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Der Dauerläufer-Check im Backtest

Titelbild Backtest Dauerläufer-Check

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Ziel dieses Artikels

Der Dauerläufer-Check ist eines meiner vier Bewertungsmodelle, mit denen du herausfindest, ob eine Aktie kaufenswert ist oder nicht. Mithilfe des Dauerläufer-Checks lassen sich Aktien finden, die seit Jahren erfolgreich sind und ihre starke Kursentwicklung künftig meist auch fortsetzen. Für einen Kauf in das Aktienkönig-Dauerläufer-Depot kommen ausschließlich Aktien infrage, die 9 oder mehr Punkte im Dauerläufer-Check erzielen.

Die entscheidende Frage ist nun aber, lohnt es sich überhaupt gezielt nach Aktien mit einer hohen Punktzahl im Dauerläufer-Check Ausschau zu halten? Oder handelt es sich hierbei einfach um ein wild zusammengewürfeltes Bewertungsmodell ohne großen Nutzen? Die Antwort darauf liefert ein Backtest. Ich möchte dir in diesem Artikel zeigen, welche Renditen du in der Vergangenheit mit Aktien erzielt hättest, die im Dauerläufer-Check eine hohe Punktzahl erreicht haben.

Dauerläufer-Check schnell erklärt

 

Bevor ich mit dir im Detail die Backtestergebnisse des Dauerläufer-Checks durchgehe, möchte ich dir einmal kurz erklären, was es mit dem Dauerläufer-Check überhaupt auf sich hat. Mit dem Dauerläufer-Check bist du in der Lage die großen Champions am Aktienmarkt ausfindig zu machen. Dauerläufer-Aktien können langfristig überzeugen und haben historisch betrachtet hohe Renditen erzielt. Es gibt kaum Zweifel daran, dass derart erfolgreiche Aktien ihre starke Entwicklung auch künftig fortsetzen werden.

Im Dauerläufer-Check werden Aktien mithilfe von 10 Kennzahlen bewertet. Hierbei kommen sowohl technische Kennzahlen zum Einsatz, die die Kursentwicklung der Aktie auswerten, als auch fundamentale Kennzahlen, die das Wachstum analysieren. Für jede Kennzahl gibt es einen Richtwert, den die Aktie erfüllen muss, damit sie einen Punkt erhält. Je mehr Kriterien eine Aktie besteht, desto mehr Punkte erzielt sie im Dauerläufer-Check. Besteht eine Aktie alle Kriterien erhält sie folglich die Maximalpunktzahl von 10 Punkten.

Eine ausführliche Erklärung zum Dauerläufer-Check findest du in folgendem Artikel: Mit dem Dauerläufer-Check die großen Champions finden

Die entscheidende Frage ist nun, ob du mithilfe des Dauerläufer-Checks wirklich einen Vorteil erhältst. Mit „Vorteil“ ist in diesem Fall eine bessere Performance gemeint. Um das herauszufinden, habe ich meinen Dauerläufer-Check einem umfangreichen Backtest unterzogen.

Was macht ein Backtest?

Ein Backtest wertet die Performance einer Investmentstrategie in der Vergangenheit aus. Wir wollen mit einem Backtest also herausfinden, wie hoch wäre die Rendite in der Vergangenheit gewesen, wenn wir nach einem bestimmten Regelwerk in Aktien investiert hätten?

Du fragst dich jetzt bestimmt, was dir das bringen soll? Schließlich ist die Vergangenheit Geschichte und mit historischen Renditen lässt sich nicht mehr viel anfangen. Zum Teil stimmt das natürlich. Allerdings sollten wir auch aus der Geschichte lernen. Möchtest du wissen, welche Renditen sich mit einer konkreten Strategie realisieren lassen, gibt es nur zwei Möglichkeiten:

Die erste Variante bringt einen großen Nachteil mit sich: Du musst sehr lange warten, bis du Ergebnisse hast. Um an dieser Stelle also eine Abkürzung zu nehmen, bedienen wir uns einfach an bereits vorhandenen Datensätzen und tun für jeden Zeitpunkt in der Vergangenheit so, als würden wir die Zukunft nicht kennen. Und mit „wir“ sind jetzt nicht du und ich gemeint, sondern der Computer, der den Backtest durchführt.

Was bringen die Ergebnisse eines Backtests?

Der größte Kritikpunkt an Backtests ist immer, dass die Ergebnisse lediglich die Vergangenheit untersuchen und historische Renditen keinerlei Aussagekraft über die Zukunft liefern. Bei Backtests ist das so aber nicht ganz richtig. Wir können aus Backtests lernen und herausfinden, was an der Börse funktioniert und was nicht.

Stell dir vor du hast zwei Strategien zur Auswahl, in die du künftig investieren kannst:

Die Strategie 1 scheint auf Prinzipien zu basieren, die langfristig an der Börse funktionieren. Natürlich gibt es keine Garantie, dass Strategie 1 nach wie vor eine höhere Rendite erzielen wird. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Strategie 1 auch über die kommenden 20 Jahre erfolgreich sein wird, ist um ein Vielfaches höher, als dass Strategie 2 plötzlich durchstartet, obwohl dieses System die letzten 20 Jahre bereits nicht funktioniert hat.

Ziel eines Backtests ist es also, sicherzugehen, dass ein entwickeltes Bewertungsmodell bereits in der Vergangenheit in der Lage war die guten Aktien von den schlechten zu trennen.

Das Setup für den Backtest

Damit du die Ergebnisse des Backtests, die im nächsten Abschnitt folgen, auch besser interpretieren kannst, muss ich dich zunächst noch mit etwas Theorie langweilen. Dabei geht es um die Rahmenbedingungen des Backtests: Also was wird überhaupt analysiert und nach welchen Kriterien werden Aktien im Backtest gekauft und verkauft?

Analysiertes Anlageuniversum:

Für besonders aussagekräftige Backtestergebnisse sollte nicht nur eine einzelne Region betrachtet werden. Daher wird der Backtest für gleich drei Anlageuniversen durchgeführt:

Beachte bitte, dass sich die Zusammensetzung eines Index mit der Zeit natürlich verändert. Gerade bei Backtests ist das ein sehr wichtiger Aspekt. Vor zehn oder gar zwanzig Jahren waren noch ganz andere Aktien in den Indizes vertreten als heute – viele davon existieren heute sogar gar nicht mehr. Daher wird im Rahmen des Backtests stets mit der zum jeweiligen Zeitpunkt gültigen Indexzusammensetzung gearbeitet.

Analysierter Zeitraum:

Bei Backtests gilt: Je länger der analysierte Zeitraum, desto besser und aussagekräftiger sind die Ergebnisse. Eine Investmentstrategie, die Aktien über Jahre hält, kann nicht in einem Backtest analysiert werden, der nur drei Jahre umfasst. Wünschenswert wäre es natürlich die letzten 50 Jahre analysieren zu können. An die hierfür erforderlichen Daten heranzukommen ist allerdings äußerst schwierig. Außerdem sind derart alte Daten deutlich fehleranfälliger.

Daher gilt es hier einen guten Kompromiss zu finden aus einem möglichst langen Analysezeitraum und einer nach wie vor hohen Datenqualität. Die Backtests werden hierfür Anfang 2005 starten und bis Ende 2025 laufen.

Bewertung nach dem Dauerläufer-Check

Im Backtest in diesem Artikel sollen die Aktien nach dem Dauerläufer-Check bewertet werden. Im Dauerläufer-Check werden Aktien auf Basis von 10 Kennzahlen bewertet. Je nachdem, ob eine Aktie das Kriterium der jeweiligen Kennzahl besteht oder nicht, erhält sie hierfür einen Punkt. Aktien können im Dauerläufer-Check also zwischen 0 und 10 Punkte erzielen.

Im Backtest soll nun die Performance von Aktien in Abhängigkeit ihrer erreichten Punktzahl analysiert werden. Alle Aktien mit einer bestimmten Punktzahl wandern daher in einen Topf. Diesen Topf kannst du dir quasi wie ein einzelnes Depot vorstellen. In das erste Depot wandern alle Aktien mit 10 Punkten im Dauerläufer-Check, in das zweite Depot kommen alle Aktien, die 9 Punkte erzielt haben und so weiter. Die einzelnen Töpfe beziehungsweise Depots werden quartalsweise neu zusammengesetzt.

So ist also über den gesamten Analysezeitraum bekannt welche Aktien zu welchem Zeitpunkt wie viele Punkte erreicht haben. Mithilfe dieser Information lässt sich die Rendite für jeden einzelnen Topf beziehungsweise jedes Depot ermitteln. Genau das sind die Daten, die wir am Ende benötigen.

Ergebnisse des Backtests für den Dauerläufer-Check

Dauerläufer-Check am US-amerikanischen Aktienmarkt

Bei der Auswertung der Backtestergebnisse dreht sich alles um die Performance der eben vorgestellten Aktientöpfe mit den Punkten von 0 bis 10. Lass dich von der folgenden Tabelle bitte nicht erschlagen. Ich erkläre dir gleich im Detail, was du hier siehst. Die folgende Tabelle zeigt dir die Performance der Aktien am US-amerikanischen Aktienmarkt (Aktien des S&P 500) in Abhängigkeit ihrer Punkte im Dauerläufer-Check:

Ergebnisse des Backtests für den Dauerläufer-Check am US-amerikanischen Aktienmarkt
Ergebnisse des Backtests für den Dauerläufer-Check am US-amerikanischen Aktienmarkt

Wir gehen das Ganze einfach mal anhand der Daten in der Zeile „9 Punkte“ durch. Diese Zeile zeigt dir die Performance der Aktien an, die im Dauerläufer-Check 9 Punkte erreicht haben. Diese Aktien haben zwischen Anfang 2005 und Ende 2025 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 11,5% pro Jahr erzielt. Das kann sich schon mal sehenlassen.

Die hier vorgestellten Daten beziehen sich übrigens alle auf Total-Return-Daten. Das bedeutet, dass ausgeschüttete Dividenden in der Rendite bereits mit enthalten sind.

Außerdem siehst du hier, dass die Aktien in der Zeile mit „9 Punkte“ geringe Risiken aufweisen. Der Aktienkorb, der alle Aktien mit 9 Punkten im Dauerläufer-Check beinhaltet, kam auf eine jährliche Volatilität von 17,6%. Bei der Volatilität sind niedrige Werte besser, da sie zeigen, dass die Aktien weniger starken Schwankungen unterlegen haben.

Der Aktienkorb „9 Punkte“ kam auf einen maximalen Drawdown von 48,7%. Ein Depot bestehend aus Aktien mit 9 Punkten im Dauerläufer-Check verzeichnet also tendenziell deutlich geringere Rücksetzer als ein Depot bestehend aus Aktien mit 3 Punkten oder weniger im Dauerläufer-Check.

Das Rendite-Verhältnis gibt dir das Verhältnis aus der jährlichen Rendite dividiert durch die jährliche Volatilität an. Je höher das Rendite-Risiko-Verhältnis ist, desto besser. In der Zeile „9 Punkte“ ergibt sich das Rendite-Risiko-Verhältnis von 0,655, indem die jährliche Rendite von 11,5% durch die Volatilität von 17,6% dividiert wird.

Nun weißt du schon mal, wie du die Ergebnisse interpretieren kannst. Jetzt müssen wir die ganze Tabelle aber noch auswerten und die Performance der einzelnen Punkte miteinander vergleichen. Hierbei hilft die farbliche Formatierung klar weiter.

Du siehst, dass Aktien, die im Dauerläufer-Check 9 oder 10 Punkte erzielt haben, eine deutlich höhere Rendite aufweisen, als Aktien die 4 bis 6 Punkte erreicht haben. Allerdings gibt es bei Aktien mit 3 Punkten und 1 Punkt Ausreißer. Auch diese Aktien konnten eine hohe Rendite verzeichnen, dafür fallen die Risikomaße bei diesen Aktien aber deutlich größer aus.

Während das Muster bei der Rendite nicht ganz so deutlich ist, fällt vor allem bei den Risikomaßen ein klarer Trend auf. Sowohl die Volatilität als auch der maximale Drawdown ist bei Aktien mit einer hohen Punktzahl im Dauerläufer-Check deutlich niedriger als bei Aktien, die nur wenig Punkte im Dauerläufer-Check erreicht haben.

Als Zwischenfazit lässt sich damit bereits jetzt sagen, dass es sich vor US-amerikanischen Aktienmarkt lohnt, gezielt nach Aktien mit 9 oder 10 Punkten im Dauerläufer-Check Ausschau zu halten.

Dauerläufer-Check am deutschen Aktienmarkt

Wie bereits gesagt, sind die Ergebnisse eines Backtests nicht aussagekräftig genug, wenn nur eine einzelne Region betrachtet wird. Als zweite Region möchte ich dir daher zeigen, wie die Aktien des deutschen Aktienmarktes (Aktien des DAX, MDAX und SDAX) in Abhängigkeit ihrer Bewertung im Dauerläufer-Check performt haben:

Ergebnisse des Backtests für den Dauerläufer-Check am deutschen Aktienmarkt
Ergebnisse des Backtests für den Dauerläufer-Check am deutschen Aktienmarkt

Auch am deutschen Aktienmarkt gibt es eine klare Tendenz, dass Aktien mit einer hohen Punktzahl im Dauerläufer-Check auf eine höhere Rendite kommen und dabei geringere Risiken verzeichnen. Allerdings sind die Sprünge zwischen den einzelnen Punkten hier deutlich größer. Hier fällt besonders die hohe Rendite bei Aktien mit 9 Punkten auf (18,9%).

Am deutschen Aktienmarkt gibt es deutlich weniger Aktien zu analysieren, als das am US-amerikanischen und europäischen Aktienmarkt der Fall ist. Daher kommt es hier öfter zu extremen Ergebnissen. Vereinzelt kann auch nur eine einzige Aktie im jeweiligen Score vertreten sein, was das Ergebnis dann natürlich etwas verzerrt.

Klar zu sehen ist, dass bei Aktien mit 0 oder 1 Punkt im Dauerläufer-Check Vorsicht geboten ist. Diese Aktien haben sehr geringe Renditen verzeichnet und das bei außerordentlich hohen Risikomaßen.

Dauerläufer-Check am europäischen Aktienmarkt

Zuletzt betrachten wir noch die Backtestergebnisse für den europäischen Aktienmarkt. Hierfür wurden die Aktien des Stoxx600 analysiert.

Ergebnisse des Backtests für den Dauerläufer-Check am europäischen Aktienmarkt
Ergebnisse des Backtests für den Dauerläufer-Check am europäischen Aktienmarkt

Hier sehen wir nun wieder ein deutlich stabileres Ergebnis, ähnlich zu dem vom US-amerikanischen Aktienmarkt. Nur dass die Tendenzen hier deutlicher sind. Die Aktien mit der höchsten Punktzahl im Dauerläufer-Check haben auch die höchste Rendite verzeichnet und das bei sehr geringen Risikomaßen.

Aktien mit 9 oder 10 Punkten im Dauerläufer-Check sind somit als sehr attraktiv anzusehen. Auf der anderen Seite siehst du aber auch, dass Aktien mit 3 oder weniger Punkten im Dauerläufer-Check eine geringere Rendite und gleichzeitig hohe Risikomaße aufweisen.

Fazit: Der Dauerläufer-Check ist in der Lage gute von schlechten Aktien zu unterscheiden

Mit einem Backtest sind wir in der Lage zu analysieren, wie sich eine Investmentstrategie beziehungsweise ein Aktien-Bewertungsmodell in der Vergangenheit geschlagen hätte. Anhand der Ergebnisse aus der Vergangenheit lässt sich beurteilen, ob es künftig sinnvoll ist Aktien nach einem eigens entwickelten Bewertungsmodell auszuwählen.

Ich habe dir in diesem Beitrag die Ergebnisse der Backtests für den Aktienkönig-Dauerläufer-Check vorgestellt. Der Dauerläufer-Check findet Aktien, die bereits in der Vergangenheit zu den großen Gewinnern gehört haben. Wie die Ergebnisse der Backtests zeigen, weisen Aktien mit 9 oder 10 Punkten im Dauerläufer-Check auch künftig eine deutlich bessere Performance auf. Diese Aktien verzeichnen nicht nur eine höhere Rendite, sondern gleichzeitig auch geringere Risiken in Form einer niedrigeren Volatilität und kleineren maximalen Drawdowns. Die Backtests zeigen aber auch, dass Aktien mit 2 oder weniger Punkten im Dauerläufer-Check sehr hohe Risikomaße verzeichnen und dabei teilweise deutlich geringere Renditen erzielen.

Natürlich liefern die Ergebnisse von Backtests keine Performancegarantie für die Zukunft. Du hast aber gesehen, dass sich die Rendite deutlich verbessern lässt, wenn du gezielt nach Aktien mit 9 oder 10 Punkten im Dauerläufer-Check Ausschau hältst. Gleichzeitig solltest du bei Aktien, die 2 oder weniger Punkte im Dauerläufer-Check erzielen vorsichtig sein und ein eventuell geplantes Investment noch einmal überdenken.