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Marktanalyse April

Titelbild zur Marktanalyse April

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Ziel der Marktanalyse April

In diesem Beitrag möchte ich dir meine Marktanalyse für die Aktienmärkte für den April vorstellen. Zunächst werfen wir aber einen Blick auf die Performance der letzten Wochen und Monate. Außerdem schauen wir, was die Märkte aktuell besonders bewegt. Anschließend untersuche ich mit dir in der Chartanalyse für die wichtigsten Indizes auf welche Kursniveaus es jetzt ankommt. Außerdem analysieren wir die Entwicklung der Inflation und die Geldpolitik. Ziel der Marktanalyse ist, dass du weißt, was du in den nächsten Wochen am Aktienmarkt erwarten kannst.

Performance-Rückblick

Index-Heatmap

Die US-Indizes haben die schwache Entwicklung von Ende Februar in den März mitgenommen und die Verluste noch ausgeweitet. Der S&P 500 verbucht einen Verlust von -5,8% und der Nasdaq100 gab sogar um -7,7% nach. Das letzte Mal, dass die US-Indizes innerhalb eines Kalendermonats so einen großen Verlust verzeichnet haben, war im Dezember 2022.

Erneut zeigen sich die europäischen Indizes stabiler als die US-Börsen. Der DAX schlägt sich im internationalen Vergleich mit -1,7% besonders gut. Der MDAX gab um -3,2% nach. Sehr erfreulich ist die Entwicklung bei den deutschen Nebenwerten. Der SDAX konnte sogar um +2,6% zulegen. Der breite europäische Aktienmarkt, der durch den Stoxx600 repräsentiert wird, gab mit -4,2% stärker nach als die deutschen Indizes, aber weniger als die US-Indizes. In Europa fällt vor allem eine schwache Entwicklung des StoxxNordic (-8,3%) auf.

Auch in Japan (Nikkei) verlief der März eher schwach mit -4,1%. Der Shanghai Composite und Hang Seng haben sich mit kleinen Gewinnen von +0,5% beziehungsweise +0,8% dafür ganz gut geschlagen.

Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im März
Heatmap mit den Renditen der wichtigsten Aktienindizes im März

Performance im März

Bereits Ende Februar hat sich vor allem an den US-Börsen ein erster Abwärtstrend abgezeichnet. Diese Entwicklung hat sich zum Monatsanfang im März fortgesetzt. Insbesondere der S&P 500 und der Nasdaq100 haben bis zum 11.03. einen deutlichen Kurseinbruch verzeichnet. Der DAX und Stoxx50 haben sich bis dahin stabil gehalten. Der DAX konnte sogar mit einem Gewinn in den Monat starten.

Mitte des Monats haben die US-Indizes dann den Versuch einer Bodenbildung gestartet und tendierten eher seitwärts. Um den 25.03. konnte dann sogar ein großer Teil der Verluste des Monats ausgeglichen werden. In den letzten Handelstagen wurde diese kleine Erholung aber direkt wieder abverkauft. Auch die europäischen Aktienmärkte haben in der zweiten Monatshälfte den Rückwärtsgang eingelegt. Beim DAX und Stoxx50 wirkt dieser Verlust nur längst nicht so dramatisch, da der Monat bis dahin recht freundlich verlief.

Chart für die wichtigsten Aktienindizes im März
Chart für die wichtigsten Aktienindizes im März

Performance im letzten Jahr

Die Outperformance, die die US-Indizes gegenüber den europäischen Indizes im letzten Jahr nahezu dauerhaft vorweisen konnten, ist inzwischen nicht mehr vorhanden. Der S&P 500 konnte auf Sicht der letzten zwölf Monate um +7,2% zulegen und liegt damit nahezu gleichauf mit dem Stoxx600 (+5,3%). Der Nasdaq100 kommt mit +6,5% auf eine ähnlich hohe Rendite.

Lediglich der DAX sticht aus diesem Vergleich äußerst positiv hervor mit einem Gewinn von +21,9%. Zu beachten ist hier natürlich, dass der DAX ein Performanceindex ist und Dividenden mitberücksichtigt. Das allein erklärt aber keinesfalls den großen Unterschied.

Die Outperformance, die die US-Indizes im letzten Jahr aufgebaut haben, haben sie durch die Verluste im laufenden Jahr wieder komplett abgeben. Da sich der Stoxx600 in dieser Zeit stabil gehalten hat, konnte der europäische Leitindex die Lücke zu den US-amerikanischen Indizes schließen. Dank einer starken Rallye beim DAX war dieser sogar in der Lage aus einer deutlichen Underperformance im November letztes Jahr nun eine Outperformance zu machen.

Auch der MDAX hat sich die letzten Monate wieder deutlich stärker gezeigt. Auf Sicht von zwölf Monaten ist eine Rendite von +2,4% zwar nach wie vor nicht überzeugend, aber den großen Abstand zu den anderen Indizes konnte der MDAX bereits reduzieren.

Performance für die wichtigsten Indizes über die letzten 12 Monate
Performance für die wichtigsten Indizes über die letzten 12 Monate

Was die Märkte aktuell besonders bewegt

Die Freude, die vor allem die US-Indizes nach der Wahl von US-Präsident Trump Anfang November letztes Jahr versprüht haben, ist inzwischen längst verflogen. Auslöser dafür sind vor allem die Zollankündigungen, die Trump in den letzten Wochen von sich gegeben hat. Dabei geht es nicht nur um Zölle, die aktuell bereits beschlossen sind oder angedroht werden, sondern vor allem auch um den Unsicherheitsfaktor, was nun noch so kommt.

Bereits in meiner letzten Marktanalyse bin ich in diesem Abschnitt darauf eingegangen, dass wir uns in den kommenden Wochen und Monaten deshalb auf eine höhere Volatilität einstellen müssen. Trump strahlt auf die Aktienmärkte aktuell eine hohe Unsicherheit aus und das mögen die Börsen natürlich überhaupt nicht. Aktuell notiert der S&P 500 sogar schon etwa 6% unter dem Hoch nach der Trump-Rallye, welche in den ersten drei Tagen nach seiner Wahl stattfand. Der Trump-Effekt ist damit nicht nur verpufft, er hat sich inzwischen ins Negative gedreht.

Das Problem der von US-Präsident Trump angekündigten Zölle ist, dass diese in den meisten Fällen negative Auswirkungen haben – nicht nur auf die Handelspartner der USA, sondern auch auf die USA selbst. Ob Trump sich durch diese Maßnahmen nur in eine günstige Verhandlungsposition bringen möchte, oder ob er eine schwächelnde Wirtschaft in Kauf nimmt, nur um sein „America-First“-Motto durchzusetzen, ist bislang unklar.

Klar ist dafür, dass Zölle die Preise steigen lassen, was letztlich wieder zu einer höheren Inflation führen kann. Und genau da liegt ein großes Problem: Die Inflationsrate in den USA befindet sich aktuell knapp unter 3,0% und damit auf einem Niveau, bei dem die FED mit ihren Zinssenkungen vorsichtig sein muss. Letztlich sind es aber Zinssenkungen und die Aussicht auf eine lockere Geldpolitik, die die Wirtschaft weiter ankurbeln und so auch steigende Aktienkurse ermöglichen – dazu später mehr in dieser Marktanalyse.

In diesem Zusammenhang sehr wichtig wird bereits die für heute (02.04.) angesetzte Rede von US-Präsident Trump. Diesen Tag stellt Trump als „Tag der Befreiung“ dar und möchte weitere Details zu seiner Zollpolitik bekanntgeben. Nach deutscher Zeit soll die Rede gegen 22 Uhr beginnen. Natürlich bedeutet diese Ankündigung nicht, dass wir als Reaktion fallende Aktienkurse sehen müssen (wäre es so einfach, würde ja jetzt schon jeder verkaufen). Wir haben anschließend nur mehr Klarheit, was nicht unbedingt schlecht sein muss für die weitere Entwicklung.

Blick auf die Volatilität: VIX

Aufgrund der Unsicherheiten in den USA werden wir uns an eine höhere Volatilität in diesem Jahr gewöhnen müssen. Das habe ich auch schon in meinen beiden letzten Marktanalysen angekündigt. Zuletzt hat der VIX Anfang März mit einem Punktestand von knapp 30 wieder ein hohes Niveau erreicht.

Notiert der VIX unter 20, wird von einem normalen und ruhigen Marktumfeld gesprochen. Speziell bei einem Punktestand von über 25 ist aber klar erhöhte Nervosität zu erkennen. Während der kleinen Erholung der US-Indizes um den 25.03. herum ist der VIX wieder deutlich gefallen und hat dabei ein Tief bei 17 Punkten markiert. Die letzten Tage haben die Kursschwankungen und vor allem auch die Verluste aber wieder zugenommen, sodass der VIX nun wieder über 20 notiert.

Zum Vergleich: In der ersten Jahreshälfte im Jahr 2024 notierte der VIX einen Großteil der Zeit unterhalb von 15 Punkten. Damals hatten wir ein sehr ruhiges Marktumfeld. Bis wir uns wieder über längere Zeit auf so einem niedrigen Volatilitätsniveau einpendeln, wird es aber noch dauern.

Entwicklung des VIX seit Mitte 2023
Entwicklung des VIX seit Mitte 2023

Tops & Flops im März

Für den deutschen Aktienmarkt werden die 100 Aktien des HDAX betrachtet, für die USA analysieren wir die Aktien des Nasdaq100 und für den europäischen Aktienmarkt betrachten wir die Aktie des Stoxx Europe 50.

Top/Flop Aktien aus dem HDAX (Deutschland)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im März 2025
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem HDAX im März 2025

Top/Flop Aktien aus dem Nasdaq100 (USA)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im März 2025
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Nasdaq100 im März 2025

Top/Flop Aktien aus Europa (Stoxx Europe 50)

Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im März 2025
Top-Aktien & Flop-Aktien aus dem Stoxx Europe 50 im März 2025

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Performance einzelner Branchen

Für die Analyse zyklischer und defensiver Sektoren werden die Branchenindizes des S&P 500 und Stoxx600 betrachtet. Die zyklischen Sektoren haben im März einen Verlust von -6,1% verzeichnet, während sich die defensiven Sektoren mit -1,0% deutlich stabiler gezeigt haben. Mit solch einer Entwicklung ist angesichts der großen Verluste an den Börsen im März auch zu rechnen gewesen.

In einer an den Aktienmärkten schwachen Phase weisen vor allem die zyklischen Sektoren größere Verluste auf. Hier waren es die Sektoren Technologie (-9,2%) und zyklische Konsumgüter (-10,7%), die große Verluste verbuchen mussten. Aktien aus defensiven Sektoren schlagen sich in solch einem Marktumfeld für gewöhnlich besser. Hier sehen wir in den Sektoren Energie (+3,7%) und Versorger (+2,6%) sogar Gewinne. Einzig der Sektor Kommunikationsdienste hat im März mit -6,1% einen größeren Verlust verzeichnet.

Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im März
Vergleich zyklischer und defensiver Sektoren im März

Chartanalyse - Marktanalyse April

Chartanalyse für den DAX

Chartanalyse für den DAX (Stand 02.04.2025)
Chartanalyse für den DAX (Stand 02.04.2025)

Beim DAX sieht die charttechnische Situation weiterhin sehr gut aus. Nach einer starken Rallye im Januar und Februar hat der DAX nun aber eher eine volatile Seitwärtsbewegung verzeichnet. Ausgehend von seinem Allzeithoch hat der DAX einen Rückgang von etwa -5% verzeichnet. Nach der Rallye zuvor dürfte uns hier aber auch eine noch größere Korrektur nicht schocken.

In meiner letzten Marktanalyse hatte ich erwähnt, dass der DAX anfällig ist für eine Korrektur, diese aber nicht zwangsläufig im März stattfinden muss. Nun haben wir schon einen kleinen Rückgang ausgehend vom Allzeithoch gesehen, abgekühlt hat sich der Index damit aber noch nicht. Nach wie vor notiert der DAX rund 12% über seiner 200-Tage-Linie.

Eine gute Unterstützung für eine Korrektur bietet das Niveau von rund 21.050 Punkten (lila). Solange der DAX über diesem Level notiert, ist alles bestens. Das bedeutet natürlich nicht, dass der Aufwärtstrend bei Kursen darunter in Gefahr wäre. Dann besteht allerdings die Gefahr, dass die Euphorie in Ernüchterung dreht und der Rallye somit die Energie entzieht.

Eine erste Unterstützung findet der DAX bereits bei zwischen 22.000 und 22.270 Punkten (grün markiert). In diesem Bereich war der DAX in der Lage die letzten Wochen nach kleineren Rücksetzern immer wieder nach oben zu drehen. Ein Bruch dieser Unterstützung wäre aber alles andere als ein Problem. Für den April wäre spätestens im Bereich von 21.050 Punkten dann von einer Stabilisierung auszugehen, wobei es durchaus realistisch ist, dass dem DAX diese, wenn auch früher gelingen würde.

Auf der Oberseite bildet der DAX so langsam einen kleinen Widerstandsbereich zwischen 23.330 und 23.500 Punkten aus (rot markiert). Hier hat der deutsche Leitindex nun schon zwei markante Hochs verzeichnet. Vor allem angesichts der nach wie vor überhitzten Lage im DAX sind Kurse oberhalb dieses Niveaus im April eher unwahrscheinlich. Sollten wir doch Kurse darüber sehen, ist der DAX erneut anfällig für eine Korrektur.

Auch im April müssen wir beim DAX allerdings keine größere Korrektur sehen. Der DAX ist zwar nach wie vor als überhitzt anzusehen, diesen Status kann der DAX aber auch mit einer längeren Seitwärtsbewegung den Monat über abbauen.

Chartanalyse für den S&P 500

Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 02.04.2025)
Chartanalyse für den S&P 500 (Stand 02.04.2025)

Die aktuelle charttechnische Situation beim S&P 500 ist als kritisch einzustufen. Den ehemaligen wichtigen Unterstützungsbereich 1 (orange) zwischen 5.780 und 5.880 Punkten hat der S&P 500 direkt zu Beginn des Monats klar unterschritten. In meiner letzten Marktanalyse hatte ich gesagt, dass auch ein Rückgang bis zur lilafarbenen Unterstützung bei 5.670 Punkten noch nicht kritisch wäre.

Allerdings ist der S&P 500 auch klar unter dieses Niveau gefallen, sodass nun der Bereich der Unterstützung 2 (5.390 bis 5.450 Punkte) wichtig ist. In meiner letzten Marktanalyse hatte ich erwähnt, dass dieses Niveau eher längerfristig betrachtet eine Rolle spielt. Im März hat der S&P 500 diese Unterstützung zwar noch nicht erreicht, sich diesem Niveau aber schneller genähert als erwartet.

Am 13.03. hat der S&P 500 bei rund 5.500 Punkten (blau markiert) ein Tief ausgebildet und ausgehend davon eine kleine Erholung gestartet. Diese endete dann allerdings am ehemaligen Unterstützungsbereich 1. Hier verläuft aktuell außerdem die 200-Tage-Linie. Diese konnte der S&P 500 also nicht wieder nachhaltig überwinden, was ein weiteres negatives Zeichen ist. Entsprechend folgte schnell wieder der Rücksetzer auf das Niveau von 5.500 Punkten. Dieses hat in den kommenden Tagen nun eine sehr hohe Bedeutung. In diesem Bereich könnte dem S&P 500 eine Bodenbildung gelingen.

Ein leichtes Unterschreiten dieses Niveaus wäre nicht optimal, da der Versuch der Bodenbildung dann zunächst gescheitert wäre. Dann findet der Index aber an der Unterstützung 2 nach wie vor eine gute Zone für eine Stabilisierung. Mit einer Ausdehnung der Korrektur in diesen Bereich solltest du im April schon noch rechnen.

Wirklich kritisch wird es, wenn der S&P 500 auch den Unterstützungsbereich 3 zwischen 5.120 und 5.260 Punkten nach unten durchschreitet. Hierfür müssten wir im April aber einen enorm negativen Newsflow haben, damit das passiert. Aktuell ist der S&P 500 also klar angeschlagen, aber noch nicht in einem kritischen Zustand.

Ein sehr starkes Zeichen wären Kurse deutlich über der 200-Tage-Linie und damit auch oberhalb des ehemaligen Unterstützungsbereichs 1 (orange). Dieses Niveau ist vor allem nach dem Abpraller vor wenigen Tagen nun als Widerstand anzusehen. Bei Kursen oberhalb von 5.880 Punkten würde sich das Bild also wieder deutlich bessern.

Für den April solltest du aber auf jeden Fall einkalkulieren, dass der US-amerikanische Leitindex sich den 5.400 Punkten nochmal annähert. Bei einem positiven Newsflow sind Kurse oberhalb von 5.880 Punkten denkbar, aber aktuell eher noch eine Wunschvorstellung. Kommt es aber zu diesem Szenario, entspannt sich die Lage deutlich.

Chartanalyse für den Nasdaq100

Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 02.04.2025)
Chartanalyse für den Nasdaq100 (Stand 02.04.2025)

Ähnlich angespannt wie beim S&P 500 sieht die Lage auch beim Nasdaq100 aus. Eine Stabilisierung im Bereich zwischen 20.300 und 20.700 Punkten (orange) ist im März nicht gelungen. Stattdessen hat der Nasdaq100 dieses Niveau gemeinsam mit seiner 200-Tage-Linie gleich zu Beginn des Monats klar gerissen.

Mitte des Monats sah es zunächst danach aus, als könnte sich der Nasdaq100 an seiner zweiten Unterstützung (grün markiert) zwischen 19.300 und 19.700 Punkten stabilisieren. Am 31.03. ist der Nasdaq100 dann aber kurzzeitig deutlich unter dieses Niveau gefallen. Aktuell befindet sich der Index wieder innerhalb dieser Unterstützungszone. Markiert der Nasdaq100 in den nächsten Tagen keine neuen Tiefs, dient dieser Bereich nach wie vor als Unterstützung. Andernfalls muss eine Ausdehnung der Korrektur bis zur Unterstützung 3 (zwischen 18.200 und 18.380 Punkten) einkalkuliert werden.

Kritisch zu werten ist, dass der Nasdaq100 seine Erholung vor wenigen Tagen ziemlich genau unter seiner 200-Tage-Linie beendet hat. Deshalb ist es nun auch wichtig, dass der Unterstützungsbereich 2 hält.

Ähnlich wie beim S&P 500 gilt auch beim Nasdaq100, dass sich die Lage erst dann entspannt, wenn der Index wieder über seine 200-Tage-Linie und über den ehemaligen Unterstützungsbereich 1 steigt. Dafür wären also Kurse von über 20.700 Punkten erforderlich. Ausgehend vom aktuellen Kursniveau entspricht das einem Gewinn von +6,5%. Das ist zwar nicht wenig, bei einer positiven Nachrichtenlage aber möglich.

Chartanalyse für den Stoxx600

Chartanalyse für den Stoxx600 (Stand 02.04.2025)
Chartanalyse für den Stoxx600 (Stand 02.04.2025)

Der Stoxx600 ist in den letzten Wochen in einen Korrekturmodus übergegangen. Angesichts der starken Rallye zuvor war das auch wenig verwunderlich. In meiner letzten Marktanalyse hatte ich den grünen Unterstützungsbereich zwischen 525 und 529 Punkten als sehr wichtige Zone herausgearbeitet, aber auch erwähnt, dass eine Korrektur bis auf dieses Niveau im März nicht zu erwarten ist.

Wir haben beim Stoxx600 im März zwar eine Annäherung an dieses Niveau gesehen, noch ist der Index davon aber ein Stück entfernt. Wie du an der grauen Zick-Zack-Linie siehst, bewegt sich der Stoxx600 seit Anfang März nun in einem kurzfristigen Abwärtstrend: Das letzte Tief lag tiefer als das Tief zuvor und auch das letzte Hoch liegt tiefer als das vorherige Hoch – die klassische Definition eines Abwärtstrends.

Problematisch ist diese Abwärtsbewegung allerdings nicht. Der Stoxx600 war heiß gelaufen und da ist diese Korrektur nun eher begrüßenswert. Wichtig wäre aber, dass der Stoxx600 in der Lage ist diese am grünen Unterstützungsbereich zu beenden. Diesem Niveau kommt eine hohe Bedeutung zu, da hier die Hochs aus dem letzten Jahr liegen und es dem Index mehrere Male nicht gelungen ist dieses Niveau zu überwinden.

Ein Bruch dieser Unterstützung wäre zwar kein Drama, dann ist die positive Dynamik aus dem Januar und Februar aber verflogen. Einen Rücksetzer bis auf 525 Punkte solltest du also einkalkulieren. Der kurzfristige Abwärtstrend ist erst bei Kursen oberhalb von 556 Euro (blau) gebrochen. Dafür müsste der Stoxx600 um rund 4% steigen. Das ist im April zwar möglich, aber sicherlich nicht innerhalb der ersten Tage zu erwarten und auch nur dann, wenn die Nachrichtenlage positiv ist.

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Entwicklung der Inflation

Inflation in den USA

Die letzten Inflationsdaten aus den USA wurden am 12.03. veröffentlicht und beziehen sich auf die Preisentwicklung im Februar. Für den Februar lag die Inflationsrate in den USA bei 2,8%. Nachdem die Inflationsrate im Monat zuvor mit 3,0% das erste Mal seit Juni 2024 wieder bei 3,0% lag, war es nun ein wichtiges Signal, dass die Inflationsrate in den USA nicht weiter steigt. Erwartet wurde ein Rückgang von 3,0% auf 2,9%.

Als Reaktion auf die geringer als erwartet ausgefallene Inflation haben die US-Börsen am 12.03. zur Eröffnung einen Gewinn verzeichnet: Der S&P 500 konnte zur Eröffnung um +1,0% zulegen, hat diese Gewinne im weiteren Handelsverlauf allerdings wieder abgegeben. Euphorie sieht ganz klar anders aus, aber wie gesagt war es wichtig, dass sich die Inflation nicht oberhalb von 3,0% festigt.

Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in den USA letzte 10 Jahre

Wie vorhin bereits angesprochen, könnten die Zölle von US-Präsident Trump ein Belastungsfaktor für die Inflation sein. Zölle führen zu steigenden Preisen und das kann die Inflation wieder anheizen. Steigt die Inflation weiter, gibt das der FED weniger Spielraum für Zinssenkungen.

Vor allem in Anbetracht der Gefahr einer schwächelnden US-Wirtschaft, ist das ein sehr wichtiger Faktor. Gerät die US-Wirtschaft unter Druck, hat die FED die Möglichkeit mit einer expansiven Geldpolitik der Wirtschaft unter die Arme zu greifen. Hätten wir in den USA aktuell eine Inflationsrate von nur 1%, müssten wir uns hierüber auch gar keine Sorgen machen. Dann wäre klar: Schwächelt die Wirtschaft, wird die FED aktiv werden und eine expansive Geldpolitik betreiben.

Bei einer Inflationsrate von rund 3% hat die FED hier allerdings deutlich weniger Spielraum. Eine zu expansive Geldpolitik würde die Inflation dann wieder deutlich ansteigen lassen. Genau hier liegt aktuell eine große Gefahr für die Märkte: Gerät die US-Wirtschaft unter Druck und ist die Inflation gleichzeitig relativ hoch, sind die Maßnahmen der FED begrenzt.

Die nächsten Inflationszahlen für die USA werden am 10.04. veröffentlicht. Wenn hier erneut eine rückläufige Tendenz zu erkennen ist, wäre das ein positives Zeichen.

Inflation in der Euro-Zone

Die finalen Inflationsdaten für die Euro-Zone für den Februar wurden am 19.03. veröffentlicht. In der Euro-Zone ist die Inflation im Februar von 2,5% auf 2,3% gefallen. Damit ist die Inflationsrate sogar noch etwas niedriger als es in den vorläufigen Daten vom 03.03. (2,4%) angegeben wurde. Eine nennenswerte Reaktion an den Aktienmärkten gab es daraufhin allerdings nicht.

Die vorläufigen Inflationsdaten für den März wurden am 01.04. veröffentlicht. Demnach ist die Inflationsrate im März nochmal etwas zurückgegangen und liegt nun bei 2,2%. Solch ein Rückgang wurde im Rahmen der Prognose aber bereits erwartet. Die finalen Inflationsdaten für die Euro-Zone für den März werden dann am 16.04. veröffentlicht.

Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre
Entwicklung der Inflationsrate in der Euro-Zone letzte 10 Jahre

Was machen die Notenbanken?

Im März gab es sowohl von der EZB als auch von der FED einen Zinsentscheid. Den Anfang hat die EZB gemacht und am 06.03. bekanntgegeben, dass der Einlagenzins um weitere 25 Basispunkte auf nun 2,5% gesenkt wird. Das ist das niedrigste Zinsniveau seit Anfang 2023. Überraschend war dieser Schritt allerdings nicht. Im Vorfeld wurde bereits damit gerechnet, dass die EZB die Zinsen in diesem Ausmaß senken wird. Entsprechend gab es direkt nach der Pressekonferenz auch keine größere Reaktion an den Aktienmärkten.

Einen Fahrplan für die weiteren Notenbanksitzungen und etwaige weitere Zinssenkungen gab Notenbankchefin Lagarde allerdings nicht. Ende März verdichteten sich jedoch die Aussagen von Entscheidungsträgern aus dem EZB-Rat, dass die Zinsen bei der nächsten Zinssitzung am 17.04. erneut gesenkt werden könnten. Hierüber herrscht aber noch Unsicherheit.

Am 19.03. folgte dann der Zinsentscheid der FED. Die eigentliche Entscheidung über den Leitzins war dabei allerdings weniger interessant. Schließlich war bereits sicher, dass die FED den Leitzins bei dieser Sitzung unverändert zwischen 4,25% und 4,50% belassen wird.

Entwicklung der Leitzinsen in den USA und der Euro-Zone
Entwicklung der Leitzinsen in den USA und der Euro-Zone

Die Notenbanker haben aber auch klar gesagt, dass die wirtschaftlichen Unsicherheiten zugenommen haben. Daher gehen sie im Mittel nun davon aus, dass die Zinsen im laufenden Jahr um insgesamt 0,50%-Punkte gesenkt werden. Bislang lag die Erwartungshaltung bei nur 0,25%-Punkten. Natürlich handelt es sich dabei nur um eine Projektion, aber es ist mit Blick auf die Stimmung an den Aktienmärkten die begrüßenswerte Richtung.

Außerdem hat die FED ihre Wachstumsprognose nach unten korrigiert. Für das laufende Jahr geht die FED nur noch von einem Wirtschaftswachstum in den USA von 1,7% aus, bei der letzten Prognose lag diese Schätzung noch bei 2,1%.

Wie bei der Analyse der Inflationsrate eben auch schon beschrieben, kann die FED im Rahmen ihrer Möglichkeiten im Falle einer schwächelnden Wirtschaft eingreifen und die Zinsen stärker senken. Das wird allerdings nur dann möglich sein, wenn die Inflationsrate zuvor nicht wieder deutlich gestiegen ist.

Der nächste Zinsentscheid der FED steht dann erst am 07.05. an. Aktuell wird auch für diese Sitzung davon ausgegangen, dass der Leitzins zwischen 4,25% und 4,50% bleibt. Nach den Daten des CME Watch Tools liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung an diesem Termin bei gerade einmal 16%. Vor einem Monat lag diese Wahrscheinlichkeit mit 31% noch deutlich höher.

Das FED-Watch Tool ist ein von der CME Group bereitgestelltes Model, das mithilfe von Futures-Kursen die Wahrscheinlichkeit für Zinsänderungen herleitet.

Am wahrscheinlichsten ist aktuell eine Zinssenkung in den USA bei der übernächsten FED-Sitzung am 18.06. Nach den Daten des CME Watch Tools liegt die Wahrscheinlichkeit hierfür aktuell bei 72%. Auch hier ist aber anzumerken, dass diese Wahrscheinlichkeit vor einem Monat bei 81% lag. Die Unsicherheiten durch die Zölle und die damit verbundene Auswirkung auf die Inflationsrate machen sich in den Erwartungen an die Geldpolitik also bemerkbar.

Die nächsten Termine der FED & EZB:

Berichtssaison

Im dritten Monat eines Quartals ist es im Rahmen der Berichtssaison sehr ruhig. Im März gab es kaum größere Unternehmen, die ihre Zahlen vorgelegt haben und von denen eine Auswirkung auf den Gesamtmarkt hätte ausgehen können.

Interessant wird es dafür wieder ab Mitte April, wenn die nächste Berichtssaison am 11.04. mit den Quartalszahlen der Banken beginnt (unter anderem Goldman Sachs und JP Morgan). Die Schwergewichte des S&P 500 folgen dann gegen Ende des Monats (hierzu gehören unter anderem Apple, Amazon, Microsoft, Alphabet und Meta). Die Entwicklung der Quartalsergebnisse kann dann auch wieder Auswirkung auf den Gesamtmarkt haben. Speziell in der zweiten Monatshälfte wird daher wieder der Blick auf die Berichtssaison interessant.

In der letzten Berichtssaison war gerade bei den US-Mega-Caps zu beobachten, dass selbst gute Quartalsergebnisse nicht mehr zu großen Kursgewinnen geführt haben. Nachdem sich aber vor allem die US-Mega-Caps die letzten Wochen eher schwach entwickelt haben, dürfte die Erwartungshaltung an die kommenden Earnings nun auch etwas heruntergeschraubt worden sein. So ist es also gut möglich, dass selbst ein leichtes Übertreffen der Erwartungen hier wieder für deutliche Kursgewinne sorgt.

Kalender – anstehende Wirtschaftstermine

Datum / Uhrzeit Termin
02.04. um 14:15 ADP-Arbeitsmarktbericht (März)
03.04. um 16:00 ISM Non-Manufacturing Index
04.04. um 14:30 US-Arbeitsmarktbericht (März)
07.04. um 08:00 Industrieproduktion Deutschland
10.04. um 14:30 Inflation USA (März)
11.04. um 08:00 Inflation Deutschland (März final)
11.04. um 14:30 Produzentenpreise USA (März)
11.04. um 16:00 Uni Michigan Sentiment
15.04. um 11:00 ZEW-Konjunkturerwartungen
16.04. um 11:00 Inflation Euro-Zone (März final)
16.04. um 14:30 Einzelhandelsumsätze USA
16.04. um 15:15 Industrieproduktion USA
17.04. um 15:15 EZB-Zinsentscheid
22.04. um 16:00 Verbrauchervertrauen Euro-Zone
23.04. um 09:30 Einkaufsmanagerindizes (PMI) Deutschland
23.04. um 10:00 Einkaufsmanagerindizes (PMI) Euro-Zone
23.04. um 15:45 Einkaufsmanagerindizes (PMI) USA
24.04. um 10:00 Ifo-Geschäftsklimaindex
29.04. um 08:00 Gfk-Verbrauchervertrauen
29.04. um 16:00 Verbrauchervertrauen USA
30.04. um 09:55 Arbeitslosenquote Deutschland
30.04. um 10:00 BIP Deutschland (Q1 2025, Schätzung)
30.04. um 11:00 BIP Euro-Zone (Q1 2025, Schätzung)
30.04. um 14:00 Inflation Deutschland (April vorläufig)
30.04. um 14:15 ADP-Arbeitsmarktbericht (April)
30.04. um 14:30 BIP USA (Q1 2025, Schätzung)
30.04. um 16:00 PCE (private Konsumausgaben) USA (März)

Fazit zur Marktanalyse April

Die US-Indizes befinden sich aktuell in einer angespannten Phase. Der S&P 500 hat eine wichtige Unterstützung erreicht. Bei den europäischen Indizes sieht die Lage da noch deutlich entspannter aus. Auch der Stoxx600 hat zwar eine Korrektur vollzogen, der DAX zeigt sich dafür weiterhin stark.

Im April kommt es nun vor allem bei den US-Indizes darauf an, ob im Bereich der genannten Unterstützungen eine Bodenbildung gelingt. Für den S&P 500 ist hier der Bereich von 5.400 bis 5.500 Punkten wichtig. Natürlich gibt es aber aktuell noch ganz andere Faktoren als die Charttechnik. Vor allem die Zölle von US-Präsident Trump sorgen aktuell für Verunsicherung.

Die Unberechenbarkeit von Trump ist ein wesentlicher Faktor, der an den Aktienmärkten aktuell für eine hohe Volatilität sorgt. Auch in den kommenden Wochen und Monaten werden wir daher höchstwahrscheinlich mit einer höheren Volatilität leben müssen.

So ärgerlich die Verluste an den US-Börsen in den letzten Wochen auch sind, speziell der S&P 500 und Nasdaq100 sind in den beiden Jahren zuvor enorm gut gelaufen. Wir sind hier also nicht in einem Krisenmodus, sondern nach wie vor in einer normalen Korrektur. Wichtig ist nur, dass diese Korrektur nicht plötzlich in Panik umschwenkt.

Seitens der FED gibt es im April keine neuen Impulse. Die EZB wird diesen Monat zwar über die Zinsen entscheiden, der Blick in die USA ist aktuell aber wichtiger. Ein wichtiger Indikator für die weitere Geldpolitik in den USA werden auf jeden Fall die US-Inflationsdaten sein, die am 10.04. veröffentlicht werden. Nur, wenn die Inflation nicht wieder steigt, wird die FED in der Lage sein einen expansiveren geldpolitischen Kurs zu verfolgen.

Ab der zweiten Monatshälfte steht dann außerdem die Berichtssaison im Fokus. Ende des Monats legen dann vor allem die US-Schwergewichte ihre Zahlen vor. Angesichts der zuletzt schwachen Kursentwicklung (insbesondere bei den US-Mega-Caps) ist das Potenzial für positive Überraschungen hier als größer einzuschätzen als die Gefahr von Kurseinbrüchen.

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