Suche
Close this search box.

Inhaltsverzeichnis

Markteinschätzung Juli

Titelbild zum Blogbeitrag Markteinschätzung Juli mit einem Trading Desk im Hintergrund

Inhaltsverzeichnis

Ziel der Markteinschätzung Juli

In diesem Beitrag möchte ich dir meine Markteinschätzung für die Aktienmärkte für den Juli vorstellen. Zunächst werfen wir aber einen Blick auf die Performance der letzten Wochen und Monate. Anschließend untersuche ich mit dir in der Chartanalyse für die wichtigsten Indizes auf welche Marken es jetzt ankommt. Außerdem werte ich in der fundamentalen Marktanalyse unter anderem die Inflation und die Entscheidungen der Notenbanken aus. Ziel der Markteinschätzung ist, dass du weißt, was du in den nächsten Wochen am Aktienmarkt erwarten kannst.

Performance-Rückblick

Index-Heatmap

Im Juni haben wir an den weltweiten Börsen ein gemischtes Bild gesehen. Während der DAX mit einem Verlust von -1,4% nur einen geringen Rückgang verzeichnet, sind die deutschen Nebenwerte erneut massiv unter Druck geraten. Der MDAX verlor -5,8% und auch der SDAX schneidet mit -5,3% sehr schwach ab.

Anders sieht das Bild in den USA aus: Der S&P 500 konnte einen Gewinn von +3,5% verzeichnen und der Nasdaq100 legte sogar einen satten Kurszuwachs vom +6,2% hin. Während in Deutschland und Europa im Juni nichts zu holen war, waren die US-Börsen in der Lage eine starke Rallye zu verzeichnen. Damit war der Juni nun der erste Monat in diesem Jahr, in dem die europäischen Aktienmärkte dem US-amerikanischen Aktienmarkt klar hinterher gelaufen sind.

Der breite europäische Aktienmarkt in Form des Stoxx600 hat im Juni einen kleinen Verlust von -1,3% verbucht. Besonders auffällig ist der große Verlust des CAC40 von -6,4%. Die Schwäche des französischen Aktienmarktes ist auf die politischen Unsicherheiten nach der Europawahl und der Ankündigung von Neuwahlen in Frankreich zurückzuführen.

Vielleicht kennst du das Sprichwort „politische Börsen haben kurze Beine“. Es kommt häufig vor, dass politische Untersicherheiten kurzfristig zu größeren Verlusten führen. Langfristig bieten solchen Situation aber eher Chancen. Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass sich der europäische Aktienmarkt sonst relativ stabil gehalten hat, bietet der große Rückgang des französischen Aktienmarktes nun natürlich auch bei qualitativ hochwertigen Einzeltiteln gute Einstiegschancen.

Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im Juni
Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im Juni

Performance im Juni

Der Blick auf den Monatschart zeigt den deutlichen Performanceunterschied zwischen Europa und den USA im Juni noch einmal deutlich. In den erten Handeltagen des Monats lagen der DAX, Stoxx50, der S&P 500 und der Nasdaq100 noch nahezu gleichauf.

Speziell ab dem 10.06. ging die Performancekurve dann aber auseinander. Während die europäischen Aktienmärkte in eine Korrektur übergegangen sind und sich klar von ihren Allzeithochs distanziert haben, haben der S&P 500 sowie der Nasdaq100 nahezu täglich ein neues Allzeithoch markiert.

Chart für die wichtigsten Aktienindizes im Juni
Chart für die wichtigsten Aktienindizes im Juni

Performance im letzten Jahr

Aufgrund der starken Entwicklung der US-Aktienmärkte im abgelaufenen Monat ist der Performanceunterschied auf Jahressicht zwischen den US-Indizes sowie Deutschland und Europa wieder größer geworden. Im Chart ist klar zu erkennen, dass der S&P 500, vor allem aber der Nasdaq100, seit Anfang Mai eine deutliche Outperformance verzeichnet haben. Der DAX und Stoxx600 sind die beiden letzten Monate hingegen eher seitwärts gelaufen.

Nach wie vor enttäuschend ist die Performance vom MDAX. Hier sehen wir zwischenzeitlich immer mal ein kleines Zeichen von Stärke, dennoch schaffen es die deutschen Nebenwerte nicht einen nachhaltigen Aufwärtstrend zu etablieren. Auf Sicht der letzten zwölf Monate hat der MDAX sogar einen Verlust von -6% verzeichnet und notiert nach wie vor rund 30% unter seinem Allzeithoch.

Charts für die wichtigsten Aktienindizes (DAX, MDAX, Stoxx600, S&P 500 und Nasdaq100) die letzten 12 Monate
Charts für die wichtigsten Aktienindizes (DAX, MDAX, Stoxx600, S&P 500 und Nasdaq100) die letzten 12 Monate

Blick auf die Volatilität: VIX

Dass sich vor allem der US-Aktienmarkt aktuell in einem sehr entspannten Umfeld befindet, zeigt auch nochmal die Auswertung des VIX. Aktuell notiert der VIX bei nur 12,5 Punkten und damit auf einem historisch äußerst niedrigen Niveau. Bereits im Vormonat lag der VIX mit 14 Punkten sehr niedrig.

Beim Blick auf die letzten Jahre wird auch nochmal deutlich, dass der VIX kontinuierlich fällt und selbst kleine Spitzen (wie zuletzt im April gesehen) immer tiefer liegen als die vorherigen. Das bedeutet, dass, wenn wir mal etwas mehr Bewegung am Markt kriegen, die Schwankungen dennoch geringer sind als bei der volatileren Phase zuvor.

Ich möchte an dieser Stelle gar nicht sagen, dass die Zeit nun reif ist für hohe Volatilität. Speziell die letzten Monate waren wir aber mit einem sehr ruhigen Marktumfeld gesegnet und einige Investoren haben vielleicht vergessen, wie sich größere Schwankungen anfühlen. Sollte es in den kommenden Wochen oder Monaten also mal dazu kommen, schau gerne auf den VIX, um ein Gefühl dafür zu bekommen, dass auch dann weiterhin alles normal ist.

Entwicklung des VIX zwischen 2019 und 2024
Entwicklung des VIX zwischen 2019 und 2024

Tops & Flops im Juni

Für den deutschen Aktienmarkt werden die 100 Aktien des HDAX betrachtet:

Top/Flop Aktien aus dem HDAX (Deutschland)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im Juni 2024
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im Juni 2024

Top/Flop Aktien aus dem Nasdaq100 (USA)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im Juni 2024
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im Juni 2024

Top/Flop Aktien aus Europa (Stoxx Europe 50)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im Juni 2024
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im Juni 2024

Performance einzelner Branchen

Für die Analyse zyklischer und defensiver Sektoren werden die Branchenindizes des S&P 500 und Stoxx600 betrachtet.

Bereits im Mai haben wir gesehen, dass sich zyklische Sektoren deutlich besser entwickelt haben als defensive Sektoren. Der Performanceunterschied im Mai belief sich auf rund 1,4%-Punkte. Genau dieselbe Differenz sehen wir nun auch im Juni. Während die zyklischen Sektoren einen kleinen Gewinn von +0,5% verzeichnen konnten, sehen wir bei den defensiven Sektoren einen Verlust von -0,9%.

Wesentlich getragen wird die starke Performance der zyklischen Sektoren allerdings erneut vom Technologiesektor. Dieser hat bereits im Mai einen Gewinn von +9,2% verzeichnet und konnte nun erneut um fast 9% steigen. Das erklärt auch die deutliche Outperformance der USA im Vergleich zu Europa. Der US-amerikanische Aktienmarkt ist deutlich Tech-lastiger. Eine Rallye bei Technologieaktien sorgt also vor allem bei den US-Indizes für große Gewinne.

Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im Juni
Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im Juni

Du möchtest auf dem Laufenden bleiben?

Dann trage dich gerne für meinen kostenlosen Newsletter ein:

Chartanalyse - Markteinschätzung Juli

Chartanalyse für den DAX

Chartanalyse für den DAX (Stand 29.06.2024)
Chartanalyse für den DAX (Stand 29.06.2024)

Der DAX hat das Idealszenario aus meiner letzten Markteinschätzung im Juni perfekt abgearbeitet. Nachdem der DAX Ende Mai bereits eine kleine Kursschwäche verzeichnet hat, hat sich diese Abwärtsdynamik auch in der ersten Junihälfte fortgesetzt. In meiner letzten Markteinschätzung hatte ich erwähnt, dass es ideal wäre, wenn der DAX vor einer Fortsetzung der Rallye nun nochmal eine kleine Korrektur in Richtung der Unterstützungszone zwischen 17.640 und 17.870 Punkten (grün markiert) vollzieht.

Ganz erreicht hat der DAX dieses Niveau zwar nicht, knapp darüber fand dann aber eine Stabilisierung statt und bis zum Monatsende waren wieder leicht steigende Kurse zu sehen. Diese Korrektur hat nun aber dabei geholfen, dass der DAX nicht mehr überhitzt ist. Weiterhin gilt, dass das Niveau von 17.640 bis 17.870 Punkten halten sollte. Sehen wir im Juli nochmal einen Rücksetzer in diese Zone, bietet sich das ideal für Nachkäufe an.

Sollte der DAX diese Unterstützung durchbrechen, ist der langfristige Aufwärtstrend aber nach wie vor intakt. Dann rückt das Niveau von 17.000 Punkten in den Fokus. Hier verläuft aktuell die 200-Tage-Linie. Außerdem verläuft hier der ehemalige Widerstand von Ende 2023 / Anfang 2024 (lila). Spätestens hier sollte eine Korrektur gestoppt werden. Ein Rückgang bis auf dieses Niveau im Juli ist aber unwahrscheinlich.

Auf der Oberseite hat sich zwischen 18.570 und 18.900 Punkten nun eine Widerstandszone gebildet. Die Unterseite dieser Zone ergibt sich durch das Hoch von Anfang April sowie das Allzeithoch aus dem Mai. Nachdem der DAX Mitte Mai hier sein Allzeithoch markiert hat, hat die Aufwärtsbewegung deutlich an Schwung verloren und ein Ausbruch auf noch höhere Hochs ist gescheitert. Ein Anstieg im Juli bis in diesen Bereich ist sehr wahrscheinlich. Für Kurse oberhalb von 18.900 oder gar 19.000 Punkten wird es allerdings nennenswerte positive Impulse von der Wirtschaftsseite benötigen.

Chartanalyse für den S&P 500

Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 29.06.2024)
Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 29.06.2024)

Während vor einigen Monaten die Chartanalyse für den DAX und den S&P 500 nahezu identisch war, ergibt sich aufgrund des deutlichen Performanceunterschieds der letzten beiden Monate nun natürlich ein ganz anderes Bild. Beim S&P 500 sehen wir aktuell keine Topbildung. Im Gegenteil: Der S&P 500 war im Juni in der Lage ein neues Allzeithoch nach dem nächsten zu markieren.

Die Luft wird für den S&P 500 langsam allerdings dünn. Aktuell notiert der S&P 500 rund 12% über seinem 200-Tage-Durchschnitt. Historisch betrachtet ist das ein sehr hoher Wert, was aber nicht bedeutet, dass wir nun eine Korrektur sehen müssen. Zum Vergleich: Bereits Anfang Februar notierte der S&P 500 rund 12% über seinem 200-Tage-Durchschnitt. Dennoch ging die Rallye bis Mitte März weiter. In dieser Zeit konnte der S&P 500 um weitere 6% steigen. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt ist bis Ende März auf 14% gestiegen. Erst dort haben wir dann eine Korrektur von etwa 6% gesehen.

Was ich dir damit sagen möchte? Beim S&P 500 ist eine Fortsetzung der Rallye weiterhin möglich. Klar dürfte dabei aber auch sein, dass die Luft zu dünn ist, als dass im Juli jetzt ein Gewinn von über 5% erwartet werden darf. Außerdem musst du darauf vorbereitet sein, dass wir jederzeit wieder eine ähnliche Korrektur von 5% bis 10% sehen können, wie es zuletzt im April der Fall war. Der US-amerikansiche Aktienmarkt ist heiß gelaufen und das macht ihn anfälliger für eine Korrektur. Nun zuverlässig zu sagen, wann wir diesen Rückgang sehen wäre aber ein Blick in die Glaskugel. Gut möglich, dass der S&P 500 sein hohes Niveau im Juli hält oder vielleicht auch noch etwas ausbaut.

Entscheidend ist es zu wissen wie du auf eine mögliche Korrektur reagierst und welche Niveaus wichtig sind. Und hier zeigt der Chart deutlich, dass der S&P 500 nach unten sehr gut abgesichert ist. Eine erste kleine Unterstützung findet sich bereits durch die Aufwärtslücke vom 12.06. bei 5.375 bis 5.405 Punkten.

Mit Blick auf den gesamten Monat dürfte das Niveau zwischen 5.200 und 5.260 Punkten aber deutlich wichtiger sein. Hier hat der S&P 500 zuletzt Ende Mai Halt gefunden. Selbst darunter findet sich zwischen 4.950 und 5.040 Punkten die nächste große Unterstützung, wo der S&P 500 zuletzt Mitte April sein Tief markiert hat. Im Juli ist eine Korrektur bis auf dieses Niveau aber äußerst unwahrscheinlich.

Chartanalyse für den Nasdaq100

Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 29.06.2024)
Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 29.06.2024)

Auch beim Nasdaq100 sehen wir über die letzten Wochen eine starke Aufwärtsdynamik. Der Nasdaq100 bewegt sich wie bereits zwischen Dezember 2023 und März 2024 in einem steilen Aufwärtstrendkanal. Ein Ausbruch aus diesem Kanal ist allerdings nicht als Trendbruch zu werten. Der aktuelle Trendkanal weist eine derart starke Steigung auf, sodass früher oder später ein Ausbruch nach unten stattfinden muss.

Wie der S&P 500 ist auch der Nasdaq100 aktuell heiß gelaufen. Kleine weitere Gewinne sind im Juli natürlich weiterhin möglich. Auch hier ist mit einer starken Rallye mit Kursgewinnen von mehr als 5% aber eher nicht zu rechnen.

Für die nächsten Tage wäre eine Konsolidierung auf dem aktuellen Niveau gesund. Eine gute Unterstützung hierfür ist die Aufwärtslücke vom 12.06. zwischen 19.220 und 19.350 Punkten. Bereits nach einem Rückgang auf dieses Niveau stünde einer Fortsetzung des Aufwärtstrends nichts im Wege.

Aber auch ein Rückgang bis in den Bereich von rund 18.460 Punkten (hellblau) markiert wäre alles andere als problematisch. Knapp unterhalb dieses Niveaus hat sich der Nasdaq100 zuletzt Ende Mai stabilisiert. Ausgehend vom aktuellen Niveau würde das aber bereits einem Rückgang von -6% entsprechen, was eigentlich nur zu erwarten ist, wenn sich die Stimmung am Gesamtmarkt deutlich eintrübt.

Entwicklung der Inflation

Inflation in den USA

Die letzten Inflationsdaten aus den USA wurden am 12.06. veröffentlicht und beziehen sich auf die Preisentwicklung im Mai. Die Inflationsrate lag im Mai bei 3,3% und damit 0,1%-Punkte niedriger als die erwarteten 3,4%. Im Vormonat lag die Inflationsrate bei 3,4%. Statt einer Stagnation der Inflationsrate war nun zumindest schon mal ein kleiner Rückgang zu sehen. Die Reaktion an den US-Börsen fiel positiv aus. Direkt zur Eröffnung am 12.06. startete der S&P 500 mit einem Gewinn von +1,3%.

Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre

Nachdem die Inflationsrate im März noch bei 3,5% lag, sind im April und Mai nun jeweils Rückgänge von 0,1%-Punkten verzeichnet worden. Das ist zumindest schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Bis die Inflationsrate niedrig genug ist, sodass die FED mit ihren Zinssenkungen beginnen kann, wird es dennoch etwas dauern. Die Daten zur Inflation für den Juni werden am 11.07. veröffentlicht.

Inflation in der Euro-Zone

Bereits am 31.05. wurden die vorläufigen Inflationsdaten der Euro-Zone für den Mai veröffentlicht. Nach diesen Daten lag die Inflationsrate im Mai bei 2,6% und damit höher als im April (2,4%). Erwartet wurde lediglich ein Anstieg auf 2,5%. Anders als in den USA spielt die Entwicklung der Inflation in Europa aktuell allerdings eine eher weniger kritische Rolle. Trotz der leicht höheren Inflationsrate gab es an den Aktienmärkten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Reaktion.

Auch die finalen Daten, die am 18.06. kamen, haben die Prognose noch einmal bestätigt. Die Inflationsrate im Mai lag in der Euro-Zone also bei 2,6%. Eine nennenswerte Reaktion an den Aktienmärkten gab es auch hier nicht.

Grund dafür, dass die Aktienmärkte in der Euro-Zone aktuell weniger stark auf die Entwicklung der Inflationsrate achten, ist sicherlich auch, dass die Inflationsrate in der Euro-Zone bereits auf einem ausreichend niedrigen Niveau ist, was der EZB Spielraum für Zinssenkungen einräumt. In den USA reagieren die Marktteilnehmer hingegen noch deutlich stärker auf die Inflationsdaten, da die Inflationsrate hier noch deutlich weiter vom Ziel der FED entfernt liegt. Abweichungen von den Inflationserwartungen haben in den USA daher eine deutlich größere Auswirkung.

Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre

Was machen die Notenbanken?

Im Juni gab es sowohl von der EZB als auch von der FED einen Zinsentscheid. Angefangen hat die EZB am 06.06. mit ihrer Notenbanksitzung. Bereits im Vorfeld galt es als nahezu sicher, dass die EZB ihren Leitzins um 0,25%-Punkte senken wird. Diese Erwartungen hat die EZB auch erfüllt. Der Leitzins liegt nun bei 4,25%. Einen konkreten Fahrplan für das weitere Jahr gab es allerdings nicht. Ohnehin wird nicht damit gerechnet, dass es noch viele Zinsschritte der EZB in diesem Jahr geben wird.

Neben der Entscheidung über die Leitzinsen hat sich die EZB außerdem zu ihren Prognosen hinsichtlich Inflation und der Konjunktur geäußert. Für das laufende Jahr erwartet die EZB eine Inflationsrate von 2,5% und für 2025 eine Inflationsrate von 2,2%. Beide Prognosen liegen 0,2%-Punkte höher als bei der letzten Prognose. Gleichzeitig hat die EZB aber auch ihre Konjunkturprognose angehoben. Für 2024 wird nun ein Wirtschaftswachstum der Euro-Zone von 0,9% erwartet (zuvor war man von 0,6% ausgegangen). Die leicht erhöhte Inflationsprognose zeigt, dass wir von der EZB nun nicht erwarten dürfen, dass bei den nächsten Sitzungen regelmäßig weitere Zinssenkungen folgen werden.

Am 12.06. folgte dann der Zinsentscheid der FED. Hier war bereits im Vorfeld klar, dass die FED den Leitzins nicht antasten wird. Dieser Erwartung ist die FED auch gerecht geworden. Der Leitzins in den USA liegt weiterhin in einer Spanne zwischen 5,25% und 5,5%. Auch ein konkreter Termin für die erste Zinssenkung wurde nicht genannt. Nach den letzten Äußerungen wird aktuell von nur noch einer Zinssenkung im laufenden Jahr ausgegangen.

Umso beachtlicher ist es, dass sich vor allem die Aktienmärkte in den USA weiterhin auf Rekordjagd befinden. Die Anfang November letztes Jahr gestartete Rallye war vor allem auf die Erwartung mehrerer Zinssenkungen in diesem Jahr zurückzuführen. Dass diese Zinsfantasien nun nicht erfüllt werden, kann den Börsen bislang nichts anhaben. Insgesamt ist das ein gutes Zeichen, weil es darauf hindeutet, dass es nun die starke wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen ist, die diese Rallye stützt.

Nach den Daten des FED-Watch-Tools, welches auf Basis von Futures versucht die Wahrscheinlichkeit eines bestimmten Zinsniveaus für die Zukunft zu ermitteln, ist aktuell eine Zinssenkung im September am wahrscheinlichsten. Die Wahrscheinlichkeit hierfür liegt aktuell bei 64%. Vor einem Monat lag diese Wahrscheinlich bei nur 47%. Grund für diese leichte Verbesserung ist auch der leichte Rückgang der Inflationsrate im Mai.

Die nächsten Termine der FED & EZB:

Berichtssaison

Vergangene Termine der Berichtssaison

Im Juni gab es nur wenige spannende Termine mit Blick auf die Berichtssaison. Auch hier gab es aber ein paar große Unternehmen, die ihre Zahlen vorgelegt haben. Dass außerhalb der Berichtssaison dennoch einige Unternehmen ihre Quartalszahlen vorlegen liegt daran, dass das Ende eines Geschäfts-Quartals bei diesen Unternehmen nicht auf das Ende der kalendarischen Quartale fällt.

Die folgende Tabelle zeigt dir die wichtigsten Earnings aus dem Mai. Ist beim Reporting-Datum ein Stern (*) dabei, wurden die Daten am jeweiligen Tag nachbörslich vorgelegt.

Ergebnisse der Berichtssaison im Juni: EPS und Umsatz im Vergleich zu den Analystenschätzungen
Ergebnisse der Berichtssaison im Juni: EPS und Umsatz im Vergleich zu den Analystenschätzungen

Besonders spannend waren im Juni die Quartalszahlen von Broadcom und Adobe. Beide Unternehmen liegen mit ihren Ergebnissen zwar nur leicht über den Erwartungen, die Kursreaktion fiel dafür umso positiver aus. Die Rallye bei den beiden Technologieaktien hat dem gesamten Sektor Rückenwind verliehen, was auch eine Erklärung dafür ist, dass sich die US-Börsen in der zweiten Juni-Hälfte stark entwickelt haben.

Dass gute Quartalszahlen aber nicht unbedingt zu Kursgewinnen führen, hat das Beispiel Micron Technology gezeigt. Besonders enttäuschend war außerdem die Vorlage der Quartalszahlen von Nike. Beim Gewinn konnte Nike die Erwartungen zwar deutlich übertreffen, beim Umsatz jedoch nicht. Außerdem hat Nike eine Prognosesenkung für den Umsatz herausgegeben und die Anleger damit geschockt.

Anstehende Termine der Berichtssaison

Im Juli läuft die nächste Berichtssaison nun wieder an. In der folgenden Übersicht findest du die wichtigsten Termine. Besonders spannend wird der 23.07., wenn mit Alphabet und Microsoft gleich zwei Big-Tech-Konzerne ihre Zahlen nachbörslich vorlegen.

  • 11.07. PepsiCo
  • 12.07. JPMorgan Chase
  • 15.07. Goldman Sachs
  • 16.07. UnitedHealth
  • 17.07. ASML Holding
  • 18.07. Netflix
  • 18.07. Novartis
  • 19.07. American Express
  • 22.07. Verizon
  • 22.07. SAP
  • 23.07. LVMH
  • 23.07. Coca-Cola
  • 23.07. Alphabet
  • 23.07. Microsoft
  • 23.07. Visa
  • 24.07. Meta
  • 24.07. Boeing
  • 25.07. Hermès
  • 25.07. Roche Holding
  • 25.07. Nestlé
  • 25.07. AstraZeneca
  • 25.07. Intel
  • 25.07. McDonald’s
  • 26.07. Mercedes
  • 26.07. Chevron
  • 30.07. L’Oreal
  • 30.07. Airbus
  • 30.07. Procter & Gamble
  • 30.07. AMD

Kalender – anstehende Wirtschaftstermine

Datum / Uhrzeit Termin
01.07. um 11:00 Inflation Deutschland (Juni vorläufig)
01.07. um 16:00 ISM Manufacturing Index
02.07. um 11:00 Inflation Euro-Zone (Juni vorläufig)
03.07. um 11:00 Produzentenpreise Euro-Zone (Mai)
03.07. um 14:15 ADP-Arbeitsmarktbericht
05.07. um 08:00 Industrieproduktion Deutschland (Mai)
05.07. um 14:30 Offizieller US-Arbeitsmarktbericht
11.07. um 08:00 Inflation Deutschland (Juni final)
11.07. um 14:30 Inflation USA (Juni)
12.07. um 14:30 Produzentenpreise USA (Juni)
15.07. um 11:00 Industrieproduktion Euro-Zone (Mai)
16.07. um 11:00 ZEW-Konjunkturerwartungen
16.07. um 14:30 Einzelhandelsumsätze USA (Juni)
17.07. um 11:00 Inflation Euro-Zone (Juni final)
18.07. um 14:15 EZB-Zinsentscheid
23.07. um 16:00 Verbrauchervertrauen Euro-Zone
24.07. um 08:00 Gfk-Verbrauchervertrauen
25.07. um 10:00 ifo-Geschäftsklimaindex
26.07. um 14:30 PCE (private Konsumausgaben) USA (Juni)

Fazit zur Markteinschätzung Juli

Während die USA im Juni ihre Rallye fortgesetzt haben, gab es an den europäischen Aktienmärkten kleine Verluste. Auf Sicht der letzten zwei Monate haben wir nun einen deutlichen Performanceunterschied zwischen Europa und den USA. Die höhere Dynamik ist aktuell klar bei US-Aktien, allerdings ist der US-Aktienmarkt nun auch überhitzt. Eine Fortsetzung der Rallye im Juli ist möglich, die Luft wird allerdings dünn.

Für die europäischen Indizes kommt es bei weiteren Kursrückgängen darauf an, dass die nächsten Unterstützungen halten, damit der langfristige Aufwärtstrend intakt bleibt. Den US-Indizes würde eine kleine Korrektur von 5% in den nächsten Wochen guttun. Hier sind auf jeden Fall ausreichend Unterstützungen vorhanden, von denen ausgehend der übergeordnete Aufwärtstrend dann fortgesetzt werden könnte.

In der erste Juli-Hälfte werden vor allem die Inflationsdaten aus den USA am 11.07. wichtig. In sich hat es vor allem die zweite Julihälfte mit der EZB-Sitzung, dem Start der Bilanzsaison, bei der auch schon viele Schwergewichte mit dabei sind, sowie dem FED-Zinsentscheid am 31.07. Der Juli bietet also ausreichend Impulse. Je nachdem wie die einzelnen Events verlaufen, dürfte das auch über die weitere Richtung an den Börsen entscheiden. Dank der Chartanalyse kennst du nun die Niveaus, auf die es im Juli ankommt. Die übergeordnete Richtung wird aber von den genannten Events abhängig sein.

Du möchtest auf dem Laufenden bleiben?

Dann trage dich gerne für meinen kostenlosen Newsletter ein: