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Mit dem Dauerläufer-Check die großen Champions finden

Titelbild Dauerläufer-Check

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Worum es in diesem Beitrag geht

Der Dauerläufer-Check ist eine Bewertungsmodell, das dir dabei hilft Aktien ausfindig zu machen, die seit Jahren überzeugen können. Diese Aktien haben einfach einen Lauf und werden sehr wahrscheinlich auch künftig zu den großen Gewinnern an der Börse zählen. In diesem Artikel erkläre ich dir zunächst, wie Aktien im Dauerläufer-Check bewertet werden. Anschließend erfährst du, wieso es sich lohnt in Dauerläufer-Aktien zu investieren.

Außerdem stelle ich dir die einzelnen Kennzahlen des Dauerläufer-Checks anhand konkreter Beispiele vor. Abschließend erfährst du noch, wie du den Dauerläufer-Check in der Praxis einsetzen kannst und was eine hohe Punktzahl im Dauerläufer-Check aussagt.

Zielsetzung des Dauerläufer-Checks

Mit dem Dauerläufer-Check bist du in der Lage die großen Champions am Aktienmarkt ausfindig zu machen. Dauerläufer-Aktien können bereits seit Jahren überzeugen und haben historisch betrachtet hohe Renditen erzielt. Es gibt kaum Zweifel daran, dass derart erfolgreiche Aktien ihre starke Entwicklung auch künftig fortsetzen werden.

Ziel des Dauerläufers-Checks ist es Aktien zu finden, die seit Jahren einen stabilen und schwankungsarmen Aufwärtstrend aufweisen und gleichzeitig ein überzeugendes Wachstum vorweisen können. Aktien, die nach diesen Regeln eine gute Bewertung im Dauerläufer-Check erreichen, können künftig meist auch eine höhere Rendite erzielen.

Die Aussagekraft eines Aktien-Bewertungsmodells lässt sich mithilfe von Backtests analysieren. Wenn du wissen möchtest, wie Aktien mit einer hohen Punktzahl im Dauerläufer-Check in der Vergangenheit abgeschnitten haben, schau gerne mal in den zugehörigen Artikel: Der Dauerläufer-Check im Backtest.

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Wie werden Aktien im Dauerläufer-Check analysiert?

Im Dauerläufer-Check werden Aktien mithilfe von 10 Kennzahlen bewertet. Hierbei kommen sowohl technische Kennzahlen zum Einsatz, die die Kursentwicklung der Aktie auswerten, als auch fundamentale Kennzahlen, die das Wachstum analysieren. Für jede Kennzahl gibt es einen Richtwert, den die Aktie erfüllen muss, damit sie einen Punkt erhält. Bei den technischen Kennzahlen erfolgt immer auch ein Vergleich zum Index. Nur so lässt sich die Performance einer Aktie in Relation zum Gesamtmarkt zuverlässig bewerten. Je mehr Kriterien eine Aktie besteht, desto mehr Punkte erzielt sie im Dauerläufer-Check. Besteht eine Aktie alle Kriterien erhält sie folglich die Maximalpunktzahl von 10 Punkten.

Welche Kennzahlen kommen im Dauerläufer-Check zum Einsatz?

Der Dauerläufer-Check besteht aus insgesamt 10 Kennzahlen. 3 davon bewerten die Performance einer Aktie hinsichtlich ihrer historischen Rendite. 3 weitere Kennzahlen geben Auskunft über die Risiken einer Aktie. Auch hierfür reicht ein Blick auf die Kurshistorie aus. Die restlichen 4 Kennzahlen sind fundamentaler Natur und werten das Wachstum des Unternehmens aus.

Damit die Berechnungen einfach nachvollziehbar sind, erläutere ich die Berechnung jeweils anhand eines Beispiels mit der Aktie von Microsoft. Die Daten beziehen sich dabei auf den 05.06.2026.

Total Return 5 Jahre

Als erste Kennzahl im Dauerläufer-Check wird die Rendite einer Aktie über die letzten 5 Jahre ausgewertet. Bei der Rendite über 5 Jahre handelt es sich nun zugegeben nicht gerade um einen Zeitraum für Dauerläufer-Aktien. Allerdings soll auch die Dynamik der letzten Jahre nicht komplett untergehen. Deshalb wird als erste Renditekennzahl der Zeitraum über 5 Jahre betrachtet.

Bei der Auswertung der Performance wird der Total Return einer Aktie betrachtet. Der Total Return entspricht der Kursentwicklung einer Aktie zuzüglich der ausgeschütteten Dividenden. Gerade bei längerfristigen Betrachtungen (die gleich noch folgen) spielen Dividenden eine nicht zu vernachlässigende Rolle.

Nun einfach zu sagen, dass eine Aktie eine bestimmte Mindestrendite erreichen muss, wäre zu kurz gedacht. Abhängig davon in welcher Lage sich die Börsen in den letzten Jahren befanden können die Renditen sehr unterschiedlich hoch ausfallen.

In einem Bullenmarkt kann eine Aktie über zehn Jahre schnell mal eine Rendite von über 200% erreichen. Lag in diesem Zeitraum jedoch eine größere Krise oder ein Bärenmarkt, wäre bereits eine Rendite von 50% ein gutes Ergebnis. Daher bietet sich ein Vergleich mit dem Index an. Auch beim Vergleichsindex werden Total-Return-Daten herangezogen.

Eine Aktie erhält einen Punkt, wenn ihr Total Return über die letzten 5 Jahre größer war als der des Index.

Du fragst dich nun vielleicht, welcher Index überhaupt herangezogen wird. Das hängt davon ab, in welchem Land die analysierte Aktie an der Börse notiert ist.

  • Für Aktien aus Deutschland ist der DAX der Vergleichsindex.
  • Für europäische Aktien wird der Stoxx600 betrachtet.
  • Für amerikanische Aktien dient der S&P 500 als Vergleichsindex.
  • Und für alle weiteren Aktien wird der MSCI World herangezogen.

 

Beispiel für Microsoft: Über die letzten 5 Jahre hat die Aktie von Microsoft eine Rendite von +71,1% erzielt (inklusive Dividenden). Der S&P 500 Total Return Index (ebenfalls inklusive Dividenden) kam auf eine Rendite von +87,8%. Aufs Jahr gerechnet liegt die jährliche Rendite von Microsoft bei +11,3% und beim S&P 500 bei +13,4%. Hier lässt Microsoft einen Punkt also knapp liegen.

Chart Performance Microsoft vs. S&P 500 über 5 Jahre
Chart Performance Microsoft vs. S&P 500 über 5 Jahre

Exkurs: Liegt dir die Rendite über einen bestimmten Zeitraum vor, kannst du sie mit folgender Formel aufs Jahr bezogen ausrechnen:

Für Microsoft und den S&P 500 ergibt sich demnach also:

Beachte, dass die Rendite als ganzzahlige Zahl erfasst wird. Eine Rendite von +71,1% von Microsoft entspricht also 0,711 beziehungsweise eine Rendite von +87,8% beim S&P 500 entspricht 0,878.

Total Return 10 Jahre

Mit dem Total Return über 10 Jahre wird nun die erste Kennzahl betrachtet, die einen langfristigen Fokus hat.

Auch hier gilt die Regel, dass eine Aktie einen Punkt erhält, wenn ihr Total Return über die letzten 10 Jahre größer ist als der des Index.

Beispiel für Microsoft: Über die letzten 10 Jahre hat die Aktie von Microsoft eine Rendite von +805% erzielt (inklusive Dividenden). Der S&P 500 Total Return Index (ebenfalls inklusive Dividenden) kam auf eine Rendite von +314%. Aufs Jahr gerechnet liegt die jährliche Rendite von Microsoft bei +24,6% und beim S&P 500 bei +15,3%. Bei der Outperformance über 10 Jahre holt Microsoft sich den Punkt also ohne Probleme.

Chart Performance Microsoft vs. S&P 500 über 10 Jahre
Chart Performance Microsoft vs. S&P 500 über 10 Jahre

Total Return 20 Jahre

Bei Dauerläufer-Aktien ist die historische Performance der Aktie ein wichtiges Kriterium. Daher wird neben der Performance über die letzten 5 und 10 Jahre auch noch die Rendite über die letzten 20 Jahre ausgewertet.

Auch hier gilt die Regel, dass eine Aktie einen Punkt erhält, wenn ihr Total Return über die letzten 20 Jahre größer ist als der des Index.

Beispiel für Microsoft: Über die letzten 20 Jahre hat die Aktie von Microsoft eine Rendite von +2.618% erzielt (inklusive Dividenden). Der S&P 500 Total Return Index (ebenfalls inklusive Dividenden) kam auf eine Rendite von +764%. Aufs Jahr gerechnet liegt die jährliche Rendite von Microsoft bei +18,0% und beim S&P 500 bei +11,4%. Auch dieses Kriterium besteht Microsoft ohne Probleme.

Chart Performance Microsoft vs. S&P 500 über 20 Jahre
Chart Performance Microsoft vs. S&P 500 über 20 Jahre

Volatilität über 10 Jahre

Die Volatilität ist vermutlich die am häufigsten betrachtete Kennzahl, zur Bewertung der Risiken beziehungsweise der Kursschwankungen einer Aktie. Je größer die Volatilität ist, desto stärker sind die Schwankungen einer Aktie. Eine niedrige Volatilität wird von Investoren in der Regel bevorzugt.

Die Volatilität wird im Dauerläufer-Check auf Basis der wöchentlichen Kursveränderungen über einen Zeitraum von 10 Jahren berechnet. Haben die Aktienmärkte eine turbulente Phase durchgemacht, ist die Volatilität einzelner Aktien natürlich höher. Folglich ist auch hier ein Vergleich mit der Volatilität des Index erforderlich. Die Volatilität wird hier bewusst nur über 10 statt 20 Jahre betrachtet, da eine besonders volatile länger zurückliegende Vergangenheit (vor mehr als 10 Jahren) hier keinen negativen Einfluss nehmen soll.

Das Regelwerk zur Punktevergabe sieht vor, dass eine Aktie einen Punkt erhält, wenn ihre Volatilität maximal +10%-Punkte größer ist als die des Index.

Du wunderst dich jetzt vielleicht über diesen großen Toleranzbereich. Grund dafür ist, dass eine Aktie für gewöhnlich deutlich größere Schwankungen aufweist als ein breit diversifizierter Index. Würde das Regelwerk verlangen, dass die Volatilität einer Aktie geringer ist als die des Index, würde nur noch ein Bruchteil der Aktien diese Prüfung bestehen.

Die Volatilität kannst du mit Excel mithilfe der Funktion STABWN berechnen, wenn dir die Renditezeitreihe einer Aktie oder eines Index vorliegt. Die Berechnung hier händisch darzustellen ist leider nicht möglich, daher betrachten wir direkt die Ergebnisse.

Beispiel für Microsoft: Die Aktie von Microsoft kommt auf eine Volatilität von 23,5%, der S&P 500 auf 17,2%. Die Volatilität einer Einzelaktie darf maximal +10%-Punkte größer sein als die des Index (in diesem Fall also 27,2%). Dieses Kriterium erfüllt Microsoft ohne Probleme und erhält somit einen weiteren Punkt.

Maximaler Drawdown über 10 Jahre

Die nächste Kennzahl zur Bewertung der Risiken einer Aktie ist der Maximale Drawdown. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine sehr häufig betrachtete Kennzahl zur Bewertung der Kursrisiken einer Aktie. Der Maximale Drawdown gibt Auskunft darüber, wie stark eine Aktie ausgehend von ihrem zuvor erreichten Hoch maximal gefallen ist. Der Maximale Drawdown wird im Dauerläufer-Check ebenfalls über einen Zeitraum von 10 Jahren ermittelt. Auch hier ist der Vergleich mit dem Index äußerst wichtig.

Eine Aktie erhält einen Punkt, wenn ihr Maximaler Drawdown in den letzten 20 Jahren maximal +10%-Punkte größer ist als der des Index. Auch hier wird also wieder mit einer kleinen Toleranz gearbeitet.

Beispiel für Microsoft: Im folgenden Chart siehst du den Drawdown für Microsoft und den S&P 500 über die letzten 10 Jahre. Microsoft kommt auf einen maximalen Drawdown von -35%, während der des S&P 500 bei -32% liegt. Der maximale Drawdown bei Microsoft ist etwas größer als der des S&P 500, liegt aber noch ohne Probleme innerhalb der Toleranz von 10%-Punkten, sodass es einen weiteren Punkt für Microsoft gibt.

Drawdown-Chart für Microsoft und den S&P 500 über die letzten 10 Jahre
Drawdown-Chart für Microsoft und den S&P 500 über die letzten 10 Jahre

Drawdown-Differenz zum Index über 10 Jahre

Neben dem maximalen Drawdown über die letzten 10 Jahre soll im Dauerläufer-Check noch eine weitere Kennzahl betrachtet werden, die die Drawdowns einer Aktie im Vergleich zum Index auswertet. Während der maximale Drawdown ausschließlich Auskunft über die Höhe des Drawdowns in einem bestimmten Zeitraum gibt, analysiert die Drawdown-Differenz über den gesamten betrachteten Zeitraum den Unterschied des Drawdowns zum Index.

Es macht nämlich einen großen Unterschied, ob eine Aktie einen maximalen Drawdown von -50% verzeichnet in einer Phase, in der auch der Gesamtmarkt in einem Crash ist, oder ob dieser Drawdown zu einer Zeit vollzogen wird, wenn sich der Gesamtmarkt in einer sonst freundlichen Marktphase befindet.

Um die Drawdown-Differenz zu berechnen, wird für jeden Zeitpunkt über die letzten 10 Jahre der Drawdown der Aktie und der Drawdown des jeweiligen Vergleichsindex betrachtet. Anschließend wird über den Zeitverlauf die Differenz zwischen beiden Drawdowns betrachtet.

Die Vorgabe lautet nun, dass diese Differenz zu keinem Zeitpunkt größer gewesen sein darf als 30%-Punkte. Ist dieses Kriterium erfüllt, erhält die Aktie einen Punkt.

Beispiel für Microsoft: Im folgenden Chart siehst du den Drawdown für Microsoft und den S&P 500 über die letzten 10 Jahre. Aus dem Chart heraus ist schon deutlich zu erkennen, wann die größte Drawdown-Differenz aufgetreten ist. Das war beim Rücksetzer im Frühjahr 2026 bei Microsoft der Fall. Hier hat die Aktie am 10.04.2026 einen Drawdown von -28,9% verzeichnet. Am selben Tag belief sich der Drawdown des S&P 500 auf -2,1%. Daraus ergibt sich eine Differenz von 26,8%-Punkten. Die Vorgabe erfüllt Microsoft hier knapp. Da die Aktie zuletzt wieder auf Erholungskurs ist, wird sich daran aber wenn erst dann etwas ändern, wenn Microsoft nochmal einen größeren Rücksetzer verzeichnet.

Drawdown-Differenz Microsoft und S&P 500 über die letzten 10 Jahre
Drawdown-Differenz Microsoft und S&P 500 über die letzten 10 Jahre

Bei dieser Kennzahl gilt es aber auf die Details zu achten. Im Drawdown-Chart ist zu erkennen, dass Microsoft im Frühjahr 2026 einen Drawdown von mehr als -30% verzeichnet hat. Der relevante Wert hier ist aber der Drawdown am 10.04.2026 von -28,9%. In den folgenden Tagen (als Microsoft seinen Drawdown ausgeweitet hat), ist auch der S&P 500 gefallen und hat einen größeren Drawdown verzeichnet. Dadurch hat sich die Drawdown-Differenz aber nicht weiter vergrößert.

Es geht bei der Kennzahl „Drawdown-Differenz“ nicht darum die größten Drawdowns miteinander zu vergleichen. Das haben wir eben bereits gemacht. Stattdessen wird hier analysiert, wie groß die größte Drawdown-Differenz zu einem bestimmten Zeitpunkt war.

Umsatzwachstum 10 Jahre

In den folgenden 4 Kennzahlen beschäftigen wir uns mit Wachstumskennzahlen. Als erste Wachstumskennzahl im Dauerläufer-Check wird das Umsatzwachstum über die letzten 10 Jahre betrachtet. Das Umsatzwachstum über die letzten 10 Jahre wird berechnet, indem der Umsatz des aktuellen Geschäftsjahres ins Verhältnis zu dem von vor 10 Jahren gesetzt wird. Um auf das durchschnittliche Jährliche Umsatzwachstum zu kommen, muss das Ergebnis noch mit 1/10 potenziert werden.

Sollte ein Unternehmen noch keine 10 Jahre existieren, sodass nicht ausreichend Daten vorhanden sind, kann diese Kennzahl nicht berechnet werden. Ein Unternehmen, das noch keine 10 Jahre existiert, könnte sich ohnehin noch nicht als Dauerläufer-Aktie qualifizieren.

Eine Aktie erhält einen Punkt, wenn ihr durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum mindestens +5% beträgt.

Beispiel für Microsoft: Der folgenden Tabelle kannst du den Umsatz von Microsoft über die letzten 10 Jahre entnehmen. Im letzten Geschäftsjahr (das Geschäftsjahr endet bei Microsoft immer Ende Juni) lag der Umsatz bei 281.724 Millionen USD. 10 Jahre zuvor (2015) lag der Umsatz bei 93.580 Millionen USD. Eingesetzt in die Formel ergibt sich daraus ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von +11,7%. Die Vorgabe von 5,0% pro Jahr erfüllt Microsoft damit ohne Probleme.

Umsatz Microsoft über die letzten 10 Jahre
Umsatz Microsoft über die letzten 10 Jahre

Gewinnwachstum 10 Jahre

Neben dem Umsatzwachstum wird im Dauerläufer-Check natürlich noch das Gewinnwachstum ausgewertet. Auch hier wird das Wachstum über die letzten 10 Jahre betrachtet. Die Berechnung ist identisch mit dem Umsatzwachstum, nur dass statt dem Umsatz der Gewinn betrachtet wird.

Eine Aktie erhält einen Punkt, wenn ihr durchschnittliches jährliches Gewinnwachstum über die letzten 10 Jahre mindestens +5% beträgt.

Beispiel für Microsoft: Die folgende Tabelle zeigt dir die Gewinnentwicklung von Microsoft über die letzten 10 Jahre. Im Geschäftsjahr 2025 lag der Gewinn von Microsoft bei 101.832 Mio. USD. 10 Jahre zuvor lag der Gewinn bei 12.193 Mio. USD. Das jährliche Gewinnwachstum beträgt +23,6% und liegt somit deutlich über der Vorgabe von 5,0%.

Gewinn Microsoft über die letzten 10 Jahre
Gewinn Microsoft über die letzten 10 Jahre

Stabilität Umsatzwachstum 10 Jahre

Bei Dauerläufer-Aktien ist es wichtig, dass das Umsatzwachstum (aber auch das Gewinnwachstum) nicht nur in absoluter Höhe überzeugen kann, sondern möglichst auch geringe Schwankungen im Zeitverlauf verzeichnet wurden. Hierfür wird die Stabilität des Umsatzwachstums über die letzten 10 Jahre berechnet.

Um eine Stabilitätsrate berechnen zu können, werden zwei Datenreihen benötigt, über die die Korrelation ermittelt wird. Diese Korrelation entspricht der Stabilitätsrate. Die erste Datenreihe ist der Umsatz über die letzten 10 Jahre. Nun wird noch eine zweite Datenreihe mit den Jahren gebildet. Diese läuft einfach von 0 bis 10. Zwischen diesen beiden Datenreihen wird nun die Korrelation berechnet. Eine perfekte Korrelation würde vorliegen, wenn der Umsatz von einem Jahr aufs andere immer gleich stark wächst.

Die händische Berechnung der Korrelation ist sehr aufwendig, daher macht es wenig Sinn diese Berechnung hier durchzugehen. Möchtest du die Korrelation zwischen zwei Datenreihen berechnen, kannst du hierfür einfach die Funktion KORREL in Excel benutzen.

Das Ergebnis ist der Korrelationskoeffizient. Dieser kann zwischen -1 und +1 beziehungsweise zwischen -100% und +100% liegen. Bei einer Korrelation von +1 liegt eine perfekte Korrelation vor. Ein Korrelationskoeffizient von -1 beschreibt hingegen eine negative Korrelation.

Bei der Kennzahl Stabilität Umsatzwachstum ist eine hoher Korrelationskoeffizient gut. Dieser zeigt an, dass die Umsätze über den Zeitverlauf mit einer starken Kontinuität gewachsen sind und nur geringe Schwankungen verzeichnet haben.

Eine Aktie erhält einen Punkt, wenn ihr Korrelationskoeffizient beim Umsatzwachstum über 10 Jahre mindestens 80% beziehungsweise 0,8 beträgt.

Beispiel für Microsoft: In der folgenden Tabelle siehst du nochmal die Umsätze von Microsoft über die letzten 10 Jahre. Zusätzlich ist hier nun eine Spalte für das Jahr eingetragen. Die Stabilität des Umsatzwachstums lässt sich einfach mit Excel berechnen, indem über die beiden Spalten „Jahr“ und „Umsatz“ die Korrelation berechnet wird. Das funktioniert mit der Formel KORREL. Das Ergebnis ist dann 0,971 beziehungsweise 97,1%. Die Stabilitätsrate für das Umsatzwachstum liegt also bei 97,1%. Dabei handelt es sich um einen absoluten Spitzenwert, der die Vorgabe von 80% ohne Probleme erfüllt.

Umsatz Microsoft über die letzten 10 Jahre
Umsatz Microsoft über die letzten 10 Jahre

Stabilität Gewinnwachstum 10 Jahre

Da neben dem Umsatzwachstum auch das Gewinnwachstum betrachtet wurde, wollen wir nun natürlich auch noch die Stabilität des Gewinnwachstums über 10 Jahre berechnen. Die Berechnung ist identisch mit der Berechnung der Stabilität des Umsatzwachstums, nur dass statt dem Umsatz der Gewinn betrachtet wird.

Da die Gewinne für gewöhnlich stärker schwanken als die Umsätze, fällt der Korrelationskoeffizient bei der Stabilität des Gewinnwachstums für gewöhnlich niedriger aus als bei der Stabilität des Umsatzwachstums.

Eine Aktie erhält einen Punkt, wenn ihr Korrelationskoeffizient beim Umsatzwachstum über 10 Jahre mindestens 80% beziehungsweise 0,8 beträgt.

Beispiel für Microsoft: Auch hier betrachten wir nochmal die Tabelle für die Gewinnentwicklung, zusätzlich mit einer Spalte für das Jahr. Die Stabilitätsrate für das Gewinnwachstum wird genauso berechnet wie eben bei der Stabilitätsrate für das Umsatzwachstum gezeigt. Die Stabilitätsrate für das Gewinnwachstum liegt bei Microsoft bei 0,975 also 97,5%. Auch hierbei handelt es sich um einen absoluten Spitzenwert und ein Ergebnis deutlich über der Vorgabe von 50%.

Gewinn Microsoft über die letzten 10 Jahre
Gewinn Microsoft über die letzten 10 Jahre

In diesem Beispiel sieht es nun so aus, als wären hohen Stabilitätsraten beim Umsatz- und Gewinnwachstum von weit über 90% einfach zu erzielen. Allerdings siehst du auch, dass sowohl Umsatz als auch Gewinn bei Microsoft sehr gleichmäßig gewachsen sind. Derart hohe Stabilitätsraten stellen eher die Ausnahme dar.

Das Ergebnis vom Dauerläufer-Check

Du weißt nun für jede der 10 Kennzahlen aus dem Dauerläufer-Check, wie sie sich berechnet und welches Kriterium erfüllt sein muss, damit eine Aktie einen Punkt erhält. Im letzten Schritt müssen die Ergebnisse nun nur noch zusammengefasst werden, indem eine Summe über alle Punkte gebildet wird. Besteht eine Aktie alle 10 Kriterien, erhält sie im Dauerläufer-Check die Maximalpunktzahl von 10 Punkten.

Die einzelnen Ergebnisse des Dauerläufer-Checks kannst du der Detailansicht für den Dauerläufer -Check entnehmen. Hier sind die Kennzahlen nochmal zusammengefasst. Microsoft erhält in dem Beispiel 9 von 10 Punkten.

Beispiel Dauerläufer-Check für Microsoft
Beispiel Dauerläufer-Check für Microsoft

Wann ist eine Aktie kaufenswert?

Eine Aktie kann höchstens 10 Punkte im Dauerläufer-Check erreichen. Das bedeutet aber nicht, dass sie auch unbedingt 10 Punkte erreichen muss, um nach dem Dauerläufer-Check kaufenswert zu sein. Auch ein Ergebnis von 9 Punkten im Dauerläufer-Check reicht aus, dass von einer starken Dauerläufer-Aktie gesprochen werden kann.

Dass es durchaus lohnenswert sein kann, Aktien mit einer hohen Punktzahl im Dauerläufer-Check zu kaufen, zeigen auch die Backtests zum Dauerläufer-Check. Für detaillierte Backtestergebnisse zum Dauerläufer-Check schaue gerne in den zugehörigen Artikel:  Backtests zum Dauerläufer-Check.

Warnsignale beim Dauerläufer-Check

Mit dem Dauerläufer-Check bist du nicht nur in der Lage zu beurteilen, ob eine Aktie besonders aussichtsreich ist. Du kannst andersherum auch genauso gut Warnsignale erhalten. Stell dir vor du hast eine Aktie als potenziellen neuen Kauf ausfindig gemacht, siehst nun aber, dass sie im Dauerläufer-Check gerade einmal 2 Punkte erreicht. Dann solltest du deinen Kauf auf jeden Fall noch einmal überdenken.

Aktien die 2 oder weniger Punkte im Dauerläufer-Check erhalten, tendieren dazu künftig geringere Renditen zu erzielen. Natürlich kannst du auch mal Glück haben und mit solch einer Aktie eine hohe Rendite erzielen, die Wahrscheinlichkeit ist aber gering und darauf setzen solltest du auf keinen Fall.

Aktienauswahl für das Dauerläufer-Depot

Der Dauerläufer-Check bildet die Grundlage für die Aktienauswahl im Dauerläufer-Depot. Damit eine Aktie in das Dauerläufer-Depot gekauft wird, muss sie mindestens 9 Punkte im Dauerläufer-Check erzielen. Daran kannst du dich auch orientieren, wenn du dir ein eigenes Dauerläufer-Depot aufbauen willst.

Im Umkehrschluss bedeutet das aber nicht, dass eine Aktie mit nur noch 8 Punkten im Dauerläufer-Check nicht mehr haltenswert ist. Wenn sich eine Aktie mit 9 oder 10 Punkten für einen Kauf qualifiziert hat, sind auch 8 Punkte weiterhin ein gutes Ergebnis, um die Aktie zu halten. Hier gilt es dann auch zu prüfen, ob einzelne Punkte vielleicht nur knapp verpasst werden.

Anders sieht es hingegen aus, wenn eine Aktie über längere Zeit nur noch 7 Punkte im Dauerläufer -Check erzielt. Wenn nicht gerade mehrere Punkte äußerst knapp verpasst werden, ist die Aktie im Rahmen der Strategie des Dauerläufer-Depots mit nur noch 7 Punkten nicht weiter haltenswert.

Neben der Bewertung nach dem Dauerläufer-Check ist für die weitere Halteentscheidung einer Aktie im Dauerläufer-Depot aber immer auch die charttechnische Situation wichtig. Befindet sich eine Aktie in einem intakten Abwärtstrend und hat wichtige Unterstützungen unterschritten, kann unabhängig von der Bewertung im Dauerläufer-Check ebenfalls ein Verkauf erforderlich werden.

Für wen sind Dauerläufer-Aktien geeignet?

Aktien mit einer hohen Punktzahl im Dauerläufer-Check gelten als die großen Champions am Aktienmarkt. Diese Gewinner der Vergangenheit sind häufig auch in der Lage in der Zukunft ihre Erfolgsstory fortzusetzen und hohe Renditen zu erzielen. Eine Garantie darauf gibt es aber natürlich nicht. Dein Ziel sollte also nicht darin liegen nur eine einzelne starke Dauerläufer-Aktie zu kaufen, sondern nach und nach ein gut diversifiziertes Depot aus Gewinnern aufzubauen.

Dauerläufer-Aktien eignen sich besonders für dich, wenn du gerne in äußerst erfolgreiche Unternehmen investierst und diese auch längerfristig halten möchtest. Ist dein Anlagehorizont hingegen eher kurzfristig ausgelegt, sind Dauerläufer-Aktien für dich nicht das richtige Investment.

Auch wenn du überzeugter Dividenden-Investor bist, sind Dauerläufer-Aktien für dich vielleicht nicht das richtige. Viele Dauerläufer-Aktien sind zwar auch zuverlässige Dividendenzahler. Verfolgst du hingegen eine Dividendenstrategie, ist der Dividenden-Check für dich vielleicht das interessantere Bewertungsmodell.

Mit Dauerläufer-Aktien kannst du dir nach und nach ein äußerst solides Depot aufbauen und von den Erfolgen der größten Gewinner am Aktienmarkt profitieren. Erfolg kommt aber nicht über Nacht und bei Dauerläufer-Aktien musst du, wie der Name bereits vermuten lässt, auch mal etwas Geduld mitbringen.

Fazit: Mit Dauerläufer-Aktien in die großen Gewinner investieren

Der Dauerläufer-Check hilft dir dabei den langfristigen Erfolg eines Unternehmens beziehungsweise einer Aktie zu bewerten. Aktien, die die letzten Jahre bereits außerordentlich erfolgreich waren, können diese Entwicklung häufig auch in der Zukunft fortsetzen.

Im Dauerläufer-Check werden 10 Kennzahlen ausgewertet. Der Fokus liegt auf der Bewertung des langfristigen Trends, der Kursrisiken einer Aktie und dem fundamentalen Wachstum sowie der Stabilität des Wachstums des Unternehmens. Besteht eine Aktie alle Kriterien im Dauerläufer-Check, zählt sie zu den größten Champions am Aktienmarkt.

Mithilfe des Dauerläufer-Checks kannst du also schnell beurteilen, ob eine Aktie für dich als Investment infrage kommt. Blind kaufen solltest du eine noch so gut bewertete Dauerläufer-Aktie aber trotzdem nicht. Der Dauerläufer-Check hilft dir dabei eine umfangreiche erste Bewertung in Kürze vorzunehmen.