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Marktanalyse Mai

Titelbild zur Marktanalyse Mai

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Ziel der Marktanalyse Mai

In diesem Beitrag möchte ich dir meine Marktanalyse für die Aktienmärkte für den Mai vorstellen. Gerade nach dem turbulenten April ist es nun wichtig Orientierung zu haben und zu wissen was los ist. Zunächst werfen wir dabei einen Blick auf die Performance der letzten Wochen und Monate. Außerdem gehe ich auf die Entwicklung in der Zollthematik ein. Anschließend untersuche ich mit dir in der Chartanalyse für die wichtigsten Indizes auf welche Kursniveaus es jetzt ankommt. Außerdem analysieren wir die Entwicklung der Inflation und die Geldpolitik. Ziel der Marktanalyse ist, dass du weißt, was du in den nächsten Wochen am Aktienmarkt erwarten kannst.

Performance-Rückblick

Index-Heatmap

Allein der Blick auf die Monatsperformance sieht ziemlich unspektakulär aus und ist nicht einmal ansatzweise in der Lage abzubilden, was die Aktienmärkte im April durchgemacht haben. Deutlich wird aber, dass am Ende alles doch nicht so schlimm ist, wie es zwischenzeitlich aussah.

Der deutsche Aktienmarkt konnte den Monat sogar mit einem Gewinn abschließen. Der DAX stieg um +1,5%, aber vor allem die Nebenwerte zeigten sich stark mit einem Gewinn von +4,9% beim MDAX. Der breite europäische Aktienmarkt läuft dem DAX weiterhin deutlich hinterher. Der Stoxx600 hat im April einen Verlust von -1,2% verzeichnet.

Und der US-amerikanische Aktienmarkt zeigt sich nach zwei sehr schwachen Vormonaten uneinheitlich. Während der S&P 500 einen kleinen Verlust von -0,8% verzeichnet hat, ist der Nasdaq100 um +1,5% gestiegen. Aber wie gesagt war der April deutlich turbulenter, als das diese Tabelle ausdrücken kann. Daher werfen wir als Nächstes einen Blick auf den Kursverlauf über den Monat hinweg.

Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im April
Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im April

Performance im April

Der Monatschart für den April wird höchstwahrscheinlich in die Geschichte eingehen. Vor allem ist zu hoffen, dass es sich bei derartigen Entwicklungen um Ausnahmen handelt, die wir nur alle paar Jahre sehen und das unter dem Einfluss von Trump nicht zur Gewohnheit wird. Zuletzt gab es derart große Kursausschläge im Corona-Crash im Jahr 2020.

In den ersten Tagen des Monats haben die wichtigsten Indizes in der Spitze um bis zu -15% verloren. Hierbei gab es zwischen DAX, S&P 500 und Co. keine großen Unterschiede. Auch die anschließende Erholung sah bei allen Indizes ähnlich aus, wobei der S&P 500 und der Nasdaq100 stärker zulegen konnten und diese Outperformance dann auch einige Tage halten konnten.

Die Unsicherheit war Mitte des Monats aber weiterhin hoch und die Indizes haben sich ihren Tiefs nochmal angenähert. Enorm wichtig war zu dieser Zeit, dass keine neuen tieferen Tiefs verzeichnet wurden. In der zweiten Monatshälfte kehrte dann aber langsam wieder Normalität ein. Vor allem gegen Ende des Monats waren die Kursschwankungen dann überschaubar, sodass sich inzwischen sagen lässt, dass wir uns wieder in einem normalen Marktumfeld bewegen.

Chart für die wichtigsten Aktienindizes im April
Chart für die wichtigsten Aktienindizes im April

Performance im letzten Jahr

Von der Outperformance der US-Indizes gegenüber dem europäischen Aktienmarkt, die wir letztes Jahr nahezu durchgehend beobachten konnten, ist inzwischen nichts mehr übrig. Über das letzte Jahr ist der DAX der mit Abstand stärkste Index im Vergleich mit einem Gewinn von +24%.

Inzwischen zeigt sich auch der MDAX deutlich freundlicher und ist nicht mehr das Schlusslicht im Vergleich. Der MDAX kommt über das letzte Jahr auf einen Gewinn von +9,1%. Wie der DAX beinhaltet der MDAX allerdings Dividenden, sodass der Vergleich etwas hinkt.

Der S&P 500 und Nasdaq100 liegen mit einem Gewinn von +9% beziehungsweise +10% in etwa gleich auf. Der Stoxx600 kann mit +4% über die letzten zwölf Monate am wenigsten überzeugen. Auch bei diesem Vergleich wird nochmal die Stärke des DAX im europäischen Vergleich deutlich.

Performance für die wichtigsten Indizes über die letzten 12 Monate
Performance für die wichtigsten Indizes über die letzten 12 Monate

Was die Märkte aktuell besonders bewegt

Im April hat sich im Prinzip alles nur um ein Thema gedreht: Zölle. Mit der Zollankündigung von US-Präsident Trump am Abend des 02.04. (dem „Tag der Befreiung“, wie er selbst gesagt hat) ging das ganze Drama los. Auslöser war, dass die USA sämtliche Importe mit Zöllen belegen wollten. Die Berechnung der Höhe der Zölle kam dabei einer gewissen Willkür gleich. Damit hat US-Präsident Trump die Märkte in einen Schock versetzt.

In einer ersten Reaktion am Donnerstag (03.04.) hielten sich die Verluste aber noch in Grenzen. Am Freitag, den 04.04. haben die Aktienmärkte ihre Verluste dann aber deutlich ausgeweitet. Unter anderem weil China entsprechende Gegenzölle angekündigt hat. Die große Panik kam dann übers Wochenende auf und hat sich direkt zur Eröffnung am Montag (07.04.) entladen. Obwohl es über das Wochenende kaum neue Informationen gab, hat der S&P 500 in der Spitze nochmal -5% verloren. Vor allem die Art des Einbruchs hat klar gezeigt, dass an den Aktienmärkten Panik herrschte.

Wenige Tage später am Abend des 09.04. gab Trump dann bekannt, dass er einen Großteil der Zölle für 90 Tage aussetzen möchte. In der Folge konnten die Aktienmärkte ihre Verluste zu einem großen Teil wieder ausgleichen.

Klar ist, dass die Zölle, die Trump vorgestellt hat, sowohl der US-Wirtschaft als auch der Weltwirtschaft massiv schaden würden. Außerdem würden derart hohe Zölle die Inflation wieder anheizen, was in der Bevölkerung für Unruhe und somit für stark sinkende Zustimmung für Trump sorgen würde. Es ist daher nicht davon auszugehen, dass Trump die Zölle ernsthaft umsetzen möchte.

Vielmehr darf das als eine Art der Verhandlungstaktik angesehen werden. Es ist wahrscheinlich, dass Trump einen Freihandel mit möglichst geringen Zöllen anstrebt. Die angekündigten Zölle sind mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Druckmittel, damit die USA aus diesen Verhandlungen als der Gewinner hervorgehen.

Ob sich dieser Plan auszahlen wird, ist aktuell fraglich. Für mich ist aber klar, dass Trump nicht das Ziel haben wird die Wirtschaft und den Aktienmarkt in eine Krise zu schicken. Schließlich wird Trump nicht als der Präsident in die Geschichte eingehen wollen, der den größten Crash seit der Finanzkrise 2008 / 2009 zu verantworten hat.

Klar ist aber, dass die bisherige Vorgehensweise alles andere als ideal ist. Mit seinem Zick-Zack-Kurs in der Zoll-Politik hat Trump das Vertrauen in die USA massiv geschädigt, was eine starke Abwertung des US-Dollar zur Folge hatte. Allein dadurch wird das Leben für Verbraucher in den USA teurer, da sich bei einem schwachen USD die Importe verteuern. Allein im April hat der USD gegenüber dem Euro über -4% an Wert verloren.

Übrigens: Ein schwacher US-Dollar drückt auch auf die Performance in deinem Depot, wenn du verstärkt in US-Aktien investiert bist. Selbst wenn eine Aktie in USD den Monat unverändert abschließt, liegst du in Euro betrachtet allein über -4% im Minus – aufgrund der Wechselkursveränderung.

Blick auf die Volatilität: VIX

Es ist bereits das zweite Mal innerhalb von zwölf Monaten, dass der VIX in der Spitze ein Niveau von weit über 50 erreicht. So etwas gab es in den letzten Jahrzehnten noch nie. Während des Corona-Crashs im Jahr 2020 hat der VIX zwar ein noch höheres Niveau erreicht. Dass wir innerhalb so kurzer Zeit aber gleich zwei Mal so einen starken Anstieg der Volatilität sehen, ist absolutes Neuland.

Wenn du also erst seit etwa einem Jahr an der Börse dabei bist, hast du inzwischen also schon Einiges durchgestanden.

Der große Kurseinbruch Anfang April hat den VIX in der Spitze auf ein Niveau von 60 Punkten getrieben. So hoch notierte der VIX zuletzt Anfang August 2024, als die Aktienmärkte ebenfalls innerhalb eines Tages (jedoch ohne einen wirklichen Grund) einen starken Einbruch vollzogen haben. Damals erfolgte die Erholung innerhalb eines Tages und auch jetzt dauerte es nicht lange, bis sich die Aktienmärkte wieder beruhigt haben.

Allerdings hielt sich die Volatilität etwas länger auf einem hohen Niveau. Auch jetzt notiert der VIX bei knapp 25, was allgemein als unruhiges Marktumfeld angesehen wird. Verglichen mit Anfang des Monats haben sich die Börsen die letzten Tage aber schon wieder vergleichsweise entspannt gezeigt.

Entwicklung des VIX seit Mitte 2023
Entwicklung des VIX seit Mitte 2023

Von einer entspannten Marktphase, wie wir sie vor allem im ersten Halbjahr 2024 hatten, sind wir aktuell meilenweit entfernt. Und wie in meiner letzten Markteinschätzung auch schon gesagt, werden wir uns die nächsten Monate mit der Unberechenbarkeit von US-Präsident Trump wohl auch an ein höheres Volatilitätsniveau gewöhnen müssen. Dass wir zeitnah nochmal einen ähnlichen Einbruch bekommen, wie Anfang des Monats ist aber unwahrscheinlich. Auf die „Spielchen“ von Trump sind die Aktienmärkte inzwischen vorbereitet.

Tops & Flops im April

Für den deutschen Aktienmarkt werden die 100 Aktien des HDAX betrachtet, für die USA analysieren wir die Aktien des Nasdaq100 und für den europäischen Aktienmarkt betrachten wir die Aktie des Stoxx Europe 50.

Top/Flop Aktien aus dem HDAX (Deutschland)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im April 2025
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im April 2025

Top/Flop Aktien aus dem Nasdaq100 (USA)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im April 2025
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im April 2025

Top/Flop Aktien aus Europa (Stoxx Europe 50)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im April 2025
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im April 2025

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Performance einzelner Branchen

Für die Analyse zyklischer und defensiver Sektoren werden die Branchenindizes des S&P 500 und Stoxx600 betrachtet. Die zyklischen Sektoren haben im April einen Verlust von -1,0% verzeichnet und die defensiven kommen auf einen Verlust von -2,1%. Auf Monatssicht gibt es hier mit Ausnahme eines großen Verlustes im Sektor Energie von -14,5% wenig Spannendes zu beobachten.

Auch wenn die Durchschnittsperformance der defensiven Sektoren schlechter ist, haben sich defensive Sektoren im April besser geschlagen als zyklische Sektoren. Der Sektor Energie verzerrt das Bild hier etwas. Die Sektoren nichtzyklische Konsumgüter, Kommunikationsdienste und Versorger kommen allesamt auf größere Gewinne als der beste Sektor aus den zyklischen Konsumgütern (Technologie +0,4%).

Diese Entwicklung passt auch zum volatilen und unsicheren Marktumfeld. Aktien aus defensiven Sektoren kommen durch so eine Phase in der Regel etwas besser durch. Das sehen wir auch, wenn wir uns allein die Entwicklung bis zum 08.04. anschauen: Bis dahin haben die zyklischen Sektoren einen Verlust von -10,6% verzeichnet, während die defensiven Sektoren auf einen Rückgang von -8,8% kommen. Ohne den schwachen Sektor Energie lag der Verlust der defensiven Sektoren bis dahin im Durchschnitt bei nur -6,6%. Das zeigt nochmal deutlich, dass gerade in solchen Crashphasen, wie wir sie Anfang des Monats gesehen haben, defensive Sektoren geringere Rücksetzer verzeichnen.

Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im April
Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im April

Chartanalyse - Marktanalyse Mai

Chartanalyse für den DAX

Chartanalyse für den DAX (Stand 01.05.2025)
Chartanalyse für den DAX (Stand 01.05.2025)

Mit dem Kurseinbruch Anfang April hat der DAX gleich mehrere Unterstützungen durchbrochen. Ohnehin sind solche Ereignisse, wie wir sie Anfang April gesehen haben, unvorhersehbar und eine Chartanalyse hilft in solchen Fällen auch nicht wirklich weiter. Natürlich war es daher unmöglich in der letzten Marktanalyse für den April einen derartigen Einbruch kommen zu sehen.

Was aber schön zu sehen ist, ist die Tatsache, dass sich der DAX an seiner Unterstützung 2 (grün markiert, zwischen 18.550 und 18.900 Punkten erfolgreich stabilisieren konnte. Klar muss aber auch gesagt werden, dass die Aktienmärkte im Panikmodus waren und selbst ein kurzfristiges Unterschreiten dieses Niveaus unkritisch gewesen wäre.

Umso entscheidender war aber, dass es dem DAX anschließend gelungen ist, wieder eine starke Erholung zu starten. Damit hat sich der DAX auch wieder über dem wichtigen Unterstützungsbereich 1 (grün markiert, zwischen 22.000 und 22.250 Punkten) etabliert. Hier lagen diverse Tiefpunkte aus den Monaten Februar und März. Dieses Niveau kann nun wieder als erste Unterstützung dienen.

Darunter hat sich bei knapp unter 21.000 Punkten (lila) nun eine weitere kleine potenzielle Unterstützung ergeben. Diese ist auf das Tief der Seitwärtsbewegung nach dem Crash und der folgenden Erholung zurückzuführen. Diese ist bislang aber noch ungetestet.

Für den Mai wäre es nun bereits ein Erfolg, wenn sich der DAX nach seiner dynamischen Erholung oberhalb des Unterstützungsbereichs 1 festigen könnte. Inzwischen liegt der DAX nämlich schon wieder 10% über seiner 200-Tage-Linie und ist damit wieder etwas heiß gelaufen. Schließlich notiert der DAX jetzt schon wieder höher als am 02.04., wo die ganze Zollthematik losging.

Nach dieser fulminanten Aufwärtsbewegung der letzten zwei Wochen wäre es vermessen nun damit zu rechnen, dass der DAX schnell neue Allzeithochs markiert. Möglich ist natürlich ein Angriff auf das Allzeithoch bei knapp 23.500 Punkten (rot markiert). Spätestens hier wird die Luft dann aber ganz dünn. Bei einer Korrektur ist auf jeden Fall alles in Ordnung, wenn der DAX oberhalb des Tiefs seiner über wenige Tage anhaltenden Seitwärtsbewegung von 21.000 Punkten (lila) notiert. Insgesamt ist die charttechnische Situation beim DAX also wieder entspannt.

Chartanalyse für den S&P 500

Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 01.05.2025)
Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 01.05.2025)

Beim S&P 500 sieht das charttechnische Bild aktuell ziemlich wild und unübersichtlich aus. Nach dem starken Kurseinbruch im April ist es aber umso wichtiger sich nun ein paar wichtige Kursniveaus genauer anzugucken. Auch für den S&P 500 gilt natürlich, dass ein Einbruch, wie wir ihn im April gesehen haben, aus der Charttechnik heraus einfach nicht zu erwarten war.

Kurzzeitig wurde es kritisch, als der S&P 500 sogar unter seine Unterstützung von 4.950 Punkten (orange) gefallen ist. Da sich die Aktienmärkte zu dieser Zeit aber im Panikmodus befanden, sind kurzzeitige leichte Unterschreitungen solch markanter Niveaus erstmal unkritisch. Eine ähnliche Situation gab es im August letztes Jahr. Damals hat der S&P 500 auch sein vorheriges Tief von Ende Mai 2024 kurzzeitig unterschritten. Anschließend ging der Index aber wieder in den Rallyemodus über.

Damit möchte ich dir sagen, dass ein kurzzeitiger Bruch einzelner Niveaus noch kein nachhaltiger Bruch einer Unterstützung ist. Gerade dann, wenn sich die Aktienmärkte in einem Ausnahmezustand befinden.

Mit der anschließenden Erholung konnte der S&P 500 wieder über die Unterstützungen von 5.120 (hellblau) sowie den Unterstützungsbereich 2 (grün markiert, zwischen 5.390 bis 5.450 Punkte) steigen. Ideal war auch die kurzzeitige Korrektur auf das Niveau von 5.120 Punkten (hellblau) vor wenigen Tagen. Damit wurde diese Zone als Unterstützung nochmal bestätigt.

Für die kommenden Wochen dient nun der grün markierte Unterstützungsbereich 1 als wichtige Supportzone. Gelingt es dem S&P 500 sich auf beziehungsweise knapp über diesem Niveau zu etablieren, ist alles in Ordnung. Im Worst-Case wäre auch ein Rücksetzer bis auf 5.120 Punkte noch zu verschmerzen. Bei Kursen darunter würde dann aber wieder die Aufnahme des Abwärtstrends drohen. Dieses Szenario ist aktuell aber eher unwahrscheinlich.

Eine deutliche Besserung würden wir sehen, wenn es dem S&P 500 gelingt in den orange markierten Bereich vorzustoßen. Die untere Grenze dieses Korridors ist identisch mit dem letzten markanten Hoch bei knapp 5.800 Punkten. Bei Kursen darüber hätten wir die Bestätigung des laufenden kurzfristigen Aufwärtstrends. Ein Anlaufen an diese Zone ist im April möglich, dafür muss aber auch die Nachrichtenseite mitspielen. Der S&P 500 würde dann nämlich wieder höher notieren als zu dem Zeitpunkt, bevor die ganze Zollthematik losging.

Für den April solltest du aber auf jeden Fall einkalkulieren, dass der US-amerikanische Leitindex sich den 5.400 Punkten nochmal annähert. Bei einem positiven Newsflow sind Kurse oberhalb von 5.880 Punkten denkbar, aber aktuell eher noch eine Wunschvorstellung. Kommt es aber zu diesem Szenario, entspannt sich die Lage deutlich.

Chartanalyse für den Nasdaq100

Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 01.05.2025)
Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 01.05.2025)

Auch der Nasdaq100 hat im April im Crash-Modus seine wichtige Unterstützung von rund 17.000 Punkten (lila) kurzzeitig unterschritten. Bei einem nachhaltigen Bruch dieses Niveaus würde die Gefahr des Übergangs in einen mittelfristigen Abwärtstrend drohen. Auch hier gilt aber, dass gerade in einer Phase, in der der Markt Panik schiebt, ein kurzzeitiges Unterschreiten unkritisch ist. Diese Unterstützung bleibt langfristig daher das wichtigste Niveau.

Die darüberliegende Unterstützung 2 (grün markiert) hat der Nasdaq100 während des Crashs klar gerissen. Da hier aber einige markante Punkte aus dem Jahr 2024 liegen und der Nasdaq100 aktuell nicht weit von diesem Niveau entfernt ist, sollte dieser Bereich im Falle einer Korrektur weiterhin beachtet werden. Konkret verläuft dieses Niveau von 18.200 bis 18.470 Punkte. Eine Korrektur im Mai auf dieses Niveau ist möglich und wäre als unkritisch anzusehen.

Interessant wird aktuell das Niveau von 19.150 Punkten (hellblau). Hier liegt das Tief von Mitte März sowie das Top der Erholung vom 09.04. Etabliert sich der Nasdaq100 die nächsten Tage über diesem Niveau, kann der Index hier eine gute weitere Unterstützung ausbilden. Hierbei handelt es sich auch um das Idealszenario: Wenn es dem Nasdaq100 gelingt, das Niveau von 19.150 Punkten zu halten und ausgehend davon im Mai leicht in Richtung der orangefarbenen ehemaligen Unterstützungszone zu steigen, ist alles bestens.

Eine endgültige charttechnische Besserung und einen bestätigten kurzfristigen Aufwärtstrend haben wir, wenn der Nasdaq100 über sein Hoch von Ende März von rund 20.300 Punkten steigt (untere Ende des orangefarbenen Bereichs). Ausgeschlossen ist eine derartige Entwicklung im Mai nicht, nach der dynamischen Erholung der beiden letzten Wochen wäre der Nasdaq100 dann aber kurzfristig überhitzt.

Chartanalyse für den Stoxx600

Chartanalyse für den Stoxx600 (Stand 01.05.2025)
Chartanalyse für den Stoxx600 (Stand 01.05.2025)

Auch der Stoxx600 hat in seinem Crash Anfang April jede der eingezeichneten Unterstützungen durchbrochen. In meiner letzten Markteinschätzung hatte ich das Niveau bei 465 Punkten (grau) noch gar nicht mit eingezeichnet, weil ausgehend von der damaligen Marktlage absolut nicht mit einer Korrektur bis auf dieses Niveau zu rechnen war.

Umso erfreulicher ist es aber zu sehen, dass die Abwärtsbewegung auf diesem Niveau (Tief von Anfang 2024) bei 465 Punkten (grau) gestoppt werden konnte. Nun befindet sich der Stoxx600 wieder an einem sehr markanten Niveau: Dem orangemarkierten Korridor zwischen 525 und 530 Punkten. Dieses Niveau war für den europäischen Leitindex lange Zeit ein großer Widerstand, den er mit der Rallye Anfang 2025 dynamisch überwinden konnte.

Es wäre daher nun ein großer und gleichzeitig wichtiger Erfolg, wenn der Stoxx600 wieder über dieses Niveau steigen könnte. Anschließend würde es absolut ausreichen, wenn der Index anschließend seitwärts verläuft. Nach der starken Erholung der letzten beiden Wochen wäre das auch schon ein großer Erfolg. Ein Angriff auf das letzte Hoch von 556 Punkten (blau) scheint für den Mai hingegen etwas zu ambitioniert.

In der aktuell unberechenbaren Marktphase musst du auf jeden Fall auch wieder eine Korrektur einkalkulieren. Hier würde das Niveau von 506 Euro (orange) dann eine gute Unterstützung bieten. Hier liegt ein lokaler Tiefpunkt von Anfang 2025. Außerdem liegt hier das Top der kurzfristigen Seitwärtsbewegung von vor wenigen Tagen, welches der Stoxx600 dann dynamisch überschritten hat. Bei einer Korrektur in diesen Bereich wäre nach wie vor alles in Ordnung.

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Entwicklung der Inflation

Inflation in den USA

Die letzten Inflationsdaten aus den USA wurden am 10.04. veröffentlicht und beziehen sich auf die Preisentwicklung im März. Für den März lag die Inflationsrate in den USA bei 2,4%. Im Vergleich zum Februar als die Inflationsrate noch bei 2,8% lag ist das nun ein deutlicher Rückgang. Erwartet wurde ein Rückgang der Inflationsrate auf 2,5%.

Normalerweise lässt sich hier immer auch eine Reaktion des Aktienmarktes beobachten. Da am Tag zuvor US-Präsident Trump aber das Aussetzen der Zölle bekanntgegeben hat, gingen die Inflationsdaten nahezu komplett unter, beziehungsweise ist es nicht möglich nun zu ermitteln wie sehr eine einzelne Kursreaktion auf die Inflationsdaten zurückzuführen ist.

Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre

Klar ist aber, dass eine rückläufige Inflationsrate gerade in der aktuellen Lage enorm wichtig ist. Die Zollthematik hat eine erhöhte Unsicherheit entstehen lassen. Zölle lassen die Inflationsrate tendenziell steigen und eine anziehende Inflation würde dazu führen, dass die FED bei ihren künftigen Zinsentscheiden die Zinsen weniger stark senken kann – wenn überhaupt. Jede Meldung über eine sinkende Inflationsrate ist daher als positiv zu werten. Die nächsten Inflationszahlen für die USA werden am 13.05. veröffentlicht.

Inflation in der Euro-Zone

Die finalen Inflationsdaten für die Euro-Zone für den März wurden am 16.04. veröffentlicht. In der Euro-Zone ist die Inflation im März von 2,3% auf 2,2% gefallen. Mit solch einem Rückgang wurde bei den vorläufigen Daten, die am 01.04. veröffentlicht wurden, bereits gerechnet. Entsprechend gab es an den Aktienmärkten darauf auch keine nennenswerte Reaktion.

Am 02.05. werden dann die vorläufigen Inflationsdaten für den April bekanntgegeben. Hier wird aktuell mit einem weiteren leichten Rückgang der Inflationsrate auf 2,1% gerechnet. Die finalen Daten folgen dann am 19.05. Hält sich die Inflationsrate in der Euro-Zone im Bereich von 2%, ist das für die EZB eine gute Ausgangslage ihre expansive Geldpolitik der letzten Monate fortzusetzen.

Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre

Was machen die Notenbanken?

Im April gab es nur von der EZB einen Zinsentscheid. Am 17.04. gab die EZB bekannt, dass der Einlagenzins um weitere 25 Basispunkte gesenkt wird und damit nun bei 2,25% liegt. In den Tagen zuvor hatte sich bereits angebahnt, dass die EZB die Zinsen erneut senken wird. Vor ein paar Wochen war das allerdings noch weniger klar. Die angespannte Lage an den Märkten (bedingt durch die Zollthematik) hat die EZB dazu veranlasst hier gegenzusteuern und die Märkte mit einer weiteren Zinssenkung etwas zu beruhigen.

Von der FED gab es im April keinen Zinsentscheid. Dafür hat sich FED-Chef Powell Mitte des Monats aber dennoch zu Wort gemeldet und einen Ausblick auf die Geldpolitik gegeben. Powell betonte auf einer Rede des Economic Club of Chicago, dass die FED ein Eingreifen in die Märkte nicht als erforderlich ansieht und im Zweifel nicht als Retter auftreten wird.

Auf die Frage, ob die FED einen Abwärtstrend an den Märkten stoppen würde, antwortete Powell mit einem klaren „Nein“. In Krisen war die FED bislang eine Art Rettungsanker. So waren es im Corona-Crash vor allem die Notenbanken, die die Märkte beruhigt haben, indem sie den Geldhahn weit geöffnet haben.

Generell ist die Geldpolitik in den letzten Jahren immer ein gutes Mittel gewesen, um Krisen zu bekämpfen. Damit die FED aber die Zinsen weiter senken kann oder im Worst-Case die Märkte erneut mit Geld flutet, ist eine niedrige Inflation erforderlich. Hier betonte Powell, dass die von Trump angekündigten Zölle die Inflation und gleichzeitig auch die Arbeitslosigkeit steigen lassen würden. Während die FED bei einer steigenden Arbeitslosigkeit tendenziell zu Zinssenkungen tendieren würde, würde eine anziehende Inflation das aber komplett verhindern.

Entwicklung der Leitzinsen in den USA und der Euro-Zone
Entwicklung der Leitzinsen in den USA und der Euro-Zone

Der nächste Zinsentscheid der FED steht bereits in wenigen Tagen am 07.05. um 20:00 Uhr unserer Zeit an. Aktuell gilt es als sicher, dass die FED den Leitzins unverändert in einer Spanne zwischen 4,25% und 4,50% belassen wird. Wie bereits bei der letzten Zinssitzung wird es eher darum gehen, ob FED-Chef Powell einen Ausblick gibt, wann die nächste Zinssenkung anstehen könnte.

Nach den Daten des FED-Watch Tools könnte das bereits bei der dann folgenden FED-Sitzung am 18.06. der Fall sein. Nach diesen Daten liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung dann aktuell bei 65%.  Vor einem Monat lag diese Wahrscheinlichkeit ähnlich hoch. Spätestens für die Notenbanksitzung Ende Juli wird aktuell davon ausgegangen, dass der Leitzins dann mit großer Wahrscheinlichkeit niedriger ist als jetzt.

Das FED-Watch Tool ist ein von der CME Group bereitgestelltes Model, das mithilfe von Futures-Kursen die Wahrscheinlichkeit für Zinsänderungen herleitet.

Die nächsten Termine der FED & EZB:

Berichtssaison

Mitte April ist die Berichtssaison gestartet. Den Anfang haben dabei traditionell die Großbanken wie JP Morgan und Goldman Sachs gemacht, die die Erwartungen teilweise deutlich schlagen konnten. Einen großen Rückschlag musste UnitedHealth verkraften. Die Aktie wurde mit -22% als Reaktion auf den Quartalsbericht abgestraft.

Absolut überzeugen konnte SAP vor allem beim Blick auf den Gewinn je Aktie, der zu einem Kursanstieg von knapp +11% geführt hat. Überraschend war die Reaktion bei Tesla: Trotz schlechter Zahlen, stieg die Aktie am nächsten Tag um +5%. Das Beispiel zeigt auch deutlich, dass die Reaktion auf die Earnings manchmal alles andere als verständlich sind.

Ähnliches war auch bei T-Mobile US zu sehen. Trotz starker Zahlen hat die Aktie -11% verloren. Gerade bei Aktien, die die letzten Monate gut gelaufen sind (was bei T-Mobile US der Fall war), müssen die Erwartungen teilweise deutlich geschlagen werden, damit es beim Aktienkurs positive Reaktionen gibt.

Übersicht über die wichtigsten Earnings im April
Übersicht über die wichtigsten Earnings im April

Enttäuschend waren Procter & Gamble sowie PepsiCo. Hier wurden als Reaktion auf die Earnings Verluste von bis zu -5% verzeichnet. Gerade bei defensiven Aktien aus dem Bereich der Basiskonsumgüter aber vor allem auch dem Gesundheitswesen, wie UnitedHealth oder Eli Lilly, waren also deutlich negative Reaktionen zu sehen.

Rund lief es dafür vor allem bei Microsoft und Meta. Auch die Zahlen von Alphabet konnten überzeugen. Der Kursanstieg als Reaktion darauf hielt sich aber in Grenzen. Die Zahlen von Apple und Amazon lagen ebenfalls über den Erwartungen, allerdings gaben die Aktien als Reaktion auf die Earnings leicht nach. Insgesamt scheinen die Magnificent Seven aber langsam wieder in die Spur zu finden.

Nachdem die US-Großunternehmen nun weitestgehend ihre Zahlen vorgelegt haben, ist das Gröbste der Berichtssaison gelaufen. In den kommenden Wochen legen aber noch viele Unternehmen ihre Zahlen vor. Die Auswirkung auf der Gesamtmarkt dürfte dabei aber nicht mehr so gravierend sein.

Eine klare Tendenz bei den Reaktionen auf die Earnings gibt es nicht. Interessant zu sehen ist aber, dass die US-Großkonzerne größtenteils überzeugen konnten, was auch dem Gesamtmarkt Rückenwird verliehen hat. Diesen Schwung darf der Markt gerne in den Mai mitnehmen.

Kalender – anstehende Wirtschaftstermine

Datum / Uhrzeit Termin
02.05. um 11:00 Inflation Euro-Zone (April vorläufig)
02.05. um 11:00 Arbeitslosenquote Euro-Zone
02.05. um 14:30 US-Arbeitsmarktbericht (April)
07.05. um 20:00 FED-Zinsentscheid
08.05. um 08:00 Industrieproduktion Deutschland
13.05. um 11:00 ZEW-Konjunkturerwartungen
13.05. um 14:30 Inflation USA (April)
14.05. um 08:00 Inflation Deutschland (April final)
15.05. um 11:00 BIP Euro-Zone (Q1 Schätzung)
15.05. um 14:30 Produzentenpreise USA (April)
15.05. um 14:30 Einzelhandelsumsätze USA
15.05. um 15:15 Industrieproduktion USA
19.05. um 11:00 Inflation Euro-Zone (April final)
20.05. um 16:00 Verbrauchervertrauen Euro-Zone
22.05. um 09:30 Einkaufsmanagerindizes (PMI) Deutschland
22.05. um 10:00 Einkaufsmanagerindizes (PMI) Euro-Zone
22.05. um 10:00 Ifo-Geschäftsklimaindex
22.05. um 15:45 Einkaufsmanagerindizes (PMI) USA
23.05. um 08:00 BIP Deutschland (Q1)
27.05. um 08:00 Gfk-Verbrauchervertrauen
27.05. um 16:00 Verbrauchervertrauen USA
28.05. um 09:55 Arbeitslosenquote Deutschland
29.05. um 14:30 BIP USA (Q1, 2. Schätzung)
30.05. um 14:00 Inflation Deutschland (Mai vorläufig)
30.05. um 14:30 PCE (private Konsumausgaben) USA (April)

Fazit zur Marktanalyse Mai

Im April haben die Zölle und anschließend die Aussetzung der Zölle von US-Präsident Trump die Aktienmärkte mächtig durchgeschüttelt. Auf einen derart großen Crash und eine glücklicherweise genauso schnelle Erholung war niemand vorbereitet. Es hat sich aber wieder einmal gezeigt: Wer in solch einer Phasen die Nerven verliert und die Situation nicht richtig einordnen kann, wird an der Börse langfristig nicht erfolgreich sein können. Deshalb hoffe ich, dass ich dir mit meiner monatlichen Marktanalyse hier Orientierung und Sicherheit geben kann.

Auch die kommenden Wochen werden wir uns mit einer höheren Volatilität als letztes Jahr zu dieser Zeit abfinden müssen. Was Trump von sich lässt, ist unvorhersehbar und letztlich können wir darauf nur reagieren. Dass es in naher Zukunft nochmal eine ähnliche Reaktion gibt, wie jetzt Anfang April ist aber sehr unwahrscheinlich – egal was Trump sagt. Die Aktienmärkte kennen seine „Spielchen“ inzwischen. Es ist deutlich wahrscheinlicher, dass Trump die Zölle nur als Verhandlungstaktik nutzt. Sein Interesse kann und wird nicht darin bestehen die US-Wirtschaft in eine Rezession schicken zu wollen. Das wissen die Börsen nun auch und deshalb sind derart große Crashs nicht zu erwarten.

Spannend wird Anfang Mai die Sitzung der US-Notenbank FED. Ein Ausblick auf die weitere Geldpolitik und vielleicht sogar eine Ankündigung, wann die nächste Zinssitzung ansteht, könnten den Märkten hier noch mehr Halt geben. Wichtig werden aber auch die Inflationsdaten. Nur, wenn die Inflation nicht weiter steigt, wird die FED auch Zinssenkungen vornehmen können. Nachdem die US-Mega-Caps ihre Zahlen größtenteils vorgelegt haben, dürften die Auswirkungen der Berichtssaison im Mai eher überschaubar sein.

Charttechnische Prognosen sind in diesem Marktumfeld äußerst schwierig. Nach der dynamischen Erholung in den letzten beiden Wochen wäre es bereits ein Erfolg, wenn sich die Aktienmärkte auf ihrem aktuellen Niveau festigen und die letzten lokalen Hochs ins Visier nehmen. Eine Korrektur von bis zu -5% wäre für die betrachteten Indizes unproblematisch. In solch einem Fall musst du also keine Angst haben, dass wir nochmal eine ähnliche Phase wie vor wenigen Wochen durchmachen. Insgesamt wird die Volatilität aber vermutlich hoch bleiben und vor allem von einem Tag auf den anderen dürfen dich etwas größere Schwankungen nicht aus der Ruhe bringen.

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