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Markteinschätzung Dezember

Titelbild zur Markteinschätzung Dezember

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Ziel der Markteinschätzung Dezember

In diesem Beitrag möchte ich dir meine Markteinschätzung für die Aktienmärkte für den Dezember vorstellen. Zunächst werfen wir aber einen Blick auf die Performance der letzten Wochen und Monate. Anschließend untersuche ich mit dir in der Chartanalyse für die wichtigsten Indizes auf welche Kursniveaus es jetzt ankommt. Ein Fokus liegt diesen Monat auf dem Ausgang der Wahl in den USA und den Kursreaktionen. Ziel der Markteinschätzung ist, dass du weißt, was du in den nächsten Wochen am Aktienmarkt erwarten kannst.

Performance-Rückblick

Index-Heatmap

Nach einem durchwachsenen Oktober haben die Aktienmärkte im November wieder in den Rallyemodus geschaltet. Auffällig sind dabei die großen Performanceunterschiede zwischen den USA und Europa, auf die ich im Laufe dieser Markteinschätzung noch genauer eingehe.

Der DAX schlägt sich aus Europa mit einem Gewinn von +2,9% noch erstaunlich gut. Die Nebenwerte des MDAX konnten erneut nicht überzeugen und tendieren seitwärts. Auch der SDAX kommt nach einem sehr schwachen Vormonat im November mit +1,5% erneut nicht an den DAX heran. Der breite europäische Aktienmarkt (Stoxx600) konnte mit +1,0% nur einen kleinen Gewinn verzeichnen.

In den USA haben die Aktienmärkte deutliche Gewinne verbucht. Der S&P 500 stieg um +5,7% und auch der Nasdaq100 konnte mit +5,2% überzeugen. Der größte Treiber für diese starke Outperformance der US-Börsen war der Sieg von Donald Trump bei der US-Wahl Anfang des Monats. Auf dieses Thema gehe ich später in einem separaten Abschnitt noch ausführlicher ein.

Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im November
Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im November

Performance im November

Im Monatschart ist eindeutig zu erkennen, wann die US-Indizes gegenüber dem DAX und Stoxx50 ihre Outperformance für den kompletten Monat erwirtschaften konnten: Direkt nach der Wahl von Trump am 05.11. Allein am Tag nach der Wahl (als das Wahlergebnis bereits frühzeitig feststand) konnte der S&P 500 um +2,5% zulegen. Der DAX hat an diesem Tag hingegen einen Verlust von -1,2% verzeichnet.

In den folgenden Tagen hielt die Outperformance zunächst an. Erst zur Mitte des Monats haben die US-Börsen wieder einen Teil ihrer Gewinne abgegeben, sich dann in der zweiten Monatshälfte aber wieder freundlich gezeigt. Der DAX konnte diese freundliche Tendenz mitgehen, der Stoxx50 hingegen dümpelte den gesamten Monat nach dem US-Wahlergebnis eher schwach vor sich hin.

Chart für die wichtigsten Aktienindizes im November
Chart für die wichtigsten Aktienindizes im November

Performance im letzten Jahr

Nach der starken Vorstellung der US-Aktienmärkte im November ist es kein Wunder, dass die US-Börsen ihre Outperformance zu den europäischen Indizes weiter ausbauen konnten. Auf Sicht der letzten zwölf Monate liegt der Nasdaq100 mit dem S&P 500 inzwischen gleichauf mit einem Kurszuwachs von +31%.

Der DAX schlägt sich aus Europa nach wie vor wacker mit einem Gewinn von +19%. Der Stoxx600 verzeichnet auf Jahressicht lediglich einen Gewinn von +9%. Vor allem über die letzten Monate wird dabei klar ersichtlich, dass der DAX aus Europa mit das stärkste Pferd im Stall war. Anders sieht es hingegen weiterhin beim MDAX aus. Die deutschen Nebenwerte tendieren auf Jahressicht seitwärts und laufen dem großen Bruder damit klar hinterher.

Performance für die wichtigsten Indizes über die letzten 12 Monate
Performance für die wichtigsten Indizes über die letzten 12 Monate

Blick auf die Volatilität: VIX

Zur Veröffentlichung der letzten Markteinschätzung lag der VIX noch bei rund 22 Punkten und damit auf einem Niveau, das auf eine leichte Anspannung am Markt hindeutet. Verwunderlich ist das nicht, schließlich stand mit der US-Wahl Anfang November eines der wichtigsten Ereignisse des Jahres an. Für gewöhnlich fällt die Volatilität nach solchen Events ab und die Aktienmärkte bewegen sich in einem ruhigeren Fahrwasser.

Genau diese Entwicklung haben wir im November auch gesehen. Mit Bekanntwerden der Wahlergebnisse ist der VIX schlagartig gefallen und zeigt damit, dass die Anspannung und Volatilität in kurzer Zeit aus dem Markt verschwunden sind. Inzwischen liegt der VIX bei 14 und damit auf einem der niedrigsten Niveaus, die wir dieses Jahr gesehen haben.

Entwicklung des VIX seit Oktober 2023
Entwicklung des VIX seit Oktober 2023

Tops & Flops im November

Für den deutschen Aktienmarkt werden die 100 Aktien des HDAX betrachtet:

Top/Flop Aktien aus dem HDAX (Deutschland)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im November 2024
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im November 2024

Top/Flop Aktien aus dem Nasdaq100 (USA)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im November 2024
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im November 2024

Top/Flop Aktien aus Europa (Stoxx Europe 50)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im November 2024
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im November 2024

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Performance einzelner Branchen

Für die Analyse zyklischer und defensiver Sektoren werden die Branchenindizes des S&P 500 und Stoxx600 betrachtet. Die zyklischen Sektoren konnten im November einen Gewinn von +4,3% verzeichnen und damit deutlich besser performen als die defensiven Sektoren mit einem Zuwachs von +1,6%.

Diese Entwicklung passt auch sehr gut zur Performance am Gesamtmarkt. Wir haben im November große Gewinne gesehen, vor allem in den USA. Und in solch einer Phase weisen zyklische Sektoren meist die höheren Renditen auf. Besonders gut geschlagen haben sich hierbei die Sektoren Finanzen, Industriegüter und zyklische Konsumgüter.

Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im November
Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im November

Chartanalyse - Markteinschätzung Dezember

Chartanalyse für den DAX

Chartanalyse für den DAX (Stand 02.12.2024)
Chartanalyse für den DAX (Stand 02.12.2024)

Der DAX hat im November die Korrektur vollzogen, die ich in der letzten Markteinschätzung als unproblematisch herausgestellt habe. Kursrückgänge bis in den ersten Unterstützungsbereich zwischen 18.600 und 18.900 Punkten sind kein Problem und stellen eher eine Chance für einen Einstieg dar. Mitte November hat der DAX sein Tief bei 18.800 Punkten markiert und ist anschließend wieder nach oben gedreht.

Die Unterstützung (1) ist damit die wichtigste Zone, auf die es in den kommenden Wochen ankommt. Ein Rückgang bis auf unter 19.000 Punkte ist für den Dezember zwar eher unwahrscheinlich, überrascht sein solltest du allerdings auch nicht. Kurse unterhalb der Unterstützung (1) sind hingegen kaum vorstellbar.

Die beiden weiteren Unterstützungen dienen folglich eher langfristig der Orientierung und spielen im Dezember keine Rolle. Klar ist, dass der langfristige Aufwärtstrend so lange intakt ist, wie der DAX oberhalb von Unterstützung (1) notiert. Auch ein Rückgang bis auf die 200-Tage-Linie wäre kein Problem.

Während ich diese Markteinschätzung schreibe, ist der DAX dabei sein Allzeithoch von rund 19.670 Punkten (blau) zu überwinden. Gelingt es dem DAX diesen Widerstand nachhaltig zu durchbrechen, ist ein Angriff auf die runde Marke von 20.000 Punkten noch in diesem Jahr absolut realistisch.

Chartanalyse für den S&P 500

Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 02.12.2024)
Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 02.12.2024)

Für den S&P 500 lautete letzten Monat die Vorgabe, dass eine Stabilisierung Anfang November auf dem Niveau von 5.670 Punkten (lila) gelingen sollte, da das die Grundlage für eine Fortsetzung des langfristigen Aufwärtstrends ebnen würde.

Und genau so kam es dann auch: Kurz vor der US-Wahl hat sich der S&P 500 zunächst bedeckt gehalten und sein Tief knapp über der lilafarbenen Unterstützung markiert. Anschließend ging der US-Leitindex in den Rallyemodus über und hat sein Allzeithoch von 5.878 Punkten (blau) dynamisch überwunden. Wenige Tage später folgte eine Korrektur auf dieses Niveau. Anschließend setzte der S&P 500 seine Rallye wieder fort. Die erste Unterstützung findet der S&P 500 nun auf seinem ehemaligen Allzeithoch bei 5.878 Punkten (blau). Eine Korrektur im Dezember bis auf dieses Niveau solltest du auch einkalkulieren.

Die nächste Unterstützung bleibt dann weiterhin das Niveau von 5.670 Punkten (lila). Ein Rückgang bis auf dieses Niveau ist eher unwahrscheinlich im Dezember. Aber selbst, wenn es dazu kommen sollte, ist der langfristige Aufwärtstrend klar intakt. Die drei weiteren grünen Unterstützungszonen werden für die Orientierung weiterhin mitgezogen, haben allerdings keine Relevanz im Dezember, da diese vom aktuellen Kursniveau aus viel zu weit entfernt sind.

Eine kleine Korrektur im Monatsverlauf bis auf rund 5.900 Punkte würde dem S&P 500 auf jeden Fall guttun. Andernfalls könnte die Lage hier kurzfristig etwas überhitzen. Mit Blick auf die Saisonalität zeigen sich die Aktienmärkte zum Jahresende hin eher freundlich, sodass ein Jahresschlusskurs des S&P 500 von über 6.000 Punkten wahrscheinlich ist. Auch Kurse von 6.200 Punkten sind im Rahmen des Möglichen.

Chartanalyse für den Nasdaq100

Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 02.12.2024)
Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 02.12.2024)

Der Nasdaq100 zeigt sich die letzten Monate deutlich volatiler und weist einen weniger stabilen Aufwärtstrend auf als der S&P 500. Anfang November hat sich der Nasdaq100 seinem wichtigen Unterstützungsniveau von 19.340 bis 19.670 Punkten (Unterstützung 1) genähert, dieses aber nicht perfekt angelaufen.

Anschließend ging der Nasdaq100 wie auch der S&P 500 infolge der US-Wahl in den Rallyemodus über und hatte dabei keine Probleme sein Allzeithoch von 20.670 Punkten (lila) zu überwinden. Die anschließende Korrektur führte allerdings wieder unter das Allzeithoch und endete bei 20.300 Punkten (hellblau). Hier findet der Nasdaq100 nun eine erste kleine Unterstützung. Ein Rückgang auf dieses Niveau kann gut für einen Einstieg genutzt werden.

Auch für den Nasdaq100 ist der langfristige Aufwärtstrend im Dezember ungefährdet. Dieser hat auf jeden Fall solange Bestand, wie sich der Nasdaq100 über seiner 200-Tage-Linie und knapp darüber dem Unterstützungsbereich (1) befindet. Ein Rückgang bis auf dieses Niveau ist im Dezember äußerst unwahrscheinlich.

Wie bereits gesagt zeigen sich die Aktienmärkte zum Jahresende hin meist freundlich, sodass beim Jahresschlusskurs für den Nasdaq100 ein Kurs von über 21.000 Punkten durchaus realistisch ist. Im Monatsverlauf sollte eine kleine Korrektur auf das Niveau von 20.300 Punkten allerdings ebenfalls einkalkuliert werden.

Chartanalyse für den Stoxx600

Chartanalyse für den Stoxx600 (Stand 02.12.2024)
Chartanalyse für den Stoxx600 (Stand 02.12.2024)

In dieser Ausgabe das erste Mal mit dabei ist der Stoxx600. So bekommst du künftig auch eine Einschätzung für den breiten europäischen Aktienmarkt.

Anders als der DAX, S&P 500 und der Nasdaq100 befindet sich der Stoxx600 zurzeit nicht mehr in einem langfristigen Aufwärtstrend, sondern eher in einer Seitwärtsbewegung. Ein großer Widerstand für den Stoxx600 ist die Zone zwischen 525 und 530 Punkten (rot markiert). Neben dem Allzeithoch finden sich hier auch noch zahlreiche weitere Hochpunkte der letzten Monate. Erst wenn dieses Niveau nachhaltig überwunden ist, kann beim Stoxx600 wieder von einem langfristigen Aufwärtstrend gesprochen werden.

Wichtig war zuletzt, dass sich der europäische Leitindex auf dem Niveau von 496 Punkten (hellblau) stabilisieren konnte. Diese Zone bleibt auch für den Dezember die wichtigste Unterstützung. Ein Rückgang bis auf dieses Niveau ist absolut realistisch und sollte einkalkuliert werden. Darunter findet sich die nächste Unterstützung beim Tief aus dem August von 480 Punkten (lila). Diese Zone sollte im Dezember allerdings keine Rolle spielen.

Kritisch zu werten ist, dass der Stoxx600 seine 200-Tage-Linie Anfang des Monats nachhaltig unterschritten hat und auch nach einer kurzen Erholung in der zweiten Monatshälfte nicht wieder darüber steigen konnte. Damit ist kurzfristig nun auch keine Aufwärtsdynamik vorhanden. Dank der Saisonalität kann es dem Stoxx600 gelingen im Dezember wenigstens seine 200-Tage-Linie wieder klar zurück zu erobern. Spätestens im roten Widerstandsbereich ist dann aber das Ende der Fahnenstange.

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Die Wahl in den USA und deren Auswirkungen

Das dominierende Thema im November war natürlich die US-Wahl am 05.11. Wie du an den Kursreaktionen bei den US-Indizes gesehen hast, wurde der deutliche Sieg von Donald Trump von den US-Märkten sehr positiv aufgenommen.

In meiner letzten Markteinschätzung bin ich auch schon darauf eingegangen, dass ein Sieg von Trump alles andere als eine Katastrophe wäre (wie es in der hiesigen Medienwelt allerdings oft dargestellt wird). Hier habe ich dir auch gezeigt, wie die Märkte 2016 auf den Sieg von Trump reagiert haben – auch da war alles halb so wild. In den Wochen danach gab es sogar eine starke Rallye. Diese Analyse kannst du in der Markteinschätzung November auch nochmal nachlesen.

Dass der Sieg von Trump hierzulande so negativ dargestellt wird, ist aber auch wenig verwunderlich. Schließlich heißt „America first“ gleichzeitig auch „everyone else last“. Und entsprechend müssen wir uns unter einem Präsidenten Trump etwas mehr ranhalten als das unter Harris der Fall gewesen wäre.

Die Reaktion der Aktienmärkte ist hier sinnbildlich: Während die US-Indizes die Tage nach der Wahl eine starke Rallye verzeichnet haben, hat sich der europäische Aktienmarkt eher mittelmäßig entwickelt. Das bedeutet natürlich nicht, dass US-Aktien nun die nächsten vier Jahre durch die Decke gehen und mit europäischen Aktien nichts anzufangen ist. Aber gerade in einem „America-First“ US-Aktienmarkt wird ein hoher US-Anteil im Depot mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Fehler sein.

Entwicklung der Inflation

Inflation in den USA

Die letzten Inflationsdaten aus den USA wurden am 13.11. veröffentlicht und beziehen sich auf die Preisentwicklung im Oktober. Allmählich lässt sich sagen, dass sich die Inflationsrate in den USA im Bereich von 2,5% einpendelt. Nach dem deutlichen Rückgang im August von zuvor 3% verharrt die Inflationsrate seit drei Monaten nun auf dem aktuellen Niveau. Im Oktober lag die Inflationsrate mit 2,6% zwar leicht über der des Vormonats von 2,4%, ein entsprechender Anstieg wurde aber auch erwartet. Ohnehin haben die Aktienmärkte im November mehr auf die US-Wahl geschaut, sodass es hier keine nennenswerte Reaktion gab.

Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre

Weiterhin gilt, dass es wichtig ist, dass die Inflationsrate nicht wieder in Richtung 3% steigt. Andernfalls könnte die FED von weiteren Zinssenkungen Abstand nehmen. Die nächsten Inflationsdaten für die USA werden am 11.12.2024 veröffentlicht.

Inflation in der Euro-Zone

Die finalen Inflationsdaten für die Euro-Zone für den Oktober wurden am 19.11. veröffentlicht. Die Inflationsrate für den Oktober lag mit 2,0% auf dem Niveau der Prognose, die bereits am 31.10. veröffentlicht wurde. Aus den vorläufigen Inflationsdaten für den November ist hingegen ein leichter Anstieg der Inflationsrate in der Euro-Zone abzulesen. Demnach liegt die Inflationsrate für den November bei 2,3%. Da mit diesem Anstieg im Vorfeld aber bereits gerechnet wurde, war an den Aktienmärkten keine nennenswerte Reaktion zu beobachten. Die finalen Inflationsdaten für den November folgen dann am 18.12.2024.

Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre

Was machen die Notenbanken?

Gerade einmal zwei Tage nach der US-Wahl stand mit der FED-Sitzung am 07.11. dann das nächste Großevent im November an. Im Vorfeld wurde bereits fest davon ausgegangen, dass die FED den Leitzins um weitere 25 Basispunkte senken wird auf dann 4,50% bis 4,75%. Genau diese Zinssenkung hat die FED auch vorgenommen.

Zum Zeitpunkt der Bekanntgabe des Zinsentscheids sowie der anschließenden Pressekonferenz haben sich die Aktienmärkte überraschend ruhig gezeigt. Selten gab es so geringe Kursreaktionen wie bei dieser FED-Sitzung. Das liegt zum einen daran, weil es keine großen Überraschungen gab, zum anderen aber auch, weil sich die Aktienmärkte nach wie vor in ihrer ausgelassenen Wahlparty befanden.

Entwicklung der Leitzinsen in den USA und der Euro-Zone
Entwicklung der Leitzinsen in den USA und der Euro-Zone

Mit der letzten Zinssenkung hat die FED im laufenden Jahr die Zinsen um insgesamt 75 Basispunkte gesenkt. Ende Oktober 2023 hatte die FED Zinssenkungen in diesem Rahmen auch in Aussicht gestellt, was in den kommenden Monaten für eine starke Rallye an den Aktienmärkten gesorgt hat. Nun haben die Börsen also das bekommen, was sie erwartet haben. Dennoch scheint das für dieses Jahr noch nicht das Ende zu sein.

Nach den Daten des FED-Watch Tools liegt die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte auf dann 4,25% bis 4,50% bei 62%. Die restlichen 38% entfallen auf einen konstant bleibenden Zinssatz. Im Rahmen der FED-Sitzung am 07.11. gab FED-Chef Jerome Powell jedoch noch keinen Ausblick darauf, wie es mit den Zinsen beim nächsten Zinsentscheid am 18.12. weitergehen soll. Andernfalls wären die Wahrscheinlichkeiten hier auch deutlicher verteilt.

Von der Geldpolitik in der Euro-Zone gibt es im November hingegen nichts zu berichten. Bei der EZB gab es im November keinen Zinsentscheid.

Berichtssaison

Von der Berichtssaison gibt es für den November bis auf die Quartalszahlen von Nvidia nicht viel zu berichten. Im November veröffentlichen in der Regel nur die Unternehmen ihre Quartalszahlen, deren Geschäfts-Quartal nicht mit einem Kalender-Quartal endet – und das ist nur bei wenigen Schwergewichten der Fall.

Übersicht über die wichtigsten Quartalszahlen im November

Mit Abstand das wichtigste Earnings-Event waren die Quartalszahlen von Nvidia, die das Unternehmen nachbörslich am 20.11. veröffentlicht hat. Auf Nvidia schauen nicht nur Nvidia-Aktionäre, sondern die gesamte Börse und hier natürlich vor allem der Technologiesektor. Sollte Nvidia mit den Quartalszahlen nicht mehr überzeugen, besteht auch die Gefahr, dass am Gesamtmarkt die Euphorie etwas nachlässt.

Nvidia war aber ein weiteres Mal in der Lage die Erwartungen hinsichtlich Umsatz und Gewinn deutlich zu schlagen. Dennoch hat die Aktie in einer ersten Reaktion kleine Verluste verzeichnet. Am folgenden Handelstag konnten diese aber vollständig wieder ausgeglichen werden. Auch nach den Quartalszahlen ein Quartal zuvor war Nvidia zunächst kurz unter Druck geraten, konnte die Rallye dann aber ungehindert weiter fortsetzen.

Bei Nvidia wird deutlich, dass allein das Erfüllen der Erwartungen für weiter steigende Kurse nicht ausreicht. Insgeheim sind die Erwartungen noch höher, weshalb die Aktie kurzfristig selbst dann unter Druck gerät, obwohl Gewinn und Umsatz über den Schätzungen der Analysten lagen. Am Ende kommt es aber eben darauf an, wie sich die Aktie in den Tagen darauf entwickelt und hier ist klar zu erkennen, dass Nvidia nach wie vor abliefert.

Kalender – anstehende Wirtschaftstermine

Datum / Uhrzeit Termin
02.12. um 16:00 ISM Manufacturing Index
04.12. um 14:15 ADP-Arbeitsmarktbericht
04.12. um 16:00 ISM Non-Manufacturing Index
06.12. um 08:00 Industrieproduktion Deutschland (Oktober)
06.12. um 11:00 BIP Euro-Zone (Q3 final)
06.12. um 14:30 US-Arbeitsmarktbericht
10.12. um 08:00 Inflation Deutschland (November final)
11.12. um 14:30 Inflation USA (November)
12.12. um 14:15 EZB-Zinsentscheid
12.12. um 14:30 Produzentenpreise USA (November)
13.12. um 11:00 Industrieproduktion Euro-Zone (Oktober)
16.12. um 09:30 Einkaufsmanagerindizes (PMI) Deutschland
16.12. um 10:00 Einkaufsmanagerindizes (PMI) Euro-Zone
16.12. um 15:45 Einkaufsmanagerindizes (PMI) USA
17.12. um 10:00 Ifo-Geschäftsklimaindex
17.12. um 11:00 ZEW-Konjunkturerwartungen
17.12. um 14:30 Einzelhandelsumsätze USA (November)
17.12. um 15:15 Industrieproduktion USA (November)
18.12. um 11:00 Inflation Euro-Zone (November final)
18.12. um 20:00 FED-Zinsentscheid
19.12. um 14:30 BIP USA (Q3 final)
20.12. um 14:30 PCE (private Konsumausgaben) USA (November)
20.12. um 16:00 Verbrauchervertrauen Euro-Zone
23.12. um 16:00 Verbrauchervertrauen USA

Fazit zur Markteinschätzung Dezember

Die US-Wahl hat im November dafür gesorgt, dass die US-Börsen die europäischen Aktienmärkte weiter hinter sich lassen. Dadurch ist nun kurzfristig aber vor allem in den USA auch die Gefahr einer Überhitzung größer geworden. Langfristig bleibt die Richtung an den Aktienmärkten klar aufwärts gerichtet. Besonders stabil ist der Aufwärtstrend beim S&P 500. Aus Europa schlägt sich der DAX nach wie vor beachtlich.

Dass die Lage an den Aktienmärkten sehr entspannt ist, zeigt auch ein Blick auf die Volatilität. Der VIX ist nach der US-Wahl deutlich zurückgegangen und notiert nun nur noch bei einem Stand von 14 Punkten. Auf einem ähnlich niedrigen Niveau lag der VIX im laufenden Jahr schon häufiger und zwar immer dann, wenn es an den Aktienmärkten relativ unspektakulär Tag für Tag leicht nach oben ging.

Angesichts der Saisonalität, nach der die Börsen gegen Jahresende tendenziell freundlich notieren, ist allerdings nicht davon auszugehen, dass wir nun eine große Korrektur sehen. Kleine Korrekturen musst du weiterhin einkalkulieren. Die jeweiligen Zielzonen habe ich dir in den Chartanalysen zu den Indizes aufgezeigt. Insgesamt ist die Wahrscheinlichkeit aber hoch, dass die Aktienmärkte das Jahr auf ihrem aktuellen Niveau, vielleicht sogar etwas höher, beenden können.

Spannend werden im Dezember vor allem die US-Inflationsdaten am 11.12. sowie am 18.12. dann der Zinsentscheid der FED. Je nachdem wie diese Daten ausfallen, kann nochmal etwas mehr Bewegung in die Kurse kommen.

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