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Marktanalyse September

Titelbild zur Marktanalyse September

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Ziel der Marktanalyse September

In diesem Beitrag möchte ich dir meine Marktanalyse für die Aktienmärkte für den September vorstellen. In der Marktanalyse werfen wir zunächst einen Blick auf die Performance der letzten Wochen und Monate. Anschließend gehe ich mit dir auf die wichtigsten Faktoren ein, die die Märkte aktuell bewegen. Hierbei geht es weiterhin um die Zölle, aber wir werfen auch einen kurzen Blick auf die Saisonalität. Außerdem untersuche ich mit dir in der Chartanalyse für die wichtigsten Indizes auf welche Kursniveaus es jetzt ankommt. Anschließend werfen wir noch einen Blick auf die Inflation sowie die Geldpolitik. Ziel der Marktanalyse ist, dass du weißt, was du in den nächsten Wochen am Aktienmarkt erwarten kannst.

Performance-Rückblick

Index-Heatmap

Die Performance der meisten Indizes im August war eher unspektakulär. Der DAX beendet den August mit einem kleinen Verlust von -0,7%. Die Nebenwerte sind da stärker unter Druck geraten: Der MDAX büßte um -2,3% ein und der SDAX verlor sogar -4,0%. Im europäischen Vergleich hat der DAX etwas geschwächelt, was angesichts der starken Monate zuvor aber zu verzeihen ist. Der Stoxx600 verzeichnete im August einen kleinen Gewinn von +0,7%. Besonders stark zeigten sich aus Europa vor allem der spanische Aktienmarkt (IBEX +3,7%), der italienische Aktienmarkt (FTSE MIB +3,0%) sowie die Schweiz (SPI +3,0%).

Auch die US-Börsen haben im August Gewinne verzeichnen können. Der S&P 500 legte um +1,9% zu und der Nasdaq100 stieg um +0,9%. In Euro umgerechnet bleibt davon allerdings wenig übrig. Der Euro hat im Vergleich zum USD im August einen Gewinn von +2,4% verzeichnet, was dazu führt, dass die in Euro umgerechnete Performance vom S&P 500 und Nasdaq100 negativ ist.

Ein Blick nach Asien zeigt, dass vor allem der Shanghai Composite mit +8,0% auf einen starken Monat zurückblickt. Auch der japanische Aktienmarkt (Nikkei) konnte mit +4,0% überzeugen.

Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im August
Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im August

Performance im August

Nach dem kleinen Kurseinbruch Ende Juli / Anfang August haben sich die Aktienmärkte schnell wieder stabilisiert und ihre Allzeithochs angesteuert. Auslöser waren hier einmal ein äußerst schwacher Arbeitsmarktbericht aus den USA (veröffentlicht am 01.08.) sowie neue Zoll-Ankündigungen von US-Präsident Trump gegen Länder, die bislang keinen Deal mit den USA haben.

In der ersten Hälfte des Monats ist bei allen wichtigen Indizes eine klare Erholung zu erkennen. Dem DAX ist es dabei gelungen sich seinem Allzeithoch wieder anzunähern, der S&P 500 konnte neue Allzeithochs verzeichnen.

Mitte des Monats ab dem 15.08. konnte sich vor allem der Stoxx50 sehr gut halten, während der S&P 500, Nasdaq100 und auch der DAX eine Korrektur verzeichnet haben. Hierbei muss aber auch erwähnt werden, dass sich der europäische Aktienmarkt zuvor eher schwach gezeigt hat. Zum Monatsende musste dann aber auch der Stoxx50 wieder etwas nachgeben. Auch der DAX hat bis zum Monatsende seine zwischenzeitlich kleinen Gewinne wieder abgeben müssen. Die US-Indizes hielten sich zum Monatsende hingegen stabil und kleben fast schon an ihren Allzeithochs.

Chart für die wichtigsten Aktienindizes im August
Chart für die wichtigsten Aktienindizes im August

Performance im letzten Jahr

Während der DAX in den letzten Monaten auf Sicht der jeweils letzten zwölf Monate noch der klare Gewinner im Performancevergleich war, schrumpft die Outperformance nun wieder etwas zusammen. Hierbei ist auch zu berücksichtigen, dass der DAX als Performanceindex anders als die US-Indizes Dividenden mitberücksichtigt. Mit einer Rendite von +27% über die letzten zwölf Monate liegt der DAX zwar nach wie vor sehr gut, der Nasdaq100 schneidet mit +24% aber ebenfalls sehr gut ab. Der S&P 500 liegt mit +17% noch ein gutes Stück hinter dem Nasdaq100.

Klar zu erkennen ist aber, dass die US-Indizes vor allem ab Mai ihre Underperformance zum DAX reduzieren konnten. Im Vergleich zum Stoxx600, welcher seitdem eher seitwärts tendierte, haben der S&P 500 und der Nasdaq100 eine starke Rallye verzeichnet.

Performance für die wichtigsten Indizes über die letzten 12 Monate
Performance für die wichtigsten Indizes über die letzten 12 Monate

Blick auf die Volatilität: VIX

Den letzten kleinen Volatilitätspeak haben wir zum Monatswechsel Juli August gesehen. Am 01.08. kam an den Aktienmärkten etwas Verunsicherung auf, als äußerst schwache Arbeitsmarktdaten aus den USA veröffentlicht wurden. Davon haben sich die Aktienmärkte aber nach wenigen Tagen bereits wieder erholt.

Den August über haben sich die Aktienmärkte sehr ruhig gezeigt. Mit Ausnahme des 01.08. lag der VIX durchgehend unter 20, was für ein ruhiges Marktumfeld steht. Mit einem VIX von 14 haben wir im August sogar ein ähnlich niedriges Volatilitätsniveau wie zuletzt im Februar gesehen. Die Aktienmärkte waren also so entspannt wie zuletzt vor einem halben Jahr. Auch ein aktueller Stand des VIX von 16 steht weiterhin für ein ruhiges Marktumfeld.

Der VIX ist der Volatilitätsindex auf den S&P 500 und gibt Auskunft über die erwartete Schwankung des S&P 500 in den nächsten 30 Tagen. Berechnet wird der VIX auf Basis von Optionspreisen von der CBOE.

Entwicklung des VIX - Stand 01.09.2025
Entwicklung des VIX - Stand 01.09.2025

Tops & Flops im August

Für den deutschen Aktienmarkt werden die 100 Aktien des HDAX betrachtet, für die USA analysieren wir die Aktien des Nasdaq100 und für den europäischen Aktienmarkt betrachten wir die Aktie des Stoxx Europe 50.

Top/Flop Aktien aus dem HDAX (Deutschland)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im August 2025
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im August 2025

Top/Flop Aktien aus dem Nasdaq100 (USA)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im August 2025
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im August 2025

Top/Flop Aktien aus Europa (Stoxx Europe 50)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im August 2025
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im August 2025

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Performance einzelner Branchen

Für die Analyse zyklischer und defensiver Sektoren werden die Branchenindizes des S&P 500 und Stoxx600 betrachtet. Die zyklischen Sektoren haben im August einen Gewinn von +1,3% verzeichnet, während die defensiven um +2,2% zulegen konnten.

Die starke Entwicklung der defensiven Sektoren ist vor allem auf das Gesundheitswesen (+5,9%) zurückzuführen. Bei den zyklischen Sektoren belasteten vor allem die Sektoren Industriegüter (-0,9%) sowie Technologie (-0,8%).

Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im August
Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im August

Was die Märkte aktuell besonders bewegt

Der Zoll-Streit

Ende Juli / Anfang August war die Zoll-Ankündigung von US-Präsident Trump gegen Länder, die bislang noch keinen Deal mit den USA geschlossen haben, ein kleiner Belastungsfaktor. Hier war aber auch ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht ein Belastungsfaktor für die Märkte, sodass sich der Rücksetzer am 01.08. nur zu einem kleinen Teil auf die Zoll-Thematik zurückführen lässt.

Ende August gab es dann den nächsten Hammer: Das US-Berufungsgericht hat die Zölle von US-Präsident Trump für illegal erklärt. Die Zölle bleiben allerdings bis Mitte Oktober in Kraft, sodass bis dahin Berufung eingelegt werden kann. Damit ist also klar: Das Thema Zölle wird uns auch weiterhin beschäftigen. Mit der Zeit wird der Effekt an den Märkten aber immer weiter abnehmen. Die Aktienmärkte haben sich einfach daran gewöhnt, dass es hier in kurzer Zeit ständig neue Entwicklungen gibt, weshalb überzogene Reaktionen nicht mehr zu erwarten sind.

Generell ist davon auszugehen, dass, solange Trump im Amt ist, in der Zoll-Thematik nichts sicher ist. Selbst ausgehandelte Deals können jederzeit infrage gestellt werden. An dieses Kasperletheater haben sich die Aktienmärkte inzwischen aber gewöhnt, sodass es Reaktionen wie wir sie Anfang April gesehen haben, mit äußerst hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr geben wird. Jedenfalls wären die Zölle für derartige Crashs nicht der Auslöser.

Faktor Saisonalität

Weiterhin befinden uns in den statistisch eher schwachen Sommermonaten. Wie ich in meiner letzten Marktanalyse auch schon geschrieben habe, bin ich kein Freund von Börsenweisheiten wie „Sell in may and go away“. Bislang wäre das vor allem mit Blick auf die US-Börsen auch kein guter Rat gewesen. Seit Anfang Mai ist der S&P 500 um rund +15% gestiegen. Der US-Dollar hat in dieser Zeit zwar etwas geschwächelt, sodass die Rendite des S&P 500 in Euro bei nur knapp über +10% liegt, aber auch hierbei handelt es sich um eine starke Performance, die man mit dem dummen Nachhandeln solcher Floskeln verpasst hätte.

Mit dem September steht nun zwar der statistisch betrachtet schwächste Börsenmonat vor uns. Aber auch hier würde ich nun keinesfalls Aktien verkaufen, nur weil die Statistik auf einen schwachen Monat deuten lässt. Das Problem solch saisonaler Statistiken ist, dass diese meist dann nicht funktionieren, wenn man sich nach ihnen richten möchte.

Allein aufgrund der Tatsache, dass sich vor allem die US-Indizes nah an ihren Allzeithochs befinden, wäre es sicherlich falsch im September eine Rallye zu erwarten. Aufgrund der Saisonalität zu verkaufen wäre aber einfach falsch. Das haben nun bereits die Monate Mai bis August bewiesen.

Chartanalyse - Marktanalyse September

Chartanalyse für den DAX

Chartanalyse für den DAX (Stand 01.09.2025)
Chartanalyse für den DAX (Stand 01.09.2025)

Der DAX konnte sich direkt zu Beginn des Monats am Unterstützungsbereich 1 zwischen 23.060 und 23.470 Punkten stabilisieren. Ausgehend davon hat der DAX wieder sein Allzeithoch bei rund 24.660 Punkten ins Visier genommen. Allerdings ist es dem DAX dabei nicht gelungen über den rot markierten Widerstandsbereich zwischen 24.480 und 24.660 Punkten zu steigen.

Dieses Niveau scheint für den DAX nun inzwischen eine etwas größere Hürde zu sein. Nach der starken Rallye zwischen Anfang April und Anfang Juni ist der DAX nun in eine Seitwärtsbewegung zwischen 23.000 und 24.700 Punkten übergegangen. Korrekturen bis an das untere Ende dieser Spanne – und damit auch das untere Ende des Unterstützungsbereichs 1 – sind absolut unkritisch.

Langfristig betrachtet finden sich darunter zwar noch zahlreiche weitere Unterstützungen, diese spielen im Rahmen der Marktanalyse für den September aber keine Rolle. Rücksetzer bis auf 23.000 Punkte solltest du auf jeden Fall einkalkulieren. Deutlich tiefere Niveaus des deutschen Leitindex sind im September allerdings nur bei einem deutlich negativen Newsflow denkbar. Dann würde auch die 200-Tage-Linie bei aktuell rund 22.435 Punkten ins Visier rücken. Kurse darunter würden das Bild deutlich eintrüben. Im September ist mit einem derart großen Rücksetzer allerdings nicht zu rechnen.

Am wahrscheinlichsten ist aktuell eine Fortsetzung der Seitwärtsbewegung, wobei Kurse im Bereich des ersten grün markierten Bereichs für einen Einstieg bereits interessant sind. Ein Sprung auf neue Allzeithochs erfordert inzwischen schon etwas mehr Mühe, da dieser Widerstand inzwischen an Bedeutung gewonnen hat.

Chartanalyse für den S&P 500

Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 01.09.2025)
Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 01.09.2025)

In meiner letzten Marktanalyse habe ich gesagt, dass Kurse unterhalb des grün markierten Unterstützungsbereichs 1 zwischen 6.100 und 6.150 Punkten im August eher unwahrscheinlich sind. Nach dem Rücksetzer zum Monatswechsel hat sich der S&P 500 auch schnell wieder stabilisiert und konnte im August neue Allzeithochs verzeichnen.

Übergeordnet gewinnt der Unterstützungsbereich 1 zwischen 6.100 und 6.150 Punkten damit immer mehr an Bedeutung. Auch für den September gilt, dass Kurse darunter nur denkbar sind, wenn es von der Nachrichtenseite deutlich Gegenwind gibt. Das bedeutet, dass alle darunter liegenden Unterstützungen vorerst nur der Orientierung dienen, für den Moment aber weniger relevant sind.

Oberhalb des ersten grün markierten Niveaus hat der S&P 500 die letzten Wochen noch zwei weitere Niveaus ausgebildet, die bei einer kleinen Korrektur als Support genutzt werden können. Hierbei handelt es sich einmal um das letzte Tief vom 21.08. bei rund 6.345 Punkten (hellblau) sowie die Tiefs aus dem Juli und August bei 6.200 Punkten (orange).

Eine kleine Korrektur bis auf 6.345 Punkte (hellblau) sollte auf jeden Fall einkalkuliert werden. Und selbst bei einem Rücksetzer bis auf 6.200 Punkte (orange) bleibt die Aufwärtsdynamik nach wie vor erhalten. Erst Kurse unterhalb von 6.100 Punkten (untere Begrenzung von Unterstützungsbereich 1) würden dafür sorgen, dass sich die Lage langsam etwas eintrübt.

Aktuell gibt es beim S&P 500 somit keinerlei Grund zur Sorge. Auch eine Überhitzung ist aktuell nicht vorhanden. Sicherlich ist der S&P 500 nach den starken letzten Wochen mal anfällig für einen kleinen Rücksetzer, bis auf 6.200 Punkte wäre das im Sinne des langfristigen Aufwärtstrends auch nur gesund. Dennoch besteht für den September weiterhin die Möglichkeit neue Allzeithochs zu markieren.

Chartanalyse für den Nasdaq100

Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 01.09.2025)
Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 01.09.2025)

Der Nasdaq100 hat sich im August etwas verhaltener gezeigt als der S&P 500 und hat sich vor allem zu Beginn der zweiten Monatshälfte etwas von seinem Allzeithoch entfernt. Mit dem Anstieg der letzten Tage ist es dem Nasdaq100 anders als dem S&P 500 nicht mehr gelungen ein neues Allzeithoch zu markieren.

Das Allzeithoch von 23.970 Punkten (lila) bildet daher nun einen kleinen Widerstand. Die Chancen, dieses im September zu überwinden sind aber auf jeden Fall gegeben. Die letzten Wochen ist es dem Nasdaq100 gelungen im Bereich von 22.700 Punkten (hellblau) eine neue Unterstützung auszubilden. Diese ergibt sich aus dem Tief der Seitwärtsbewegung Mitte Juli sowie dem Rücksetzer Anfang August. Bis hier hin solltest du auf jeden Fall eine Korrektur einkalkulieren.

Weiterhin gilt, wie in meiner letzten Marktanalyse auch schon erwähnt, dass ein Rücksetzer selbst bis auf 22.130 Punkte (blau markiert) im Sinne des langfristigen Aufwärtstrends unkritisch wäre. Diese Unterstützung ergibt sich aus den Hochs von Ende 2024 sowie Anfang 2025. Kurse in der Nähe dieses Bereichs sind für einen Einstieg als attraktiv anzusehen.

Alle weiteren im Chart eingezeichneten Unterstützungen dienen auch hier nur der Orientierung und spielen im September, wenn überhaupt, bei einer schlechten Nachrichtenlage eine Rolle.

Chartanalyse für den Stoxx600

Chartanalyse für den Stoxx600 (Stand 01.09.2025)
Chartanalyse für den Stoxx600 (Stand 01.09.2025)

Dem Stoxx600 ist im August zwischenzeitlich ein wichtiger Befreiungsschlag gelungen, als der Index über den Widerstand von 556 Punkten (blau) gestiegen ist. Dieses Niveau konnte der europäische Leitindex seit März dieses Jahr nicht mehr überwinden und hat über die letzten Monate hier einige markante Hochpunkte ausgebildet.

Damit der Stoxx600 aber wieder in einen langfristigen Aufwärtstrend übergehen kann, muss zusätzlich auch das Allzeithoch von 565 Punkten (rot markiert) überwunden werden. Für den September ist eine Annäherung an dieses Niveau auf jeden Fall möglich.

Aktuell notiert der Stoxx600 zwar wieder unter dem Widerstand von 556 Punkten (blau). Mit der zuletzt wieder höheren Dynamik ist aber zumindest die Gefahr eines Übergangs in eine Abwärtsbewegung gebannt. In meiner letzten Marktanalyse hatte ich noch erwähnt, dass vor allem der Bereich zwischen 525 und 530 Punkten (grün markiert) eine sehr wichtige Unterstützung ist, welche nach Möglichkeit nicht unterschritten werden sollte. Davon ist der Stoxx600 nun auch weit entfernt.

Eine Korrektur bis auf die letzten Tiefs bei 533 Punkten (orange) darf dennoch nicht ausgeschlossen werden. Kritisch wäre solch ein Rücksetzer auch noch nicht. Allerdings würde sich der Stoxx600 dann auch seiner 200-Tage-Linie wieder deutlich annähern. Damit gilt nun: Bereits Kurse unterhalb von 533 Punkten wären als negativ zu werten, und nicht erst der Bruch des grün markierten Bereichs.

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Entwicklung der Inflation

Inflation in den USA

Die letzten Inflationsdaten aus den USA wurden am 12.08. veröffentlicht und beziehen sich auf die Preisentwicklung im Juli. Im Juli lag die Inflationsrate in den USA bei 2,7%. Erwartet wurde ein leichter Anstieg der Inflationsrate auf 2,8%. Dass die Inflation niedriger ausfällt als erwartet wurde an den Aktienmärkten positiv aufgenommen. Direkt zur Eröffnung am 12.08. legte der S&P 500 um +0,7% zu, bis zum Handelsschluss belief sich der Gewinn auf +1,1%.

Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre

Nachdem die Inflationsrate von ihrem Tief im April von 2,3% die letzten Monate wieder deutlich gestiegen ist, ist es nun wichtig, dass sich die Inflation nicht wieder der Marke von 3,0% annähert. Zinssenkungen der FED sind nur möglich, wenn die Inflation nicht wieder steigt. Die nächsten Inflationsdaten für die USA werden am 11.09. veröffentlicht.

Inflation in der Euro-Zone

Die finalen Inflationsdaten für die Euro-Zone für den Juli wurden am 20.08. veröffentlicht. Die Inflationsrate verharrt erneut bei 2,0%, wo sie bereits im Mai und Juni lag. Der Stoxx600 hat daraufhin eine ganz kleine Reaktion von +0,15% gezeigt. Am Ende ist diese Reaktion aber nicht weiter erwähnenswert.

Die vorläufigen Inflationsdaten für den September werden am 02.09. Nach Prognosen soll die Inflationsrate in der Euro-Zone weiterhin bei 2,0% liegen. Die finalen Inflationsdaten folgen dann am 17.09.

Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre

Was machen die Notenbanken?

Im August gab es sowohl von der FED als auch von der EZB keinen Zinsentscheid. Dennoch gab es im August nennenswerte Entwicklungen in Sachen Geldpolitik. Am 22.08. hielt FED-Chef Powell eine Rede auf dem Notenbankertreffen in Jackson Hole. In dieser Rede hat er Zinssenkungen für den nächsten Zinsentscheid im September in Aussicht gestellt.

Nach den Daten des FED-Watch-Tools lag die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im September vor einem Monat (also vor der Powell-Rede) bei 80%. Inzwischen liegt diese Wahrscheinlichkeit bei 90%. Dennoch ist die Zinssenkung für die FED-Sitzung am 17.09. damit nicht ganz sicher. Entsprechend dürfte dieser Termin spannend werden. Sollte die FED die Zinsen am 17.09. doch nicht senken, wäre das für die Aktienmärkte ein kleiner Dämpfer.

Das FED Watch Tool ist ein von der CME Group veröffentlichtes Analyse-Tool, mit dem Anleger die Wahrscheinlichkeit zukünftiger US-Leitzinsentscheidungen der FED einschätzen können. Diese Wahrscheinlichkeiten werden auf Basis von Futures-Preisen abgeleitet.

Aktuell liegt der Leitzins in den USA weiterhin in einer Spanne zwischen 4,25% und 4,50%. Auf diesem Niveau liegt der Leitzins bereits seit Ende letztes Jahr. Im Falle einer Zinssenkung, würde diese einen Umfang von 25 Basispunkten umfassen auf einen Leitzins von dann 4,0% bis 4,25%.

Bis zum Jahresende stehen mit dem FED-Entscheid im September noch drei FED-Sitzungen an. Aktuell gilt es als am wahrscheinlichsten, dass die Zinsen um in Summe 0,5%-Punkte auf dann 3,75 bis 4,0% gesenkt werden.

Entwicklung der Leitzinsen in den USA und der Euro-Zone
Entwicklung der Leitzinsen in den USA und der Euro-Zone

Vor dem FED-Zinsentscheid am 17.09. steht am 11.09. aber noch der Zinsentscheid der EZB an. Auf ihrer letzten Zinssitzung am 24.07. hat die EZB eine Zinspause eingelegt und den Leitzins bei 2,0% belassen. Für das laufende Jahr ist es inzwischen fraglich, ob die EZB die Zinsen nochmal senken wird. Ohnehin haben wir hier zuletzt bereits zahlreiche Zinssenkungen gesehen. Für den September gilt bei der EZB eine Zinssenkung als eher unwahrscheinlich.

Mit Blick auf die Notenbanksitzungen sind die Entscheidungen der FED deutlich wichtiger als die Geldpolitik der EZB. Daher ist der wichtigste Termin im September der Zinsentscheid der FED am 17.09. um 20:00 Uhr unserer Zeit.

Berichtssaison

Ein Großteil der Berichtssaison ist Ende Juli bereits gelaufen. Im August gab es daher nur noch wenige Großkonzerne, die ihre Zahlen vorgelegt haben. Klar im Fokus stand hierbei aber Nvidia, die ihren Quartalsbericht am 27.08. nach Börsenschluss vorgelegt haben. Wie immer waren die Erwartungen an Nvidia hoch.

Ein schwaches Zahlenwerk von Nvidia wäre für den Gesamtmarkt in zweierlei Hinsicht kritisch gewesen. Zum einen hat Nvidia aufgrund der Größe des Unternehmens (Marktkapitalisierung) eine sehr hohe Gewichtung im S&P 500 sowie im Nasdaq100. Ein Kurseinbruch bei Nvidia von -10% würde auch den S&P 500 sowie Nasdaq100 um fast -1% drücken. Zum anderen würde das den gesamtem Technologiesektor belasten und Zweifel am KI-Boom aufkommen lassen.

Solch eine negative Reaktion blieb allerdings aus. Nvidia hat die Erwartungen an Umsatz und Gewinn zwar wieder übertroffen, vor einem Jahr lag das Unternehmen mit seinen Zahlen aber auch schon deutlich über den Erwartungen. Ein Kursfeuerwerk, wie es damals öfter zu sehen war, gab es daher nicht. In einer ersten Reaktion ist Nvidia sogar etwa -3% gefallen. Am Ende hielt sich der Verlust am Folgetag nach den Earnings mit -0,8% aber in Grenzen.

Übersicht der wichtigsten Earnings im August
Übersicht der wichtigsten Earnings im August

Ansonsten haben mit der Allianz, Siemens und der Deutschen Telekom drei deutsche Schwergewichte ihre Zahlen vorgelegt. Während die Allianz und Siemens als Reaktion deutliche Gewinne verzeichnen konnten, musste die Deutsche Telekom etwas einbüßen. Aus den USA konnten sonst noch McDonald’s und Home Depot nach Vorlage der Earnings zulegen, während Walmart etwas unter Druck geraten ist. Insgesamt für den Gesamtmarkt aber nicht relevant.

Im September sind von der Berichtssaison nun keine neuen Impulse zu erwarten. Hier veröffentlichen nur noch einzelne Unternehmen ihre Zahlen, bei denen das Ende des Geschäftsquartals nicht auf das kalendarische Quartalsende fällt. Die nächste Berichtssaison startet dann Mitte Oktober.

Kalender – anstehende Wirtschaftstermine

Datum / Uhrzeit Termin
02.09. um 11:00 Inflation Euro-Zone (August vorläufig)
02.09. um 16:00 ISM Manufacturing-Index
04.09. um 14:15 ADP-Arbeitsmarktbericht
04.09. um 16:00 ISM Non-Manufacturing Index
05.09. um 11:00 BIP Euro-Zone (Q2 final)
05.09. um 14:30 US-Arbeitsmarktbericht (August)
08.09. um 08:00 Industrieproduktion Deutschland
10.09. um 14:30 Erzeugerpreise USA
11.09. um 14:15 EZB-Zinsentscheid
11.09. um 14:30 Inflation USA (August)
12.09. um 08:00 Inflation Deutschland (August final)
12.09. um 16:00 Uni Michigan Sentiment
16.09. um 11:00 Industrieproduktion Euro-Zone
16.09. um 11:00 ZEW-Konjunkturerwartungen
16.09. um 14:30 Einzelhandelsumsätze USA
16.09. um 15:15 Industrieproduktion USA
17.09. um 11:00 Inflation Euro-Zone (August final)
17.09. um 20:00 FED-Zinsentscheid
22.09. um 16:00 Verbrauchervertrauen Euro-Zone
23.09. um 09:30 Einkaufsmanagerindizes (PMI) Deutschland
23.09. um 10:00 Einkaufsmanagerindizes (PMI) Euro-Zone
23.09. um 15:45 Einkaufsmanagerindizes (PMI) USA
24.09. um 10:00 Ifo-Geschäftsklimaindex
25.09. um 08:00 Gfk-Verbrauchervertrauen
25.09. um 14:30 BIP USA (Q2 final)
26.09. um 14:30 PCE (private Konsumausgaben) USA (August)
30.09. um 09:55 Arbeitslosenquote Deutschland
30.09. um 16:00 Verbrauchervertrauen USA
30.09. um 14:00 Inflation Deutschland (September vorläufig)
01.10. um 11:00 Inflation Euro-Zone (September vorläufig)
01.10. um 14:15 ADP-Arbeitsmarktbericht
01.10. um 16:00 ISM Manufacturing-Index

Fazit zur Marktanalyse September

Nach dem kleinen Einbruch Ende Juli / Anfang August infolge eines äußerst schwachen Arbeitsmarktberichtes aus den USA sowie der erneuten Zoll-Ankündigung von Trump haben sich die Aktienmärkte in den ersten Handelstagen im August schnell wieder gefangen. Der S&P 500 konnte dabei auch wieder mehrere neue Allzeithochs markieren.

Insgesamt ist die Lage am Aktienmarkt aktuell ziemlich entspannt, was auch an einem niedrigen VIX zu erkennen ist. Im August lag der VIX zeitweise so niedrig wie zuletzt im März. Das liegt auch daran, weil es wenig neue Impulse gab und somit auch keine neuen Hiobsbotschaften, die die Aktienmärkte hätten verarbeiten müssen.

Ein Thema für die nächsten Wochen bleibt weiterhin die Zoll-Thematik, insbesondere nachdem das US-Berufungsgericht die Zölle von US-Präsident Trump für illegal erklärt hat. Entsprechend dürften wir auch hier demnächst wieder neue News bekommen. Inzwischen reagieren die Aktienmärkte hierauf aber längst nicht mehr so stark wie es Anfang April der Fall war.

Im Fokus steht auf jeden Fall der Zinsentscheid der FED am 17.09. Eine Zinssenkung gilt als wahrscheinlich, aber nicht als sicher. Sollte FED-Chef Powell doch keine Zinssenkung liefern, könnte das für die Aktienmärkte nochmal eine Belastung sein.

Mit dem September steht nun der statistisch schwächste Börsenmonat vor uns. Das bedeutet aber natürlich nicht, dass wir nun Verluste sehen müssen. Kleine Korrekturen solltest du aber auf jeden Fall einkalkulieren. Hier bin ich in den Chartanalysen auch auf die wichtigsten Niveaus eingegangen. Wenn es dann noch etwas Rückenwind von der FED gibt, sind im Monatsverlauf auch nochmal neue Allzeithochs denkbar. Insgesamt ist die Lage aktuell auf jeden Fall recht entspannt und bislang zeichnet sich nichts ab, was im September etwas daran ändern sollte.

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