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Der Trend-Check im Backtest

Titelbild Backtest Trend-Check

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Ziel dieses Artikels

Der Trend-Check ist eines meiner vier Aktien-Bewertungsmodelle. Mit dem Trend-Check findest du Aktien, die gerade einen Lauf haben und über die letzten Monate und Jahre stabile Aufwärtstrends verzeichnet haben. Für das Aktienkönig-Trend-Depot kommen nur Aktien infrage, die 7 oder mehr Punkte im Trend-Check erzielen.

Indem du Aktien mit einer hohen Punktzahl im Trend-Check kaufst, kannst du auf die laufenden Aufwärtstrends aufspringen. Bist du mit dem Trend-Check aber wirklich in der Lage künftig eine höhere Rendite zu erzielen? Also lohnt es sich gezielt in Aktien mit 7 oder mehr Punkten im Trend-Check zu investieren? Die Antwort darauf liefert ein Backtest. Ich möchte dir in diesem Artikel zeigen, welche Renditen du in der Vergangenheit mit Aktien erzielt hättest, die im Trend-Check eine hohe Punktzahl erreicht haben.

Trend-Check schnell erklärt

Bevor wir uns die Backtestergebnisse des Trend-Checks im Detail anschauen, möchte ich dir einmal kurz erklären, was es mit dem Trend-Check überhaupt auf sich hat. Der Trend-Check hilft dir dabei Aktien ausfindig zu machen, die über die letzten Monate und Jahre überdurchschnittlich starke Aufwärtstrends verzeichnet haben und das bei verhältnismäßig geringen Risikomaßen. Aktien, die nach dem Trend-Check auf eine hohe Punktzahl kommen, gelten als starke und attraktive Trendaktien. Mit diesen Trendaktien bist du in der Lage auf den fahrenden Zug aufzuspringen und von einer Fortsetzung des Aufwärtstrends zu profitieren.

Beim Trend-Check werden 6 Kennzahlen betrachtet, die ausschließlich auf der historischen Kursveränderung der Aktie in Relation zum Gesamtmarkt basieren. Auf Basis dieser 6 Kennzahlen werden 8 Punkte vergeben. 6 Punkte werden durch Renditekennzahlen vergeben, 2 weitere durch Risikomaße.

Eine ausführliche Erklärung zum Trend-Check findest du in folgendem Artikel: Mit dem Trend-Check in starke Aufwärtstrends investieren.

Die entscheidende Frage ist nun, ob du mithilfe des Trend-Checks die Aktien findest, mit denen du künftig eine höhere Rendite erzielen kannst. Um das herauszufinden, habe ich meinen Trend-Check einem umfangreichen Backtest unterzogen.

Was macht ein Backtest?

Ein Backtest wertet die Performance einer Investmentstrategie in der Vergangenheit aus. Wir wollen mit einem Backtest also herausfinden, wie hoch wäre die Rendite in der Vergangenheit gewesen, wenn wir nach einem bestimmten Regelwerk in Aktien investiert hätten?

Du fragst dich jetzt bestimmt, was dir das bringen soll? Schließlich ist die Vergangenheit Geschichte und mit historischen Renditen lässt sich nicht mehr viel anfangen. Zum Teil stimmt das natürlich. Allerdings sollten wir auch aus der Geschichte lernen. Möchtest du wissen, welche Renditen sich mit einer konkreten Strategie realisieren lassen, gibt es nur zwei Möglichkeiten:

Die erste Variante bringt einen großen Nachteil mit sich: Du musst sehr lange warten, bis du Ergebnisse hast. Um an dieser Stelle also eine Abkürzung zu nehmen, bedienen wir uns einfach an bereits vorhandenen Datensätzen und tun für jeden Zeitpunkt in der Vergangenheit so, als würden wir die Zukunft nicht kennen. Und mit „wir“ sind jetzt nicht du und ich gemeint, sondern der Computer, der den Backtest durchführt.

Was bringen die Ergebnisse eines Backtests?

Der größte Kritikpunkt an Backtests ist immer, dass die Ergebnisse lediglich die Vergangenheit untersuchen und historische Renditen keinerlei Aussagekraft über die Zukunft liefern. Bei Backtests ist das so aber nicht ganz richtig. Wir können aus Backtests lernen und herausfinden, was an der Börse funktioniert und was nicht.

Stell dir vor du hast zwei Strategien zur Auswahl, in die du künftig investieren kannst:

Die Strategie 1 scheint auf Prinzipien zu basieren, die langfristig an der Börse funktionieren. Natürlich gibt es keine Garantie, dass Strategie 1 nach wie vor eine höhere Rendite erzielen wird. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Strategie 1 auch über die kommenden 20 Jahre erfolgreich sein wird, ist um ein Vielfaches höher, als dass Strategie 2 plötzlich durchstartet, obwohl dieses System die letzten 20 Jahre bereits nicht funktioniert hat.

Ziel eines Backtests ist es also, sicherzugehen, dass ein entwickeltes Bewertungsmodell bereits in der Vergangenheit in der Lage war die guten Aktien von den schlechten zu trennen.

Das Setup für den Backtest

Damit du die Ergebnisse des Backtests, die im nächsten Abschnitt folgen, auch besser interpretieren kannst, muss ich dich zunächst noch mit etwas Theorie langweilen. Dabei geht es um die Rahmenbedingungen des Backtests: Also was wird überhaupt analysiert und nach welchen Kriterien werden Aktien im Backtest gekauft und verkauft?

Analysiertes Anlageuniversum:

Für besonders aussagekräftige Backtestergebnisse sollte nicht nur eine einzelne Region betrachtet werden. Daher wird der Backtest gleich für drei Anlageuniversen durchgeführt:

Beachte bitte, dass sich die Zusammensetzung eines Index mit der Zeit natürlich verändert. Gerade bei Backtests ist das ein sehr wichtiger Aspekt. Vor zehn oder gar zwanzig Jahren waren noch ganz andere Aktien in den Indizes vertreten als heute – viele davon existieren heute sogar gar nicht mehr. Daher wird im Rahmen des Backtests stets mit der zum jeweiligen Zeitpunkt gültigen Indexzusammensetzung gearbeitet.

Analysierter Zeitraum:

Bei Backtests gilt: Je länger der analysierte Zeitraum, desto besser und aussagekräftiger sind die Ergebnisse. Eine Investmentstrategie, die Aktien über Jahre hält, kann nicht in einem Backtest analysiert werden, der nur drei Jahre umfasst. Wünschenswert wäre es natürlich die letzten 50 Jahre analysieren zu können. An die hierfür erforderlichen Daten heranzukommen ist allerdings äußerst schwierig. Außerdem sind derart alte Daten deutlich fehleranfälliger.

Daher gilt es hier einen guten Kompromiss zu finden aus einem möglichst langen Analysezeitraum und einer nach wie vor hohen Datenqualität. Die Backtests werden hierfür Anfang 2004 starten und bis Ende 2025 laufen.

Bewertung nach dem Trend-Check

Im Backtest in diesem Artikel sollen die Aktien nach dem Trend-Check bewertet werden. Im Trend-Check werden Aktien auf Basis von sieben Kennzahlen bewertet. Je nachdem, ob eine Aktie das Kriterium der jeweiligen Kennzahl besteht oder nicht, erhält sie hierfür einen Punkt. Aktien können im Trend-Check also zwischen 0 und 8 Punkte erzielen.

Im Backtest soll nun die Performance von Aktien in Abhängigkeit ihrer erreichten Punktzahl analysiert werden. Alle Aktien mit einer bestimmten Punktzahl wandern daher in einen Topf. Diesen Topf kannst du dir quasi wie ein einzelnes Depot vorstellen. In das erste Depot wandern alle Aktien mit 8 Punkten im Trend-Check, in das zweite Depot kommen alle Aktien, die 7 Punkte erzielt haben und so weiter. Die einzelnen Töpfe beziehungsweise Depots werden quartalsweise neu zusammengesetzt.

So ist also über den gesamten Analysezeitraum bekannt welche Aktien zu welchem Zeitpunkt wie viele Punkte erreicht haben. Mithilfe dieser Information lässt sich die Rendite für jeden einzelnen Topf beziehungsweise jedes Depot ermitteln. Genau das sind die Daten, die wir am Ende benötigen.

Ergebnisse des Backtests für den Trend-Check

Trend-Check am US-amerikanischen Aktienmarkt

Bei der Auswertung der Backtestergebnisse dreht sich alles um die Performance der eben vorgestellten Aktientöpfe mit den Punkten von 0 bis 8. Lass dich von der folgenden Tabelle bitte nicht erschlagen. Ich erkläre dir gleich im Detail, was du hier siehst. Die folgende Tabelle zeigt dir die Performance der Aktien am deutschen Aktienmarkt (Aktien des S&P 500) in Abhängigkeit ihrer Punkte im Trend-Check:

Ergebnisse des Backtests für den Trend-Check am US-amerikanischen Aktienmarkt
Ergebnisse des Backtests für den Trend-Check am US-amerikanischen Aktienmarkt

Wir gehen das Ganze einfach mal anhand der Daten in der Zeile „8 Punkte“ durch. Diese Zeile zeigt dir die Performance der Aktien an, die im Trend-Check 8 Punkte erreicht haben. Diese Aktien haben zwischen Anfang 2004 und Ende 2025 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 12,2% pro Jahr erzielt.

Die hier vorgestellten Daten beziehen sich übrigens alle auf Total-Return-Daten. Das bedeutet, dass ausgeschüttete Dividenden in der Rendite bereits mit enthalten sind.

Außerdem siehst du hier, dass die Aktien in der Zeile mit „8 Punkte“ geringere Risiken aufweisen. Der Aktienkorb, der alle Aktien mit 8 Punkten im Trend-Check beinhaltet, kam auf eine jährliche Volatilität von 18,1%. Bei der Volatilität sind niedrige Werte besser, da sie zeigen, dass die Aktien weniger starken Schwankungen unterlegen haben.

Außerdem weisen Aktien mit 8 Punkten im Trend-Check einen geringeren maximalen Drawdown auf. Dieser lag bei nur 41,6%. Ein Depot bestehend aus Aktien mit 8 Punkten im Trend-Check verzeichnet also tendenziell deutlich geringere Rücksetzer als ein Depot bestehend aus Aktien mit 3 Punkten oder weniger im Trend-Check.

Das Rendite-Verhältnis gibt dir das Verhältnis aus der jährlichen Rendite dividiert durch die jährliche Volatilität an. Je höher das Rendite-Risiko-Verhältnis ist, desto besser. In „8 Punkte“ ergibt sich das Rendite-Risiko-Verhältnis von 0,678, indem die jährliche Rendite von 12,2% durch die Volatilität von 18,1% dividiert wird.

Nun weißt du schon mal, wie du die Ergebnisse interpretieren kannst. Jetzt müssen wir die ganze Tabelle aber noch auswerten und die Performance der einzelnen Punkte miteinander vergleichen. Hierbei hilft die farbliche Formatierung klar weiter.

Du siehst, dass Aktien mit 7 oder 8 Punkten im Trend-Check die höchsten Renditen erzielt haben. Aber auch Aktien mit 2 bis 6 Punkten kommen auf keine schlechten Ergebnisse. Aktien mit 7 oder 8 Punkten sind aber klar besser. Besonders schwach haben sich Aktien entwickelt, die im Trend-Check 0 oder 1 Punkt erzielt haben.

Eine klare Tendenz ist auch bei den Risikomaßen zu erkennen. Sowohl die Volatilität als auch der maximale Drawdown fällt bei Aktien mit einer besseren Bewertung (mehr als 5 Punkte) deutlich geringer aus als bei Aktien mit einer niedrigeren Punktzahl. Besonders hoch fallen die Risikomaße bei Aktien mit 0 oder 1 Punkt im Trend-Check aus.

Als Zwischenfazit lässt sich für den US-amerikanischen Aktienmarkt daher sagen, dass Aktien mit 7 oder 8 Punkten im Trend-Check eine deutlich bessere Performance verzeichnen konnten als Aktien mit 0 oder 1 Punkt.

Trend-Check am deutschen Aktienmarkt

Wie bereits gesagt, sind die Ergebnisse eines Backtests nicht aussagekräftig genug, wenn nur eine einzelne Region betrachtet wird. Als zweite Region möchte ich dir daher zeigen, wie die Aktien des deutschen Aktienmarktes (Aktien des DAX, MDAX und SDAX) in Abhängigkeit ihrer Bewertung im Trend-Check performt haben:

Ergebnisse des Backtests für den Trend-Check am deutschen Aktienmarkt
Ergebnisse des Backtests für den Trend-Check am deutschen Aktienmarkt

Der Backtest für den deutschen Aktienmarkt kommt zu ähnlichen Ergebnissen wie der für den US-amerikanischen Aktienmarkt. Auch hier ist klar zu erkennen, dass Aktien mit mehr als 6 Punkten im Trend-Check die höchsten Renditen und gleichzeitig die geringsten Risiken aufweisen.

Aktien mit 0 oder 1 Punkt konnten hingegen überhaupt nicht überzeugen. Bei Aktien mit 0 Punkten ist die Rendite sogar klar negativ. Um diese Aktien solltest du also unbedingt einen großen Bogen machen.

Der Trend-Check ist also nicht nur dafür geeignet, um Aktien zu finden, mit denen du in den kommenden Monaten und Jahren von den laufenden Aufwärtstrends profitieren kannst. Du kannst den Trend-Check auch als Warnsignal verwenden. Aktien mit einer niedrigen Bewertung von 0 oder 1 Punkt im Trend-Check weisen künftig meist eine geringe Rendite auf. Folglich solltest du ein Investment in diese Aktien nochmal überdenken.

Trend-Check am europäischen Aktienmarkt

Zuletzt betrachten wir noch die Backtestergebnisse für den europäischen Aktienmarkt. Hierfür wurden die Aktien des Stoxx600 analysiert.

Ergebnisse des Backtests für den Trend-Check am europäischen Aktienmarkt
Ergebnisse des Backtests für den Trend-Check am europäischen Aktienmarkt

Auch für den europäischen Aktienmarkt ist eine ähnliche Tendenz zu erkennen wie eben bereits am US-amerikanischen und deutschen Aktienmarkt. Aktien mit 7 oder 8 Punkten im Trend-Check erzielen tendenziell die höchsten Renditen. Auch Aktien, mit 5 oder 6 Punkten kommen hier noch auf hohe Renditen.

Insgesamt ist sehr schön zu sehen, dass die Rendite über die einzelnen Scores sehr gleichmäßig abfällt. Auch hier ist wieder zu beobachten, dass Aktien mit 0 oder 1 Punkt im Trend-Check die geringsten Renditen verzeichnen.

Auch der Blick auf die Risikomaße bestätigt das bisherige Ergebnis nochmal: Aktien mit einer hohen Bewertung im Trend-Check verzeichnen eine geringere Volatilität und einen geringeren maximalen Drawdown. Bei Aktien mit 5 oder mehr Punkten im Trend-Check fallen die Risikomaße deutlich geringer aus als bei Aktien mit einer schlechteren Bewertung.

Damit lässt sich auch für den europäischen Aktienmarkt festhalten, dass Aktien mit einer hohen Punktzahl im Trend-Check aus Rendite-Risiko-Sicht deutlich attraktiver sind als Aktien, die einen oder gar keinen Punkt erzielen konnten.

Fazit: Der Trend-Check hilft dir dabei von laufenden Aufwärtstrends zu profitieren.

Mit einem Backtest sind wir in der Lage zu analysieren, wie sich eine Investmentstrategie beziehungsweise ein Aktien-Bewertungsmodell in der Vergangenheit geschlagen hätte. Anhand der Ergebnisse aus der Vergangenheit lässt sich beurteilen, ob es künftig sinnvoll ist Aktien nach einem eigens entwickelten Bewertungsmodell auszuwählen.

Ich habe dir in diesem Beitrag die Ergebnisse der Backtests für den Aktienkönig-Trend-Check vorgestellt. Mit dem Trend-Check findest du Aktien mit stabilen Aufwärtstrends, auf die du gut mit aufspringen kannst. Vor allem Aktien mit 7 oder 8 Punkten im Trend-Check sind in der Lage eine höhere Rendite zu erzielen. Gleichzeitig fallen die Volatilität und die maximalen Drawdowns bei diesen Aktien geringer aus. Der Trend-Check hilft dir aber nicht nur dabei starke Trendaktien zu finden. Du kannst das Modell auch als Warnindikator verwenden. Vor allem Aktien, die gar keinen oder nur einen Punkt im Trend-Check erzielen können, weisen auch künftig niedrige Renditen bei hohen Risiken auf.

Möchtest du in Trendaktien investieren, solltest du einen genaueren Blick auf die Bewertung einer Aktie im Trend-Check werfen. Aktien mit einer hohen Punktzahl im Trend-Check befinden sich in einem stabilen Aufwärtstrend, welcher in vielen Fällen auch weiter fortgesetzt werden kann.