Suche
Close this search box.

Inhaltsverzeichnis

Aktienanalyse Hershey

Titelbild für die Hershey-Aktienanalyse mit dem Logo von Hershey und einem Bild von Schokolade im Hintergrund

Inhaltsverzeichnis

Ziel dieses Artikels

In diesem Artikel zur Aktienanalyse Hershey möchte ich die Aktie von Hershey ausführlich analysieren und die Frage klären, ob sich ein Kauf der Hershey-Aktie lohnt und wenn ja zu welchem Kurs. Als erstes stelle ich dir kurz das Unternehmen und das Geschäftsmodell vor, anschließend siehst du anhand einer ausführlichen fundamentalen Bewertung, ob Hershey als Investment attraktiv ist. Mithilfe der Chartanalyse möchte ich dir anschließend die wichtigsten Kursniveaus zeigen, bei denen es für die Hershey-Aktie besonders interessant wird. Anhand der Aktienkönig-Bewertungsmodelle analysiere ich außerdem, ob die Aktie für dich und deinen Investmentstil geeignet ist.

Lade dir diese Analyse als PDF herunter

1. Schnellüberblick

Hershey ist einer der größten Produzenten von Süßwaren weltweit. Der Fokus von Hershey liegt auf der Produktion und dem Verkauf von Schokolade. Gegründet wurde Hershey bereits im Jahr 1894. Zu den bekanntesten Produkten gehören Hershey’s Milk Chocolate Bars, Hershey’s Kisses, Reese’s Peanut Butter Cups und Twizzlers. Den mit Abstand größten Umsatz erzielt Hershey in seinem Heimatmarkt, den USA.

In einem der vier Aktienkönig-Bewertungsmodelle erzielt Hershey die Maximalpunktzahl. Auch in zwei weiteren Modellen schneidet Hershey sehr gut ab. Für welche Investmentstrategie sich die Aktie besonders lohnt und wann und wo sich ein Einstieg anbietet, erfährst du im Laufe des Artikels.

ISIN | WKN US4278661081 | 851297
Sektor Basiskonsumgüter
Industrie Nahrungsmittel
Marktkapitalisierung 39.585 Mio. USD
Dividendenrendite 2,83%
KGV 3,55
KUV 6,00
Rendite 5 Jahre (p.a.) 11,8% (nur Kurs)
Rendite 5 Jahre (p.a.) 14,0% (mit Dividenden)
Rendite 10 Jahre (p.a.) 5,9% (nur Kurs)
Rendite 10 Jahre (p.a.) 8,4% (mit Dividenden)

2. Kurzvorstellung

2.1. Was macht Hershey?

Hershey ist ein amerikanisches Lebensmittel- und Schokoladenunternehmen und gehört zu den größten und bekanntesten Schokoladenherstellern der Welt. Das Unternehmen bietet in erster Linie diverse Schokoladen-Produkte an. Außerdem produziert Hershey auch Nicht-Schokoladen-Süßwaren darunter Kaugummis, Minzbonbons, Toppings, Sirups sowie verschiedene Snackartikel. Zu den bekanntesten Marken gehören unter anderem Hershey’s Milk Chocolate Bars, Hershey’s Kisses, Reese’s Peanut Butter Cups und Twizzlers.

Die Wurzeln von Hershey gehen bis in das Jahr 1894 zurück. Damals gründete Milton Hershey die Hershey Chocolate Company. Der Fokus lag damals auf der Produktion von Karamellsüßwaren. Heute beschäftigt das Unternehmen knapp 19.000 Mitarbeiter. Der Hauptsitz befindet sich in der gleichnamigen Stadt Hershey.

Im Jahr 1927 ging Hershey and die NYSE. 1963 erfolgte die erste große Übernahme des Unternehmens, als die Reese Candy Company übernommen wurde. Die Produkte von Reese machen auch noch heute einen wesentlichen Teil des Produktportfolios des Unternehmens aus. 1977 hat das Unternehmen mit Twizzlers eine weitere große Übernahme getätigt.

Das Unternehmen legt seinen Fokus klar auf die Herstellung und den Vertrieb von Schokoladen- und Süßwarenprodukten. Andere Lebensmittelprodukte findest man im Produktsortiment kaum. Neben eigenen Produktinnovationen wächst Hersheys durch Übernahmen und ist hier auch ständig auf der Suche nach neuen potenziellen Übernahmekandidaten. Die Produkte werden über verschiedene Wege verkauft, insbesondere über Supermärkte, aber auch über Süßwarenläden, Tankstellen und über den Online-Vertrieb.

2.2. Brancheneinordnung nach GICS

Die Brancheneinordnung wird nach dem Global Industry Classification Standard (GICS) vorgenommen. Hershey gehört dem Sektor Basiskonsumgüter an. Innerhalb dieses Sektors ist das Unternehmen der Industriegruppe „Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren“ zuzuordnen. Eine noch feinere Einteilung ist mit der Einordnung nach einzelnen Industrien möglich. Hiernach gehört Hershey der Industrie Nahrungsmittel an. Die folgende Grafik zeigt dir noch einmal die Einordnung von Hershey nach dem GICS-Schema.

Brancheneinordnung Hershey nach dem GICS-Schema
Brancheneinordnung Hershey nach dem GICS-Schema

Gerade Basiskonsumgüter-Aktien mit dem Fokus auf Nahrungsmittel gelten als sehr defensive Unternehmen. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht so stark auf die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung reagieren und sich damit auch in Krisenzeiten besser behaupten können. Auf der anderen Seite laufen defensive Aktien dem Markt in einer Boomphase gerne mal hinterher.

Von den 500 Aktien aus dem S&P 500 gehören aktuell knapp 40 Aktien dem Sektor Basiskonsumgüter an. Zu den größten Unternehmen der Branche gehören WalMart, Procter & Gamble, Costco Wholesale und Coca-Cola. Aus Europa sind Nestlé und L’Oreal die beiden größten Basiskonsumgüter-Aktien.

Betrachten wir das ganze etwas feiner und filtern gezielt nach Aktien aus der Industriegruppe Nahrungsmittel sind die gemessen an der Marktkapitalisierung größten Unternehmen der Branche Nestlé, Mondelez, Kraft Heinz, Danone und Hershey.

2.3. Geschäftsbereiche

Die Unterteilung in Segmente ist bei Hershey leider nicht ganz so aussagekräftig, da hier primär lediglich zwischen dem Verkauf von Süßwaren und salzigen Snacks unterschieden wird. Dennoch möchte ich dir eine kurze Übersicht über die Geschäftsbereiche geben. Die Geschäftsbereiche von Hershey teilen sich wie folgt auf:

  • North America Confectionery (Nordamerika Süßwaren)
  • North America Salty Snacks (Nordamerika salzige Snacks)
  • International

Den Großteil des Umsatzes erwirtschaftet Hershey im Bereich „North America Confectionery“ mit 81,9%. Dieses Segment umfasst unter anderem die Schokoladen- und Nicht-Schokoladen-Süßwaren, Kaugummi, Erfrischungsprodukte, Proteinriegel und Brotaufstriche. Zu diesem Segment gehören außerdem die von Hershey betriebenen Einzelhandelsgeschäfte.

Weitere 9,9% des Umsatzes entfallen auf das Segment „North America Salty Snacks“. Hierzu gehören Popcorn, gebackene Snacks und Brezeln. Die restlichen 8,2% vom Umsatz sind dem Segment „International“ zuzuordnen. Hierunter fällt die Kombination aller weiteren Geschäftsfelder des Unternehmens. Hier ist außerdem der Umsatz in anderen Regionen wie beispielsweise Mexiko, Brasilien oder der Vertrieb nach Europa erfasst.

Hershey erzielt mit 87% der Umsätze einen Großteil innerhalb der USA. Nur 13% der Umsätze werden im Rest der Welt erwirtschaftet, davon 4,3% in Nordamerika (exklusive USA). Damit ist das Geschäft von Hershey also sehr stark vom US-Markt abhängig.

2.4. Marktkapitalisierung & Aktionärsstruktur

Aktuell sind von Hershey rund 204 Millionen Aktien im Umlauf. Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf rund 40 Milliarden USD. Während das Unternehmen in Deutschland zu einem der größten börsennotierten Konzerne gehören würde, landet es aus dem S&P 500 gemessen an der Marktkapitalisierung aktuell etwa auf Rang 200. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 40 Milliarden USD zählt Hershey aber noch klar zu den Large-Caps. Für gewöhnlich verzeichnen Large-Caps nur selten größere Kursschwankungen und bieten somit eine hohe Stabilität fürs Depot.

Die größten Anteilseigner sind The Vanguard Group (10,1%), Black Rock (6,4%) und State Street Global Advisors (4,8%). Bei den größten Anteilseignern handelt es sich ausschließlich um Investmentgesellschaften und nicht um strategische Eigentümer. Da es keine großen strategischen Investoren gibt, liegt der Streubesitz mit 99,8% sehr hoch.

Du möchtest auf dem Laufenden bleiben?

Dann trage dich gerne für meinen kostenlosen Newsletter ein:

3. Historische Kursentwicklung

3.1. Chartanalyse

Das Ziel der Chartanalyse in diesen Abschnitt ist es, zunächst anhand der Analyse des langfristigen Charts herauszufinden, ob es einen langfristigen Aufwärtstrend gibt, und wo sich die Aktie in Relation zu diesem Trend aktuell befindet. Anschließend ermöglicht die Analyse des Charts der letzten 2-3 Jahre die Ableitung des aktuell herrschenden Trends sowie die Bestimmung besonders wichtiger Kursmarken, anhand derer sich letztlich Handelsentscheidungen ableiten lassen.

Chartanalyse für Hershey im Langfrist-Chart. Wochenchart von Hershey über die letzten 20 Jahre
Chartanalyse für Hershey über 20 Jahre - Wochenchart

Wie der Chart der letzten 20 Jahre zeigt, befinden sich Hershey langfristig betrachtet in einem schönen Aufwärtstrend. Die seit 2009 bestehende Aufwärtstrendlinie (blau) bietet eine gute Orientierung, wurde in der Vergangenheit aber noch nicht häufig getestet. Daher darf die Unterstützung, die diese Aufwärtstrendlinie liefert, nicht überschätzt werden. Aktuell verläuft die blaue Aufwärtstrendlinie bei rund 173 USD. Der langfristige Aufwärtstrend hat allerdings zwei Kratzer: Zum einen die Seitwärtsbewegung zwischen 2014 und 2018 sowie zum anderen den starken Kursrückgang seit Mai 2023, welcher nach wie vor noch nicht als final abgeschlossen bezeichnet werden kann.

Wochenchart für Hershey über die letzten 5 Jahre mit Chartanalyse der Hershey-Aktie
Hershey-Aktie über die letzten 5 Jahre - Wochenchart

Zoomen wir den Wochenchart etwas näher heran und betrachten die letzten fünf Jahre, werden zwei weitere wichtige Unterstützungsniveaus sichtbar. Zum einen das Niveau von 162 USD, welches sich aus den ehemaligen Allzeithochs aus den Jahren 2019 und 2020 ergibt, sowie knapp darüber bei 169 USD das Tief der Konsolidierung aus dem Jahr 2021, nachdem es die Aktie von Hershey geschafft hatte, ihr Allzeithoch zu überwinden. In Kombination bietet sich spätestens bei dem Niveau von 162 bis 169 USD eine sehr gute Unterstützung. Sollte dieses Niveau im Falle einer Ausweitung der Kursrückgänge allerdings nicht halten, trübt sich die Lage bei der Hershey-Aktie weiter deutlich ein.

 

Chart Hershey über die letzten 1,5 Jahre und Chartanalyse auf Basis von Tageskerzen
Hershey Chartanalyse über die letzten 1,5 Jahre - Tageschart

Im Tageschart über die letzten 1,5 Jahre fällt noch einmal die dynamische Abwärtsbewegung aus dem Jahr 2023 auf. Zuletzt gelang es der Aktie aber auf einem Niveau um die 190 USD eine Seitwärtsbewegung zu etablieren und den Abwärtstrend zumindest zu pausieren. Im Falle einer kurzfristigen Korrektur bietet das Niveau um die letzten Tiefpunkte bei 179 und 184 USD eine gute Unterstützung und auch spannende Kaufgelegenheiten. Klar zu erkennen ist aber auch, dass die Hershey-Aktie bei der Etablierung eines neuen Aufwärtstrends ein starkes Widerstandsbollwerk zwischen 210 und 223 USD überwinden muss. Hier liegen markante Tiefpunkte aus den Jahren 2022 und 2023. Außerdem verläuft hier aktuell die 200-Tage-Linie.

Langfristig betrachtet konnte Hershey zwar einen starken Aufwärtstrend verzeichnen, im letzten Jahr ist die Aktie aber deutlich unter Druck geraten. Final abgeschlossen ist diese mittelfristige Abwärtsbewegung noch nicht. Da sich die Aktie die letzten Wochen stabilisiert hat und im Bereich um 180 USD eine erste Unterstützung aufweist, ist ein antizyklischer Einstieg bereits jetzt möglich. Eine echte Trendwende ist allerdings erst vorhanden, wenn das Widerstandsbollwerk zwischen 210 und 223 USD überwunden ist.

3.2. Aktie vs. Index & Sektor

Um beurteilen zu können, wie stark sich eine Aktie die letzten Jahre entwickelt hat, müssen wir die Performance mit dem Index vergleichen. Darüber hinaus ist auch ein Vergleich mit dem Sektor-Index sehr wertvoll. Der folgende Chart zeigt dir die Entwicklung von Hershey im Vergleich zum S&P 500 sowie dem S&P 500 Consumer-Staples-Sector-Index. Der S&P 500 Consumer-Staples-Index ist der Basiskonsumgüter-Index des S&P 500.

Performancevergleich: Hershey vs. S&P 500 vs. S&P 500 Consumer Staples-Sector-Index als Chart
Performancevergleich: Hershey vs. S&P 500 vs. S&P 500 Consumer Staples-Sector-Index

Über die letzten zehn Jahre hat Hershey eine Rendite von +107% verzeichnet. Damit kommt die Aktie an den S&P 500 mit einer Rendite von +150% nicht heran. Grund dafür ist zum einen die schwächere Entwicklung zwischen 2015 und 2018 sowie der Kurseinbruch ab Mai 2023. Der Chart zeigt aber auch deutlich, dass Hershey in einer wirtschaftlich unsicheren Zeit (Anfang 2022 bis Anfang 2023) deutlich besser performt hat als der S&P 500.

Verglichen mit dem S&P 500 Basiskonsumgüter-Index, der einen Kurszuwachs von +70% verzeichnen konnte, schlägt sich Hershey aber gut. Kritisch ist hier allerdings der verhältnismäßig starke Einbruch der Hershey-Aktie Anfang 2020 sowie der bereits erwähnte dynamische Abwärtstrend seit Mai 2023, welche der Sektor-Index so nicht mitgemacht hat.

3.3. Outperformance Aktie vs. Index

Im Aktie-vs-Index-Chart siehst du, wie sich die Aktie über die letzten 20 Jahre im Vergleich zum Index entwickelt hat. Der Chart zeigt dir zum jeweiligen Zeitpunkt die Outperformance beziehungsweise Underperformance verglichen mit dem Startzeitpunkt von vor 20 Jahren an.

Outperformance-Chart Hershey über 20 Jahre
Outperformance-Chart Hershey über 20 Jahre

Der Outperformance-Chart der letzten 20 Jahre zeigt dir deutlich, dass der starke Kursanstieg von Hershey im Jahr 2022 überzogen war. Nie zuvor hat die Hershey-Aktie eine derart hohe Überrendite zum S&P 500 verzeichnen können, folglich war es nur eine Frage der Zeit, bis diese Übertreibung abgebaut wird. Mithilfe dieser Analyse lässt sich die jüngste Abwärtsbewegung auch noch einmal besser einordnen: Hershey steckt nach einem Verlust von über 30% in knapp einem Jahr nicht unbedingt in einer tiefen Krise, vielmehr wurde eine Übertreibung beim Kursanstieg korrigiert.

Eine weitere Betrachtung, die wir in diesem Zusammenhang vornehmen, ist die Auswertung der rollierenden Outperformance. Hierbei wird für jeden Zeitpunkt analysiert, wie hoch die Rendite der Aktie und des Index über die jeweils letzten fünf Jahre war. Mithilfe dieser Betrachtung lässt sich herausfinden, wie häufig die Aktie besser performt hat als der Index. Betrachtet werden hierfür die letzten 15 Jahre.

Wie du den Chart richtig liest, erkläre ich dir an einem Beispiel: Anfang 2023 zeigt der Rollierende-Outperformance-Chart eine Outperformance von 150% an. Das bedeutet, dass die Aktie von Hershey in den fünf Jahren zuvor (also Anfang 2018 bis Anfang 2023) eine um 150% höhere Rendite erzielt hat als der S&P 500.

Rollierende Outperformance über die jeweils letzten 6 Monate: Hershey vs. S&P 500
Rollierende Outperformance über die jeweils letzten 6 Monate: Hershey vs. S&P 500

Der Chart der rollierenden Outperformance zeigt dir erneut, dass Hershey Anfang 2023 heiß gelaufen ist. In den fünf Jahren zuvor hat die Aktie von Hershey eine um 150% höhere Rendite erwirtschaftet als der S&P 500. Das gelang der Aktie zuvor Anfang 2013. Die Konsequenz damals war, dass die Aktie in den Folgejahren schwächer performt hat als der bereite Markt. Anders als damals hat Hershey diese Entwicklung nun aber in nicht einmal einem Jahr vollzogen.

Außerdem siehst du, dass es bei Hershey auch längere Phasen gab, wo die Aktie mit dem S&P 500 nicht mithalten konnte. Das betrifft vor allem die Phase zwischen 2015 und 2018 als die Underperformance über die jeweils vorherigen fünf Jahre kontinuierlich ausgeweitet wurde. Möchtest du die Hershey-Aktie kaufen, lohnt sich ein Blick auf den Chart der rollierenden Outperformance definitiv, da du hieran siehst, dass ein Kauf Anfang 2013 und Anfang 2023, als eine massive Übertreibung vorlag, ein großer Fehler gewesen wäre.

Aktuell ist die Outperformance von Hershey auf Sicht der letzten fünf Jahre bei etwa 0%, was bedeutet, dass die Aktie die letzten fünf Jahre eine gleich hohe Rendite erzielt hat wie der Index. Da in der Vergangenheit aber auch Phasen mit einer Underperformance vorhanden waren, heißt das nun also noch nicht, dass die Aktie unglaublich günstig zu haben ist.

3.4. Drawdown-Chart

Mithilfe des Drawdown-Charts kannst du analysieren, wie groß die Kursrückgänge einer Aktie in den letzten Jahren waren. Startpunkt der Analyse ist Anfang 2004. Seitdem wird für jede Woche beobachtet, wie stark die Aktie ausgehend von ihrem bis dahin erreichtem Hoch maximal gefallen ist.

Drawdown-Chart Hershey über die letzten 20 Jahre
Drawdown-Chart Hershey über die letzten 20 Jahre

Der maximale Drawdown von Hershey über die letzten 20 Jahre liegt bei -52% und wurde in der Finanzkrise im Jahr 2009 verzeichnet. Der Drawdown-Chart zeigt dir aber nicht nur den größten Drawdown, sondern du siehst hieran auch wie groß die Drawdowns zu anderen Zeitpunkten ausgefallen sind. Abgesehen vom maximalen Drawdown während der Finanzkrise hat Hershey auch in den folgenden Jahren immer mal wieder größere Drawdowns von -20% verzeichnet. Zwischen 2014 und 2021 hat sich die Aktie gleich drei Mal um mehr als 20% von ihrem zuvor erreichten Hoch entfernt. Besonders auffällig ist auch hier wieder der jüngste Drawdown von über -30%. Wie bereits mehrfach erwähnt ist dieser vor allem auf die Korrektur nach der massiven Rallye im Jahr 2022 zurückzuführen.

Die Analyse des Drawdown-Charts erlaubt es außerdem, herauszufinden, wie häufig eine Aktie größere Drawdowns aufweist. Ein größerer Drawdown ist definiert, wenn die Aktie mehr als 20% von ihrem zuvor erreichten Hoch entfernt ist. Bei Hershey war das in den letzten 20 Jahren zu 27% der Zeit der Fall. Für eine Aktie aus dem Bereich der Basiskonsumgüter ist das ein relativ hoher Wert. Vom Geschäftsmodell her mag Hershey zwar als defensive Aktie erscheinen, du siehst an der historischen Kursentwicklung allerdings, dass die Stabilität der Aktie an einigen Stellen zu wünschen übrig lässt.

3.5. Renditedreieck

Das Renditedreieck zeigt dir, welche durchschnittlichen Jahresrenditen du über verschiedene Haltezeiträume mit einer Aktie erzielt hättest. Je öfter hier hohe Renditen zu sehen sind, desto stabiler hat sich die Aktie langfristig betrachtet entwickelt.

Für ein besseres Verständnis zeige ich dir anhand eines Beispiels, wie du das Renditedreieck lesen kannst: Betrachte die Zeile mit dem Kauf 2012 und die Spalte mit dem Verkauf 2022. An dieser Stelle steht eine Rendite von 12,5%. Diese Rendite sagt aus, dass Hershey zwischen dem Kauf Ende 2012 und dem Verkauf Ende 2022 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 12,5% erzielt hat.

Renditedreieck Hershey, Rendite von Hershey über unterschiedliche Zeiträume
Renditedreieck Hershey

Insgesamt macht das Renditedreieck von Hershey einen soliden Eindruck. Allerdings gibt es auch ein paar Makel. Bei Käufen und Verkäufen zwischen 2006 und 2010 weist Hershey weitestgehend negative Renditen auf. Das zeigt, dass die Aktie in dieser Zeit über mehrere Jahre hinweg Verluste verzeichnet hat. Auch die Zeit zwischen 2014 und 2018 kann mit Renditen um die 0% nicht überzeugen. An einigen Stellen weist Hershey im Renditedreieck zwar Schwächen auf, dennoch sind die Ergebnisse zufriedenstellend. Zu vielen unterschiedlichen Zeiträumen sind jährliche Renditen von deutlich über 10% zu sehen. Etwas mehr Konstanz wäre für eine Basiskonsumgüter-Aktie hier aber wünschenswert.

4. Fundamentale Bewertung

Nach einer ausgiebigen charttechnischen Analyse von Hershey geht es nun um die fundamentale Bewertung. Betrachten möchte ich hier mit dir in erster Linie die Umsatz- und Gewinnentwicklung, Bewertungskennzahlen, die Entwicklung der Dividende, die Profitabilität, Margen und über die Erwartungen beziehungsweise Prognosen zur Aktie.

4.1. Umsatz & Gewinn im Zeitverlauf

4.1.1. Umsatzentwicklung

Im letzten vollen Geschäftsjahr 2023 lag der Umsatz von Hershey bei 11.165 Millionen USD. Das durchschnittliche jährliche Umsatzwachstum über die letzten zehn Jahre beträgt 4,6%. Zwischen 2014 und 2017 stagnierten die Umsätze allerdings. Ein Großteil des Umsatzwachstums ist auf das Wachstum seit 2021 zurückzuführen. Hier wäre etwas mehr Konstanz nicht schlecht. Auf jeden Fall ist es aber besser, ein dynamisches Umsatzwachstum über die letzten drei Jahre zu sehen, statt eine Stagnation wie zwischen 2014 und 2017.

4.1.2. Gewinnentwicklung

Im Geschäftsjahr 2023 hat Hershey einen Gewinn von 1.182 Millionen USD erwirtschaften können. Über die letzten zehn Jahre lag das durchschnittliche jährliche Gewinnwachstum bei 8,5%. Verglichen mit dem Umsatzwachstum von 4,6% kommt Hershey hier auf deutlich höhere Werte, was ein Resultat der gestiegener Margen ist. Einziger Schönheitsfehler in der Gewinnhistorie ist der Rückgang im Jahr 2015. Vor allem über die letzten fünf Jahre ist dafür aber wieder ein stabiles und gleichmäßiges Gewinnwachstum zu sehen.

4.1.3. Umsatz & Gewinn über einzelne Quartale

Während das Umsatzwachstum über die letzten drei Jahre überzeugen konnte, ist speziell im letzten Quartal ein kleiner Dämpfer zu verzeichnen gewesen. Im vierten Quartal 2023 wuchs der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um nur noch +0,2%. Der Markt hat diese Entwicklung mit dem Einbruch beim Aktienkurs bereits vorweggenommen.

Hershey Umsatzentwicklung auf Quartalsbasis für die letzten zwei Jahre
Hershey Umsatzentwicklung auf Quartalsbasis für die letzten zwei Jahre

Kritischer sieht die Entwicklung beim Blick auf die Gewinne der letzten Quartale aus. Während in den beiden mittleren Quartalen 2023 noch deutliche Wachstumsraten zum Vorjahr verzeichnet werden konnten, brach der Gewinn in Q4 um -11,9% ein. Wenn es sich hierbei um eine Ausnahme handelt und Hershey schnell wieder in die Erfolgsspur findet, dürfte das auch der Aktie Rückenwind verleihen. Die Gewinnentwicklung über die einzelnen Quartale gilt es aber genauestens zu beobachten. Sind auch die kommenden Quartale negative Wachstumsraten festzustellen, würde das gegen ein Investment in Hershey sprechen beziehungsweise zum Überdenken einer Halteposition führen.

Hershey Gewinnentwicklung auf Quartalsbasis für die letzten zwei Jahre
Hershey Gewinnentwicklung auf Quartalsbasis für die letzten zwei Jahre

4.1.4. Erfüllung der Erwartungen

In der folgenden Tabelle wird ausgewertet, ob Hershey hinsichtlich dem Gewinn je Aktie und dem Umsatz den Erwartungen der Analysten gerecht werden konnte. Für jedes Unternehmen werden vorab Prognosen erstellt, wie hoch der Gewinn und der Umsatz im folgenden Quartal ausfallen. Gelingt es einem Unternehmen diese Erwartungen immer wieder zu übertreffen, ist das ein gutes Zeichen und führt häufig zu einer starken Aktienkursentwicklung.

Vergleich Gewinn je Aktie & Umsatz mit Erwartungen für Hershey
Vergleich Gewinn je Aktie & Umsatz mit Erwartungen für Hershey

Hinsichtlich der Erwartungen und den tatsächlichen Ergebnissen war auf Hershey die letzten Quartale immer wieder Verlass. Beim EPS lag das Unternehmen jedes Mal über den Erwartungen, häufig sogar deutlich. Beim Umsatz hat Hershey die Erwartungen im letzten Quartal und zwei Quartale zuvor jeweils leicht verfehlt. Abgesehen von diesen beiden Ausnahmen konnte Hershey sonst aber immer überzeugen.

Dennoch gilt es darauf zu achten, dass bei Hershey keine größeren Umsatz- und Gewinnrückgänge auf Quartalsbasis zu beobachten sind. Würden diese bereits in den Erwartungen berücksichtigt werden, führt das im Vorfeld vor der Vorlage der Quartalsberichte bereits zu Verlusten bei der Aktie. Dann hilft es auch wenig, wenn die niedrigen Erwartungen übertroffen werden.

Abschließend gilt es für Hershey hier aber klar positiv hervorzuheben, dass die Aktie an den Reporting-Tagen die letzten Male nicht enttäuscht hat. Für eine defensive Aktie ist das ein wichtiges Merkmal.

4.2. Bewertungskennzahlen

Mithilfe der Analyse von Bewertungskennzahlen, lässt sich bestimmen, ob eine Aktie günstig oder teuer ist. Die beiden besten Kennzahlen aus dem Bereich der Bewertungskennzahlen sind das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) sowie das KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis). Das aktuelle KGV und KUV einer Aktie sagen allerdings noch nicht allzu viel aus. Bewertungskennzahlen fallen je nach Unternehmen, Sektor und Industrie sehr unterschiedlich hoch aus. Wirklich aussagekräftig sind Bewertungskennzahlen erst dann, wenn sie mit anderen Unternehmen verglichen werden (diese Analyse folgt später noch) oder wenn das KGV und KUV einer Aktie im historischen Vergleich analysiert wird. Genau darum soll es hier jetzt gehen.

In der folgenden Abbildung siehst du, wie sich das KGV von Hershey in den letzten 20 Jahren entwickelt hat. Aktuell liegt das KGV von Hershey bei 22,7 und ist damit deutlich niedriger als der historische Durchschnitt der letzten 20 Jahre, welcher bei 27,5 liegt. Ohnehin hat Hershey in den letzten 20 Jahren nie ein KGV von unter 20 erreicht. Sofern die Gewinne bei Hershey also mindestens konstant bleiben, ergibt sich damit ein äußerst attraktives Bewertungsniveau.

KGV von Hershey im historischen Vergleich
KGV von Hershey im historischen Vergleich

Das KUV von Hershey liegt mit 3,5 dafür leicht über dem historischen Durchschnitt von 3,0. Der Chart des KUV zeigt dir aber auch, dass das KUV von Hershey die letzten 20 Jahre ohnehin tendenziell gestiegen ist. Seit 2014 weist Hershey ein deutlich höheres KUV auf als die zehn Jahre zuvor. Verglichen mit den letzten zehn Jahren hat Hershey auch nach dem KUV eine vergleichsweise günstige Bewertung erreicht.

KUV von Hershey im historischen Vergleich
KUV von Hershey im historischen Vergleich

Mit Blick auf die Bewertungskennzahlen KGV und KUV lässt sich für Hershey sagen, dass die Aktie im historischen Vergleich attraktiv bewertet ist und die letzten Jahre nur selten ein günstigeres Bewertungsniveau erreicht hat.

4.3. Dividende

In der folgenden Abbildung siehst du, wie sich die Dividende je Aktie und die Dividendenrendite von Hershey in den letzten zehn Jahren entwickelt haben. Über die letzten zehn Jahre hat Hershey die Dividende jedes Jahr angehoben. Damit gilt die Aktie als äußerst zuverlässiger Dividendenzahler. Auch das Dividendenwachstum kann sich sehenlassen. Während die Dividende vor zehn Jahren noch 2,24 USD je Aktie betrug, liegt sie inzwischen bei 4,79 USD.

Dank der Kursrückgänge der letzten Monate hat die Dividendenrendite mit 2,8% nun auch wieder ein hohes Niveau erreicht. Im Durchschnitt lag die Dividendenrendite die letzten zehn Jahre bei etwa 2,2%.

Dividendenrendite und Dividende je Aktie Hershey
Dividendenrendite und Dividende je Aktie Hershey

4.4. Aktienrückkäufe & ausstehende Aktien

Dividendenrendite und Dividende je Aktie Hershey

Anzahl ausstehender Aktien Hershey letzte 20 Jahre
Anzahl ausstehender Aktien Hershey letzte 20 Jahre

Über die letzten 20 Jahre hat Hershey die Anzahl ausstehender Aktien von 247 Millionen auf 204 Millionen reduziert. Die Anzahl ausstehender Aktien ist damit also um -17,1% gesunken. Aufs Jahr runtergebrochen entspricht das einer Aktienrückkaufsquote von 0,8%.

4.5. Profitabilitätskennzahlen

Mithilfe der Profitabilitätskennzahlen lässt sich ermitteln, ob ein Unternehmen in der Lage ist mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln einen ansehnlichen Ertrag zu erzielen. Hierfür werden die Eigenkapitalrendite (ROE = Return on Equity) und die Gesamtkapitalrendite (ROA = Return on Assets) ausgewertet.

Entwicklung der Eigenkapitalrendite (ROE) von Hershey über die letzten 20 Jahre
Entwicklung der Eigenkapitalrendite (ROE) von Hershey über die letzten 20 Jahre

Die Eigenkapitalrendite von Hershey liegt aktuell bei 45,4%. Im Chart sieht es zwar danach aus, als hätte Hershey hier mit einer rückläufigen Eigenkapitalquote zu kämpfen, absolut betrachtet ist eine Eigenkapitalrendite von 45% für ein Unternehmen aus dem Sektor der Basiskonsumgüter nach wie vor ein sehr gutes Ergebnis. Der Rückgang der Eigenkapitalrendite ist dabei auch nicht etwa auf sinkende Gewinne, sondern auf einen sukzessiven Ausbau des Eigenkapitals zurückzuführen. Allein zwischen 2016 und 2023 stieg die Eigenkapitalquote von Hershey von 14% auf 34% – eine absolut positiv zu wertende Entwicklung.

Da Hershey die letzten Jahre das Eigenkapital schrittweise ausgebaut hat, liefert die Eigenkapitalrendite hier nur bedingt aussagekräftige Ergebnisse. Daher lohnt sich vor allem ein Blick auf die Gesamtkapitalrendite.

Entwicklung der Gesamtkapitalrendite (ROA) von Hershey über die letzten 10 Jahre
Entwicklung der Gesamtkapitalrendite (ROA) von Hershey über die letzten 10 Jahre

Die Gesamtkapitalrendite von Hershey liegt aktuell bei 16,9% und damit auf einem verglichen mit den letzten Jahren hohen Niveau. Auch im Durchschnitt der letzten zehn Jahre lag die Gesamtkapitalrendite mit 16,1% auf einem sehr hohen Niveau. Wie du noch sehen wirst, ist das auch im Branchenvergleich ein sehr gutes Ergebnis. Da sich die Gesamtkapitalrendite langfristig auf einem stabilen und hohen Niveau gefestigt hat, ist der Rückgang bei der Eigenkapitalrendite zu vernachlässigen. Dieser zeigt lediglich, dass Hershey sein Eigenkapital immer weiter aufgestockt hat und so eine solide Finanzierung sicherstellt.

4.6. Margen

Eine weitere wichtige Art von Kennzahlen in der fundamentalen Bewertung von Aktien sind Margen. Hierfür werden die Bruttomarge und die Nettomarge betrachtet. Diese beiden Margen eignen sich in Kombination besonders gut, weil die Nettomarge auf Basis des Jahresüberschusses berechnet wird, der ganz unten in der Gewinn- und Verlustrechnung steht, während die Bruttomarge den Bruttoertrag verwendet, der sehr weit oben in der Gewinn- und Verlustrechnung zu finden ist.

Bruttomarge und Nettomarge Hershey letzte 10 Jahre
Bruttomarge und Nettomarge Hershey letzte 10 Jahre

Die Bruttomarge von Hershey lag die letzten zehn Jahre kontinuierlich äußerst konstant bei etwa 45%. Diese hohe Kontinuität zeigt, dass Hershey seine Herstellungskosten im Verhältnis zum Umsatz stets im Griff hat. Bei der Nettomarge ist über die letzten Jahre eine kontinuierliche Verbesserung zu sehen. Aktuell liegt die Nettomarge bei starken 17%, im historischen Durchschnitt der letzten zehn Jahre lag sie bei nur 11,5%. Die deutliche Verbesserung der Nettomarge war bereits bei der Umsatz- und Gewinnentwicklung zu erkennen. Da die Gewinne die letzten zehn Jahre deutlich stärker gewachsen sind als die Umsätze, muss auch bei der Nettomarge eine deutliche Verbesserung stattgefunden haben. Seit 2021 hat sich die Nettomarge von Hershey auf einem stabilen Niveau von über 15% gefestigt. Auch hier gilt es hervorzuheben, dass das für eine Basiskonsumgüter-Aktie ein hoher Wert ist.

4.7. Erwartetes Umsatz- und Gewinnwachstum

In diesem Abschnitt werten wir die Prognosen von Analysten hinsichtlich des erwarteten Umsatz- und Gewinnwachstums für Hershey aus. Natürlich handelt es sich bei Prognosen um äußerst unsichere Kennzahlen. Hilfreich sind die Daten aber auf jeden Fall dabei, um ein Bild darüber zu bekommen, welches Wachstum für das Unternehmen überhaupt erwartet wird und ob das Wachstum der letzten Jahre gehalten oder gar ausgeweitet werden kann.

Prognose Umsatzwachstum nächste 5 Jahre für Hershey
Prognose Umsatzwachstum nächste 5 Jahre für Hershey

In den kommenden fünf Jahren soll sich das Umsatzwachstum bei Hershey etwas abschwächen. Zwischen 2024 und 2028 wird ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von nur noch 2,7% erwartet. Die Umsätze sollen in dieser Zeit von 11.165 Millionen USD auf 12.781 Millionen USD anwachsen. Zum Vergleich: Die letzten zehn Jahre lag das durchschnittliche Umsatzwachstum noch bei 4,6% pro Jahr. Nach einem starken Wachstum vor allem zwischen 2021 und 2023 ist bei Hershey in den kommenden Jahren mit weniger Dynamik zu rechnen.

Prognose Gewinnwachstum nächste 5 Jahre für Hershey
Prognose Gewinnwachstum nächste 5 Jahre für Hershey

Auch beim Gewinnwachstum wird mit deutlich niedrigeren Wachstumsraten gerechnet. Während das durchschnittliche jährliche Gewinnwachstum der letzten zehn Jahre noch bei 8,5% lag, soll dieses in den kommenden fünf Jahren bei nur noch 3,9% liegen. In dieser Zeit sollen die Gewinne von 1.862 Millionen USD auf 2.254 Millionen USD wachsen.

Auch in diesen Erwartungen spiegelt sich die Schwäche des Aktienkurses der letzten Monate wider. Nach einem derart starken Gewinnwachstum vor allem in den letzten drei Jahren wurde mit dem starken Kursanstieg in 2022 zu viel Wachstumsfantasie eingepreist. Das nun erwartete niedrigere Wachstum ist im aktuellen Aktienkurs also bereits berücksichtigt. Damit bietet sich hier nun gleichzeitig eine Chance an. Da Hershey bei Vorlage der Quartalszahlen die Erwartungen zuletzt stets schlagen konnte, ist hier also Raum für Kurssprünge vorhanden, sollte die Aktie die Erwartungen dann doch einmal deutlich übertreffen. 

5. Peer-Analyse

5.1. Die Vergleichsunternehmen

Zu den wichtigsten Vergleichsunternehmen (auch Peers genannt) für Hershey gehören Mondelez, General Mills, Nestlé und Lindt & Sprüngli. Diese vier Unternehmen möchte ich dir kurz vorstellen und im Anschluss die wichtigsten Kennzahlen vergleichen.

Mondelez: Mondelez entstand 2012 im Rahmen des Spin-Offs der nordamerikanischen Geschäftsaktivitäten der damaligen Kraft Foods. Das Unternehmen ist auf die Produktion von Snacks wie Keksen, Crackern, Schokolade, Kaugummi und anderen Süßigkeiten sowie verschiedenen Lebensmittelprodukten spezialisiert. Das Portfolio umfasst Marken wie Cadbury-, Milka- und Toblerone-Schokolade, Oreo-, BelVita- und LU-Kekse. Fast die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet Mondelez mit Keksen und Snacks (50%). Weitere 30% des Umsatzes werden mit Schokolade erwirtschaftet. Die Umsätze werden anders als bei Hershey international gut verteilt erwirtschaftet. 26% der Umsätze erzielt das Unternehmen in den USA, 36% hingegen in Europa.

General Mills: General Mills bietet eine breite Palette an Lebensmitteln, darunter Getreideprodukte und Cerealien, Milchprodukte, Backwaren und Snacks. Zu den bekanntesten Marken gehören Cheerios, Häagen Dazs, Pillsbury, Annies, Old El Paso oder Betty Crocker. Gegründet wurde das in Minnesota ansässige Unternehmen im Jahr 1866. Der wichtigste Absatzmarkt für General Mills ist der Heimatmarkt USA mit einem Umsatzanteil von 56%.

Nestlé: Das schweizerische Unternehmen Nestlé ist einer der größten Produzenten von Nahrungsmitteln weltweit. Nestlé wurde im Jahr 1866 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Vevey in der Schweiz. Das Unternehmen stellt eine Vielzahl von Produkten her, darunter Kaffee, Frühstückscerealien, Süßwaren, Milchprodukte, Säuglingsnahrung, Mineralwasser, Tiefkühlprodukte und Tiernahrung. Zu den bekanntesten Marken des Konzerns gehören unter anderem Nescafé, Nesquik, Maggi, Thomy, KitKat, Buitoni, Smarties und Wagner. Neben Nahrungsmitteln wie Tiefkühlprodukten, Getränken und Süßwaren bietet Nestlé auch pharmazeutische Produkte oder Babyprodukte an. Den größten Anteil am Umsatz bringt das Segment Getränke mit 27%. Auf Schokolade, Kekse und weitere Süßwaren entfallen allerdings lediglich 9% der Umsätze.

Lindt Sprüngli: Lindt Sprüngli ist als einer der gehobenen Schokoladenproduzenten einzustufen und bietet seine Produkte im Hochpreissegment an. Zu den Produkten gehören verschiedene Schokoladenspezialitäten und Pralinen. Neben Lindt werden außerdem die Marken Ghiradelli, Russell Stover, Caffarel und Hofbauer-Küfferle vertrieben. Gegründet wurde das in der Schweiz ansässige Unternehmen bereits im Jahr 1845. 35% der Umsätze erzielt das Unternehmen in den USA, weitere 15% in Deutschland, 8% in der Schweiz und 23% im Rest von Europa.

5.2. Peers-Analyse

Die folgende Tabelle zeigt dir für Hershey sowie die vier Vergleichsunternehmen die wichtigsten fundamentalen Kennzahlen.

wdt_ID wdt_created_by wdt_created_at wdt_last_edited_by wdt_last_edited_at Aktie Hershey Mondelez General Mills Nestlé Lindt & Sprüngli
1 ISIN US4278661081 US6092071058 US3703341046 CH0038863350 CH0010570759
2 MarketCap in EUR 36.642 91.224 34.579 279.067 27.662
3 KGV 22,7 20,2 16,0 27,5 41,4
4 KUV 3,50 2,74 1,85 2,80 25,22
5 Dividendenrendite 2,8% 2,3% 3,6% 3,0% 1,2%
6 ROE 45,4% 18,0% 25,0% 24,0% 14,5%
7 ROA 16,9% 6,1% 7,6% 6,6% 8,3%
8 Eigenkapitalquote 34,4% 39,7% 33,2% 31,1% 55,4%
9 Nettomarge 17,0% 13,8% 12,9% 9,8% 11,5%
10 Gewinnwachstum 10Y 8,5% 7,9% 3,4% -1,0% 6,5%

Mit einem KGV von 22,7 ist Hershey aktuell etwas höher bewertet als Mondelez und General Mills. Verglichen mit Nestle mit einem KGV von 27,5 ist Hershey hingegen wieder als günstig einzustufen. Auffällig ist vor allem das hohe KGV von 41,4 bei Lindt & Sprüngli. Lindt ist mit seinen Produkten allerdings auch im Premiumsegment unterwegs. Höhere Bewertungsniveaus sind in diesem Fall die Regel. Hershey ist nach dem KGV im Peers-Vergleich also weder günstig noch teuer. Ähnlich sieht die Bewertung nach dem KUV aus. Auch hier verzeichnet Hershey tendenziell ein höheres Bewertungsniveau, während die Bewertung bei Lindt & Sprüngli mit einem KUV von 25 deutlich über den anderen vier Unternehmen liegt.

Mit einer Dividendenrendite von 2,8% liegt Hershey hier ebenfalls im Mittelfeld der Vergleichsunternehmen. Auch hier weist Lindt & Sprüngli wieder eine deutliche Abweichung auf.

Beeindruckend sind dafür die Rentabilitätskennzahlen bei Hershey. Bei der Entwicklung der Eigenkapitalrentabilität bin ich bereits darauf eingegangen, dass diese mit 45% für ein Unternehmen aus dem Bereich Basiskonsumgüter sehr hoch ist. Das bestätigt jetzt auch nochmal der Peers-Vergleich. Die vier weiteren Unternehmen können hier nicht einmal ansatzweise mithalten. Dass die hohe Eigenkapitalrendite nicht etwa auf eine niedrige Eigenkapitalquote zurückzuführen ist, wird an diesem Vergleich auch deutlich. Mit einer Eigenkapitalquote von 34% liegt Hershey mit Mondelez, General Mills und Nestlé etwa gleich auf. Auch die Gesamtkapitalrendite von 16,9% ist äußerst hoch. Nicht einmal die im Premiumsegment tätige Lindt & Sprüngli kann eine derart hohe Rentabilität aufweisen. In dieser Hinsicht ist Hershey also der klare Gewinner.

Dieser Trend setzt sich auch bei der Nettomarge fort. Diese ist mit 16,7% bei Hershey ebenfalls deutlich größer als bei den weiteren vier Unternehmen. Hershey ist im Vergleich mit seinen Mitbewerbern also in der Lage im Verhältnis zum Umsatz die höchsten Gewinne zu erzielen. Umsatzsteigerungen würden bei Hershey daher auch zu den größten Gewinnzuwächsen führen.

Abschließend noch der Blick auf die Wachstumskennzahlen: Auch hier geht Hershey mit einem Gewinnwachstum von 8,5% und einem Umsatzwachstum von 4,6% als der klare Gewinner hervor. Bei Nestlé hingegen sind sogar stagnierende Umsätze und Gewinne zu sehen. Hier sei aber auch noch einmal darauf hingewiesen, dass bei Hershey für die kommenden Jahre mit einem geringeren Wachstum gerechnet wird. Auch dann schneidet die Aktie im Vergleich aber noch gut ab.

5.3. Performancevergleich Peers

Abschließend werfen wir im Peers-Vergleich noch einen Blick auf die Performance der fünf Aktien. Daran lässt sich erkennen, ob eine der Aktien heiß gelaufen ist oder ob es in der Vergangenheit zu größeren branchenunüblichen Verlusten kam. Der Chart betrachtet die letzten fünf Jahre inklusive ausgeschütteter Dividenden.

Performance-Vergleich Hershey mit Mondelez, General Mills, Nestlé und Lindt & Sprüngli über 5 Jahre

Trotz des starken Kursrückgangs in den letzten Monaten ist Hershey (HSY) auf Sicht der letzten fünf Jahre mit einer Rendite von +98% inklusive Dividenden die stärkste Aktie im Performancevergleich der Peers. Mondelez (MDLZ), General Mills (GIS) und Lindt & Sprüngli (LISN) folgen dahinter mit Renditen zwischen +62% und +71%. Deutlich abgeschlagen ist Nestlé (NESN) mit einer Rendite von +25%.

Ähnlich wie Hershey ist auch die Aktie von General Mills im Jahr 2022 etwas heiß gelaufen. Beide haben nach ihrer Rallye inzwischen wieder eine Verschnaufpause eingelegt und moderate Bewertungsniveaus erreicht.

Enttäuschend ist im Vergleich die Performance von Nestlé. Wie du gesehen hast, war Nestlé aber auch das einzige Unternehmen, das auf Sicht der letzten zehn Jahre weder beim Umsatz noch beim Gewinn ein Wachstum verzeichnen konnte. Daraus kannst du mitnehmen, dass bei Basiskonsumgüter-Aktien wie Hershey stets darauf geachtet werden muss, dass ein konstantes Wachstum vorhanden ist. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die jeweilige Aktie über Jahre auf der Stelle tritt.

5.4. Peers Fazit

Hershey liegt nach den Bewertungskennzahlen und der Dividendenrendite in etwa auf dem Niveau der Vergleichsunternehmen. Das zeigt auch nochmal, dass die Korrektur der letzten Monate notwendig war, um hier wieder faire Bewertungsniveaus zu erreichen. Zwar ist die Aktie im Vergleich nach dem KGV nicht die günstigste, eine Überbewertung liegt aber keinesfalls vor.

Überzeugen kann Hershey vor allem mit einer hohen Rentabilität und einer hohen Nettomarge. Auch das Wachstum gilt als überdurchschnittlich hoch. Keines der vier Vergleichsunternehmen wäre auf Basis der Kennzahlen in der Lage Hershey hier klar zu dominieren.

Trotz der Kursschwäche in den letzten Monaten hat sich Hershey im Vergleich zu den vier Peers am besten entwickelt. Aus dem Peers-Chart ist die Überbewertung im Jahr 2022 auch klar ersichtlich geworden. Inzwischen bewegt sich Hershey aber wieder auf einem fairen Niveau.

Du möchtest auf dem Laufenden bleiben?

Dann trage dich gerne für meinen kostenlosen Newsletter ein:

6. Aktienkönig Bewertungsmodelle

Der Rest der Aktienanalyse befasst sich mit meinen eigens entwickelten Aktienkönig-Bewertungsmodellen. In vier verschiedenen Modellen zur Aktienbewertung wird Hershey nun einem ausgiebigen technischen und fundamentalem Check unterzogen. Anhand der Ergebnisse der Bewertungsmodelle kannst du erkennen, für welche Art von Investor Hershey besonders geeignet ist.

Ein hohes Trend-Rating zeigt, dass die Aktie für Investoren, die gerne in Aktien mit starken Aufwärtstrends investieren, gut geeignet ist. Eine Aktie mit einer hohen Punktzahl im Fundamental-Check ist vor allem für Investoren geeignet, die langfristig in äußerst solide und erfolgreiche Unternehmen investieren wollen. Erzielt die Aktie im Dividenden-Check eine hohe Punktzahl, ist sie ein sehr zuverlässiger Dividendenzahler und eignet sich gut für Dividenden-Investoren. Und eine Aktie, die im Dauerläufer-Check gut abschneidet, eignet sich vor allem für Investoren, die Aktien kaufen möchten, die bereits seit Jahren und Jahrzehnten erfolgreich sind und besser performen als der Markt.

6.1. Trend-Check

Im Trend-Check werden sieben unterschiedliche Kennzahlen betrachtet, die sich ausschließlich auf die historischen Kursdaten der Aktie und des zum Vergleich herangezogenen Index beziehen. Der Trend-Check betrachtet fünf Kennzahlen, die primär die Stärke des Trends der Aktie auswerten und zwei weitere Kennzahlen, die sich auf Risikokennzahlen fokussieren. Durch die Kombination dieser sieben Kennzahlen können Aktien gefunden werden, die starke und gleichzeitig stabile Aufwärtstrends aufweisen.

Ergebnisse des Trend-Checks für Hershey im Detail
Ergebnisse des Trend-Checks für Hershey im Detail

Im Trend-Check erreicht Hershey aktuell 4 von 7 möglichen Punkten. Bei der Kursschwäche der letzten Monate verwundert es auch wenig, dass Hershey hier nicht besser abschneiden kann. Vielmehr ist es beachtlich, dass Hershey trotz eines Rückgang von -30% in einem Jahr, in dem sich der Gesamtmarkt stark gezeigt hat, dennoch vier Punkten erreichen kann.

Diese vier Punkte holt Hershey sich bei den Kennzahlen, die mehrere Jahre abdecken. Über die letzten drei Jahre hat Hershey eine Rendite von 38% erzielt, während der S&P 500 auf 34% kommt. Auch bei der Kennzahl „durchschnittliche Outperformance 3 Jahre“ kann Hershey punkten. Bei dieser Kennzahl werden über die letzten drei Jahre diverse unterschiedliche 6-Monats-Zeiträume betrachtet und die Performance der Aktie mit dem Index verglichen. Durchschnittlich konnte Hershey hier eine Outperformance von 0,8% erzielen.

Positiv hervorzuheben ist auch die niedrige Volatilität von gerade einmal 18,6%. Diese liegt zwar leicht über der des S&P 500 (17,4%). Für gewöhnlich weist eine Einzelaktie aber eine deutlich höhere Volatilität auf. Auch beim maximalen Drawdown erhält Hershey mit -35% noch einen Punkt, da dieser nicht mehr als 5%-Punkte größer ist als der des S&P 500.

Bei den Kennzahlen, die das letzte Jahr betrachten, verfehlt Hershey die Vorgabe zur Punktevergabe allerdings deutlich. Über 6 Monate ist die Performance deutlich schlechter, außerdem notiert die Aktie weit unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Auch der Abstand zum 52-Wochen-Hoch ist mit -30% sehr groß. Auf Sicht der nächsten Monate ist es unwahrscheinlich, dass Hershey im Trend-Check ein besseres Ergebnis erzielen kann.

Mit nur 4 von 7 Punkten ist Hershey für ein Investment als Trend-Aktie aktuell ungeeignet. Die Aktie befindet sich mittelfristig nach wie vor in einem Abwärtstrend.

6.2. Fundamental-Check

Beim Fundamental-Check werden insgesamt 15 unterschiedliche fundamentale Kennzahlen ausgewertet. Abgedeckt werden hierbei Kennzahlen zur Profitabilität, Verschuldung, Margen, der Bewertung und natürlich dem Wachstum einer Aktie. Aktien, die eine hohe Punktzahl im Fundamental-Check erhalten, sind fundamental betrachtet grundsolide, verzeichnen ein stabiles Wachstum, sind profitabel und weisen eine angemessene Bewertung auf.

Ergebnisse des Fundamental-Checks für Hershey
Ergebnisse des Fundamental-Checks für Hershey

Im Fundamental-Check ist Hershey in der Lage die Maximalpunktzahl von 15 Punkten zu erzielen. Die meisten der Kriterien erfüllt die Aktie mit Leichtigkeit, sodass auch künftig davon auszugehen ist, dass Hershey im Fundamental-Check ein sehr gutes Ergebnis abliefern wird.

Wie bereits mehrfach erwähnt überzeugt Hershey vor allem bei den Rentabilitätskennzahlen. Die Eigenkapitalrendite liegt fast bei 50% und auch eine Gesamtkapitalrendite von 17% ist äußerst beachtlich. Hier hast du bereits in der Peers-Analyse gesehen, dass andere Basiskonsumgüter-Aktien längst nicht auf so hohe Rentabilitäten kommen. Das Kriterium einer Eigenkapitalquote von 30% erfüllt Hershey zwar nur knapp, hier war zuletzt aber ohnehin der Trend einer steigenden Eigenkapitalquote zu sehen. Auch die Dividendenrendite von 2,8% ist absolut zufriedenstellend.

Dass die Finanzierung bei Hershey gesund ist, zeigt auch das Verhältnis aus EBIT zur Verschuldung von 55,7%. Dieses zeigt an, dass Hershey nicht einmal zwei Jahre benötigen würde, um alle langfristigen Schulden mithilfe des EBITs zu tilgen. Der aktuelle Börsenwert beträgt das 8-fache der Verschuldung, was ebenfalls ein sehr gutes Verhältnis darstellt.

Bei den Bewertungskennzahlen KGV und KUV bewegt sich Hershey in etwa auf dem Niveau des S&P 500. Da mit diesen Kennzahlen lediglich sichergestellt werden soll, dass keine starke Überbewertung vorliegt, darf das KGV und KUV der Aktie sogar doppelt so hoch sein wie das des Index. Diese Vorgabe erfüllt Hershey mit Leichtigkeit.

Über die letzten fünf Jahr lag das Umsatzwachstum bei 7,5% und das Gewinnwachstum sogar bei 9,6%. Für eine Basiskonsumgüter-Aktie ebenfalls sehr hohe Werte. An dieser Stelle aber auch nochmal der Hinweis, dass für die kommenden Jahre hier mit geringeren Wachstumsraten gerechnet wird. Beachtlich ist dafür die hohe Stabilität des Umsatz- und Gewinnwachstums von 96% beziehungsweise 95%. Den Spitzenwert von 100% könnte eine Aktie hier nur erhalten, wenn ihr Umsatz beziehungsweise ihr Gewinn von einem Quartal auf das andere jeweils exakt im gleichen Maße wächst. Mit Werten von 95% weist Hershey also schon eine sehr hohe Stabilität und ein sehr gleichmäßig verteiltes Wachstum auf.

Mit der Maximalpunktzahl von 15 Punkten im Fundamental-Check gilt Hershey als fundamental äußerst attraktive Aktie. Hershey überzeugt mit einer sehr hohen Rentabilität, einer fairen Bewertung und einem starken Wachstum. Für ein fundamental ausgerichtetes Depot ist die Aktie äußerst interessant.

6.3. Dividenden-Check

Der Dividenden-Check betrachtet zehn verschiedene Kennzahlen, um die Qualität als Dividendenaktie zu beurteilen. Die ersten sechs dieser Kennzahlen beziehen sich direkt auf Dividenden. Zwei weitere Kennzahlen betrachten das Wachstum des Unternehmens, denn ein solides Wachstum ist erforderlich, damit eine Aktie auch künftig eine gute Dividendenaktie ist. Außerdem werden noch zwei Kennzahlen zur Auswertung der historischen Kursentwicklung herangezogen.

Ergebnisse des Dividenden-Checks für Hershey
Ergebnisse des Dividenden-Checks für Hershey

Mit 9 von 10 Punkten im Dividenden-Check kann Hershey auch als Dividenden-Aktie überzeugen. Den zehnten Punkt verfehlt Hershey nur äußerst knapp, weil die Rendite über die letzten fünf Jahre minimal geringer ausfällt als die des S&P 500.

Mit einer aktuellen Dividendenrendite von 2,8% schüttet Hershey zwar keine Rekorddividende aus, das ist aber auch absolut nicht erforderlich. Bereits eine Dividendenrendite von knapp 3% kann sich absolut sehen lassen. Das Minimum der Dividendenrendite in den letzten fünf Jahren mit 1,5% ist ebenfalls akzeptabel.

Die Ausschüttungsquote von 49% entspricht dem Bestwert. Nach Möglichkeit sollte die Ausschüttungsquote zwischen 25% und 75% liegen. Hershey trifft hier exakt die Mitte. Auch das Kriterium von mindestens 9 Dividendenanhebungen in den letzten zehn Jahren erfüllt Hershey mit Leichtigkeit.

Beachtlich ist auch das hohe Dividendenwachstum. Über die letzten fünf Jahre stieg die gezahlte Dividende je Aktie um jährlich durchschnittlich 8,7%, über die letzten zehn Jahre waren es sogar 9,5%. Wie eben bereits beim Fundamental-Check besprochen, erreichen auch das Umsatz- und Gewinnwachstum mit 7,5% beziehungsweise 9,6% ebenfalls Spitzenwerte, die es bei Basiskonsumgüter-Aktien nur selten gibt.

Damit eine Aktie eine wirklich gute Dividenden-Aktie ist, sollte aber auch die Kursentwicklung stimmen. Mit einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 14% über die letzten fünf Jahre kann Hershey überzeugen. Da der S&P 500 ein kleines bisschen stärker war, lässt Hershey hier einen Punkt liegen. Dennoch ist die Rendite für eine defensive Basiskonsumgüter-Aktie sehr hoch. Auch der maximale Drawdown von -35% ist absolut im Rahmen und in etwa auf dem Niveau des Index.

Hershey überzeugt mit 9 von 10 Punkten im Dividenden-Check. Eine Dividendenrendite von fast 3% sowie ein hohes Dividendenwachstum und zahlreiche Dividendenerhöhungen machen aus Hershey eine sehr attraktive Aktie für eine Dividendenstrategie.

6.4. Dauerläufer-Check

Mit dem Dauerläufer-Check sollen Aktien aufgespürt werden, die bereits in der Vergangenheit eine gute Performance erzielt haben und dabei nur geringe Schwankungen verzeichnet haben. Gleichzeitig muss ein stabiles Umsatz- und Gewinnwachstum vorliegen. Es werden drei Trend-Kennzahlen, drei Risiko-Kennzahlen und vier Kennzahlen zur Beurteilung der Stärke und Stabilität des Wachstums betrachtet.

Ergebnisse des Dauerläufer-Checks für Hershey
Ergebnisse des Dauerläufer-Checks für Hershey

Im Dauerläufer-Check erzielt Hershey 8 von 10 Punkten. Bei der Rendite über die letzten zehn Jahre lässt die Aktie einen Punkt deutlich liegen. Während Hershey über die letzten zehn Jahre auf eine jährliche Rendite von 8,4% kommt, hat der S&P 500 eine Rendite von 12,6% erzielt. Auf absehbare Zeit wird Hershey diesen Rückstand nicht aufholen können, sodass 9 Punkte das Maximum darstellt. Über die letzten 20 Jahre konnte Hershey den Index dafür wiederum schlagen.

Auch bei der relativen Trendstärke überzeugt Hershey. Hierfür wird der Abstand der Aktie zu ihrem Durchschnitt der letzten 10 Jahre durch die Volatilität über 10 Jahre dividiert. Hershey kommt auf ein Verhältnis von 6,83 und damit nicht ganz auf das Niveau des S&P 500 von 9,8. Da die Volatilität einer Einzelaktie für gewöhnlich aber deutlich größer ausfällt als die des Index reicht bei der relativen Trendstärke das 0,6-fache des Index aber vollkommen aus. In diesem Fall liegt die Grenze bei der relativen Trendstärke also bei 5,88 – und da liegt Hershey deutlich drüber.

Die Volatilität über 20 Jahre liegt mit 20,1% leicht über der des S&P 500 (17,5%). Wie bereits erwähnt schwanken Einzelaktien aber stärker als ein Index. Hershey liegt hier klar innerhalb der Vorgabe, dass die Volatilität der Aktie maximal 10%-Punkte größer sein darf als die des Index. Der maximale Drawdown von -52% über 20 Jahre ist zwar nicht gering, aber immerhin kleiner als der des S&P 500, daher gibt es hier einen weiteren Punkt. Beeindruckend ist das äußerst niedrige Beta von nur 0,54. Dieses zeigt dir, dass Hershey deutlich weniger stark auf Marktschwankungen reagiert als andere Aktien.

Einen weiteren Punkt lässt Hershey beim Umsatzwachstum über die letzten zehn Jahre liegen. Mit 4,6% verfehlt Hershey die Vorgabe von 5% nur knapp. Beim Gewinnwachstum kann Hershey die Vorgabe mit 8,5% dafür locker erfüllen. Diese beiden Punkte wird Hershey aber die nächsten Jahre erst noch verteidigen müssen, da ja mit einem geringeren Wachstum gerechnet wird. Bei der Stabilität des Umsatz- und Gewinnwachstums kann Hershey überzeugen. Hier gibt es auch künftig wenig Zweifel daran, dass Hershey eine sehr stabile Entwicklung verzeichnen wird.

Mit 8 von 10 Punkten im Dauerläufer-Check ist Hershey auch eine gute Dauerläufer-Aktie. Für ein langfristig ausgelegtes Depot ist die Aktie sicherlich eine Alternative. Wichtig ist allerdings, dass die Aktie schnell wieder in die Erfolgsspur zurück findet, da Hershey sonst Punkte im Dauerläufer-Check verlieren könnte.

6.5. Zusammenfassung der Aktienkönig-Bewertungsmodelle

Übersicht über die Ergebnisse der 4 Aktienkönig-Bewertungsmodelle für Hershey
Übersicht über die Ergebnisse der 4 Aktienkönig-Bewertungsmodelle für Hershey

7. Fazit zu Hershey

Hershey ist einer der größten Produzenten von Süßwaren weltweit. Der Fokus von Hershey liegt auf der Produktion und dem Verkauf von Schokolade. Gegründet wurde Hershey bereits im Jahr 1894. Zu den bekanntesten Produkten gehören Hershey’s Milk Chocolate Bars, Hershey’s Kisses, Reese’s Peanut Butter Cups und Twizzlers. Den mit Abstand größten Umsatz erzielt Hershey in seinem Heimatmarkt, den USA.

Auf lange Sicht blickt Hershey auf eine starke Kursentwicklung zurück. Im letzten Jahr ist die Aktie allerdings klar unter Druck geraten. Grund dafür war aber auch, dass die Aktie von Hershey davor einfach zu heiß gelaufen ist. Inzwischen hat Hershey wieder ein attraktives Bewertungsniveau erreicht. Besonders überzeugen kann Hershey mit einer für eine Basiskonsumgüter-Aktie ungewöhnlich hohen Rentabilität sowie einem starken Umsatz- und Gewinnwachstum. Für die kommende Jahre wird allerdings eine Abschwächung dieser Wachstumsraten erwartet.

Der Blick auf die Charts hat gezeigt, dass sich aktuell erste Einstiegschancen ergeben. Wichtig ist, dass die laufende Bodenbildung erfolgreich verläuft. Auf dem Weg nach oben hat die Aktie allerdings ein paar Widerstände vor sich. Möchtest du in eine fundamental attraktiv bewertete Aktie investieren, bietet sich das aktuelle Kursniveau für einen Einstieg an. Anschließend gilt es die Aktie aber zu beobachten, ob der Turnaround tatsächlich gelingt und Hershey an die Erfolge der letzten Jahre und Jahrzehnte wieder anknüpfen kann.

In drei der vier Aktienkönig-Bewertungsmodelle kann Hershey überzeugen. Lediglich im Trend-Check rangiert die Aktie aktuell eher im Mittelfeld, was auf die schwache Kursentwicklung im letzten Jahr zurückzuführen ist. Im Fundamental-Check holt Hershey die Maximalpunktzahl. Bist du auf der Suche nach einem fundamental äußerst solide aufgestellten Unternehmen, ist Hershey auf jeden Fall einen genaueren Blick wert.

Aber auch im Dividenden-Check überzeugt Hershey mit 9 von 10 Punkten. Eine ansehnliche Dividendenrendite von fast 3% sowie ein hohes Dividendenwachstum und stetig steigende Dividenden machen Hershey zu einer starken Dividenden-Aktie. Auch im Dauerläufer-Check schneidet Hershey mit 8 von 10 Punkten gut ab. Damit eignet sich die Aktie also auch für ein äußerst langfristig ausgelegtes Investment. Wie gesagt wird sich die nächsten Monate aber zeigen müssen, ob sich die Aktie von Hershey stabilisiert, ihren mittelfristigen Abwärtstrend drehen kann und weiterhin ein moderates Wachstum verzeichnet.

Haftungsausschluss

Alle in diesem Beitrag dargestellten Informationen dienen ausschließlich der Information und stellen keine Anlageberatung oder Finanzanalyse im Sinne des WpHG dar. Es werden keine Empfehlungen bezüglichen einzelner Wertpapiere abgegeben. Insbesondere die Vorstellung einzelner Aktien spiegelt die persönliche Meinung des Verfassers wider und ist keinesfalls als Aufforderung zum Kauf oder Verkauf zu interpretieren. Auch alle weiteren Informationen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Wertpapiere. Jeder Anleger, der die zur Verfügung gestellten Informationen nutzt, handelt selbstbestimmt und trägt somit die Verantwortung für sein Handeln und die daraus resultierenden Gewinne oder Verluste. Jedes Investment in Aktien ist mit Risiken behaften, die auch zu einem Totalverlust führen können.

Es besteht die Möglichkeit, dass in diesem Beitrag erwähnten Wertpapiere gleichzeitig im Besitz des Verfassers sind. Dadurch entstehende Interessenkonflikte können nicht ausgeschlossen werden. Alle Informationen wurden sorgfältig recherchiert. Eine Garantie oder Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der zur Verfügung gestellten Informationen und Daten kann jedoch nicht übernommen werden.

Weitere Informationen hierzu findest du unter: https://aktienkoenig.de/haftungsausschluss/