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Aktienanalyse L’Oreal

Titelbild für die L'Oreal-Aktienanalyse mit dem Logo von L'Oreal und einem Bild von Kosmetikprodukten im Hintergrund

Inhaltsverzeichnis

Ziel dieses Artikels

In diesem Artikel möchte ich die L’Oreal-Aktie ausführlich analysieren und die Frage klären, ob und zu welchem Kursniveau die Aktie von L’Oreal kaufenswert ist. Als erstes stelle ich dir kurz das Geschäftsmodell vor, anschließend siehst du anhand einer ausführlichen fundamentalen Bewertung, ob L’Oreal als Investment attraktiv ist. Mithilfe der Chartanalyse möchte ich dir anschließend die wichtigsten Kursniveaus zeigen, bei denen es für die L’Oreal-Aktie besonders interessant wird. Anhand der Aktienkönig-Bewertungsmodelle analysiere ich außerdem, ob die Aktie für dich und deinen Investmentstil geeignet ist.

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1. Schnellüberblick

Das französische Kosmetikunternehmen L’Oreal ist der weltweit führende Hersteller von Pflege- und Kosmetikprodukten. Das 1909 gegründete Unternehmen besitzt heute eine Vielzahl an Marken wie L’Oréal Paris, Garnier, Maybelline New York, Yves Saint Laurent, Giorgio Armani, Biotherm, La Roche-Posay und Vichy. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 240 Milliarden Euro ist L’Oreal einer der wertvollsten europäischen Konzerne an der Börse.

Wie du später sehen wirst, erreicht L’Oreal in zwei von vier Aktienkönig-Bewertungsmodellen die Maximalpunktzahl. Auch in den beiden anderen Modellen schneidet die Aktie sehr gut ab. Vor allem im Rahmen einer Trend-Strategie aber auch einer Dauerläufer-Strategie ist L’Oreal ein spannender Kaufkandidat.

ISIN | WKN FR0000120321 | 853888
Sektor Basiskonsumgüter
Industrie Körperpflegeprodukte
Marktkapitalisierung 242.204 Mio. EUR
Dividendenrendite 1,32%
KGV 41,8
KUV 6,00
Rendite 5 Jahre (p.a.) 16,1% (nur Kurs)
Rendite 5 Jahre (p.a.) 17,6% (mit Dividenden)
Rendite 10 Jahre (p.a.) 13,7% (nur Kurs)
Rendite 10 Jahre (p.a.) 15,7% (mit Dividenden)

2. Kurzvorstellung

2.1. Geschäftsmodell von L'Oreal

L’Oreal ist der weltweit führende Kosmetikkonzern. Das französische Unternehmen bietet eine breite Palette an Pflege- und Kosmetikprodukten, wie beispielsweise Hautpflege, Haarpflege, Make-Up und Parfüm. Zu den bekanntesten und wichtigsten Marken des Konzerns gehören unter anderem L’Oréal Paris, Garnier, Maybelline New York, Yves Saint Laurent, Giorgio Armani, Biotherm, La Roche-Posay und Vichy.

Gegründet wurde L’Oreal im Jahr 1909. Begonnen hat damals alles mit dem Chemiker Eugène Schueller und der Patentierung einer Haarfarbenformel, die anders als bei vielen Vergleichsprodukten zu dieser Zeit absolut sicher war. In der Anfangsgeschichte lag der Fokus von L’Oreal daher auf Haarfärbemitteln. Heute beschäftigt der Konzern rund 87.400 Mitarbeiter. Hauptsitz des Unternehmens ist in Paris. Mit einer Marktkapitalisierung von aktuell rund 240 Millionen Euro ist L’Oreal eines der größten und wertvollsten europäischen Unternehmen.

Neben der reinen Produktion und dem Verkauf von Schönheits- und Pflegeprodukten ist L’Oreal auch stark in der Forschung & Entwicklung tätig. Hierbei geht es darum, dass das Unternehmen an innovativen Trends arbeitet, um neue und immer besser verträgliche Produkte auf den Markt zu bringen. Wie bereits bei der Entstehung des Unternehmens liegt hier langfristig betrachtet ein wichtiger Erfolgsfaktor.

Über die Produktkategorien hinweg ist L’Oreal sehr gut diversifiziert. Dank der Vielzahl an Marken, die der Konzern besitzt, reicht das Sortiment von Massenprodukten bis hin zu Luxusartikeln. Das wichtigste Segment des Unternehmens sind die Hautpflegeprodukte mit einem Umsatzanteil von rund 40%. Aktuell betreibt L’Oreal 38 Produktionsstandorte weltweit.

2.2. Brancheneinordnung nach GICS

Die Brancheneinordnung wird nach dem Global Industry Classification Standard (GICS) vorgenommen. L‘Oreal gehört dem Sektor Basiskonsumgüter an. Innerhalb dieses Sektors ist das Unternehmen den Haushalts- und Pflegeprodukten zuzuordnen. Eine noch feinere Einteilung ist mit der Einordnung nach einzelnen Industrien möglich. Hiernach gehört L‘Oreal der Industrie Körperpflegeprodukte an. Die folgende Grafik zeigt dir noch einmal die Einordnung von L‘Oreal nach dem GICS-Schema.

Brancheneinordnung L'Oreal nach dem GICS-Schema
Brancheneinordnung L'Oreal nach dem GICS-Schema

Basiskonsumgüter-Aktien zählen für gewöhnlich zu den defensiven Unternehmen. Defensive Unternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht so stark auf die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung reagieren und sich damit auch in Krisenzeiten besser behaupten können. Auf der anderen Seite laufen defensive Aktien, und hier insbesondere Aktien aus dem Sektor Basiskonsumgüter, dem Markt in einer Boomphase gerne mal hinterher.

Von den 200 Aktien aus dem Stoxx200 Large gehören aktuell 20 zum Sektor der Basiskonsumgüter. Auch aus dem S&P 500 gehört mit knapp 40 Aktien ein ähnlicher großer Anteil dem Sektor Basiskonsumgüter an.

Zu den größten Unternehmen der Branche gehören neben L’Oreal aus Europa noch Nestlé, AB Inbev und Unilever. Aus den USA sind WalMart, Procter & Gamble, Costco Wholesale und Coca-Cola die größten Basiskonsumgüter-Aktien. Betrachten wir das ganze etwas feiner und filtern gezielt nach Aktien aus der Industriegruppe Körperpflegeprodukte, sind Unilever, Beiersdorf und Estée Lauder sehr gute Vergleichsunternehmen.

2.3. Geschäftsbereiche

Die Geschäftsbereiche von L’Oreal teilen sich wie folgt auf:

  • Luxuskosmetik (L’Oreal Luxe) mit Marken wie Lancôme, Yves Saint Laurent, Giorgio Armani
  • Verbraucherkosmetik mit Marken wie L’Oréal Paris, Garnier, Maybelline New York
  • Aktive Kosmetik mit Marken wie La Roche-Posay, Vichy, CeraVe. Aktive Kosmetik umfasst Produkte, die oft in Zusammenarbeit mit Dermatologen entwickelt wurden.
  • Professionelle Produkte: Produkte, die in diesem Segment verkauft werden, richten sich vor allem an Friseure und professionelle Stylisten.

Die Umsätze werden für L’Oreal nicht nach Produktkategorien wie beispielsweise Hautpflege, Make-Up oder Parfüm ausgewiesen, sondern in erster Linie durch die Unterscheidung von Luxuskosmetik (also eher hochpreisigen Produkten) und der Verbraucherkosmetik für den Massenmarkt. Beide Segmente nehmen mit 38% beziehungsweise 37% jeweils einen sehr großen Umsatzanteil ein. Die restlichen 25% der Umsätze verteilen sich auf die aktive Kosmetik sowie professionelle Produkte. Gerade durch die gleichmäßige Umsatzverteilung zwischen Luxuskosmetik und Verbraucherkosmetik ist L’Oreal über die einzelnen Segmente gut diversifiziert. Ein zu großer Umsatzanteil in der Luxuskosmetik könnte nämlich dazu führen, dass das Unternehmen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten stärkere Umsatzrückgänge verzeichnen müsste.

Auch bei der Umsatzverteilung nach Regionen ist L’Oreal sehr gut aufgestellt. Rund 30% der Umsätze werden in Europa erwirtschaftet, weitere 30% in Nordasien und 27% in Nordamerika. Auch das ist ein wichtiger Aspekt, wenn es darum geht in eher defensive Unternehmen zu investieren. Würde der Schwerpunkt bei den Umsätzen in einer Region liegen, wäre L’Oreal stark von der dortigen wirtschaftlichen Lage abhängig.

Über die letzten Jahre gab es bei den Umsatzanteilen zwischen den einzelnen Segmenten ein paar Veränderungen. Deutlich zugelegt hat das Segment Luxuskosmetik. Während der Umsatzanteil im Jahr 2017 noch bei 32,6% lag, ist er nun auf 38,3% gestiegen. Auch das Segment aktive Kosmetik ist deutlich gestiegen von 8,0% im Jahr 2017 auf zuletzt 13,4%. Deutliche Rückgänge gab es dafür bei der Verbraucherkosmetik, deren Umsatzanteil in den letzten Jahren von 46,6% auf 36,6% gesunken ist. Problematisch ist diese Entwicklung allerdings nicht. Wie bereits gesagt weist L’Oreal damit jetzt eine ausgewogene Verteilung zwischen der Luxuskosmetik und der Verbrauchskosmetik auf.

2.4. Marktkapitalisierung & Aktionärsstruktur

L’Oreal kommt aktuell auf eine Marktkapitalisierung von 242 Milliarden Euro. Damit ist L’Oreal größer als der größte deutsche börsennotierte Konzern SAP, welcher aktuell eine Marktkapitalisierung von 206 Milliarden Euro erreicht. L’Oreal gehört damit zu den zehn größten europäischen Aktiengesellschaften und ist nicht mehr den Large-Caps, sondern bereits den Mega-Caps zuzuordnen. Als Mega-Caps gelten Aktien mit einer Marktkapitalisierung von mindestens 200 Milliarden Euro.

Größere Kursschwankungen treten bei Mega-Caps deutlich seltener auf als bei Mid- oder Small-Caps. Die meisten Mega-Caps haben bereits eine derart große Marktmacht, dass es als nahezu ausgeschlossen gilt, dass diese mal in ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten könnten.

L’Oreal weist aktuell einen Streubesitz von 43,0% auf. Damit ist weniger als die Hälfte aller ausstehenden Aktien im frei handelbaren Markt. Den größten Anteil an L’Oreal hält die Bettencourt Meyers Familie mit einem Anteil von 34,7%. Zweitgrößter Anteilseigner des Unternehmens ist die Nestlé AG mit einem Anteil von 20,2%.

3. Historische Kursentwicklung

3.1. Chartanalyse

Das Ziel der Chartanalyse in diesen Abschnitt ist es, zunächst anhand der Analyse des langfristigen Charts herauszufinden, ob es einen langfristigen Aufwärtstrend gibt, und wo sich die Aktie in Relation zu diesem Trend aktuell befindet. Anschließend ermöglicht die Analyse des Charts der letzten 2-3 Jahre die Ableitung des aktuell herrschenden Trends sowie die Bestimmung besonders wichtiger Kursmarken, anhand derer sich letztlich Handelsentscheidungen ableiten lassen.

Chartanalyse für L'Oreal Langfrist-Chart im Wochenchart

Im Langfrist-Chart über die letzten 20 Jahre ist schön zu erkennen, dass sich L’Oreal in einem seit 2009 bestehenden Aufwärtstrendkanal befindet. Seitdem dieser Kanal besteht, hat sich die Aktie größtenteils innerhalb dieser Begrenzungen aufgehalten. Daher dürfte auch künftig die untere Begrenzung günstige Einstiegsniveaus anzeigen, während die obere Begrenzung auf eine Überhitzung hindeutet. Aktuell befindet sich L’Oreal in etwa in der Mitte dieses Kanals. Für eine genauere Einordnung der jüngeren Kursentwicklung müssen wir aber etwas näher heranzoomen.

L'Oreal-Chart über die letzten 3 Jahre mit mittelfristiger Chartanalyse
Chartanalyse für L'Oreal mittelfristig im Wochenchart

Im Chart über die letzten drei Jahre wird noch einmal deutlich, dass sich L’Oreal in der Mitte des langfristigen Aufwärtstrendkanals befindet. Außerdem ist hier klar zu erkennen, dass die Aktie den ehemaligen Widerstand bei rund 430 Euro nun in eine Unterstützung umwandeln konnte. Dieser ehemalige Widerstand resultiert aus dem bisherigen Allzeithoch von Ende 2021 und April 2023. Über dieses Niveau ist L’Oreal im Dezember 2023 ausgebrochen. Anschließend ist die Aktie zwar nochmal kurz unter dieses Niveau korrigiert, konnte dann aber schnell wieder nach oben drehen. Erste Anlaufstelle im Falle einer Korrektur wäre daher die Marke von 430 Euro. Auch ein Rückgang auf das letzte Verlaufstief bei etwa 420 Euro wäre unkritisch.

Die hellblaue Unterstützung bei etwa 296 Euro, welche bereits im Jahr 2022 zwei Mal dazu beigetragen hat, dass die Aktie wieder nach oben gedreht ist, hat inzwischen kaum noch Relevanz, da ein Rückgang auf dieses Niveau äußerst unwahrscheinlich ist. Schließlich müsste L’Oreal hierfür aus dem langfristigen Aufwärtstrendkanal nach unten ausbrechen und das ist die letzten 15 Jahre in diesem Umfang kein einziges Mal der Fall gewesen.

L'Oreal-Chart über 1 Jahr mit Chartanalyse
Chartanalyse für L'Oreal im Tageschart

Im Chart über die letzten 1,5 Jahre betrachten wir nun keine Wochenkerzen mehr, sondern Tageskerzen. Dadurch wird die jüngste Kursentwicklung nochmal deutlicher. Hier ist auch zu erkennen, dass L’Oreal einen kurzfristigen Abwärtstrend (graue Linie) im November 2023 klar nach oben durchbrechen konnte. Sollte die Aktie nun doch unter 430 Euro rutschen, findet sich bei aktuell 415 Euro die 200-Tage-Linie. Dort hat die Aktie bereits Anfang des Jahres Halt gefunden. Im Falle einer ausgedehnteren Korrektur sollte L’Oreal spätestens bei etwa 370 Euro Halt finden. Hier verläuft das letzte markante Tief aus dem Oktober 2023. Außerdem wäre die Aktie dann bereits am unteren Ende des Trendkanals angekommen.

Da L’Oreal kürzlich das Allzeithoch bei 430 Euro überwunden hat und keine Überhitzung vorliegt (die Aktie notiert ja in der Mitte des langfristigen Trendkanals), ist das aktuelle Niveau bereits interessant für einen Einstieg. Möchtest du die L’Oreal-Aktie unbedingt in deinem Depot haben, kannst du aus charttechnischer Sicht jetzt bereits einsteigen. Andernfalls ist es auch möglich eine Korrektur in Richtung 415 bis 430 Euro abzuwarten. Ein noch deutlicherer Kursrückgang ist in den kommenden Wochen allerdings unwahrscheinlich. Im Falle einer Rallye verläuft die obere Begrenzung des Trendkanals aktuell übrigens bei 560 Euro, sodass nach oben auch noch ausreichend Luft ist.

3.2. Aktie vs. Index & Sektor

Um beurteilen zu können, wie stark sich eine Aktie die letzten Jahre entwickelt hat, müssen wir die Performance mit dem Index vergleichen. Darüber hinaus ist auch ein Vergleich mit dem Sektor-Index sehr wertvoll. Der folgende Chart zeigt dir die Entwicklung von L‘Oreal im Vergleich zum Stoxx600 sowie dem Stoxx600 Consumer-Staples-Sector-Index. Der Stoxx600 Consumer-Staples-Index ist der Basiskonsumgüter-Index des Stoxx600.

Performancevergleich: L'Oreal vs. Stoxx600 vs. Stoxx600 Consumer Staples-Sector-Index als Chart
Performancevergleich: L'Oreal vs. Stoxx600 vs. Stoxx600 Consumer Staples-Sector-Index

Über die letzten zehn Jahre hat L’Oreal eine Rendite von 266% verzeichnet und lässt den Stoxx600 mit +50% sowie den Stoxx600 Consumer Staples Index mit +39% damit deutlich hinter sich. Beachte bitte, dass es sich hierbei um die reine Preisentwicklung der Aktie und des Index handelt und Dividenden unberücksichtigt sind.

An diesem Vergleich ist auch schön zu erkennen, dass es Basiskonsumgüter-Aktien in den letzten Monaten schwer hatten. Du erkennst hier deutlich, dass der Stoxx600 Consumer Staples Index (lila) die letzten Monate nachgegeben hat, während der Stoxx600 (türkis) zulegen konnte. Da L’Oreal den Basiskonsumgüter-Aktien zuzuordnen ist, ist es umso beachtlicher, dass die Aktie in den letzten Monaten einen starken Aufwärtstrend verzeichnen konnte, obwohl der Branchenindex Verluste verzeichnet hat. Wenn eine Aktie trotz Schwäche des jeweiligen Branchenindex steigen kann, ist das auch nochmal ein besonderes Zeichen von Stärke und spricht für L’Oreal.

Zwar ist im Chart auch zu erkennen, dass L’Oreal vor allem im Jahr 2022 einen größeren Rückgang verzeichnet hat als der Stoxx600 und sein Branchenindex. Abgesehen von diesem einen Jahr hat sich L’Oreal aber durchgehend besser entwickelt als der Markt und die Branche selbst.

3.3. Outperformance Aktie vs. Index

Im Aktie-vs-Index-Chart siehst du, wie sich die Aktie über die letzten 20 Jahre im Vergleich zum Index entwickelt hat. Der Chart zeigt dir zum jeweiligen Zeitpunkt die Outperformance beziehungsweise Underperformance verglichen mit dem Startzeitpunkt von vor 20 Jahren an.

Outperformance-Chart L'Oreal über 20 Jahre
Outperformance-Chart L'Oreal über 20 Jahre

In den letzten 20 Jahren konnte L’Oreal im Vergleich zum Stoxx600 eine deutliche Outperformance verzeichnen. Zwar tendierte die Aktie zwischen 2004 und 2007 schwächer als der Stoxx600, ab 2007 holte L’Oreal den Rückstand zum Index dann aber auf und hat die Outperformance seitdem mit kurzen Pausen von maximal einem Jahr kontinuierlich ausgebaut. Auf Sicht von 20 Jahren fällt die Rendite von L’Oreal fast 500% höher aus als die des Stoxx600. Da L’Oreal langfristig betrachtet eine deutliche Outperformance verzeichnet hat und es nur kurze Phasen gab in denen die Aktie schlechter performt hat als der Index, lässt sich klar sagen, dass L’Oreal auf lange Sicht ein spannendes Investment ist.

Eine weitere Betrachtung, die wir in diesem Zusammenhang vornehmen, ist die Auswertung der rollierenden Outperformance. Hierbei wird für jeden Zeitpunkt analysiert, wie hoch die Rendite der Aktie und des Index über die jeweils letzten fünf Jahre war. Mithilfe dieser Betrachtung lässt sich herausfinden, wie häufig die Aktie besser performt hat als der Index. Betrachtet werden hierfür die letzten 15 Jahre.

Wie du den Chart richtig liest, erkläre ich dir an einem Beispiel: Anfang 2019 zeigt der Rollierende-Outperformance-Chart eine Outperformance von knapp 90% an. Das bedeutet, dass die Aktie von L‘Oreal in den fünf Jahren zuvor (also Anfang 2014 bis Anfang 2019) eine um 90% höhere Rendite erzielt hat als der Stoxx600.

Rollierende Outperformance über die jeweils letzten 6 Monate: L'Oreal vs. Stoxx600
Rollierende Outperformance über die jeweils letzten 6 Monate: L'Oreal vs. Stoxx600

Die Ergebnisse des Charts zur rollierenden Outperformance bei L’Oreal sind beeindruckend. Mit einer kleinen Ausnahme im Jahr 2009 hat L’Oreal zu jedem Zeitpunkt in den vorherigen fünf Jahren besser performt als der Stoxx600. Schön zu sehen ist auch, dass die Outperformance über lange Zeiträume relativ konstant auf einem Niveau verharrt und wir hier nicht einzelne Spitzen sehen, die die langfristige Outperformance erklären. L’Oreal war in den letzten Jahren also in der Lage kontinuierlich eine höhere Rendite zu erzielen als der Stoxx600. Es gibt nur wenige Aktien, die von sich behaupten können über fast jeden beliebigen 5-Jahres-Zeitraum in der Vergangenheit besser performt zu haben als der Index. Bei einer derart konstanten Outperformance in der Vergangenheit ist auch künftig davon auszugehen, dass L’Oreal diesen Trend fortsetzt.

3.4. Drawdown-Chart

Mithilfe des Drawdown-Charts kannst du analysieren, wie groß die Kursrückgänge einer Aktie in den letzten Jahren waren. Startpunkt der Analyse ist Anfang 2004. Seitdem wird für jede Woche beobachtet, wie stark die Aktie ausgehend von ihrem bis dahin erreichtem Hoch maximal gefallen ist.

Drawdown-Chart L'Oreal über die letzten 20 Jahre
Drawdown-Chart L'Oreal über die letzten 20 Jahre

Der maximale Drawdown von L‘Oreal über die letzten 20 Jahre liegt bei -53% und wurde in der Finanzkrise im Jahr 2009 verzeichnet. Der Drawdown-Chart zeigt dir aber nicht nur den größten Drawdown, sondern du siehst hieran auch wie groß die Drawdowns zu anderen Zeitpunkten ausgefallen sind. Abgesehen vom maximalen Drawdown während der Finanzkrise sind die anderen Drawdowns von L’Oreal durchaus zu verkraften. Zu keinem anderen Zeitpunkt hat sich die Aktie mehr als -30% von ihrem zuvor erreichten Hoch entfernt. Selbst ein Großteil der restlichen Drawdowns kommt häufig nicht über einen Rückgang von -20% hinaus.

Die Analyse des Drawdown-Charts erlaubt es außerdem, herauszufinden, wie häufig eine Aktie größere Drawdowns aufweist. Ein größerer Drawdown ist definiert, wenn die Aktie mehr als 20% von ihrem zuvor erreichten Hoch entfernt ist. Bei L‘Oreal war das in den letzten 20 Jahren nur zu 16% der Zeit der Fall. Da L’Oreal nur selten äußert große Drawdowns verzeichnet und einen Großteil der Zeit auch weniger als 20% vom zuvor erreichten Hoch entfernt ist, kann L’Oreal an dieser Stelle als eine äußerst sichere Aktie eingestuft werden.

3.5. Renditedreieck

Das Renditedreieck zeigt dir, welche durchschnittlichen Jahresrenditen du über verschiedene Haltezeiträume mit einer Aktie erzielt hättest. Je öfter hier hohe Renditen zu sehen sind, desto stabiler hat sich die Aktie langfristig betrachtet entwickelt.

Für ein besseres Verständnis zeige ich dir anhand eines Beispiels, wie du das Renditedreieck lesen kannst: Betrachte die Zeile mit dem Kauf 2016 und die Spalte mit dem Verkauf 2020. An dieser Stelle steht eine Rendite von 14,9%. Diese Rendite sagt aus, dass L‘Oreal zwischen dem Kauf Ende 2016 und dem Verkauf Ende 2020 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 14,9% erzielt hat.

Renditedreieck L'Oreal, Rendite von L'Oreal über unterschiedliche Zeiträume
Renditedreieck L'Oreal

Die Ergebnisse des Renditedreiecks für L’Oreal sind beeindruckend. Über fast jeden Zeitraum sind hier jährliche Renditen von weit über 10% pro Jahr zu sehen. Lediglich für Halteperioden in den frühen 2000er-Jahren hat die Aktie Schwäche gezeigt. Aktien, die über derart viele unterschiedliche Haltezeiträume so hohe Renditen erzielen weisen eine äußerst hohe Stabilität auf. Mit Aktien, die viele hohe Renditen im Renditedreieck aufweisen lässt sich langfristig betrachtet deutlich einfacher Geld verdienen, als mit Aktien, die viel öfter niedrige Renditen erzielen und damit viel mehr gelb oder rot gefärbte Felder aufweisen.

4. Fundamentale Bewertung

Nach einer ausgiebigen charttechnischen Analyse von L’Oreal geht es nun um die fundamentale Bewertung. Betrachten möchte ich hier mit dir in erster Linie die Umsatz- und Gewinnentwicklung, Bewertungskennzahlen, die Entwicklung der Dividende, die Profitabilität, Margen und über die Erwartungen beziehungsweise Prognosen zur Aktie.

4.1. Umsatz & Gewinn im Zeitverlauf

4.1.1. Umsatzentwicklung

Im letzten vollen Geschäftsjahr 2022 lag der Umsatz von L’Oreal bei 38.261 Millionen Euro. Das durchschnittliche jährliche Umsatzwachstum über die letzten zehn Jahre beträgt 5,5%. L’Oreal war in der Lage die Umsätze mit einer hohen Kontinuität zu steigern, das Corona-Jahr 2020 bildet hier die einzige nennenswerte Ausnahme, in der ein Umsatzrückgang verzeichnet wurde. Das ist natürlich auch auf die vielen Lockdowns zurückzuführen, da L’Oreal einen Großteil seiner Produkte über den stationären Einzelhandel verkauft.

4.1.2. Gewinnentwicklung

Im Geschäftsjahr 2022 hat L’Oreal einen Gewinn von 5.707 Millionen Euro erwirtschaften können. Über die letzten zehn Jahre lag das durchschnittliche jährliche Gewinnwachstum bei 7,1%. Während das absolute Wachstum überzeugen kann, weist der Gewinn allerdings ein paar Schwankungen auf. Hierbei fällt vor allem das Geschäftsjahr 2014 als positiver Ausreißer auf. Klammern wir diesen positiven Ausreißer aber einmal aus, erzielt L’Oreal ein stetiges Gewinnwachstum. Vor allem in den Jahren 2021 und 2022 sind die Anstiege beim Gewinn besonders groß ausgefallen.

4.1.3. Umsatz & Gewinn über einzelne Halbjahre

Gerade in den letzten beiden Jahren hat sich das Umsatzwachstum bei L’Oreal noch einmal deutlich beschleunigt. Laut der letzten vier Halbjahresberichte stieg der Umsatz jedes Mal um deutlich mehr als 10% im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr. Besonders beeindruckend ist der Umsatzanstieg von 20,9% im ersten Halbjahr 2022.

L'Oreal Umsatzentwicklung auf Halbjahresbasis für die letzten drei Jahre
L'Oreal Umsatzentwicklung auf Halbjahresbasis für die letzten drei Jahre

Eine besonders hohe Gewinnsteigerung hat L’Oreal im zweiten Halbjahr 2021 mit +28,4% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sowie im ersten Halbjahr 2022 mit +36,4% verzeichnet. Das ist natürlich auch auf den Basiseffekt, also ein eher schwaches Jahr 2020 sowie ein schwaches erstes Halbjahr 2021, zurückzuführen. In den beiden letzten Halbjahren ist das Gewinnwachstum wieder etwas geringer ausgefallen. Verglichen mit den Auswertungen der letzten zehn Jahre lässt sich aber sowohl für den Umsatz als auch für den Gewinn sagen, dass L’Oreal hier weiter auf einem sehr guten Kurs unterwegs ist.

L'Oreal Gewinnentwicklung auf Halbjahresbasis für die letzten 3 Jahre
L'Oreal Gewinnentwicklung auf Halbjahresbasis für die letzten 3 Jahre

4.1.4. Erfüllung der Erwartungen

In der folgenden Tabelle wird ausgewertet, ob die Aktie hinsichtlich dem Gewinn je Aktie und dem Umsatz den Erwartungen der Analysten gerecht werden konnte. Für jedes Unternehmen werden vorab Prognosen erstellt, wie hoch der Gewinn und der Umsatz im folgenden Quartal (beziehungsweise im Fall von L’Oreal im folgenden Halbjahr) ausfallen. Gelingt es einem Unternehmen diese Erwartungen immer wieder zu übertreffen, ist das ein gutes Zeichen und führt häufig zu einer starken Aktienkursentwicklung.

Vergleich Gewinn je Aktie & Umsatz mit Erwartungen für L'Oreal
Vergleich Gewinn je Aktie & Umsatz mit Erwartungen für L'Oreal

L’Oreal hat bei den letzten acht Halbjahresberichten die Erwartungen der Analysten beim EPS (Gewinn je Aktie) in den meisten Fällen übertreffen können. Zwar liegt das tatsächliche Ergebnis meist nur knapp über der Erwartung, aber der Trend der letzten Jahre zeigt klar an, dass auf L’Oreal bei der Vorlage der Zahlen meist Verlass ist. Beim Umsatz hat L’Oreal die Erwartung sogar nur einmal nicht erfüllen können.

Die Analyse, ob ein Unternehmen in der Lage ist die Erwartungen der Analysten regelmäßig zu übertreffen zeigt, wie zuverlässig eine Aktie ist. Übertrifft ein Unternehmen die Erwartungen regelmäßig, eröffnet das mehr Raum für positive Kursreaktionen. Da L’Oreal bei den letzten fünf Halbjahresberichten (also die letzten 2,5 Jahre) überzeugen konnte, herrscht hier aktuell ein positives Momentum.

4.2. Bewertungskennzahlen

Mithilfe der Analyse von Bewertungskennzahlen, lässt sich bestimmen, ob eine Aktie günstig oder teuer ist. Die beiden besten Kennzahlen aus dem Bereich der Bewertungskennzahlen sind das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) sowie das KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis). Das aktuelle KGV und KUV einer Aktie sagen allerdings noch nicht allzu viel aus. Bewertungskennzahlen fallen je nach Unternehmen, Sektor und Industrie sehr unterschiedlich hoch aus. Wirklich aussagekräftig sind Bewertungskennzahlen erst dann, wenn sie mit anderen Unternehmen verglichen werden (diese Analyse folgt später noch) oder wenn das KGV und KUV einer Aktie im historischen Vergleich analysiert wird. Genau darum soll es hier jetzt gehen.

In der folgenden Abbildung siehst du, wie sich das KGV von L’Oreal in den letzten 20 Jahren entwickelt hat. Aktuell weist L’Oreal ein KGV von 40,6 auf und ist damit höher bewertet als im historischen Durchschnitt, welcher bei 28,9 liegt. Ein deutlich höheres KGV hat die Aktie zwischen 2020 und Mitte 2021 verzeichnet. Das ist allerdings auf den Gewinnrückgang im Geschäftsjahr 2020 zurückzuführen. In den letzten zehn Jahren ist das KGV von L’Oreal aber ohnehin deutlich höher gewesen als in den zehn Jahren zuvor. Die Aktie hat ein neues Bewertungsniveau etabliert und ist kaum noch für ein KGV von unter 30 zu bekommen. Die aktuelle Bewertung ist zwar nicht günstig, eine kritische Überbewertung liegt aber auch nicht vor.

KGV von L'Oreal im historischen Vergleich
KGV von L'Oreal im historischen Vergleich

Ähnlich wie das KGV liegt auch das KUV von L’Oreal aktuell leicht über dem historischen Durchschnitt. Das aktuelle KUV liegt bei 5,8, während der historische Durchschnitt bei 4,6 liegt. Das hohe KUV im Jahr 2020 ist auch hier auf den Corona-bedingten Umsatzrückgang zurückzuführen. Es ist aber auch klar zu erkennen, dass das KUV von L’Oreal seit 2009 kontinuierlich steigt.

KUV von L'Oreal im historischen Vergleich
KUV von L'Oreal im historischen Vergleich

4.3. Dividende

In der folgenden Abbildung siehst du, wie sich die Dividende je Aktie und die Dividendenrendite von L‘Oreal in den letzten zehn Jahren entwickelt haben. Über die letzten zehn Jahre hat L’Oreal die Dividende mit Ausnahme des Geschäftsjahres 2020 jedes Jahr angehoben. Durch die Corona-bedingten Lockdowns war der Gewinn im Jahr 2020 rückläufig, sodass sich L’Oreal gegen eine weitere Dividendenerhöhung entschlossen hat. Abgesehen von der einjährigen Pause bei der Dividendenerhöhung ist L’Oreal sonst aber ein sehr zuverlässiger Dividendenzahler. Das zeigt auch das deutliche Dividendenwachstum. Während die Dividende im Jahr 2014 noch bei 2,50 Euro je Aktie lag, hat sie sich seitdem mehr als verdoppelt und beträgt nun 6,00 Euro. So schön die Dividendenhistorie bei L’Oreal auch ist, die aktuelle Dividendenrendite ist mit 1,3% eher niedrig und liegt damit auch unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre, welcher bei 1,6% liegt.

Dividendenrendite und Dividende je Aktie L'Oreal
Dividendenrendite und Dividende je Aktie L'Oreal

4.4. Aktienrückkäufe & ausstehende Aktien

Neben den Dividenden lohnt sich immer auch der Blick auf die Anzahl der ausstehenden Aktien. Ein Unternehmen kann nämlich auch über Aktienrückkäufe eine Art indirekte Dividende an seine Aktionäre zahlen. Nutzt ein Unternehmen die finanziellen Mittel, um damit seine eigenen Aktien zurückzukaufen, sind weniger Aktien im Umlauf, auf die sich die Gewinne und damit letztlich auch die Dividenden verteilen.

Anzahl ausstehender Aktien L'Oreal letzte 20 Jahre
Anzahl ausstehender Aktien L'Oreal letzte 20 Jahre

Über die letzten 20 Jahre hat L‘Oreal die Anzahl ausstehender Aktien von 676 Millionen auf 535 Millionen reduziert. Die Anzahl ausstehender Aktien ist damit also um -20,8% gesunken. Aufs Jahr runtergebrochen entspricht das einer Aktienrückkaufsquote von 0,9%.

4.5. Profitabilitätskennzahlen

Mithilfe der Profitabilitätskennzahlen lässt sich ermitteln, ob ein Unternehmen in der Lage ist mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln einen ansehnlichen Ertrag zu erzielen. Hierfür werden die Eigenkapitalrendite (ROE = Return on Equity) und die Gesamtkapitalrendite (ROA = Return on Assets) ausgewertet.

Entwicklung der Eigenkapitalrendite (ROE) von L'Oreal über die letzten 20 Jahre
Entwicklung der Eigenkapitalrendite (ROE) von L'Oreal über die letzten 20 Jahre

Die Eigenkapitalrendite von L’Oreal liegt aktuell bei 20,9%. Für ein Unternehmen aus dem Bereich der Basiskonsumgüter ist das ein durchaus gutes Ergebnis (wie du gleich in der Peers-Analyse auch noch sehen wirst). Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt dir auch, dass L’Oreal die Eigenkapitalrendite vor allem ab 2021 wieder deutlich steigern konnte. Zwischen 2015 und 2020 lag die Eigenkapitalrendite mit Werten zwischen 10% und 15% zwar im Branchenvergleich nach wie vor nicht niedrig, dennoch ist es schön zu sehen, dass L’Oreal nun wieder deutlich rentabler ist.

Allein der Blick auf die Eigenkapitalrendite reicht an dieser Stelle allerdings nicht aus. Die Eigenkapitalrendite lässt sich mit der Zeit auch gezielt erhöhen, indem Eigenkapital Schritt für Schritt durch Fremdkapital ersetzt wird, wodurch die Verschuldung ansteigt. In diesem Zusammenhang lohnt sich die Auswertung der Gesamtkapitalrendite.

Entwicklung der Gesamtkapitalrendite (ROA) von L'Oreal über die letzten 10 Jahre
Entwicklung der Gesamtkapitalrendite (ROA) von L'Oreal über die letzten 10 Jahre

Die Gesamtkapitalrendite von L’Oreal liegt aktuell bei 11,5% und damit in etwa auf dem historischen Durchschnitt. Ähnlich wie bei der Eigenkapitalrendite konnte L’Oreal auch die Gesamtkapitalrendite zuletzt wieder etwas steigern. Wichtig zu sehen ist hier auch, dass die Gesamtkapitalrendite von L’Oreal niemals unter 5% lag. Das Unternehmen blickt damit auf eine lange Historie rentabler Geschäftsjahre zurück.

4.6. Margen

Eine weitere wichtige Art von Kennzahlen in der fundamentalen Bewertung von Aktien sind Margen. Hierfür werden die Bruttomarge und die Nettomarge betrachtet. Diese beiden Margen eignen sich in Kombination besonders gut, weil die Nettomarge auf Basis des Jahresüberschusses berechnet wird, der ganz unten in der Gewinn- und Verlustrechnung steht, während die Bruttomarge den Bruttoertrag verwendet, der sehr weit oben in der Gewinn- und Verlustrechnung zu finden ist.

Bruttomarge und Nettomarge L'Oreal letzte 10 Jahre
Bruttomarge und Nettomarge L'Oreal letzte 10 Jahre

Die Bruttomarge von L’Oreal lag die letzten zehn Jahre kontinuierlich äußerst konstant bei etwa 70%. Diese hohe Kontinuität zeigt, dass L’Oreal seine Herstellungskosten im Verhältnis zum Umsatz stets im Griff hat. Die Nettomarge tendierte im selben Zeitraum ebenfalls sehr schwankungsarm und bewegte sich weitestgehend zwischen 10% und 15%. Aktuell liegt die Nettomarge von L’Oreal bei 14,4%. Da auch hier eine sehr hohe Konstanz zu sehen ist, beweist L’Oreal auch bei den Margen, dass das Unternehmen sehr krisensicher ist und unabhängig von der aktuellen Wirtschaftslage seine Margen konstant halten kann.

4.7. Erwartetes Umsatz- und Gewinnwachstum

In diesem Abschnitt werten wir die Prognosen von Analysten hinsichtlich des erwarteten Umsatz- und Gewinnwachstums für L‘Oreal aus. Natürlich handelt es sich bei Prognosen um äußerst unsichere Kennzahlen. Hilfreich sind die Daten aber auf jeden Fall dabei, um ein Bild darüber zu bekommen, welches Wachstum für das Unternehmen überhaupt erwartet wird und ob das Wachstum der letzten Jahre gehalten oder gar ausgeweitet werden kann.

Prognose Umsatzwachstum nächste 5 Jahre für L'Oreal
Prognose Umsatzwachstum nächste 5 Jahre für L'Oreal

Das Umsatzwachstum von L‘Oreal soll in den nächsten fünf Jahren 7,4% pro Jahr betragen. Ausgehend von einem Umsatz von 38.261 Millionen Euro im Jahr 2022 soll der Umsatz bis 2027 auf 54.697 Millionen Euro anwachsen. Damit fällt das erwartete Wachstum für die kommenden fünf Jahre sogar größer aus als das bisherige Wachstum in den letzten zehn Jahren, welches bei 5,5% lag. Die Erwartungen an L’Oreal sind also hoch. Damit die Aktie ihren starken Aufwärtstrend auch weiterhin fortsetzen kann, ist es wichtig, dass L’Oreal diese Erwartungen auch erfüllt.

Prognose Gewinnwachstum nächste 5 Jahre für L'Oreal
Prognose Gewinnwachstum nächste 5 Jahre für L'Oreal

Auch das erwartete Gewinnwachstum soll bei L’Oreal in den kommenden fünf Jahren mit +9,4% stärker ausfallen als das bisherige in den letzten zehn Jahren mit +7,1%. Der Gewinn soll von 5.707 Millionen Euro in 2022 bis 2027 auf 8.945 Millionen Euro anwachsen. Derart hohe Wachstumsraten sind für eher defensive Unternehmen aus dem Bereich der Basiskonsumgüter ungewöhnlich. Umso positiver ist es zu werten, wenn L’Oreal diese Wachstumsraten tatsächlich erreichen kann.

5. Peer-Analyse

5.1. Die Vergleichsunternehmen

Zu den wichtigsten Vergleichsunternehmen (auch Peers genannt) für L‘Oreal gehören Beiersdorf, Estée Lauder, Reckitt Benckiser und Unilever. Diese vier Unternehmen möchte ich dir kurz vorstellen und im Anschluss die wichtigsten Kennzahlen vergleichen.

Beiersdorf ist eines der größten deutschen Unternehmen aus dem Bereich der Körperpflege. Bekannt ist das bereits 1882 gegründet Unternehmen vor allem für seine bekannte Marke Nivea, eine der weltweit führenden Marken im Bereich Hautpflege. Weitere bekannte Marken des Unternehmens sind Eucerin und Hansaplast.

Das US-amerikanische Unternehmen Estée Lauder ist mit Blick auf das Produktsortiment vermutlich das beste Vergleichsunternehmen für L’Oreal. Zu den wichtigsten Produkten von Estée Lauder gehören Hautpflegeprodukte, Make-Up, Parfums sowie Haarpflegeprodukte. Bekannte Marken sind Estée Lauder selbst sowie MAC Cosmetics, Clinique, La Mer und Tom Ford Beauty.

Reckitt Benckiser ist vor allem im Beriech der Verbraucherkosmetik tätig und bietet weniger Produkte im Luxussegment an. Das britische Unternehmen vermarktet Produkte aus den Bereichen Gesundheit, Hygiene und Haushalt. Zu den Gesundheitsprodukten gehören Nurofen, Strepsils, Gaviscon und Durex. In den Bereich Hygiene fallen beispielsweise Desinfektionsmittel und zu den Haushaltsprodukten zählen Fleckenentferner wie Vanish oder Lufterfrischer wie AirWick.

Das letzte Unternehmen in diesem Vergleich ist Unilever. Von den Unternehmen im Peers-Vergleich besitzt Unilever sicherlich das diversifizierteste Produktangebot. Das britische Unternehmen wurde im Jahr 1929 gegründet und zählt heute zu einem der größten Basiskonsumgüter-Unternehmen. Das Produktsortiment unterteilt sich in Lebensmittel und Reinigungs- und Pflegeprodukte. Die bekanntesten Lebensmittelmarken von Unilever sind Knorr, Lipton, Ben & Jerry’s, Magnum, Hellmann’s und Mondamin. Zu den bekanntesten Reinigungs- und Pflegeprodukten gehören Dove, Domestos, Axe und Rexona.

5.2. Peers-Analyse

Die folgende Tabelle zeigt dir für L‘Oreal sowie die vier Vergleichsunternehmen die wichtigsten fundamentalen Kennzahlen.

wdt_ID wdt_created_by wdt_created_at wdt_last_edited_by wdt_last_edited_at Aktie L'Oreal Beiersdorf Estée Lauder Reckitt Benckiser Unilever
1 ISIN FR0000120321 DE0005200000 US5184391044 GB00B24CGK77 GB00B10RZP78
2 MarketCap in EUR 241.421 35.463 47.236 48.320 114.282
3 KGV 41,6 38,0 109,6 18,7 14,1
4 KUV 5,98 3,84 3,35 2,75 1,88
5 Dividendenrendite 1,3% 0,7% 1,9% 3,2% 3,8%
6 ROE 21,7% 10,6% 10,1% 24,5% 42,1%
7 ROA 11,9% 6,8% 2,6% 7,9% 10,9%
8 Eigenkapitalquote 58,0% 63,0% 23,9% 32,9% 24,4%
9 Nettomarge 14,9% 8,6% 6,3% 16,2% 12,7%
10 Gewinnwachstum 10Y 7,1% 5,4% -0,1% 2,5% 5,8%

Dass L’Oreal zu den größten Unternehmens Europas gehört, weißt du inzwischen. Da ist es auch wenig verwunderlich, dass L’Oreal gemessen an der Marktkapitalisierung in etwa so groß ist, wie die vier Vergleichsunternehmen in Summe.

Der Vergleich der Bewertungskennzahlen zeigt, dass L’Oreal gerade nach dem KGV in etwa ähnlich bewertet ist wie Beiersdorf. Eine besonders hohe Bewertung weist aktuell Estée Lauder mit einem KGV von 110 auf. Das ist aber nicht etwa auf eine äußerst ambitionierte Bewertung zurückzuführen, sondern auf einen starken Gewinnrückgang bei Estée Lauder, der vermutlich nur eine Momentaufnahme ist. Aber auch sonst lag das KGV von Estée Lauder meist über 30. Besonders auffällig sind die vergleichsweise niedrigen KGVs von 18,7 bei Reckitt Benckiser und 14,1 bei Unilever. Hier musst du aber beachten, dass diese beiden Unternehmen vom Geschäftsmodell her schon wieder deutlich weiter von L’Oreal entfernt sind als Beiersdorf und Estée Lauder. Weder Reckitt Benckiser noch Unilever bieten Produkte aus dem Luxusgüterbereich beziehungsweise der Luxuskosmetik an. Daher sind die niedrigeren Bewertungsniveaus hier schnell erklärt.

Ähnlich verhält es sich bei der Dividendenrendite. Auch diese Fällt bei den beiden zuletztgenannten deutlich größer aus als bei L’Oreal. Dennoch ist die Dividendenrendite von L’Oreal größer als die von Beiersdorf.

Bei der Eigenkapitalrendite kann L’Oreal mit 21,7% klar überzeugen. Hier liegt das Unternehmen weit vor den engsten Peers Beiersdorf und Estée Lauder mit jeweils etwa 10%. Bei der Eigenkapitalrendite liegt L’Oreal sogar bereits fast auf dem Niveau von Reckitt Benckiser. Noch überzeugender ist eine Gesamtkapitalrendite von 11,9%. Hier lässt L’Oreal die direkten Peers Beiersdorf und Estée Lauder deutlich hinter sich. Selbst Unilever kommt mit einer Gesamtkapitalrendite von 10,9% nicht an L’Oreal heran.

Überzeugen kann L’Oreal auch mit einer hohen Eigenkapitalquote von 58% und liegt damit in etwa auf dem Niveau von Beiersdorf (63%). Die restlichen drei Unternehmen kommen auf deutlich niedrigere Eigenkapitalquoten. Bei Estée Lauder und Unilever liegt die Eigenkapitalquote sogar bei nur 24%. Dieses Niveau ist zwar nicht kritisch, wünschenswert wäre aber eine Eigenkapitalquote von über 30%.

Mit einer Nettomarge von 14,9% erzielt L’Oreal ebenfalls einen Spitzenwert. Erneut schneiden Beiersdorf und Estée Lauder hier deutlich schlechter ab. Nur Reckitt Benckiser kommt mit 16,2% auf eine noch etwas höhere Nettomarge.

Bei den Wachstumsraten von Umsatz und Gewinn ist L’Oreal der klare Sieger. Estée Lauder liegt beim Gewinn in etwa auf dem Niveau von vor zehn Jahren, L’Oreal konnte die Gewinne hingegen um durchschnittlich 7,1% pro Jahr steigern. Auf Sicht von zehn Jahren entspricht das in etwa einer Verdopplung des Gewinns. Die anderen drei Peers weisen zwar ebenfalls ein moderates Wachstum auf, allerdings kommen Beiersdorf, Reckitt Benckiser und Unilever einfach nicht an die hohen Wachstumsraten von L’Oreal heran.

5.3. Performancevergleich Peers

Abschließend werfen wir im Peers-Vergleich noch einen Blick auf die Performance der fünf Aktien. Daran lässt sich erkennen, ob eine der Aktien heiß gelaufen ist oder ob es in der Vergangenheit zu größeren branchenunüblichen Verlusten kam. Der Chart betrachtet die letzten fünf Jahre inklusive ausgeschütteter Dividenden.

Performance-Vergleich L'Oreal mit Beiersdorf, Estée Lauder, Reckitt Benckiser und Unilever über 5 Jahre
Performance-Vergleich L'Oreal mit Beiersdorf, Estée Lauder, Reckitt Benckiser und Unilever über 5 Jahre

Auf Sicht von fünf Jahren hat L’Oreal (OR) den Performancevergleich mit einer Rendite von +122% inklusive Dividenden klar für sich entschieden. Zwischenzeitlich war Estée Lauder (EL) in diesem Vergleich mal der Top-Performer. Aufgrund starker Kursrückgänge in den letzten zwei Jahren ist Estée Lauder nun aber der klare Verlierer mit einer Rendite von -4% über die letzten fünf Jahre. Auf Sicht von 20 Jahren war auch Estée Lauder eine starke Aktie, seit Anfang 2022 hat das Unternehmen aber mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen und ist nun eher ein Kandidat für einen Turnaround als ein sicheres langfristiges Investment.

Nach L’Oreal kann Beiersdorf (1BEI) mit +71% in diesem Vergleich noch am besten abschneiden. Auch auf lange Sicht hat sich die Aktie von Beiersdorf sehr stabil entwickelt und bietet daher eine defensive Alternative. Wenig überzeugen können Unilever (ULVR) und Reckitt Benckiser (RKT) mit einer Rendite von +15% beziehungsweise +13% über die letzten fünf Jahre inklusive Dividenden. Während L’Oreal und der Gesamtmarkt in dieser Zeit deutliche Gewinne verzeichnet haben, treten diese beiden defensiven Basiskonsumgüter-Aktien auf der Stelle.

Da L’Oreal über den gesamten Zeitraum eine stabile Performance aufweist und die Outperformance zu den vier Vergleichsunternehmen kontinuierlich ausgebaut hat, geht die L’Oreal-Aktie aus diesem Vergleich als der klare Gewinner hervor.

5.4. Peers Fazit

L’Oreal überzeugt im Peers-Vergleich vor allem mit einer hohen Rentabilität und einem starken Wachstum. L’Oreal weist die höchste Gesamtkapitalrendite auf und auch das Umsatz- und Gewinnwachstum über die letzten zehn Jahre fällt bei keinem der vier Vergleichsunternehmen größer aus. Auch bei der Eigenkapitalquote erzielt L’Oreal mit 58% ein sehr gutes Ergebnis.

Bei der Bewertung auf Basis des KGV schneiden Reckitt Benckiser und Unilever mit einem KGV von jeweils deutlich unter 20 besser ab als L’Oreal mit einem KGV von 42. Da L’Oreal verstärkt auch das Luxusgütersegment bedient, sind höhere Bewertungen hier aber auch gerechtfertigt. Verglichen mit einem KGV von 38 bei Beiersdorf ist die Bewertung von L’Oreal dann wieder eher zu rechtfertigen.

Insgesamt kann damit festgehalten werden, dass keines der vier Vergleichsunternehmen L’Oreal beim Blick auf die fundamentalen Kennzahlen dominiert. Vielmehr ist es so, dass L’Oreal aus diesem Vergleich als der Gewinner hervorgeht. Auch der Blick auf die Performance der letzten Jahre zeigt, dass sich die Aktie von L’Oreal besonders stabil aufwärts bewegt hat und die Outperformance zu den vier Vergleichsunternehmen nach und nach ausbauen konnte.

6. Aktienkönig Bewertungsmodelle

Der Rest der Aktienanalyse befasst sich mit meinen eigens entwickelten Aktienkönig-Bewertungsmodellen. In vier verschiedenen Modellen zur Aktienbewertung wird L‘Oreal nun einem ausgiebigen technischen und fundamentalem Check unterzogen. Anhand der Ergebnisse der Bewertungsmodelle kannst du erkennen, für welche Art von Investor L‘Oreal besonders geeignet ist.

Ein hohes Trend-Rating zeigt, dass die Aktie für Investoren, die gerne in Aktien mit starken Aufwärtstrends investieren, gut geeignet ist. Eine Aktie mit einer hohen Punktzahl im Fundamental-Check ist vor allem für Investoren geeignet, die langfristig in äußerst solide und erfolgreiche Unternehmen investieren wollen. Erzielt die Aktie im Dividenden-Check eine hohe Punktzahl, ist sie ein sehr zuverlässiger Dividendenzahler und eignet sich gut für Dividenden-Investoren. Und eine Aktie, die im Dauerläufer-Check gut abschneidet, eignet sich vor allem für Investoren, die Aktien kaufen möchten, die bereits seit Jahren und Jahrzehnten erfolgreich sind und besser performen als der Markt.

6.1. Trend-Check

Im Trend-Check werden sieben unterschiedliche Kennzahlen betrachtet, die sich ausschließlich auf die historischen Kursdaten der Aktie und des zum Vergleich herangezogenen Index beziehen. Der Trend-Check betrachtet fünf Kennzahlen, die primär die Stärke des Trends der Aktie auswerten und zwei weitere Kennzahlen, die sich auf Risikokennzahlen fokussieren. Durch die Kombination dieser sieben Kennzahlen können Aktien gefunden werden, die starke und gleichzeitig stabile Aufwärtstrends aufweisen.

Ergebnisse des Trend-Checks für L'Oreal im Detail
Ergebnisse des Trend-Checks für L'Oreal im Detail

L’Oreal erreicht im Trend-Check die Maximalpunktzahl von 7 Punkten. Mit Ausnahme der Volatilität besteht L’Oreal jedes Kriterium mit Leichtigkeit. Sowohl über die letzten sechs Monate als auch über die letzten drei Jahre hat L’Oreal den Stoxx600 deutlich hinter sich gelassen. Während der Stoxx600 über die letzten drei Jahre um gerade mal +30% steigen konnte, ist der Gewinn bei L’Oreal mit +54 fast doppelt so hoch.

Aktuell liegt die Aktie von L’Oreal 8,8% über ihrer 200-Tage-Linie. Der Stoxx600 liegt 5,5% über seiner 200-Tage-Linie. Auch das in ein weiteres Zeichen dafür, dass der Aufwärtstrend bei L’Oreal aktuell stärker ist als beim Gesamtmarkt. Des Weiteren liegt L’Oreal aktuell nahezu auf dem Hoch der letzten 52 Wochen.

Besonders aufschlussreich ist der Blick auf die Kennzahl „Durchschnittliche Outperformance über die letzten 3 Jahre“. Hier wird analysiert wie hoch die Outperformance über zahlreiche verschiedene 6-Monats-Zeitfenster in den letzten drei Jahren war. Im Durchschnitt erzielte L’Oreal hier eine Outperformance von 1,8% zum Stoxx600.

Lediglich die Volatilität fällt mit 23,7% relativ hoch aus, gerade für eine Basiskonsumgüter-Aktie. Die Volatilität des Stoxx600 ist mit 14,7% deutlich niedriger. Dass ein breit diversifizierter Aktienindex eine niedrigere Volatilität aufweist als eine Einzelaktie ist aber absolut normal. L’Oreal befindet sich hier noch knapp im Rahmen (maximal +10%) und erhält somit knapp noch einen Punkt. Überzeugender ist dafür wieder der maximale Drawdown über die letzten 5 Jahre, der mit -30% deutlich niedriger ausfällt als der des Stoxx600 mit 36%.

Mit 7 von 7 Punkten im Trend-Check gilt L’Oreal damit aktuell als aussichtsreiche Trendaktie. Mit Ausnahme bei der Volatilität besteht die Aktie die einzelnen Kriterien mit Leichtigkeit.

6.2. Fundamental-Check

Beim Fundamental-Check werden insgesamt 15 unterschiedliche fundamentale Kennzahlen ausgewertet. Abgedeckt werden hierbei Kennzahlen zur Profitabilität, Verschuldung, Margen, der Bewertung und natürlich dem Wachstum einer Aktie. Aktien, die eine hohe Punktzahl im Fundamental-Check erhalten, sind fundamental betrachtet grundsolide, verzeichnen ein stabiles Wachstum, sind profitabel und weisen eine angemessene Bewertung auf.

Ergebnisse des Fundamental-Checks für L'Oreal
Ergebnisse des Fundamental-Checks für L'Oreal

Auch im Fundamental-Check kann L’Oreal mit 13 von 15 möglichen Punkten überzeugen. Die Eigenkapitalrendite und die Gesamtkapitalrendite liegen mit 21% beziehungsweise 12% jeweils deutlich über der Vorgabe zur Punktevergabe. Hier hast du ja auch schon in der Peers-Analyse gesehen, dass L’Oreal bei den Rentabilitätskennzahlen sehr gut abschneidet. Auch eine Eigenkapitalquote von 56% ist sehr zufriedenstellend und liegt weit über der Vorgabe von 30%.

Ein weiteres Kriterium im Fundamental-Check ist, dass die Aktie zuletzt einen Gewinn erzielt hat. Nach allem, was du bislang über L’Oreal weißt, besteht das Unternehmen dieses Kriterium natürlich auch mit Leichtigkeit.

Die Dividendenrendite liegt aktuell bei 1,3% und damit nur knapp über die Vorgabe von 1%. Im Fundamental-Check reicht eine Dividendenrendite von 1% aus. Erst im Dividenden-Check muss die Aktie eine höhere Dividendenrendite aufweisen.

Die Verschuldung ist bei L’Oreal in einem absolut gesunden Maße, wie bereits die Eigenkapitalquote gezeigt hat. Aber auch das Verhältnis aus EBIT zur Verschuldung sowie der Börsenwert zur Verschuldung liegen jeweils deutlich über der Vorgabe und zeigen, dass die Schulden bei L’Oreal in einem absolut überschaubaren Verhältnis sind. Ein Verhältnis von 103% zwischen EBIT und Verschuldung zeigt sogar, dass L’Oreal innerhalb eines Jahres in der Lage wäre die kompletten zinspflichtigen Schulden mit dem EBIT zu tilgen. Die Nettomarge ist mit 14,9% in Ordnung, aber nicht beeindruckend hoch. Dafür fällt die Bruttomarge mit 72,4% äußerst hoch aus.

Zwei Punkte lässt L’Oreal bei den Bewertungskennzahlen liegen. Das KGV ist mit 41,6 zu hoch. Erlaubt wäre hier das doppelte des Index-KGVs (in diesem Fall 29,8). Da der Stoxx600 mit einem KGV von 14,9 aktuell recht günstig bewertet ist, verpasst L’Oreal diese Vorgabe also ziemlich deutlich. Ähnlich sieht es beim KUV aus. Auch dieses liegt mit 6,0 bei L’Oreal deutlich über dem doppelten Index-KUV von 2,86.

Überzeugen kann L’Oreal dafür wieder beim Wachstum. Sowohl das Umsatzwachstum als auch das Gewinnwachstum über die letzten fünf Jahre können sich mit 7,9% beziehungsweise 8,6% sehenlassen. Beide Wachstumsraten weisen außerdem eine sehr hohe Stabilität auf. Den Bestwert von 100% könnte eine Aktie hier nur erreichen, wenn ihr Umsatz beziehungsweise Gewinn von Quartal zu Quartal in gleichem Umfang wächst. Mit einer Stabilitätsrate von 93% beziehungsweise 82% erreicht L’Oreal hier sehr gute Werte und zeigt, dass das Wachstum nicht nur auf ein einzelnes starkes Jahr zurückzuführen ist, sondern mit der Zeit kontinuierlich erzielt wurde.

L’Oreal erreicht zwar nicht die Maximalpunktzahl im Fundamental-Check, aber auch mit 13 Punkten ist die Aktie fundamental betrachtet sehr attraktiv. Einzig und allein durch die relativ hohe Bewertung lässt die Aktie zwei Punkte liegen. Wie du im Vergleich der Peers aber auch gesehen hast, ist das Bewertungsniveau im Bereich der Kosmetik durchaus branchenüblich.

6.3. Dividenden-Check

Der Dividenden-Check betrachtet zehn verschiedene Kennzahlen, um die Qualität als Dividendenaktie zu beurteilen. Die ersten sechs dieser Kennzahlen beziehen sich direkt auf Dividenden. Zwei weitere Kennzahlen betrachten das Wachstum des Unternehmens, denn ein solides Wachstum ist erforderlich, damit eine Aktie auch künftig eine gute Dividendenaktie ist. Außerdem werden noch zwei Kennzahlen zur Auswertung der historischen Kursentwicklung herangezogen.

Ergebnisse des Dividenden-Checks für L'Oreal
Ergebnisse des Dividenden-Checks für L'Oreal

Im Dividenden-Check erzielt L’Oreal 8 von 10 möglichen Punkten. Zwei Punkt lässt die Aktie aufgrund einer zu geringen Dividendenrendite liegen. Die aktuelle Dividendenrendite ist mit 1,3% zu niedrig. Hier wären mindestens 2% erforderlich, damit die Aktie einen Punkt erhält. Auch über die letzten fünf Jahre war die Dividende nicht hoch genug. Im Tief lag die Dividendenrendite nur bei 0,9%. Für eine Kosmetik-Aktie ist das natürlich nicht schlecht, für weitere Punkte im Dividenden-Check reichen diese Werte aber nicht aus.

Absolut gesund ist dafür eine Ausschüttungsquote von 55%. Auch die Anzahl der Dividendenanhebungen in den letzten 10 Jahren kann mit 9 Anhebungen überzeugen. Lediglich im Corona-Jahr 2020 hat L’Oreal die Dividende konstant gehalten und nicht erhöht. Die aktuelle Dividendenrendite ist zwar nicht sonderlich hoch, dafür hebt L’Oreal die Dividende sehr zuverlässig und auch deutlich an. Das Dividendenwachstum in den letzten zehn Jahren lag sogar bei 9,1%. Derartige Dividendenanhebungen sind aber auch erforderlich, dass die Dividendenrendite bei dem starken Kursanstieg nicht zu sehr zurückgeht. Wie im Fundamental-Check bereits gesehen, sieht das Umsatz- und Gewinnwachstum sehr gut aus.

Abschließend betrachtet der Dividenden-Check noch die Kursentwicklung der Aktie. Ein Kriterium hierbei ist, dass die Aktie über die letzten fünf Jahre besser performt hat als der Index. Inklusive Dividenden kommt L’Oreal hier auf eine jährliche Rendite von 17,2% und lässt den Stoxx600 mit 9,6% damit deutlich hinter sich. Und auch der maximale Drawdown über die letzten fünf Jahre fällt mit -30% geringer aus als der des Stoxx600 mit -36%.

Obwohl L’Oreal also eine relativ geringe Dividendenrendite aufweist, erzielt die Aktie 8 von 10 Punkten im Dividenden-Check. Grund dafür ist eine gesunde Dividendenpolitik hinsichtlich der Ausschüttungsquote und des Dividendenwachstums. Für eine Dividendenstrategie, die den Fokus auf starkes Dividendenwachstum legt, ist L’Oreal daher gut geeignet. Möchtest du bereits jetzt hohe Dividendenausschüttungen erhalten, ist L’Oreal allerdings die falsche Aktie.

6.4. Dauerläufer-Check

Mit dem Dauerläufer-Check sollen Aktien aufgespürt werden, die bereits in der Vergangenheit eine gute Performance erzielt haben und dabei nur geringe Schwankungen verzeichnet haben. Gleichzeitig muss ein stabiles Umsatz- und Gewinnwachstum vorliegen. Es werden drei Trend-Kennzahlen, drei Risiko-Kennzahlen und vier Kennzahlen zur Beurteilung der Stärke und Stabilität des Wachstums betrachtet.

Ergebnisse des Dauerläufer-Checks für L'Oreal
Ergebnisse des Dauerläufer-Checks für L'Oreal

Im Dauerläufer-Check erzielt L’Oreal die Maximalpunktzahl von 10 Punkten. Sowohl über die letzten 10 als auch über die letzten 20 Jahre lässt L’Oreal den Stoxx600 mit Blick auf die Rendite deutlich hinter sich. Eine jährliche Rendite von 15,7% über die letzten zehn Jahre sieht man bei Basiskonsumgüter-Aktien eher selten.

Auch die relative Trendstärke fällt mit 8,76 enorm gut aus. Diese berechnet sich, indem der Abstand des Kurses zum 520-Wochen-Durchschnitt durch die Volatilität der letzten 10 Jahre dividiert wird. Es würde hier bereits ausreichen, wenn die Aktie auf das 0,6-fache des Index kommt. Aber L’Oreal weist sogar eine größere relative Trendstärke auf als der Stoxx600. Das bedeutet, dass die Aktie vor allem aus Rendite-Risiko-Sicht sehr attraktiv ist.

Während die Volatilität im Trend-Check über die letzten drei Jahre noch etwas hoch war, sieht das über die letzten 20 Jahre schon ganz anders aus. Mit 20,7% liegt L’Oreal bei der Volatilität nur knapp über der des Stoxx600 und damit deutlich innerhalb der Vorgabe von +10% im Vergleich zum Index. Auch der maximale Drawdown über die letzten 20 Jahre fällt mit -53% deutlich geringer aus als der des Marktes (-60%). L’Oreal überzeugt auf der einen Seite also mit hohen Renditen und dabei gleichzeitig moderaten Risiken. Auch ein Beta von 0,74 zeigt, dass L’Oreal weniger stark auf Marktschwankungen reagiert als viele andere Aktien.

Lediglich beim Umsatzwachstum über die letzten 10 Jahre erzielt L’Oreal den Punkt nur knapp. Das Umsatzwachstum liegt mit 5,6% nur knapp über der Vorgabe von 5%. Stärker fällt da schon das Gewinnwachstum mit 7,4% aus. Auch wenn das Umsatzwachstum nur knapp die Vorgabe erfüllt, kann dafür vor allem die Stabilität des Umsatzwachstums überzeugen. Ein Wert von 94% zeigt an, dass L’Oreal in der Lage war die Umsätze über die Jahre hinweg sehr konstant zu steigern. Die Stabilität beim Gewinnwachstum ist mit 67% in Ordnung, hier gibt es aber Basiskonsumgüter-Aktien, die höhere Werte erzielen. Dass die Gewinne bei L’Oreal doch etwas stärker geschwankt haben, ist auch darauf zurückzuführen, dass das Unternehmen auch stark im Bereich der Luxusgüter (Luxuskosmetik) vertreten ist und die Gewinne daher sensibler auf wirtschaftliche Schwankungen reagieren.

L’Oreal ist mit 10 von 10 Punkten im Dauerläufer-Check fast schon als Aktie für die Ewigkeit zu bezeichnen. Das Unternehmen erfüllt fast alle Kriterien im Dauerläufer-Check mit Leichtigkeit. Für ein langfristig ausgelegtes Investment ist L’Oreal auf jeden Fall ein spannender Kandidat.

6.5. Zusammenfassung der Aktienkönig-Bewertungsmodelle

Übersicht über die Ergebnisse der 4 Aktienkönig-Bewertungsmodelle für L'Oreal
Übersicht über die Ergebnisse der 4 Aktienkönig-Bewertungsmodelle für L'Oreal

7. Fazit zu L'Oreal

Das französische Kosmetikunternehmen L’Oreal ist der weltweit führende Hersteller von Pflege- und Kosmetikprodukten. Das 1909 gegründete Unternehmen besitzt heute eine Vielzahl an Marken wie L’Oréal Paris, Garnier, Maybelline New York, Yves Saint Laurent, Giorgio Armani, Biotherm, La Roche-Posay und Vichy. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 240 Milliarden Euro ist L’Oreal einer der wertvollsten europäischen Konzerne an der Börse. Damit gehört das Unternehmen inzwischen zu den Mega-Caps.

L’Oreal hat bereits die letzten Jahre bewiesen, dass die Aktie aus dem Bereich der Basiskonsumgüter-Aktien zu den erfolgreichsten am markt gehört. Seit 2009 bewegt sich die Aktie in einem schönen Aufwärtstrendkanal, an dessen oberer und unterer Begrenzung die Aktie zuletzt immer zuverlässig gedreht ist. Aktuell befindet sich die Aktie in der Mitte dieses Kanals.

Fundamental kann L’Oreal vor allem mit einer hohen Rentabilität und einem stabilen Umsatz- und Gewinnwachstum überzeugen. Besonders günstig ist die Aktie aber leider nicht zu haben. Wie die Peers-Analyse gezeigt hat, ist das aktuelle Bewertungsniveau im Bereich der Kosmetikunternehmen aber branchenüblich. Auch im historischen Vergleich ist bei L’Oreal aktuell keine Überbewertung zu erkennen.

L’Oreal kann in den vier Aktienkönig-Bewertungsmodellen überzeugen. Im Fundamental-Check und Dividenden-Check lässt die Aktie jeweils zwei Punkte liegen. Einzig aufgrund der etwas zu hohen Bewertung erreicht die Aktie im Fundamental-Check nicht die Maximalpunktzahl. Nach allen anderen Kriterien ist L’Oreal aber auch fundamental betrachtet ein äußerst attraktives Unternehmen, in das sich ein Investment lohnt. Ein noch besseres Rating im Dividenden-Check verhindert die Dividendenrendite, die für eine Dividendenstrategie etwas zu niedrig ist. Im Trend-Check und Dauerläufer-Check erzielt die Aktie jeweils die Maximalpunktzahl. Daher ist die Aktie vor allem für ein besonders langfristig ausgelegtes Depot spannend. Aber auch in einem Trend-Depot, das darauf abzielt, die Bewegung der nächsten 1-3 Jahre möglichst gut mitzunehmen, ist L’Oreal interessant.

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Weitere Informationen hierzu findest du unter: https://aktienkoenig.de/haftungsausschluss/