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Marktanalyse Februar

Titelbild zur Marktanalyse Februar

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Ziel der Marktanalyse Februar

In diesem Beitrag möchte ich dir meine Marktanalyse für die Aktienmärkte für den Februar vorstellen. Zunächst werfen wir aber einen Blick auf die Performance der letzten Wochen und Monate. Außerdem gehe ich auf die aktuellen Entwicklungen rund um Deepseek ein. Anschließend untersuche ich mit dir in der Chartanalyse für die wichtigsten Indizes auf welche Kursniveaus es jetzt ankommt. Außerdem analysieren wir die Entwicklung der Inflation und die Geldpolitik. Ziel der Marktanalyse ist, dass du weißt, was du in den nächsten Wochen am Aktienmarkt erwarten kannst.

Performance-Rückblick

Index-Heatmap

Die Aktienmärkte sind enorm stark in das Jahr 2025 gestartet. Vor allem der DAX hat eine Rallye hingelegt, wie er sie in seiner Geschichte nur selten verzeichnet hat. Im Januar konnte der DAX um satte +9,2% steigen. Die Nebenwerte des MDAX (+4,5%) und SDAX (+6,6%) erzielten ebenfalls eine hohe Rendite, kommen an den DAX aber bei Weitem nicht heran.

Auch im internationalen Vergleich sticht der DAX hervor. Der Stoxx600 hat mit +6,3% zwar ebenfalls sehr gut abgeschnitten, aber keiner der einzelnen europäischen Indizes kommt an den DAX heran. Während in Europa eine mega Rallyestimmung herrscht, fallen die Gewinne an den US-Börsen etwas verhaltener aus. Der S&P 500 stieg um +2,7% und der Nasdaq100 legte um +2,2% zu. Enttäuschend sind im Vergleich die asiatischen Börsen. Der Nikkei gab um -0,8% nach und der Shanghai Composite verzeichnete sogar einen Verlust von -3,0%.

Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im Januar
Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im Januar

Performance im Januar

Im Monatschart wird nochmal die Stärke der europäischen Aktienmärkte im Vergleich zu den USA deutlich. Über den gesamten Monatsverlauf konnten der DAX und Stoxx50 ihre Outperformance zum S&P 500 und Nasdaq100 kontinuierlich ausbauen. Los ging es hier bereits in der zweiten Januar-Woche, als sich die europäischen Aktienmärkte stabil gezeigt haben, während in den USA eine Korrektur verzeichnet wurde.

Auch der Kurseinbruch am 27.01. infolge von Deepseek hat die US-Börsen deutlich stärker belastet als die europäischen Aktienmärkte. Hintergrund hierbei war, dass es dem chinesischen Startup Deepseek gelungen sein soll eine KI zu entwickeln, die gleichauf mit der US-amerikanischen Konkurrenz ist, die allerdings nur ein Bruchteil des Entwicklungsbudgets benötigte. Darunter litten vor allem die Chipaktien aus dem Nasdaq100.

Der Nasdaq100 aber auch der S&P 500 konnten die Verluste bis zum Monatsende zwar nahezu vollständig wieder ausgleichen, aber auch der DAX und Stoxx50 haben sich in den letzten Tagen des Monats stark gezeigt und konnten anders als die US-Börsen Tag für Tag ein neues Allzeithoch verzeichnen.

Chart für die wichtigsten Aktienindizes im Januar
Chart für die wichtigsten Aktienindizes im Januar

Special: Der Wirbel um Deepseek

Ohne Frage hat Deepseek die Aktienmärkte Ende Januar kurzzeitig in einen Schockmodus versetzt. Die starke Entwicklung insbesondere an den US-Börsen in den letzten Monaten ist zu einem großen Teil auf das Wachstum in Sachen KI zurückzuführen. Davon profitieren natürlich US-Großunternehmen wie Nvidia, Broadcom & Co.

Zum Zeitpunkt der Newsmeldung am Morgen des 27.01. herrschte damit erstmal kurz Panik am Markt. Klar ist nämlich: Würde es zu 100% stimmen, dass Deepseek mit einem Budget von gerade einmal ein paar Millionen Euro einen würdigen Konkurrenten zu ChatGPT (von OpenAI) entwickelt hat, würde das die Entwicklungsmacht Chinas im Bereich künstlicher Intelligenz zeigen. In diesem Fall wären die Verluste vom Montag noch untertrieben gewesen.

Sicherlich kann man sagen, dass das „Preis-Leistungs-Verhältnis“ von Deepseek (also Kosten der Entwicklung und aktuelle Fähigkeiten der KI) sehr gut sind. Inwiefern die Angaben seitens chinesischer Unternehmen zum Entwicklungsbudget stimmen und ob hier nicht doch zu großen Teilen auf US-amerikanische Technologien zurückgegriffen werden muss, ist aber schwer zu beurteilen.

Wichtig zu sehen war es daher in den letzten Handelstagen des Januars, dass die Marktteilnehmer eben nicht in Panik ausgebrochen sind. Die Anleger haben erkannt, dass es in Sachen KI eben noch keine neue Hackordnung gibt und ein Teil der Verluste vom 27.01. sicherlich überzogen war.

Wahr ist aber auch, dass der KI-Hype einen kleinen Dämpfer erhalten hat. Übergeordnet passt das in die Marktentwicklung aber auch ganz gut rein. Letztlich wurden die Aktienmärkte so mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und eine deutliche Überhitzung wurde vermieden.

Performance im letzten Jahr

Zum ersten Mal seit über einem Jahr sehen wir im Performancevergleich auf Jahressicht ein neues Bild: Der DAX führt den Performancevergleich mit einem Gewinn von +28% tatsächlich an. Selbst den sonst so starken S&P 500 und Nasdaq100 lässt der DAX hinter sich. Die beiden US-amerikanischen Indizes kommen auf eine Rendite von +23%.

Der Vergleich hinkt zwar leicht, weil der DAX als Performanceindex die Dividenden mitberücksichtigt, aber auch wenn wir das herausrechnen, liegt der DAX auf Sicht eines Jahres knapp vor den US-Indizes. Enttäuschend ist dagegen die Entwicklung vom MDAX mit gerade einmal +3% in derselben Zeit. Auch im Vergleich zum europäischen Aktienmarkt (Stoxx600 mit +11%) schneidet der DAX deutlich besser ab.

Performance für die wichtigsten Indizes über die letzten 12 Monate
Performance für die wichtigsten Indizes über die letzten 12 Monate

Da kommt nun sicherlich die Frage auf wie es denn sein kann, dass der DAX so eine starke Entwicklung verzeichnet, obwohl seit Monaten von einer schwächelnden deutschen Wirtschaft die Rede ist. Und sicherlich ist der Kursanstieg der letzten Wochen überzogen. Dennoch ist aber zu beachten, dass der DAX nicht unbedingt als Spiegelbild der deutschen Wirtschaft dient.

Die Performance vom DAX wird vor allem von Schwergewichten wie SAP, Siemens, der Deutschen Telekom, Airbus und der Allianz getragen. Und all diese Aktien haben zwei Dinge gemeinsam: Sie sind zu einem großen Teil im Ausland aktiv und damit weniger abhängig von der Wirtschaftslage im eigenen Land und deren Aktien notieren dicht an ihren 52-Wochen-Hochs. Letzteres zeigt deutlich, dass eben diese Aktien hauptverantwortlich sind für die starke Entwicklung des DAX.

Die wirtschaftliche Flaute in Deutschland betrifft weniger die paar genannten Large-Caps, sondern vor allem kleine und mittelständische Betriebe, die gar nicht an der Börse notiert sind. Und wenn der Blick doch an die Börse gehen soll, reicht bereits ein Vergleich mit dem MDAX. Die Mid-Caps sind deutlich stärker vom Heimatmarkt abhängig und viele davon erzielen große Teile ihrer Umsätze im Inland. Und letztlich spricht die Performance des MDAX im Vergleich zum DAX hier Bände.

Blick auf die Volatilität: VIX

Die letzten Monate sehen wir beim VIX immer mal wieder eine paar kleine Volatilitätsspitzen mit Anstiegen auf über 20. Ein Niveau von über 20 ist als leicht erhöhte Volatilität aufzufassen. Vor allem der Vergleich mit dem Jahr 2024 zeigt, dass wir hier häufig auch einen VIX von unter 15 hatten und sich der Aktienmarkt lange Zeit sehr schwankungsarm gezeigt hat.

Nun haben die Schwankungen kurzfristig zugenommen, aber dennoch befinden sich die Aktienmärkte in stabilen Aufwärtstrends. An sich ist das eine recht begrüßenswerte Entwicklung. Solange wir ab und zu mal kurze Phasen haben, in denen es etwas unruhiger wird, lässt sich verhindern, dass die Aktienmärkte zu sehr in Euphorie verfallen. Den letzten Vola-Anstieg haben wir am 27.01. infolge der Deepseek-News gesehen. Dank einer schnellen Erholung der Aktienmärkte konnte die höhere Volatilität (VIX-Hoch von 23 an diesem Tag) aber schnell wieder abgebaut werden. So befindet sich der VIX mit einem Stand von 16,4 nun wieder auf einem Niveau, das ruhige Marktverhältnisse zum Ausdruck bringt.

Verglichen mit 2024 ist davon auszugehen, dass wir in den kommenden Monaten immer mal wieder kleine Volatilitätsspitzen haben (so wie es auch die letzten beiden Monate der Fall war). Das ist aber auch absolut in Ordnung und normal. Gerade im Jahr 2024 haben wir über lange Zeit eine derart niedrige Volatilität gesehen, wie es lange nicht der Fall war. Ich möchte dich also hiermit nur darauf sensibilisieren, dass es absolut normal ist, wenn es in den kommenden Monaten ähnlich volatil zugeht wie in den letzten beiden Monaten.

Entwicklung des VIX seit April 2023
Entwicklung des VIX seit April 2023

Tops & Flops im Januar

Für den deutschen Aktienmarkt werden die 100 Aktien des HDAX betrachtet, für die USA analysieren wir die Aktien des Nasdaq100 und für den europäischen Aktienmarkt betrachten wir die Aktie des Stoxx Europe 50.

Top/Flop Aktien aus dem HDAX (Deutschland)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im Januar 2025
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im Januar 2025

Top/Flop Aktien aus dem Nasdaq100 (USA)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im Januar 2025
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im Januar 2025

Top/Flop Aktien aus Europa (Stoxx Europe 50)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im Januar 2025
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im Januar 2025

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Performance einzelner Branchen

Für die Analyse zyklischer und defensiver Sektoren werden die Branchenindizes des S&P 500 und Stoxx600 betrachtet. Die zyklischen Sektoren haben im Januar einen Gewinn von +5,4% verzeichnet und sich damit etwas besser geschlagen als die defensiven Sektoren, die um +4,7% zulegen konnten.

Im Januar haben sich die Aktienmärkte (vor allem der europäische) sehr stark gezeigt. In solch einem Marktumfeld ist es normal, dass zyklische Sektoren stärker steigen als defensive. Angesichts der deutlichen Gewinne am Gesamtmarkt ist es eher verwunderlich, dass dieser Renditeunterschied nicht noch größer ausfällt. Das ist allerdings auch auf den eher geringen Gewinn im Sektor Technologie (+2,9%) zurückzuführen. Auch hier wieder der Verweis auf den kleinen Deepseek-Crash.

Stattdessen können wir die Entwicklung im Januar eher positiv sehen: Der Kursanstieg an den Aktienmärkten wurde eben nicht nur von einigen offensiven (zyklischen) Sektoren getragen. Stattdessen waren über fast alle Branchen deutliche Gewinne zu sehen.

Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im Januar
Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im Januar

Chartanalyse - Marktanalyse Februar

Chartanalyse für den DAX

Chartanalyse für den DAX (Stand 01.02.2025)
Chartanalyse für den DAX (Stand 01.02.2025)

Der DAX hat im Januar eine Rallye verzeichnet, wie wir sie in der Historie innerhalb eines Monats nur selten gesehen haben. In meiner letzten Marktanalyse habe ich dem DAX das Potenzial zugeschrieben bis auf sein bisheriges Allzeithoch von 20.522 Punkten (orange) zu steigen. Für Kurse weit darüber hat es vor einem Monat aber noch an Dynamik gefehlt. Nun kam es doch anders und der DAX hat, nachdem er sein Allzeithoch überschritten hat, nochmal stark an Fahrt gewonnen.

Dass ich solch eine Rallye im Rahmen dieser Marktanalyse nicht in Aussicht stellen kann, ist natürlich auch klar. Mit einem Gewinn von fast +10% innerhalb eines Monats ist einfach nicht zu rechnen. Nun ist der DAX gerade kurzfristig aber klar überhitzt. Aktuell notiert der DAX 14% über seinem 200-Tage-Durchschnitt. Das war zuletzt im Mai 2024 der Fall. Anschließend gab es eine längere Seitwärtsbewegung. Daher ist auch für die kommenden Wochen eher davon auszugehen, dass der DAX sein aktuelles Niveau festigt, anstatt die Rallye mit der aktuell vorherrschenden Geschwindigkeit weiter fortzusetzen.

Eine erste kleine Unterstützung findet der DAX bei 21.045 Punkten (hellblau). Diese ergibt sich allerdings lediglich durch einen Tiefpunkt, als der DAX während seiner Rallye der letzten Tage kurz korrigiert hat. Wichtiger ist auf jeden Fall das ehemalige Allzeithoch von Ende 2024 von 20.520 Punkten (orange). Eine Korrektur bis auf dieses Niveau sollte im Februar auf jeden Fall mit einkalkuliert werden. Angesichts eines Gewinns von fast +10% im Januar sollte eine Korrektur von -5% (und das wäre bei einem Rückgang auf 20.500 Punkte der Fall) auch nicht überraschen.

Unwahrscheinlich sind Kurse unterhalb von 20.500 Punkten. Aber selbst ein Rückgang bis zur Unterstützung von 19.667 Punkten (blau) wäre im Sinne des mittel- und langfristigen Aufwärtstrends unproblematisch. Damit wir solch einen Rückgang im Februar sehen, müsste es allerdings eine Flut negativer Nachrichten geben, womit eher nicht zu rechnen ist.

Alle weiteren Unterstützungen, die in diesem Chart eingezeichnet sind, dienen lediglich langfristig der Orientierung und spielen im Februar keine Rolle. Nach der Rallye im Januar geht es nun also darum, dass der DAX versucht sein aktuelles Niveau zu festigen. Korrekturen von bis zu -5% sollten dich keinesfalls aus der Ruhe bringen, vielmehr sind sie überfällig.

Chartanalyse für den S&P 500

Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 01.02.2025)
Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 01.02.2025)

Für den S&P 500 habe ich in meiner letzten Marktanalyse Kurse von über 6.000 bereits als begrüßenswerten Start ins Jahr bezeichnet. In der ersten Januarhälfte hat sich der S&P 500 perfekt in seinem ersten Unterstützungsbereich (grün markiert) zwischen 5.790 und 5.880 Punkten gefestigt. Anschließend erfolgte ein Anstieg bis knapp über sein bisheriges Allzeithoch von 6.090 Punkten (blau). Hier hatte ich in meiner letzten Marktanalyse erwähnt, dass Kurse oberhalb des bisherigen Allzeithochs für den Januar unrealistisch sind. Und hier ist dem S&P 500 dann auch erstmal die Puste ausgegangen.

Für den Februar gilt nun, dass der erste grüne Unterstützungsbereich (5.790 bis 5880 Punkte) weiterhin die wichtigste Unterstützung ist, die der S&P 500 im Februar auch mit hoher Wahrscheinlichkeit nochmal ansteuern wird. Auch ein Bruch dieses Niveaus und ein weiterer Rückgang bis auf das Niveau von 5.670 Punkten (lila) ist im Rahmen des Möglichen. Spätestens dann sollte eine Korrektur allerdings enden. Schließlich ist die 200-Tage-Linie dann bereits in der Nähe und Kurse unterhalb dieses vor allem psychologisch wichtigen Niveaus wären mittelfristig als kritisch anzusehen.

Anders als die europäischen Indizes ist der S&P 500 im Januar nicht heiß gelaufen. Hier darfst du dich von der starken Entwicklung des DAX nicht blenden lassen. Der DAX mag zwar überhitzt sein, für den S&P 500 trifft das aktuell allerdings nicht zu. Zum Vergleich: Während der DAX aktuell 14% über seinem 200-Tage-Durchschnitt notiert, sind das beim S&P 500 zurzeit nur 7%.

Weitere Kursgewinne beim S&P 500 sind im Februar damit absolut realistisch. Hierfür müsste der S&P 500 aber zunächst über den Widerstand von knapp 6.100 Punkten (blau) steigen. Wie stark ein möglicher Gewinn dann ausfällt, ist allerdings schwer zu prognostizieren und vor allem auch von der Newsseite abhängig.

Chartanalyse für den Nasdaq100

Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 01.02.2025)
Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 01.02.2025)

Über die letzten beiden Monate ist beim Nasdaq100 eine Seitwärtsbewegung vorhanden. Ähnlich wie der S&P 500 war auch der Nasdaq100 Anfang Januar in der Lage sich in seinem ersten Unterstützungsbereich (grün markiert) zwischen 20.300 und 20.700 Punkten zu stabilisieren. Für den Februar gilt, dass eine Korrektur bis auf dieses Niveau ebenfalls wieder einkalkuliert werden sollte. Kommt es dazu, ist darin eine gute Nachkaufgelegenheit zu sehen.

Auf der Oberseite bildet das Allzeithoch von 22.130 Punkten (blau) einen kleinen Widerstand. Realistisch ist auf jeden Fall, dass der Nasdaq100 dieses Niveau im Februar ins Visier nimmt. Eine freundliche Stimmung am Markt vorausgesetzt spricht auch nichts gegen neue Allzeithochs. Auch hier ist nochmal zu betonen, dass der Nasdaq100 (wie auch der S&P 500) aktuell nicht in einem Rallyemodus sind wie das beim DAX der Fall ist.

Über die Oberseite müssen wir uns beim Nasdaq100 aktuell keine Gedanken machen. Hier lassen wir uns gerne von steigenden Kursen überraschen. Wichtiger ist allerdings, dass der erste Unterstützungsbereich (20.300 bis 20.700 Punkte) hält. Knapp darunter verläuft dann bereits die 200-Tage-Linie und ähnlich wie beim S&P 500 wären Kurse deutlich unterhalb dieses Niveaus eine negative Signalwirkung.

Chartanalyse für den Stoxx600

Chartanalyse für den Stoxx600 (Stand 01.02.2025)
Chartanalyse für den Stoxx600 (Stand 01.02.2025)

Der Stoxx600 hat, wie auch der DAX, im Januar äußerst positiv überrascht. In meiner letzten Marktanalyse habe ich Kurse bis zum bisherigen Allzeithoch von rund 530 Punkten als maximales Potenzial in Aussicht gestellt. Ausgehend vom damaligen Kursniveau entsprach das bereits einem Gewinn von +4,5%, was auf einen Monat bezogen eine sehr starke Entwicklung darstellt.

Daher wäre es hier einfach falsch zu sagen „Ich habe den Anstieg nicht stark genug prognostiziert.“ Denn wie bereits beim DAX erwähnt, ist es unmöglich einen derart starken Monat kommen zu sehen. Nun hat es der Stoxx600 geschafft seine über Monate anhaltende Seitwärtsbewegung nachhaltig nach oben zu verlassen. Er hat es nur eben schneller geschafft als erwartet.

Nachdem der Stoxx600 gut einen Monat zuvor noch mit seiner Unterstützung von 496 Punkten (hellblau) zu kämpfen hatte und diese gerade so verteidigen konnte, ist das nun also eine äußerst starke Entwicklung.

Der ehemalige Widerstandsbereich zwischen 525 und 530 Punkten (jetzt grün markiert) bildet nun eine wichtige Unterstützung. Mit einer Korrektur auf dieses Niveau solltest du im Februar auf jeden Fall rechnen. Gelingt im Falle solch einer Korrektur hier eine Stabilisierung, würde das diese Unterstützung noch zusätzlich stärken.

Nach dem starken Kursanstieg wäre es allerdings auch nicht kritisch, wenn der Stoxx600 nochmal unter diesen Bereich fallen sollte. Wichtig wäre dann aber, dass der Index nicht nochmal unter sein letztes Tief von 506 Punkten (orange) fällt. Andernfalls wäre die positive Dynamik wieder gänzlich verpufft. Solch ein Rückgang (von immerhin -6%) ist im Februar allerdings unwahrscheinlich.

Für den Stoxx600 wäre das ideale Szenario daher eine Korrektur bis in den Bereich von 525 bis 530 Punkten. So würde sich eine Überhitzung auch gut vermeiden lassen. Ausgehend davon kann der Stoxx600 seine Aufwärtsbewegung dann weiter fortsetzen. Kurzfristig wird die Luft allerdings dünn, weshalb nun nicht mit einem Gewinn von weiteren 5% in den kommenden Wochen zu rechnen sein dürfte.  

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Entwicklung der Inflation

Inflation in den USA

Die letzten Inflationsdaten aus den USA wurden am 15.01. veröffentlicht und beziehen sich auf die Preisentwicklung im Dezember. Für den Dezember lag die Inflationsrate in den USA bei 2,9% und damit über den 2,7% aus dem Vormonat. Dennoch haben die Aktienmärkte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung mit deutlichen Gewinnen reagiert. Der S&P 500 eröffnete am 15.01. direkt mit einem Gewinn von rund +1,3%. Im Vorfeld wurde bereits mit einem Anstieg der Inflationsrate auf 2,9% gerechnet. Die Börsen haben es also eher als positiv aufgefasst, dass die Inflation nicht noch stärker gestiegen ist.

Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre

Dennoch müssen wir festhalten, dass sich die Inflationsrate in den USA in den letzten Monaten von ihrem Tiefpunkt wieder deutlich entfernt hat. Im September lag die Inflationsrate bei nur noch 2,4%. Damit die FED in diesem Jahr nicht zu sehr auf die Bremse treten muss, wäre es gut, wenn die Inflation nicht weiter über die Marke von 3,0% steigt. Die nächsten Inflationsdaten aus den USA für den Januar gibt es dann am 12.02.

Inflation in der Euro-Zone

Die finalen Inflationsdaten für die Euro-Zone für den Dezember wurden am 17.01. veröffentlicht. In der Euro-Zone ist die Inflation im Dezember von 2,2% auf 2,4% gestiegen. Am 07.01. wurden bereits die vorläufigen Inflationsdaten veröffentlicht, die bereits von solch einem Anstieg ausgegangen sind. Dennoch haben sich der DAX und der Stoxx600 nach Veröffentlichung der vorläufigen Daten zur Inflation leicht freundlich gezeigt. Auch in der Euro-Zone ist die leicht anziehende Inflation für die Aktienmärkte aktuell also kein Problem. Die vorläufigen Daten für die Inflation im Januar werden am 03.02. veröffentlicht, die finalen folgen dann am 24.02.

Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre

Was machen die Notenbanken?

Zum Ende des Monats richtete sich der Blick im Januar nochmal auf die Notenbanken. Am 29.01. hat die FED ihren Zinsentscheid bekanntgegeben, einen Tag später folgte dann direkt die EZB. Insgesamt haben sich die Aktienmärkte aber relativ entspannt gezeigt und es gab keine größeren Kursausschläge. Das liegt auch daran, weil es sowohl von der FED als auch von der EZB keine neuen Informationen gab und die jeweiligen Zinsentscheidungen im Vorfeld auch genauso erwartet wurden. Großen Spielraum für Überraschungen gab es also nicht.

Nachdem die FED den Leitzins auf ihren beiden letzten Sitzungen um jeweils 25 Basispunkte (0,25%-Punkte) gesenkt hat, legt sie nun eine Pause ein. Der Leitzins in den USA bleibt damit zwischen einer Spanne von 4,25% und 4,50%.

Verglichen mit anderen Zinsentscheiden haben sich die Börsen relativ entspannt gezeigt. Der S&P 500 ist in einer ersten Reaktion nach dem Zinsentscheid um -0,4% gefallen, konnte diesen Verlust bis zum Handelsende aber schnell wieder ausgleichen. Da haben wir schon ganz andere Reaktionen gesehen. Das liegt natürlich auch daran, weil die FED nichts gesagt hat, was vorab nicht bereits bekannt gewesen wäre.

Entwicklung der Leitzinsen in den USA und der Euro-Zone
Entwicklung der Leitzinsen in den USA und der Euro-Zone

Auch bezüglich der weiteren Geldpolitik gab es von der FED keine gab es keine neuen Erkenntnisse. FED-Chef Powell betonte, dass sich die FED mit ihren weiteren Zinssenkungen nicht unter Druck setzen lassen werde. Der Arbeitsmarkt ist solide und die Wirtschaft wächst in einem stetigen Tempo. Es ist daher davon auszugehen, dass die FED den Leitzins nun erstmal eine Zeit lang nicht antastet. Am wahrscheinlichsten ist aktuell eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte auf der FED-Sitzung im Juni. Zuvor finden noch zwei weitere Zinsentscheide im März und Mai statt, an denen die FED nach jetzigem Stand der Dinge vermutlich keine Zinssenkung beschließen wird.

Nach den Daten des FED-Watch Tools liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung auf der Sitzung im März bei gerade einmal 18%. Für die Sitzung im Mai liegt diese Wahrscheinlichkeit immerhin schon bei 43%. Aber erst für die Sitzung im Juni beläuft sich die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung zurzeit auf 71%.

Das FED-Watch Tool ist ein von der CME Group bereitgestelltes Model, das mithilfe von Futures-Kursen die Wahrscheinlichkeit für Zinsänderungen herleitet.

Anders als die FED hat die EZB ihren Leitzins nun seit der ersten Zinssenkung im Juni letztes Jahr zum fünften Mal infolge gesenkt. Eine Überraschung war das allerdings nicht. Entsprechend gab es an den Aktienmärkten hierauf keine größere Reaktion.

Auch im weiteren Verlauf des Jahres wird davon ausgegangen, dass die EZB weiterhin einen expansiven Kurs verfolgt. Die Schätzungen reichen aktuell von zwei bis hin zu fünf weiteren Senkungen in diesem Jahr. EZB-Chefin Lagarde betonte auf jeden Fall, dass die geldpolitische Lockerung so schnell nicht abgeschlossen sein werde.

Im Februar wird es seitens der Geldpolitik nun aber erstmal keine weiteren Entscheidungen geben. Die nächsten Zinssitzungen gibt es dann erst wieder im März.

Die nächsten Termine der FED & EZB:

Berichtssaison

In der letzten Woche des ersten Monats eines Quartals erreicht die Berichtssaison für gewöhnlich ihren Hochpunkt. In den letzten Tagen im Januar haben vor allem auch die US-Mega-Caps Microsoft, Apple, Meta und Tesla ihre Zahlen vorgelegt. Anfang Februar folgen von den Mega-Caps dann noch Alphabet und Amazon. Insgesamt verlief die Berichtssaison bislang recht gut. Die Großbanken sind bereits mit starken Zahlen, die deutlich über den Erwartungen lagen, in die Berichtssaison gestartet.

In der folgenden Tabelle bekommst du eine Übersicht über die wichtigsten Earnings aus dem Januar. Ist bei einem Datum ein Stern vermerkt, hat das Unternehmen seine Zahlen nach Börsenschluss an diesem Tag veröffentlicht.

Wichtigste Earnings im Januar

Besonders überzeugen konnte ASML Holding mit einer Kursreaktion von +10%. Gerade mit Blick auf die US-Mega-Caps waren die Kursreaktionen aber weniger eindeutig. Obwohl Microsoft die Erwartungen schlagen konnte, ist die Aktie daraufhin unter Druck geraten. Meta lag beim Gewinn deutlich über den Erwartungen und dennoch hat die Aktie nur einen leichten Gewinn verzeichnen können. Auf der anderen Seite hat Tesla die Erwartungen verfehlt und dennoch hat die Aktie den Folgetag mit einem Gewinn beenden können.

Besonders große Kursreaktionen, wie wir es im Rahmen der Berichtssaison sonst schon gesehen haben, gab es allerdings nicht. Gerade bei den Aktien, die in den Wochen zuvor gut gelaufen sind, war aber festzustellen, dass allein das Erfüllen der Erwartungen für steigende Kurse wieder einmal nicht ausreicht. Das dürfte auch für den weiteren Verlauf der Berichtssaison jetzt in der ersten Februarhälfte eine wichtige Erkenntnis sein.

Kalender – anstehende Wirtschaftstermine

Datum / Uhrzeit Termin
03.02. um 11:00 Inflation Euro-Zone (Januar vorläufig)
03.02. um 16:00 ISM Manufacturing Index
05.02. um 14:15 ADP-Arbeitsmarktbericht
05.02. um 16:00 ISM Non-Manufacturing Index
07.02. um 08:00 Industrieproduktion Deutschland
07.02. um 14:30 US-Arbeitsmarktbericht
12.02. um 14:30 Inflation USA (Januar)
13.02. um 08:00 Inflation Deutschland (Januar final)
13.02. um 14:30 Produzentenpreise USA (Januar)
14.02. um 11:00 BIP Euro-Zone (Q4 2024 vorläufig)
14.02. um 14:30 Einzelhandelsumsätze USA
14.02. um 15:15 Industrieproduktion USA
18.02. um 11:00 ZEW-Konjunkturerwartungen
20.02. um 16:00 Verbrauchervertrauen Euro-Zone
21.02. um 09:30 Einkaufsmanagerindizes (PMI) Deutschland
21.02. um 10:00 Einkaufsmanagerindizes (PMI) Euro-Zone
21.02. um 15:45 Einkaufsmanagerindizes (PMI) USA
24.02. um 10:00 Ifo-Geschäftsklimaindex
24.02. um 11:00 Inflation Euro-Zone (Januar final)
25.02. um 08:00 BIP Deutschland (Q4 2024 final)
25.02. um 16:00 Verbrauchervertrauen USA
26.02. um 08:00 Gfk-Verbrauchervertrauen
27.02. um 09:55 Arbeitslosenquote Deutschland
27.02. um 14:30 BIP USA (Q4 2024, 2. Schätzung)
28.02. um 14:00 Inflation Deutschland (Februar vorläufig)
28.02. um 14:30 PCE (private Konsumausgaben) USA (Januar)

Fazit zur Marktanalyse Februar

Vor allem die europäischen Aktienmärkte sind mit großen Gewinnen ins neue Jahr gestartet. Nach der Rallye in den letzten Wochen wird die Luft hier nun allerdings dünn. Der DAX ist bereits 14% von seiner 200-Tage-Linie entfernt. Die US-Indizes sind weniger spektakulär ins neue Jahr gestartet. Entsprechend besteht im Februar hier nun noch mehr Potenzial für steigende Kurse.

Die Notenbanksitzungen haben die Aktienmärkte Ende Januar gut verarbeitet. Von dieser Seite gibt es im Februar keine neuen Impulse. Stattdessen dürfte es in der ersten Februarhälfte noch interessant werden, wie die weitere Berichtssaison verläuft. Viele große Unternehmen haben zwar schon ihre Zahlen veröffentlicht, aber längst noch nicht alle.

Und wenn es von den Notenbanken schon nichts Neues gibt, wird sich der Blick umso mehr auf die für die FED entscheidenden Wirtschaftsdaten richten – also die Daten zum US-Arbeitsmarkt am 07.02. sowie die Inflationsdaten am 12.02. Hiervon dürften für den Februar noch die größten Impulse ausgehen.

Ansonsten kommt es darauf an, dass bei den wichtigsten Indizes die genannten Unterstützungen halten. Beim DAX und Stoxx600 dürfen wir uns über Korrekturen von bis zu -5% nach der starken Rallye im Januar nicht wundern. Insgesamt spricht aber nichts gegen weiter steigende Kurse, wobei das Potenzial bei den US-Indizes in den kommenden Wochen etwas größer sein dürfte als bei den europäischen. Gesund wäre es hier zunächst eine kleine Korrektur zu sehen (insbesondere in Europa) und erst dann weitere Kursgewinne.

Wichtig wird in diesem Zusammenhang auch sein, ob und wenn ja welche neuen Informationen es rund um Deepseek und chinesische KI-Technologien geben wird. Diese waren Ende Januar bereits in der Lage den Aktienmarkt kurz in einen kleinen Panikmodus verfallen zu lassen. Daher gilt auch für die kommenden Wochen, dass News aus diesem Bereich die Kurse stärker beeinflussen können. Über eine höhere Volatilität (ähnlich wie die der letzten zwei Monate) dürfen wir uns also auch nicht wundern.

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