Ziel der Marktanalyse Januar
In diesem Beitrag möchte ich dir meine Marktanalyse für die Aktienmärkte für den Januar vorstellen. In der Marktanalyse werfen wir zunächst einen Blick auf die Performance der letzten Wochen und Monate. Anschließend gehe ich mit dir auf die wichtigsten Faktoren ein, die die Märkte aktuell bewegen. Außerdem untersuche ich mit dir in der Chartanalyse für die wichtigsten Indizes auf welche Kursniveaus es jetzt ankommt. Danach werfen wir auch noch einen Blick auf die Geldpolitik. Ziel der Marktanalyse ist, dass du weißt, was du in den nächsten Wochen am Aktienmarkt erwarten kannst.
Performance-Rückblick
Index-Heatmap
Die Aktienmärkte sind im Dezember ihrem Ruf eines freundlichen Jahresausklangs zumindest in Europa gerecht geworden und konnten moderate Gewinne verzeichnen. Insgesamt verlief der Monat aber recht unspektakulär. Der DAX beendet den Dezember mit einem Gewinn von +2,7%, der MDAX kommt auf einen etwas geringeren Zuwachs von +2,3%.
Die US-Börsen tendierten hingegen eher seitwärts: Der S&P 500 beendete den Dezember unverändert und der Nasdaq100 hat einen kleinen Verlust von -0,7% verzeichnet. Der europäische Aktienmarkt (Stoxx600) liegt mit +2,7% auf dem Niveau des DAX.
Performance im Dezember
Der Dezember verlief recht ruhig und verglichen mit anderen Monaten in diesem Jahr sehen wir hier auch keine größeren Ausschläge. Tendenziell zeigten sich der DAX und der Stoxx50 den Monatsverlauf über etwas freundlicher. Die US-Börsen haben zu Beginn der zweiten Monatshälfte einen kleinen Rücksetzer verkraften müssen, konnten bis zum Monatsende ihre Verluste aber wieder ausgleichen. Auf Monatssicht schließen die europäischen Indizes aber besser ab, was vor allem an einer höheren Stabilität zur Monatsmitte liegt.
Performance im letzten Jahr
Der Performance-Chart Ende Dezember für das letzte Jahr entspricht nun auch der Performance des gesamten Jahres 2025. Am Ende des Jahres liegen die wichtigsten Indizes dann doch ziemlich nah beieinander, obwohl es im Jahresverlauf hier zwischenzeitlich mal zu größeren Abweichungen gekommen ist.
Der DAX beendet das Jahr 2025 mit einem Gewinn von rund +23%. Auch der MDAX zeigt sich mit +20% stark. Die Schwäche der Vorjahre hat der MDAX damit nun hinter sich gelassen. Zu beachten ist aber, dass der DAX und MDAX als Performanceindizes Dividenden mitberücksichtigen, was bei den anderen drei Indizes nicht der Fall ist. Der Stoxx600 liegt mit +17% auf dem Niveau des S&P 500, der ebenfalls um +17% steigen konnte. Der Nasdaq100 konnte mit +20% etwas besser abschneiden.
Vor allem in der ersten Jahreshälfte klafft die Performance doch deutlich weiter auseinander. Hier zeigten sich vor allem der deutsche und europäische Aktienmarkt stark, während die US-Börsen etwas unter Druck geraten sind. Seit Juni drehte sich das Bild dann aber: Die US-Indizes haben deutliche Gewinne verzeichnet, während der DAX, MDAX und Stoxx600 zeitweise den Rückwärtsgang eingelegt haben und ihr Niveau eher versuchten zu verteidigen.
Am Ende des Jahres liegen die Indizes nun größtenteils gleichauf. Dennoch gilt es hier eines zu betonen: Die US-Indizes werden in USD betrachtet und können hier gut abschneiden. Aufgrund eines äußerst schwachen US-Dollars in den ersten Monaten des Jahres fällt die Performance in Euro aber deutlich schlechter aus. Der US-Dollar hat im Vergleich zum Euro im Jahr 2025 um -14% eingebüßt. Eine Rendite von +17% beim S&P 500 in USD entspricht in Euro somit nur +3%.
Blick auf die Volatilität: VIX
Dass wir im Dezember ein sehr ruhiges Marktumfeld gesehen haben, wird auch beim Blick auf den VIX deutlich. Im Dezember lag der VIX durchgehend unter dem Niveau von 20 Punkten, was allgemein für ein ruhiges Marktumfeld steht. Aktuell notiert der VIX sogar bei nur 14,5 Punkten. Über die Weihnachtsfeiertage waren aber auch schon die letzten Jahre eher geringe Schwankungen zu beobachten, sodass das nun nicht wirklich überrascht.
Nachdem wir im Oktober und November aber gleich zwei Mal mit erhöhter Volatilität und einem VIX von über 25 konfrontiert waren, fügt sich ein ruhigeres Marktumfeld im Dezember hier nun auch gut ein.
Für den Jahresbeginn gilt es nun aber zu beachten, dass die Uhren neu gestellt werden. Nur weil wir die letzten Wochen also sehr geringe Schwankungen gesehen haben, heißt das natürlich nicht, dass wir mit solch einer Gelassenheit auch ins neue Jahr starten. Ein VIX von nur 14 Punkten wird den Januar über sicherlich nicht zu halten sein und etwas größere Schwankungen als die letzten Wochen dürfen dich nicht überraschen.
Der VIX ist der Volatilitätsindex auf den S&P 500 und gibt Auskunft über die erwartete Schwankung des S&P 500 in den nächsten 30 Tagen. Berechnet wird der VIX auf Basis von Optionspreisen von der CBOE.
Tops & Flops im Dezember
Für den deutschen Aktienmarkt werden die 100 Aktien des HDAX betrachtet, für die USA analysieren wir die Aktien des Nasdaq100 und für den europäischen Aktienmarkt betrachten wir die Aktie des Stoxx Europe 50.
Top/Flop Aktien aus dem HDAX (Deutschland)
Top/Flop Aktien aus dem Nasdaq100 (USA)
Top/Flop Aktien aus Europa (Stoxx Europe 50)
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Performance einzelner Branchen
Für die Analyse zyklischer und defensiver Sektoren werden die Branchenindizes des S&P 500 und Stoxx600 betrachtet. Hier sind überraschend große Abweichungen zu sehen. Während die zyklischen Sektoren einen Gewinn von +2,4% verzeichnen konnten, haben die defensiven Sektoren mit -1,0% den Rückwärtsgang eingelegt.
Für derart geringe Schwankungen, die wir im Dezember gesehen haben, ist eine so große Abweichung zwischen zyklischen und defensiven Sektoren eher ungewöhnlich. Unter den zyklischen Sektoren zieht vor allem das Finanzwesen mit +4,7%. Der große Technologiesektor hielt sich mit +0,6% hingegen eher zurück. Unter den defensiven Sektoren konnte nur das Gesundheitswesen den Monat positiv beenden mit einem kleinen Gewinn von +0,5%.
Was die Märkte aktuell besonders bewegt
In meinen letzten Marktanalysen habe ich an dieser Stelle die unterschiedlichsten Themen aufgegriffen. Sei es der Zoll-Streit, der Shutdown in den USA oder auch die Ende November noch relativ hohe Verunsicherung. All das war im Dezember an den Börsen aber kein Thema. Entsprechend kann ich mich an dieser Stelle kurz fassen.
Stattdessen möchte ich einfach auf zwei Themen schauen, die uns auch im neuen Jahr nicht loslassen werden. Das ist zum einen die Geldpolitik der FED (auf die ich aber später noch eingehe) und zum anderen die Zoll-Thematik in den USA. Die Geldpolitik der FED hat die Märkte dieses Jahr bewegt und es gibt wenig Zweifel daran, dass die geldpolitischen Entscheidungen auch im kommenden Jahr ein wesentlicher Taktgeber für die Märkte sein werden.
Genau so bleibt das Thema Zölle auch weiterhin allgegenwärtig. Die letzten Monate gab es hierzu zwar kaum neue Entwicklungen, wir haben das Jahr 2025 über aber gesehen, wie stark einzelne Äußerungen von US-Präsident Trump die Aktienmärkte treiben können. Derartige Verwerfungen, wie wir sie Anfang April 2025 gesehen haben, sind hier sicherlich nicht mehr zu erwarten. Dennoch sollten wir auch 2026 damit rechnen, dass es Updates zu den Zöllen geben wird und spurlos an den Aktienmärkten vorbeigehen werden solche News sicherlich auch nicht.
Chartanalyse - Marktanalyse Januar
Chartanalyse für den DAX
Der DAX hat sich im Dezember seinem Allzeithoch wieder angenähert und konnte bis an den Widerstandsbereich zwischen 24.500 und 24.700 Punkten (rot markiert) steigen. Einen Anstieg bis in die Nähe seines Allzeithochs habe ich in meiner letzten Marktanalyse auch als im Rahmen des Möglichen angesehen. Wie da aber auch schon erwähnt, fehlt es aktuell einfach an Dynamik deutlich aus der Seitwärtsbewegung der letzten Monate auszubrechen.
Die wichtigste Unterstützung für die kommenden Wochen bleibt der grün markierte Unterstütungsbereich 1 zwischen 23.050 und 23.470 Punkten. In diesem Bereich finden sich inzwischen diverse Tiefs seit Mai 2025. Im November drohte der DAX schon kurz aus dieser Range nach unten auszubrechen, hat sich dann aber schnell wieder gefangen. Das war enorm wichtig.
Weitere Unterstützung kann auch die 200-Tage-Linie bieten, die aktuell bei rund 23.600 Punkten liegt. Die weiteren Unterstützungen bleiben im Chart weiterhin eingezeichnet, sind vom aktuellen Kursniveau aber zu weit entfernt, als dass sie in den kommenden Wochen relevant wären.
Ein Ausbruch nach oben aus der Seitwärtsrange würde dem DAX gut tun und eine neue Aufwärtsbewegung einläuten. Damit dem DAX aber wirklich ein nachhaltiger Ausbruch gelingt, bedarf es von der Nachrichtenseite her auch positiver Dynamik. Für den Start ins Jahr ist es einfach enorm wichtig, dass wir keine Kurse unterhalb von 23.000 Punkten sehen. Alles andere wäre auch psychologisch kritisch und einfach ein schlechter Start ins Jahr.
Chartanalyse für den S&P 500
Dem S&P 500 ist im Dezember langsam die Luft ausgegangen. Seit dem Tief Anfang April ist der S&P 500 um über +40% gestiegen und konnte anders als der DAX auch über den Sommer eine Rallye verzeichnen. Eine Jahresendrallye blieb hier nun aus, dafür schließt der S&P 500 aber dicht an seinem Allzeithoch. In meiner letzten Marktanalyse habe ich dem S&P 500 Luft für einen Anstieg bis auf 7.000 Punkte gegeben. Mit einem Allzeithoch von 6.946 Punkten hat sich der US-amerikanische Leitindex diesem Niveau auch deutlich angenähert, für weiter steigende Kurse fehlte es dann aber an neuen Impulsen.
Damit bleibt der Widerstand des Hochs von rund 6.920 Punkten (lila) bestehen. Dieser Widerstand ist aber als gering einzustufen. Kurse oberhalb von 7.000 Punkten sind im Januar also absolut im Rahmen des Möglichen. Eine erste Unterstützung findet der S&P 500 bei seinem Tief vom 17.12. (orange bei 6.720 Punkten). Hier hat der S&P 500 im Monatsverlauf kurzzeitig Schwäche gezeigt. Dass diese Abwärtsbewegung nicht weiter ausgedehnt wurde, war äußerst wichtig.
Übergeordnet bleibt die wichtigste Unterstützung bei 6.550 Punkten (blau). Ausgehend vom aktuellen Kursniveau entspricht das rund -5%. Im Monatsverlauf muss mit solch einem Rücksetzer gerechnet werden. Generell sind die ersten Handelstage eines Jahres immer spannend und vor allem auch viel von Psychologie getrieben. Ein Rücksetzer bis auf 6.550 Punkte wäre nicht optimal, aber auch kein Problem. Enorm wichtig ist aber, dass wir keine Kurse darunter sehen. Wie bereits beim DAX erwähnt, würde das einem absoluten Fehlstart ins Jahr entsprechen, was auch Zweifel an der Rallye der letzten Monate aufkommen lassen würde.
Aktuell notiert der S&P 500 noch immer +9% über seiner 200-Tage-Linie. Hier haben wir die letzten Monate schon deutlich größere Abstände gesehen. Dennoch ist dieser Abstand als groß zu werten und das Potenzial für eine Rallye ausgehend vom aktuellen Kursniveau ist begrenzt, da wir dann schnell wieder in den Zustand einer Übertreibung kommen würden. Das optimale Szenario wäre bereits ein Anstieg über 7.000 Punkte und anschließend eine Festigung dieses Niveaus.
Chartanalyse für den Nasdaq100
Auch dem Nasdaq100 ist in den letzten Wochen etwas die Puste ausgegangen. Für einen Angriff auf das Allzeithoch von knapp 26.200 Punkten (lila) hat es im Dezember nicht mehr ganz gereicht. Wie auch beim S&P 500 war es beim Nasdaq100 wichtig, dass nach dem Rücksetzer bis zum 17.12. schnell wieder eine Stabilisierung gelungen ist.
Der Nasdaq100 befindet sich aktuell in einer Seitwärtsrange zwischen 24.000 Punkten auf der Unterseite (grün markierte Unterstützung 1) und dem Allzeithoch von 26.200 Punkten (lila). Daraus ergibt sich eine Handelsspanne von knapp 10%, die der Nasdaq100 in den kommenden Wochen durchaus weiter abarbeiten kann. Das bedeutet, dass Kurse bis zur Unterstützung von 24.000 bis 24.200 (grün markiert) einkalkuliert werden sollten.
Ein erster möglicher Support findet sich beim Tief vom 17.12. bei 24.650 Punkten (orange). Wie auch beim S&P 500 wurde dieses Niveau aber nicht bestätigt. Kritisch wären Kurse unterhalb von 24.000 Punkten, weil dann kurzfristig eine Abwärtsbewegung vorliegen würde. Dafür müsste der Nasdaq100 aber um mehr als -5% fallen, was ohne negative Nachrichten eigentlich nicht zu erwarten ist.
Realistisch ist im Januar auf jeden Fall wieder ein Anstieg in Richtung des Allzeithochs von 26.200 Punkten (lila). Auch ein Anstieg darüber ist möglich. Dann ist aber wieder zu beachten, dass wir kurzfristig wieder in eine überhitzte Situation übergehen würden.
Chartanalyse für den Stoxx600
Der Stoxx600 hat seine Aufwärtsbewegung im Dezember weiter fortsetzen können und ist ohne Probleme über sein letztes Hoch von 586 Punkten (lila) gestiegen. Hier findet sich nun die erste kleine Unterstützung. Ein weiterer Support findet sich bei 576 Punkten (blau). Ein Rücksetzer bis auf dieses Niveau wäre in den kommenden Wochen absolut unkritisch und der aktuell laufende Aufwärtstrend wäre weiterhin intakt.
Anders als der DAX, kann der Stoxx600 zurzeit also einen Aufwärtstrend verzeichnen. Die Aufwärtsbewegung der letzten Monate kommt gut durch die hellblaue Aufwärtstrendlinie zum Ausdruck, welche aktuell bei rund 570 Punkten liegt. Langfristig wird der Stoxx600 in dieser Geschwindigkeit nicht steigen können, kurz- und mittelfristig bietet diese Trendlinie aber eine gute Orientierung.
Eine weitere wichtige Unterstützung findet sich bei 556 Punkten (grau). Ein Rücksetzer bis hier ist im Januar aber unwahrscheinlich. Aber selbst dann, wäre langfristig immer noch alles in Ordnung. Die weiteren Unterstützungen bleiben für eine bessere Übersicht eingezeichnet, spielen wenn aber nur langfristig eine Rolle.
Der Stoxx600 notiert aktuell +8% über seinem 200-Tage-Durchschnitt und weist damit eine ähnlich hohe Dynamik auf wie der S&P 500. Die letzten Monate haben wir nun bereits eine starke Aufwärtsbewegung gesehen, sodass die Luft nun langsam dünner wird. Eine Fortsetzung des Aufwärtstrends ist natürlich möglich. Sollten wir in den ersten Wochen des neuen Jahres nun aber einen weiteren Anstieg von über 3% sehen, wird der europäische Leitindex anfälliger für einen kleiner Rücksetzer.
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Entwicklung der Inflation
Inflation in den USA
Nachdem sich die USA über Wochen im Shutdown befunden haben, gab es für den Oktober keine frischen Daten zur Inflation. Die letzten Inflationsdaten wurden am 18.12. veröffentlicht und beziehen sich auf den November. Eine Rückrechnung der Werte für den Oktober ist nicht möglich – entsprechend fallen die Daten hier einfach aus.
Im November lag die Inflation in den USA bei nur noch 2,7%. Zuvor lag sie im September noch bei 3,0%. Gerechnet wurde mit einem Anstieg der Inflation auf 3,1%. Hier sehen wir nun also eine deutliche Abweichung, die für die Aktienmärkte eigentlich äußerst positiv ist. Die Zweifel an der Richtigkeit der Daten ist allerdings hoch gewesen. Normalerweise gibt es innerhalb eines Monats keine derartig starken Veränderungen und schon gar nicht so eine große Abweichung von den erwarteten Werten.
Der S&P 500 eröffnete am Tag der Veröffentlichung der Daten zwar mit einem Gewinn von knapp +1%, bei einer Inflationsrate, die ganze 0,4%-Punkte unter der Erwartung liegt, wäre eine deutlich positivere Reaktion aber als normal einzustufen gewesen. Die nächsten Inflationsdaten für die USA werden am 13.01. erwartet.
Inflation in der Euro-Zone
Die finalen Inflationsdaten für die Euro-Zone für den November wurden am 17.12. veröffentlicht. Die Inflationsrate hält sich bei 2,1%. Demnach fällt die Inflationsrate im November etwas geringer aus, als nach den Anfang Dezember veröffentlichen vorläufigen Daten zu erwarten war. Hier belief sich die Inflationsrate noch auf 2,2%. Eine nennenswerte Reaktion am Aktienmarkt gab es hierauf allerdings nicht.
Die vorläufigen Inflationsdaten für den Dezember werden am 07.01. veröffentlicht. Erwartet wird hier, dass die Inflation bei 2,1% verharrt. Die finalen Daten folgen dann am 19.01.
Was machen die Notenbanken?
Im Dezember gab es sowohl von der FED als auch von der EZB wieder einen Zinsentscheid. Erneut stand die FED dabei deutlich stärker im Fokus. Den Anfang machte am 10.12. auch die FED. Während im Verlauf vom November hier noch Verunsicherung herrschte, ob die FED die Zinsen nochmal senken würde, lag die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinssenkung Ende November nach den Daten des FED-Watch Tools schon bei 86%.
Entsprechend hat sich in den ersten Handelstagen im Dezember schon herauskristallisiert, dass die FED die Zinsen wohl erneut senken werde. Und so kam es dann auch: FED-Chef Powell hat die Zinsen erneut gesenkt auf eine Spanne von nun 3,5% bis 3,75%.
Das FED Watch Tool ist ein von der CME Group veröffentlichtes Analyse-Tool, mit dem Anleger die Wahrscheinlichkeit zukünftiger US-Leitzinsentscheidungen der FED einschätzen können. Diese Wahrscheinlichkeiten werden auf Basis von Futures-Preisen abgeleitet.
In einer ersten Reaktion hat der S&P 500 im Laufe der Pressekonferenz der FED einen Anstieg um bis zu +1% verzeichnet. Zur Eröffnung am kommenden Handelstag wurde ein Großteil der Gewinne dann aber auch schon wieder abgegeben. Ein Grund dafür war sicherlich auch, dass es bei den Mitgliedern des Offenmarktausschusses hier keine Einstimmigkeit gab.
Für den kommenden Zinsentscheid der FED Ende Januar wird nun erstmal eine Zinspause erwartet. Die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinssenkung beläuft sich nach den Daten des FED-Watch-Tools aktuell auf gerade einmal 17%. Eine Wahrscheinlichkeit von über 50% für eine Zinssenkung liegt aktuell für den Zinsentscheid Mitte März vor.
Am 18.12. folgte dann noch der Zinsentscheid der EZB. Dieser wurde aber mit weniger Spannung erwartet. Zunächst einmal steht die Geldpolitik der FED aktuell deutlich stärker im Fokus als die der EZB. Außerdem war im Vorfeld bereits so gut wie sicher, dass die EZB die Zinsen erneut nicht antasten wird. Und genau so kam es dann auch: Die EZB belässt den Einlagenzins weiterhin bei 2,0%. Und auch für den kommenden Zinsentscheid der EZB Anfang Februar wird aktuell nicht von einer Zinssenkung ausgegangen.
Die nächsten Termine der FED & EZB:
- Zinsentscheid der FED: 28.01.2026 um 20:00
- Zinsentscheid der EZB: 05.02.2026 um 14:15
Berichtssaison
Von der Berichtssaison gab es im Dezember kaum neue Impulse. Nur wenige Unternehmen haben hier ihre Zahlen vorgelegt. Am Interessanten war hierbei noch Broadcom, da die Aktie inzwischen auf eine Marktkapitalisierung von über 1,5 Billionen USD kommt und damit bereits zu den Mega-Caps zählt. Broadcom konnte die Erwartungen an Umsatz und Gewinn zwar deutlich schlagen, dennoch fiel die Aktie als Reaktion darauf um rund -11%.
Auch der Gesamtmarkt drehte ab dem 12.12. dann erstmal für ein paar Tage nach unten. Inwiefern hier nun ein Zusammenhang hergestellt werden kann, ist aber fraglich. Starke Zahlen von Micron Technology am 17.12. waren dafür dann aber wieder eine Stütze, die weiterhin auf eine Stärke im Bereich der Halbleiter hindeutet. Wesentlicher Treiber der Rallye in den letzten Monaten in den USA waren schließlich auch Halbleiter-Aktien und die damit im Zusammenhang stehende KI-Rallye. Starke Zahlen von Micron Technology waren hier sicherlich hilfreich.
Die nächste Berichtssaison startet dann Mitte Januar mit den Zahlen der US-Großbanken. Am Monatsende folgen dann die US-Mega-Caps rund um Apple, Microsoft und Meta. Anfang Februar geht es dann mit Amazon und Alphabet weiter. Hier gilt es wie immer darauf zu achten, dass es bei den Earnings nicht nur um die Reaktion bei den einzelnen Aktien geht, sondern die US-Mega-Caps auf so einen großen Anteil im S&P 500 sowie dem Nasdaq100 kommen, dass sie dadurch auch die Richtung des Gesamtmarktes beeinflussen können.
Fazit zur Marktanalyse Januar
Im Dezember haben wir einen relativen ruhigen Handel an den Aktienmärkten gesehen. Zwischenzeitliche Verluste zur Monatsmitte konnten schnell wieder ausgeglichen werden. Speziell den US-Börsen ist zum Jahresende dann allerdings die Luft ausgegangen, sodass es hier keine Weihnachtsrallye mehr gab.
Nach einem freundlichen Börsenjahr 2025 ist der Aktienmarkt aktuell nicht günstig. Das wird auch beim Abstand der Indizes zum 200-Tage-Durchschnitt deutlich, der sich beim S&P 500 auf 8% beziehungsweise beim Stoxx600 auf 7% beläuft. Eine Überhitzung liegt hier aktuell nicht vor, bei einem Anstieg von mehr als +3% würden wir aber schnell wieder in solch eine überhitze Situation übergehen.
Das optimale Szenario für den Januar wäre daher, wenn wir moderate Gewinne sehen und die höheren Kursniveaus dann einfach erstmal verteidigt werden. Wichtig ist vor allem in den ersten Handelstagen des neuen Jahres, dass es keinen großen Abverkauf gibt, da es andernfalls auch Zweifel an der Rallye der letzten Monate geben könnte.
Frischen Wind könnte es von den Inflationsdaten aus den USA geben, nachdem die jüngsten Daten aufgrund des Shutdowns nur bedingt aussagekräftigt waren. In der zweiten Monatshälfte und speziell Ende Januar sowie Anfang Februar rückt dann wieder die Berichtssaison in den Fokus. Speziell die Ergebnisse der US-Mega-Caps sind hier in der Lage den Markt in eine Richtung zu treiben.
Aktuell befinden wir uns in einem ruhigen Marktumfeld, was auch der Blick auf den VIX mit gerade einmal 14 Punkten zeigt. Das wird den Januar mit hoher Wahrscheinlichkeit so aber nicht bleiben. Die Handelstage über Weihachten verliefen sehr ruhig und mit geringen Handelsvolumen. Das bedeutet nicht, dass wir nun wieder Ausschläge bei der Volatilität sehen müssen, auf etwas mehr Bewegung solltest du dich im Januar aber auf jeden Fall einstellen. Wichtig ist, dass die Indizes die in den Chartanalysen genannten kritischen Niveaus nicht unterschreiten. Solange das erfüllt ist, ist die Lage weiterhin entspannt.
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