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Marktanalyse Juli

Titelbild zur Marktanalyse Juli

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Ziel der Marktanalyse Juli

In diesem Beitrag möchte ich dir meine Marktanalyse für die Aktienmärkte für den Juli vorstellen. Die letzten Wochen ist langsam wieder Ruhe in den Aktienmarkt eingekehrt. Dennoch ist zu beachten, dass die Zollthematik nicht vom Tisch ist. Auf dieses Thema werde ich auch nochmal eingehen.

Zunächst werfen wir in der Marktanalyse einen Blick auf die Performance der letzten Wochen und Monate. Außerdem untersuche ich mit dir in der Chartanalyse für die wichtigsten Indizes auf welche Kursniveaus es jetzt ankommt. Außerdem analysieren wir die Entwicklung der Inflation und die Geldpolitik. Ziel der Marktanalyse ist, dass du weißt, was du in den nächsten Wochen am Aktienmarkt erwarten kannst.

Performance-Rückblick

Index-Heatmap

Im Juni haben sich die Aktienmärkte uneinheitlich gezeigt. Während der deutsche und europäische Aktienmarkt eher seitwärts tendierten beziehungsweise leichte Verluste verbucht haben, konnten die US-Indizes und die asiatischen Börsen große Kurssteigerungen verzeichnen.

Der DAX beendet den Juni mit einem kleinen Verlust von -0,4% seitwärts, gleiches gilt für den MDAX. Stark zeigten sich das für Nebenwerte des SDAX mit einem Gewinn von +5,4%. Ein Blick auf den Stoxx600 zeigt, dass am europäischen Aktienmarkt im Juni nicht viel zu holen war. Der Stoxx600 gab um -1,3% nach.

Ganz anders sieht das Bild dafür in den USA aus: Der S&P 500 legte um +5,0% zu und der Nasdaq100 konnte um +6,3% steigen. Auf den ersten Blick sieht das natürlich nach einer tollen Performance aus. In deinem Depot wirst du davon aber vielleicht gar nicht so viel spüren. Das liegt daran, dass der US-Dollar im Verhältnis zum Euro auf einen besonders schwachen Monat zurückblickt und einen Verlust von -4,0% verzeichnet hat. Das bedeutet: In Euro umgerechnet ist der S&P 500 um gerade einmal +1,0% gestiegen.

Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im Juni
Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im Juni

Performance im Juni

Der Chart über den letzten Monat zeigt deutlich, dass die US-Indizes nahezu durchgehend im Monatsverlauf ihre Outperformance zum DAX und Stoxx50 ausbauen konnten. Als die europäischen Indizes Mitte des Monats den Rückwärtsgang eingelegt haben, hielten sich die US-Indizes relativ stabil. Bis zum Monatsende konnten der DAX und der Stoxx 50 ihre Verluste zwar zu einem großen Teil wieder ausgleichen, in dieser Phase zeigten sich aber auch der S&P 500 und Nasdaq100 stark, sodass hier am Ende des Monats ein dickes Plus zu Buche steht.

Auffällig am Monatschart ist ein kleiner Einbruch am 13.06., welcher auf den Konflikt zwischen dem Iran und Israel zurückzuführen ist. Infolge der Angriffe herrschte hier kurzzeitig Verunsicherung. Vor allem am europäischen Aktienmarkt waren in den folgenden Tagen eher Zurückhaltung und damit weitere Kursverluste zu beobachten. Grund zur Panik bestand aber nicht und wie die Performance bis zum Monatsende zeigt, war es auch genau richtig hier ganz entspannt zu bleiben.

Chart für die wichtigsten Aktienindizes im Juni
Chart für die wichtigsten Aktienindizes im Juni

Performance im letzten Jahr

Weiterhin führt der DAX den Performancevergleich über ein Jahr klar an und verzeichnet auf Jahressicht einen Zuwachs von +31%. Auch der MDAX hat seine Schwächephase inzwischen überstanden und schlägt sich mit +19% gut. Hier muss aber auch erwähnt werden, dass sowohl der DAX als auch der MDAX Performanceindizes sind und Dividenden mitberücksichtigen. Gerade der DAX würde auf Jahressicht aber auch als Kursindex eine deutliche Outperformance vorweisen können.

Der Nasdaq100 kommt auf Jahressicht auf einen Gewinn von +15% und der S&P 500 auf +13%. Damit lassen die US-Indizes den europäischen Aktienmarkt (Stoxx600) mit +5% deutlich hinter sich. Die zwischenzeitliche Stärke europäischer Aktien ist damit wieder verpufft. Das bestätigt auch nochmal, dass an US-amerikanischen Aktien langfristig einfach kein Weg vorbei führt, auch wenn europäische Aktien über einzelne Monate mal besser performen. Lediglich der DAX sticht hier aktuell positiv hervor.

Performance für die wichtigsten Indizes über die letzten 12 Monate
Performance für die wichtigsten Indizes über die letzten 12 Monate

Blick auf die Volatilität: VIX

Zu Beginn des Monats ist an den Aktienmärkten wieder Ruhe eingekehrt. Bis zum 11.06. fiel der VIX auf einen Stand von rund 17, was ein entspanntes und wenig volatiles Marktumfeld beschreibt. Infolge des Konflikts zwischen dem Iran und Israel gab es zur Monatsmitte einen kleinen Anstieg des VIX bis auf ein Niveau von 22 Punkten.

Ein VIX von über 20 steht für ein leicht angespanntes Marktumfeld. Verglichen mit den Anstiegen des VIX, die wir in den Monaten zuvor gesehen haben, war die Lage im Juni aber vergleichsweise ruhig. Bis zum Monatsende haben sich die Aktienmärkte dann auch wieder schnell beruhigt, sodass wir uns nun wieder auf einem Niveau mit geringer Volatilität befinden.

Wie ich in meinen letzten Marktanalysen aber auch immer wieder geschrieben habe, ist es durchaus wahrscheinlich, dass wir im weiteren Verlauf des Jahres nochmal größere Anstiege bei der Volatilität sehen können. Aber allein die letzten Monate zeigen dir hier: Cool bleiben hat sich ausgezahlt. Auch wenn es kurzfristig zu größeren Kurseinbrüchen kommt, war es stets am besten nicht panisch zu reagieren, da wir schnell wieder eine Entspannung gesehen haben.

Der VIX ist der Volatilitätsindex auf den S&P 500 und gibt Auskunft über die erwartete Schwankung des S&P 500 in den nächsten 30 Tagen. Berechnet wird der VIX auf Basis von Optionspreisen von der CBOE.

Entwicklung des VIX - Stand 01.07.2025
Entwicklung des VIX - Stand 01.07.2025

Tops & Flops im Juni

Für den deutschen Aktienmarkt werden die 100 Aktien des HDAX betrachtet, für die USA analysieren wir die Aktien des Nasdaq100 und für den europäischen Aktienmarkt betrachten wir die Aktie des Stoxx Europe 50.

Top/Flop Aktien aus dem HDAX (Deutschland)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im Juni 2025
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im Juni 2025

Top/Flop Aktien aus dem Nasdaq100 (USA)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im Juni 2025
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im Juni 2025

Top/Flop Aktien aus Europa (Stoxx Europe 50)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im Juni 2025
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im Juni 2025

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Performance einzelner Branchen

Für die Analyse zyklischer und defensiver Sektoren werden die Branchenindizes des S&P 500 und Stoxx600 betrachtet. Die zyklischen Sektoren haben im Juni einen Gewinn von +1,5% verzeichnet, während die defensiven um +0,9% steigen konnten. Hier sind also keine großen Unterschiede zu erkennen.

Vielmehr sind innerhalb beider Gruppen große Differenzen ersichtlich. Die zyklischen Sektoren werden vor allem vom Sektor der Technologieaktien getragen, welcher um +5,4% zulegen konnte. Das zeigt, dass Tech-Aktien nach einer längeren Durststrecke nun wieder voll auf Kurs sind. Im Krisenmodus befinden sich hingegen die nichtzyklischen Konsumgüter (Basiskonsumgüter) mit einem Verlust von -4,0%.

Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im Juni
Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im Juni

Was die Märkte aktuell besonders bewegt

In den letzten Wochen haben die Aktienmärkte das Thema Zölle kaum noch beachtet. Nach der Ankündigung umfangreicher Zölle seitens der USA sind die Aktienmärkte Anfang April stark eingebrochen. Nur wenige Tage später hat US-Präsident Trump die Zölle für 90 Tage ausgesetzt, was zu einer genau so dynamischen Gegenbewegung geführt hat.

Für den Juni war bereits zu erwarten, dass es hier nun neue Meldungen gibt. Schließlich läuft die 90-tägige Zollpause am 09.07. aus. Bislang gab es hier aber keine neuen Entwicklungen. Es ist nun äußerst wahrscheinlich, dass es bis zum 09.07. nochmal eine neue Ankündigung geben wird. Dass diese Ankündigung in die Richtung gehen wird, dass die Zölle nun doch in Kraft treten ist äußerst unwahrscheinlich.

Wie ich in meinen beiden letzten Marktanalysen auch schon betont habe, wird das Ziel von US-Präsident Trump nicht darin bestehen die Wirtschaft und damit den Aktienmarkt vor die Wand zu fahren. Außerdem wird er nicht die Inflation in die Höhe treiben wollen. Hohe Zölle würden aber genau dazu führen. Stattdessen ist davon auszugehen, dass Trump einen Deal anstrebt, der für alle Seiten vorteilhaft ist.

Bis wir das Thema Zölle komplett hinter uns lassen können, dürfte es wohl aber noch etwas dauern. In den kommenden Wochen kann sich diesbezüglich von einem Tag auf den anderen auch viel von der Nachrichtenseite her tun, sodass dich kurzfristig starke Schwankungen nicht überraschen dürfen. Ein Crash ähnlich wie Anfang April halte ich aber für ausgeschlossen. Die Aktienmärkte kennen Trumps Spielchen nun und werden darauf kein zweites Mal reinfallen.

Neben den Zöllen beschäftigt die Aktienmärkte aktuell aber auch die angespannte Lage im Nahen Osten. Der Konflikt zwischen dem Iran und Israel hat die Aktienmärkte im Juni kurzzeitig verunsichert. Auch der Eingriff der USA sorgte kurzzeitig für eine angespannte Situation. Auch hier sehen wir die kommenden Wochen einen Faktor, der die Märkte beeinflussen kann. Und auch hier gilt, dass die Nachrichtenlage und plötzliche Entwicklungen in kurzer Zeit zu größeren Schwankungen am Aktienmarkt führen können.

Sowohl auf die Zollthematik als auch die Entwicklungen im Iran-Israel-Konflikt können wir uns aber nicht wirklich vorbereiten. Es wäre falsch jetzt größere Teile Aktien zu verkaufen nur aus Angst, dass aus einem dieser beiden Themen zwischenzeitliche Verluste am Aktienmarkt entstehen können. Wichtig ist einfach nur, dass du diese beiden externen Faktoren im Auge behältst.

Chartanalyse - Marktanalyse Juli

Chartanalyse für den DAX

Chartanalyse für den DAX (Stand 01.07.2025)
Chartanalyse für den DAX (Stand 01.07.2025)

Im Juni hat der DAX in der ersten Monatshälfte eine äußerst wichtige Korrektur vollzogen. Diese reichte in den grün markierten Unterstützungsbereich 1 zwischen 23.030 und 23.475 Punkten. Das Tief dieser Korrektur lag leicht unter dem ursprünglichen Unterstützungsbereich. Dieser reichte zuvor nur bis etwa 23.200 Punkte. Da sich der DAX hier aber schnell gefangen hat, wurde diese Supportzone nun nach unten etwas erweitert. Dieser Bereich stellt nun auch für den Juli die erste wichtige Unterstützung dar. Mit einer Korrektur in diese Zone solltest du im Juli auf jeden Fall rechnen.

Da der DAX im Juni tendenziell seitwärts lief, fällt der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt nun auch nicht mehr so hoch aus wie vor einem Monat. Vor einem Monat lag der DAX 16%-Punkte über seiner 200-Tage-Linie. In meiner letzten Marktanalyse habe ich davon gesprochen, dass der DAX damit nun überhitzt ist und eine kurzfristige Seitwärtsbewegung gesund wäre. Genau das haben wir nun auch gesehen. Aktuell notiert der DAX zwar noch immer 11% über seinem 200-Tage-Durchschnitt, was nach wie vor nicht wenig ist. Eine kritische überhitzte Situation ist aber nicht mehr vorhanden.

Ideal wäre für den DAX eine Korrektur in den ersten grün markierter Unterstützungsbereich und ausgehend davon ein erneutes Ansteuern seines Allzeithochs von etwa 24.500 Punkten. Auch neue Allzeithochs sind im Juli durchaus möglich.

Ein Bruch der ersten grün markierten Unterstützungszone wäre auch kein Problem. Dann findet der DAX bei rund 22.200 Punkten (hellblau) einen weiteren Support. Ein Rückgang im Juli bis auf dieses Niveau ist zwar unwahrscheinlich, wäre aber auch nicht kritisch. Erst Unterhalb von dem grün markierten Unterstützungsbereich 2 zwischen (21.440 und 21.800 Punkten) würde sich das charttechnische Bild deutlich eintrüben.

Chartanalyse für den S&P 500

Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 01.07.2025)
Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 01.07.2025)

Der S&P 500 war im Juni absolut im Rallyemodus und konnte dabei sogar sein Allzeithoch von bisher 6.150 Punkten (rot markiert) überwinden. Noch müssen wir die nächsten Tage hier aber abwarten, ob es dem S&P 500 gelingt sich nachhaltig auf diesem Niveau zu festigen. Optimal wäre für die kommenden Tage eine kleine Korrektur in den rot markierten Bereich zwischen 6.100 und 6.150 Punkten. Hält der Index dieses Niveau und setzt seinen Aufwärtstrend dann weiter fort, ist der ehemalige Widerstand als Unterstützung bestätigt.

Nach der starken Rallye ausgehend von dem Tief Anfang April wäre aber auch eine etwas größere Korrektur unproblematisch. Erste Zielzone hierfür ist das Niveau von 5.970 Punkten (blau markiert). Hier liegt das Tief der Seitwärtsbewegung von Mitte des Monats sowie das Hoch der Rallye bis Mitte Mai. Ein Rücksetzer bis auf dieses Niveau wäre alles andere als kritisch.

Besonders wichtig ist der erste grün markierte Unterstützungsbereich zwischen 5.790 und 5.875 Punkten. Hier liegen diverse Hoch- und Tiefpunkte aus dem letzten Jahr. Außerdem verläuft auf diesem Niveau die 200-Tage-Linie. Mit einem Rückgang bis in diesen Bereich ist im Juli nur zu rechnen, wenn es von der Nachrichtenseite negative Meldungen gibt. Ein Bruch dieser Unterstützung würde die charttechnische Situation wieder deutlich verschlechtern und die Aufwärtsdynamik wäre vorerst verpufft.

Dieses Szenario ist aktuell aber unwahrscheinlich. Im Optimalfall festigt der S&P 500 nun sein aktuelles Niveau und vollzieht im Laufe des Monats eine Korrektur maximal auf knapp unter 6.000 Punkte. Auch wenn der Anstieg die letzten Tage bereits sehr dynamisch verlief, ist nach oben noch etwas Luft. Noch notiert der S&P 500 nur 6% über seiner 200-Tage-Linie. Hier haben wir vor allem 2024 schon deutlich größere Abstände gesehen. Bleiben negative Nachrichten aus, spricht nichts gegen eine Fortsetzung der Rallye der letzten Wochen.

Chartanalyse für den Nasdaq100

Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 01.07.2025)
Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 01.07.2025)

Auch der Nasdaq100 war im Juni in der Lage ein neues Allzeithoch zu markieren. In meiner letzten Marktanalyse hatte ich Kurse leicht oberhalb seines bisheriges Allzeithochs als mögliches Ziel in Aussicht gestellt. Das Niveau des bisherigen Allzeithochs von rund 22.130 Punkten (blau) kann nun als erste Unterstützung dienen.

Für den Juli solltest du aber auch eine weitere Korrektur bis auf das Tief der Seitwärtsbewegung aus Mitte Juni bei rund 21.500 Punkten (orange) einkalkulieren. Das bedeutet nicht, dass wir solch eine Korrektur sehen müssen, ein Rückgang in dieser Größenordnung wäre aber alles andere als kritisch.

Erst bei Kursen unterhalb des grün markierten Unterstützungsbereich zwischen 20.300 bis 20.700 Punkten wäre die aktuelle Dynamik gebrochen. Wie bereits beim S&P 500 erwähnt ist dieses Szenario aktuell aber sehr unwahrscheinlich.

Nachdem der Nasdaq100 vor allem die letzten Tage eine starke Rallye verzeichnet hat, wäre in den ersten Tagen im Juli nun eine kleine Konsolidierung gesund. Wenn dabei das Niveau von 22.130 Punkten (blau) hält, wäre das optimal. Ausgehend davon ist der Nasdaq100 durchaus in der Lage noch ein paar Prozent zu steigen, bevor eine überhitzte Situation entsteht.

Chartanalyse für den Stoxx600

Chartanalyse für den Stoxx600 (Stand 01.07.2025)
Chartanalyse für den Stoxx600 (Stand 01.07.2025)

Anders als der DAX, S&P 500 und Nasdaq100 sieht die Situation beim Stoxx600 nicht ganz so bullisch aus. Der Stoxx600 war im Juni nicht in der Lage sein Allzeithoch anzugreifen. Stattdessen haben wir eine Korrektur in die Nähe der grün markierten Unterstützung zwischen 525 und 530 Punkten gesehen. In meiner letzten Marktanalyse hatte ich auch erwähnt, dass du mit einer Korrektur in dieser Größenordnung rechnen solltest.

Auch im Juli ist es wichtig, dass sich der Stoxx600 über diesem Unterstützungsbereich hält, andernfalls droht der Übergang in eine leichte Abwärtsbewegung. Dann wäre außerdem auch der 200-Tage-Durchschnitt unterschritten.

Dass der Stoxx600 zuletzt etwas an Dynamik verloren hat, zeigt auch die Tatsache, dass das letzte Hoch von Ende Juni unterhalb des vorherigen Hochs liegt. Hier hat der Stoxx600 bei rund 544 Punkten (grau markiert) an seinem Tief von Anfang des Monats wieder nach unten gedreht. Damit der Angriff auf das letzte markante Hoch bei rund 556 Punkten (blau) gelingen kann, muss der Bereich von 544 Punkten (grau) daher zunächst überwunden werden. Das dürfte im Juli auch kein Problem für den Stoxx600 sein. Dann ist ein Angriff auf das letzte Hoch bei 556 Punkten durchaus realistisch.

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Entwicklung der Inflation

Inflation in den USA

Die letzten Inflationsdaten aus den USA wurden am 11.06. veröffentlicht und beziehen sich auf die Preisentwicklung im Mai. Für den Mai lag die Inflationsrate in den USA bei 2,4%. Damit ist die Inflation im Vergleich zum Vormonat wieder leicht gestiegen. Im April lag die Inflationsrate bei 2,3%. Allerdings wurde ein stärkerer Anstieg auf 2,5% erwartet. Wichtig ist hier vor allem, dass die Inflationsrate unter den Erwartungen lag. Eine größere Kursreaktion darauf gab es am Aktienmarkt allerdings nicht.

Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre

Die letzten Monate pendelt sich die Inflationsrate in den USA auf einem Niveau knapp unterhalb von 2,5% ein. Die Inflationsrate zeigt sich also stabil. Dennoch ist davon auszugehen, dass die FED bei ihren weiteren Zinsentscheidungen hier vorsichtig vorgehen wird. Die Inflationsrate liegt gerade so im Zielbereich und eine zu starke Lockerung der Geldpolitik könnte die Inflationsrate wieder zu stark steigen lassen. Mehr zu Geldpolitik folgt im weiteren Verlauf dieser Marktanalyse. Die nächsten Inflationsdaten für die USA werden am 15.07. veröffentlicht.

Inflation in der Euro-Zone

Die finalen Inflationsdaten für die Euro-Zone für den Mai wurden am 18.06. veröffentlicht. Die Inflationsrate ist von 2,2% im Vormonat auf 1,9% gefallen. Mit solch einem Rückgang der Inflationsrate wurde bereits bei den vorläufigen Daten gerechnet, welche am 03.06. veröffentlicht wurden. Als Reaktion darauf konnte der europäische Aktienmarkt (Stoxx600) einen kleinen Kursanstieg von etwa +0,4% verzeichnen.

Nach den vorläufigen Daten für den Juni, welche am 01.07. veröffentlicht wurden, soll die Inflationsrate in der Euro-Zone aber wieder leicht gestiegen sein auf nun 2,0%. Die Inflationsrate in der Euro-Zone liegt bereits seit Monaten stabil auf einem Niveau von knapp über 2% und erfüllt somit das Ziel der EZB. Die nächsten Daten zur Inflationsrate in der Euro-Zone werden am 17.07. veröffentlicht.

Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre

Was machen die Notenbanken?

Im Juni gab es sowohl einen Zinsentscheid der FED als auch einen der EZB. Den Anfang machte die EZB am 05.06. Im Vorfeld des Zinsentscheids der EZB wurde bereits damit gerechnet, dass die EZB den Leitzins weiter senken wird. Und genau so kam es auch: Die EZB hat den Leitzins auf nun 2,0% gesenkt. Damit liegt der Leitzins nun wieder auf dem Niveau von Anfang 2023.

Für die nächste Zinssitzung der EZB Ende Juli gab Notenbankchefin Lagarde noch keine Prognose zur weiteren Zinsentwicklung ab. Ein gutes Zeichen im Rahmen der EZB-Sitzung war, dass die EZB ihre Inflationsprognose gesenkt hat. Für das laufende Jahr erwartet die EZB eine Inflationsrate von durchschnittlich 2,0% und für das kommende Jahr eine von 1,6% – das sind jeweils 0,3%-Punkte weniger als in der letzten Prognose angenommen. Die rückläufige Inflationserwartung ist quasi der Grundstein für weitere Zinssenkungen.

In Sachen Geldpolitik ist der Blick auf die FED aber in der Regel relevanter. Den Zinsentscheid der FED gab es am 18.06. Der eigentliche Zinsentscheid war aber weniger interessant, weil es im Vorfeld bereits als sicher galt, dass die FED den Leitzins erneut nicht antasten wird. Und so kam es auch: Der Leitzins in den USA liegt weiterhin in einer Spanne zwischen 4,25% und 4,50%.

Wichtiger war erneut der Ausblick auf die Geldpolitik für das laufenden Jahr. Hier betonte FED-Chef Powell, dass die Zinsen im laufenden Jahr noch um 0,5%-Punkten sinken sollen. Neben dieser Zinsprojektion gab die FED außerdem eine aktualisierte Prognose zur Entwicklung der Inflation und der Wirtschaft in den USA ab.

Die Inflationserwartungen hat die FED leicht angehoben. Für das laufende Jahr rechnet die FED mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von 3,0%. Im März lag diese Schätzung noch bei 2,7%. Auf der anderen Seite reduzierten die FED ihre Wachstumsprognose für die US-Wirtschaft für das laufende Jahr auf 1,4%. Im März ist die FED noch von einem Wirtschaftswachstum von 1,7% ausgegangen. Während ein geringeres Wirtschaftswachstum für stärkere Zinssenkungen spricht, würde eine stärker anziehende Inflation dies eher verhindern.

Entwicklung der Leitzinsen in den USA und der Euro-Zone
Entwicklung der Leitzinsen in den USA und der Euro-Zone

Auch für die kommende Notenbanksitzung der FED Ende Juli wird aktuell noch nicht von einer Zinssenkung ausgegangen. Laut den Daten des FED-Watch-Tools liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung bei nur 21%. Über die letzten Wochen hat sich daran auch nicht viel geändert. Auch vor einem Monat lag die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im Juli bei nur etwa 25%.

Anders sieht die Lage dafür jedoch bei der dann folgenden Zinssitzung im September aus. Hier liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung aktuell bei 93%. Vor einem Monat betrug diese Wahrscheinlichkeit nur 72%. Die Märkte stellen sich hier also so langsam auf den lange ersehnten nächsten Zinsschritt ein.

Das FED Watch Tool ist ein von der CME Group bereitgestelltes Analysemodell, was auf Basis von Futures-Kursen die Wahrscheinlichkeit für künftige Leitzinsentscheidungen berechnet.

Vergleichen wir die Geldpolitik der EZB mit der FED fällt auf, dass die EZB die letzten Monate mehrere Zinssenkungen durchgeführt hat, während die FED ihren Leitzins konstant gehalten hat. Das Zinsniveau in den USA liegt mit aktuell 4,25% bis 4,50% deutlich höher als das in der Euro-Zone (Leitzins von 2,0%).

In solch einem Umfeld ist es üblich, dass die Währung des Landes mit dem höheren Zinssatz und den weniger fallenden Zinsen eher aufwertet, weil das Geld in diesen Währungsraum fließt. Das würde also bedeuten, dass der US-Dollar aufgrund der höheren Zinsen eher zulegen müsste. Wir sehen aktuell aber genau das Gegenteil. Während das Umfeld der Geldpolitik eigentlich für einen starken US-Dollar sprechen müsste, liegt es vor allem am Zick-Zack-Kurs von US-Präsident Trump und dem sinkenden Vertrauen in die USA, dass der US-Dollar zuletzt solch eine Schwäche verzeichnet hat.

Die nächsten Termine der FED & EZB:

Berichtssaison

Im dritten Monat eines Quartals ist es im Rahmen der Berichtssaison sehr ruhig. Im Juni gab es kaum größere Unternehmen, die ihre Zahlen vorgelegt haben und von denen eine Auswirkung auf den Gesamtmarkt hätte ausgehen können.

Interessant wird es dafür wieder ab Mitte Juli, wenn die nächste Berichtssaison am 15.07. mit den Quartalszahlen der Banken beginnt (unter anderem JP Morgan und Goldman Sachs). Die Schwergewichte des S&P 500 folgen dann gegen Ende des Monats (hierzu gehören unter anderem Apple, Amazon, Microsoft, Alphabet und Meta). Die Entwicklung der Quartalsergebnisse kann dann auch wieder Auswirkung auf den Gesamtmarkt haben. Speziell in der zweiten Monatshälfte wird daher wieder der Blick auf die Berichtssaison interessant.

Kalender – anstehende Wirtschaftstermine

Datum / Uhrzeit Termin
02.07. um 14:15 ADP-Arbeitsmarktbericht
03.07. um 14:30 US-Arbeitsmarktbericht (Juni)
03.07. um 16:00 ISM Non-Manufacturing Index
07.07. um 08:00 Industrieproduktion Deutschland
11.07. um 08:00 Inflation Deutschland (Juni final)
15.07. um 11:00 Industrieproduktion Euro-Zone
15.07. um 11:00 ZEW-Konjunkturerwartungen
15.07. um 14:30 Inflation USA (Juni)
16.07. um 14:30 Produzentenpreise USA (Juni)
16.07. um 15:15 Industrieproduktion USA
17.07. um 11:00 Inflation Euro-Zone (Juni final)
17.07. um 14:30 Einzelhandelsumsätze USA
23.07. um 16:00 Verbrauchervertrauen Euro-Zone
24.07. um 08:00 Gfk-Verbrauchervertrauen
24.07. um 09:30 Einkaufsmanagerindizes (PMI) Deutschland
24.07. um 10:00 Einkaufsmanagerindizes (PMI) Euro-Zone
24.07. um 14:15 EZB-Zinsentscheid
24.07. um 15:45 Einkaufsmanagerindizes (PMI) USA
25.07. um 10:30 Ifo-Geschäftsklimaindex
29.07. um 16:00 Verbrauchervertrauen USA
30.07. um 10:00 BIP Deutschland (Q2 Schätzung)
30.07. um 11:00 BIP Euro-Zone (Q2 Schätzung)
30.07. um 14:15 ADP-Arbeitsmarktbericht
30.07. um 14:30 BIP USA (Q2 Schätzung)
30.07. um 20:00 FED-Zinsentscheid
31.07. um 14:00 Inflation Deutschland (Juli vorläufig)
31.07. um 14:30 PCE (private Konsumausgaben) USA (Juni)

Fazit zur Marktanalyse Juli

Im Juni haben sich die Aktienmärkte relativ ruhig gezeigt. Auch der Israel-Iran-Konflikt konnte nur kurzzeitig für Verunsicherung sorgen. Das Thema Zölle hat im Juni nahezu keine Rolle gespielt und das, obwohl die von US-Präsident Trump Mitte April angekündigte Aussetzung der Zölle in wenigen Tagen (am 09.07.) endet. Daher ist für den Juli davon auszugehen, dass wir uns mit diesem Thema wieder beschäftigen müssen.

Nachdem die Volatilität zuletzt wieder niedriger war, kann das Thema Zölle nun wieder für mehr Bewegung sorgen. Ein Crash ähnlich wie Anfang April ist aber nahezu ausgeschlossen. Da die Wahrscheinlichkeit aber hoch ist, dass es neue Entwicklungen in der Zollthematik gibt, solltest du darauf aber vorbereitet sein und dich auch von kurzfristig größeren Schwankungen nicht verunsichern lassen.

Mit Blick auf die Zentralbanken ist im Juli mit keinen neuen Impulsen zu rechnen. Die FED tagt erst Ende des Monats wieder und eine Zinssenkung scheint eher im September wahrscheinlich. Was dafür wieder als neuer Impulsgeber auf die Agenda tritt ist die Berichtssaison. Diese startet Mitte Juli mit den US-Großbanken. Ende Juli legen mit Microsoft, Apple und Co. dann einige der Schwergewichte ihre Zahlen vor. Die Kursreaktionen bei den Aktien können dann auch die Richtung am Gesamtmarkt beeinflussen.

Zuletzt haben wir vor allem bei den US-Indizes große Kurssteigerungen gesehen. Von einer Überhitzung kann hier allerdings noch nicht gesprochen werden. Weiter steigende Kurse sind im Juli daher durchaus möglich, ein freundliches Nachrichtenumfeld vorausgesetzt. Abschließend aber auch nochmal der Hinweis: Wenn dein Depot aktuell noch nicht im Rallyemodus ist, obwohl die US-Indizes neue Allzeithochs markiert haben, ist das ganz normal. Schuld daran ist der zuletzt schwache US-Dollar. Der führt dazu, dass die Rendite von US-Aktien umgerechnet in Euro eher überschaubar ausfällt.

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