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Ein Sonderfall im Turbo-Depot

Titelbild ein Sonderfall im Turbo-Depot

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Intro – Ein Sonderfall im Turbo-Depot

In diesem Artikel zum Turbo-Depot geht es ausnahmsweise nicht um anstehende Trades im Depot, sondern um einen Sonderfall betreffend eines Spin-Offs. Dass es sich hierbei um ThyssenKrupp und den Spin-Off TKMS handelt, dürfte dabei kein großes Geheimnis sein, schließlich schlägt dieser Spin-Off aktuell auch medial große Wellen. In diesem Artikel möchte ich dir kurz die Auswirkungen dieses Spin-Offs aufzeigen und darauf eingehen, wie wir im Turbo-Depot damit umgehen.

Viel Spaß beim Lesen!

Kurze Erläuterung zum Turbo-Depot

Das Turbo-Depot ist eine meiner erfolgreichsten Investmentstrategien der letzten Jahre. Hinter dem Depot verbirgt sich eine sehr offensive Strategie, die gezielt in die Aktien mit den stärksten Aufwärtstrends einsteigt, mit dem Ziel von der Fortsetzung dieser Trends zu profitieren. Der Name Turbo-Depot kommt daher, weil wir uns die Aktien ins Depot holen wollen, die gerade den Turbo gezündet haben.

Die Aktien für das Turbo-Depot werden auf Basis von drei Kennzahlen ausgewählt, die die Stärke des Aufwärtstrends einer Aktie messen. Für den Kauf und Verkauf von Aktien gibt es klare Regeln, sodass hier keinerlei Interpretationsspielraum herrscht. Beim Turbo-Depot handelt es sich also um eine geschlossene Strategie, die ganz oder gar nicht umgesetzt werden muss.

Möchtest du alle Details über das Turbo-Depot erfahren, dann empfehle ich dir unbedingt einen Blick in den Grundlagenartikel zum Turbo-Depot „Was ist das Turbo-Depot“ zu werfen.

Was hat es mit dem Spin-Off bei ThyssenKrupp auf sich?

Bereits am 08.08.2025 haben die ThyssenKrupp-Aktionäre dafür gestimmt, dass ThyssenKrupp seine Marine-Sparte abspalten soll. Bei solch einer Abspaltung handelt es sich um einen sogenannten „Spin-Off“. Der Spin-Off notiert unter dem Namen TKMS seit dem 20.10.2025 nun als eigenständige Aktie an der Börse.

Bestandsaktionäre von ThyssenKrupp haben im Rahmen dieses Spin-Offs nun Aktien von TKMS ins Depot gebucht bekommen. Je 20 ThyssenKrupp-Aktien haben Aktionäre eine Aktie von TKMS erhalten.

Auswirkungen auf die ThyssenKrupp Aktie

Die Aktie von ThyssenKrupp ist nach dem Spin-Off von TKMS zur Eröffnung am Montag (20.10.) um rund 2,30 Euro je Aktie beziehungsweise knapp -20% „eingebrochen“. Von einem wirklichen Kurseinbruch kann hier allerdings nicht die Rede sein. Schließlich verlässt mit dem Spin-Off von TKMS auch ein gewisser Wert das Unternehmen. Folglich ist es absolut logisch, dass die Aktie von ThyssenKrupp einen Kursverlust verzeichnen muss.

ThyssenKrupp Chart (Tageschart) seit August 2024
ThyssenKrupp Chart (Tageschart) seit August 2024

Die neue Position: TKMS

Der erste Kurs, zu dem die Aktie von TKMS an der Börse gelistet wurde, lag bei 60 Euro. Und nun müssen wir einmal die Rechnung aufmachen: Für 20 Aktien von ThyssenKrupp wurde Bestandsaktionären eine Aktie von TKMS ins Depot eingebucht. Runtergerechnet auf den Kurs der ThyssenKrupp-Aktie würde das bedeuten, dass ein Kursverlust von 3 Euro bei der ThyssenKrupp-Aktie in Ordnung gewesen wäre. Tatsächlich ist der Kursverlust aber geringer ausgefallen.

Hinzu kommt noch, dass TKMS am ersten Handelstag eine Rallye verzeichnet hat und am Montag (20.10.) einen Schlusskurs von rund 85 Euro verzeichnet hat. Im Laufe des Dienstags (21.10.) sehen wir hier nun kleine Verluste, was auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen ist. Sicherlich war der Anstieg am Montag auf zwischenzeitlich über 100 Euro auch etwas überzogen. Insgesamt verlief der Börsengang aber äußerst erfolgreich.

TKMS Chart (5-Minuten-Chart) seit dem Börsengang am 20.10.2025
TKMS Chart (5-Minuten-Chart) seit dem Börsengang am 20.10.2025

Performance der Gesamtposition

Um deutlich zu machen welche Auswirkung der Spin-Off nun auf die Gesamtposition hat, betrachten wir ein einfaches Rechenbeispiel. Hierfür gehen wir davon aus, du hattest 100 Aktien von ThyssenKrupp im Depot. In meinem Turbo-Depot halte ich deutlich mehr Aktien von ThyssenKrupp, mit 100 Aktien lässt sich das Beispiel aber einfacher rechnen.

Die 100 ThyssenKrupp-Aktien haben am Montag bis zum Handelsschluss einen Verlust von etwa 2,30 Euro je Aktie verzeichnet. Bezogen auf 100 Aktien beträgt der Verlust hier also 230 Euro.

Für die 100 ThyssenKrupp-Aktien hast du aber auch 5 Aktien von TKMS erhalten. Diese lagen per Schlusskurs am Montag, den 20.10. bei rund 85 Euro, was einem Wert der Position von 425 Euro entspricht. Rechnen wir den Verlust von 230 Euro bei ThyssenKrupp dagegen, bleibt unterm Strich ein Gewinn von 195 Euro für die Gesamtposition nach dem Spin-Off.

Die 100 Aktien von ThyssenKrupp kamen vor dem Spin-Off auf einen Wert von rund 1.200 Euro. Prozentual betrachtet liegt der Gewinn also bei +16%. Wir können hier also von einem äußerst erfolgreichen Spin-Off sprechen. Lass dich von dem Verlust bei ThyssenKrupp also nicht verunsichern, sondern betrachte die Position als Ganzes.

Weiterer Umgang mit ThyssenKrupp und TKMS im Turbo-Depot

Solch ein Spin-Off stellt eine Sondersituation dar und nun stellt sich natürlich die Frage wie damit im Turbo-Depot umgegangen wird. Bei der Strategie des Turbo-Depots ist ausschließlich die historische Kursveränderung der einzelnen Aktien relevant dafür, ob eine Aktie im Depot bleibt. Hierfür werden die einzelnen Kennzahlen für die Strategie des Turbo-Depots berechnet.

Betrachten wir nun erstmal ThyssenKrupp: Zunächst magst du jetzt vielleicht denken, dass dieser Kurseinbruch von fast -20% mit Blick auf die Trendstärke eine äußerst negative Auswirkung auf die Bewertung von ThyssenKrupp haben müsste. Allerdings werden für die Berechnung der Kennzahlen des Turbo-Depots immer Kurse verwendet, die um Splits und Spin-Offs bereinigt sind. Das bedeutet, dass dieser Spin-Off keine negative Auswirkung hat. Das Ranking von ThyssenKrupp wird sich dadurch also nicht verschlechtern.

Die Frage ist nun aber noch, wie wir künftig mit TKMS vorgehen. Da TKMS keine Kurshistorie vorweisen kann, ist eine Bewertung nach der Strategie des Turbo-Depots nicht möglich. Daraus resultiert aber nicht sofort die Notwendigkeit die Aktie von TKMS jetzt zu verkaufen.

Wir werden die Situation hier nun vorerst beobachten. Zeigt sich die Aktie von TKMS die nächsten Tage und Wochen stark, werden wir die Dynamik hier mitnehmen und bei TKMS investiert bleiben. Ein Verkauf würde spätestens dann stattfinden, wenn für ThyssenKrupp ein Verkaufssignal vorliegt. Dann muss auch TKMS verkauft werden.

Sollte sich TKMS demnächst aber schwach zeigen und ThyssenKrupp hingegen tendenziell stärker, wird ein Verkauf von TKMS notwendig. Der Erlös würde dann in ThyssenKrupp reinvestiert werden.

Wie gesagt müssen beide Positionen – insbesondere aber TKMS – nun im Auge behalten werden. Es handelt sich hierbei um einen Sonderfall, für den es laut Regelwerk kein klares Vorgehen gibt. Deshalb muss umso genauer darauf geachtet werden wie sich ThyssenKrupp und TKMS nun entwickeln. Folgen beide Aktien einem ähnlichen Trend oder entwickelt sich TKMS sogar stärker als ThyssenKrupp, gibt es vorerst keine Notwendigkeit TKMS zu verkaufen. Sollte hier künftig ein Verkauf erforderlich sein, wirst du das natürlich in einem Artikel wie diesem hier erfahren.