Inhaltsverzeichnis

Marktanalyse November

Titelbild zur Marktanalyse November

Inhaltsverzeichnis

Ziel der Marktanalyse November

In diesem Beitrag möchte ich dir meine Marktanalyse für die Aktienmärkte für den November vorstellen. In der Marktanalyse werfen wir zunächst einen Blick auf die Performance der letzten Wochen und Monate. Anschließend gehe ich mit dir auf die wichtigsten Faktoren ein, die die Märkte aktuell bewegen. Hier hat sich im Oktober erneut zeigt, dass das Thema Zölle weiterhin relevant ist. Außerdem untersuche ich mit dir in der Chartanalyse für die wichtigsten Indizes auf welche Kursniveaus es jetzt ankommt. Anschließend werfen wir noch einen Blick auf die Inflation sowie die Geldpolitik. Ziel der Marktanalyse ist, dass du weißt, was du in den nächsten Wochen am Aktienmarkt erwarten kannst.

Performance-Rückblick

Index-Heatmap

Im Oktober haben sich die deutschen Aktienmärkte ähnlich wie im September eher unterdurchschnittlich gezeigt. Der DAX tendierte mit +0,3% eher seitwärts, der MDAX hat mit -1,7% einen kleinen Verlust verzeichnet. Der Stoxx600 hat sich mit +2,5% hingegen deutlich besser entwickelt als der deutsche Aktienmarkt.

Wie bereits im September hat sich der US-amerikanische Aktienmarkt auch im Oktober wieder langsam weiter nach oben gearbeitet. Der S&P 500 verzeichnet einen Gewinn von +2,3% und der Nasdaq100 konnte sogar um +4,8% zulegen. Besonders auffällig im Performancevergleich ist der Nikkei mit einem Monatsgewinn von +16,6%. Hierbei handelt es sich in der Tat nicht um einen Datenfehler. Wie sehen am japanischen Aktienmarkt die letzten Wochen einfach eine enorm starke Rallye.

Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im Oktober
Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im Oktober

Performance im Oktober

Den Großteil des Oktobers haben sich die größten Indizes weitestgehend im Gleichschritt bewegt. Einen kleinen Einbruch haben wir hier am Freitag, den 10.10. gesehen. Auslöser war die Ankündigung von US-Präsident Trump Zölle von 100% gegen China zu erheben. Auf die Zollthematik gehe ich später noch ausführlicher ein.

Wie in meinen letzten Marktanalysen aber auch schon öfter geschrieben, dürfen wir uns von Zoll-Ankündigungen nicht mehr aus der Ruhe bringen lassen. Die Aktienmärkte haben sich dann auch schnell wieder gefangen und konnten ihr Niveau halten. In den letzten Handelstagen des Oktobers ging die Schere zwischen den Indizes dann allerdings schon deutlich auseinander. Der Nasdaq100 wurde hier vor allem von der starken Entwicklung der Tech-Werte getrieben. Beim DAX hat die Dynamik dafür spürbar nachgelassen.

Chart für die wichtigsten Aktienindizes im Oktober
Chart für die wichtigsten Aktienindizes im Oktober

Performance im letzten Jahr

Inzwischen lässt sich auf Jahressicht wieder klar sagen, dass die US-Börsen zurück an der Spitze sind. Nach einer zwischenzeitlichen Schwäche im Frühjahr stieg die Skepsis gegenüber US-Aktien hierzulande an. Hier habe ich aber klar gesagt, dass es dabei bleibt, dass an US-Aktien langfristig kein Weg vorbeiführen wird. Inzwischen führt der Nasdaq100 den Performancevergleich auf Jahressicht wieder an mit einem Kursgewinn von +30%.

Der DAX liegt mit +26% zwar knapp dahinter, allerdings bewegt sich die DAX die letzten Monate nur noch seitwärts. Gleiches gilt auch für den MDAX, der mit +13% dem DAX aber deutlich hinterherläuft.

Ähnlich wie der Nasdaq100 konnte auch der S&P 500 die letzten Monate weiterhin einen stabilen Aufwärtstrend verzeichnen und liegt auf Jahressicht nun bei +20%. Im Vergleich zum Stoxx600 (+13%) schlägt sich der S&P 500 hier also deutlich besser.

Performance für die wichtigsten Indizes über die letzten 12 Monate
Performance für die wichtigsten Indizes über die letzten 12 Monate

Blick auf die Volatilität: VIX

In meiner letzten Marktanalyse habe ich erwähnt, dass sich der VIX inzwischen eine erstaunlich lange Zeit auf einem sehr niedrigen Niveau hält. Mit jedem Monat niedriger Volatilität steigt die Chance auch mal wieder eine Phase mit größeren Kursschwankungen zu erleben. Genau die haben wir im Oktober nun gesehen. Mitte des Monats ist der VIX wieder deutlich über die Marke von 20 gesprungen und hat sein Hoch bei rund 30 Punkten markiert.

Ein VIX von unter 20 steht für ein ruhiges Marktumfeld. Ein VIX von 30 hingegen signalisiert schon deutlich gestiegene Nervosität. Auslöser war die Zoll-Ankündigung von US-Präsident Trump gegen China Zölle in Höhe von 100% erheben zu wollen. Die Unruhen haben sich hier aber schnell wieder gelegt und die letzten Tage bewegt sich der VIX mit aktuell rund 17 Punkten wieder auf einem niedrigen Niveau. Für den laufenden Aufwärtstrend am Aktienmarkt war es aber ganz gesund, dass wir nun zwischendurch mal wieder etwas höhere Anspannung und kurzfristig auch einen vergleichsweise größeren Rücksetzer gesehen haben.

Der VIX ist der Volatilitätsindex auf den S&P 500 und gibt Auskunft über die erwartete Schwankung des S&P 500 in den nächsten 30 Tagen. Berechnet wird der VIX auf Basis von Optionspreisen von der CBOE.

Entwicklung des VIX - Stand 02.11.2025
Entwicklung des VIX - Stand 02.11.2025

Tops & Flops im Oktober

Für den deutschen Aktienmarkt werden die 100 Aktien des HDAX betrachtet, für die USA analysieren wir die Aktien des Nasdaq100 und für den europäischen Aktienmarkt betrachten wir die Aktie des Stoxx Europe 50.

Top/Flop Aktien aus dem HDAX (Deutschland)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im Oktober 2025
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im Oktober 2025

Top/Flop Aktien aus dem Nasdaq100 (USA)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im Oktober 2025
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im Oktober 2025

Top/Flop Aktien aus Europa (Stoxx Europe 50)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im Oktober 2025
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im Oktober 2025

Du möchtest auf dem Laufenden bleiben?

Dann trage dich gerne für meinen kostenlosen Newsletter ein:

Performance einzelner Branchen

Für die Analyse zyklischer und defensiver Sektoren werden die Branchenindizes des S&P 500 und Stoxx600 betrachtet. Zwischen zyklischen und defensiven Sektoren war im Oktober kein großer Unterschied zu erkennen. Die defensiven Sektoren stiegen um +1,8% und die zyklischen konnten um +1,4% zulegen.

Was aber klar auffällt ist, dass unter den zyklischen Sektoren vor allem ein Sektor die Performance getrieben hat: Der Technologiesektor konnte im Oktober um +6,3% zulegen. Damit wird klar, dass der Monat abgesehen von Technologieaktien eher für defensive Sektoren gut verlaufen ist.

Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im Oktober
Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im Oktober

Was die Märkte aktuell besonders bewegt

Der Zoll-Streit

Es vergeht eigentlich kein Monat, in dem es in Sachen Zölle keine neuen Entwicklungen gibt. Und so war auch im Oktober der Zollstreit das Thema, das zwischenzeitlich zur größten Verunsicherung beigetragen hat. Am Freitag, den 10.10. hat US-Präsident Trump angekündigt, Zölle in Höhe von 100% gegen China zu erheben. Auslöser dafür war ein Streit um seltene Erden, deren Ausfuhr China limitiert hat.

Nach diesem kleinen Kurseinbruch haben sich die Aktienmärkte aber schnell wieder gefangen. Ende Oktober gab es dann auch die Meldung, dass die USA und China bei den seltenen Erden eine Einigung gefunden haben. Daraufhin gab Trump bekannt, dass er die Zölle gegen China senken wolle. Ein Kursfeuerwerk am Aktienmarkt blieb als Reaktion darauf allerdings aus. Das zeigt auch nochmal, dass die Aktienmärkte inzwischen längst nicht mehr so sensibel auf das Thema reagieren, wie es noch vor einem halben Jahr der Fall war.

Weiterhin ist unklar, ob die von US-Präsident Trump auferlegten Zölle überhaupt legal sind. Ende August hat das US-Berufungsgericht einen Großteil der Zölle für illegal erklärt. Bis zu einer finalen Entscheidung sollten die Zölle bis Mitte Oktober in Kraft bleiben. Dieser Zeitpunkt ist nun allerdings verstrichen und neue Entwicklungen gibt es hier bislang nicht. Klar ist aber, dass das Thema Zölle uns auch weiterhin beschäftigten wird.

Shutdown in den USA

Zu Beginn des Oktobers rückte das Thema Shutdown in den USA in den Fokus. Seit dem 01.10. befinden sich die USA im Shutdown. Grund dafür ist, dass der Kongress keine Bewilligung zur Finanzierung beschlossen hat. Wie in meiner letzten Marktanalyse aber bereits beschrieben, hat das auf den Aktienmarkt keine größere Auswirkung.

Da sich die USA nun bereits einen Monat im Shutdown befinden und sich die US-Börsen im Oktober freundlich entwickelt haben, wird auch nochmal deutlich, dass das kein belastender Faktor für die Märkte ist. Eine Auswirkung des Shutdowns ist allerdings, dass diverse Wirtschaftsdaten bislang nicht veröffentlicht wurden. Dazu zählt auch der US-Arbeitsmarktbericht, der für die FED auch ein wichtiger Indikator für die weitere Geldpolitik ist.

Chartanalyse - Marktanalyse November

Chartanalyse für den DAX

Chartanalyse für den DAX (Stand 03.11.2025)
Chartanalyse für den DAX (Stand 03.11.2025)

Dem DAX ist es im Oktober gelungen kurzzeitig über seinen rot markierten Widerstandsbereich zwischen 24.500 und 24.650 Punkten zu steigen und damit auch ein neues Allzeithoch zu markieren. In meiner letzten Marktanalyse habe ich das auch als realistisches Ziel für den Oktober herausgestellt. Dabei habe ich aber auch betont, dass es für Kurse deutlich oberhalb dieses Bereichs neue positive Impulse braucht. Die blieben bislang aus und entsprechend ist dem DAX hier dann auch die Luft ausgegangen.

Aktuell liegt der DAX in der oberen Hälfte seiner Seitwärtsrange der letzten Monate. Auf der Oberseite wird diese durch den rot markierten Bereich begrenzt. Auf der Unterseite findet sich mit der grün markierten Unterstützung 1 zwischen 23.000 und 23.500 Punkten hier ein breit angelegter sehr wichtiger Supportbereich. Sollte der DAX unter dieses Niveau fallen, wäre die Seitwärtsbewegung nach unten aufgelöst und es droht ein Übergang in eine Abwärtsbewegung. Außerdem würde der DAX dann auch unter seine 200-Tage-Linie fallen. Dieses Szenario ist für den November eher unwahrscheinlich. Rücksetzer bis in diesen Unterstützungsbereich müssen aber einkalkuliert werden.

Innerhalb dieser Unterstützung findet sich mit dem letzten Tief aus dem September bei 23.300 Punkten (orange) hier noch ein weiterer Support. Hier kann der DAX eine Korrektur bereits stoppen. Gelingt das nicht, sollte spätestens am unteren Ende des grün markierten Bereichs eine Korrektur beendet werden.

Für den November ist es am wahrscheinlichsten, dass sich der DAX weiterhin in seiner Seitwärtsrange bewegt. Absolut in Ordnung wäre es, wenn der deutsche Leitindex im Monatsverlauf die obere Begrenzung der Unterstützung bei rund 23.500 Punkten einmal antastet. Auch vorher ist aber jederzeit wieder ein nach oben Drehen möglich. Auch Kurse im Bereich des Allzeithochs kann der DAX wieder erreichen. Ein sehr gutes Szenario wäre hier, wenn es dem DAX gelingen würde sich über mehrere Tage über diesem Niveau zu etablieren.

Chartanalyse für den S&P 500

Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 02.11.2025)
Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 02.11.2025)

Der S&P 500 hat sich auch im Oktober wieder richtig stark gezeigt und seinen Aufwärtstrend weiter fortgesetzt. Die Korrektur zur Monatsmitte hat der S&P 500 wie aus dem Lehrbuch an der Unterstützung von 6.550 Punkten (blau) gestoppt. Dieses Niveau hat als Unterstützung damit nun klar an Bedeutung gewonnen.

In meiner letzten Marktanalyse habe ich auch herausgestellt, dass eine Korrektur auf dieses Unterstützungsniveau optimal wäre. So konnte auch eine Überhitzung des Aufwärtstrends vermieden werden. Weiterhin gilt die graue Trendlinie hier eher der Orientierung. Diese steigt aktuell um rund 3% pro Monat und auf Dauer wird es nicht möglich sein diesen Trend zu halten.

Nachdem der S&P 500 gegen Monatsende das vorherige Allzeithoch von Mitte Oktober bei 6.760 Punkten (lila) dynamisch überwunden hat und die letzten Tage nun über diesem Niveau konsolidiert hat, findet der Index hier seine erste kleine Unterstützung. Auch eine Ausdehnung einer Korrektur bis auf das Oktober-Tief bei 6.550 Punkten wäre aber alles andere als kritisch.

Alle weiteren darunter liegenden Unterstützungen spielen, wenn nur langfristig eine Rolle und bleiben für die Orientierung hier eingezeichnet. Eine Fortsetzung der Rallye im November ist im Rahmen des Möglichen. Dabei stellen Kurse, die sich an der grauen Trendlinie nach oben ziehen aber das höchste der Gefühle dar.

Bereits jetzt notiert der S&P 500 wieder rund +12% über seinem 200-Tage-Durchschnitt. Auch hier habe ich in den letzten Marktanalysen aber immer wieder betont, dass solche Phasen auch länger anhalten können und ein großer Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt nicht automatisch zu einer Korrektur führen muss. Klar ist aber, dass der Markt mit jedem weiteren Kursanstieg und einem weiteren Entfernen vom 200-Tage-Durchschnitt anfälliger wird für eine Korrektur. Ein kleiner Rücksetzer in Richtung 6.550 Punkte (blau) im Monatsverlauf wäre daher recht gesund.

Chartanalyse für den Nasdaq100

Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 02.11.2025)
Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 02.11.2025)

Auch der Nasdaq100 ist weiterhin im Rallyemodus. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beläuft sich beim Nasdaq100 inzwischen auf rund 16%. In den letzten Jahren war dieser Abstand selten größer. Hier gilt aber auch, dass daraus nicht zwangsläufig eine Korrektur entstehen muss. Schließlich kann solch eine Überhitzung auch durch eine Seitwärtsbewegung abgebaut werden. Du solltest nur berücksichtigen, dass ausgehend von diesem Niveau ein weiterer Anstieg um +5% im November bereits als ambitioniert anzusehen wäre.

Die erste Unterstützung findet der Nasdaq100 bei seinem letzten Allzeithoch von Mitte Oktober bei 25.200 Punkten (orange). Darunter rückt dann das Niveau von 24.200 Punkten (lila) in den Fokus. Hier liegen die beiden letzten Tiefs der letzten Wochen. Ausgehend vom aktuellen Kursniveau würde das aber auch schon einem Rücksetzer von -7% entsprechen und im Rahmen einer normalen Korrektur wäre für den November auch nicht viel mehr zu erwarten.

Ein Bruch dieses Niveaus hätte aber keinesfalls zur Folge, dass der Nasdaq100 bis zum nächsten Support bei 22.700 Punkten (hellblau) fallen muss. Vielmehr müssen sich dann aber neue Supportzonen erst wieder durch einen neuen Wendepunkt ausbilden.

Chartanalyse für den Stoxx600

Chartanalyse für den Stoxx600 (Stand 02.11.2025)
Chartanalyse für den Stoxx600 (Stand 02.11.2025)

In meiner letzten Marktanalyse habe ich für den Stoxx600 gesagt, dass ein Anstieg über das Allzeithoch von 565 Punkten (jetzt grün markiert) sowie eine anschließende Seitwärtsbewegung oberhalb dieses Niveaus zur Festigung dieser Unterstützung optimal wäre. Und genau so ist es im Oktober gekommen. Bei 565 Punkten hat der europäische Leitindex nun also eine gute erste Unterstützung. Knapp darunter bieten diverse Hochs aus dem laufenden Jahr bei 556 Punkten (grau) einen weiteren guten Support. Rücksetzer in diese Zonen sollten im November auf jeden Fall einkalkuliert werden.

Darunter wartet bei 546 Punkten (blau) mit dem Tief von Anfang September dann die nächste Unterstützung. Ein Rücksetzer bis dahin würde allerdings einem Verlust von -4,5% entsprechen, was für den zuletzt sehr schwankungsarmen Stoxx600 schon als größerer Rücksetzer zu werten wäre. Auch dabei würde es sich aber noch um eine unkritische Korrektur handeln. Kritisch wird es erst wenn der Stoxx600 nochmal unter seine Tiefs aus dem Sommer von 533 Punkten fällt. Dieses Szenario ist für den Rest des Jahres aber unwahrscheinlich.

Mit dem Anstieg über das Hoch aus dem Frühjahr von 565 Punkten (grün) ist es dem Stoxx600 nun endlich gelungen seine Seitwärtsbewegung der letzten Monate nach oben aufzulösen. Damit das auch so bleibt, ist es für den November nun wichtig, dass dieses Niveau maximal nur noch kurzfristig unterschritten wird. Gelingt das, kann der Stoxx600 seine Gewinne im restlichen Verlauf des Jahres davon ausgehend noch leicht ausbauen.

Bist du bereit deinen Aktienhandel auf das nächste Level zu bringen? Dann starte noch heute mit Aktienkönig-Premium:

Entwicklung der Inflation

Inflation in den USA

Die letzten Inflationsdaten aus den USA wurden am 24.10. veröffentlicht und beziehen sich auf die Preisentwicklung im September. Eigentlich wurden die Inflationsdaten für den 15.10. erwartet. Aufgrund des Shutdowns hat sich diese Veröffentlichung allerdings verzögert. Im September lag die Inflationsrate in den USA bei 3,0%.

Damit ist die Inflationsrate nun ein weiteres Mal gestiegen. Im August lag die Inflationsrate noch bei 2,9%. Von ihrem Tief im April von 2,3% hat sich die Inflationsrate inzwischen wieder deutlich entfernt. Am Aktienmarkt wurde die Entwicklung aber dennoch positiv aufgefasst. Erwartet wurde nämlich ein stärkerer Anstieg der Inflationsrate auf 3,1%. Somit liegt hier eine wenig starke Preissteigerung vor als erwartet. Der S&P 500 eröffnete am Tag der Veröffentlichung mit einem kleinen Gewinn von +0,7%. Die nächsten Inflationsdaten für den Oktober sollen am 13.11. veröffentlicht werden.

Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre

Inflation in der Euro-Zone

Die finalen Inflationsdaten für die Euro-Zone für den September wurden am 17.10. veröffentlicht. Die Inflationsrate ist von 2,0% auf 2,2% gestiegen. Ein Anstieg der Inflationsrate in dieser Größenordnung wurde aber auch erwartet. Auch die vorläufigen Inflationsdaten, die am 01.10. veröffentlicht wurden, haben die Inflationsrate im September bei 2,2% gesehen. Eine nennenswerte Reaktion am Aktienmarkt gab es nicht. An dem Tag hat der Stoxx600 zwar mit einem größeren Verlust eröffnet, die Inflationsdaten wurden aber erst später im Handelsverlauf veröffentlicht.

Die vorläufigen Inflationsdaten für den November wurden am 31.10. veröffentlicht. Demnach soll die Inflationsrate in der Euro-Zone wieder leicht zurückgegangen sein auf 2,1%. Die finalen Inflationsdaten folgen dann am 19.11.

Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre

Was machen die Notenbanken?

Vor allem am Ende des Monats richtete sich der Blick auf die Zentralenbanken. Am 29.10. gab es den Zinsentscheid der FED, einen Tag später folgte die EZB. Die FED hat den Leitzins wie erwartet um weitere 25 Basispunkte gesenkt, nachdem die FED bereits in der letzten Sitzung im September die Zinspause beendet hat. Der Leitzins liegt damit nun in einer Spanne zwischen 3,75% und 4,0%.

In einer ersten Reaktion zeigten sich die Aktienmärkte entspannt und es kam zu kleinen Kursgewinnen. Bis zum Handelsende legte der S&P 500 dann aber den Rückwärtsgang ein. Generell hielten sich die Schwankungen aber in Grenzen. Hier haben wir schon Zinsentscheide gesehen, zu denen die Börsen deutlich stärker reagiert haben.

Dass die US-Indizes dann aber doch noch kleine Verluste verzeichnet haben ist darauf zurückzuführen, dass FED-Chef Powell die nächste Zinssenkung infrage gestellt hat. Hier betonte er, dass eine weitere Zinssenkung auf der letzten FED-Sitzung in diesem Jahr am 10. Dezember alles andere als sicher wäre.

Nach den Daten des FED-Watch Tools liegt die Wahrscheinlichkeit für eine erneute Senkung des Leitzinses um 25 Basispunkte aktuell bei rund 70%. Kurz vor der FED-Sitzung und Powells Rede lag diese Wahrscheinlichkeit noch bei 90%. Mit dieser Entwicklung dürfte die letzte FED-Sitzung des Jahres also doch spannender werden als bislang gedacht.

Das FED Watch Tool ist ein von der CME Group veröffentlichtes Analyse-Tool, mit dem Anleger die Wahrscheinlichkeit zukünftiger US-Leitzinsentscheidungen der FED einschätzen können. Diese Wahrscheinlichkeiten werden auf Basis von Futures-Preisen abgeleitet.

Entwicklung der Leitzinsen in den USA und der Euro-Zone
Entwicklung der Leitzinsen in den USA und der Euro-Zone

Einen Tag nach dem FED-Zinsentscheid stand dann noch der Zinsentscheid der EZB an. Im Vorfeld war hier aber bereits klar, dass die EZB keine Zinssenkung durchführen werde. Und genau so kam es auch: Die EZB belässt den für die Märkte besonders relevanten Einlagenzins bei 2,0%. Da die EZB hier im Rahmen der Erwartungen gehandelt hat, gab es an den Aktienmärkten auch keine nennenswerte Reaktion.

Auch für die letzte verbleibende EZB-Sitzung in diesem Jahr Mitte Dezember ist eine Zinssenkung eher unwahrscheinlich. Die nächste Senkung wird aktuell im Verlauf des ersten Halbjahres 2026 erwartet.

Berichtssaison

Im Oktober rückte die Berichtssaison wieder in den Fokus. Zur Monatshälfte haben traditionell die US-Großbanken den Anfang gemacht, bis zum Monatsende folgte dann ein Großteil der US-Mega-Caps. Allein aufgrund der hohen Marktkapitalisierung der Mega-Caps wie Microsoft oder Alphabet richtet sich der Blick vor allem auf die Earnings dieser Schwergewichte, weil Kursveränderungen bei diesen Aktien auch die Richtung am Gesamtmarkt vorgeben können. Die folgende Tabelle zeigt dir die wichtigsten Earnings aus dem Oktober sowie die zugehörige Kursreaktion:

Übersicht der wichtigsten Earnings im Oktober
Übersicht der wichtigsten Earnings im Oktober

Die meisten Unternehmen waren in der Lage die Erwartungen an Umsatz und Gewinn zu erfüllen und oft auch zu übertreffen. Allein das hat für steigende Aktienkurse aber nicht ausgereicht. Das war bereits Mitte des Monats bei den US-Großbanken zu erkennen. Sowohl JP Morgan als auch Goldman Sachs haben die Erwartungen deutlich übertroffen, die Aktien haben anschließend dennoch kleine Verluste verzeichnet.

Kritisch wurde es vor allem dann, wenn die Erwartungen verfehlt wurden. Das war vor allem bei Netflix und Meta zu sehen. Dass Meta die Erwartungen beim Gewinn so deutlich verfehlt hat, ist allerdings nicht auf die Geschäftsentwicklung, sondern eine einmalig hohe Steuerzahlung zurückzuführen.

Selbst bei Microsoft und Apple, die die Erwartungen deutlich schlagen konnten, machte sich beim Aktienkurs eher eine verhaltene Stimmung breit. Auch bei Alphabet hielten sich die Gewinne nach sehr guten Zahlen in Grenzen. Lediglich Amazon konnte nach Vorlage äußerst starker Zahlen eine Rallye verzeichnen.

Diese Entwicklung zeigt, dass die Erwartungen an die laufende Berichtssaison hoch waren. Damit wir positive Reaktionen auf die Earnings sehen, müssen die Erwartungen schon deutlich übertroffen werden. Dazu muss man aber auch sagen, dass sich der Aktienmarkt und auch die einzelnen betroffenen Aktien in den Wochen zuvor schon sehr gut entwickelt haben. Waren hier bereits starke Kursanstiege in den Wochen zuvor zu sehen, hat ein leichtes Schlagen der Erwartungen einfach nicht für weiter steigende Kurse gereicht.

Die meisten US-Schwergewichte haben ihre Zahlen nun zwar vorgelegt, die Berichtssaison ist aber längst noch nicht vorbei. Auch aus Europa stehen noch einige größere Unternehmen an. Im November ist die Berichtssaison also weiterhin ein Faktor für die Märkte, den wir nicht aus den Augen lassen sollten.

Besonders spannend wird es hier dann nochmal am 19.11., wenn Nvidia nachbörslich die Zahlen zum letzten Quartal vorlegt. Nvidia ist aktuell das größte an der Börse notierte Unternehmen und die Aktie hat in der Vergangenheit schon gerne stärker auf die Earnings reagiert. Große Kursschwankungen bei Nvidia können also auch den Gesamtmarkt beeinflussen. Hinzu kommt hier noch, dass Nvidia der Pulsgeber für den KI-Boom ist. Sollte Nvidia mit den Zahlen also enttäuschen, könnte das auch für die aktuell laufende Rallye einen Dämpfer bedeuten.

Kalender – anstehende Wirtschaftstermine

Aufgrund des Shutdowns in den USA sind die angegebenen Termine unter Vorbehalt. Bereits im Oktober war zu sehen, dass sich zahlreiche Wirtschaftsdaten (wie die Arbeitsmarktdaten oder Daten zum privaten Konsum (PCE)) noch gar nicht veröffentlicht wurden. Aus dem Oktober sind zunächst folgende Termine nachzuholen:

  • Produzentenpreise USA (September)
  • Einzelhandelsumsätze USA (September)
  • US-Arbeitsmarktbericht (September)
  • BIP USA (Q3 Schätzung)
  • Persönliche Konsumausgaben (PCE) (September)
  • Industrieproduktion USA (September)

 

Konkrete Termine können hierfür aber nicht genannt werden. So lange der Shutdown anhält, ist auch fraglich, ob die Daten im November pünktlich veröffentlicht werden. Ist beispielsweise der US-Arbeitsmarktbericht für den September noch nicht veröffentlicht, wird der Termin zur Veröffentlichung der Daten für den Oktober mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht gehalten.

Datum / Uhrzeit Termin
05.11. um 14:15 ADP-Arbeitsmarktbericht
05.11. um 15:00 ISM Non-Manufacturing Index
06.11. um 08:00 Industrieproduktion Deutschland
07.11. um 14:30 US-Arbeitsmarktbericht
07.11. um 16:00 Uni Michigan Sentiment
11.11. um 11:00 ZEW-Konjunkturerwartungen
12.11. um 08:00 Inflation Deutschland (Oktober final)
13.11. um 11:00 Industrieproduktion Euro-Zone
13.11. um 14:30 Inflation USA (Oktober)
14.11. um 11:00 BIP Euro-Zone (Q3 Schätzung)
14.11. um 14:30 Erzeugerpreise USA
14.11. um 14:30 Einzelhandelsumsätze USA
14.11. um 14:30 Einzelhandelsumsätze USA
18.11. um 15:15 Industrieproduktion USA
19.11. um 11:00 Inflation Euro-Zone (Oktober final)
20.11. um 16:00 Verbrauchervertrauen Euro-Zone
21.11. um 09:30 Einkaufsmanagerindizes (PMI) Deutschland
21.11. um 10:00 Einkaufsmanagerindizes (PMI) Euro-Zone
21.11. um 15:45 Einkaufsmanagerindizes (PMI) USA
21.11. um 16:00 Uni Michigan Sentiment
24.11. um 10:00 Ifo-Geschäftsklimaindex
25.11. um 08:00 BIP Deutschland (Q3 final)
25.11. um 16:00 Verbrauchervertrauen USA
26.11. um 14:30 PCE (private Konsumausgaben) USA (September)
26.11. um 14:30 BIP USA (Q3, 2. Schätzung)
27.11. um 08:00 Gfk-Verbrauchervertrauen
28.11. um 09:55 Arbeitslosenquote Deutschland
28.11. um 14:00 Inflation Deutschland (November vorläufig)

Fazit zur Marktanalyse November

Im Oktober wurden die Aktienmärkte Mitte des Monats durch die Zoll-Ankündigung von US-Präsident Trump gegen China nochmal kurz verunsichert. Nach einem kleinen Rücksetzer hat sich die Lage hier aber schnell wieder entspannt. Vor allem die US-Indizes haben sich anschließend stark gezeigt und ihre Rallye weiter fortgesetzt. Hier wird die Luft nun aber langsam dünn.

Statistisch betrachtet liegen mit den letzten Monaten des Jahres nun eher starke Monate vor uns. Allerdings haben sich eben vor allem die US-Börsen nun schon sehr gut entwickelt und es wäre vermessen hier nun nochmal eine richtige starke Rallye zu erwarten. Damit die Trends hier nicht überhitzen wären vorab kleine Korrekturen auf die in den Chartanalysen genannten Niveaus zu begrüßen.

Im November richtet sich der Blick nun auch nochmal auf die laufende Berichtssaison sowie Daten zur Inflation und zum Arbeitsmarkt. Gerade letztere stehen aufgrund des Shutdowns aber auch noch für den September aus. Und weiterhin gilt natürlich, dass es jederzeit zu neuen Entwicklungen in der Zoll-Thematik kommen kann, die dann ähnlich wie im Oktober kurzfristig wieder auf die Stimmung drücken können. Seitens der Notenbanken wird es im November keine neuen Impulse geben. Hier wird es erst wieder Mitte Dezember mit dem Zinsentscheid der FED spannend.

Du möchtest auf dem Laufenden bleiben?

Dann trage dich gerne für meinen kostenlosen Newsletter ein: