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Markteinschätzung März

Titelbild zum Blogbeitrag Markteinschätzung März mit einem Chart und einem Hochhaus im Hintergrund

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Ziel der Markteinschätzung

In diesem Beitrag möchte ich dir meine Markteinschätzung für die Aktienmärkte für den März vorstellen. Zunächst werfen wir aber einen Blick auf die Performance der letzten Wochen und Monate. Anschließend untersuche ich mit dir in der Chartanalyse für die wichtigsten Indizes auf welche Marken es jetzt ankommt. Außerdem werte ich in der fundamentalen Marktanalyse unter anderem die Inflation und die Entscheidungen der Notenbanken aus. Ziel der Markteinschätzung ist, dass du weißt, was du in den nächsten Wochen am Aktienmarkt erwarten kannst.

Performance-Rückblick

Index-Heatmap

Im Februar haben die Aktienmärkte in den Rallyemodus geschaltet. Stark zeigten sich dabei vor allem der DAX mit einem Gewinn von 4,6% sowie die US-Börsen: Der S&P 500 legte um +5,2% zu, ähnlich wie der Nasdaq100, der um +5,3% gestiegen ist. Der breite europäische Aktienmarkt hielt sich mit einem Gewinn von +1,8% beim Stoxx600 da ein wenig zurück.

Enttäuschend ist die Performance der deutschen Nebenwerteindizes: Der MDAX und SDAX gaben in einem sonst starken Marktumfeld um jeweils -0,5% nach. Die Krise bei den deutschen Nebenwerten setzte sich damit auch im Februar weiter fort. Erstaunlich stark zeigten sich die asiatischen Börsen. Der Nikkei legte um +7,9% zu und auch der Hang Seng versucht mit einem Monatsgewinn von +6,6% seinen übergeordneten Abwärtstrend zu stoppen.

Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im Februar
Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im Februar

Performance im Februar

Während die US-Börsen vergleichsweise stark in den Februar gestartet sind, haben sich der DAX und der Stoxx 50 zunächst noch zurückgehalten. Zur Monatsmitte hat sich der Performanceabstand zwischen den USA und Europa dann aber wieder ausgeglichen. Während die US-Börsen eine kleine Korrektur verzeichnet haben, konnten der DAX und der Stoxx 50 kleine Gewinne verzeichnen.

Besonders auffällig ist die Reaktion vom 21.02. auf den 22.02. beim Nasdaq100. Am Abend des 21.02. hatte Nvidia seine Quartalszahlen vorgelegt und hat damit im gesamten Techsektor eine kleine Rallye ausgelöst. Auch die weiteren Indizes reagierten auf das starke Zahlenwerk von Nvidia mit Gewinnen. Am deutlichsten war die Reaktion aber beim Nasdaq100. Nach dieser Rallye tendierten der S&P 500, der Nasdaq100 und der Stoxx 50 dann bis zum Monatsende eher seitwärts, während der DAX nach wie vor noch einen kleinen Aufwärtstrend verzeichnen konnte.

Chart für die wichtigsten Aktienindizes im Februar
Chart für die wichtigsten Aktienindizes im Februar

Performance im letzten Jahr

Der Nasdaq100 ist über die letzten 12 Monate mit Abstand der stärkste Index mit einem Gewinn von 52,0%. Ein Großteil dieser Outperformance ist allerdings auf eine besonders starke Entwicklung im Mai und Juni letztes Jahr zurückzuführen. Dass die US-Börsen die letzten Monate zu den größten Gewinnern gehörten, zeigt auch der Unterschied zwischen dem S&P 500 und dem DAX. Während der S&P 500 auf einen Gewinn von +29,4% kommt, liegt der DAX bei nur +15,4%.

In Europa schlägt sich der DAX mit +15,4% dennoch zufriedenstellend, da der Stoxx 600 nur auf einen Kurszuwachs von +7,9% kommt. Hier muss aber auch erwähnt werden, dass der DAX ausgeschüttete Dividenden bereits mitberücksichtigt, der Stoxx600 hingegen nicht. Enttäuschend ist wie bereits erwähnt die Performance vom MDAX. Während sich die Aktienmärkte weltweit im Rallyemodus befinden, hat der MDAX über die letzten 12 Monate sogar einen Verlust von -8,8% erzielt.

Charts für die wichtigsten Aktienindizes (DAX, MDAX, Stoxx600, S&P 500 und Nasdaq100) die letzten 12 Monate
Charts für die wichtigsten Aktienindizes (DAX, MDAX, Stoxx600, S&P 500 und Nasdaq100) die letzten 12 Monate

Blick auf die Volatilität: VIX

Wenn die Börsen ein Allzeithoch nach dem nächsten markieren, befinden wir uns tendenziell in einem ruhigen Marktumfeld. Das bestätigt auch der Blick auf den VIX. Der VIX ist ein Maß für die implizite Volatilität des S&P 500. Die implizite Volatilität leitet sich aus Optionen auf den S&P 500 ab und spiegelt die Erwartungen der Marktteilnehmer über die Volatilität in den nächsten 30 Tagen wider.

Der VIX liegt aktuell bei 13,1 und damit auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie vor einem Monat als er bei 13,8 lag. Zuletzt hat der VIX Ende Oktober ein höheres Niveau von über 20 erreicht. Je länger diese Phase der niedrigen Volatilität vorherrscht, desto wahrscheinlich wird ein Anstieg des VIX. Das muss natürlich keine größere Korrektur zur Folge haben. Ein derart niedriges Niveau von unter 15 über mehrere Wochen ist allerdings ungewöhnlich. Daher ist eine Zunahme der Kursschwankungen im März durchaus realistisch.

Entwicklung des VIX zwischen 2018 und 2024
Entwicklung des VIX zwischen 2018 und 2024

Tops & Flops im Februar

Für den deutschen Aktienmarkt werden die 100 Aktien des HDAX betrachtet:

Top/Flop Aktien aus dem HDAX (Deutschland)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im Februar 2024
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im Februar 2024

Top/Flop Aktien aus dem Nasdaq100 (USA)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im Februar 2024
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im Februar 2024

Top/Flop Aktien aus Europa (Stoxx Europe 50)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im Februar 2024
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im Februar 2024

Top-Flop-Einzelwerte in der Analyse

Morphosys: Die Aktie von Morphosys hat gleich zu Beginn des Monats einen starken Kurssprung verzeichnet. Grund war die Ankündigung der Übernahme durch Novartis.

Rheinmetall: Bei Rheinmetall kamen Mitte des Monats mehrere positive Nachrichten, die seitdem für eine Beschleunigung des ohnehin starken Aufwärtstrends gesorgt haben. Neben neuen Auftragseingängen haben außerdem zahlreiche Analysten für Rheinmetall ihre Kursziele angehoben.

Aixtron: Nachdem Aixtron seine Quartalszahlen am Donnerstag (29.02.) vorgelegt hat, ist die Aktie um 18% eingebrochen.

Constellation Energy: Bei Constellation Energy sorgte eine Anhebung der Prognose für das Jahr 2024 für einen satten Kurssprung am 27.02. Am Folgetag haben zahlreiche Analysten ihre Kursziele für die Aktie angehoben. So konnte die Aktie in nur zwei Tagen um über 30% steigen.

Nvidia: Bei Nvidia hat sich zu Beginn des Monats die starke Dynamik des Aufwärtstrends fortgesetzt. Am 21.02. hat der Konzern nachbörslich dann starke Quartalszahlen vorgelegt, die die ohnehin hohen Erwartungen nochmal übertroffen haben. Damit hat die Aktie noch einmal zusätzlich an Schwung gewonnen.

Meta: Auch bei Meta sorgten starke Quartalszahlen für eine Beschleunigung der ohnehin starken Rallye. Der Konzern hatte seine Zahlen direkt zu Beginn des Monats vorgelegt. Die Aktie ist als Reaktion darauf an nur einem Tag um rund 20% gestiegen.

Performance einzelner Branchen

Für die Analyse zyklischer und defensiver Sektoren werden die Branchenindizes des S&P 500 und Stoxx600 betrachtet.

Im Februar gab es einen deutlichen Renditeunterschied zwischen den zyklischen und defensiven Sektoren. Während die defensiven Sektoren mit einem Gewinn von +0,2% quasi auf der Stelle traten, haben die zyklischen Sektoren einen Gewinn von +5,4% verzeichnet. Damit ist auch klar, welche Branchen für die Rallye im Februar am Aktienmarkt verantwortlich waren.

Eine deutliche Outperformance der zyklischen Sektoren zeigt, dass sich die Aktienmärkte gerade in einer starken Verfassung befinden. Für gewöhnlich steigen zyklische Sektoren in einer gesunden Rallye stärker als defensive Sektoren.

Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im Februar
Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im Februar

Chartanalyse - Markteinschätzung

Chartanalyse für den DAX

Chartanalyse für den DAX (Stand 29.03.2024)
Chartanalyse für den DAX (Stand 29.03.2024)

Nach einer starken Rallye im November und Dezember 2023 ist der DAX Anfang des Jahres in eine Seitwärtsbewegung übergegangen. Diese Seitwärtsbewegung diente in gewisser Weise einer kleinen Korrektur, damit der Aufwärtstrend nicht zu sehr überhitzt. Mitte Februar pendelte der DAX dann längere Zeit um die Marke von 17.000 Punkten und es sah wieder alles danach aus, als würde dem DAX erneut kein dynamischer Ausbruch gelingen.

Das änderte sich dann aber nachdem der Techriese Nvidia seine Quartalszahlen vorgelegt hat und die gesamte Börse in den Rallyemodus übergegangen ist. Letzten Monat hatte ich dem DAX in einem positiven Szenario Luft bis 17.500 Punkte zugesprochen. Nun konnte der DAX sogar diese Zielzone übertreffen.

Mit dem dynamischen Ausbruch und der anschließenden Rallye über die Marke von 17.000 Punkten ist der DAX nun in einem klaren Aufwärtstrend. Im Laufe des Monats wird eine kleine Korrektur erforderlich sein, damit die Lage nicht überhitzt. Diese könnte ausgehend vom jetzigen Niveau in den Bereich von 17.000 Punkten gehen. Solange der DAX über 17.000 Punkten bleibt, ist auf jeden Fall alles in Ordnung. Rückgänge auf dieses Niveau bieten sich zum Einstieg an.

Selbst unterhalb der 17.000 Punkte findet der DAX gute Unterstützungszonen. Zum einen wäre hier die Zone zwischen 16.300 und 16.500 Punkten zu nennen. Hier liegen drei Hochs aus dem Sommer 2023 sowie das letzte Tief der kleinen Korrektur im Januar 2024. Spätestens auf diesem Niveau sollte sich der DAX stabilisieren. Eine Korrektur bis in diese Zone erscheint allerdings nur möglich, wenn es in den kommenden Wochen schlechte Signale von den Notenbanken gibt.

Der DAX hat im März das Potenzial deutlich über 18.000 Punkte zu steigen. Im Sinne eines gesunden Aufwärtstrends sollte zuvor allerdings die angesprochene Korrektur erfolgen.

Chartanalyse für den S&P 500

Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 01.03.2024)
Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 01.03.2024)

Der S&P 500 weist vor allem über die letzten vier Monate einen wie an der Schnur gezogenen Aufwärtstrend auf. Das ist klar an der hellblauen Aufwärtstrendlinie zu erkennen. Anzunehmen, dass sich dieser Trend auch die kommenden Monate so fortsetzen könnte, wäre allerdings vermessen und erschein äußerst unrealistisch. Es ist sehr wahrscheinlich, dass in den kommenden Wochen auch mal Gewinnmitnahmen einsetzen, die den Index unter diese Aufwärtstrendlinie drücken. Ein Bruch des übergeordneten Aufwärtstrends ist das dann aber keinesfalls.

Wichtig war Ende Januar, dass der S&P 500 erfolgreich über sein Allzeithoch von 4.800 Punkten gestiegen ist (türkis markiert) und dieses auch nicht wieder unterschritten hat. Wie Ende Januar erwartet, hat der S&P 500 die psychologisch wichtige Marke von 5.000 Punkten ins Visier genommen. Dass der S&P 500 dann aber sogar deutlich über 5.100 Punkten notiert, hatte sogar meine Erwartungen übertroffen.

Nun ist der S&P 500 aber auch heiß gelaufen. Aktuell notiert der US-amerikanische Leitindex 13% über seinem 200-Tage-Durchschnitt. Zuletzt war der Index im Februar 2021 noch weiter von seinem 200-Tage-Durchschnitt entfernt. Es muss also davon ausgegangen werden, dass auch hier demnächst wieder eine Annäherung stattfindet. Da der 200-Tage-Durchschnitt aktuell sehr stark steigt kann diese Annäherung aber auch über eine Seitwärtsbewegung erfolgen.

Der S&P 500 ist inzwischen aber überfällig für eine kleine Korrektur. Diese darf auch unter die psychologisch wichtige Marke von 5.000 Punkten gehen. Das wäre alles andere als ein Problem. Spätestens beim ehemaligen Allzeithoch von 4.800 Punkten muss sich der S&P 500 im Falle einer Korrektur aber fangen. Ausgehend vom aktuellen Niveau entspricht das einem Rückgang von rund 6%. Sollten wir eine derartige Korrektur tatsächlich sehen, ist das der optimale Einstiegspunkt.

Auch im März kann der S&P 500 natürlich weiter steigen. Ich gehe aber nicht davon aus, dass die Dynamik weiterhin derart hoch ist. Ähnlich wie beim DAX würde eine Korrektur um ein paar Prozent oder auch eine Seitwärtsbewegung über zwei Wochen gut tun, bevor neue Bestmarken markiert werden.

Chartanalyse für den Nasdaq100

Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 01.03.2024)
Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 01.03.2024)

Der Nasdaq100 bewegt sich seit Anfang Dezember letztes Jahr in einem engen Aufwärtstrendkanal mit sich ständig abwechselnden neuen Hochs und neuen Tiefs. Im Prinzip ist das die perfekte Ausgestaltung eines Aufwärtstrends. Ähnlich wie beim S&P 500 darf nach der starken Rallye die letzten Monate aber nicht davon ausgegangen werden, dass der Nasdaq100 dieses Tempo auch im März beibehalten kann.

Aktuell ist der Nasdaq100 knapp 10% von seinem 200-Tage-Durchschnitt entfernt und damit etwas weniger heiß gelaufen als der S&P 500. Innerhalb des kurzfristigen Aufwärtstrendkanals befindet sich der Nasdaq100 jetzt wieder im Bereich der oberen Grenze, sodass eine kleine Korrektur von 3% durchaus denkbar ist.

Im März realistisch ist für den Nasdaq100 eine Korrektur in Richtung seines letzten Tiefs bei rund 17.300 Punkten. Hier bietet sich ein Einstieg oder auch Nachkäufe an. In einem Worst-Case würde der Index bei 15.900 bis 16.200 Punkten Halt finden. Hier liegt ein Tief von Anfang des Jahres sowie die beiden lokalen Hochs aus dem Juli und November 2023. Vom aktuellen Niveau aus würde das allerdings einer Korrektur von -12% entsprechen und ist daher äußerst unrealistisch.

Wie bereits für den DAX und den S&P 500 gilt auch für den Nasdaq100, dass eine kleine Korrektur oder auch Seitwärtsbewegung nur gesund wäre. Anschließend ist im März durchaus Potenzial in Richtung 19.000 Punkte vorhanden.

Entwicklung der Inflation

Inflation in den USA

Die Entwicklung der Inflation ist für die Aktienmärkte nach wie vor der entscheidende Faktor. Bislang gab es von den Zentralbanken keine klaren Äußerungen über erste Zinssenkungen. Das liegt auch daran, weil die Rückgänge bei der Inflationsrate zuletzt wieder etwas geringer ausgefallen sind.

Die letzten Inflationsdaten aus den USA wurden am 13.02. veröffentlicht. Die Inflationsrate ist in den USA im Januar auf 3,1% gefallen. Zuvor lag die Inflationsrate im Dezember noch bei 3,4%. Allerdings wurde mit einem noch stärkeren Rückgang der Inflation auf 2,9% gerechnet. Auch im Vormonat lag die Inflationsrate bereits 0,2%-Punkte höher als erwartet. Vor einem Monat haben die Aktienmärkte darauf allerdings sehr gelassen reagiert. Im Februar sorgte die höhere Inflation allerdings für einen kurzfristigen Dämpfer. Der S&P 500 eröffnete am Tag der Bekanntgabe mit einem Verlust von -1,3%. Wie du gesehen hast, konnten diese Verluste aber sehr schnell wieder ausgeglichen werden.

Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre

Wie du am Chart siehst, hält sich die Inflationsrate in den USA die letzten Monate hartnäckig im Bereich von 3% und damit 1%-Punkt höher als das Inflationsziel der FED von 2%. Damit es in diesem Jahr wirklich zu den zahlreichen erwarteten Zinssenkungen kommt, wird die Inflation in den kommenden Monaten nochmal deutliche Tendenzen eines Rückgangs aufweisen müssen. Die Inflationsdaten für den Februar gibt es dann am 12.03.

Inflation in der Euro-Zone

In der Euro-Zone war die Inflation in den letzten Monaten etwas stärker auf dem Rückmarsch als in den USA. Im Januar lag die Inflation bei 2,8%. Nach vorläufigen Daten (die am 01.03.) veröffentlicht wurden, soll die Inflation im Februar weiter gefallen sein auf 2,6%. Auch hier wurde allerdings ein stärkerer Rückgang auf 2,5% erwartet. Die Aktienmärkte reagierten am 01.03. zur Veröffentlichung mit einem kleinen Verlust von etwa -0,3%, im weiteren Handelsverlauf am Freitag wurde dieser Rücksetzer aber sofort wieder ausgeglichen. Die finalen Daten zur Inflation für den Februar gibt es am 18.03.

Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre

Was machen die Notenbanken?

Im Februar gab es sowohl von der FED als auch von der EZB keine Zinssitzungen. Daher gibt es hier rückblickend wenig zu berichten. Umso interessanter dürfte dafür nun aber der März werden. Die Zinsentscheidungen der beiden wichtigsten Zentralbanken gibt es am:

Für gewöhnlich gibt es den FED-Zinsentscheid immer um 20 Uhr unserer Zeit. Da die USA allerdings früher auf die Sommerzeit wechseln als Europa, findet die FED-Sitzung im März für uns eine Stunde früher statt als gewöhnlich.

Noch vor einem Monat wurde davon ausgegangen, dass eine Chance besteht, dass die FED auf ihrer Sitzung im März die Zinsen erstmalig senken könnte. Die Wahrscheinlichkeit hierfür lag bei etwa 20%. Die Daten stammen aus dem FED Watch Tool, welche auf Basis der Kurse von Futures abgeleitet werden. Inzwischen liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im März bei nur noch 4%. Grund dafür ist, dass die Inflation im Januar doch nicht so stark zurückgegangen ist wie zuvor erwartet wurde.

Bevor die FED nun allerdings ihren Zinsentscheid trifft (am 20.03.), werden am 12.03. frische Inflationsdaten in den USA veröffentlicht. Dass diese Daten sich so kurzfristig auf den Entscheid der FED auswirken, ist unwahrscheinlich, außer die Inflation sollte deutlich stärker fallen als erwartet.

Erneut dürfte es bei der Zinssitzung im März also darum gehen, wie sich Jerome Powell bezüglich der weiteren Geldpolitik äußert. Auch für die dann folgende Zinssitzung im Mai (am 01.05.) liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung aktuell bei nur 18%. Dass sich die Börsen momentan dennoch so stark zeigen, ist auf jeden Fall ein gutes Zeichen. Da aktuell keine starken Zinssenkungen für die kommenden Monate eingepreist sind, gibt es hier also durchaus positives Überraschungspotenzial.

Bevor die FED am 20.03. über den Leitzins entscheidet, ist am 07.03. bereits die EZB an der Reihe. Lange Zeit wurde davon ausgegangen, dass zuerst die FED die Zinsen senken wird und die EZB dann folgen wird. Garantiert ist das allerdings nicht. Dennoch ist eine Leitzinssenkung der EZB auf ihrer Sitzung jetzt im März äußerst unwahrscheinlich. Die meisten Banken und Analysten gehen in der Euro-Zone von ersten Zinssenkungen erst im zweiten Halbjahr 2024 aus.

Berichtssaison

Vergangene Termine der Berichtssaison

In der folgenden Tabelle siehst du die Ergebnisse der größten Aktiengesellschaften, die in den letzten Wochen ihre Zahlen vorgelegt haben. Hierbei wird immer der Gewinn je Aktie (EPS = Earnings per Share) sowie der Umsatz mit den Erwartungen der Analysten verglichen. Außerdem siehst du die Kursreaktion am Tag der Veröffentlichung. Ein Stern beim Veröffentlichungsdatum zeigt dir, dass die Daten nach Börsenschluss veröffentlicht wurden. In diesem Fall bezieht sich die Kursreaktion auf den folgenden Handelstag. Der Fokus ist hier bewusst auf die größten Aktien gelegt, da diese in der Lage sind den Markt maßgeblich zu beeinflussen.

Ergebnisse der Berichtssaison im Februar: EPS und Umsatz im Vergleich zu den Analystenschätzungen
Ergebnisse der Berichtssaison im Februar: EPS und Umsatz im Vergleich zu den Analystenschätzungen

Nachdem die Berichtssaison im Januar bereits recht positiv verlaufen ist, gab es im Februar keine mit Ausnahme von Nvidia nur wenig Impulse (dazu gleich mehr). Entscheidend waren  Ende Januar und Anfang Februar auch die Zahlen der Tech-Giganten Microsoft, Alphabet, Amazon, Apple und Meta. Möchtest du in die Ergebnisse nochmal reinschauen, dann wirf gerne einen Blick auf meine Markteinschätzung für den Februar.

Im Februar lag der Fokus der Berichtssaison in erster Linie auf Nvidia. Der KI-Riese hat am 21.02. nachbörslich seine Zahlen vorgelegt und konnte die ohnehin hohen Erwartungen noch einmal deutlich übertreffen. Der Gewinn je Aktie fällt mit 5,16 USD 12% höher aus als erwartet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht das einem Zuwachs von +486%. Auch der Umsatz liegt mit 22,1 Milliarden USD 7,5% über den Erwartungen und +265% über dem des Vorjahres.

Die Aktie stieg daraufhin am folgenden Tag um +16,4%. Die starken Zahlen von Nvidia haben auch dem Gesamtmarkt bis zum Ende des Monats nochmal deutlich Schwung verliehen. Nvidia gilt als wichtigster Marktteilnehmer für den Bereich künstliche Intelligenz. Wie stark die Rallye in den kommenden Jahren am Aktienmarkt ausfällt, dürfte auch maßgeblich von den Fortschritten im Bereich der künstlichen Intelligenz abhängig sein. Dieser Markt gilt aktuell als der größte Zukunftsmarkt. Entsprechend sorgen starke Zahlen von Nvidia auch am Gesamtmarkt für große Euphorie.

Anstehende Termine der Berichtssaison

Die Berichtssaison nähert sich nun langsam dem Ende. Im März legen noch ein paar größere Unternehmen ihre Zahlen vor, große Impulse wird es davon ausgehend allerdings keine mehr geben.

  • Deutsche Post: 06.03.
  • Costco Wholesale: 07.03.
  • CrowdStrike: 07.03.
  • Volkswagen: 12.03.
  • Adobe: 18.03.
  • Nike: 21.03.
  • BMW: 21.03.

Kalender – anstehende Wirtschaftstermine

Datum / Uhrzeit Termin
05.03. um 11:00 Produzentenpreise Euro-Zone
06.03. um 14:15 ADP-Arbeitsmarktbericht aus den USA
07.03. um 14:15 EZB Zinsentscheid
08.03. um 08:00 Industrieproduktion Deutschland
08.03. um 11:00 BIP Euro-Zone (Q4 2023)
08.03. um 14:30 Offizieller US-Arbeitsmarktbericht
12.03. um 08:00 Inflation Deutschland (Februar final)
12.03. um 13:30 Inflation USA (Februar)
13.03. um 11:00 Industrieproduktion Euro-Zone
14.03. um 13:30 Produzentenpreise USA
18.03. um 11:00 Inflation Euro-Zone (Februar final)
19.03. um 11:00 ZEW Konjunkturerwartungen
20.03. um 08:00 Produzentenpreise Deutschland (Februar)
20.03. um 19:00 FED Zinsentscheid
22.03. um 10:00 Ifo-Geschäftsklimaindex
28.03. um 09:55 Arbeitslosenquote Deutschland
28.03. um 13:30 BIP USA (Q4 2023 final)

Fazit für den März - Markteinschätzung

Inzwischen läuft die Rallye an den Aktienmärkten, mit Ausnahme einer kleinen Seitwärtsbewegung im Januar, bereits seit vier Monaten. Kurzfristig sind die Aktienmärkte damit überkauft. Vor allem beim S&P 500 ist eine Überhitzung zu erkennen. Für eine gesunde Fortsetzung der Rallye wäre im März eine Korrektur von etwa 5% erforderlich und sogar wünschenswert. Solch eine Korrektur könnte perfekt als Einstieg oder auch für Nachkäufe genutzt werden.

Der März ist außerdem voll mit wichtigen Wirtschaftsevents. Neben den Inflationsdaten gibt es sowohl von der EZB als auch von der FED eine Zinssitzung. Es ist zwar davon auszugehen, dass beide Zentralbanken die Zinsen unverändert lassen. Andeutungen, wie es mit der Geldpolitik weitergehen könnte, haben aber das Potenzial die Märkte in Bewegung zu versetzen.

Insgesamt spricht nichts gegen eine übergeordnete Fortsetzung des Aufwärtstrends. Dennoch wäre es vermessen zu denken, dass nach einer derart starken Rallye auch im März locker ein Gewinn von 5% möglich ist. Wenn sich die Aktienmärkte Ende des Monats in etwa auf dem aktuellen Niveau wiederfinden, wäre das nach der bislang so starken Rallye aber auch absolut zufriedenstellend. Das ideale Szenario wäre eine kleine Korrektur oder Seitwärtsbewegung in der erste Märzhälfte und anschließend eine Fortsetzung des Aufwärtstrends.