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Der Dividenden-Check im Backtest

Titelbild Backtest Dividenden-Check

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Ziel dieses Artikels

Der Dividenden-Check hilft dir dabei herauszufinden, ob eine Aktie für ein Dividendendepot kaufenswert ist oder nicht. Mithilfe des Dividenden-Checks findest du Aktien mit einer attraktiven Dividendenrendite, einem starken Dividendenwachstum sowie einer guten fundamentalen und technischen Entwicklung. Für das Aktienkönig-Dividenden-Depot kommen nur Aktien infrage, die 8 oder mehr Punkte im Dividenden-Check erzielen.

Ist der Dividenden-Check aber wirklich in der Lage erfolgreiche Dividenden-Aktien ausfindig zu machen, mit denen sich künftig eine hohe Rendite erzielen lässt? Also lohnt es sich überhaupt gezielt nach Aktien mit 8 oder mehr Punkten im Dividenden-Check zu suchen? Die Antwort darauf liefert ein Backtest. Ich möchte dir in diesem Artikel zeigen, welche Renditen du in der Vergangenheit mit Aktien erzielt hättest, die im Dividenden-Check eine hohe Punktzahl erreicht haben.

Dividenden-Check schnell erklärt

Bevor wir uns die Backtestergebnisse des Dividenden-Checks im Detail anschauen, möchte ich dir einmal kurz erklären, was es mit dem Dividenden-Check überhaupt auf sich hat. Der Dividenden-Check unterstützt dich dabei, zu beurteilen, ob eine Aktie für eine Dividendenstrategie geeignet ist. Aktien werden auf Basis verschiedener Kennzahlen rund um Dividenden und einigen weiteren Kriterien bewertet. Je nachdem wie die Bewertung ausfällt, erhält eine Aktie eine bestimmte Anzahl an Punkten im Dividenden-Check.

Der Dividenden-Check ist ein Bewertungsmodell für Aktien, das klaren Regeln folgt. Ziel des Dividenden-Checks ist es nicht einfach Aktien mit einer besonders hohen Dividendenrendite zu finden. Eine hohe Dividendenrendite allein macht nämlich noch keine gute Dividendenaktie. Hierzu gehören auch noch weitere Kriterien wie beispielsweise die Ausschüttungsquote oder das Dividendenwachstum. Der Dividenden-Check ermöglicht es dir also eine Aktie nach diversen Kriterien auf ihre Qualität als Dividendenaktie zu untersuchen.

Eine ausführliche Erklärung zum Dividenden-Check findest du in folgendem Artikel: Starke Dividendenaktien mit dem Dividenden-Check finden.

Die entscheidende Frage ist nun, ob du mithilfe des Dividenden-Checks wirklich die besten Dividenden-Aktien finden kannst. Um das herauszufinden, habe ich meinen Dividenden-Check einem umfangreichen Backtest unterzogen.

Was macht ein Backtest?

Ein Backtest wertet die Performance einer Investmentstrategie in der Vergangenheit aus. Wir wollen mit einem Backtest also herausfinden, wie hoch wäre die Rendite in der Vergangenheit gewesen, wenn wir nach einem bestimmten Regelwerk in Aktien investiert hätten?

Du fragst dich jetzt bestimmt, was dir das bringen soll? Schließlich ist die Vergangenheit Geschichte und mit historischen Renditen lässt sich nicht mehr viel anfangen. Zum Teil stimmt das natürlich. Allerdings sollten wir auch aus der Geschichte lernen. Möchtest du wissen, welche Renditen sich mit einer konkreten Strategie realisieren lassen, gibt es nur zwei Möglichkeiten:

Die erste Variante bringt einen großen Nachteil mit sich: Du musst sehr lange warten, bis du Ergebnisse hast. Um an dieser Stelle also eine Abkürzung zu nehmen, bedienen wir uns einfach an bereits vorhandenen Datensätzen und tun für jeden Zeitpunkt in der Vergangenheit so, als würden wir die Zukunft nicht kennen. Und mit „wir“ sind jetzt nicht du und ich gemeint, sondern der Computer, der den Backtest durchführt.

Was bringen die Ergebnisse eines Backtests?

Der größte Kritikpunkt an Backtests ist immer, dass die Ergebnisse lediglich die Vergangenheit untersuchen und historische Renditen keinerlei Aussagekraft über die Zukunft liefern. Bei Backtests ist das so aber nicht ganz richtig. Wir können aus Backtests lernen und herausfinden, was an der Börse funktioniert und was nicht.

Stell dir vor du hast zwei Strategien zur Auswahl, in die du künftig investieren kannst:

Die Strategie 1 scheint auf Prinzipien zu basieren, die langfristig an der Börse funktionieren. Natürlich gibt es keine Garantie, dass Strategie 1 nach wie vor eine höhere Rendite erzielen wird. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Strategie 1 auch über die kommenden 20 Jahre erfolgreich sein wird, ist um ein Vielfaches höher, als dass Strategie 2 plötzlich durchstartet, obwohl dieses System die letzten 20 Jahre bereits nicht funktioniert hat.

Ziel eines Backtests ist es also, sicherzugehen, dass ein entwickeltes Bewertungsmodell bereits in der Vergangenheit in der Lage war die guten Aktien von den schlechten zu trennen.

Das Setup für den Backtest

Damit du die Ergebnisse des Backtests, die im nächsten Abschnitt folgen, auch besser interpretieren kannst, muss ich dich zunächst noch mit etwas Theorie langweilen. Dabei geht es um die Rahmenbedingungen des Backtests: Also was wird überhaupt analysiert und nach welchen Kriterien werden Aktien im Backtest gekauft und verkauft?

Analysiertes Anlageuniversum:

Für besonders aussagekräftige Backtestergebnisse sollte nicht nur eine einzelne Region betrachtet werden. Daher wird der Backtest gleich für drei Anlageuniversen durchgeführt:

Beachte bitte, dass sich die Zusammensetzung eines Index mit der Zeit natürlich verändert. Gerade bei Backtests ist das ein sehr wichtiger Aspekt. Vor zehn oder gar zwanzig Jahren waren noch ganz andere Aktien in den Indizes vertreten als heute – viele davon existieren heute sogar gar nicht mehr. Daher wird im Rahmen des Backtests stets mit der zum jeweiligen Zeitpunkt gültigen Indexzusammensetzung gearbeitet.

Analysierter Zeitraum:

Bei Backtests gilt: Je länger der analysierte Zeitraum, desto besser und aussagekräftiger sind die Ergebnisse. Eine Investmentstrategie, die Aktien über Jahre hält, kann nicht in einem Backtest analysiert werden, der nur drei Jahre umfasst. Wünschenswert wäre es natürlich die letzten 50 Jahre analysieren zu können. An die hierfür erforderlichen Daten heranzukommen ist allerdings äußerst schwierig. Außerdem sind derart alte Daten deutlich fehleranfälliger.

Daher gilt es hier einen guten Kompromiss zu finden aus einem möglichst langen Analysezeitraum und einer nach wie vor hohen Datenqualität. Die Backtests werden hierfür Anfang 2004 starten und bis Ende 2025 laufen.

Bewertung nach dem Dividenden-Check

Im Backtest in diesem Artikel sollen die Aktien nach dem Dividenden-Check bewertet werden. Im Dividenden-Check werden Aktien auf Basis von 10 Kennzahlen bewertet. Je nachdem, ob eine Aktie das Kriterium der jeweiligen Kennzahl besteht oder nicht, erhält sie hierfür einen Punkt. Aktien können im Dividenden-Check also zwischen 0 und 10 Punkte erzielen.

Im Backtest soll nun die Performance von Aktien in Abhängigkeit ihrer erreichten Punktzahl analysiert werden. Alle Aktien mit einer bestimmten Punktzahl wandern daher in einen Topf. Diesen Topf kannst du dir quasi wie ein einzelnes Depot vorstellen. In das erste Depot wandern alle Aktien mit 10 Punkten im Dividenden-Check, in das zweite Depot kommen alle Aktien, die 9 Punkte erzielt haben und so weiter. Die einzelnen Töpfe beziehungsweise Depots werden quartalsweise neu zusammengesetzt.

So ist also über den gesamten Analysezeitraum bekannt welche Aktien zu welchem Zeitpunkt wie viele Punkte erreicht haben. Mithilfe dieser Information lässt sich die Rendite für jeden einzelnen Topf beziehungsweise jedes Depot ermitteln. Genau das sind die Daten, die wir am Ende benötigen.

Ergebnisse des Backtests für den Dividenden-Check

Dividenden-Check am US-amerikanischen Aktienmarkt

Bei der Auswertung der Backtestergebnisse dreht sich alles um die Performance der eben vorgestellten Aktientöpfe mit den Punkten von 0 bis 10. Lass dich von der folgenden Tabelle bitte nicht erschlagen. Ich erkläre dir gleich im Detail, was du hier siehst. Die folgende Tabelle zeigt dir die Performance der Aktien am US-amerikanischen Aktienmarkt (Aktien des S&P 500) in Abhängigkeit ihrer Punkte im Dividenden-Check:

Ergebnisse des Backtests für den Dividenden-Check am US-amerikanischen Aktienmarkt
Ergebnisse des Backtests für den Dividenden-Check am US-amerikanischen Aktienmarkt

Wir gehen das Ganze einfach mal anhand der Daten in der Zeile „10 Punkte“ durch. Diese Zeile zeigt dir die Performance der Aktien an, die im Dividenden-Check 10 Punkte erreicht haben. Diese Aktien haben zwischen Anfang 2004 und Ende 2025 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 11,2% pro Jahr erzielt.

Die hier vorgestellten Daten beziehen sich übrigens alle auf Total-Return-Daten. Das bedeutet, dass ausgeschüttete Dividenden in der Rendite bereits mit enthalten sind.

Außerdem siehst du hier, dass die Aktien in der Zeile mit „10 Punkte“ geringe Risiken aufweisen. Der Aktienkorb, der alle Aktien mit 10 Punkten im Dividenden-Check beinhaltet, kam auf eine jährliche Volatilität von 16,0%. Bei der Volatilität sind niedrige Werte besser, da sie zeigen, dass die Aktien weniger starken Schwankungen unterlegen haben.

Der Aktienkorb „10 Punkte“ kam auf einen maximalen Drawdown von 36,5%. Ein Depot bestehend aus Aktien mit 10 Punkten im Dividenden-Check verzeichnet also tendenziell deutlich geringere Rücksetzer als ein Depot bestehend aus Aktien mit 5 Punkten oder weniger im Dividenden-Check. Allerdings muss dazu auch erwähnt werden, dass es historisch nicht viele Aktien geschafft haben 10 Punkte zu erreichen. Die Ergebnisse hier sind also von einigen wenigen Aktien getrieben.

Das Rendite-Verhältnis gibt dir das Verhältnis aus der jährlichen Rendite dividiert durch die jährliche Volatilität an. Je höher das Rendite-Risiko-Verhältnis ist, desto besser. In der Zeile „10 Punkte“ ergibt sich das Rendite-Risiko-Verhältnis von 0,702, indem die jährliche Rendite von 11,2% durch die Volatilität von 16,0% dividiert wird.

Nun weißt du schon mal, wie du die Ergebnisse interpretieren kannst. Jetzt müssen wir die ganze Tabelle aber noch auswerten und die Performance der einzelnen Scores miteinander vergleichen. Hierbei hilft die farbliche Formatierung klar weiter.

Bei den Renditen ist hier insgesamt eine nicht ganz so klare Tendenz zu erkennen. Auch Aktien mit einer schlechteren Bewertung im Dividenden-Check kommen auf eine hohe Rendite. Das liegt vor allem beim US-Aktienmarkt auch daran, weil es hier viele Wachstumsaktien gibt, die keine oder nur eine sehr geringe Dividende zahlen.

Deutlich ist dafür die Entwicklung der Risikomaße: Aktien mit einer hohen Punktzahl im Dividenden-Check weisen deutlich geringere Risiken auf (sowohl Volatilität als auch maximaler Drawdown) als das bei Aktien mit einer niedrigen Punktzahl der Fall ist.

Als Zwischenfazit lässt sich damit bereits jetzt sagen, dass es sich für Dividendeninvestoren durchaus lohnt, am US-amerikanischen Aktienmarkt nach Aktien mit einer höheren Bewertung im Dividenden-Check Ausschau zu halten.

Dividenden-Check am deutschen Aktienmarkt

Wie bereits gesagt, sind die Ergebnisse eines Backtests nicht aussagekräftig genug, wenn nur eine einzelne Region betrachtet wird. Als zweite Region möchte ich dir daher zeigen, wie die Aktien des deutschen Aktienmarktes (Aktien des DAX, MDAX und SDAX) in Abhängigkeit ihrer Bewertung im Dividenden-Check performt haben:

Ergebnisse des Backtests für den Dividenden-Check am deutschen Aktienmarkt
Ergebnisse des Backtests für den Dividenden-Check am deutschen Aktienmarkt

Die Ergebnisse für den deutschen Aktienmarkt sind eher durchwachsen. Aktien mit 9 oder 10 Punkten im Dividenden-Check konnten auf den ersten Blick nicht überzeugen. Allerdings zeigt ein genauerer Blick auf die Backtestergebnisse, dass es hier auch längere Zeiten gab, wo keine Aktie 9 oder 10 Punkte erzielen konnte. In dieser Zeit konnte der jeweilige Score also keine Rendite erwirtschaften.

Aufgrund des eher kleinen Anlageuniversums sind die Ergebnisse für den deutschen Aktienmarkt schwieriger zu interpretieren. Das Ergebnis sagt aber keinesfalls aus, dass Aktien mit einer hohen Punktzahl im Dividenden-Check am deutschen Aktienmarkt schlecht wären. Wie gesagt ist das lediglich das Ergebnis dessen, dass es in der Vergangenheit nur wenige Aktien geschafft haben eine sehr gute Bewertung zu erzielen.

Eine klare Tendenz sehen wir bei den Risikomaßen bei Aktien mit einer schlechten Bewertung: Hier fällt sowohl die Volatilität als auch der maximale Drawdown am höchsten aus. Insgesamt weisen die Ergebnisse gerade beim Blick auf die Rendite aber eine sehr hohe Variation auf, weshalb unbedingt noch ein Blick auf den europäischen Aktienmarkt erfolgen muss.

Dividenden-Check am europäischen Aktienmarkt

Zuletzt betrachten wir noch die Backtestergebnisse für den europäischen Aktienmarkt. Hierfür wurden die Aktien des Stoxx600 analysiert.

Ergebnisse des Backtests für den Dividenden-Check am europäischen Aktienmarkt
Ergebnisse des Backtests für den Dividenden-Check am europäischen Aktienmarkt

Am europäischen Aktienmarkt haben vor allem Aktien mit 6 bis 8 Punkten im Dividenden-Check eine sehr hohe Rendite erzielt. Die Performance von Aktien mit 9 fällt etwas schlechter aus, Aktien mit 10 Punkten konnten dafür wiederum überzeugen. Auch für den europäischen Aktienmarkt ist aber festzustellen, dass es immer nur ein paar wenige Aktien gab, die 9 oder 10 Punkte erzielt haben. Die Performance wird hier also von einigen wenigen Aktien dominiert.

Dass wir hohe Renditen in den Scores dahinter sehen, ist ein sehr wichtiges Zeichen. Es wird damit klar, dass Aktien mit einer besseren Bewertung (also 6 Punkte oder mehr) im Dividenden-Check eine deutlich bessere Performance erzielen als Aktien mit 2 Punkten oder weniger. Vor allem die geringen Renditen und gleichzeitig hohen Risikomaße bei Aktien mit 0 oder 1 Punkt im Dividenden-Check zeigen, dass bei diesen Aktien eher Vorsicht geboten ist.

Fazit: Der Dividenden-Check hilft dir dabei defensive Aktien für dein Dividenden-Depot zu finden

Mit einem Backtest sind wir in der Lage zu analysieren, wie sich eine Investmentstrategie beziehungsweise ein Aktien-Bewertungsmodell in der Vergangenheit geschlagen hätte. Anhand der Ergebnisse aus der Vergangenheit lässt sich beurteilen, ob es künftig sinnvoll ist Aktien nach einem eigens entwickelten Bewertungsmodell auszuwählen.

Ich habe dir in diesem Beitrag die Ergebnisse der Backtests für den Aktienkönig-Dividenden-Check vorgestellt. Der Dividenden-Check hilft dir dabei Aktien zu finden, die eine attraktive Dividendenrendite aufweisen, ein hohes Dividendenwachstum verzeichnen und mit einer hohen Dividendenkontinuität überzeugen. Während bei den Renditen ein weniger klares Bild vorhanden ist, zeigt sich vor allem bei den Risikomaßen, dass Aktien mit einer hohen Punktzahl attraktiver sind.

Gerade am deutschen Aktienmarkt lassen sich aber keine klaren Schlüsse ziehen, was vor allem auf das eher kleine Anlageuniversum zurückzuführen ist. Hier besteht das Problem, dass es historisch nur sehr wenige Aktien geschafft haben eine sehr gute Bewertung im Dividenden-Check zu erzielen.

Natürlich liefern die Ergebnisse von Backtests keine Performancegarantie für die Zukunft. Du hast aber gesehen, dass sich das Verhältnis aus Rendite und Risiko deutlich verbessern lässt, wenn du gezielt nach Aktien mit mehr als 7 Punkten im Dividenden-Check Ausschau hältst.