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Marktanalyse August

Titelbild zur Marktanalyse August

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Ziel der Marktanalyse August

In diesem Beitrag möchte ich dir meine Marktanalyse für die Aktienmärkte für den August vorstellen. In der Marktanalyse werfen wir zunächst einen Blick auf die Performance der letzten Wochen und Monate. Anschließend gehe ich mit dir auf die wichtigsten Faktoren ein, die die Märkte aktuell bewegen (Zoll-Thematik, Arbeitsmarkt, etc.). Außerdem untersuche ich mit dir in der Chartanalyse für die wichtigsten Indizes auf welche Kursniveaus es jetzt ankommt. Anschließend werfen wir noch einen Blick auf die Inflation, Geldpolitik sowie die laufende Berichtssaison. Ziel der Marktanalyse ist, dass du weißt, was du in den nächsten Wochen am Aktienmarkt erwarten kannst.

Performance-Rückblick

Index-Heatmap

Im Juli tendierten die europäischen Indizes eher seitwärts, während die US-Börsen moderate Gewinne verbuchen konnten. Der DAX legte mit +0,7% leicht zu, der MDAX konnte um +1,7% steigen. Im europäischen Vergleich liegt der DAX damit mit dem Stoxx600 nahezu gleichauf. Der Stoxx600 stieg im Juli um +0,9%.

Die US-amerikanischen Indizes haben da etwas größere Gewinne verzeichnet. Der S&P 500 legte um +2,2% zu und der Nasdaq100 stieg um +2,4%. Die Schwäche der US-Indizes aus den ersten Monaten des Jahres ist damit endgültig beendet. Für uns hierzulande fällt die Performance bei US-Aktien seit Jahresbeginn aufgrund des schwachen US-Dollars aber nach wie vor deutlich geringer aus. Im Juli konnte der USD zum Euro zwar wieder um rund 3% aufwerten, seit Jahresbeginn hat der USD gegenüber dem Euro aber nach wie vor rund -13% an Wert eingebüßt.

Zu beachten ist bei dieser Auswertung noch, dass sich die Renditetabelle auf den Juli und damit Stand 31.07. bezieht. Speziell am Freitag, den 01.08. sind die Börsen deutlich unter Druck geraten, sodass die Gewinne aus dem Juli größtenteils hergegeben wurden.

Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im Juli
Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im Juli

Performance im Juli

Beim Blick auf den Monatschart fällt zwischen den europäischen Indizes und den US-amerikanischen Indizes direkt ein deutlicher Unterschied auf. Zunächst ist hier die kurze Rallye des DAX und des Stoxx50 in der ersten Monatshälfte zu nennen. Vor allem zwischen dem 04.07. und dem 09.07. haben die europäischen Aktienmärkte einen deutlichen Gewinn verzeichnet, während die US-Börsen seitwärts tendierten. Diese Rallye wurde aber schnell wieder abverkauft.

Zum Monatsende hin waren der S&P 500 sowie der Nasdaq100 dann in der Lage Gewinne zu verzeichnen und sich so vom DAX und Stoxx50 abzusetzen. Ein wichtiger Faktor hierfür war auch der am 28.07. verkündete Zoll-Deal zwischen den USA und der Euro-Zone (dazu später mehr). Der Deal nimmt zwar Unsicherheit aus dem Markt, die USA gehen daraus aber als Gewinner hervor. Entsprechend haben sich die US-Indizes zum Monatsende freundlicher gezeigt.

Die letzten beiden Handelstage haben dann an den Börsen in Europa und den USA allerdings zu größeren Verlusten geführt. Unsicherheiten im Zoll-Konflikt sowie ein schwacher Arbeitsmarktbericht aus den USA haben dazu geführt, dass die US-Indizes ihre Gewinne aus dem Juli komplett wieder abgegeben haben. Die europäischen Indizes sind deutlich ins Minus gerutscht. Auf beide Belastungsfaktoren gehe ich später in diesem Artikel genauer ein.

Chart für die wichtigsten Aktienindizes im Juli
Chart für die wichtigsten Aktienindizes im Juli

Performance im letzten Jahr

Der DAX ist auf Sicht der letzten zwölf Monate nach wie vor der klare Gewinner beim Performancevergleich, der Abstand zu den US-Indizes wird aber geringer. Der DAX konnte über die letzten zwölf Monate einen Gewinn von +27% verzeichnen. Auch der MDAX schlägt sich mit +21% sehr gut. Zu beachten ist aber, dass der DAX und MDAX Performanceindizes sind und Dividenden mitberücksichtigen. Die drei anderen Indizes spiegeln lediglich die Kursperformance wider.

Der Nasdaq100 und S&P 500 haben ihren Performancerückstand wieder etwas aufgeholt. Der S&P 500 verzeichnet auf Jahressicht einen Gewinn von +15% und der Nasdaq100 liegt bei +21%. Die zwischenzeitliche Stärke des Stoxx600 ist inzwischen längst wieder verpufft. Vor einigen Monaten lag der Stoxx600 auf Sicht des letzten Jahres gleichauf mit den US-Indizes. Inzwischen liegt der Stoxx600 bei nur +5%. Die Stärke des europäischen Leitindex war also nur eine Momentaufnahme.

Performance für die wichtigsten Indizes über die letzten 12 Monate
Performance für die wichtigsten Indizes über die letzten 12 Monate

Blick auf die Volatilität: VIX

Im Juli haben wir uns größtenteils in einem ruhigen Marktumfeld befunden. Der VIX notierte den gesamten Juli kein einziges Mal über 20 Punkten. Ein VIX-Stand von unter 20 steht für ein ruhiges Marktumfeld. Zuletzt hat der VIX Mitte Juni ein Hoch von 22 Punkten markiert, was auf die kurzfristigen Unsicherheiten im Israel-Iran-Konflikt zurückzuführen war.

Zum Monatswechsel ist der VIX nun aber wieder über das Niveau von 20 Punkten gestiegen. Wie eben bereits erwähnt, sorgten ein schwacher US-Arbeitsmarkt sowie die Zoll-Thematik für Unruhe. Am 31.07. haben die Aktienmärkte bereits Verluste verzeichnet und diese am 01.08. deutlich ausgeweitet. Das sorgte für einen deutlichen Anstieg des VIX. Verglichen mit den VIX-Ständen vor einigen Monaten befinden wir uns hier aber nach wie vor auf einem moderaten Niveau.

Nachdem wir vor allem in den ersten Monaten des Jahres mit sehr volatilen Märkten zu kämpfen hatten kehrte zuletzt Ruhe ein. Natürlich kann sich das aber schnell ändern, wenn es neue Impulse von der Nachrichtenseite gibt. Einen ersten Eindruck davon haben wir über den Monatswechsel schon bekommen.

Der VIX ist der Volatilitätsindex auf den S&P 500 und gibt Auskunft über die erwartete Schwankung des S&P 500 in den nächsten 30 Tagen. Berechnet wird der VIX auf Basis von Optionspreisen von der CBOE.

Entwicklung des VIX - Stand 02.08.2025
Entwicklung des VIX - Stand 02.08.2025

Tops & Flops im Juli

Für den deutschen Aktienmarkt werden die 100 Aktien des HDAX betrachtet, für die USA analysieren wir die Aktien des Nasdaq100 und für den europäischen Aktienmarkt betrachten wir die Aktie des Stoxx Europe 50.

Top/Flop Aktien aus dem HDAX (Deutschland)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im Juli 2025
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im Juli 2025

Top/Flop Aktien aus dem Nasdaq100 (USA)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im Juli 2025
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im Juli 2025

Top/Flop Aktien aus Europa (Stoxx Europe 50)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im Juli 2025
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im Juli 2025

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Performance einzelner Branchen

Für die Analyse zyklischer und defensiver Sektoren werden die Branchenindizes des S&P 500 und Stoxx600 betrachtet. Die zyklischen Sektoren haben im Juli einen Gewinn von +1,0% verzeichnet, während die defensiven mit -0,1% seitwärts tendierten.

Ein Ausreißer aus den defensiven Sektoren ist der Energiesektor mit einem Gewinn von +3,8%. Würden wir diesen Sektor ausklammern, wären die defensiven Sektoren im Juli klar schwächer gewesen. Das passt aber auch zum freundlichen Marktumfeld, das wir über den Juli gesehen haben. Die Aktienmärkte haben moderate Gewinne verzeichnet und zyklische Sektoren profitieren in solch einer Phase für gewöhnlich mehr.

Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im Juli
Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im Juli

Was die Märkte aktuell besonders bewegt

Der Zoll-Streit

Für den Juli war klar, dass es neue Meldungen zum Zollstreit geben muss. Am 09.07. lief die 90-tägige Zollpause aus, die US-Präsident Trump nach seiner Zoll-Ankündigung Anfang April ausgerufen hatte. Mitte des Monats gab Trump dann bekannt, dass ab dem 01.08. Zölle von 30% auf EU-Produkte gelten sollen.

Auf diese Meldung haben die Aktienmärkte erstaunlich entspannt reagiert. Hier war den Marktteilnehmern bereits klar, dass es sich dabei auch wieder nur um Trumps Verhandlungstaktik handelt und diese Zölle so wohl nicht kommen werden. Knapp zwei Wochen später herrschte dann Gewissheit und es wurde ein Deal zwischen der EU und den USA verkündet: Auf Waren und Dienstleistungen aus der EU, die in die USA exportiert werden, sollen künftig Zölle in Höhe von 15% anfallen.

Klar ist aber auch, dass der Deal für Europa eine Verschlechterung zur Situation Anfang des Jahres darstellt. Ein pauschaler Zollsatz von 15% ist für einen Großteil der Branchen höher als der Zoll zu Beginn des Jahres war. Europa hatte hier aber nicht wirklich eine Wahl: Ein Handelskrieg mit den USA würde zu massiven wirtschaftlichen Schäden führen und entsprechend wird der Deal so einfach akzeptiert. Der Gewinner: die USA. Das zeigt auch wieder deutlich, dass eine Übergewichtung von US-Aktien im Depot langfristig die beste Strategie ist.

Wie die letzten Tage gezeigt haben, ist das Thema Zölle aber längst noch nicht vom Tisch. Die USA haben nämlich noch nicht mit allen wichtigen Handelspartnern einen Deal erzielt und die jüngste Zoll-Ankündigung von Trump vom 31.07. mit Zöllen unter anderem gegen Kanada, Brasilien und die Schweiz hat hier schon etwas auf die Stimmung an den Börsen gedrückt. Außerdem dürfte das Thema Zölle auch mittelfristig ein Unsicherheitsfaktor sein. Denn auch wenn Deals ausgearbeitet werden, steht und fällt letztlich doch alles mit der Sprunghaftigkeit des US-Präsidenten.

Israel-Iran-Konflikt

Vom zweiten Unsicherheitsfaktor, dem Israel-Iran-Konflikt, der im Juni an den Aktienmärkten auch noch Thema war, war im Juli gar keine Rede mehr. Auch für die kommenden Wochen ist das daher nicht das marktbeherrschende Thema.

Schwacher Arbeitsmarkt in den USA

Neben den Neuigkeiten in der Zoll-Thematik waren es am Freitag (01.08.) vor allem auch schwache Daten vom US-Arbeitsmarkt, die die Aktienmärkte deutlich belastet haben. Das US-Arbeitsministerium hat am Freitag, den 01.08. den Arbeitsmarktbericht für den Juli veröffentlicht. Demnach wurden außerhalb der Landwirtschaft im Juli nur 73.000 neue Stellen geschaffen. Erwartet wurden hingegen 100.000 neue Stellen. Außerdem wurden die Zahlen für den Mai und Juni in Summe um 250.000 Stellen nach unten korrigiert.

Diese Daten zum US-Arbeitsmarkt ließen Zweifel an der Stärke der US-Wirtschaft aufkommen, was zum Wochenende auf die Aktienkurse gedrückt hat. Einzig Positives, was sich daraus mitnehmen lässt, ist, dass die FED darin vielleicht einen Anlass sieht die nächste Zinssenkung doch früher ins Visier zu nehmen. Neben der Preisstabilität legt die FED auch Wert auf einen starken Arbeitsmarkt.

Faktor Saisonalität?

Wir befinden uns nach wie vor in den statistisch eher schwachen Sommermonaten. Ich bin von Börsenweisheiten wie „Sell in may and go away“ kein Freund. Wir haben die letzten Jahre hier nämlich genug Fälle gesehen, in denen sich die Börsen auch in den Sommermonaten freundlich gezeigt haben.

Wichtig ist aber zu beachten, dass wenn sich die Lage am Aktienmarkt eintrüben sollte, die Sommermonate für eine Korrektur einfach anfälliger sind. Gerade die Schwäche der letzten Tage mahnt daher etwas zur Vorsicht. Grund für Verkäufe ist das zwar nicht. Dennoch heißt es vorbereitet sein: Dreht die Stimmung erstmal, können wir auch ohne neuen Newsflow eine Ausdehnung einer Korrektur sehen, eben nur weil das Märchen der schwachen Sommermonate dann von einer Vielzahl der Marktteilnehmer gesponnen wird.

Chartanalyse - Marktanalyse August

Chartanalyse für den DAX

Chartanalyse für den DAX (Stand 02.08.2025)
Chartanalyse für den DAX (Stand 02.08.2025)

Der DAX lief im Juli größtenteils seitwärts. Nach einem starken Start in den Monat hat der deutsche Leitindex bei rund 24.650 Punkten ein neues Allzeithoch markiert. Anschließend hat sich der DAX über der runden Marke von 24.000 Punkten gefestigt und nahe seines Allzeithochs ein paar weitere Hochpunkte ausgebildet. Daraus ergibt sich aktuell ein leichter Widerstandsbereich (rot markiert) zwischen 24.470 und 24.650 Punkten.

Vor allem die beiden letzten Handelstage hat der DAX Schwäche gezeigt, was allerdings auf die Nachrichtenlage zurückzuführen ist. Damit hat der DAX nun den grün markierten Unterstützungsbereich 1 zwischen 23.050 und 23.500 Punkten erreicht. In meiner letzten Marktanalyse habe ich gesagt, dass eine Korrektur auf dieses Niveau absolut unkritisch wäre.

Aufgrund der hohen Geschwindigkeit des Kursrückgangs in den beiden letzten Tagen ist es nun aber wichtig, dass sich diese Abwärtsdynamik nicht weiter fortsetzt. Rutscht der DAX nochmal unter den Unterstützungsbereich 1, findet sich bei 22.200 Punkten (hellblau) der nächste Support. Knapp darunter wartet dann bereits die 200-Tage-Linie. Nach dem zuletzt eher schlechten Newsflow sollte ein Rückgang bis auf das Niveau von 22.200 Punkten zumindest in Betracht gezogen werden und im Zweifel nicht verunsichern.

Nachdem der DAX im Juli eher seitwärts lief und die letzten beiden Tage deutlich korrigiert hat, liegt inzwischen auch keine überkaufte Situation mehr vor. Ende Juni notierte der DAX noch +11% über seiner 200-Tage-Linie, Ende Mai waren das sogar +16%. Aktuell liegt der DAX nur noch +7% über seiner 200-Tage-Linie, was als normal anzusehen ist.

Angst vor einer großen Korrektur infolge einer Überhitzung müssen wir damit aktuell nicht mehr haben. Die Verunsicherung hat zuletzt aber wieder leicht zugenommen und eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung in den ersten Tagen im August sollte einkalkuliert werden. Solange der DAX aber oberhalb von 22.200 Punkten notiert ist alles in Ordnung. Rücksetzer können hier gut für einen Einstieg genutzt werden. Im Monatsverlauf ist ein Angriff auf das Allzeithoch auch absolut drinnen.

Chartanalyse für den S&P 500

Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 02.08.2025)
Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 02.08.2025)

Der S&P 500 hat sich im Juli stark gezeigt. Ich meiner letzten Marktanalyse habe ich davon gesprochen, dass eine Korrektur bis auf etwa 6.000 Punkte alles andere als ein Problem wäre. Aber selbst die haben wir nicht gesehen. Einen Großteil des Monats befand sich der S&P 500 im Rallyemodus. Der Anstieg verlief zwar nicht sonderlich steil, dafür aber mit einer hohen Stabilität. Die beiden letzten Tage hat aber auch der S&P 500 unter der Nachrichtenlage gelitten und seine Gewinne der letzten zwei bis drei Wochen vollständig wieder abgegeben.

Der grün markierte Unterstützungsbereich 1 zwischen 6.100 und 6.150 Punkten war in meiner letzten Marktanalyse noch rot gefärbt. Ende Juni war nämlich noch nicht klar, ob es dem S&P 500 gelingt diesen Widerstand, welcher von seinem Allzeithoch aus dem Februar dieses Jahr resultiert, nachhaltig zu überwinden. Nun haben wir Gewissheit: Nachdem der S&P 500 über dieses Niveau gestiegen ist, hat er seine Gewinne kontinuierlich weiter ausgebaut und hat nun bei rund 6.430 Punkten ein neues Allzeithoch markiert.

Mit der Korrektur zum Wochenende nähert sich der S&P 500 nun diesem ersten Unterstützungsbereich. Ideal wäre in den ersten Tagen im August nun eine Ausdehnung der Korrektur auf dieses Niveau. Bei einer erfolgreichen Stabilisierung würde diese Unterstützung dann noch an Bedeutung gewinnen.

Kurse deutlich unterhalb dieses Niveaus sind im August eher unwahrscheinlich, außer es gibt von der Nachrichtenseite nochmal richtig eins auf den Deckel. In einem Worst-Case sollte der S&P 500 aber nicht mehr unter seine 200-Tage-Linie von aktuell rund 5.900 Punkten fallen. Andernfalls trübt sich die charttechnische Situation wieder klar ein. Gelingt im grün markierten Unterstützungsbereich 1 eine Stabilisierung, wäre eine Seitwärtsbewegung bis moderate Aufwärtsbewegung zum bisherigen Allzeithoch für den August bereits ein gutes Ergebnis.

Chartanalyse für den Nasdaq100

Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 02.08.2025)
Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 02.08.2025)

Der Nasdaq100 hat in den letzten Handelstagen im Juni bereits eine starke Rallye verzeichnet und sich Anfang Juli dann in einer kurzen Seitwärtsbewegung über seinem ehemaligen Widerstand von 22.130 Punkten (blau) gefestigt. Ausgehend davon war der Nasdaq100 in der Lage seine Rallye weiter fortzusetzen.

Wie auch beim S&P 500 gilt nun auch für den Nasdaq100, dass nach dem Abgabedruck in den beiden letzten Tagen eine Korrektur bis zur ersten Unterstützung von 22.130 Punkten unkritisch wäre. Auf diesem Niveau aber auch knapp darüber ist dann wieder ein Kursniveau erreicht, bei dem ein Einstieg interessanter wird.

Ein Rückgang bis auf 22.130 Punkte sollte im August also auf jeden Fall einkalkuliert werden. Auch eine Ausdehnung der Korrektur bis auf die darunter liegende Unterstützung von 21.460 Punkten (orange) wäre noch unkritisch. Kurse darunter würden allerdings dazu führen, dass die kurzfristige Trendrichtung abwärts gerichtet wäre. Dieses Szenario ist für den August allerdings unwahrscheinlich.

Der Kursrückgang zum Monatswechsel sieht zwar groß aus, ist für die langfristige Entwicklung aber gesund. Die letzten Wochen hat der Nasdaq100 schon wieder zu einer Übertreibung tendiert. Die jüngste Korrektur verhindert nun also, dass der Index überhitzt. Wie gesagt sind Kurse knapp oberhalb der ersten Unterstützung als Kaufniveau bereits wieder attraktiv.

Chartanalyse für den Stoxx600

Chartanalyse für den Stoxx600 (Stand 02.08.2025)
Chartanalyse für den Stoxx600 (Stand 02.08.2025)

Dem Stoxx600 ist es im Juli gelungen sich seinem letzten markanten Hoch von 556 Punkten (blau) wieder anzunähern. Diese Zone hatte ich in meiner letzten Marktanalyse auch als realistisch erreichbares Ziel herausgestellt. Für einen Anstieg über dieses Niveau hat es allerdings nicht gereicht. Damit gewinnt der Widerstand von 556 Punkten zunehmend an Bedeutung.

Mit der starken Abwärtsbewegung der beiden letzten Tage hat der Stoxx600 seine Aufwärtsbewegung der letzten Wochen komplett wieder hergegeben. Inzwischen liegt der Stoxx600 nur noch knapp über seiner 200-Tage-Linie. Das zeigt auch nochmal, dass der breite europäische Aktienmarkt im Vergleich zum DAX sowie den US-amerikanischen Indizes zuletzt schwächelt. Letztere notieren noch deutlich weiter von ihrem 200-Tage-Durchschnitt entfernt.

Eine sehr wichtige Zone für den Stoxx600 ist der grün markierte Bereich zwischen 525 und 530 Punkten. Diese Unterstützung ergibt sich aus dem ehemaligen Widerstand in Form diverser markanter Hochpunkte aus dem Jahr 2024. Sollte der Stoxx600 deutlich unter dieses Niveau fallen, dreht die Tendenz von seitwärts zu abwärts.

Das würde keinesfalls eine nahtlose Fortsetzung der Abwärtsbewegung an die nächste Unterstützung von 506 Euro (orange) zur Folge haben. Allerdings wäre das nochmal eine Bestätigung dafür, dass es dem Stoxx600 aktuell einfach an Dynamik fehlt. Wichtig wäre daher eine Stabilisierung oberhalb von 530 Punkten. Ausgehend davon kann sich der Stoxx600 dann seinen letzten Hochs zumindest wieder annähern.

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Entwicklung der Inflation

Inflation in den USA

Die letzten Inflationsdaten aus den USA wurden am 15.07. veröffentlicht und beziehen sich auf die Preisentwicklung im Juni. Im Juni lag die Inflationsrate in den USA bei 2,7%. Im Vergleich zum Vormonat, als die Inflationsrate noch bei 2,4% lag, handelt es sich hierbei um einen deutlichen Anstieg. Erwartet wurde, dass die Inflationsrate auf 2,6% steigt. Erstaunlicherweise hat der S&P 500 am 15.07. trotzdem mit einem kleinen Plus von +0,5% eröffnet. Bis zum Handelsschluss ist der Index dann aber ins Minus gedreht.

Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre

Vom Tief der Inflationsrate im April (2,3%) hat sich die Inflation damit wieder deutlich entfernt. Positiv ist aber, dass die Reaktion auf die stärker als erwartet gestiegene Inflation recht überschaubar war. Da die Inflation die letzten zwei Monate nun aber wieder angezogen hat, ist die FED mit einer ersten Zinssenkung weiterhin vorsichtig. Die nächsten Inflationsdaten für den Juli werden am 12.08. veröffentlicht.

Inflation in der Euro-Zone

Die finalen Inflationsdaten für die Euro-Zone für den Juni wurden am 17.07. veröffentlicht. Die Inflationsrate verharrt bei 2,0%, wo sie bereits im Mai lag. Auch die vorläufigen Daten, die bereits am 01.07. veröffentlicht wurden, sind davon ausgegangen, dass die Inflationsrate im Juni bei 2,0% bleibt.

Die vorläufigen Inflationsdaten für den August wurden am 01.08. veröffentlicht und sehen die Inflationsrate in der Euro-Zone bei 2,0%. Erwartet wurde ein leichter Rückgang der Inflation auf 1,9%. An den Aktienmärkten wurde dem allerdings nicht viel Achtung geschenkt, da zeitgleich die Zoll-Thematik wieder in den Fokus gerückt ist. Die finalen Inflationsdaten für die Euro-Zone für den August gibt es dann am 20.08.

Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre

Was machen die Notenbanken?

Wie bereits im Juni gab es auch im Juli sowohl von der EZB als auch von der FED einen Zinsentscheid. Den Anfang machte die EZB am 24.07. Im Vorfeld war dieses Mal unsicher, ob die EZB den Leitzins ein weiteres Mal senken wird, nachdem die EZB zuvor die Zinsen sieben Mal infolge gesenkt hatte. Mit ihrer Entscheidung vom 24.07. lässt die EZB den Leitzins unverändert bei 2,0%. Eine direkte Reaktion auf diese Bekanntgabe gab es an den Aktienmärkten an dem Tag allerdings nicht. Vielmehr war im Tagesverlauf dann eine Schwäche zu beobachten und die zuvor erzielten Gewinne des DAX und Stoxx600 von rund 1% wurden komplett wieder abgegeben.

Spannend dürfte die weitere Zinsentwicklung im laufenden Jahr sein. Zwischen den einzelnen Notenbankern im EZB-Rat herrscht aktuell nämlich Uneinigkeit darüber, ob die Zinsen unverändert bleiben sollen oder eine weitere Senkung möglich ist. Eine Prognose, wie die EZB bei der nächsten Sitzung am 11.09. vorgehen möchte, konnte EZB-Chefin Lagarde nicht geben.

Ende Juli richtete sich der Blick dann auf die FED und ihren Zinsentscheid am 30.07. Wie bereits bei den letzten FED-Sitzungen war der eigentliche Zinsentscheid aber nicht wirklich spannend. Es war bereits klar, dass die FED den Leitzins erneut nicht antasten wird und in einer Spanne zwischen 4,25% und 4,50% belassen wird. FED-Chef Powell kommt den Forderungen von US-Präsident Trump mit einer raschen Zinssenkung demnach nicht nach.

Entwicklung der Leitzinsen in den USA und der Euro-Zone
Entwicklung der Leitzinsen in den USA und der Euro-Zone

Hierzu ein kurzer Einschub: Zwischen Trump und Powell herrschen aktuell größere Spannungen. Kurzzeitig wurde es an den Aktienmärkten auch unruhig, als am 16.07. die Meldung kam, dass Trump den Notenbank-Chef aus seinem Amt schmeißt. Als Reaktion darauf sackte der S&P 500 in kurzer Zeit rund -1% ab. Nur kurze Zeit später kam aber gleich eine weitere Meldung, die das dementierte. Allein dieser Fall zeigt aber, dass das Verhältnis zwischen Trump und Powell besser sein könnte.

Nun aber zurück zur jüngsten FED-Sitzung. Erneut stand also weniger der eigentliche Zinsentscheid im Fokus, sondern die anschließende Pressekonferenz, bei der FED-Chef Powell einen Ausblick auf die weitere Geldpolitik liefert. Auch hier gab es aber erneut keine klaren Äußerungen, wann die FED ihre nächste Zinssenkung durchführen möchte. Powell verwies auf eine „ungewöhnliche Situation“ mit Anzeichen einer schwächelnden Wirtschaft, jedoch einem robusten Arbeitsmarkt und einer ungewissen Inflationsentwicklung. Nicht zuletzt ist die steigende Inflation im Juni keine Hilfe für eine baldige Zinssenkung.

Um aber zumindest etwas Klarheit in der Geldpolitik der FED zu erhalten, lohnt sich ein Blick auf das FED-Watch-Tool. Das FED Watch Tool ist ein von der CME Group bereitgestelltes Analysemodell, was auf Basis von Futures-Kursen die Wahrscheinlichkeit für künftige Leitzinsentscheidungen berechnet.

Nach den Daten des FED-Watch-Tools liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung bei der nächsten FED-Sitzung am 17.09. aktuell bei 80%. Vor einem Monat belief sich diese Wahrscheinlichkeit noch auf 94%. Vor einer Woche hingegen lag diese Wahrscheinlichkeit bei nur noch 62%. Über die letzte Woche haben wir also wieder einen Anstieg der Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung gesehen. Das ist vor allem auf den schwachen US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag (01.08.) zurückzuführen.

In meiner letzten Marktanalyse hatte ich geschrieben, dass eine Zinssenkung im September als am wahrscheinlichsten gilt. Danach sieht es auch weiterhin aus. Sollte im September doch noch keine Zinssenkung erfolgen, dürften die Zinsen aus aktueller Sicht aber spätestens Ende Oktober sinken. Aktuell liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung spätestens bei der FED-Sitzung am 29.10. bei 95%.

Die Tatsache, dass sich die Aktienmärkte im Juli dennoch freundlich gezeigt haben, obwohl die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung tendenziell rückläufig war, ist ein gutes Zeichen. Das signalisiert, dass die Börsen aktuell von der FED nicht so abhängig sind. Klar ist aber, dass eine deutlich restriktivere Haltung oder gar eine Absage an Zinssenkungen im laufenden Jahr ein großer Belastungsfaktor für die Aktienmärkte wären.

Die nächsten Termine der FED & EZB:

Berichtssaison

In der zweiten Juli-Hälfte ist die Berichtssaison angelaufen. Den Anfang haben traditionell die Großbanken in den USA gemacht. Zum Monatsende folgten dann die Mega-Caps wie Alphabet, Microsoft, Meta, Amazon und Apple. Aber auch abseits der Mega-Caps gab es zahlreiche Earnings mit teilweise starken Kursreaktionen.

Übersicht der wichtigsten Earnings im Juli
Übersicht der wichtigsten Earnings im Juli

Auffällig ist in der laufenden Berichtssaison, dass Aktien selbst dann unter Druck geraten, wenn die Erwartungen hinsichtlich Umsatz und Gewinn deutlich übertroffen wurden. Zu sehen war das unter anderem bei Netflix, Texas Instruments, IBM, Apple und Amazon. Bei Apple und Amazon sorgte allerdings auch ein schwaches Marktumfeld am Tag nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen für Verluste.

Positiv fallen vor allem Meta und Microsoft auf. Beide Mega-Caps haben die Erwartungen deutlich geschlagen und konnten in der Folge große Kursgewinne verzeichnen. Hier sehen wir in der laufenden Berichtssaison eine wichtige Stütze.

Insgesamt lässt sich aber festhalten, dass bei vielen Aktien das reine Schlagen der Erwartungen nicht für Kursgewinne ausreicht. Aktien wie Visa, Mastercard, Morgan Stanley, Alphabet und Goldman Sachs haben trotz guter Quartalszahlen nur kleine Gewinne und teilweise sogar leichte Rücksetzer verzeichnet.

Die Mega-Caps aus den USA haben nun größtenteils ihre Zahlen vorgelegt. Ende August folgt hier nur noch Nvidia am 27.08. Dennoch ist die Berichtssaison aber noch voll im Gange. Wichtig ist es, dass du deine Positionen hier im Blick hast und dich nicht verunsichern lässt, wenn es als Reaktion auf die Earnings kurzzeitig einen größeren Verlust gibt. Das war jetzt schließlich schon öfter zu beobachten und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es bei den noch anstehenden Berichten zu ähnlichen Reaktionen kommt und allein das Erfüllen der Erwartung Kursrücksetzer mit sich bringt.

Kalender – anstehende Wirtschaftstermine

Datum / Uhrzeit Termin
05.08. um 16:00 ISM Non-Manufacturing Index
07.08. um 08:00 Industrieproduktion Deutschland
12.08. um 11:00 ZEW-Konjunkturerwartungen
12.08. um 14:30 Inflation USA (Juli)
13.08. um 08:00 Inflation Deutschland (Juli final)
14.08. um 11:00 BIP Euro-Zone (Q2 Schätzung)
14.08. um 11:00 Industrieproduktion Euro-Zone
14.08. um 14:30 Erzeugerpreise USA
15.08. um 14:30 Einzelhandelsumsätze USA
15.08. um 15:15 Industrieproduktion USA
20.08. um 11:00 Inflation Euro-Zone (Juli final)
21.08. um 09:30 Einkaufsmanagerindizes (PMI) Deutschland
21.08. um 10:00 Einkaufsmanagerindizes (PMI) Euro-Zone
21.08. um 15:45 Einkaufsmanagerindizes (PMI) USA
21.08. um 16:00 Verbrauchervertrauen Euro-Zone
22.08. um 08:00 BIP Deutschland (Q2 final)
25.08. um 10:00 Ifo-Geschäftsklimaindex
26.08. um 16:00 Verbrauchervertrauen USA
27.08. um 08:00 Gfk-Verbrauchervertrauen
28.08. um 14:30 BIP USA (Q2 2. Schätzung)
29.08. um 14:00 Inflation Deutschland (August vorläufig)
29.08. um 09:55 Arbeitslosenquote Deutschland
29.08. um 14:30 PCE (private Konsumausgaben) USA (Juli)
01.09. um 11:00 Arbeitslosenquote Euro-Zone
02.09. um 11:00 Inflation Euro-Zone (August vorläufig)
02.09. um 16:00 ISM Manufacturing-Index

Fazit zur Marktanalyse August

Den Juli über haben sich die Aktienmärkte trotz der erneut aufkommenden Unruhen im Zoll-Streit erstaunlich ruhig gezeigt. Wichtig war hier auch der Zoll-Deal zwischen den USA und der EU. Dennoch beherrscht das Thema Zölle die Märkte weiterhin, wie vor allem die letzten Handelstage gezeigt haben. Nicht alle Länder haben einen Deal mit den USA und generell kann die Sprunghaftigkeit von US-Präsident Trump auch wieder zu Überraschungen führen.

Ein Belastungsfaktor war mit den Daten vom Freitag auch der US-Arbeitsmarkt, was vor allem am 01.08. zu größeren Verlusten an den Aktienmärkten geführt hat. Wichtig ist daher in den ersten Handelstagen im August, dass wir schnell eine Stabilisierung sehen und daraus kein neuer kurzfristiger Abwärtstrend entsteht. Auf die hierfür relevanten Kursniveaus bin ich in den Chartanalysen eingegangen.

Auch die Berichtssaison hatte es bislang in sich. Selbst das Übertreffen der Erwartungen hat bei zahlreichen Aktien im Anschluss zu Verlusten geführt. Auch im August läuft die Berichtssaison weiter und das kann bei einzelnen Aktien zu größeren (auch überraschenden) Kursreaktionen führen. Die FED lässt die Märkte weiterhin auf eine Zinssenkung warten. Im August wird es hier auch keine neuen Impulse geben. Die nächste FED-Sitzung steht erst im September an.

Nachdem der Juli größtenteils unspektakulär verlief, hat die Nervosität an den Aktienmärkten über den Monatswechsel jetzt allerdings wieder etwas zugenommen. Insgesamt befinden wir uns aber nach wie vor auf einem hohen Kursniveau und auch die Verluste der letzten Tage sind alles andere als ein Grund zur Panik. In Kombination mit der eher schwachen Saisonalität über die Sommermonate sind die Börsen aber sicherlich anfälliger für ein Durchschlagen schlechter Stimmung. Daher ist vor allem zum Monatsbeginn eine Stabilisierung wichtig. Gelingt diese, ist ein Verharren auf den aktuellen Niveaus aber auch ein Angriff auf die Allzeithochs beim DAX, S&P 500 und Co. durchaus im Rahmen des Möglichen.

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