Ziel der Marktanalyse März
In diesem Beitrag möchte ich dir meine Marktanalyse für die Aktienmärkte für den März vorstellen. Zunächst werfen wir aber einen Blick auf die Performance der letzten Wochen und Monate. Außerdem schauen wir, was die Märkte aktuell besonders bewegt. Anschließend untersuche ich mit dir in der Chartanalyse für die wichtigsten Indizes auf welche Kursniveaus es jetzt ankommt. Außerdem analysieren wir die Entwicklung der Inflation und die Geldpolitik. Ziel der Marktanalyse ist, dass du weißt, was du in den nächsten Wochen am Aktienmarkt erwarten kannst.
Performance-Rückblick
Index-Heatmap
Im Februar hat sich die Tendenz aus dem Januar, dass die europäischen Aktienmärkte eine deutlich stärkere Entwicklung verzeichnen als die US-Börsen weiter fortgesetzt. Während der DAX und Stoxx600 Gewinne von über +3% verzeichnet haben, haben die US-Indizes sogar den Rückwärtsgang eingelegt. Der S&P 500 verlor -1,4% und der Nasdaq100 gab sogar um -2,8% nach.
Auch der Blick auf die einzelnen europäischen Indizes zeigt, dass der breite europäische Aktienmarkt einen freundlichen Monat hinter sich hat. Schauen wir nach Asien, sehen wir hingegen deutliche Unterschiede: Der Nikkei hat -6,1% verloren, dafür konnte der Hang Seng mit +13,4% besonders stark steigen. Gerade beim Hang Seng ist aber auch anzumerken, dass dieser einige schwierige Jahre hinter sich hat.
Performance im Februar
Die schwache Entwicklung der US-Börsen im Februar ist vor allem auf eine sehr schlechte letzte Woche im Februar zurückzuführen. Auch im Monatsverlauf ist zwar klar zu erkennen, dass sich der DAX und Stoxx50 vor allem bis zur Monatsmitte besser entwickelt haben. Speziell in den letzten Handelstagen des Monats stieg die Renditedifferenz dann aber deutlich an.
Während sich der deutsche und europäische Aktienmarkt die letzten Tage im Februar mit höherer Volatilität in etwa auf einem Niveau halten konnten, haben der S&P 500 und der Nasdaq100 deutliche Kursrückgänge verzeichnet.
Dass die US-Indizes so große Rückgänge verzeichnet haben, ist vor allem auf die Entwicklung der Schwergewichte Nvidia, Microsoft, Alphabet und Co. zurückzuführen. Die Mega-Caps haben im S&P 500 aber vor allem im Nasdaq100 inzwischen so einen hohen Anteil, dass größere Kursrückgänge bei diesen Aktien auch die Indizes stark nach unten ziehen.
Einen konkreten Auslöser, dass diese Aktien ausgerechnet jetzt den Rückwärtsgang einlegen gibt es eigentlich nicht. Vielmehr werden die Börsen und vor allem die hochbewerteten Mega-Caps aus den USA so langsam auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.
Performance im letzten Jahr
Im letzten Jahr ist es zur Gewohnheit geworden, dass die US-Indizes mit großem Abstand vor den europäischen Indizes lagen. Speziell nach den beiden letzten Monaten hat sich dieses Bild gedreht. Der Stoxx600 liegt auf Sicht der letzten zwölf Monate mit +12% nur noch knapp hinter dem S&P 500 (+16%) und dem Nasdaq100 (+14%).
Der DAX sticht mit +28% als besonders stark hervor. Nachdem der DAX Ende 2024 den Performanceabstand zu den US-Indizes bereits verkürzen konnte, sorgte die Rallye im laufenden Jahr nun zu einer deutlichen Outperformance.
Vor allem über die letzten zwei Jahre haben der S&P 500 wie auch der Nasdaq100 eine besonders starke Rallye verzeichnet und sich von den europäischen Indizes damit deutlich entfernt. Wir sehen bei US-Aktien aktuell also nicht unbedingt eine Schwäche, sondern eher ein Zurückkehren zu einem akzeptableren Bewertungsniveau nach einem äußerst starken Kursanstieg in den Jahren 2023 und 2024.
Was die Märkte aktuell besonders bewegt
Den Schock rund um Deepseek aus dem Januar haben die Märkte schnell wieder verarbeitet. Ende Januar versetzte die Meldung, dass die chinesische KI-Konkurrenz Deepseek ein KI-Modell entwickelt hat, das in Sachen Leistung an die US-amerikanischen Marktteilnehmer herankommt, allerdings nur einen Bruchteil der Kosten verursacht hat, die Aktienmärkte in eine Schockstarre. Daraufhin brachen vor allem die Techwerte in kurzer Zeit stark ein. Wenige Tage später war davon aber nichts mehr zu sehen und im Februar war Deepseek kaum noch ein Thema.
Umso mehr in den Fokus rückt nun aber die Unberechenbarkeit von US-Präsident Trump. Nachdem Trump Anfang November als Präsident gewählt wurde, haben vor allem die US-Indizes eine starke Rallye verzeichnet. Der S&P 500 stand am Tag vor der Wahl bei knapp 5.800 Punkten, wenige Tage später sprang der Index über die psychologisch wichtige Marke von 6.000 Zählern.
Inzwischen ist von dieser Euphorie allerdings nicht mehr viel vorhanden. Trump verfolgt bei seiner Politik zwar das Motto „America first“, allerdings sind es die letzten Wochen vor allem Drohungen im Zollstreit gewesen, die an den Märkten für Verunsicherung gesorgt haben. Trump möchte Zölle gegen Kanada und Mexiko erheben, außerdem sollen vor allem auf Stahl- und Aluminiumimporte generell Zölle in Höhe von 25% erhoben werden.
Bei all diesen Maßnahmen geht es gar nicht so sehr darum zu diskutieren, wie groß die jeweilige Auswirkung auf einzelne Volkswirtschaften nun wäre. Vielmehr zeigt vor allem die Geschwindigkeit, mit der Trump solche Entscheidungen trifft, dass eine gewisse Unberechenbarkeit vorliegt. Und unberechenbare Situationen mögen die Aktienmärkte gar nicht.
Nicht zuletzt sorgte das Treffen zwischen Trump und Selenskyj am Freitagabend (28.02.) für Empörung als Trump den Präsidenten der Ukraine infolge eines gescheiterten Deals aus dem Weißen Haus rausschmiss. Auch hierbei geht es nicht darum eine politische Stellung zu beziehen oder die getätigten Aussagen im Detail einzuordnen. Vielmehr geht es darum zu sehen, dass Trumps Art zu regieren als „mit der Brechstange“ zu bezeichnen ist. Für den Aktienmarkt hat das auch weiterhin eine erhöhte Volatilität zur Folge.
Blick auf die Volatilität: VIX
In meiner letzten Marktanalyse habe ich bereits betont, dass wir uns in diesem Jahr wohl auf ein tendenziell höheres Volatilitätsniveau einstellen müssen. Gerade in der ersten Jahreshälfte 2024 befand sich der VIX lange Zeit auf einem Niveau von unter 15 Punkten, was ein Niveau von sehr niedriger Volatilität beschreibt.
Davon können wir im laufenden Jahr aktuell nur träumen. Bereits drei Mal ist der VIX in diesem Jahr schon über das Niveau von 20 Punkten gesprungen. Zum Vergleich: Im gesamten ersten Halbjahr 2024 war das nur einmal im Mai der Fall. Nach einem kurzen Volatilitätsanstieg folgt aktuell zwar schnell immer wieder eine Beruhigung, bei der der VIX bis auf 15 fällt. Bislang gelingt es dem Volatilitätsindex aber nicht längere Zeit auf diesem Niveau zu verharren.
Ein VIX, der ständig zwischen 15 und 20 pendelt ist allerdings kein Grund zur Sorge, sondern noch als normal anzusehen. Wir müssen uns nur daran gewöhnen, dass die volatilitätsarmen Zeiten, die wir vor allem aus dem ersten Halbjahr 2024 kennen, erstmal vorbei sind.
Tops & Flops im Februar
Für den deutschen Aktienmarkt werden die 100 Aktien des HDAX betrachtet, für die USA analysieren wir die Aktien des Nasdaq100 und für den europäischen Aktienmarkt betrachten wir die Aktie des Stoxx Europe 50.
Top/Flop Aktien aus dem HDAX (Deutschland)
Top/Flop Aktien aus dem Nasdaq100 (USA)
Top/Flop Aktien aus Europa (Stoxx Europe 50)
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Performance einzelner Branchen
Für die Analyse zyklischer und defensiver Sektoren werden die Branchenindizes des S&P 500 und Stoxx600 betrachtet. Die zyklischen Sektoren tendierten im Januar seitwärts mit +0,1%. Die defensiven Sektoren haben sich mit +2,2% dafür freundlich entwickelt. Das passt auch zur aktuell gestiegenen Unsicherheit insbesondere im US-amerikanischen Markt. Da können Aktien aus defensiven Sektoren mit ihrer Stabilität überzeugen und sind daher gefragt.
Vor allem der Sektor der nichtzyklischen Konsumgüter (auch Basiskonsumgüter genannt) sticht mit +4,8% hier positiv hervor. Auf der anderen Seite sind es bei den zyklischen Sektoren vor allem die zyklischen Konsumgüter, die mit -4,1% am schwächsten performt haben. Hier belastet außerdem die Entwicklung des Technologiesektors mit einem Verlust von -2,1%.
Chartanalyse - Marktanalyse März
Chartanalyse für den DAX
Die charttechnische Situation beim DAX gestaltet sich aktuell äußerst entspannt. Für den DAX habe ich in meiner letzten Markteinschätzung herausgestellt, dass es nach der starken Rallye im Januar bereits als sehr positiv zu werten wäre, wenn es dem DAX gelingt dieses Niveau zu halten. Ausgehend davon konnte der DAX seinen Aufwärtstrend noch weiter fortsetzen. Aktuell notiert der DAX damit nun bereits 19% über seiner 200-Tage-Linie.
Ende Januar lag der DAX schon 14% über seiner 200-Tage-Linie und bereits dabei handelte es sich um einen äußerst großen Abstand. Damit dürfte deutlich werden, dass der DAX auch nach der kurzfristigen Seitwärtsbewegung Ende Februar weiterhin als heiß gelaufen anzusehen ist.
Eine Korrektur beim DAX ist überfällg. Dass wir eine Korrektur nun im März sehen ist damit aber dennoch nicht besiegelt. Nur weil ein Index heiß gelaufen ist, bedeutet das nicht automatisch, dass es sofort eine Korrektur geben muss. Die Wahrscheinlichkeit beziehungsweise Anfälligkeit dafür wird nur immer größer.
Eine erste kleine Unterstützung findet der DAX bei rund 22.150 Punkten (lila). Hier lag das Hoch vom 12.02., welches der DAX mit einer kleinen Aufwärtslücke überwunden hat. Anschließend hat der DAX wenige Tage später erfolgreich auf dieses Niveau korrigiert.
Sollte der DAX im März unter dieses Niveau fallen, wäre das nicht kritisch. Selbst ein Rückgang bis auf 21.040 Punkte (hellblau) wäre im Sinne des langfristigen Aufwärtstrends alles andere als ein Problem. Ausgehend vom aktuellen Kursniveau entspräche das einem Rückgang von -9%, was für einen Monat als unwahrscheinlich anzusehen ist. Sollten wir aber Kurse in der Nähe dieser Unterstützung sehen, wird der DAX für einen Einstieg wieder besonders attraktiv.
Auf der Oberseite finden sich zurzeit keine Widerstände. Das bisherige Allzeithoch kann nicht als Widerstand gewertet werden, schließlich ist es dem DAX auch in den letzten Wochen immer wieder ohne Probleme gelungen neue Allzeithochs zu markieren.
Chartanalyse für den S&P 500
So entspannt wie beim DAX ist die Situation beim S&P 500 keinesfalls. Vielmehr lässt sich sagen, dass es für den S&P 500 im März nun um Alles geht. In meiner letzten Markteinschätzung habe ich bereits gesagt, dass der erste grüne Unterstützungsbereich zwischen 5.780 und 5.870 Punkten für den S&P 500 ein enorm wichtiges Niveau ist. In den letzten Tagen hat der S&P 500 dieses Niveau nun erreicht.
Jetzt ist es wichtig, dass es dem S&P 500 gelingt, sich auf diesem Niveau zu stabilisieren. Andernfalls würde der Index sein letztes Tief von Anfang des Jahres unterschreiten, was für die Etablierung eines kurzfristigen Abwärtstrends sprechen würde. Knapp unterhalb des ersten grünen Unterstützungsbereichs wartet dann noch die 200-Tage-Linie (bei aktuell rund 5.720 Punkten) sowie knapp darunter die lila Unterstützung von 5.670 Punkten. Diese ergibt sich aus dem ehemaligen Allzeithoch aus dem Sommer 2024 sowie der anschließenden Korrektur auf dieses Niveau im Oktober und November 2024. Eine Ausweitung der Korrektur bis hierhin wäre noch zu verkraften, aber bereits als kritisch anzusehen.
Die beiden weiteren grünen Unterstützungsniveaus spielen eher langfristig eine Rolle. Selbst bei einer Ausdehnung einer Korrektur dürften diese Zonen im März keine Rolle spielen. Auf der Oberseite hat der S&P 500 zwischen 6.100 und 6.150 Punkten (rot markiert) nun mit mehreren markanten Hochpunkten der letzten Monate einen größeren Widerstand ausgebildet. Eine endgültige Entschärfung der aktuellen Situation würden wir sehen, wenn es dem S&P 500 gelingt dieses Niveau zu überwinden.
Für welche Richtung sich der S&P 500 im März entscheidet ist schwierig zu sagen. Das liegt vor allem auch an der gestiegenen Verunsicherung und Events, die nicht vorhersehbar sind (wie beispielweise neue Drohungen im Zollstreit). Wichtig ist, dass du die genannten Niveaus im Auge behältst.
Chartanalyse für den Nasdaq100
Ähnlich wie der S&P 500 ist auch der Nasdaq100 inzwischen in einer kritischen Zone angekommen. Die Rede ist vom ersten grünen Unterstützungsbereich zwischen 20.300 und 20.700 Punkten. Gelingt in den nächsten Tagen auf diesem Niveau eine Stabilisierung, besteht für den März durchaus das Potenzial einer freundlichen Entwicklung.
Sollte der Nasdaq100 diese Unterstützung jedoch mit einer hohen Dynamik durchbrechen, ist ein weiterer Rückgang bis zur zweiten grün markierten Unterstützung bei 19.350 bis 19.700 Punkten einzukalkulieren. In solch einem Szenario würde sich der Nasdaq100 kurzfristig betrachtet bereits in einem Abwärtstrend befinden, da er seine letzten Tiefpunkte dann durchbrochen hätte.
Es ist überhaupt nicht erforderlich, dass der Nasdaq100 im März sein Allzeithoch bei rund 22.130 Punkten (blau markiert) angreift. Eine Stabilisierung zwischen dem Allzeithoch und Unterstützungsbereich 1 wäre bereits ein positives Zeichen.
Wie auch beim S&P 500 gilt aber klar, dass wenn dem Nasdaq100 der Sprung über sein Allzeithoch gelingt, die charttechnische Situation wieder deutlich entspannter ist. Für den März ist diese Erwartungshaltung aber als sehr optimistisch einzustufen. Schließlich wäre dafür ein Kursanstieg von etwa 8% erforderlich.
Chartanalyse für den Stoxx600
Wie auch der DAX befindet sich der Stoxx600 aktuell in einem selten gesehen Rallyemodus. Die für den Februar einkalkulierte Korrektur auf die Unterstützung zwischen 525 und 530 Punkten (grün markiert) hat der Index einfach ausfallen lassen und seine Rallye nahezu ohne Unterbrechung fortgesetzt.
Ausgehend vom aktuellen Kursniveau ist ein Rückgang bis zum grün markierten Unterstützungsbereich im März nicht zu erwarten. Aber selbst in einem Worst-Case, in dem der Stoxx600 dieses Niveau doch erreicht, wäre der Aufwärtstrend nach wie vor intakt, solange dieser Bereich nicht nochmal unterschritten wird.
Eine erste Unterstützung findet der europäische Leitindex bei rund 547 Punkten (blau markiert). Hier liegt das Hoch vom 13.02., welches der Stoxx600 dynamisch mit einer kleinen Aufwärtskurslücke überwinden konnte. Eine Korrektur bis auf diese Unterstützung wäre im März auf alle Fälle gesund. Denn ähnlich wie der DAX ist auch der Stoxx600 vor allem kurzfristig heiß gelaufen.
Bei der aktuell hohen Dynamik ist im März eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung nicht ausgeschlossen. Du solltest aber beachten, dass die Luft mit jedem Prozentpunkt Kursgewinn dünner wird und der Index immer anfälliger wird für eine kleine und möglicherweise scharfe Korrektur.
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Entwicklung der Inflation
Inflation in den USA
Die letzten Inflationsdaten aus den USA wurden am 12.02. veröffentlicht und beziehen sich auf die Preisentwicklung im Januar. Für den Januar lag die Inflationsrate in den USA bei 3,0%. Zum ersten Mal seit Juni 2024 liegt die Inflationsrate in den USA damit wieder bei 3,0%. Seit dem Tief der Inflationsrate im Oktober ist die Inflation damit nun das vierte Mal infolge gestiegen. Außerdem liegt die Inflationsrate mit 3,0% leicht über den erwarteten 2,9%.
Da verwundert es wenig, dass der S&P 500 am Tag der Veröffentlichung direkt mit einem Verlust von -1,0% in den Handel gestartet ist. Hält sich die Inflation jetzt hartnäckig auf diesem Niveau, wird es für die FED schwieriger weitere Zinssenkungen durchzuführen – und das ist letztlich ein Belastungsfaktor für die Aktienmärkte.
Verglichen mit Kursreaktionen in der Vergangenheit ist diese Entwicklung aber noch human. Als Reaktion auf die Inflationsdaten kam es auch schon öfter zu Kursausschlägen von +/-2%. Außerdem war der S&P 500 am selben Tag noch in der Lage einen Großteil der Verluste wieder auszugleichen. Die nächsten Inflationsdaten für die USA werden dann am 12.03. veröffentlicht.
Inflation in der Euro-Zone
Die finalen Inflationsdaten für die Euro-Zone für den Januar wurden am 24.02. veröffentlicht. In der Euro-Zone ist die Inflation im Januar erneut leicht gestiegen von 2,4% auf 2,5%. Die vorläufigen Inflationsdaten wurden bereits am 03.02. veröffentlicht und haben diesen Anstieg bereits prognostiziert. Eine Reaktion am Aktienmarkt gab es zur Bekanntgabe der Daten jedoch nicht. Das kann vor allem auch daran liegen, weil die Aktienmärkte am 03.02. ohnehin bereits mit großer Panik und damit großen Verlusten in den Handel gestartet sind. Über das Wochenende zuvor stieg die Angst vor einem Handelskrieg infolge der Zoll-Ankündigungen von US-Präsident Trump.
Am 03.03. wurden nun bereits die vorläufigen Inflationsdaten für den Februar veröffentlicht. Demnach liegt die Inflationsrate in der Euro-Zone bei 2,4%. Im Vergleich zum Vormonat liegt damit ein leichter Rückgang vor, erwartet wurde aber ein stärkerer Rückgang der Inflation auf 2,3%. Direkt zur Veröffentlichung der Daten um 11:00 Uhr gab es an den europäischen Aktienmärkten keine nennenswerte Reaktion. Die finalen Inflationsdaten für den Februar folgen dann am 19.03.
Was machen die Notenbanken?
Seitens der Zentralenbanken gibt es für den Februar wenig zu berichten. Sowohl bei der FED als auch bei der EZB gab es im Februar keinen Zinsentscheid. Auch sonst gab es relativ wenig Äußerungen der Notenbanker, sodass es diesbezüglich die letzten Wochen verhältnismäßig ruhig war.
Spannender wird es dafür nun aber im März. Am 06.03. steht der Zinsentscheid der EZB an und am 19.03. richten sich die Augen dann wieder auf die FED. Von der EZB wird eine weitere Zinssenkung um 0,25%-Punkte erwartet, was zur Folge haben würde, dass der Leitzins dann bei 2,50% läge.
Ohnehin werden von der EZB im laufenden Jahr deutlich mehr Zinsschritte erwartet als von der FED. Nachdem im Januar bereits eine Zinssenkung erfolgt ist, sollen es im laufenden Jahr vier bis fünf Zinssenkungen werden. Für Ende 2025 wird in der Euro-Zone aktuell von einem Leitzins zwischen 1,75% und 2,0% ausgegangen. Dass die EZB die Zinsen stärker senken kann als die FED liegt vor allem daran, weil sich die Inflation hier zurzeit auf einem leicht niedrigen Niveau befindet.
Bei der nächsten Zinssitzung der FED im März wird aktuell davon ausgegangen, dass der Leitzins unverändert zwischen 4,25% und 4,5% bleibt. Nach den Daten des FED Watch Tools liegt die Wahrscheinlichkeit dafür aktuell bei 93%. Im Vergleich zu vor einem Monat hat sich an der Erwartungshaltung auch wenig geändert. Auch damals lag die Wahrscheinlichkeit für einen sich nicht verändernden Leitzins bereits bei 86%. Das zeigt dir auch nochmal, dass es in Sachen Geldpolitik im Februar ruhig war.
Das FED-Watch Tool ist ein von der CME Group bereitgestelltes Model, das mithilfe von Futures-Kursen die Wahrscheinlichkeit für Zinsänderungen herleitet.
Am wahrscheinlichsten ist eine weitere Zinssenkung durch die FED erst auf der Notenbanksitzung im Juni. Die Wahrscheinlichkeit hierfür beträgt aktuell 77%. Hier hat sich die Lage im Vergleich zu vor einem Monat sogar noch etwas verbessert: Vor einem Monat lag die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im Juni bei nur 59%.
Die nächsten Termine der FED & EZB:
- Zinsentscheid der EZB: 06.03.2025 um 14:15
- Zinsentscheid der FED: 19.03.2025 um 19:00 (die USA sind dann bereits in der Sommerzeit, daher ist der Zinsentscheid für uns eine Stunde früher als sonst)
Berichtssaison
Im Vergleich zum Januar war die Berichtssaison im Februar deutlich ruhiger. Bis Ende Januar hatten bereits viele großen Unternehmen ihre Zahlen vorgelegt. Unter den Mega-Caps standen im Februar aber noch Alphabet, Amazon und vor allem Nvidia aus. Trotz größtenteils starker Zahlen haben die drei genannten Aktien als Reaktion auf Vorlage ihres Quartalsberichts am Folgetag deutliche Verluste verzeichnen müssen.
In der folgenden Tabelle bekommst du eine Übersicht über die wichtigsten Earnings aus dem Januar. Ist bei einem Datum ein Stern vermerkt, hat das Unternehmen seine Zahlen nach Börsenschluss an diesem Tag veröffentlicht.
Diese Entwicklung zeigt einfach nochmal, wie hoch die Erwartungen wieder einmal waren und dass bei Aktien, die die letzten Monate beziehungsweise zwei Jahre schon enorm gut gelaufen sind, das bloße Erfüllen der Erwartungen für weitere Kursgewinne einfach nicht ausreicht. Besonders deutlich war das wieder einmal bei Nvidia zu sehen, die trotz eines Gewinns und Umsatzes deutlich über den Erwartungen am Folgetag um -8,5% eingebrochen sind.
Anders das Bild dafür bei eher unspektakulären Aktien wie McDonald’s oder Coca-Cola. Im Falle von McDonald’s sind die Zahlen eher durchwachsen ausgefallen und trotzdem konnte die Aktie als Reaktion darauf Gewinne verzeichnen. Bei Walmart hingegen stand trotz starker Zahlen am Tag der Veröffentlichung ein Verlust von -6,5% zu Buche. Auch hier muss klar erwähnt werden, dass die Aktie die Monate zuvor bereits enorm gut gelaufen ist und die Erwartungshaltung insgeheim noch deutlich höher war.
Als Fazit aus der Berichtssaison lässt sich gemeinsam mit den Ergebnissen aus dem Januar sagen, dass vor allem die Aktien, die zuvor bereits stark gelaufen sind, tendenziell abgestraft wurden, wenn sie die Erwartungen nicht deutlich schlagen konnten. Da wir gerade bei einigen der Mega-Caps in den letzten Wochen größere Korrekturen gesehen haben, dürfte sich diese Situation aber bis zur nächsten Berichtssaison etwas entspannen.
Jetzt im März wird es in Sachen Berichtssaison ruhig. Im dritten Monat eines Quartals gibt es nur vereinzelt Unternehmen, die ihre Quartalszahlen offenlegen. Von dieser Seite gibt es im März also keine Impulse. Die nächste Berichtssaison startet dann Mitte April.
Kalender – anstehende Wirtschaftstermine
| Datum / Uhrzeit | Termin |
|---|---|
| 04.03. um 11:00 | Arbeitslosenquote Euro-Zone |
| 05.03. um 14:15 | ADP-Arbeitsmarktbericht |
| 05.03. um 16:00 | ISM Non-Manufacturing Index |
| 06.03. um 14:15 | EZB-Zinsentscheid |
| 07.03. um 11:00 | BIP Euro-Zone (Q4 2024 final) |
| 07.03. um 14:30 | US-Arbeitsmarktbericht |
| 10.03. um 08:00 | Industrieproduktion Deutschland |
| 12.03. um 13:30 | Inflation USA (Februar) |
| 13.03. um 13:30 | Produzentenpreise USA (Februar) |
| 14.03. um 08:00 | Inflation Deutschland (Februar final) |
| 14.03. um 16:00 | Uni Michigan Sentiment |
| 17.03. um 13:30 | Einzelhandelsumsätze USA |
| 18.03. um 11:00 | ZEW-Konjunkturerwartungen |
| 18.03. um 14:15 | Industrieproduktion USA |
| 19.03. um 11:00 | Inflation Euro-Zone (Februar final) |
| 19.03. um 19:00 | FED-Zinsentscheid |
| 21.03. um 16:00 | Verbrauchervertrauen Euro-Zone |
| 24.03. um 09:30 | Einkaufsmanagerindizes (PMI) Deutschland |
| 24.03. um 10:00 | Einkaufsmanagerindizes (PMI) Euro-Zone |
| 24.03. um 14:45 | Einkaufsmanagerindizes (PMI) USA |
| 25.03. um 10:00 | Ifo-Geschäftsklimaindex |
| 25.03. um 15:00 | Verbrauchervertrauen USA |
| 27.03. um 13:30 | BIP USA (Q4 2024 final) |
| 28.03. um 08:00 | Gfk-Verbrauchervertrauen |
| 27.02. um 08:55 | Arbeitslosenquote Deutschland |
| 28.03. um 13:30 | PCE (private Konsumausgaben) USA (Februar) |
| 31.03. um 14:00 | Inflation Deutschland (März vorläufig) |
| 01.04. um 11:00 | Inflation Euro-Zone (März vorläufig) |
| 01.04. um 16:00 | ISM Manufacturing-Index |
Fazit zur Marktanalyse März
Die europäischen Aktienmärkte haben ihre Stärke im Februar aufrecht erhalten und ihre Outperformance im laufenden Jahr zu den US-Indizes weiter ausgebaut. Wir sehen zwischen dem europäischen und dem amerikanischen Aktienmarkt gerade auf Sicht der letzten zwei bis drei Monate einen Performanceunterschied, wie es ihn in den letzten Jahren nur selten gab.
Die Schwäche der US-Indizes ist dabei vor allem auf größere Korrekturen bei den Mega-Caps zurückzuführen. Zu beachten ist außerdem, dass die US-Börsen vor allem 2023 und 2024 enorm gut gelaufen sind. Wir können also eher sagen, dass die US-Indizes so langsam auf den Boden der Tatsachen zurückkommen. Von einer Krise bei US-Aktien kann bei Weitem nicht gesprochen werden.
Bei all den angestellten Analysen muss fairerweise aber auch gesagt werden, dass die Aktienmärkte aktuell unberechenbar sind. Ein wesentlicher Faktor dabei ist US-Präsident Trump. Allein mit seinen Zoll-Ankündigungen hat er die Aktienmärkte im Februar gleich zwei Mal mächtig durchgerüttelt. Daher gilt auch für die kommenden Wochen und Monate, dass wir uns auf ein volatileres Marktumfeld einstellen sollten.
Beim S&P 500 und Nasdaq100 kommt es in den kommenden Tagen vor allem darauf an, dass die bereits erreichten Unterstützungsniveaus halten. Gelingt das, wäre das bereits als äußerst positives Zeichen zu werten.
Im März im Fokus stehen vor allem die Notenbanksitzungen der EZB und der FED. Neue Impulse kann es hier bereits am 06.03. von der EZB geben. Vor der nächsten FED-Sitzung am 19.03. richtet sich der Blick bereits auf die Daten zur US-Inflation, welche am 12.03. veröffentlicht werden. Neben diesen festen Terminen gilt aber ganz klar, dass das Niveau der Verunsicherung aktuell höher ist als noch vor einigen Wochen und deshalb gerade auch kurzfristig immer wieder unvorhersehbare größere Kursausschläge möglich sein können. Entscheidend ist, dass du dich davon nicht aus der Ruhe bringen lässt.
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