Ziel der Marktanalyse Februar
In diesem Beitrag möchte ich dir meine Marktanalyse für die Aktienmärkte für den Februar vorstellen. In der Marktanalyse werfen wir zunächst einen Blick auf die Performance der letzten Wochen und Monate. Anschließend gehe ich mit dir auf die wichtigsten Faktoren ein, die die Märkte aktuell bewegen: Hier möchte ich vor allem auf die Themen Zölle, FED-Nachfolge, EUR-USD-Wechselkurs sowie einen möglichen Shutdown in den USA eingehen. Außerdem untersuche ich mit dir in der Chartanalyse für die wichtigsten Indizes auf welche Kursniveaus es jetzt ankommt. Danach werfen wir auch noch einen Blick auf die Geldpolitik. Ziel der Marktanalyse ist, dass du weißt, was du in den nächsten Wochen am Aktienmarkt erwarten kannst.
Performance-Rückblick
Index-Heatmap
Der Start ins Jahr verlief an den Aktienmärkten größtenteils positiv. Beim DAX fallen die Gewinne mit +0,2% zwar eher verhalten aus, die Nebenwerte des MDAX (+1,8%) und vor allem der SDAX (+5,0%) zeigten sich aber stark. Im europäischen Vergleich schneidet der DAX eher schwach ab. Der Stoxx600 konnte mit einem Gewinn von +3,2% ins Jahr starten.
Die US-Börsen verzeichneten moderate Gewinne: Der S&P 500 legte um +1,0% zu und der Nasdaq100 konnte um +1,2% steigen. Besonders stark lief es an den asiatischen Börsen. Der Nikkei stieg um +5,9% und der Hang Seng konnte um +6,9% zulegen. Auch die Emerging Markets legten mit +8,8% einen enorm starken Start ins Jahr hin.
Entscheidend ist hier mitzunehmen, dass ein Fehlstart ins Jahr vermieden wurde. Größere Verluste direkt zu Beginn des Jahres hätten Zweifel an der starken Entwicklung im Vorjahr wecken können. Genau das wurde aber vermieden und so befinden sich die Aktienmärkte weiterhin in einer guten Verfassung.
Performance im Januar
Vor allem in den ersten beiden Wochen des Jahres konnten die Aktienmärkte deutliche Gewinne verzeichnen. Der DAX und Stoxx 50 haben sich dabei deutlich besser entwickelt als die US-Indizes. Hier haben wir in der Spitze Gewinne von +4% gesehen. Einen Dämpfer gab es dann aber Mitte des Monats als die Zoll-Thematik wieder in den Fokus gerückt ist – dazu später mehr.
Nach ein paar schwachen Tagen folgte dann aber (wie so oft beim Thema Zölle) die Kehrtwende und eine schnelle Erholung. Der DAX konnte davon allerdings weniger profitieren als der Stoxx 50. Zum Monatsende hin bewegten sich die Indizes dann eher seitwärts.
Insgesamt fällt für den Januar auf, dass sich der S&P 500 und der Nasdaq100 eher zurückhaltend gezeigt haben. Unterm Strich wurden zwar kleine Gewinne verbucht, zwischenzeitlich hinkten die US-Indizes dem europäischen Markt aber hinterher.
Performance im letzten Jahr
Während der DAX über das letzte Jahr lange Zeit der klare Gewinner auf Sicht der letzten zwölf Monate war, hat sich das Bild hier zuletzt gedreht. Inzwischen schneidet der DAX mit +13% im internationalen Vergleich nicht mehr so gut ab. Zu berücksichtigen ist hier auch, dass der DAX (sowie der MDAX) Performanceindizes sind und Dividenden somit berücksichtigt sind. Das ist beim S&P 500, dem Nasdaq100 sowie dem Stoxx600 nicht der Fall. Würden wir den DAX hier um die Dividende bereinigen, wäre sein Abstand zu den anderen Indizes also noch größer.
Besonders stark hat sich in den letzten Monaten der Stoxx600 entwickelt. Hier war über einen Großteil des letzten Jahres noch zu sehen, dass der Stoxx600 den anderen Indizes eher hinterherläuft. Aktuell liegt auf Jahressicht hier ein Gewinn von +13% vor – noch ist das eher ein durchschnittliches Ergebnis. Im Chart ist aber klar zu erkennen, dass die letzten Monate hier eine Aufholjagd gestartet wurde.
Der Nasdaq100 hat sich die letzten Monate eher seitwärts bewegt, führt den Vergleich mit +19% hier aber noch knapp an. Der S&P 500 versucht sich langsam weiter nach oben zu kämpfen, auch hier nimmt die Dynamik die letzten Monate aber klar ab.
Blick auf die Volatilität: VIX
Im Dezember haben sich die Aktienmärkte äußerst entspannt gezeigt. Hierzu habe ich in meiner letzten Marktanalyse erwähnt, dass für den Januar wieder etwas größere Schwankungen zu erwarten sind. Und genau so kam es dann auch: Speziell zur Monatsmitte hat der VIX mit knapp über 20 Punkten wieder ein etwas höheres Niveau erreicht. Verglichen mit den Spitzen im Oktober und November letztes Jahr ist das natürlich nach wie vor nichts. Die Schwankungen haben aber klar wieder etwas zugenommen.
Weiterhin gilt aber, dass wir uns in einem eher ruhigen Marktumfeld befinden. Mit der Erholung der letzten Tage ist der VIX jetzt wieder auf ein niedriges Niveau von 16 Punkten gefallen. Dass wir über längere Zeit nochmal so geringe Schwankungen wie vor allem Ende Dezember sehen ist aber unwahrscheinlich. Diese Zeit war auch von den ruhigen Feiertagen geprägt, sodass ein VIX von dauerhaft unter 15 eher nicht erwartet werden sollte.
Der VIX ist der Volatilitätsindex auf den S&P 500 und gibt Auskunft über die erwartete Schwankung des S&P 500 in den nächsten 30 Tagen. Berechnet wird der VIX auf Basis von Optionspreisen von der CBOE.
Tops & Flops im Januar
Für den deutschen Aktienmarkt werden die 100 Aktien des HDAX betrachtet, für die USA analysieren wir die Aktien des Nasdaq100 und für den europäischen Aktienmarkt betrachten wir die Aktie des Stoxx Europe 50.
Top/Flop Aktien aus dem HDAX (Deutschland)
Top/Flop Aktien aus dem Nasdaq100 (USA)
Top/Flop Aktien aus Europa (Stoxx Europe 50)
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Performance einzelner Branchen
Für die Analyse zyklischer und defensiver Sektoren werden die Branchenindizes des S&P 500 und Stoxx600 betrachtet. Die defensiven Sektoren konnte um Januar um +4,7% zulegen und lassen die zyklischen mit +2,8% damit klar hinter sich. Für das eher starke Marktumfeld, das wir im Januar gesehen haben, ist das eher ungewöhnlich. Grund für die starke Entwicklung der defensiven Sektoren ist aber vor allem ein deutlicher Gewinn im Sektor Energie von +10,5%. Unter den zyklischen Sektoren belastete hingegen der Sektor der zyklischen Konsumgüter mit einem Verlust von -3,1%. Die Performance gezogen haben hier vor allem Grundstoffe (+7,2%) und Industriegüter (+6,2%).
Was die Märkte aktuell besonders bewegt
Erneute Zoll-Drohungen
Die letzten Monate gab es in Sachen Zölle wenig Neues. Wie ich aber immer wieder erwähne, ist das Thema damit längst nicht vom Tisch. Solange US-Präsident Trump an der Macht ist, werden wir uns immer wieder auf neue „Ideen“ zu diesem Thema einstellen müssen. Mitte Januar verunsicherte Trump die Märkte mit der Androhung von Zöllen gegen all jene Länder, die ihn bei der Übernahme Grönlands behindern würden.
Kurzzeitig sorgte das an den Aktienmärkten wieder zu Verlusten. Die Märkte haben aber inzwischen gelernt und legen auf Zoll-Drohungen nicht mehr so einen großen Wert. Einen Zoll-Crash wie im April letztes Jahr werden wir daher mit äußerst hoher Wahrscheinlichkeit so nicht nochmal sehen.
Wenige Tage später ruderte Trump dann wieder einmal zurück und die Zölle waren vom Tisch. Auch die kommenden Monate bleibt es aber dabei, dass es hier jederzeit zu Änderungen kommen kann. Zoll-Ankündigungen sind nach wie vor in der Lage die Aktienmärkte kurzzeitig ein paar Prozentpunkte zu belasten, panisch sollten wir deshalb aber nicht reagieren.
EUR-USD Wechselkurs
Der Wechselkurs zwischen dem Euro und dem US-Dollar ist für die Aktienmärkte eher sekundär. Ich möchte das Thema an dieser Stelle aber einmal aufgreifen, weil es vor allem für uns Anleger hierzulande eine Relevanz hat, wenn ein großer Teil des Depots in US-Aktien investiert ist.
Speziell im Frühjahr 2025 hat der US-Dollar gegenüber dem Euro deutlich abgewertet. Während es für einen Euro im Januar 2025 gerade einmal 1,03 US-Dollar gab, gibt es dafür inzwischen schon 1,18 USD. In der Spitze lag der Wechselkurs vor wenigen Tagen sogar bei über 1,20 USD. Zuletzt lag der Wechselkurs EUR-USD 2021 auf diesem Niveau.
Langfristig betrachtet bewegt sich der Wechselkurs zwischen dem Euro und dem US-Dollar seitwärts – und das wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch so bleiben. Die Spanne ist hier aber sehr weit gefasst. Seit 2010 schwankte der Wechselkurs zwischen 0,95 USD je Euro bis zu 1,50 USD je Euro. Wir befinden uns hier aktuell also in der Mitte.
Es soll an dieser Stelle auch gar nicht um eine Prognose gehen. Klar ist nur, dass in beide Richtungen einiges an Spielraum besteht. Das letzte Jahr war der starke US-Dollar ein Renditekiller für Investments in US-Aktien. Da der US-Dollar im Verhältnis zum Euro in 2025 rund -13% an Wert verloren hat, fällt die Rendite in US-Aktien umgerechnet in Euro im Jahr 2025 um diesen Wert geringer aus. Sollte diese Tendenz nun so weitergehen, kann der Wechselkurs auch in den kommenden Monaten ein Belastungsfaktor für die Performance für uns sein.
Der Wechselkurs wird durch viele Faktoren beeinflusst. Ein entscheidender war das letzte Jahr aber das Vertrauen in die USA. Trump fährt einen äußerst offensiven Kurs und ist in seinen Entscheidungen unberechenbar. Das belastet das Vertrauen in die USA und damit auch in den US-Dollar.
FED-Nachfolger
Die letzten Tage rückte außerdem das Thema um den neuen Vorsitzenden der US-Notenbank FED in den Fokus. Jerome Powell hat diesen Posten noch bis Ende Mai 2026 inne. Die letzten Monate gab es viele Spekulationen, wer sein Nachfolger wird. Eine große Frage war dabei auch wie groß der Einfluss von Trump auf diese Personalfrage sein wird.
Das Thema ist deshalb so präsent, weil die letzten Monate die Unabhängigkeit der FED infrage stand und Trump immer größeren Druck auf Powell ausgeübt hat, dass dieser die Zinsen stärker senken soll.
Nun hat Trump Kevin Warsh als Nachfolger nominiert. Der US-Senat muss diese Entscheidung aber noch bestätigen. Warsh gilt als eher konservativer Notenbanker, der mit weiteren Zinssenkungen eher zurückhaltend sein soll. Umso überraschender ist diese Nominierung, da Trump eigentlich stärkere Zinssenkungen begrüßt.
Die weitere Entwicklung in den kommenden Wochen dürfte hier interessant werden. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass stärkere Zinssenkungen von den Aktienmärkten positiv aufgenommen werden.
Shutdown in den USA
Aktuell bekommt man vom Thema Shutdown in den USA noch nicht viel mit, tatsächlich befinden sich die USA aber seit dem 31.01. wieder zu einem Teil im Shutdown. Der längste Shutdown der Geschichte konnte Mitte November letztes Jahr beendet werden, indem sich Republikaner und Demokraten auf einen Übergangshaushalt bis Ende Januar 2026 geeinigt haben. Diese Frist ist nun aber verstrichen.
Eine längerfristige Entscheidung konnte der Kongress bislang nicht herbeiführen. Grund dafür ist eine Blockade der Demokraten. In den letzten Wochen wurden in Minneapolis zwei Menschen bei Einsätzen der US-Einwanderungsbehörde ICE von Bundesbeamten erschossen. Die Vorfälle haben landesweit Kritik ausgelöst. Einige Demokraten im Kongress fordern deshalb Reformen bei ICE, zum Beispiel strengere Regeln für Einsätze und mehr Kontrolle. Sie wollen der neuen Haushaltsvorlage nur zustimmen, wenn solche Bedingungen aufgenommen werden.
Für die Aktienmärkte hat solch ein Shutdown, selbst wenn er nun wieder länger andauern sollte, aber nur eine geringe Auswirkung. Während des letzten Shutdowns haben die Aktienmärkte darauf kaum reagiert. Größtes Problem hierbei war noch, dass zahlreiche wichtige Wirtschaftsdaten nicht rechtzeitig veröffentlicht wurden, was dann dazu geführt hat, dass die FED keine klare Datengrundlage für weitere Entscheidungen hatte.
Chartanalyse - Marktanalyse Februar
Chartanalyse für den DAX
Der DAX hat in das neue Jahr einen enorm guten Start hingelegt und konnte direkt in den ersten Handelstagen den großen Widerstandsbereich zwischen 24.500 und 24.700 Punkten (jetzt orange markiert) überwinden. An diesem Niveau ist der DAX im zweiten Halbjahr mehrfach gescheitert und hat hier mehrere Hochpunkte ausgebildet.
Nach dem Anstieg über diesen Widerstand hat der DAX im Zusammenhang mit den Zoll-Drohungen Mitte Januar wieder einen kleinen Rücksetzer verzeichnet und ist dabei wieder knapp unter dieses Niveau gefallen. Die letzten Tage konnte sich der DAX hier aber wieder stabilisieren, noch bleibt der Bereich zwischen 24.500 und 24.700 Punkten aber orange gefärbt, weil diese Zone als Unterstützung noch nicht final bestätigt ist.
Einen weiteren Support findet der DAX aktuell bei seiner 200-Tage-Linie, welche zurzeit bei rund 24.000 Punkten verläuft. Darunter bleibt der erste grün markierte Unterstützungsbereich zwischen 23.100 und 23.450 Punkten den wichtigste Support. Unter dieses Niveau sollte der DAX nicht mehr fallen, da sonst zumindest kurz- bis mittelfristig ein Abwärtstrend vorliegen würde.
Ideal für den Februar wäre nun, wenn es dem DAX gelingt sich über dem Bereich von 24.500 Punkten zu festigen. Ausgehend davon ist ein Anstieg auf das Allzeithoch von 25.500 Punkten (lila) und auch darüber hinaus absolut realistisch. Als kritisch zu werten wäre es jedoch, wenn der DAX einen Großteil des Monats unterhalb von 24.500 Punkten verbringen würde. Dann wäre der Ausbruch aus der Seitwärtsrange als Fehlausbruch zu werten.
Chartanalyse für den S&P 500
Auch der S&P 500 ist freundlich ins neue Jahr gestartet, anders als beim DAX verlief die Rallye aber deutlich weniger dynamisch. Bei 6.920 Punkten (lila) hat der S&P 500 Ende 2025 einen kleinen Widerstand ausgebildet. Die letzten Wochen pendelte der US-Leitindex aber genau um dieses Niveau, sodass dieses nun klar an Relevanz verloren hat.
Aktuell existiert damit kein markanter Widerstand, der überwunden werden müssten, damit ein weiterhin dynamischer Aufwärtstrend vorliegt. Eine über mehrere Wochen andauernde Seitwärtsphase tut dem S&P 500 nach einem starken zweiten Halbjahr 2025 aber auch mal ganz gut.
Im Januar konnte der S&P 500 einmal kurz über die psychologisch wichtige Marke von 7.000 Punkten steigen. Gehalten werden konnte dieses Niveau ber nicht. Eine erste Unterstützung findet sich nun beim Tief von Mitte Dezember bei 6.720 Punkten (orange). Rücksetzer bis hier wären im Februar absolut unkritisch.
Mittelfristig rückt das Niveau von 6.550 Punkten (blau) in den Fokus. Hier liegen die letzten markanten Tiefs seit September. Bei Kursen darunter wäre der S&P 500 charttechnisch klar angeschlagen. Für den Februar ist ein Einbruch bis hier aber äußerst unwahrscheinlich.
Die Lage beim S&P 500 stellt sich aktuell so dar, dass mit dem Index Geduld gefragt ist. Wir haben seit April 2025 einen sehr starken Anstieg gesehen. Eine Seitwärtsbewegung hilft hier dabei eine Überhitzung zu verhindern. Für die kommenden Wochen ist es daher am wahrscheinlichsten, dass der S&P 500 eher auf Richtungssuche ist. Optimal wäre ein Anstieg über 7.000 Punkte und anschließend eine Festigung dieses Niveaus.
Chartanalyse für den Nasdaq100
Der Nasdaq100 befindet sich auf Sicht der letzten drei Monate nun in einer Seitwärtsbewegung. Ende Januar ist der Nasdaq100 wieder an sein Allzeithoch von knapp 26.200 Punkten gestiegen (lila), nur überwinden konnte er dieses Niveau nicht. Damit bildet dieser Bereich nun einen kleinen Widerstand aus. Ein Anstieg darüber wäre ein klar bullisches Zeichen. Hier ist aber vermutlich noch etwas Geduld gefragt.
Enorm wichtig ist, dass der Nasdaq100 nicht mehr unten den grün markierten Unterstützungsbereich 1 zwischen 23.900 und 24.200 Punkten fällt. Andernfalls wäre die Seitwärtsbewegung nach unten aufgelöst – hier würde dann kurz- und mittelfristig ein Abwärtstrend vorliegen. Dieses Szenario ist aktuell aber nur bei äußerst schwacher Nachrichtenlage denkbar.
Rücksetzer bis zum Tief aus Mitte Dezember bei rund 24.650 Punkten (orange) wären hingegen noch zu verkraften. Korrekturen bis auf dieses Niveau müssen in den kommenden Wochen auch einkalkuliert werden. Im Monatsverlauf ist ein Anstieg auf ein neues Allzeithoch absolut im Rahmen des Möglichen, nur für eine starke Rallye darüber hinaus stellt sich aktuell die Frage, wo die dafür benötigten Impulse herkommen sollten.
Chartanalyse für den Stoxx600
Der Stoxx600 ist die letzten Wochen absolut im Rallyemodus. Bereits in meiner letzten Marktanalyse habe ich darauf hingewiesen, dass die Luft nun aber dünner wird. Inzwischen notiert der Stoxx600 rund +10% über seinem 200-Tage-Durchschnitt. Einen größeren Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt hat der Stoxx600 die letzten vier Jahre nicht verzeichnet.
Das heißt keinesfalls, dass wir nun eine große Korrektur sehen müssen, nur eine große Rallye wird eben auch immer schwieriger. Natürlich verringert sich der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt nun auch allein durch die Zeit, weil dieser natürlich mit steigt. Somit sind auch im Februar weiter steigende Kurse drin. Nur einen weiteren Anstieg von +5% zu erwarten, wäre nun sehr optimistisch.
Nach der starken Rallye in den letzten Wochen wird es nun schwerer gute Unterstützungen in der Nähe ausfindig zu machen. Ein erster möglicher Support findet sich beim letzten Tief von vor zwei Wochen bei knapp 600 Punkten (hellblau). Ein Rücksetzer bis hier wäre sogar gar nicht mal schlimm, so könnte der europäische Leitindex dieses Niveau als Unterstützung festigen.
Eine weitere Unterstützung findet sich beim Hoch von Mitte November bei 586 Punkten (lila). Ausgehend vom aktuellen Kursniveau entspräche das aber einem Rücksetzer von fast -6%, was eher unwahrscheinlich ist.
Kurzfristig ist der Stoxx600 nun heiß gelaufen. Natürlich hat der Index nach der Seitwärtsphase im zweiten Halbjahr 2025 im Vergleich zu den US-Indizes auch einiges aufzuholen, die Luft wird nun aber dünn.
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Entwicklung der Inflation
Inflation in den USA
Bereits im November hat die Inflationsrate in den USA einen deutlichen Rückgang von zuvor 3,0% auf 2,7% verzeichnet. Damals herrschte aber noch Verunsicherung, ob die Daten korrekt sind, da aufgrund des vorherigen Shutdowns verzerrte Messungen befürchtet wurden. Die Aktienmärkte habe auf diesen starken Rückgang jedenfalls deutlich weniger euphorisch reagiert als man es hätte erwarten können.
Im Dezember verharrte die Inflationsrate nun bei 2,7%. Die Inflationsrate hat sich damit wieder deutlich von 3% entfernt – eine äußerst wichtige Tendenz, nachdem im Herbst wieder ein Anstieg verzeichnet wurde. Im Vorfeld wurde aber bereits damit gerechnet, dass die Inflationsrate bei 2,7% liegt, sodass es am Aktienmarkt keine nennenswerte Reaktion zur Eröffnung am Tag der Veröffentlichung gab. Die nächsten Inflationsdaten für den Januar werden am 11.02. veröffentlicht.
Inflation in der Euro-Zone
Die finalen Inflationsdaten für die Euro-Zone für den Dezember wurden am 19.01. veröffentlicht. Die Inflationsrate ist weiter rückläufig und fiel von 2,1% im Dezember nun auf 1,9%. Nach den vorläufigen Daten, die am 07.01. veröffentlicht wurden, sollte die Inflationsrate im Dezember bei 2,0% liegen. Hier haben wir nun also noch einen etwas stärkeren Rückgang gesehen. An den Aktienmärkten gab es darauf aber keine Reaktion.
Die vorläufigen Daten für die Inflationsrate im Januar werden am 04.02. veröffentlicht. Hier wird aktuell ein weiterer Rückgang auf 1,8% prognostiziert. Die finalen Daten werden dann am 25.02. erwartet.
Was machen die Notenbanken?
Ende Januar am 28.01. gab es von der FED einen weiteren Zinsentscheid. Verglichen mit den letzten Notenbanksitzungen war die Spannung im Vorfeld aber eher gering. Dass es bei dieser Notenbanksitzung keine weitere Zinssenkung geben soll, war so gut wie sicher. Und so hat es FED-Chef Powell dann auch verkündet: Der Leitzins in den USA bleibt weiterhin in einer Spanne zwischen 3,5% und 3,75%.
Zum Zeitpunkt der Verkündung schwankte der S&P 500 um gerade einmal 15 Punkte. Auch bei der anschließenden Pressekonferenz eine halbe Stunde später stieg diese Schwankungsbreite auf nur 20 Punkte, beziehungsweise gerade einmal 0,3%. Derart kleine Kursausschläge gibt es während einer Notenbanksitzung sonst selten. Das zeigt aber auch, dass es hier kaum neue Informationen gab, die die Märkte verarbeiten mussten.
Bezüglich der weiteren Zinsentscheide gab es von der FED keine Indikation darauf, wann die nächste Zinssenkung stattfinden würde. Hier möchte sich die FED an den Wirtschaftsdaten orientieren und daher zum aktuellen Zeitpunkt keine Prognosen abgeben.
Nach den Daten des FED Watch Tools wird auch für die kommenden FED-Sitzung Mitte März aktuell keine Zinssenkung erwartet. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt aktuell bei gerade einmal 9%. Damit sind die Märkte aktuell deutlich zurückhaltender als noch vor einem Monat. Vor einem Monat lag die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im März noch bei knapp über 50%.
Das FED Watch Tool ist ein von der CME Group veröffentlichtes Analyse-Tool, mit dem Anleger die Wahrscheinlichkeit zukünftiger US-Leitzinsentscheidungen der FED einschätzen können. Diese Wahrscheinlichkeiten werden auf Basis von Futures-Preisen abgeleitet.
Wenig zu berichten gibt es unterdessen von der EZB. Im Januar gab es von der EZB keinen Zinsentscheid. Der nächste steht nun Anfang Februar am 05.02. an. Auch hier wird aktuell aber nicht von einer Zinssenkung ausgegangen.
Die nächsten Termine der FED & EZB:
- Zinsentscheid der EZB: 05.02.2026 um 14:15
- Zinsentscheid der FED: 18.03.2026 um 20:00
Berichtssaison
Mitte Januar lief die neue Berichtssaison wieder traditionelle mit den US-Großbanken an. Auffällig hierbei war, dass die meisten Banken die Erwartungen hinsichtlich Umsatz und Gewinn deutlich übertreffen konnten. Dennoch fielen die Reaktionen gemischt aus. Während die Aktien von JP Morgan Chase und die Bank of America als Reaktion auf ihren Quartalsbericht Verluste verzeichnet haben, konnten Goldman Sachs und Morgan Stanley deutlich zulegen.
Spannend wurde es dann Ende Januar als ein Teil der Mega-Caps ihre Zahlen vorgelegt haben. Besonders interessant war der 28.01. mit den Zahlen von Meta und Microsoft. Während Meta als Reaktion auf starke Earnings einen Kursgewinn von rund +10% am nächsten Tag verzeichnen konnte, brachen die Aktien von Microsoft um -10% ein. Gerade die Reaktion bei Microsoft war mit Blick auf die reinen Zahlen schwer zu erklären, weil Microsoft sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Erwartungen deutlich übertroffen hat.
Wie üblich bei der Berichtssaison gehören unberechenbare Kursreaktionen aber dazu. Eine Regel, dass übertroffene Erwartungen zu steigenden Kursen führen, gibt es an der Börse nicht. Und so werden auch die kommenden Tage äußerst interessant. Von den Mega-Caps stehen in den kommenden Tagen noch die Zahlen von Alphabet, Eli Lilly und Amazon an.
Aber auch nach Ende der ersten Februar-Woche ist die Berichtssaison längst noch nicht vorbei. Bis ein Großteil der Unternehmen ihre Zahlen vorgelegt haben, wird es bis Ende Februar dauern. Die Auswirkungen einer einzelnen Aktie auf den Gesamtmarkt sind dann zwar geringer, speziell bei einzelnen Aktien kann es hier aber dennoch zu großen Kursausschlägen kommen.
Fazit zur Marktanalyse Februar
Die Aktienmärkte sind freundlich ins neue Jahr gestartet. Das war vor allem auch aus psychologischer Sicht wichtig, da ansonsten Zweifel an der starken Kursentwicklung in 2025 hätten aufkommen können. Während der Stoxx600 nun im Rallyemodus ist, dümpeln die US-Indizes eher vor sich hin. Hier ist aber auch zu beachten, dass die US-Börsen im zweiten Halbjahr 2025 eine starke Rallye verzeichnet haben und eine Abkühlung tut da jetzt ganz gut.
Im Januar kam kurzzeitig erneut das Zoll-Thema auf, hier gilt für die kommenden Wochen nun aber sich davon nicht verunsichern zu lassen. Bis Trump diesbezüglich mit neuen „Ideen“ kommt ist es nur eine Frage der Zeit, die Aktienmärkte verfallen deshalb aber nicht mehr in Panik.
Von der FED gab es keine neuen Impulse und auch in den kommenden Wochen ist hier nichts zu erwarten. Bei der EZB steht Anfang Februar nun zwar ein Zinsentscheid an, auch hier sind aber keine Überraschungen zu erwarten. Im Fokus steht dafür die Berichtssaison. Die letzte Januarwoche hat gezeigt, dass die Reaktionen auf Earnings mal wieder unberechenbar sind, und so werden wir auch im Februar größere Reaktionen bei Einzelaktien sehen.
Die Volatilität hat im Vergleich zum Dezember die letzten Wochen wieder etwas zugenommen, hier befinden wir uns aber weiterhin auf einem normalen Niveau. Für den Februar ist mit ähnlichen Schwankungen zu rechnen. Aktuell stellt sich die Frage, wo neue Impulse herkommen sollen. Eine Seitwärtsbewegung bis hin zu einem moderaten Anstieg ist vor diesem Hintergrund für den Februar aktuell am wahrscheinlichsten.
Wichtig dabei ist, dass im Falle zwischenzeitlicher kleiner Korrekturen die in den Chartanalysen genannten Niveaus nicht unterschritten werden. Bis hier besteht bei den meisten Indizes aber ein Spielraum von -5%. Da wir außer beim Stoxx600 aktuell keine Überhitzungen sehen, sind derartige Rücksetzer als eher unwahrscheinlich anzusehen.
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