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Markteinschätzung Mai

Titelbild zum Blogbeitrag Markteinschätzung Mai mit zwei Bildschirmen mit Charts drauf im Hintergrund

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Ziel der Markteinschätzung Mai

In diesem Beitrag möchte ich dir meine Markteinschätzung für die Aktienmärkte für den Mai vorstellen. Zunächst werfen wir aber einen Blick auf die Performance der letzten Wochen und Monate. Anschließend untersuche ich mit dir in der Chartanalyse für die wichtigsten Indizes auf welche Marken es jetzt ankommt. Außerdem werte ich in der fundamentalen Marktanalyse unter anderem die Inflation und die Entscheidungen der Notenbanken aus. Ziel der Markteinschätzung ist, dass du weißt, was du in den nächsten Wochen am Aktienmarkt erwarten kannst.

Performance-Rückblick

Index-Heatmap

Im April haben wir nun endlich die Korrektur gesehen, die eigentlich bereits für den März fällig war. In meinen letzten beiden Markteinschätzungen für den März und April hatte ich jeweils erwähnt, dass die Aktienmärkte zu heiß gelaufen sind und eine Korrektur überfällig ist. Im März bliebt diese noch aus, im April haben wir sie dafür nun gesehen.

Sowohl in Europa als auch in den USA haben die wichtigsten Indizes im April Rückgänge verzeichnet. Der DAX verlor -3,0% und ist im April zwischenzeitlich deutlich unter die Marke von 18.000 Punkten gerutscht. Bei den Nebenwerten in Deutschland sehen wir ein gemischtes Bild. Während der MDAX mit -2,9% ebenfalls schwach performte, hielt sich der SDAX mit +0,2% stabil. Nach wie vor weisen die Nebenwerte (MDAX und SDAX) über die letzten zwei Jahre allerdings eine deutliche Unterperformance zum DAX auf.

Auch in den USA haben die Aktienmärkte eine Korrektur verzeichnet. Der S&P 500 gab um -4,2% nach, der Nasdaq100 verlor -4,5%. Stabiler gehalten hat sich dafür der breite europäische Aktienmarkt: Der Stoxx600 hat im April lediglich einen Verlust von -1,5% verbuchen müssen.

Dem allgemeinen Trend komplett gegensätzlich entwickelte sich vor allem die Börse in Hong Kong. Der Hang Seng beendet den April mit einem Gewinn von +7,4%. Hier gilt es aber auch zu beachten, dass sich der Hang Seng (anders als die weltweiten Aktienmärkte) in den letzten zwei Jahren in einem deutlichen Abwärtstrend befand. Dass die Tendenz in Asien im April sonst auch abwärts gerichtet war ist am Rückgang des Nikkei (-4,9%) zu erkennen, der sich Europa und den USA anschließt und ebenfalls eine Korrektur vollzogen hat.

Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im April
Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im April

Performance im April

Der Monatschart der wichtigsten Indizes zeigt, dass sich der DAX, Stoxx 50, S&P 500 sowie der Nasdaq100 im April in etwa im Gleichschritt bewegt haben. Alle vier Indizes beenden den Monat mit Verlusten zwischen 3% und 5%.

Eine leichte Tendenz ist allerding beim Vergleich der europäischen Indizes (DAX & Stoxx 50) mit den amerikanischen (S&P 500 und Nasdaq100) zu erkennen. Die amerikanischen Indizes haben den April über größere Schwankungen verzeichnet. Während sich die US-Börsen in der ersten Monatshälfte noch etwas stabiler gezeigt haben, ist die Korrektur bis etwa zum 23.04. dafür deutlich größer ausgefallen. Besonders deutlich wird das mit Blick auf den Nasdaq100. Während der Tech-Index am 12.04. auf Monatssicht sogar noch leicht im Plus lag, betrug der Verlust eine Woche später am 19.04. bereits -7%.

Bis zum Monatsende konnten die US-Indizes ihren Performancerückstand zumindest ein bisschen aufholen. Dennoch bleibt es dabei, dass sich der europäische Aktienmarkt im April weniger schwach entwickelt hat als der US-amerikanische.

Chart für die wichtigsten Aktienindizes im April
Chart für die wichtigsten Aktienindizes im April

Performance im letzten Jahr

Über die letzten zwölf Monate ist der Nasdaq100 mit einer Rendite von +36% der klare Gewinner. Ein wesentlicher Teil der Outperformance zu den weiteren Indizes ist auf eine starke Entwicklung im Mai und Juni letzten Jahres zurückzuführen. Nach dem Nasdaq100 kann sich die Performance des S&P 500 mit +24% ebenfalls sehenlassen.

Auf Sicht der letzten zwölf Monate laufen die europäischen Indizes den US-amerikanischen etwas hinterher. Der DAX konnte einen Gewinn von +14% verzeichnen und der Stoxx600 legte um nur 10% zu. Die letzten Monate war aber vor allem der DAX in der Lage die starke Performance der US-Börsen mitzugehen. Enttäuschend ist aber die Performance vom MDAX. Wie eingangs schon erwähnt, laufen die Nebenwerte den Large-Caps nach wie vor hinterher. Auf Sicht der letzten zwölf Monate hat der MDAX sogar -4% verloren.

Charts für die wichtigsten Aktienindizes (DAX, MDAX, Stoxx600, S&P 500 und Nasdaq100) die letzten 12 Monate
Charts für die wichtigsten Aktienindizes (DAX, MDAX, Stoxx600, S&P 500 und Nasdaq100) die letzten 12 Monate

Blick auf die Volatilität: VIX

Im April haben wir genau den Anstieg der Volatilität gesehen, der früher oder später kommen musste. Die Volatilität hat sich die Monate zuvor auf einem sehr niedrigen Niveau bewegt. Grund dafür war natürlich die freundliche Entwicklung an den Aktienmärkten. In der Vergangenheit kam es nur sehr selten vor, dass der VIX über einen derart langen Zeitraum unterhalb von 15 notiert hat.

Zur Monatsmitte stieg der VIX auf ein Niveau von 20. Das ist historisch betrachtet nach wie vor nicht hoch. Niveaus von 20 beim VIX zeigen aber bereits an, dass die Nervosität an den Aktienmärkten etwas zunimmt. Da sich die Börsen nach der kleinen Korrektur zur Monatsmitte schnell wieder gefangen haben, notiert der VIX mit einem Stand von 13,5 nun wieder auf einem niedrigen Niveau.

Da wir nun im April zumindest schon mal kurz eine Phase mit höherer Volatilität gesehen haben, ist der Aktienmarkt nicht mehr ganz so euphorisch und überkauft, wie es noch vor einem Monat der Fall war. In Erwartung einer deutlichen Zunahme der Volatilität oder gar eines Crashs müssen wir daher nun nicht sein.

Entwicklung des VIX zwischen 2019 und 2024
Entwicklung des VIX zwischen 2019 und 2024

Tops & Flops im April

Für den deutschen Aktienmarkt werden die 100 Aktien des HDAX betrachtet:

Top/Flop Aktien aus dem HDAX (Deutschland)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im April 2024
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im April 2024

Top/Flop Aktien aus dem Nasdaq100 (USA)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im April 2024
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im April 2024

Top/Flop Aktien aus Europa (Stoxx Europe 50)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im April 2024
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im April 2024

Top-Flop-Einzelwerte in der Analyse

Beim Blick auf die Einzelwerte, wollen wir vor allem für die Aktien, die im abgelaufenen Monat besonders große Kursveränderungen verzeichnet haben, schauen, worauf diese Bewegungen zurückzuführen sind. Im April sehen wir keine Aktien mit besonders großen Gewinnen, sondern eher mit Verlusten von weit über 20%. Daher betrachten wir in diesem Monat nur Aktien mit besonders großen Verlusten.

Evotec: Der Kurseinbruch bei Evotec ist größtenteils auf den 24.04. zurückzuführen. Allein an diesem Tag hat die Aktie über -30% verloren. Grund dafür war die Vorlage schwacher Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr sowie ein schwacher Ausblick.

Sartorius: Auch bei Sartorius war die Vorlage der Quartalszahlen Auslöser für einen großen Kurseinbruch. Allein am 18.04. (als das Unternehmen seine Zahlen vorgelegt hat) brach die Aktie um -16% ein. Grund dafür war, dass Sartorius sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Erwartungen der Analysten deutlich verfehlt hat.

Intel: Die Aktie von Intel hat den gesamten April über eine sehr negative Dynamik gezeigt. Auch Intel ist Ende April nach Vorlage durchwachsener Zahlen innerhalb eines Tages um -9% eingebrochen, das erklärt den Monatsverlust von -31% aber nur teilweise. Bereits zuvor hat die Aktie ihren kurzfristigen Abwärtstrend weiter ausgedehnt. Hier ist aktuell Vorsicht geboten.

Performance einzelner Branchen

Für die Analyse zyklischer und defensiver Sektoren werden die Branchenindizes des S&P 500 und Stoxx600 betrachtet.

Während im März sowohl zyklische als auch defensive Sektoren deutliche Gewinne verzeichnen konnten, sah das Bild nun im April anders aus. Die defensiven Sektoren halten sich mit -0,4% noch relativ stabil (was vor allem auf einen starken Energiesektor zurückzuführen ist). Die zyklischen Sektoren weisen hingegen einen Verlust von -3,8% auf.

Diese Entwicklung passt auch ganz gut zur allgemeinen Marktentwicklung. Im April haben sich die Börsen tendenziell schwach gezeigt. Außerdem kam wieder mehr Unsicherheit auf – insbesondere auch in Hinblick auf die Geldpolitik (dazu später mehr). In solch einem Umfeld halten sich Aktien aus defensiven Sektoren für gewöhnlich stabiler als die eher offensiven zyklischen Sektoren. Und genau das haben wir im April auch gesehen.

Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im April
Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im April

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Chartanalyse - Markteinschätzung Mai

Chartanalyse für den DAX

Chartanalyse für den DAX (Stand 04.05.2024)
Chartanalyse für den DAX (Stand 04.05.2024)

Der DAX hat pünktlich zum Monatsbeginn seine überfällige Korrektur eingeleitet und in der ersten Aprilhälfte von über 18.500 Punkten auf 17.650 Punkte korrigiert. Dabei hat er zum einen seinen kurzfristigen Aufwärtstrend (hellblau) gebrochen und ist zum anderen knapp unter die orangene Unterstützungslinie gefallen – diese hatte bislang aber ohnehin nur eine geringe Bedeutung. Vielmehr ist durch die Konsolidierung des DAX im April nun ein Unterstützungsbereich zwischen 17.650 und 17.900 Punkten (grün markiert) entstanden.

Der Bruch der kurzfristigen Aufwärtstrendlinie (hellblau) ist übrigens unkritisch. Dieser Aufwärtstrend verlief derart steil, dass er früher oder später gebrochen werden musste. Nun kommt es für eine Fortsetzung des übergeordneten Aufwärtstrends darauf an, dass der DAX sein aktuelles Niveau festigt. Anschließend steht einer Fortsetzung des Aufwärtstrends nichts im Weg.

Ein Freifahrtschein für weiter steigende Kurse ist das aber keinesfalls. Kurzfristig ist der DAX nun erstmal richtungslos und tendiert seitwärts. Im Mai ist sowohl ein Rückgang auf die Unterstützung bei 17.000 Punkten (lila – ehemaliges Allzeithoch) denkbar, sowie ein erneuter Angriff auf das Allzeithoch bei 18.570 Punkten.

Das zweite Szenario mit einem Anstieg über 18.600 Punkte würde allerdings wieder dazu führen, dass der DAX überkauft ist. Die Korrektur, die wir im April gesehen haben, war noch nicht so ausgeprägt, als dass die aktuellen Kurse günstig sind. Das bedeutet nicht, dass der DAX zunächst auf 17.000 Punkte fallen muss. Eine Fortsetzung der kurzfristigen Seitwärtsbewegung im Mai würde aber bereits ausreichen, um eine überkaufte Situation bei einem folgenden Anstieg zu vermeiden.

Solange der DAX oberhalb des Niveaus von aktuell rund 16.500 Punkten notiert, ist auch noch alles in Ordnung. Hier verläuft die Unterstützungszone (grün markiert), welche aus diversen Allzeithochs im Jahr 2023 resultiert. Außerdem findet der DAX hier bei seiner 200-Tage-Linie weitere Unterstützung. Ein Rückgang bis auf dieses Niveau ist im Mai aber unwahrscheinlich.

Chartanalyse für den S&P 500

Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 04.05.2024)
Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 04.05.2024)

Die Ausgangslage beim S&P 500 ist aktuell quasi identisch zu der beim DAX. Auch der S&P 500 hat seinen kurzfristigen Aufwärtstrend (hellblau) gebrochen und hat auf dem nächstgelegenem Unterstützungsniveau (grün markiert) eine Bodenbildung vollzogen. Diese Unterstützung resultiert aus der kurzen Seitwärtsbewegung Mitte Februar. Da dem S&P 500 auf diesem Niveau nun eine Stabilisierung gelungen ist, hat diese Unterstützung zwischen 4.950 und 5.040 Punkten klar an Relevanz gewonnen.

Auch für den S&P 500 gibt es nun zwei Szenarien. Entweder setzt der Index seine Korrektur noch einmal fort. Zielzone hierfür ist die Unterstützung bei 4.820 Punkten (blau markiert). Hier liegt das ehemalige Allzeithoch des Index. Knapp darunter verläuft die 200-Tage-Linie bei aktuell rund 4.700 Punkten sowie eine weitere leichte Unterstützung (orange), die auf die Konsolidierung Ende 2023 zurückzuführen ist.

Im Falle einer Ausdehnung der Korrektur wäre es aber klar besser, wenn bereits das Niveau von 4.820 Punkten nicht mehr durchschritten wird. Solange das der Fall ist, ist das charttechnische Bild absolut in Ordnung.

Ein weiteres Szenario ist natürlich auch für den S&P 500, dass dieser im Mai seine Aufwärtsbewegung schnell weiter fortsetzt. Ein sehr bullisches Signal wäre der Ausbruch auf ein neues Allzeithoch über 5.260 Punkte. Nachdem die Korrektur auch beim S&P 500 aber bislang nicht allzu groß ausgefallen ist, würde das schnell wieder zu einer überkauften Situation führen. Das ideale Szenario für den Mai ist daher eine Fortsetzung der Seitwärtsbewegung, welche den Unterstützungsbereich rund um 5.000 Punkten immer weiter stärken würde.

Chartanalyse für den Nasdaq100

Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 04.05.2024)
Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 04.05.2024)

Der Nasdaq100 hat seinen kurzfristigen Aufwärtstrendkanal Anfang April nach unten verlassen. Da dieser Aufwärtstrendkanal eine sehr starke Steigung aufgewiesen hat, war der Ausbruch nach unten aber nur eine Frage der Zeit und ist keinesfalls als langfristige Trendumkehr zu werten.

Die Korrektur, die der Nasdaq100 nach dem Ausbruch aus dem Trendkanal vollzogen hat, verlief wie im Lehrbuch und ging exakt bis auf das Niveau von 17.000 Punkten (hellblau markiert). Dort liegt das Allzeithoch aus dem Jahr 2023. Da der Nasdaq100 sich auf diesem Niveau nun stabilisiert hat, wurde die Unterstützung bei 17.000 Punkten final bestätigt.

Wie bereits beim DAX und auch S&P 500 gibt es auch beim Nasdaq100 zwei mögliche Szenarien: Der Index testet nochmal seine Unterstützung bei 17.000 Punkten, ggf. auch mit einer Ausweitung der Korrektur in Richtung der 200-Tage-Linie (bei aktuell 16.370 Punkten). Oder der Nasdaq100 greift sein Allzeithoch bei 18.465 Punkten an.

Da sich der Index die letzten Tage seitwärts bewegt hat, wäre es nichts anderes als ein Blick in die Glaskugel, nun in Aussicht zu stellen, welches dieser beiden Szenarien eintritt. Du sollst hierbei nur eine Orientierung haben und wissen, dass beide Szenarien absolut normal wären. Auch beim Nasdaq100 wäre im Mai allerdings eine Fortsetzung der Seitwärtsbewegung zu begrüßen. Nach dem starken Anstieg der letzten Monate darf eine Konsolidierung durchaus auch mal länger anhalten als nur vier Wochen.

Auch für den Nasdaq100 gilt, dass das charttechnische Bild absolut in Ordnung ist, solange der Index über seiner 200-Tage-Linie und vor allem auch über dem Unterstützungsbereich von 15.900 bis 16.250 Punkten (grün markiert) notiert.

Entwicklung der Inflation

Inflation in den USA

Am 10.04. wurden die Daten zur Inflation in den USA veröffentlicht. Erneut lag die Inflationsrate über den Erwartungen und auch über dem Niveau des Vormonats. Während die Inflation im Februar noch bei 3,2% lag, ist sie im März auf 3,5% gestiegen. Erwartet wurde ein Anstieg auf 3,4%. Als Reaktion eröffnete der S&P 500 am 10.04. direkt mit einem Abschlag von rund -1,0%.

Das Problem der Inflation in den USA ist aktuell, dass sich diese scheinbar doch hartnäckiger hält als erwartet. Damit wird es immer unwahrscheinlicher, dass wir in diesem Jahr noch drei Zinssenkungen der FED sehen (mehr dazu gleich).

Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre

Das Ziel der FED ist eine Inflationsrate in der Nähe von 2,0%. Solange sich die Inflation deutlich über 3% hält, sind Zinssenkungen durch die FED eher unwahrscheinlich. Die nächsten Inflationsdaten aus den USA gibt es am 15.05. Vor allem die nächsten zwei bis drei Monate dürften hier entscheidend sein. Ist in dieser Zeit kein Rückgang der Inflation zu erkennen, dürfte das auch eine für die Aktienmärkte eher ernüchternde Geldpolitik zur Folge haben.

Inflation in der Euro-Zone

Während sich die Inflation in den USA hartnäckig über 3% hält, ist in der Euro-Zone nach wie vor ein leichter Rückgang der Inflationsrate zu erkennen. Im März sind die Preise um nur noch 2,4% gestiegen. Im Februar lag die Inflationsrate noch bei 2,6%. Die Aktienmärkte reagierten auf die Inflationsdaten aus der Euro-Zone allerdings kaum.

Da die Inflationsrate in der Euro-Zone tendenziell im Rahmen der Erwartungen leicht rückläufig ist, verwundert es aber auch wenig, dass die Kursreaktion an den Börsen sehr gering ausfällt. Ohnehin sind es in der Regel die Daten zur US-Inflation die größere Bewegungen an den Aktienmärkten auslösen.

Am 30.04. gab es außerdem bereits die vorläufigen Daten zur Inflation in der Euro-Zone im April. Demnach lag die Inflation auch im April bei 2,4% – ebenfalls alles im Rahmen der Erwartungen der Analysten. Die finalen Daten gibt es dann am 17.05.

Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre

Was machen die Notenbanken?

Im April stand am 11.04. zunächst der Zinsentscheid der EZB auf der Agenda. Der Leitzins blieb aber wie zu erwarten bei 4,5%. Die EZB betonte aber, dass sie sich darin bestärkt sieht, dass die Inflation tatsächlich weiter zurückgeht. Auf einen konkreten Zinspfad legte sich der EZB-Rat allerdings nicht fest. Damit bleibt es weiterhin offen, ob die Zinsen in der Euro-Zone bei der nächsten Sitzung im Juni gesenkt werden.

Besonderes Augenmerk lag dann am 01.05. auf der FED und ihrer Notenbanksitzung. Auch bei der FED war im Vorfeld klar, dass es noch keine Zinssenkungen geben wird. Der eigentliche Zinsentscheid war somit nicht sonderlich interessant. Viel wichtiger war (wie die letzten Notenbanksitzungen auch schon) die anschließende Pressekonferenz.

Zwar geht die FED nicht von raschen Zinssenkungen aus, für etwas Erleichterung sorgte aber die Tatsache, dass es keine Andeutungen bezüglich Zinserhöhungen gab. Hier hat sich das Stimmungsbild in den letzten Monaten klar gedreht. Während zu Jahresbeginn noch von umfangreichen Zinssenkungen in diesem Jahr ausgegangen wurde, befürchten einige Marktteilnehmer inzwischen sogar Zinserhöhungen der FED.

Klar ist: Sollte die Inflation weiterhin klar über 3% liegen oder sogar über 4% steigen, werden Zinserhöhungen wahrscheinlicher, als dass es dieses Jahr Zinssenkungen geben wird. Auf solch ein Szenario sind die Aktienmärkte aktuell noch nicht vorbereitet und preisen dieses auch nicht ein. Genau deshalb ist der Blick auf die Entwicklung der Inflation in den USA in den kommenden Monaten so wichtig.

Aufschlussreich sind diesbezüglich auch die Daten des FED-Watch-Tools. Dieses ermittelt auf Basis der Daten von Futures, wie wahrscheinlich welche Zinsniveaus in der Zukunft sind. Vor einem Monat lag die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Juni noch bei 66%. Inzwischen beträgt die Wahrscheinlichkeit nur noch 8%. Diese Entwicklung ist auch ein wesentlicher Grund für die Korrektur an den Aktienmärkten, die wir im April gesehen haben. Nach den Daten des FED-Watch-Tools ist eine erste Zinssenkung aktuell im September am wahrscheinlichsten.

Die nächsten Termine der FED & EZB:

Berichtssaison

Vergangene Termine der Berichtssaison

Der April war vollgepackt mit wichtigen Terminen im Rahmen der Berichtssaison. Ein Großteil der wichtigsten Unternehmen aus den USA hat im April seine Quartalszahlen vorgelegt – und hier gab es einiges an Bewegung. In Einzelfällen sorgten die Veröffentlichungen der Quartalszahlen sogar für Bewegung am Gesamtmarkt. Das zeigt auch nochmal, wie wichtig es ist, die Quartalszahlen (insbesondere der großen Unternehmen) im Blick zu behalten, auch wenn du bei diesen Aktien aktuell nicht investiert bist.

Ergebnisse der Berichtssaison im April: EPS und Umsatz im Vergleich zu den Analystenschätzungen
Ergebnisse der Berichtssaison im April: EPS und Umsatz im Vergleich zu den Analystenschätzungen

Wie du an der umfangreichen Tabelle siehst, war im April in der Berichtssaison einiges los. Ich möchte an dieser Stelle nur auf die größten Unternehmen eingehen.

Für eine erste Überraschung sorgte Tesla. Obwohl sowohl Umsatz als auch Gewinn die Erwartungen verfehlt haben, legte die Aktie als Reaktion auf den Quartalsbericht deutlich zu. Grund dafür war, dass Tesla angekündigt hat neue Modelle schneller auf den Markt bringen zu wollen.

Eine komplett widersprüchliche Reaktion war am Tag drauf bei den Aktien von Meta zu sehen. Der Konzern hat die Umsatz- und Gewinnerwartungen jeweils deutlich schlagen können und dennoch ist die Aktie um -10% eingebrochen. Das zeigt, dass die Erwartungen an Meta insgeheim noch deutlich höher waren. Der große Kurseinbruch bei Meta sorgte sogar am Gesamtmarkt für Verunsicherung. Da Meta die Zahlen erst nachbörslich am 24.04. vorgelegt hat, folgte die Reaktion auch erst am 25.04. An diesem Tag verlor der S&P 500 direkt zur Eröffnung -1,4%, konnte bis zum Handelsschluss aber einen Großteil der Verluste wieder gutmachen.

Für Erleichterung sorgten dann am Abend am 25.04. die Zahlen von Microsoft aber vor allem von Alphabet. Die Alphabet-Aktie übertrag vor allem beim Gewinn je Aktie die Erwartungen der Analysten deutlich. Außerdem möchte der Konzern künftig eine Dividende zahlen. Die Aktie stieg am Folgetag um +10% und löste auch am Gesamtmarkt eine kleine Rallye aus. Direkt zur Eröffnung legte der S&P 500 rund +1,2% zu.

Anstehende Termine der Berichtssaison

Im April hat nun bereits viele große Unternehmen ihre Zahlen vorgelegt. Aber auch im Mai geht die Berichtssaison natürlich weiter. Hier siehst du eine Auswahl der wichtigsten Termine mit Blick auf Unternehmenszahlen für den Mai:

  • 07.05. WaltDisney
  • 07.05. BP
  • 07.05. Ferrari
  • 08.05. BMW
  • 15.05. Allianz
  • 15.05. Merck
  • 16.05. Walmart
  • 16.05. Applied Materials
  • 20.05. Palo Alto Networks
  • 22.05. Nvidia
  • 22.05. Synopsys
  • 23.05. Intuit
  • 29.05. Salesforce
  • 30.05. Costco Wholesale

Kalender – anstehende Wirtschaftstermine

Datum / Uhrzeit Termin
08.05. um 08:00 Industrieproduktion Deutschland (März)
14.05. um 08:00 Inflation Deutschland (April final)
14.05. um 11:00 ZEW-Konjunkturerwartungen
14.05. um 14:30 Produzentenpreise USA (April)
15.05. um 11:00 BIP Euro-Zone (Q1 Schätzung)
15.05. um 11:00 Industrieproduktion Euro-Zone (März)
15.05. um 14:30 Inflation USA (April)
15.05. um 14:30 Einzelhandelsumsätze USA
16.05. um 15:15 Industrieproduktion USA
17.05. um 11:00 Inflation Euro-Zone (April final)
24.05. um 08:00 BIP Deutschland (Q1)
27.05. um 10:00 Ifo-Geschäftsklimaindex
29.05. um 14:00 Inflation Deutschland (Mai vorläufig)
30.05. um 11:00 Arbeitslosenquote Euro-Zone
31.05. um 11:00 Inflation Euro-Zone (Mai vorläufig)
31.05. um 14:30 Private Konsumausgabe USA (April)

Fazit zur Markteinschätzung Mai

Im April haben wir nun endlich die Korrektur an den Aktienmärkten gesehen, die eigentlich schon für den März überfällig war. Die Aktienmärkte haben hierbei Rückgänge von teilweise -7% ausgehend vom zuvor erreichten Hoch verzeichnet, konnten bis zum Monatsende aber wieder ein bisschen Performance gutmachen.

Die Verluste im April sind vor allem auch auf die Erkenntnis zurückzuführen, dass es in diesem Jahr weniger Zinssenkungen in den USA geben wird als bislang angenommen. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im Juni ist innerhalb eines Monats von 66% auf 8% zurückgegangen. Sinken die Zinsen weniger schnell, ist das für den Aktienmarkt zunächst ein negatives Zeichen.

Besonders spannend dürften vor diesem Hintergrund daher die Daten zur Inflation aus den USA werden, die am 15.05. veröffentlicht werden. Auch die Berichtssaison hat gezeigt, dass einzelne Unternehmen in der Lage sind den Gesamtmarkt in eine Richtung zu lenken. Hier dürften im Mai vor allem die Zahlen von Nvidia am 22.05. wegweisend sein.

Kurzfristig betrachtet sind die Aktienmärkte jetzt erstmal richtungslos. Für den Mai ist es daher sowohl möglich, dass sich die Korrektur noch einmal ausweitet oder aber die Aktienmärkte neue Allzeithochs ansteuern. Hier eine klare und zuverlässige Prognose abzugeben, gleicht leider dem Blick in die Glaskugel. Klar ist aber, dass selbst bei weiteren Rückgängen von -5% ausgehend vom aktuellen Niveau, der übergeordnete Aufwärtstrend intakt bleibt.

Für den Mai heißt es daher entspannt bleiben und gucken was passiert. Über steigende Kurse können wir uns natürlich freuen. Sollten diese aber gleich zu Monatsbeginn wieder deutlich steigen, haben wir schnell wieder eine überkaufte Situation. Sehen wir nochmal eine Korrektur von -5%, kann diese für weitere Nachkäufe genutzt werden.

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