Suche
Close this search box.

Inhaltsverzeichnis

Markteinschätzung April

Titelbild zum Blogbeitrag Markteinschätzung April mit einem Chart und einer Skyline im Hintergrund

Inhaltsverzeichnis

Ziel der Markteinschätzung

In diesem Beitrag möchte ich dir meine Markteinschätzung für die Aktienmärkte für den April vorstellen. Zunächst werfen wir aber einen Blick auf die Performance der letzten Wochen und Monate. Anschließend untersuche ich mit dir in der Chartanalyse für die wichtigsten Indizes auf welche Marken es jetzt ankommt. Außerdem werte ich in der fundamentalen Marktanalyse unter anderem die Inflation und die Entscheidungen der Notenbanken aus. Ziel der Markteinschätzung ist, dass du weißt, was du in den nächsten Wochen am Aktienmarkt erwarten kannst.

Performance-Rückblick

Index-Heatmap

Wie bereits im Februar, konnten die Aktienmärkte auch im März deutliche Gewinne verzeichnen. Der DAX gehört mit einem Gewinn von +4,6% zu den stärkeren Indizes im abgelaufenen Monat. Ähnlich sah das auch schon im Februar aus. Erfreulicherweise konnten im März auch die Nebenwerte mitziehen. Während der MDAX und SDAX im Februar noch auf der Stelle traten, konnten sie nun Gewinne von +4,7% beziehungswiese +3,8% verbuchen.

Der breite europäische Aktienmarkt (Stoxx600) stieg mit +3,7% weniger stark als der DAX. Das war auch schon im Vormonat zu betrachten. In Summe stieg der Stoxx600 im Februar und März um +5,6%, während der DAX um +9,4% zulegte. Das unterstreicht auch nochmal, dass der DAX aktuell zu den stärksten Indizes gehört.

Besonders auffälig war im März auch die Stärke der südeuropäischen Länder. Der italienische Aktienmarkt (FTSE MIB) stieg um +6,7% und der spanische Aktienmarkt (IBEX) verzeichnet mit +10,7% einen Rekordgewinn.

Auch an den US-Börsen waren Gewinne zu sehen, allerdings weniger groß als in Deutschland. Der S&P 500 stieg um +3,1%, der Nasdaq100 zeigte sich mit +1,2% eher verhalten. Die US-Börsen waren dafür im Februar der größte Gewinner.

Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im März
Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im März

Performance im März

Beim Blick auf den Monatschart ist klar zu erkennen, dass der Nasdaq100 im Februar im Vergleich zu den anderen Indizes Schwäche gezeigt hat und eher in eine Seitwärtsbewegung übergegangen ist. Vor allem die Rallye der letzten Tage konnte der Nasdaq100, aber auch der S&P 500, nicht mitgehen.

Besonders auffällig ist, dass der Nasdaq100 besonders positiv auf die FED-Sitzung am 20.03. reagiert hat. Der Kurssprung hier entspricht eienm Gewinn von +1,7%. Verwunderlich ist das nicht, da vor allem hochbewertete Technologieaktien von sinkenden Zinsen profitieren. Mehr zu den Ergebnissen der FED-Sitzung erfährst du später.

Der S&P 500 hat sich bis zum 25.03. in etwa im Gleichschritt mit dem DAX und dem Stoxx50 bewegt. In der letzten Handelswoche konnten der DAX und der Stoxx50 nochmal Tag für Tag neue Rekorde erzielen, die der S&P 500 so nicht mitgehen konnte. Ob diese Seitwärtsbewegung bei den US-Indizes in den letzten Tagen der Beginn einer Top-Bildung vor einer Korrektur ist, wird sich die nächsten Handlestage zeigen.

Chart für die wichtigsten Aktienindizes im März
Chart für die wichtigsten Aktienindizes im März

Performance im letzten Jahr

Über die letzten zwölf Monate wird die Renditedifferenz zwischen dem Nasdaq100 und den restlichen Indizes langsam kleiner. Das liegt vor allem daran, weil nun besonders starke Monate des Nasdaq100 von Anfang 2023 rausfallen. Dennoch ist der Nasdaq100 mit einem Gewinn von +44% über die letzten zwölf Monate mit Abstand der stärkste Index.

Die Outperformance der US-Indizes zum europäischen Aktienmarkt ist größtenteils auf eine besonders starke Entwicklung zwischen Mitte Mai und Mitte Juli 2023 zurückzuführen. Seitdem bewegen sich vor allem der S&P 500 und der DAX ähnlich. Nach wie vor enttäuschend ist die Performance des MDAX, welcher über die letzten zwölf Monate gerade einen Gewinn von +1% erzielen konnte. Hier ist zumindest für die letzten Tage ein Anstieg zu erkennen.

Charts für die wichtigsten Aktienindizes (DAX, MDAX, Stoxx600, S&P 500 und Nasdaq100) die letzten 12 Monate
Charts für die wichtigsten Aktienindizes (DAX, MDAX, Stoxx600, S&P 500 und Nasdaq100) die letzten 12 Monate

Blick auf die Volatilität: VIX

Auch im März befanden sich die Aktienmärkte weiterhin in einem sehr ruhigen Umfeld, sodass auch der VIX weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau notiert. Ende Februar lag der VIX noch bei 13,4. Aktuell liegt der VIX mit 12,9 noch niedriger, was eine noch geringere Volatilität an den Aktienmärkten widerspiegelt.

Betrachten wir den VIX der letzten fünf Jahre fällt auf, dass die Volatilität über so einen langen Zeitraum kein einziges Mal so niedrig war. Auf niedrige Volatilität folgt früher oder später hohe Volatilität. Und je länger die Phase der niedrigen Volatilität anhält, desto wahrscheinlicher wird es jeden Monat, dass wir nun mal wieder etwas größere Kursschwankungen sehen. Für gewöhnlich gehen größere Kursschwankungen mit sinkenden Kursen einher.

Vor einem Monat hatte ich diese Vermutung bereits für den März. Nun wissen wir aber, dass auch der März sehr ruhig verlief. Selbstverständlich kann auch der April wieder ohne größere Schwankungen verlaufen. Aber die Wahrscheinlich, dass die Volatilität größer wird steigt von Woche zu Woche.

Entwicklung des VIX zwischen 2019 und 2024
Entwicklung des VIX zwischen 2019 und 2024

Tops & Flops im Februar

Für den deutschen Aktienmarkt werden die 100 Aktien des HDAX betrachtet:

Top/Flop Aktien aus dem HDAX (Deutschland)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im März 2024
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im März 2024

Top/Flop Aktien aus dem Nasdaq100 (USA)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im März 2024
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im März 2024

Top/Flop Aktien aus Europa (Stoxx Europe 50)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im März 2024
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im März 2024

Top-Flop-Einzelwerte in der Analyse

Encavis: Der starke Kursanstieg bei Encavis ist auf die Übernahme durch die Beteiligungsgesellschaft KKR zurückzuführen. Bereits zu Monatsbeginn gab es erste Spekulationen, die die Aktie haben ansteigen lassen. Zur Monatsmitte wurde dann ein konkretes Übernahmeangebot abgegeben. Seitdem verläuft die Aktie seitwärts.

HelloFresh: Die Aktie von HelloFresh verlor am 08.03. innerhalb eines Tages rund 40% an Wert. Grund dafür war ein schwacher Quartalsbericht und eine enttäuschende Prognose fürs laufende Geschäftsjahr.

Zalando: Bei Zalando kam es infolge der Quartalszahlen zu deutlichen Kursanstiegen. Das Unternehmen konnte trotz rückläufiger Umsätze seinen Gewinn deutlich steigern. Am Tag der Veröffentlichung stieg die Aktie bereits um +19%. Bis zum Monatsende befand sich Zalando dann im Rallyemodus und hat Tag für Tag weiter zugelegt.

Micron Technology: Auch bei Micron Technology waren die Quartalszahlen am 20.03. Grund für den starken Kursanstieg. Das EPS für das abgelaufene Quartal liegt bei 0,42 USD je Aktie und fällt damit deutlich besser aus als der erwartete Verlust von -0,26 USD je Aktie. Die kurzfristige Rallye startete direkt am Tag der Veröffentlichung der Quartalszahlen und hielt bis zum Monatsende an.

Performance einzelner Branchen

Für die Analyse zyklischer und defensiver Sektoren werden die Branchenindizes des S&P 500 und Stoxx600 betrachtet.

Im Februar wurde die Rallye noch nahezu ausschließlich von den zyklischen Sektoren getragen. Diese konnten um +5,4% zulegen, während die defensiven Sektoren mit +0,2% auf der Stelle traten. Im März sieht die Performance nun deutlich besser verteilt aus. Die zyklischen Sektoren stiegen um +3,6%, während die defensiven Sektoren sogar um +4,4% zulegen konnten. Wesentlicher Grund dafür war aber auch eine sehr starke Entwicklung des Energie-Sektors (+8,6%).

Eine Rallye am Aktienmarkt wird normalerweise eher von zyklischen Sektoren getragen, während die Performance der defensiven Sektoren etwas geringer ausfällt. Dass im März nun auch defensive Sektoren sehr stark waren könnte ein Anzeichen dafür sein, dass die Rallye so langsam ihren Hochpunkt erreicht.

Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im März
Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im März

Du möchtest auf dem Laufenden bleiben?

Dann trage dich gerne für meinen kostenlosen Newsletter ein:

Chartanalyse - Markteinschätzung

Chartanalyse für den DAX

Chartanalyse für den DAX (Stand 29.03.2024)
Chartanalyse für den DAX (Stand 29.03.2024)

Der DAX befindet sich weiterhin im Rallyemodus. Anders als in der letzten Markteinschätzung vermutet blieb die bereits Ende Februar überfällige kleine Korrektur aus. Zwar trat der DAX Anfang März etwas auf der Stelle, von einer Korrektur kann hierbei aber nicht die Rede sein. Ende Februar habe ich dem DAX ein Potenzial von 18.000 Punkten zugeschrieben. Dieses hat der deutsche Leitindex sogar deutlich übertroffen.

Inzwischen ist für den DAX eine steile Aufwärtstrendlinie (hellblau) zu erkennen, die ihren Ursprung im Tief von Ende Oktober 2023 hat. Zuverlässig getestet wurde diese Trendlinie allerdings noch nicht. Vielmehr soll diese Aufwärtstrendlinie Orientierung geben. Ein Bruch dieser Linie würde also keinesfalls ein Ende des Aufwärtstrends bedeuten. Klar ist nämlich auch, dass der DAX nicht noch über Wochen oder gar Monate hinweg in dem Tempo steigen kann, wie die Aufwärtstrendlinie aktuell steigt.

Aktuell notiert der DAX 13,6% über seinem 200-Tage-Durchschnitt. In den letzten Jahren war es kein einziges Mal der Fall, dass der DAX noch deutlich weiter oder gar über einen längeren Zeitraum so weit von seinem GD200 entfernt war. Dass der DAX in den kommenden Tagen auch die 19.000 Punkte erreicht, ist daher eher unwahrscheinlich.

Eine Korrektur von 5% aber auch 10% ist weiterhin alles andere als problematisch, sondern wäre sogar gesund. Eine erste Anlaufstelle hierfür bietet das Niveau von 17.900 Punkten (orange). Hier hat der DAX Mitte März für ein paar Tage konsolidiert. Eine wichtige Unterstützung bietet vor allem die Marke von 17.000 Punkten (lila). Hier liegen die Hochs von Ende 2023 und Anfang 2024. Ausgehend vom aktuellen Niveau würde das aber einem Rückgang von -8% entsprechen, der eher unwahrscheinlich ist.

Nachdem der DAX im März erneut sehr stark war, ist die Luft inzwischen dünn. Natürlich ist es möglich, dass der DAX auch weiter Richtung 19.000 Punkte steigt. So langsam ist es aber an der Zeit mit einer Korrektur oder Seitwärtsbewegung zu rechnen.

Chartanalyse für den S&P 500

Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 29.03.2024)
Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 29.03.2024)

Der S&P 500 hat sich auch im März klar über seiner stark ansteigenden Trendlinie mit Ursprung aus dem November 2023 (hellblau) gehalten. In der letzten Markteinschätzung war ich auch für den S&P 500 von einer kleinen Korrektur ausgegangen, bevor sich der Aufwärtstrend dann weiter fortsetzt. Der Aufwärtstrend hat sich auch wie an der Schnur gezogen an der Aufwärtstrendlinie weiter fortgesetzt, die Korrektur blieb aber aus.

Gewinne beim S&P 500 habe ich zwar erwartet, aber nicht, dass diese weiterhin mit solch einer Dynamik erzielt werden. Inzwischen liegt der S&P 500 fast 14% über seinem 200-Tage-Durchschnitt. Noch weiter von seinem 200-Tage-Durchschnitt war der S&P 500 Ende 2020 mit einem Abstand von +16,7% entfernt. Das zeigt auch nochmal klar, dass die Luft langsam dünn wird. Wie uns der März aber gezeigt hat, kann sich die Rallye eben doch länger ziehen als erwartet.

Wie gesagt ist es gut möglich, dass der S&P 500 noch etwas weiter steigt. Nachdem der US-amerikanische Leitindex nun in den letzten vier Monaten aber um +28% gestiegen ist, wäre eine kleine Korrektur von 5-10% auch hier zu begrüßen und wenig überraschend. Von solch einer Korrektur solltest du dich auf keinen Fall aus der Ruhe bringen lassen. Der langfristige Aufwärtstrend wäre dann nach wie vor intakt.

Mögliche Zielzone solch einer Korrektur ist die psychologisch wichtige Marke von 5.000 Punkten. Ausgehend vom aktuellen Niveau entspricht das bereits einem Rückgang von fast -5%. Eine wichtige langfristige Unterstützung ist auch der Bereich um 4.800 Punkte. Hier liegt das ehemalige Allzeithoch des S&P 500 von Anfang 2022. Solange der S&P 500 über diesem Niveau notiert, ist langfristig betrachtet alles in Ordnung. Im April ist ein Rückgang bis auf 4.800 Punkte aber eher unwahrscheinlich.

Auch der S&P 500 ist inzwischen heiß gelaufen. Dass auch der April so stark verläuft wie der Februar und März ist unwahrscheinlich. Eine Konsolidierung auf dem aktuellen Niveau oder eine Korrektur sind da deutlich wahrscheinlicher.

Chartanalyse für den Nasdaq100

Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 29.03.2024)
Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 29.03.2024)

Der Nasdaq100 hat im März etwas an Dynamik verloren. Hier gab es zwar auch keine ausgeprägte Korrektur, gerade in der ersten Monatshälfte tendierte der Nasdaq100 aber eher in Richtung 17.800 Punkte, nachdem er den Februar mit 18.300 Punkten ja deutlich höher beendet hat. Die kleine erwartete Korrektur von -3% gab es damit zumindest schon mal. Auf dem Niveau von 17.800 Punkten verharrte der Index dann einige Tage. Dieses Niveau dient nun auch weiterhin als erste kleine Unterstützung im Falle von Kursrückgängen.

Aktuell befindet sich der Nasdaq100 am unteren Ende des kurzfristigen Aufwärtstrendkanals, was aber nicht bedeutet, dass der Techindex nun günstig ist. Grund dafür ist auch die nachlassende Dynamik der letzten Wochen, die auch eine Topbildung darstellen kann.

Für den Nasdaq100 gilt, dass der langfristige Aufwärtstrend nach wie vor intakt ist, solange der Index über seiner 200-Tage-Linie sowie dem Niveau der letzten Allzeithochs aus dem Jahr 2023 von rund 16.000 Punkten (grüne Markierung) notiert. Im April ist es allerdings äußerst unwahrscheinlich, dass der Nasdaq100 dieses Niveau erreicht.

Der Nasdaq100 hat sich bereits im April nicht mehr stark nach oben bewegt. Das könnte der Beginn einer Top-Bildung sein. Auch für den Nasdaq100 ist eine Seitwärtsbewegung am wahrscheinlichsten.

Entwicklung der Inflation

Inflation in den USA

Die Inflationsdaten aus den USA gab es im März am 12.03. Bereits im Vorfeld waren die Anleger gespannt auf die Entwicklung der Inflationsrate in den USA. Schließlich werden die Zinsen in den USA nur sinken, wenn die Inflation sich dem Ziel der FED von 2,0% nähert.

Während die Inflation im Januar noch bei 3,1% lag, ist sie im Februar auf 3,2% gestiegen. Erwartet wurde, dass die Inflation bei 3,1% verharrt. Damit fällt die Inflation erneut höher aus als erwartet. Überraschend war dieses Mal aber, dass die Aktienmärkte darauf positiv reagiert haben. Der S&P 500 eröffnete am 12.03. direkt mit einem Plus von 1,0% und konnte diese Gewinne bis zum Handelsschluss halten.

Normalerweise führt eine höher als erwartete Inflation zu Verlusten am Aktienmarkt. Selbst wenn es sich hierbei nur um eine Abweichung von 0,1%-Punkten handelt. Normal wäre in diesem Fall auch noch eine Seitwärtsbewegung gewesen. Dass die Aktienmärkte trotz einer höheren Inflation aber dennoch deutlich zulegten, ist eher untypisch und zeigt auch noch einmal, dass sich die Börsen aktuell in einer euphorischen Phase befinden.

Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre

Im Chart siehst du, dass sich die Inflationsrate in den USA die letzten Monate im Bereich von 3% hält. Wie gesagt ist eine weitere Abflachung der Inflation erforderlich, damit die erwarteten Zinssenkungen der FED auch wirklich kommen. Die nächsten Inflationsdaten aus den USA gibt es dann am 10.04.

Inflation in der Euro-Zone

Die Inflationsrate in der Euro-Zone befindet sich weiterhin auf dem Rückmarsch. Im Februar lag die Inflation bei nur noch 2,6%. Im Januar lag die Inflationsrate noch bei 2,8%. Am 01.03. wurden bereits die vorläufigen Daten zur Inflation veröffentlicht. Diese gingen bereits von einer Inflation von 2,6% aus. Als die finalen Daten dann am 18.03. veröffentlicht wurden und mit den vorläufigen Daten übereinstimmten gab es keine nennenswerte Reaktion mehr am Aktienmarkt.

Die nächsten vorläufigen Daten zur Inflation aus der Euro-Zone gibt es am 03.04. Die finalen Daten folgen dann am 17.04.

Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre

Was machen die Notenbanken?

Im März standen sowohl bei der FED als auch bei der EZB wieder Zinssitzungen im Kalender. Von beiden Zentralbanken wurde bereits im Vorfeld davon ausgegangen, dass der Leitzins nicht verändert wird. Spannender war es hingegen in der anschließenden Pressekonferenz zu erfahren, wie der Plan für die Geldpolitik für die weiteren Monate aussieht.

Die FED-Sitzung fand am 20.03. statt. Wie erwartet beließ die FED den Leitzins in einer Spanne von 5,25% und 5,0%. FED-Chef Powell bestätigte dafür aber die Erwartungen, dass es im laufenden Jahr noch drei Zinssenkungen von in Summe 0,75%-Punkten geben soll. Allein diese Ankündigung reichte aus, um die Rallye an den Börsen noch einmal zu beschleunigen. Der S&P 500 stieg während der Pressekonferenz der FED um rund +1,5%.

Am wahrscheinlichsten ist eine erste Zinssenkung bei der FED-Sitzung im Juni. Die Daten des FED-Watch-Tools, welche auf Daten der Kurse von Futures abgeleitet werden, zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im Juni bei aktuell 64% liegt. Eine Senkung der Leitzinsen bei der nächsten FED-Sitzung am 01.05. ist aktuell hingegen äußerst unwahrscheinlich (Wahrscheinlichkeit von 6%).

Wie die FED hat auch die EZB den Leitzins konstant bei 4,5% belassen. Den Zinsentscheid der EZB gab es bereits am 07.03. Auch hier war der Ausblick auf die kommenden Monate aber deutlich interessanter. Die EZB hat eine erste Zinssenkung für in drei Monaten in Aussicht gestellt.

Gleichzeitig hat die EZB ihre Inflationsprognose nach unten korrigiert. Für das Jahr 2024 erwartet die EZB nur noch eine Inflation von 2,4%. In der letzten Prognose vom Dezember 2023 lag die Erwartung noch bei 2,8%. Für 2025 erwartet die EZB nun eine Inflationsrate von 2,0% und würde ihr Inflationszielt damit erreichen.

Als Reaktion auf die EZB-Sitzung zeigten sich die Aktienmärkte positiv. Der DAX stieg mit Beginn des EZB-Zinsentscheids und der Pressekonferenz am 07.03. um +0,8%, der Stoxx600 verbesserte sich um +0,5%.

Die nächsten Termine der FED & EZB:

Berichtssaison

Vergangene Termine der Berichtssaison

Der dritte Monat eines Quartals ist für die Berichtssaison weniger spannend. Hier gibt es nur noch wenige Unternehmen, die ihre Quartalszahlen vorlegen. Beziehungsweise gibt es hier ein paar größere Unternehmen, die ein abweichendes Geschäftsjahresende haben und somit zu einem anderen Zeitpunkt ihre Zahlen vorlegen als die breite Masse der Unternehmen. Der Fokus liegt hier bewusst nur auf sehr großen Unternehmen, da diese am ehesten dazu in der Lage sind Impulse für den Gesamtmarkt zu liefern.

Ergebnisse der Berichtssaison im Februar: EPS und Umsatz im Vergleich zu den Analystenschätzungen
Ergebnisse der Berichtssaison im Februar: EPS und Umsatz im Vergleich zu den Analystenschätzungen

Von der Berichtssaison her gab es im März nur noch wenig größere Events. Auffällig war allerdings, dass die Aktien einiger Unternehmen trotz starker Quartalszahlen abgestraft wurden. Adobe lag beispielsweise knapp über den Erwartungen, trotzdem brach die Aktie als Reaktion auf den Quartalsbericht um -13,7% ein. Auch Costco konnte beim Gewinn die Erwartungen deutlich übertreffen, beim Umsatz hat das Unternehmen die Erwartungen allerdings deutlich verfehlt. Als Reaktion gab die Aktie -7,6% nach.

Diese Reaktionen zeigen auch, dass in den Kursen schon viel positive Erwartungen eingepreist sind. Für steigende Aktienkurse müssen die erwarteten Ergebnisse also klar übertroffen werden.

Anstehende Termine der Berichtssaison

Im April startet die Berichtssaison für das erste Quartal. Den Beginn machen traditionell die Banken in den USA. In der zweiten Monatshälfte stehen dann bereits die Schwergewichte Microsoft, Alphabet, Meta und Amazon auf dem Kalender, die die Richtung am Gesamtmarkt durchaus beeinflussen können.

  • 12.04. JPMorgan Chase
  • 16.04. Goldman Sachs
  • 16.04. Johnson & Johnson
  • 16.04. UnitedHealth
  • 17.04. ASML Holding
  • 17.04. Tesla
  • 18.04. Procter & Gamble
  • 22.04. SAP
  • 23.04. Coca-Cola
  • 23.04. Microsoft
  • 23.04. Alphabet
  • 23.04. Visa
  • 24.04. Meta
  • 25.04. Amazon

Kalender – anstehende Wirtschaftstermine

Datum / Uhrzeit Termin
02.04. um 14:00 Inflation Deutschland (März vorläufig)
03.04. um 11:00 Inflation Euro-Zone (März vorläufig)
03.04. um 11:00 Arbeitslosenquote Euro-Zone
05.04. um 14:30 Arbeitsmarktbericht USA
08.04. um 08:00 Industrieproduktion Deutschland (Februar)
10.04. um 14:30 Inflation USA (März)
11.04. um 14:15 EZB-Zinsentscheid
11.04. um 14:30 Produzentenpreis USA (März)
12.04. um 08:00 Inflation Deutschland (März final)
15.04. um 14:30 Einzelhandelsumsätze USA (März)
16.04. um 11:00 ZEW-Konjunkturerwartungen
17.04. um 11:00 Inflation Euro-Zone (März final)
24.04. um 10:00 ifo-Geschäftsklimaindex
25.04. um 14:30 BIP USA (Schätzung Q1 2024)
26.04. um 14:30 PCE Private Konsumausgaben USA (März)
29.04. um 14:00 Inflation Deutschland (April vorläufig)
30.04. um 10:00 BIP Deutschland (Schätzung Q1 2024)
30.04. um 11:00 Inflation Euro-Zone (April vorläufig)
30.04. um 11:00 BIP Euro-Zone (Schätzung Q1 2024)
01.05. um 20:00 FED-Zinsentscheid

Fazit für den April - Markteinschätzung

Die erwartete kleine Korrektur für den März blieb aus. Lediglich zu Monatsbeginn traten die Indizes ein paar Tage auf der Stelle. Danach haben die Aktienmärkte ihre Rallye weiter fortgesetzt. Vor allem der DAX und der S&P 500 bewegten sich wie am Schnürchen nach oben. Damit sind die Aktienmärkte nun noch etwas überhitzter als noch Ende Februar.

Diese überhitzte Situation bedeutet natürlich nicht automatisch, dass wir nun eine Korrektur sehen müssen. Das hat ja bereits der März gezeigt. Die Wahrscheinlichkeit nimmt aber Woche für Woche zu und die Luft nach oben wird dünner. Nun ein weiteres Mal zu erwarten, dass die Aktienmärkte im April um weitere 5% steigen, wäre übertrieben. Im Sinne einer langfristig gesunden Aufwärtsbewegung wären sogar Verluste von -5% im April absolut in Ordnung – ob wir diese tatsächlich sehen, ist aber unklar. Am wahrscheinlichsten ist es nach der starken Rallye der letzten Wochen und Monate, dass wir nun eine Abkühlung der Rallye mit Tendenz zu einer Seitwärtsbewegung sehen.

Neue Impulse kann auf jeden Fall die Berichtssaison liefern. Gegen Ende April stehen hier vor allem die Zahlen der US-Großkonzerne an, die durchaus in der Lage sind die Richtung des Gesamtmarktes zu beeinflussen. Von der EZB-Sitzung dürfte wenig Überraschungspotenzial ausgehen und die FED tagt erst am 01.05. Wichtig werden dafür aber auf jeden Fall wieder die Inflationsdaten – insbesondere aus den USA. Die Börsen preisen bereits einige Zinssenkungen ein. Damit diese kommen, muss auch bei der Inflation in den USA nun langsam ein weiterer Rückgang zu erkennen sein.