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Marktanalyse Oktober

Titelbild zur Marktanalyse Oktober

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Ziel der Marktanalyse Oktober

In diesem Beitrag möchte ich dir meine Marktanalyse für die Aktienmärkte für den Oktober vorstellen. In der Marktanalyse werfen wir zunächst einen Blick auf die Performance der letzten Wochen und Monate. Anschließend gehe ich mit dir auf die wichtigsten Faktoren ein, die die Märkte aktuell bewegen. Während die Zölle zuletzt in den Hintergrund gerückt sind, richtet sich der Blick wieder verstärkt auf die FED. Außerdem untersuche ich mit dir in der Chartanalyse für die wichtigsten Indizes auf welche Kursniveaus es jetzt ankommt. Anschließend werfen wir noch einen Blick auf die Inflation sowie die Geldpolitik. Ziel der Marktanalyse ist, dass du weißt, was du in den nächsten Wochen am Aktienmarkt erwarten kannst.

Performance-Rückblick

Index-Heatmap

Im September haben wir an den Börsen ein geteiltes Bild gesehen. Während der deutsche Aktienmarkt auf der Stelle getreten ist, haben vor allem die US-amerikanischen Indizes große Gewinne verzeichnen können. Der DAX und MDAX beenden den September seitwärts mit -0,1%. Der SDAX konnte mit +0,5% leicht zulegen.

Der breite europäische Aktienmarkt (Stoxx600) stieg um +1,5%. Angesichts der zuvor sehr starken Entwicklung des DAX ist es in einem Monat aber auch mal zu verkraften, wenn der DAX im europäischen Vergleich eher schwach ist. Eine Rallye haben die US-Indizes verzeichnet. Der S&P 500 konnte um +3,5% zulegen und der Nasdaq100 stieg sogar um +5,4%.

Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im September
Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im September

Performance im September

Im Monatschart sehen wir keine größeren Ausreißer. Zu Beginn des Monats hat sich kurzfristig eine Schwäche gezeigt, die aber vor allem von den US-Indizes schnell wieder ausgeglichen wurde. Der DAX hat sich hingegen den gesamten Monat über eher zurückhaltend gezeigt und den kleinen Verlust vom Monatsanfang größtenteils auch durch den Monat mit sich gezogen. In den letzten Handelstagen setzte dann eine kleine Erholung ein.

Der Blick auf den S&P 500 und Nasdaq100 zeigt, dass die US-Börsen nach dem kleinen Durchhänger zum Monatsanfang in der Lage waren schnell zu drehen und ihre Gewinne dann kontinuierlich auszubauen. Auch der Stoxx 50 konnte hier ganz gut mitziehen. Insgesamt lässt sich aber sagen, dass es im September keine besonderen Events gab, die hier für größere und nennenswerte Ausschläge gesorgt haben.

Chart für die wichtigsten Aktienindizes im September
Chart für die wichtigsten Aktienindizes im September

Performance im letzten Jahr

Nachdem der DAX den Performancevergleich über die letzten zwölf Monate lange Zeit angeführt hat, dreht sich das Bild hier langsam. Im Jahreschart ist klar zu erkennen, dass der DAX die letzten Monate seitwärts tendiert, während der S&P 500 und Nasdaq100 ihre Rallye weiter fortgesetzt haben. Aktuell liegt der DAX mit dem Nasdaq100 über die letzten zwölf Monate mit einem Gewinn von +23% gleichauf. Der S&P 500 kommt auf eine Kurssteigerung von +16%. Etwas enttäuschend ist hier nach wie vor die Performance des Stoxx600 mit einem mageren Plus von nur +7% auf Jahressicht.

Aber nicht nur der DAX tendierte die letzten Monate eher seitwärts, gleiches gilt auch für den MDAX sowie den Stoxx600. Mit der eher moderaten Entwicklung der europäischen Indizes und der gleichzeitigen Rallye in den USA haben die US-Indizes ihre kurzfristige Underperformance aus dem Frühjahr dieses Jahr nun endgültig wieder wettmachen können.

Performance für die wichtigsten Indizes über die letzten 12 Monate
Performance für die wichtigsten Indizes über die letzten 12 Monate

Blick auf die Volatilität: VIX

Mit Blick auf den VIX können wir auf einen äußerst ruhigen September zurückblicken. Der VIX notierte im September durchgehend unter 20. Lediglich Anfang des Monats hat sich der VIX der Marke von 20 kurzzeitig angenähert. Ein VIX von unter 20 steht für ein ruhiges Marktumfeld. Auch im August hat sich der VIX schon größtenteils unter 20 gehalten. Den letzten Vola-Peak haben wir Anfang August gesehen, als ein sehr schwacher US-Arbeitsmarktbericht die Börsen kurzzeitig verunsichert hat.

Die Zeiten großer Unsicherheit und hoher Volatilität, wie wir sie vor allem von März bis Mai gesehen haben, sind damit erstmal vorbei. Mit jedem ruhigen Monat und der Fortsetzung der Rallye insbesondere in den USA steigt aber die Chance, dass wir nun doch mal kurzfristig wieder in etwas unruhigeres Fahrwasser geraten. Wann genau das passiert lässt sich natürlich nicht prognostizieren. Du solltest dich aber einfach darauf einstellen, dass auf eine längere ruhige Phase früher oder später doch mal wieder eine leicht turbulentere Marktphase folgen kann.

Der VIX ist der Volatilitätsindex auf den S&P 500 und gibt Auskunft über die erwartete Schwankung des S&P 500 in den nächsten 30 Tagen. Berechnet wird der VIX auf Basis von Optionspreisen von der CBOE.

Entwicklung des VIX - Stand 01.10.2025
Entwicklung des VIX - Stand 01.10.2025

Tops & Flops im September

Für den deutschen Aktienmarkt werden die 100 Aktien des HDAX betrachtet, für die USA analysieren wir die Aktien des Nasdaq100 und für den europäischen Aktienmarkt betrachten wir die Aktie des Stoxx Europe 50.

Top/Flop Aktien aus dem HDAX (Deutschland)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im September 2025
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im September 2025

Top/Flop Aktien aus dem Nasdaq100 (USA)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im September 2025
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im September 2025

Top/Flop Aktien aus Europa (Stoxx Europe 50)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im September 2025
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im September 2025

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Performance einzelner Branchen

Für die Analyse zyklischer und defensiver Sektoren werden die Branchenindizes des S&P 500 und Stoxx600 betrachtet. Die zyklischen Sektoren haben im September einen Gewinn von +3,1% verzeichnet, während die defensiven Sektoren mit +0,1% seitwärts tendierten. Vor allem in den USA haben wir ja einen starken Monat gesehen und die Entwicklung der Sektoren passt gut dazu. In einem starken Marktumfeld legen zyklische Sektoren für gewöhnlich stärker zu.

Enorm gut haben sich Technologieaktien entwickelt mit einem Gewinn von +9,3%. Auch der Sektor der zyklischen Konsumgüter (+3,2%) sowie Industriegüter (+2,8%) blicken auf einen starken September zurück. Aus den defensiven Sektoren haben sich die Versorger-Aktien (+3,2%) am besten entwickelt und auch der Sektor Kommunikationsdienste (+1,8%) schlägt sich gut.

Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im September
Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im September

Was die Märkte aktuell besonders bewegt

Der Zoll-Streit

Während ich die letzten Monate an dieser Stelle immer fleißig über die Entwicklungen im Zoll-Streit berichten durfte, gibt es aktuell zu diesem Thema nicht viel zu sagen. Im September hatte das Thema Zölle auf die Aktienmärkte kaum eine Auswirkung. Die letzte große Meldung zum Thema Zölle war Ende August, als dass das US-Berufungsgericht die Zölle von US-Präsident Trump für illegal erklärt hat. Für einen Übergang sollen die Zölle aber bis Mitte Oktober in Kraft bleiben. Daher ist für den Oktober davon auszugehen, dass wir an dem Thema nicht vorbeikommen werden.

Infolge dieser Entscheidung erklärte Präsident Trump am 03.09., dass die USA möglicherweise bestehende Handelsabkommen mit der EU, Japan, Südkorea und anderen Ländern aufkündigen müssten, falls der Oberste Gerichtshof die Zölle für rechtswidrig erklärt. Trump betonte, dass diese Zölle entscheidend für die Aushandlung günstiger Handelsabkommen gewesen seien, und warnte vor ernsthaften wirtschaftlichen Konsequenzen, sollten die Zölle weiterhin für illegal erklärt werden.

Shutdown in den USA

Aktuell zum Monatswechsel macht sich vor allem das Thema Shutdown in den USA breit. Ein Shutdown bedeutet, dass Teile der US-Regierung ihre Arbeit einstellen (teilweise oder vollständig), weil die Finanzierung nicht rechtzeitig beschlossen wurde. Bislang konnte sich der Kongress (bestehend aus Repräsentantenhaus und Senat) nicht auf einen Kompromiss einigen. Die Republikaner haben zwar in beiden Kammern des Kongresses die Mehrheit, allerdings sind im Senat 60 von 100 Stimmen für eine Haushaltseinigung erforderlich. Hier ist man also auf die Demokraten angewiesen.

Neu sind diese Streitigkeiten über den Haushalt in den USA allerdings nicht. Alle ein bis zwei Jahre steht das Thema Shutdown im Raum und meist kommt es doch kurzfristig zu einer Einigung. Aber auch wenn solch eine Einigung länger auf sich warten lassen sollte, ist das kein Drama.

Den letzten längeren Shutdown gab es vom 22.12.2018 bis zum 25.01.2019. Am Ende interessiert uns natürlich, wie der Aktienmarkt darauf reagiert. In dieser Zeit ist der S&P 500 damals um etwa +7% gestiegen. Zuvor hat der S&P 500 im Dezember dafür aber deutliche Verluste verzeichnen müssen von in der Spitze -15%.

Allerdings war nach dem Archiv von CNN der Auslöser damals nicht der Haushaltsstreit in den USA. Stattdessen waren es Sorgen vor einer weltweiten Konjunkturabschwächung sowie der Geldpolitik aber auch Inflationsängste und Befürchtungen einer stärkeren Regulierung des Technologiesektors, die die Aktienmärkte einbrechen ließen.

Zusammengefasst heißt das also, dass ein Shutdown in den USA keine Panik auslösen dürfte. Natürlich sollten wir die Situation hier im Auge behalten, aber ein Auslöser für einen Crash am Aktienmarkt haben wir hier eher nicht vorliegen.

Die FED

Nachdem die Zölle die Aktienmärkte im September kaum mehr beeinflusst haben, rückten neue Themen in den Fokus. Daher richtete sich der Blick vor allem auf die FED. Wie erwartet hat die FED die Zinsen im September um 25 Basispunkte gesenkt und dabei auch einen geldpolitischen Kurs in Aussicht gestellt, der stärkere Zinssenkungen vorsieht als noch vor einigen Wochen erwartet wurde. Das ist sicherlich ein Faktor, der insbesondere den US-Börsen nochmal zusätzlich Unterstützung in ihrer laufenden Rallye bietet. Auf das Thema Zinsen gehe ich später in dieser Marktanalyse noch genauer ein.

Faktor Saisonalität

Der September gilt statistisch betrachtet als der schwächste Börsenmonat. Wer sich nach dieser Statistik gerichtet hat und Ende August Aktien verkauft hat, wird sich nun ärgern. Ohnehin bin ich kein Freund solch saisonaler Statistiken. Allein mit der Börsenweisheit „Sell in may and go away“ hättest du in diesem Jahr viel Rendite liegen lassen.

Am europäischen Aktienmarkt und vor allem beim DAX war im September zwar nicht viel zu holen, ganz anders sieht das hingegen in den USA aus. Hättest du dich nach diesem saisonalen Muster gerichtet, wären dir beim S&P 500 beziehungsweise Nasdaq100 Gewinne zwischen 3,5% und 5,5% entgangen. Der September war mit Blick auf den S&P 500 nach dem Mai und Juni der drittstärkste Monat bislang in diesem Jahr.

Für den Rest des Jahres stehen nun aber statistisch starke Börsenmonate vor uns. Aber auch hier bleibt die Aussage dieselbe: Wenn ich nichts davon halte vor statistisch schwachen Monaten zu verkaufen, heißt das im Umkehrschluss, dass wir nur aufgrund der Saisonalität nun nicht in Erwartung der großen Rallye sein sollten. Das saisonale Umfeld kann weiter steigende Kurse begünstigen. Ich finde es nur falsch allein aufgrund der Saisonalität nun zu sagen, dass wir steigende Kurse sehen müssen. Das beeinflussen immer noch andere Faktoren.

Chartanalyse - Marktanalyse Oktober

Chartanalyse für den DAX

Chartanalyse für den DAX (Stand 01.10.2025)
Chartanalyse für den DAX (Stand 01.10.2025)

Der DAX hat sich im September seitwärts bewegt. In meiner letzten Marktanalyse habe ich diese Entwicklung auch für am wahrscheinlichsten eingestuft und Kurse im Bereich der ersten Unterstützung (23.100 bis 23.500 Punkte) als attraktive Kaufkurse herausgestellt. In dieser Zone hat der DAX seine kurzefristige Schwäche Mitte des Monats auch gestoppt und konnte ausgehend davon wieder kleine Gewinne verzeichnen.

Weiterhin bleibt dieses Niveau (Unterstützungsbereich 1) nun eine wichtige Unterstützung. Hinzu kommt, dass sich knapp darunter inzwischen die 200-Tage-Linie befindet. Kurse unterhalb dieses Niveaus wären noch kein Drama, allerdings spricht dann einiges für eine weiter nachlassende Dynamik.

Die nächste Supportzone wäre dann das Niveau von 22.200 Punkten (hellblau). Hier befinden sich die Tiefs aus dem Februar und März dieses Jahr. Ein Rückgang bis in diesen Bereich ist für den Oktober aber sehr unwahrscheinlich und nur bei äußerst schlechter Nachrichtenlage denkbar. Alle darunter liegenden Untersützungen bleiben der Übersichtlichkeit eingezeichnet, spielen kurz- bis mittelfristig aber keine Rolle.

Auf der Oberseite bildet der Bereich zwischen 24.500 und 24.650 Punkten (rot markiert) weiterhin einen größeren Widerstand. Hier findet der DAX die obere Begrenzung seiner seit Juni laufenden Seitwärtsbewegung. Ein Anstieg bis auf dieses Niveau ist im Oktober auf jeden Fall möglich. Auch ein Anstieg auf ein neues Allzeithoch ist denkbar. Damit sich der DAX nachhaltig über diesem Niveau etabliert, darf es von der Nachrichtenseite her aber keinen Gegenwind geben. Sollte das aber gelingen, dreht auch der DAX wieder in einen Aufwärtstrend, was die Chancen auf eine Jahresendrallye erhöhen würde.

Chartanalyse für den S&P 500

Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 01.10.2025)
Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 01.10.2025)

Der S&P 500 ist weiterhin im Rallyemodus. Aktuell notiert der US-Leitindex rund +11% über seiner 200-Tage-Linie. Das letzte Mal, dass der S&P 500 mehr als 10% über seinem 200-Tage-Durchschnitt notierte, war im November / Dezember 2024. Anschließend verzeichnet der S&P 500 eine Seitwärtsbewegung und ging Ende Februar dann in eine Korrektur über.

Dass sich dieses Szenario nun wiederholen muss, ist aber alles andere als gesetzt. Denn: Auch Mitte Mai 2025 notierte der S&P 500 +11% über seinem 200-Tage-Durchschnitt. In den kommenden Wochen konnte der Index seine Rallye aber dennoch fortsetzen und bis Mitte Juli weiter steigen.

Was ich dir damit sagen möchte: Die Luft wird dünner, unter einem sonst freundlichen Newsflow sind weiter steigende Kurse aber natürlich möglich. Eine Korrektur von -5% sollte dich aber alles andere als verunsichern.

In meiner letzten Marktanalyse habe ich gesagt, dass der S&P 500 im September auf jeden Fall das Potenzial hat neue Allzeithochs zu markieren. Das haben wir auch gesehen. Ich habe aber auch herausgestellt, dass eine Korrektur auf rund 6.200 Punkte alles andere als kritisch wäre. Ausgehend vom aktuellen Kursniveau würde es sich dabei natürlich um einen größeren Rücksetzer handeln, der vor allem in der Kürze der Zeit im Oktober eher unwahrscheinlich ist. Aber selbst, wenn es dazu kommen sollte, bestünde kein Grund zur Sorge. Das Niveau von 6.200 Punkten (orange) bietet einen sehr guten Support für den S&P 500.

Darüber befinden sich bei 6.340 (hellblau) sowie 6.550 (blau) noch zwei weitere kleine Unterstützungen, die sich jeweils aus zwei lokalen Tiefpunkten ableiten lassen. Aufgrund des äußerst schwankungsarmen Anstiegs des S&P 500 in den letzten Tagen lassen sich in der Nähe des aktuellen Kursniveaus keine weiteren markanten Niveaus ableiten.

Die grün markierten Unterstützungsbereiche unterhalb von 6.200 Punkten spielen für den Oktober keine Rolle. Auf der Oberseite hat der S&P 500 aktuell zwar keinen Widerstand, wie gesagt wird die Luft aber dünn und ein weiterer Kursanstieg von 4-5% im Oktober wäre als überzogen anzusehen.

Die graue Aufwärtstrendlinie (beginnend im Juni) dient hier eher der Orientierung für den aktuell laufenden Trend. Diese wird früher oder später gebrochen, weil nicht davon auszugehen ist, dass der S&P 500 das Tempo dieses Anstiegs (3% pro Monat) dauerhaft aufrechterhalten kann. Insgesamt ist das charttechnische Bild für den S&P 500 aktuell aber optimal. Eine kleine Korrektur im Monatsverlauf, zumindest auf eines der beiden ersten Unterstützungsniveaus (6.550 oder 6.340 Punkte) wäre auch zur Bestätigung dieses Levels aber alles andere als schädlich.

Chartanalyse für den Nasdaq100

Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 01.10.2025)
Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 01.10.2025)

Auch der Nasdaq100 befindet sich im Rallyemodus. Aktuell notiert der Nasdaq100 sogar +14% über seinem 200-Tage-Durchschnitt. Auch hier steigt damit das Risiko eines kurzfristigen Rücksetzers. Zumindest eine Korrektur auf das ehemalige Allzeithoch aus Mitte August von 24.000 Punkten (lila) wäre als absolut gesund anzusehen.

Darunter wartet dann mit den Tiefs aus dem Juli bei 22.700 Punkten (hellblau) der nächste Support. Dieser ist vom aktuellen Kursniveau aber bereits -8% entfernt und dürfte im Oktober daher nur erreicht werden, wenn sich die Stimmung deutlich eintrübt. Um eine Überhitzung beim Nasdaq100 zu verhindern wäre zumindest eine kurzfristige Seitwärtsbewegung mit Kursen knapp über 24.000 Punkten optimal. Alle Kursniveaus und Unterstützungen unterhalb von 22.700 Punkten bleiben weiterhin zur Orientierung eingezeichnet, sind kurz- und mittelfristig allerdings nicht relevant.

Wie auch biem S&P 500 hat der Nasdaq100 charttechnisch aktuell keinen Widerstand vor sich. Wie gesagt ist ein Abstand von +14% zum 200-Tage-Durchschnitt aber bereits als ambitinioert anzusehen. Natürlich steigt auch der 200-Tage-Durchschnitt mit der Zeit weiter an, sodass dieser Abstand auch bei leicht steigenden Kursen nicht weiter wächst. Dennoch wäre auch hier ein weiterer Anstieg von 5%, wie wir ihn im September gesehen haben, als Übertreibung anzusehen.

Chartanalyse für den Stoxx600

Chartanalyse für den Stoxx600 (Stand 01.10.2025)
Chartanalyse für den Stoxx600 (Stand 01.10.2025)

Nachdem der Stoxx600 Ende August nach einem Ausbruch über den Widerstand von 556 Punkten (grau) wieder darunter gefallen ist, war nun erstmal die wichtigste Aufgabe wieder über dieses Niveau zu steigen. Das ist dem Stoxx600 die letzten Tage auch gelungen. Für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends muss aber weiterhin das Allzeithoch von 565 Punkten (rot) überwunden werden.

Aktuell notiert der Stoxx600 bereits ganz knapp unter diesem Widerstand. Im Oktober liegt es für den Stoxx600 ganz klar im Bereich des Möglichen über sein bisheriges Allzeithoch zu steigen. Anschließend kommt es aber darauf an, ob sich der Index darüber auch festigen kann. Ein Anstieg über das Allzeithoch sowie eine anschließende Seitwärtsbewegung, wäre für den Stoxx600 im Oktober bereits eine gute Entwicklung. Mit solch einer Seitwärtsbewegung oberhalb des bisherigen Allzeithochs könnte der Stoxx600 nachhaltig aus seiner Seitwärtsbewegung ausbrechen.

Fällt der Stoxx600 doch nochmal unter das letzte Tief (blau markiert bei 543 Punkten), wäre das eine erneute Bestätigung der seit Mai laufenden Seitwärtsbewegung und ein Zeichen, dass dem europäischen Leitindex einfach die Kraft für neue Allzeithochs fehlt. Solange das Kursniveau von 533 Punkten (orange) aber hält wäre die Situation hier noch unkritisch. Mit einem Rücksetzer bis auf dieses Niveau ist im Oktober aber eher nicht zu rechnen.

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Entwicklung der Inflation

Inflation in den USA

Die letzten Inflationsdaten aus den USA wurden am 11.09. veröffentlicht und beziehen sich auf die Preisentwicklung im August. Im August lag die Inflationsrate in den USA bei 2,9%. Damit ist die Inflationsrate im Vergleich zum Vormonat um +0,2%-Punkte gestiegen und nähert sich der Marke von 3%. Mit einem entsprechenden Anstieg wurde im Vorfeld aber auch gerechnet. Andernfalls wäre die Reaktion am Aktienmarkt eher schwach ausgefallen. So hat der S&P 500 am Tag der Veröffentlichung der Daten mit einem kleinen Gewinn von +0,3% eröffnet und seine Gewinne bis zum Handelsschluss auf +0,9% ausgeweitet.

Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre

Trotz des Anstiegs der Inflation schlägt die FED einen Weg weiterer Zinssenkungen ein – dazu gleich mehr. Da entsprechende Signale dafür nicht seitens der Inflationsrate kommen, hat sich die FED dabei mehr am Arbeitsmarkt orientiert. Damit der angestrebte Zinssenkungsweg der FED aber auch tatsächlich fortgesetzt werden kann, ist es wichtig, dass sich die Inflationsrate in den USA nicht über 3% festigt. Die nächste Inflationsdaten für die USA werden am 15.10.2025 veröffentlicht.

Inflation in der Euro-Zone

Die finalen Inflationsdaten für die Euro-Zone für den August wurden am 17.09. veröffentlicht. Die Inflationsrate verharrt weiterhin bei 2,0%. Damit fällt die Inflationsrate aber etwas niedriger aus, als die vorläufigen Daten es Anfang des Monats signalisiert haben. Nach den vorläufigen Daten sollte die Inflationsrate im August auf 2,1% leicht angestiegen sein. Am europäischen Aktienmarkt gab es hier aber keine nennenswerte Reaktion. Ohnehin richtet sich der Blick beim Thema Inflation deutlich stärker auf die USA.

Die vorläufigen Inflationsdaten für den Oktober wurden am 01.10. veröffentlicht. Demnach soll die Inflationsrate in der Euro-Zone im September bei 2,2% gelegen haben und damit leicht angestiegen sein. Die Prognose hat einen derartigen Anstieg bereits erwartet. Die finalen Inflationsdaten folgen dann am 17.10.

Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre

Was machen die Notenbanken?

Im September wurde es in Sachen Geldpolitik spannend. Sowohl von der EZB als auch von der FED gab es einen Zinsentscheid. Den Anfang machte die EZB am 11.09. Die EZB lässt den Leitzins weiterhin unverändert bei 2,15%. Der Einlagenzins bleibt bei 2,0% – auf diesen Zinssatz wird besonders geguckt. Im Vorfeld war eine Zinssenkung aber unwahrscheinlich.

Einen Ausblick auf die weiteren Zinsschritte der EZB gab es ebenfalls nicht. Für die nächste EZB-Sitzung Ende Oktober wird aktuell davon ausgegangen, dass der Leitzins erneut nicht verändert wird. Eine Senkung um weitere 0,25%-Punkte erscheint aktuell am wahrscheinlichsten für die letzte Sitzung in diesem Jahr Mitte Dezember.

Wie so oft war der Blick auf die Entscheidungen der FED aber der Faktor, der die Märkte im September wirklich interessiert hat. Bereits zur Veröffentlichung meiner letzten Marktanalyse lag die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung der FED im September nach den Daten des FED Watch Tools bei 90%.

Kurz vor der FED-Sitzung kamen dann sogar schon Spekulationen auf, dass die FED den Leitzins gleich um 50 Basispunkte senkten könnte. Hierbei hätte es sich aber um eine überzogene Handlung gehandelt, die an den Märkten vermutlich auch zu großer Verunsicherung geführt hätte, weshalb solch ein großer Schritt plötzlich notwendig sei.

Am 17.09. hat die FED dann geliefert wie erwartet: Der Leitzins wurde um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 4,0% bis 4,25% gesenkt. Neben diesem Zinsschritt hat FED-Chef Powell für das laufende Jahr gleich noch zwei weitere Zinssenkungen in Aussicht gestellt. Damit haben die Aktienmärkte nun deutlich mehr Klarheit zur geldpolitischen Vorgehensweise im laufenden Jahr als noch vor einigen Wochen.

Entwicklung der Leitzinsen in den USA und der Euro-Zone
Entwicklung der Leitzinsen in den USA und der Euro-Zone

Für die kommende FED-Sitzung am 29.10. ist eine weitere Zinssenkung auf dann 3,75% bis 4,0% um 25 Basispunkte daher äußerst wahrscheinlich. Nach den Daten des FED Watch Tools beläuft sich diese Wahrscheinlichkeit aktuell auf 95%. Zum Vergleich: Vor einem Monat lag die Wahrscheinlichkeit für ein Zinsniveau zwischen 3,75% und 4,0% bei nur 48%. Über die letzten Wochen haben sich die Aktienmärkte also auf eine expansivere FED eingestellt, was speziell an den US-Börsen den Rallyemodus nochmal unterstützt.

Das FED Watch Tool ist ein von der CME Group veröffentlichtes Analyse-Tool, mit dem Anleger die Wahrscheinlichkeit zukünftiger US-Leitzinsentscheidungen der FED einschätzen können. Diese Wahrscheinlichkeiten werden auf Basis von Futures-Preisen abgeleitet.

In meiner letzten Marktanalyse für den September war es nach Daten des FED Watch Tools am wahrscheinlichsten, dass der Leitzins bis Jahresende zwischen 3,75% und 4,0% liegt. Ausgehend vom aktuellen Niveau würde das nur noch einer Zinssenkung entsprechen. Nach aktuellen Daten (und auch den Aussagen der FED) spricht aber Vieles für noch zwei Senkungen um in Summe 0,5%-Punkte auf einen Leitzins von dann 3,5% bis 3,75%.

Die nächste FED-Sitzung findet dann wie bereits erwähnt am 29.10. statt. Anders als sonst zu unserer Zeit aber bereits um 19:00 Uhr statt wie sonst um 20:00 Uhr. Grund dafür ist, dass in Europa die Uhren bereits am letzten Oktober-Wochenende (26.10.) auf Winterzeit umgestellt werden, in den USA aber erst eine Woche später (02.11.).

Wichtige Info dazu am Rande: Das bedeutet, dass in dieser einen Woche die US-Börsen nicht wie gewohnt von 15:30 bis 22:00 Uhr unserer Zeit geöffnet haben, sondern bereits eine Stunde früher von 14:30 bis 21:00 Uhr.

Berichtssaison

Im September haben nur sehr wenige Unternehmen ihre Quartalsberichte veröffentlicht. Am relevantesten für den Gesamtmarkt waren noch die Zahlen von Broadcom Anfang September. Broadcom weist inzwischen bereits eine Marktkapitalisierung von 1,5 Billionen USD auf. Entsprechend hat Broadcom in den Indizes auch schon eine höhere Gewichtung. Broadcom lag jeweils leicht über den Schätzungen bei Umsatz und Gewinn. Als Reaktion darauf konnte die Aktie ihre Rallye nochmal beschleunigen und stieg um fast +10%.

Übersicht der wichtigsten Earnings im September
Übersicht der wichtigsten Earnings im September

Ansonsten standen von größeren Unternehmen noch die Zahlen von Micron Technology und Costco Wholesale an, wo es als direkte Reaktion aber keine außerordentlichen Veränderungen gab.

Im Oktober wird es in Sachen Berichtssaison dann aber wieder deutlich interessanter. Mitte Oktober startet die nächste Berichtssaison, den Anfang hier machen traditionell Großbanken wie JP Morgan Chase und Goldman Sachs am 14.10. Bis zum Monatsende stehen dann auch die Schwergewichte rund um Microsoft, Alphabet, Amazon und Apple an.

Kalender – anstehende Wirtschaftstermine

Datum / Uhrzeit Termin
01.10. um 16:00 ISM Manufacturing Index
02.10. um 11:00 Arbeitslosenquote Euro-Zone
03.10. um 14:30 US-Arbeitsmarktbericht
03.10. um 16:00 ISM Non-Manufacturing Index
08.10. um 08:00 Industrieproduktion Deutschland
10.10. um 16:00 Uni Michigan Sentiment
14.10. um 08:00 Inflation Deutschland (September final)
14.10. um 11:00 ZEW-Konjunkturerwartungen
15.10. um 11:00 Industrieproduktion Euro-Zone
15.10. um 14:30 Inflation USA (September)
16.10. um 14:30 Erzeugerpreise USA
16.10. um 14:30 Einzelhandelsumsätze USA
17.10. um 11:00 Inflation Euro-Zone (September final)
17.10. um 15:15 Industrieproduktion USA
23.10. um 16:00 Verbrauchervertrauen Euro-Zone
24.10. um 09:30 Einkaufsmanagerindizes (PMI) Deutschland
24.10. um 10:00 Einkaufsmanagerindizes (PMI) Euro-Zone
24.10. um 15:45 Einkaufsmanagerindizes (PMI) USA
27.10. um 10:00 Ifo-Geschäftsklimaindex
28.10. um 08:00 Gfk-Verbrauchervertrauen
28.10. um 15:00 Verbrauchervertrauen USA
29.10. um 19:00 FED-Zinsentscheid
30.10. um 09:55 Arbeitslosenquote Deutschland
30.10. um 10:00 BIP Deutschland (Q3 Schätzung)
30.10. um 11:00 BIP Euro-Zone (Q3 Schätzung)
30.10. um 11:00 Arbeitslosenquote Euro-Zone
30.10. um 13:30 BIP USA (Q3 Schätzung)
30.10. um 14:00 Inflation Deutschland (Oktober vorläufig)
30.10. um 14:15 EZB-Zinsentscheid
31.10. um 11:00 Inflation Euro-Zone (Oktober vorläufig)
31.10. um 13:30 PCE (private Konsumausgaben) USA (September)

Fazit zur Marktanalyse Oktober

Im September haben sich die Aktienmärkte sehr stabil gezeigt. Es gab kaum Unsicherheitsfaktoren und somit auch keinen Grund für schärfere Korrekturen. Wer sich hier zu Beginn des Monats auf saisonale Statistiken verlassen hat und Aktien verkauft hat (weil der September ja der statistisch schwächste Börsenmonat ist), hat vor allem an den US-Börsen einiges an Rendite liegen lassen. Wie ich aber bereits in der letzten Marktanalyse erwähnt habe, sind solche Saisonalitäten ein schlechter Ratgeber.

Die Volatilität ist die letzten zwei Monate so niedrig wie das ganze Jahr über nicht. Vor allem die US-Börsen befinden sich im Rallyemodus. Dabei liegen der S&P 500 sowie der Nasdaq100 nun aber schon deutlich über ihrem 200-Tage-Durchschnitt, sodass hier Tendenzen einer Überhitzung zu erkennen sind. Weiter steigende Kurse sind möglich, die Luft wird aber dünner. Am deutschen und europäischen Aktienmarkt fehlt es aktuell etwas an Dynamik. Ohne neue Impulse erscheint eine Fortsetzung der Seitwärtsbewegung hier am wahrscheinlichsten. Bei den US-Indizes ist die Stimmung hingegen äußerst positiv. Selbst ein Rücksetzer von zwischenzeitlich -5% wäre hier alles andere als kritisch und langfristig betrachtet sogar gesund.

Fundamental stand im September vor allem die FED im Fokus. Wie erwartet gab es eine Zinssenkung um 25 Basispunkte, gleichzeitig wurden für das laufende Jahr noch zwei weitere Senkungen in Aussicht gestellt. Aktuell ist eine weitere Senkung bei der FED-Sitzung Ende Oktober äußerst wahrscheinlich, sodass das Überraschungspotenzial hier eher gering ist.

Im Fokus im Oktober steht stattdessen die Berichtssaison, die Mitte des Monats mit den US-Großbanken startet. Bis Ende des Monats folgt dann ein Großteil der Schwergewichte aus dem S&P 500. Allein aufgrund der hohen Gewichtung von Microsoft, Alphabet und Co. können größere Kursreaktionen bei diesen Aktien also auch die Indizes treiben (in beide Richtungen versteht sich). Aber auch die Signalwirkung der Ergebnisse der großen Player dürfte ein wesentlicher Faktor auf die Stimmung am Aktienmarkt sein.

Statistisch betrachtet liegen nun eher starke Monate vor uns. Das bedeutet aber nicht, dass du dich nun langsam auf eine Jahresendrallye mit nochmal +10% oder mehr einstellen solltest. Kommt es so, nehmen wir das natürlich gerne mit. Aber bereits für den September hat sich die Saisonalität dieses Jahr nicht bewahrheitet. Angesichts der Tatsache, dass vor allem die US-Börsen nun bereits sehr gut gelaufen sind, wäre es etwas vermessen davon auszugehen, dass die Rallye jetzt erst so richtig starten müsste.

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