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Marktanalyse Dezember

Titelbild zur Marktanalyse Dezember

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Ziel der Marktanalyse Dezember

In diesem Beitrag möchte ich dir meine Marktanalyse für die Aktienmärkte für den Dezember vorstellen. In der Marktanalyse werfen wir zunächst einen Blick auf die Performance der letzten Wochen und Monate. Anschließend gehe ich mit dir auf die wichtigsten Faktoren ein, die die Märkte aktuell bewegen. Die Zoll-Thematik ist zuletzt in den Hintergrund gerückt, dafür müssen wir aber darauf eingehen, dass zuletzt allgemein die Verunsicherung gestiegen ist. Anschließend untersuche ich mit dir in der Chartanalyse für die wichtigsten Indizes auf welche Kursniveaus es jetzt ankommt. Danach werfen wir auch noch einen Blick auf die Geldpolitik. Hiervon dürfte abhängig sein, welche Richtung die Aktienmärkte bis zum Ende des Jahres einschlagen. Ziel der Marktanalyse ist, dass du weißt, was du in den nächsten Wochen am Aktienmarkt erwarten kannst.

Performance-Rückblick

Index-Heatmap

Auf den ersten Blick sieht die Renditetabelle für den November unspektakulär aus. Die meisten Indizes gehen nahezu unverändert aus dem November. Wie du gleich aber sehen wirst, hatte es der November vor allem ab Mitte des Monats in sich. Betrachten wir aber den November als Ganzes, hat sich unterm Strich nicht viel getan.

Der DAX beendet den Monat mit einem kleinen Verlust von -0,5%, der MDAX konnte mit +0,6% leicht zulegen, während der SDAX einen kleinen Rücksetzer von -0,4% verzeichnet hat. Der breite europäische Aktienmarkt (Stoxx600) tendierte mit +0,8% auf Monatssicht nur leicht aufwärts. Der S&P 500 schließt den November mit +0,1% nahezu unverändert ab. Lediglich beim Nasdaq100 sehen wir mit -1,6% einen etwas größeren Rücksetzer, der für einen ganzen Monat aber nach wie vor im Rahmen liegt.

Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im November
Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im November

Performance im November

Auf Monatssicht weisen die wichtigsten Indizes keine großen Veränderungen auf, das sieht mit Blick auf den Monatsverlauf aber ganz anders aus. Vor allem zur Monatsmitte haben die Aktienmärkte größere Rücksetzer verzeichnet. Beim Nasdaq100 belief sich der Verlust in der Spitze auf bis zu -8%. Auch der S&P 500, Stoxx50 sowie der DAX haben in dieser Zeit aber deutliche Rücksetzer verzeichnet und sich von ihrem Hoch um bis zu -7% entfernt.

Die Spitze dieser Abwärtsbewegung markierte ein deutlicher Kurseinbruch am Donnerstag, den 20.11. Konkrete Auslöser für die Abwärtsbewegung zur Monatsmitte waren allerdings nicht auszumachen. Vielmehr kehrte bei den Anlegern zunehmend Nervosität ein. Es gab zu dieser Zeit allerdings keine Events, die eine über mehrere Tage anhaltende Verlustserie hätten erklären können.

Umso wichtiger war die Erholung zum Monatsende. Nachdem mit den Zahlen von Nvidia, sowie dem US-Arbeitsmarktbericht, die am 19.11. und 20.11. veröffentlicht wurden, zwei große Unsicherheitsfaktoren abgearbeitet wurden (dazu später mehr), kehrte auch an den Börsen wieder etwas Gelassenheit ein. Die großen Schwankungen im November zeigen aber klar, dass die Nervosität am Markt zurück ist.

Chart für die wichtigsten Aktienindizes im November
Chart für die wichtigsten Aktienindizes im November

Performance im letzten Jahr

Noch vor einem Monat führte der Nasdaq100 den Performancevergleich über ein Jahr klar an. Auch der S&P 500 hat sich sehr gut geschlagen. Inzwischen ist die Performance des S&P 500 auf Jahressicht mit +13,5% aber nicht mehr besonders berauschend und liegt nur noch auf dem Niveau des Stoxx600. Grund dafür ist, dass im Jahresvergleich nun der November 2024 rausfällt, in dem sich vor allem die US-Indizes enorm stark gezeigt haben.

Aktuell führt der DAX den Performancevergleich mit +23% wieder an. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass der DAX als Performanceindex Dividenden mitberücksichtigt, was beim S&P 500, Nasdaq100 und Stoxx600 nicht der Fall ist. Deutlich zu erkennen ist auch, dass der DAX die letzten Monate nur noch seitwärts gelaufen ist. Gleiches gilt für den MDAX, der zuletzt sogar wieder etwas nachgegeben hat. Der S&P 500 und Nasdaq100 konnten die letzten Monate Gewinne verzeichnen und haben damit ihre äußerst schwache Performance im Frühjahr dieses Jahr ausgeglichen.

Performance für die wichtigsten Indizes über die letzten 12 Monate
Performance für die wichtigsten Indizes über die letzten 12 Monate

Blick auf die Volatilität: VIX

Im November haben wir beim VIX eine ähnliche Entwicklung gesehen wie bereits im Vormonat. Zur Monatsmitte haben wir einen deutlichen Anstieg des VIX auf bis zu 28 Punkte gesehen. Sowohl im Oktober als auch jetzt im November sind diese VIX-Spitzen auf die kurzfristig stärkeren Kursrückgänge am Aktienmarkt zurückzuführen. In beiden Fällen haben wir kurz darauf aber wieder eine Stabilisierung gesehen.

Allein beim Blick auf den VIX in den letzten beiden Monaten ist klar zu erkennen, dass die Nervosität am Aktienmarkt inzwischen deutlich größer ist als das im Sommer der Fall war. Über die Sommermonate hatten wir fast durchgehend einen VIX von unter 20, was für ein ruhiges Marktumfeld steht.

Wie ich in meinen Marktanalysen aber auch immer wieder betont habe, ist es gar nicht so schlimm zwischendurch mal kurz einen Anstieg der Volatilität in Kombination mit einem kleinen Kursrückgang am Aktienmarkt zu bekommen. So wird vermieden, dass die Aktienmärkte in einen Hype übergehen und eine massive Überhitzung vollziehen. Durch die beiden Volatilitätsanstiege in den letzten Wochen sind viele Marktteilnehmer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden.

Auch für die kommenden Wochen gilt, dass eine kurzzeitige Zunahme der Verunsicherung dich nicht aus der Ruhe bringen sollte. Auf hohe Volatilität folgte zuletzt schnell wieder niedrige Volatilität. Das ist für die kommenden Monate natürlich keine Gesetzmäßigkeit. Es hat sich aber klar gezeigt, dass es besser war sich von der Nervosität nicht anstecken zu lassen. Auch jetzt hat sich die Lage wieder beruhigt und der VIX notiert mit 16 Punkten auf einem normalen Niveau.

Der VIX ist der Volatilitätsindex auf den S&P 500 und gibt Auskunft über die erwartete Schwankung des S&P 500 in den nächsten 30 Tagen. Berechnet wird der VIX auf Basis von Optionspreisen von der CBOE.

Entwicklung des VIX - Stand 30.11.2025
Entwicklung des VIX - Stand 30.11.2025

Tops & Flops im November

Für den deutschen Aktienmarkt werden die 100 Aktien des HDAX betrachtet, für die USA analysieren wir die Aktien des Nasdaq100 und für den europäischen Aktienmarkt betrachten wir die Aktie des Stoxx Europe 50.

Top/Flop Aktien aus dem HDAX (Deutschland)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im November 2025
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im November 2025

Top/Flop Aktien aus dem Nasdaq100 (USA)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im November 2025
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im November 2025

Top/Flop Aktien aus Europa (Stoxx Europe 50)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im November 2025
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im November 2025

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Performance einzelner Branchen

Für die Analyse zyklischer und defensiver Sektoren werden die Branchenindizes des S&P 500 und Stoxx600 betrachtet. In dem unruhigen Marktumfeld, das wir im November gesehen haben, konnten sich die defensiven Sektoren mit einem Gewinn von +3,1% gegenüber den zyklischen Sektoren durchsetzen, die im Mittel einen Verlust von -0,5% aufweisen.

Solch eine Entwicklung passt auch zur gestiegenen Nervosität. Aktien aus defensiven Sektoren performen in solchen Zeiten in der Regel besser. Unter den defensiven Sektoren konnte vor allem das Gesundheitswesen mit +7,6% stark zulegen, gefolgt von Nichtzyklischen Konsumgütern (Basiskonsumgüter) mit +3,1%.

Unter den zyklischen Sektoren belastet vor allem ein größerer Rückgang bei Techaktien mit -4,2%. Hier waren es im November vor allem Verunsicherungen, wie lange der KI-Hype noch anhalten wird, die bei vielen Aktien aus dem Technologiesektor zu größeren Korrekturen geführt haben.

Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im November
Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im November

Was die Märkte aktuell besonders bewegt

Allgemein hohe Verunsicherung

Die Verluste, die die Aktienmärkte im November zwischenzeitlich verzeichnet haben, waren nicht auf ein einzelnes Event zurückzuführen. Vielmehr war vor allem zur Monatsmitte spürbar eine zunehmende Verunsicherung zu spüren. Anleger haben sich vor allem vor den Quartalszahlen von Nvidia am 19.11. sowie dem US-Arbeitsmarktbericht für den September, der am 20.11. veröffentlicht wurde, zurückhaltend gezeigt.

Schlechte Zahlen von Nvidia hätten Zweifel am KI-Hype der letzten Wochen und Monate aufkommen lassen, während ein besonders starker US-Arbeitsmarktbericht eine Zinssenkung der FED im Dezember unwahrscheinlich gemacht hätte. Diese zunehmende Verunsicherung hat sich auch im CNN Fear & Greed Index bemerkbar gemacht.

Beim CNN Fear & Greed Index handelt es sich um ein Stimmungsindikator, der misst, ob sich die Anleger an den US-Finanzmärkten eher in Angst (Fear) oder in Gier (Greed) befinden.

Bereits im Oktober tendierte dieser Index mehr in Richtung Fear, obwohl sich die Aktienmärkte zu dieser Zeit noch recht freundlich gezeigt haben. Anfang November markierte der Index dann erstmals seit dem Zoll-Crash Anfang April wieder Stände im Bereich extremer Angst und das, obwohl der S&P 500 zu diesem Zeitpunkt gerade einmal -3% von seinem Allzeithoch entfernt notierte.

Entwicklung des CNN Fear & Greed Index
Entwicklung des CNN Fear & Greed Index

Am 20.11. hat der Fear & Greed Index mit nur noch 7 Punkten ein ähnlich niedriges Niveau erreicht, wie zuletzt im Zoll-Crash Anfang April. Diese Entwicklung ist eigentlich untypisch für das Marktumfeld, das wir im November gesehen haben. Die Aktienmärkte sind zwar in eine Korrektur übergegangen, ein derart niedriger Fear & Greed Index ist aber sonst eher in einem Crash zu beobachten.

Wir sehen aktuell also eine Phase, in der die Märkte sehr verunsichert sind. Auf der anderen Seite befinden wir uns von den Allzeithochs bei den Indizes gar nicht so weit entfernt. Das ist untypisch. An dieser Stelle lässt sich aber auch argumentieren, dass wenn die Verunsicherung erstmal wieder abnimmt, dass wir dann entsprechend Spielraum für weiter steigende Kurse sehen und das obwohl wir uns gar nicht mal auf einem niedrigen Kursniveau befinden.

Saisonalität: Chancen einer Jahresendrallye

Der Dezember gilt als der statistisch stärkste Börsenmonat. Der S&P 500 konnte im Dezember durchschnittlich um +1,38% steigen. Oft ist vor allem kurz vor Weihnachten sowie zwischen den Jahren noch eine kleine Rallye zu beobachten, die aber meist von einem geringen Handelsvolumen begleitet ist, da institutionelle Händler zum Großteil im Urlaub sind. Wichtig anzumerken ist hier aber, dass größere Kursreaktionen auch unter niedrigen Handelsvolumen zustande kommen können.

Vor allem die US-Börsen haben sich seit ihrem Tief im April das Jahr über allerdings schon sehr stark entwickelt. Da sich die Euphorie nun im November aber wieder abgekühlt hat und somit eine Überhitzung vermieden wurde, besteht zumindest das Potenzial für einen freundlichen Jahresausklang. Ob wir eine Jahresendrallye sehen, dürfte auch stark von den Entscheidungen der FED am 10.12. abhängen.

Shutdown & Geldpolitik

Die USA haben den längsten Shutdown ihrer Geschichte im November beendet. Dieser begann am 01.10. und ging bis zum 12.11. und dauerte somit 43 Tage an. Damit war dieser Shutdown 8 Tage länger als der letzte Ende Dezember 2018 / Januar 2019. Am 12.11. unterzeichnete US-Präsident Trump einen Übergangshaushalt, welcher zuvor vom Senat und dem Repräsentantenhaus verabschiedet worden war. Die Finanzierung ist damit aktuell allerdings nur Ende Januar 2026 gewährleistet. Die Einigung war nur möglich, nachdem acht demokratische Senatoren nachgegeben haben und für das Ende des Shutdowns stimmten.

Die Auswirkungen des Shutdowns auf den Aktienmarkt waren jedoch gering. Das hatte ich auch schon in meiner Marktanalyse für den Oktober thematisiert, als sich der Shutdown damals abgezeichnet hat.

Eine entscheidende Auswirkung hatte der Shutdown die letzten Wochen aber. Wirtschaftsdaten, die von US-Behören veröffentlicht werden, kamen entweder verzögert oder gar nicht. Das betraf unter anderem die Inflationsrate für den September, die erst mit Verspätung Ende Oktober veröffentlicht wurde. Inflationsdaten für den Oktober wurden noch gar nicht veröffentlicht.

Auch die Arbeitsmarktdaten sind aktuell weit im Rückstand. Im November wurde zunächst der Arbeitsmarktbericht für den September veröffentlicht. Für den Oktober gibt es bislang keine Daten.

Das ist vor allem mit Blick auf die Geldpolitik problematisch. Die FED macht ihre geldpolitischen Entscheidungen sowohl von der Entwicklung der Inflation als auch der des Arbeitsmarktes abhängig. Und für beide gibt es keine aktuellen Daten. Das sorgte vor allem die letzten Wochen für Verunsicherung, als sich die Stimmen mehrten, dass eine weitere Zinssenkung im Dezember ausbleiben könnte – dazu später mehr.

Der Zoll-Streit

Das Thema Zölle hat die Aktienmärkte im November nicht weiter beschäftigt. Zuletzt sorgten die Zölle im Oktober für Verunsicherung als US-Präsident Trump am 10.10. weitreichende Zölle gegen China angekündigt hat. Ende Oktober gab es hier dann aber eine Einigung, sodass das Thema dann auch erstmal vom Tisch war.

Weiterhin nicht vom Tisch ist aber die Frage, ob die von Trump beschlossenen Zölle überhaupt legal sind. Ende August hat das US-Berufungsgericht einen Großteil der Zölle für illegal erklärt. Eine finale Entscheidung liegt hier nach wie vor nicht vor.

Generell gilt in der Zollthematik, dass dieses Thema unberechenbar ist und wir hier jederzeit neue Meldungen bekommen könnten. Die Reaktionen der letzten Monate auf Zoll-Meldungen haben aber gezeigt, dass es am Aktienmarkt meist nur kurzzeitig Rücksetzer gab und sich die Börsen wenige Tage später wieder stabilisiert haben.

Chartanalyse - Marktanalyse Dezember

Chartanalyse für den DAX

Chartanalyse für den DAX (Stand 30.11.2025)
Chartanalyse für den DAX (Stand 30.11.2025)

Der DAX drohte im November aus seiner Seitwärtsrang der letzten Monate auszubrechen. Am 21.11. notierte der DAX kurzzeitig unterhalb des grün markierten Unterstützungsbereichs 1 zwischen 23.050 und 23.470 Punkten. Hier ist aber sehr schnell wieder eine Erholung gelungen, sodass diese wichtige Unterstützung nach wie vor intakt ist. In meiner letzten Marktanalyse hatte ich deutlich erwähnt, dass Rücksetzer in diesen Unterstützungsbereich im November aber einkalkuliert werden müssen. Und genau bis dahin haben wir die Korrektur nun gesehen.

Da sich der DAX nun in dieser Supportzone stabilisert hat, hat dieses Niveau nochmal an Relevanz gewonnen. Weiterhin bleibt es dabei, dass wenn der DAX unter 23.000 Punkte fallen sollte, dass dann zumindest kurzfristig der Übergang in eine Abwärtsbewegung droht. Weitere Unterstützungen finden sich dann bei 22.200 Punkten (hellblau) sowie darunter die Aufwärtskurslücke aus dem April bei 21.450 bis 21.750 Punkten (grün markierte Unterstützung 2). Ohne schockierende Nachrichten von der Newsseite sind aber auch im Dezember eher Korrekturen bis auf 23.000 Punkte und nicht weiter darunter denkbar.

Wichtig war die letzten Tage auch, dass der DAX seine 200-Tage-Linie bei aktuell rund 23.500 Punkten zurückerobern konnte. Das ist vor allem auch psychologisch wichtig. Auf der Oberseite bleibt aber der Widerstand zwischen 24.500 und 24.700 Punkten bestehen. Im Rahmen einer Jahresendrallye ist ein Angriff auf das Allzeithoch im Rahmen des Möglichen. Zu erwarten, dass wir noch einen Kursanstieg deutlich darüber sehen, wäre aber etwas zu optimistisch betrachtet. Bis zum Jahresende bleibt das realistischste Szenario, dass der DAX seine Seitwärtsbewegung weiter abarbaitet. Kurse im grün markierten Unterstützungbereich 1 sind als gute Kurse für einen Nachkauf anzusehen.

Chartanalyse für den S&P 500

Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 30.11.2025)
Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 30.11.2025)

Auch der S&P 500 hat im November eine Korrektur verzeichnet. Dabei ist der US-amerikanische Leitindex im Tief ziemlich genau auf die Unterstützung von 6.550 Punkten (blau) gefallen. Hier liegen die Tiefs aus den letzten beiden Monaten. In meiner letzten Marktanalyse hatte ich deutlich gesagt, dass eine Korrektur bis hierhin absolut im Rahmen wäre. Dennoch war deutlich zu spüren wie Panik und Verunsicherung aufkam als der S&P 500 sich diesem Niveau angenähert hat. Nachdem sich dieses Level nun aber als Unterstützung bewiesen hat, finden wir für die kommenden Wochen und Monate hier einen sehr guten Support.

Betrachten wir das Ganze etwas weiter gefasst, finden sich bei 6.340 (hellblau) sowie 6.200 (orange) zwei weitere gute Unterstützungen, die jeweils aus einigen lokalen Tiefpunkten resultieren. Sollte der S&P 500 also in eine ausgedehntere Abwärtsbewegung übergehen, bieten sich weitere gute Unterstützungen. Für den Dezember ist, wenn überhaupt, aber ein Rücksetzer bis auf 6.340 Punkte (hellblau) denkbar. Und selbst dabei würde es sich bereits um ein sehr pessimistisches Szenario handeln.

Die graue Trendlinie bleibt aktuell noch zur Orientierung eingezeichnet, spielt aber keine Rolle mehr. Dieser Trend veranschaulicht die Stärke der Aufwärtsbewegung in den Sommermonaten, in denen der S&P 500 um durchschnittlich rund +3% pro Monat gestiegen ist. Eine derart starke Rallye ist auf Dauer nicht zu halten. Kurse im Bereich dieser Trendlinie wären also bereits als sehr ambitioniert anzusehen.

Auf der Oberseite bildet das Allzeithoch von 6.920 Punkten (lila) einen kleinen Widerstand. Mit der Rallye der letzten Tage hat sich der S&P 500 diesem Niveau nun bereits wieder angenähert. Damit notiert der S&P 500 nun auch schon wieder +11% über seiner 200-Tage-Linie. Das ist zwar keine krasse Überhitzung, die Luft nach oben wird aber dünner. Für den Dezember sind neue Allzeithochs sowie ein Angriff der runden Marke von 7.000 Punkten durchaus drin. Für Kurse deutlich darüber bräuchten wir aber Rückenwind durch externe Faktoren wie ein Ausblick auf eine expansive Geldpolitik der FED im kommenden Jahr.

Chartanalyse für den Nasdaq100

Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 30.11.2025)
Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 30.11.2025)

Der Nasdaq100 hat im November schon einen etwas stärkeren Rücksetzer verzeichnet. Ausgehend vom Allzeithoch belief sich der Verlust in der Spitze auf knapp -9%. Dabei hat der Nasdaq100 auch die Unterstützung von rund 24.000 Punkten (grün markierter Unterstützungsbereich 1) leicht unterschritten. Diese war in meiner letzten Marktanalyse eine einzelne Linie, lässt sich mit der leichten Ausweitung der Korrektur aber mit dem Hoch aus dem August dieses Jahr verbinden, sodass der Nasdaq100 hier im Bereich zwischen 23.900 und 24.200 Punkten hier nun ein guter Supportbereich findet.

Kursrückgänge bis auf dieses Niveau wären im Dezember alles andere als kritisch. Im Gegenteil: Bei einer Stabilisierung knapp darüber kann diese Unterstützung noch weiter gestärkt werden. Darunter findet sich bei 22.700 Punkten (hellblau) dann der nächste Support. Ausgehend vom aktuellen Kursniveau würde das allerdings einem Kurseinbruch von -11% entsprechen, was unter normalen Marktverhältnissen im Dezember einfach nicht zu erwarten ist.

Die letzten Tage ist der Nasdaq100 wieder in den Rallyemodus übergegangen und steuert auf sein Allzeithoch von rund 26.200 Punkten (lila) hin. Bis hierhin benötigt der Nasdaq100 nur noch einen Kursanstieg von +3%, was im Dezember absolut realistisch ist. Wie auch beim S&P 500 gilt aber auch für den Nasdaq100, dass Kurse deutlich darüber auch einen positiven Newsflow erfordern.

Chartanalyse für den Stoxx600

Chartanalyse für den Stoxx600 (Stand 30.11.2025)
Chartanalyse für den Stoxx600 (Stand 30.11.2025)

Der Stoxx600 hat im November den Ausbruch aus seiner Seitwärtsrange der letzten Monate verteidigen können. Kurzzeitig ist der europäische Leitindex zwar unter sein Hoch aus dem Frühjahr von 565 Punkten (grün markiert) gefallen, Kurse unterhalb von 556 Punkten (grau) haben wir aber nicht mehr gesehen. Ein Großteil der Seitwärtsbewegung im Sommer hat sich unterhalb von 556 Punkten abgespielt. Solange sich der Stoxx600 also darüber hält, ist die Aufwärtsbewegung der letzten Monate intakt. Diese Aufwärtsbewegung kommt auch gut durch die kurzfristige Aufwärtstrendlinie (hellblau) zum Ausdruck.

Ein Bruch dieser Trendlinie wäre aber unkritisch. Entscheidend ist, dass der Stoxx600 nicht mehr unter 556 Punkte fällt. Ausgehend vom aktuellen Kursniveau wäre ein Kursrückgang von -3,5% also unkritisch. Für den recht schwankungsarmen Stoxx600 würde es sich dabei bereits um einen großen Rücksetzer handeln. Die Chancen stehen also gut, dass der Stoxx600 auch im Dezember seine leichte Aufwärtsdynamik halten kann.

Das Niveau von 565 Punkten (grün) kann aktuell als Unterstützung allerdings nicht mehr herangezogen werden. Dafür ist der Stoxx600 im November zu stark um dieses Niveau geschwankt. Nach oben hat der Stoxx600 aktuell keine großen Widerstände vor sich. Auch eine Überhitzung ist beim Stoxx600 aktuell nicht zu erkennen, sodass ein weiterer leichter Kursanstieg im Dezember als durchaus realistisch angesehen werden darf.

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Entwicklung der Inflation

Inflation in den USA

Aufgrund des Shutdowns in den USA wurden im November keine frischen Inflationsdaten veröffentlicht. Zuletzt lag die Inflationsrate in den USA im September bei 3,0% und ist damit etwas weniger stark gestiegen als die erwarteten 3,1%. Auch diese Daten wurden aber schon mit Verspätung vorgelegt. Die nächsten Inflationsdaten für die USA werden am 18.12. erwartet.

Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre

Inflation in der Euro-Zone

Die finalen Inflationsdaten für die Euro-Zone für den Oktober wurden am 19.11. veröffentlicht. Die Inflationsrate ist von 2,2% auf 2,1% leicht gesunken. Ein Rückgang der Inflationsrate in diesem Ausmaß wurde mit den am 31.10. veröffentlichten vorläufigen Inflationsdaten bereits erwartet. Die vorläufigen Inflationsdaten für den November werden am 02.12. veröffentlicht, bevor die finalen Inflationsdaten dann am 17.12. folgen. Generell richtet sich der Blick auf die Inflationsdaten für die Entwicklung am Aktienmarkt aktuell aber deutlich stärker auf die USA als auf die Euro-Zone.

Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre

Was machen die Notenbanken?

Im November gab es weder von der FED noch von der EZB einen Zinsentscheid. Dennoch war die Geldpolitik im November ein wichtiges Thema. Die Verunsicherung, dass die FED die Zinsen im Dezember vielleicht doch nicht senken könnte, sorgte zur Monatsmitte für größere Kursrückgänge an den Aktienmärkten. Ein Blick auf das FED Watch Tool zeigt hier deutlich, wie sich die Erwartungshaltung im Zeitverlauf entwickelt hat.

Das FED Watch Tool ist ein von der CME Group veröffentlichtes Analyse-Tool, mit dem Anleger die Wahrscheinlichkeit zukünftiger US-Leitzinsentscheidungen der FED einschätzen können. Diese Wahrscheinlichkeiten werden auf Basis von Futures-Preisen abgeleitet.

Vor einem Monat lag die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung der FED im Dezember auf dann 3,50% bis 3,75% bei etwa 70%. In der zweiten Novemberhälfte hat sich diese Wahrscheinlichkeit zwischenzeitlich auf nur noch 50% reduziert. Mit den Kursen von Ende Oktober war eine Zinssenkung im Dezember allerdings schon weitgehend eingepreist. Sollte diese ausbleiben, wäre das für die Aktienmärkte eine Enttäuschung. Diese mögliche Enttäuschung war zumindest ein Grund für die Schwächephase Mitte November.

Aktuell sieht das Bild aber wieder deutlich entspannter aus. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung der FED im Dezember liegt aktuell bei 86% und ist damit so hoch wie den ganzen November noch nicht. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass die FED nun liefern muss. Sollte die Zinssenkung im Dezember um weitere 25 Basispunkte doch nicht stattfinden, können wir uns von einer Jahresendrallye wahrscheinlich auch verabschieden.

Entwicklung der Leitzinsen in den USA und der Euro-Zone
Entwicklung der Leitzinsen in den USA und der Euro-Zone

Der Blick auf die EZB war die letzten Monate hingegen weniger spannend. Und auch im Dezember wird EZB im Gegensatz zur FED weniger im Fokus stehen. Für den Zinsentscheid der EZB wird im Dezember erneut davon ausgegangen, dass die EZB die Zinsen nicht antastet und den Einlagenzins bei 2,0% belässt. Wie du der Entwicklung der Zinsen im Chart oben entnehmen kannst, hat die EZB im Vorjahr sowie Anfang dieses Jahr bereits mehrere Zinssenkungen durchgeführt, während sich die FED hier eher zurückgehalten hat. So gesehen hat die FED noch einige Senkungen nachzuholen.

Die nächsten Termine der FED & EZB:

Berichtssaison

Höhepunkt der Berichtssaison war Ende Oktober. Auf die Ergebnisse hier bin ich in meiner letzten Marktanalyse ausführlich eingegangen. Als klares Fazit ließ sich hier mitnehmen, dass allein das Erfüllen der Erwartungen an Umsatz und Gewinn für weiter steigende Aktienkurse nicht ausreicht – gerade bei den Aktien, die sich die letzten Monate schon sehr stark entwickelt haben.

Jetzt im November standen nur noch wenige Schwergewichte mit ihren Quartalszahlen auf der Agenda. Klar im Fokus war dabei Nvidia, die am 19.11. nachbörslich ihre Zahlen vorgelegt haben. Bei der Vorlage der Quartalszahlen von Nvidia geht es auch nicht nur darum, wie sich die Aktie entwickelt, vielmehr ist Nvidia ein Pulsgeber für den gesamten Sektor der Künstlichen Intelligenz. Schwache Zahlen von Nvidia würden Sorgen aufkommen lassen, ob der KI-Hype langsam abnimmt.

Übersicht der wichtigsten Earnings im November
Übersicht der wichtigsten Earnings im November

Letztlich hat Nvidia aber wieder einmal geliefert und die Erwartungen an Umsatz und Gewinn deutlich übertroffen. Während die Aktie in einer ersten Reaktion nachbörslich leichte Gewinne verzeichnen konnte, stand am Folgetag ein Verlust von rund -3% zu Buche. Auch das zeigt nochmal deutlich, dass bei Aktien, die bereits sehr gut gelaufen sind, selbst das Übertreffen der Erwartungen nicht automatisch zu weiteren Kursgewinnen führt. Entscheidend war hier aber, dass Nvidia mit seinem Zahlenwerk überzeugen konnte und die Befürchtung eines Endes des KI-Hypes sich somit nicht bewahrheitet hat.

Kalender – anstehende Wirtschaftstermine

Der Shutdown in den USA hat nach wie vor seine Nachwirkungen. Die angegeben Termine sind daher unter Vorbehalt, da nicht klar ist, ob die jeweiligen Daten zum Veröffentlichungstermin bereitstehen. Das betrifft in erster Linie die folgenden Daten:

  • Produzentenpreise USA
  • Einzelhandelsumsätze USA
  • US-Arbeitsmarktbericht
  • BIP USA
  • Persönliche Konsumausgaben (PCE)
  • Industrieproduktion USA
Datum / Uhrzeit Termin
01.12. um 16:00 ISM Manufacturing-Index
02.12. um 11:00 Inflation Euro-Zone (Nov. vorläufig)
02.12. um 11:00 Arbeitslosenquote Euro-Zone
03.12. um 14:15 ADP-Arbeitsmarktbericht
03.12. um 15:15 Industrieproduktion USA
03.12. um 16:00 ISM Non-Manufacturing Index
05.12. um 11:00 BIP Euro-Zone (Q3)
05.12. um 16:00 PCE (privat Konsumausgaben) USA (Sep)
08.12. um 08:00 Industrieproduktion Deutschland
10.12. um 20:00 FED-Zinsentscheid
12.12. um 08:00 Inflation Deutschland (November final)
15.12. um 11:00 Industrieproduktion Euro-Zone
16.12. um 09:30 Einkaufsmanagerindizes (PMI) Deutschland
16.12. um 10:00 Einkaufsmanagerindizes (PMI) Euro-Zone
16.12. um 11:00 ZEW-Konjunkturerwartungen
16.12. um 14:30 US-Arbeitsmarktbericht (Okt)
16.12. um 15:45 Industrieproduktion USA
16.12. um 15:45 Einkaufsmanagerindizes (PMI) USA
17.12. um 10:00 Ifo-Geschäftsklimaindex
17.12. um 11:00 Inflation Euro-Zone (November final)
17.12. um 14:30 Einzelhandelsumsätze USA (Okt)
18.12. um 14:15 EZB-Zinsentscheid
18.12. um 14:15 EZB-Zinsentscheid
18.12. um 14:30 Inflation USA (Oktober)
19.12. um 08:00 Gfk-Verbrauchervertrauen
19.12. um 14:30 PCE (private Konsumausgaben) USA (Okt)
19.12. um 16:00 Verbrauchervertrauen Euro-Zone
19.12. um 16:00 Uni Michigan Sentiment
23.12. um 14:30 BIP USA (Q3 Schätzung)
23.12. um 16:00 Verbrauchervertrauen USA

Fazit zur Marktanalyse Dezember

Der November hat zwischenzeitlich starke Nerven gefordert. Die Aktienmärkte wurden zur Monatsmitte auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und wir haben je nach Index Korrekturen zwischen -6% bis zu -9% gesehen. Letztlich war das eine gesunde Entwicklung insbesondere nach dem starken Kursanstieg der US-Indizes über die Sommermonate.

Nachdem im November zwischenzeitlich Zweifel an einer Zinssenkung der FED im Dezember aufkamen, ist diese nun wieder deutlich wahrscheinlicher geworden. Auch der Shutdown hat nun ein Ende, sodass demnächst wieder frische Daten zum US-Arbeitsmarkt und der Inflation in den USA veröffentlicht werden. Die Befürchtung eines Endes des KI-Hypes konnte mit starken Zahlen von Nvidia auch abgewendet werden.

Mit der Rallye der letzten Tage im November sind vor allem die US-Indizes nun zwar wieder ambitioniert bewertet, aber nicht heiß gelaufen. Es liegt also durchaus im Rahmen es Möglichen, dass der Dezember seinem Ruf als starker Börsenmonat in diesem Jahr gerecht werden kann. Damit wir vor allem in der zweiten Dezemberhälfte eine freundliche Entwicklung sehen, muss aber auch die FED mitspielen. Ohne eine Zinssenkung am 10.12. können wir eine Jahresendrallye abschreiben.

Aktuell ist auch interessant zu beobachten, dass die Verunsicherung am Markt weiterhin groß ist, obwohl speziell die US-Börsen dich an ihren Allzeithochs notieren. Der CNN Fear & Greed Index lag die letzten Wochen durchgehend in einem Bereich, der Angst bis große Angst verkörpert. Sobald die Verunsicherung bei den Marktteilnehmern wieder zurückgeht, könnte hier ein weiterer Faktor ins Spiel kommen, der zu einem freundlichen Jahresausklang führt.

Kleine Rücksetzer müssen dabei natürlich immer wieder einkalkuliert werden. Ein Unterschreiten der Tiefs aus dem November ist zwar unwahrscheinlich, wäre aber durchaus kritisch zu werten. Solange sich die Korrekturen aber auf die Tiefs der letzten Wochen beschränken, ist alles in Ordnung.

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