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Markteinschätzung Juni

Titelbild zum Blogbeitrag Markteinschätzung Mai mit zwei Bildschirmen mit Charts drauf im Hintergrund

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Ziel der Markteinschätzung Juni

In diesem Beitrag möchte ich dir meine Markteinschätzung für die Aktienmärkte für den Juni vorstellen. Zunächst werfen wir aber einen Blick auf die Performance der letzten Wochen und Monate. Anschließend untersuche ich mit dir in der Chartanalyse für die wichtigsten Indizes auf welche Marken es jetzt ankommt. Außerdem werte ich in der fundamentalen Marktanalyse unter anderem die Inflation und die Entscheidungen der Notenbanken aus. Ziel der Markteinschätzung ist, dass du weißt, was du in den nächsten Wochen am Aktienmarkt erwarten kannst.

Die Markteinschätzung für den Juni und der Rückblick auf den Mai erfolgt urlaubsbedingt diesen Monat schon kurz vor dem Monatswechsel. Alle in diesem Report gezeigten Daten beziehen sich auf die Schlusskurse vom 29.05.

Performance-Rückblick

Index-Heatmap

Die kleine Korrektur, die die Aktienmärkte im April verzeichnet haben, war im Mai auch schon wieder beendet. Wer dem Motto „Sell in may and go away“ gefolgt ist und Anfang Mai Aktien verkauft hat, hat also einen Fehler gemacht. Ohnehin bin ich kein Freund von Saisonalitäten. Die letzten Jahre kam es häufig genug vor, dass sich die Aktienmärkte den Sommer über freundlich gezeigt haben.

Im Mai haben die meisten Indizes deutliche Gewinne verbuchen können. Kurz vorm Monatsende (mit Daten vom 29.05.) steht beim DAX ein Plus von +3,0% zu Buche. Während die MidCaps des MDAX mit +1,2% dem DAX etwas hinterherlaufen, haben sich die Small-Caps aus dem SDAX mit +4,1% deutlich stärker gezeigt.

Der europäische Aktienmarkt (Stoxx600) hat einen Gewinn von +1,7% verzeichnen können. Besonders stark waren Aktien aus der Schweiz (SMI +4,7%) und den skandinavischen Ländern (StoxxNordic +3,5%). Sehr stark war der US-amerikanische Aktienmarkt. Der S&P 500 hat einen Gewinn von +4,6% verzeichnet und der Nasdaq100 legte sogar um +7,4% zu.

Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im Mai
Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im Mai

Performance im Mai

Anders als in den letzten Monaten ist zwischen den größten Indizes im Mai ein deutlicher Unterschied zu erkennen. Sehr auffällig ist hier wie die Performance zwischen den Indizes im Monatsverlauf immer weiter auseinandergeht. Der Nasdaq100 hat sich wie eben schon gesehen im Mai besonders stark entwickelt. Diese Outperformance zu den anderen Indizes ist vor allem in der zweiten Monatshälfte generiert worden.

Am 15.05. verzeichneten sowohl der Nasdaq100 als auch der S&P 500 einen deutlichen Kurssprung. Auslöser dafür war die Veröffentlichung der Inflationsdaten aus den USA. Hierauf haben die US-Börsen positiv reagiert, während der DAX und der Stoxx50 kaum eine größere Reaktion gezeigt haben.

Ausgehend von diesem Event hat vor allem der Nasdaq100 seine Outperformance bis zum Monatsende weiter auszubauen können. Beim DAX und Stoxx50 war von der Monatsmitte bis zum Monatsende dann sogar ein leichter Abwärtstrend zu erkennen.

Chart für die wichtigsten Aktienindizes im Mai
Chart für die wichtigsten Aktienindizes im Mai

Performance im letzten Jahr

Während in den letzten Monatsberichten noch eine große Outperformance des Nasdaq100 über die letzten zwölf Monate zu sehen war, ist diese nun deutlich geringer geworden. Grund dafür ist, dass nun die starken Monate aus dem Frühling 2023 aus der Analyse rausfallen, in denen der Nasdaq100 letztes Jahr besonders stark war.

Dennoch ist der Nasdaq100 auf Sicht der letzten zwölf Monate nach wie vor der beste Index im Vergleich mit einem Gewinn von +32,0%. Der S&P 500 folgt knapp dahinter mit einer Performance von +26,2%. Der DAX und der Stoxx600 liegen mit +15,7% beziehungsweise +11,5% deutlich dahinter. Beim DAX muss auch dazu erwähnt werden, dass die Dividenden hier mitberücksichtigt sind. Die Outperformance zum bereiten europäischen Aktienmarkt ist dadurch geringer als es auf den ersten Blick scheint. Nach wie vor enttäuschend sind die Nebenwerte des MDAX, welche auf Sicht eines Jahres nahezu unverändert notieren.

Charts für die wichtigsten Aktienindizes (DAX, MDAX, Stoxx600, S&P 500 und Nasdaq100) die letzten 12 Monate
Charts für die wichtigsten Aktienindizes (DAX, MDAX, Stoxx600, S&P 500 und Nasdaq100) die letzten 12 Monate

Blick auf die Volatilität: VIX

Im April hat der VIX kurzzeitig mal ein höheres Niveau von 20 erreicht, nachdem er zuvor sehr lange auf einem niedrigen Niveau notiert hat. Im Mai ist der VIX dank der freundlichen Entwicklung an den Aktienmärkten nun wieder gefallen und notiert aktuell bei 14,0. Der Vergleich der letzten Jahre zeigt, dass der VIX in den letzten Jahren kein einziges Mal über einen derart langen Zeitraum nahezu durchgehend unter dem Niveau von 20 Punkten beziehungsweise teilweise sogar öfter unter dem Niveau von 15 Punkten notiert hat.

Das derart niedrige Niveau des VIX ist auf den starken und schwankungsarmen Aufwärtstrend an den Aktienmärkten seit November letzten Jahres zurückzuführen. Der aktuell niedrige Stand des VIX zeigt, dass sich die Aktienmärkte in einem sehr entspannten Umfeld bewegen.

Entwicklung des VIX zwischen 2019 und 2024
Entwicklung des VIX zwischen 2019 und 2024

Tops & Flops im Mai

Für den deutschen Aktienmarkt werden die 100 Aktien des HDAX betrachtet:

Top/Flop Aktien aus dem HDAX (Deutschland)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im Mai 2024
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im Mai 2024

Top/Flop Aktien aus dem Nasdaq100 (USA)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im Mai 2024
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im Mai 2024

Top/Flop Aktien aus Europa (Stoxx Europe 50)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im Mai 2024
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im Mai 2024

Top-Flop-Einzelwerte in der Analyse

Da sich die Aktienmärkte im Mai sehr freundlich gezeigt haben, liegt der Fokus bei den größten Kursveränderungen hier auf den größten Gewinnern. Lediglich eine der fünf Aktien, auf die ich kurz näher eingehen möchte, fällt durch deutliche Kursverluste auf.

Siemens Energy: Die Aktie von Siemens Energy ging vor allem nach Vorlage des Quartalsberichts am 08.05 in einen Rallyemodus über. Die Zahlen für das abgelaufene Quartal waren besser als erwartet und auch der Ausblick fällt deutlich besser aus. Der Umsatz für das laufende Geschäftsjahr soll statt um 3%-7% nun um 10%-12% wachsen. Die anschließende Rallye hielt über mehrere Tage an und führte so zu einem Monatsgewinn von über 30%.

Moderna: Bei Moderna liegt bereits den ganzen Mai über eine starke Aufwärtsdynamik vor, die sich ab dem 22.05. nochmal beschleunigt hat. Konkrete News oder Events liegen hier allerdings keine vor.

Nvidia: Die Aktie von Nvidia hat auch im Mai die Rekordjagd weiter fortgesetzt. Am 22.05. hat das Unternehmen nachbörslich den Quartalsbericht vorgelegt, der die Erwartungen wieder einmal deutlich schlagen konnte. Hierbei hat das Unternehmen auch einen 10:1 Aktiensplit für den 06.06. angekündigt. Ein Großteil des Monatsgewinns ist in den folgenden Tagen nach Veröffentlichung dieser Daten generiert worden.

Qualcomm: Auch bei Qualcomm ist ein starker Quartalsbericht Grund für den großen Gewinn im Mai. Bereits zu Beginn des Monats (am 01.05.) hat das Unternehmen seine Zahlen vorgelegt und dabei auch einen positiven Ausblick auf das aktuelle Quartal gegeben. Die Rallye bei Qualcomm hielt in der Folge den gesamten Mai über an.

Lululemon: Größter Verlierer aus dem Nasdaq100 im Mai ist die Aktie von Lululemon. Ohnehin lag hier auch schon im März und April eine negative Dynamik vor. Hier gibt es kein einzelnes Event, das für Verluste gesorgt hat. Vielmehr haben wir im Mai eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung bei Lululemon gesehen.

Performance einzelner Branchen

Für die Analyse zyklischer und defensiver Sektoren werden die Branchenindizes des S&P 500 und Stoxx600 betrachtet.

Im Mai sehen wir, dass zyklische Sektoren deutlich höhere Gewinne verzeichnen konnten als die defensiven Sektoren. Im Mittel legten die zyklischen Sektoren um +2,7% zu, während die defensiven Sektoren nur einen Gewinn von +1,2% verzeichnen konnten. Diese Entwicklung passt auch sehr gut zur allgemein starken Entwicklung an den Aktienmärkten im Mai. Befinden sich die Aktienmärkte in einer starken Phase, verzeichnen Aktien aus zyklischen Sektoren für gewöhnlich höhere Gewinne.

Wesentlicher Faktor für die starke Performance der zyklischen Sektoren war ein Gewinn von +9,2% im Technologiesektor. Auf Platz zwei und drei liegen mit Aktien aus den Sektoren Kommunikationsdienste und Versorger dann hingegen defensive Sektoren. Somit ist die starke Entwicklung der zyklischen Sektoren in erster Linie auf den Technologiesektor zurückzuführen.

Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im Mai
Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im Mai

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Chartanalyse - Markteinschätzung Juni

Chartanalyse für den DAX

Chartanalyse für den DAX (Stand 30.05.2024)
Chartanalyse für den DAX (Stand 30.05.2024)

Nach der Korrektur im April hat sich der DAX im Mai dazu entschieden direkt wieder in den Rallyemodus überzugehen. Dieses Szenario habe ich in meiner letzten Markteinschätzung als eines bezeichnet, in der schnell wieder eine überkaufte Situation entstehen würde. Und genau so kam es dann auch. Zwar konnte der DAX sein vorheriges Allzeithoch von rund 18.570 Punkten nochmal überwinden, ein dynamischer Ausbruch in Richtung 19.000 Punkte blieb allerdings aus. Mit dem Sprung über das bisherigen Allzeithoch ist die eben erwähnte überkaufte Situation entstanden, sodass dem DAX in der Folge dann die Puste ausging.

Die seit Anfang November 2023 bestehende Aufwärtstrendlinie (grau gefärbt) hat der DAX bereits im April durchbrochen. Dass der DAX mit einem derart starken Tempo nicht über Monate hinweg weiter steigen kann, war aber klar. Von daher liegt hierbei kein Bruch des übergeordneten Aufwärtstrends vor.

Die letzten Tage hat der DAX den Rückwärtsgang eingelegt, was auch nochmal zeigt, dass die Fortsetzung der Rallye nach der kleinen Korrektur im April etwas zu früh kam und der Markt schnell wieder heiß gelaufen ist. Wichtig ist nun, dass das Niveau von rund 17.640 bis 17.870 Punkten hält (grün markiert). Hier liegt das Tief der Korrektur aus dem April. Solange sich der DAX darüber bewegt, ist alles in Ordnung.

Ideal wäre es, wenn wir im Juni zumindest eine Korrektur auf dieses Niveau sehen und erst ausgehend davon den Aufwärtstrend weiter fortsetzen. Im Sinne eines langfristig gesunden Aufwärtstrends wäre solch eine Entwicklung das gesündeste Szenario. Angesichts der Tatsache, dass der DAX die letzten Tage etwas Schwäche gezeigt hat, ist das ein durchaus realistisches Szenario.

Nach oben scheint die Luft erstmal dünn. Da der DAX bereits die letzten Wochen nicht über die Marke von 19.000 Punkten steigen konnte benötigt es schon einen klaren Impulsgeber, damit im Juni eine Fortsetzung der Rallye stattfindet. Hier kommen dann wieder die Inflationsdaten und vor allem die Notenbanken ins Spiel – dazu später mehr.

Chartanalyse für den S&P 500

Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 30.05.2024)
Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 30.05.2024)

Für den S&P 500 gilt weiterhin, dass die Ausgangslage ähnlich ist wie die beim DAX. Auch der S&P 500 hat seine graue Aufwärtstrendlinie bereits im April unterschritten. Diese hat inzwischen keine Relevanz mehr. Der Bruch dieser Aufwärtstrendlinie war unproblematisch, da ein langfristig so starker Anstieg ohnehin nicht möglich gewesen wäre.

Aktuell liegt der S&P 500 auf dem Niveau des zuletzt markierten Allzeithochs aus dem März (blau markiert bei rund 5.260 Punkten). Die letzten Tage hat der US-amerikanische Leitindex oberhalb dieses Niveaus konsolidiert. Dieses Niveau ist aber maximal als leichte Unterstützung anzusehen. Viel wichtiger ist das Niveau um 5.000 Punkte (grün markiert).

Die Korrektur im April hat den S&P 500 kurzzeitig unter 5.000 Punkten fallen lassen, bevor er sich dann wieder stabilisiert hat. Neben der psychologisch wichtigen Funktion dieser runden Marke ist auch die Tatsache, dass hier die letzte Korrektur gestoppt wurde, sehr wichtig. Im Falle einer ausgedehnteren Korrektur wäre das also die ideale Zielzone.

Kurse unterhalb von 5.000 Punkten beim S&P 500 sind im Juni unrealistisch. In einem Worst-Case-Szenario wäre der S&P 500 hier aber auch sehr gut abgesichert. Bei 4.820 Punkten verläuft das ehemalige Allzeithoch aus dem Jahr 2022 (hellblau markiert). Knapp darunter befindet sich die 200-Tage-Linie. Ein Kurseinbruch bis auf dieses Niveau wäre aber nur in Kombination mit sehr schlechten Wirtschaftsnachrichten (Stichwort Inflation & Notenbanken) denkbar.

Chartanalyse für den Nasdaq100

Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 30.05.2024)
Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 30.05.2024)

Beim Nasdaq100 ist auch noch über die letzten Tage eine klare Aufwärtsdynamik zu erkennen. Aktuell liegt der Index noch leicht über der hellblauen Unterstützung von rund 18.465 Punkten, welche aus dem letzten Allzeithoch aus dem März resultiert. Bei kleinen Rückgängen (auch Intraday) kann sich der Nasdaq100 hier immer ganz gut festigen.

Die nächste Unterstützung findet sich dann bei 17.800 Punkten (blau) und resultiert aus der Konsolidierung im März. Dieses Niveau hat der Nasdaq100 im April zwar kurz nach unten durchbrochen, konnte es innerhalb weniger Tage aber wieder zurückerobern.

Übergeordnet der wichtigste Unterstützungsbereich ist die Marke von 17.000 Punkten (orange). Diese hat ihren Ursprung im Hoch von Ende 2023 sowie dem Tief der Korrektur aus April. Hinzu kommt noch, dass knapp darunter die 200-Tage-Linie verläuft. Ausgehend vom aktuellen Kursniveau würde ein Rückgang auf dieses Niveau allerdings einem Verlust von etwa -10% entsprechen, was wenn überhaupt ein mögliches Szenario für den Verlauf des Sommers und nicht nur für den Juni ist.

Nach der starken Rallye im Mai beim Nasdaq100 ist das Potenzial nach oben kurzfristig nun allerdings begrenzt. Eine Seitwärtsbewegung in den kommenden Tagen oder eine kleine Korrektur auf die genannten Unterstützungsniveaus erscheinen da wahrscheinlicher.

Entwicklung der Inflation

Inflation in den USA

Die jüngsten Daten zur Inflation in den USA wurden am 15.05. veröffentlicht. Die Inflationsrate lag mit 3,4% knapp unter dem Niveau des Vormonats (3,5%). Im Vorfeld wurde dieser Rückgang bereits erwartet. Dennoch haben die Aktienmärkte vor allem in den USA positiv reagiert. Der S&P 500 konnte allein am Tag der Veröffentlichung um +1,2% zulegen.

Nachdem die Inflationsrate die Monate zuvor einen Anstieg verzeichnet hat, hat den Marktteilnehmern jetzt bereits ausgereicht, dass die Inflation im Rahmen der Erwartungen leicht zurückgegangen ist.

Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre

Mit einer Inflationsrate von 3,4% sind die USA aber noch ein gutes Stück vom Ziel der FED von 2,0% entfernt. Damit wir im Laufe des Jahres tatsächlich noch Zinssenkungen sehen ist es wichtig, dass die Inflationsrate in den kommenden Monaten noch weiter zurückgeht. Die nächsten Daten zur US-Inflation gibt es am 12.06.

Inflation in der Euro-Zone

Die Inflation in der Euro-Zone lag wie bereits im Vormonat bei 2,4%. Die finalen Daten, die am 17.05. veröffentlicht wurden, entsprachen damit der Ende April veröffentlichten Prognose von 2,4%. Entsprechend gab es an den Aktienmärkten keine nennenswerte Reaktion. In der Euro-Zone ist man dem Ziel der EZB daher aktuell deutlich näher, weshalb eine erste Zinssenkung im Juni sehr wahrscheinlich ist (dazu gleich mehr). Die nächsten vorläufigen Inflationsdaten aus der Euro-Zone gibt es am 31.05. Die finalen Daten folgen dann am 18.06.

Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre

Was machen die Notenbanken?

Im Mai gab es weder von der EZB noch von der FED einen Zinsentscheid. Daher gibt es hier rückblickend nicht viel zu berichten. Der Ausblick auf den Juni ist dafür umso spannender. Am 06.06. ist die EZB bereits am Zug. Aufgrund der zuletzt klar Richtung 2% gesunkenen Inflation in der Euro-Zone wird stark davon ausgegangen, dass die EZB bei ihrer Sitzung im Juni die erste Leitzinssenkung ankündigt.

Sollte die EZB den Erwartungen doch nicht gerecht werden, und den Leitzins weiterhin nicht antasten, könnte das für die Aktienmärkte vor allem kurzfristig eine Belastung darstellen. Neben dem Zinsentscheid im Juni wird aber auch spannend, ob sich die EZB zum weiteren geldpolitischen Kurs äußert. Bislang ist nämlich mehr als unklar wie es im weiteren Jahresverlauf mit den Zinsschritten in der Euro-Zone weitergehen soll. Aktuell scheinen zwei Zinsschritte im laufenden Jahr am wahrscheinlichsten.

Eine Woche später folgt dann am 12.06. der Zinsentscheid der FED. Da die Inflationsrate in den USA deutlich höher liegt, ist es so gut wie sicher, dass der Leitzins in den USA unverändert bleibt. Wie bereits bei den letzten FED-Sitzungen ist die anschließende Pressekonferenz deutlich interessanter. Ankündigungen ob und wann die Zinsen sinken sollen können dann eine große Auswirkung auf die Aktienmärkte haben.

Die Erwartungshaltung hat sich die letzten Wochen und Monate stark geändert. Während vor einigen Monaten noch drei Zinssenkungen durch die FED in diesem Jahr als sicher galten, sind inzwischen sogar zwei Senkungen eher unwahrscheinlich. Nach den Daten des FED-Watch-Tools ist eine Zinssenkung auch bei der Sitzung Ende Juli eher unwahrscheinlich. Auch für den Zinsentscheid im September liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen im aktuellen Korridor zwischen 5,25% und 5,5% bleiben, inzwischen bei 54%. Vor einem Monat lag diese Wahrscheinlichkeit bei nur 43%.

Die nächsten Termine der FED & EZB:

Berichtssaison

Vergangene Termine der Berichtssaison

Im Mai standen nur noch wenige wichtige Termine im Rahmen der Berichtssaison an. Die meisten großen Unternehmen haben ihre Zahlen bereits Ende April vorgelegt. Zwar hat auch noch Apple Anfang Mai seine Ergebnisse vorgestellt, diese wurden aber bereits in der Markteinschätzung vom letzten Monat vorgestellt.

Die folgende Tabelle zeigt dir die wichtigsten Earnings aus dem Mai. Ist beim Reporting-Datum ein Stern (*) dabei, wurden die Daten am jeweiligen Tag nachbörslich vorgelegt.

Ergebnisse der Berichtssaison im Mai: EPS und Umsatz im Vergleich zu den Analystenschätzungen
Ergebnisse der Berichtssaison im Mai: EPS und Umsatz im Vergleich zu den Analystenschätzungen

Das wohl mit Abstand wichtigste Event in der Berichtssaison im Mai war die Vorlage der Quartalszahlen von Nvidia. Die Erwartungen waren wieder einmal hoch und Nvidia hat es erneut geschafft die Erwartungen deutlich zu schlagen. Entsprechend ist die Aktie am Folgetag um über 9% gestiegen.

Von den starken Zahlen von Nvidia hat aber nicht nur die Aktie selbst profitiert, auch der gesamte Techsektor konnte aufatmen. Nach Vorlage der Nvidia-Zahlen hat auch der Nasdaq100 seine Outperformance zu den anderen Indizes im Mai nochmal etwas ausbauen können.

Was bei den anderen Quartalszahlen sonst noch auffällt, ist, dass einige Aktien trotz Vorlage guter Zahlen und dem Übertreffen der Erwartungen im Anschluss dennoch Kursverluste verzeichnen mussten. Das war zum Beispiel bei Ferrari, Cisco Systems und Palo Alto Networks der Fall. Nach der starken Kursentwicklung an den Aktienmärkten in den letzten Monaten reicht es also gerade bei Aktien, die zuvor gut gelaufen sind, nicht aus, dass die Erwartungen gerade so erfüllt werden.

Anstehende Termine der Berichtssaison

Die laufende Berichtssaison ist nun vorbei. Im Juni stehen nur ein paar wenige wichtige Quartalszahlen von Unternehmen an, deren Geschäftsjahresende nicht auf das Ende eines Quartals fällt. Wichtige Quartalszahlen gibt es im Juni von:

  • 12.06. Broadcom
  • 13.06. Adobe
  • 26.06. Micron Technology
  • 27.06. Nike

Kalender – anstehende Wirtschaftstermine

Datum / Uhrzeit Termin
31.05. um 11:00 Inflation Euro-Zone (Mai vorläufig)
31.05. um 14:30 Private Konsumausgaben (PCE) USA (April)
04.06. um 09:55 Arbeitslosenquote Deutschland (Mai)
05.06. um 11:00 Produzentenpreise Euro-Zone (April)
05.06. um 14:15 ADP-Arbeitsmarktbericht
06.06. um 14:15 EZB-Zinsentscheid
07.06. um 08:00 Industrieproduktion Deutschland (April)
07.06. um 11:00 BIP Euro-Zone Q1
07.06. um 14:30 US-Arbeitsmarktbericht (Mai)
12.06. um 08:00 Inflation Deutschland (Mai final)
12.06. um 14:30 Inflation USA (Mai)
12.06. um 20:00 FED-Zinsentscheid
13.06. um 11:00 Industrieproduktion Euro-Zone (April)
13.06. um 14:30 Produzentenpreise USA (Mai)
18.06. um 11:00 Inflation Euro-Zone (Mai final)
18.06. um 11:00 ZEW-Konjunkturerwartungen
18.06. um 14:30 Einzelhandelsumsätze USA (Mai)
18.06. um 15:15 Industrieproduktion USA (Mai)
24.06. um 10:00 ifo-Geschäftsklimaindex
28.06. um 14:30 Private Konsumausgaben (PCE) USA (Mai)

Fazit zur Markteinschätzung Juni

Nach der Korrektur im April sind die Aktienmärkte im Mai schnell wieder in den Rallyemodus übergegangen. Wie in der letzten Markteinschätzung erwähnt, haben wir damit schnell wieder eine überkaufte Situation erreicht. Ausgehend vom aktuellen Niveau ist die Luft nach oben daher eher dünn. Weitere Gewinne sind natürlich möglich, eine Fortsetzung der Rallye mit einem weiteren Gewinn von +5% im Juni wäre aber sehr optimistisch gedacht.

Charttechnisch wäre eine kleine Korrektur im Sinne eines langfristig gesunden Aufwärtstrends auf jeden Fall hilfreich. Die wichtigsten Kursniveaus habe ich dir in den Chartanalysen zu den Indizes gezeigt. Aufgrund der leichten Abwärtsbewegung der letzten Tage erscheint das Szenario einer kleinen Korrektur Anfang Juni wahrscheinlicher als die Fortsetzung des Aufwärtstrends.

In welche Richtung die Aktienmärkte im Juni tendieren, hängt aber in erster Linie von den Entscheidungen und vor allem den Äußerungen der Notenbanken ab. Los geht’s am 06.06. mit dem Zinsentscheid der EZB, die FED folgt dann am 12.06. Ebenfalls am 12.06. gibt es frische Inflationsdaten aus den USA. Auf die Entscheidungen der FED am Abend haben diese allerdings keine Auswirkung mehr. Klar ist aber, dass der 12.06. der spannendste Handelstag des Monats werden dürfte.

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