig, daher macht es wenig Sinn diese Berechnung hier durchzugehen. Möchtest du die Korrelation zwischen zwei Datenreihen berechnen, kannst du hierfür einfach die Funktion KORREL in Excel benutzen.

Das Ergebnis ist der Korrelationskoeffizient. Dieser kann zwischen -1 und +1 beziehungsweise zwischen -100% und +100% liegen. Bei einer Korrelation von +1 liegt eine perfekte Korrelation vor. Ein Korrelationskoeffizient von -1 beschreibt hingegen eine perfekte negative Korrelation. Bei der Kennzahl Stabilität Umsatzwachstum ist eine hoher Korrelationskoeffizient gut. Dieser zeigt an, dass die Umsätze über den Zeitverlauf mit einer starken Kontinuität gewachsen sind und nur geringe Schwankungen verzeichnet haben.

Eine Aktie erhält einen Punkt, wenn ihr Korrelationskoeffizient beim Umsatzwachstum über zehn Jahre mindestens 80% beziehungsweise 0,8 beträgt.

Bei der Stabilität beim Umsatzwachstum kommt O’Reilly Automotive auf beeindruckende 97,2%. Ein derart hoher Wert zeigt eine äußerst hohe Stabilität auf. Entsprechend bekommt die Aktie hier einen weiteren Punkt.

3.10. Stabilität Gewinnwachstum 10 Jahre

Da neben dem Umsatzwachstum auch das Gewinnwachstum betrachtet wurde, wollen wir nun natürlich auch noch die Stabilität des Gewinnwachstums über zehn Jahre berechnen. Die Berechnung ist identisch mit der Berechnung der Stabilität des Umsatzwachstums, nur dass statt dem Umsatz der Jahresüberschuss betrachtet wird.

Da die Gewinne für gewöhnlich stärker schwanken als die Umsätze, fällt der Korrelationskoeffizient bei der Stabilität des Gewinnwachstums für gewöhnlich niedriger aus als bei der Stabilität des Umsatzwachstums.

Eine Aktie erhält einen Punkt, wenn ihr Korrelationskoeffizient beim Gewinnwachstum über zehn Jahre mindestens 50% beziehungsweise 0,5 beträgt.

Auch bei der Stabilität des Gewinnwachstums überzeugt O’Reilly Automotive mit einem äußerst hohen Korrelationskoeffizienten von 97,7%. Damit verdient sich die Aktie auch hier einen weiteren Punkt.

4. Das Ergebnis vom Dauerläufer-Check

Du weißt nun für jede der zehn Kennzahlen aus dem Dauerläufer-Check, wie sie sich berechnet und welches Kriterium erfüllt sein muss, damit eine Aktie einen Punkt erhält. Im letzten Schritt müssen die Ergebnisse nun nur noch zusammengefasst werden, indem eine Summe über alle Punkte gebildet wird. Besteht eine Aktie alle zehn Kriterien, erhält sie im Dauerläufer-Check die Maximalpunktzahl von zehn Punkten.

O’Reilly Automotive konnte bei neun der zehn Kennzahlen das jeweilige Kriterium erfüllen. Damit erhält die Aktie im Dauerläufer-Check 9 Punkte.

4.1. Wann ist eine Aktie kaufenswert?

Eine Aktie kann höchstens zehn Punkte im Dauerläufer-Check erreichen. Das bedeutet aber nicht, dass sie auch unbedingt zehn Punkte erreichen muss, um nach dem Dauerläufer-Check kaufenswert zu sein. Auch ein Ergebnis von acht oder neun Punkten im Dauerläufer-Check reicht aus, dass von einer starken Dauerläufer-Aktie gesprochen werden kann.

Dass es durchaus lohnenswert sein kann, Aktien mit einer hohen Punktzahl im Dauerläufer-Check zu kaufen, zeigen auch die Backtests zum Dauerläufer-Check. Wie eingangs bereits erwähnt, folgt hierzu in Kürze ein spannender Artikel zum Thema wie Dauerläufer-Aktien in der Vergangenheit performt haben.

4.2. Warnsignale beim Dauerläufer-Check

Mit dem Dauerläufer-Check bist du nicht nur in der Lage zu beurteilen, ob eine Aktie besonders aussichtsreich ist. Du kannst andersherum auch genauso gut Warnsignale erhalten. Stell dir vor du hast eine Aktie als potenziellen neuen Kauf ausfindig gemacht, siehst nun aber, dass sie im Dauerläufer-Check gerade einmal zwei Punkte erreicht. Dann solltest du deinen Kauf auf jeden Fall noch einmal überdenken.

Aktien die drei oder weniger Punkte im Dauerläufer-Check erhalten, tendieren dazu künftig deutlich geringere Renditen zu erzielen. Natürlich kannst du auch mal Glück haben und mit solch einer Aktie eine hohe Rendite erzielen, die Wahrscheinlichkeit ist aber gering und darauf setzen solltest du auf keinen Fall.

4.3. Dauerläufer-Check in der Praxis einsetzen

Nachdem du nun weißt, wie du den Dauerläufer-Check interpretierst, geht es jetzt noch darum, wie du die Erkenntnisse in der Praxis umsetzen kannst.

Aktien, die im Dauerläufer-Check mindestens acht Punkte erreichen, gelten als äußerst attraktive Dauerläufer-Aktien. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese erfolgreichen Aktien auch künftig überzeugen und eine hohe Rendite erzielen.

Trotzdem solltest du eine Aktie aber nicht blind kaufen, nur weil sie im Dauerläufer-Check eine hohe Punktzahl erreicht hat. Siehst du, dass eine Aktie eine hohe Punktzahl im Dauerläufer-Check hat, kannst du diese Aktie genauer betrachten, und prüfen, ob sie in dein Depot und zu deiner Strategie passt. Außerdem solltest du mindestens einmal verstehen, wie das Geschäftsmodell des Unternehmens aussieht und wie das Unternehmen Geld verdient.

Solltest du dich dazu entschließen eine starke Aktie aus dem Dauerläufer-Check zu kaufen, ist natürlich die Frage, wie du die Position anschließend verwaltest. Solange die Punktzahl für die Aktie im Dauerläufer-Check hoch genug ist und du von der Aktie beziehungsweise dem Unternehmen überzeugt bist, kannst du die Aktie halten.

Du musst aber auch wissen, dass eine heute aufgestellte Bewertung nicht auf ewig Bestand haben kann. Deshalb musst du die Position wie jede andere Aktie auch im Auge behalten. In Einzelfällen kann es vorkommen, dass eine starke Dauerläufer-Aktie künftig eben doch nicht mehr überzeugen kann. In diesem Fall wird auch die Punktzahl im Dauerläufer-Check deutlich geringer ausfallen. Für gewöhnlich ist das nicht wenige Monate nach deinem Kauf der Fall. Eine Position, die du über Jahre halten möchtest, solltest du aber immer mal wieder auf ihre aktuelle Punktzahl kontrollieren.

5. Für wen sind Dauerläufer-Aktien geeignet?

Aktien mit einer hohen Punktzahl im Dauerläufer-Check gelten als die großen Champions am Aktienmarkt. Diese Gewinner der Vergangenheit sind häufig auch in der Lage in der Zukunft ihre Erfolgsstory fortzusetzen und hohe Renditen zu erzielen. Eine Garantie darauf gibt es aber natürlich nicht. Dein Ziel sollte also nicht darin liegen nur eine einzelne starke Dauerläufer-Aktie zu kaufen, sondern nach und nach ein gut diversifiziertes Depot aus Gewinnern aufzubauen.

Dauerläufer-Aktien eignen sich besonders für dich, wenn du gerne in äußerst erfolgreiche Unternehmen investierst und diese auch längerfristig halten möchtest. Ist dein Anlagehorizont hingegen eher kurzfristig ausgelegt, sind Dauerläufer-Aktien für dich nicht das richtige Investment.

Auch wenn du überzeugter Dividenden-Investor bist, sind Dauerläufer-Aktien für dich vielleicht nicht das richtige. Viele Dauerläufer-Aktien sind zwar auch zuverlässige Dividendenzahler. Verfolgst du aber eine Dividendenstrategie, ist der Dividenden-Check für dich vielleicht das interessantere Bewertungsmodell.

Mit Dauerläufer-Aktien kannst du dir nach und nach ein äußerst solides Depot aufbauen und von den Erfolgen der größten Gewinner am Aktienmarkt profitieren. Erfolg kommt aber nicht über Nacht und bei Dauerläufer-Aktien musst du wie der Name bereits vermuten lässt auch mal etwas Geduld mitbringen.

6. Fazit: Mit Dauerläufer-Aktien in die großen Gewinner investieren

Der Dauerläufer-Check hilft dir dabei den langfristigen Erfolg eines Unternehmens bzw. einer Aktie zu bewerten. Aktien, die die letzten Jahre und Jahrzehnte bereits außerordentlich erfolgreich waren, können diese Entwicklung häufig auch in der Zukunft fortsetzen. Du als Investor kannst dich hier also über hohe Renditen freuen.

Im Dauerläufer-Check werden zehn Kennzahlen ausgewertet. Der Fokus liegt auf der Bewertung des langfristigen Trends, der Kursrisiken einer Aktie und dem fundamentalen Wachstum und der Stabilität des Wachstums des Unternehmens. Besteht eine Aktie alle Kriterien im Dauerläufer-Check, zählt sie zu den größten Champions am Aktienmarkt.

Mithilfe des Dauerläufer-Checks kannst du also schnell beurteilen, ob eine Aktie für dich als Investment infrage kommt. Blind kaufen solltest du eine noch so gut bewertete Dauerläufer-Aktie aber trotzdem nicht. Der Dauerläufer-Check hilft dir dabei eine umfangreiche erste Bewertung in Kürze vorzunehmen.