Ziel dieses Artikels - Deutsche Börse Aktie Analyse
In diesem Artikel erhältst du eine umfassende Analyse der Deutsche Börse-Aktie. Mit dieser Deutsche Börse-Aktienanalyse kläre ich die Frage, ob die Aktie der Deutschen Börse aktuell kaufenswert ist. Zunächst gebe ich dir einen Überblick über das Unternehmen und sein Geschäftsmodell. Im Anschluss werde ich mithilfe der Chartanalyse aufzeigen, welche Kursniveaus derzeit besonders relevant sind. Danach folgt eine detaillierte fundamentale Bewertung, um zu ermitteln, ob die Deutsche Börse-Aktie als Investment attraktiv ist. Abschließend werde ich mit den Aktienkönig-Bewertungsmodellen prüfen, ob die Deutsche Börse zu deinem Investmentstil passt.
Viel Spaß beim Lesen!
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1. Schnellüberblick: Deutsche Börse Aktie Analyse
Die Deutsche Börse ist einer der weltweit größten Börsenplatzbetreiber. Neben dem größten Börsenhandelsplatz Xetra betreibt die Deutsche Börse noch einige weitere Handelsplätze. Ergänzend zum Handel von Wertpapieren bietet die Deutsche Börse noch weitere angeschlossene Dienstleistungen wie das Clearing und Settlement an. Außerdem ist das Unternehmen auch im Bereich der Marktdaten und Indexlösungen aktiv. Nach den vier Aktienkönig-Bewertungsmodellen schneidet die Deutsche Börse gut ab. In einem der Modelle erzielt die Deutsche Börse sogar die Höchstpunktzahl. Die ausführlichen Bewertungen stelle ich dir später im Verlauf dieser Aktienanalyse vor.
| ISIN | WKN | DE0005810055 | 581005 |
| Sektor | Finanzen |
| Industrie | Kapitalmärkte |
| Marktkapitalisierung | 39.729 Mio. EUR |
| Dividendenrendite | 1,8% |
| KGV | 21,4 |
| KUV | 6,0 |
| Rendite 5 Jahre (p.a.) | 8,4% (nur Kurs) |
| Rendite 5 Jahre (p.a.) | 10,9% (mit Dividenden) |
| Rendite 10 Jahre (p.a.) | 15,0% (nur Kurs) |
| Rendite 10 Jahre (p.a.) | 17,8% (mit Dividenden) |
2. Kurzvorstellung - Deutsche Börse Aktie Analyse
2.1. Was macht die Deutsche Börse?
Die Deutsche Börse ist einer der weltweit größten Börsenplatzbetreiber und bietet die Infrastruktur und Dienstleistungen an, die für den Handel von Wertpapieren erforderlich sind. Das Unternehmen betreibt verschiedene Börsenplätze, allen voran den elektronischen Handelsplatz Xetra sowie die Frankfurter Wertpapierbörse, die Terminbörse Eurex sowie den Direkthandelsplatz Tradegate. Die Deutsche Börse AG wurde im Jahr 1992 aus der gerade einmal zwei Jahre zuvor gegründeten Frankfurter Wertpapierbörse AG heraus gegründet. Heute arbeiten für den Konzern rund 11.000 Mitarbeiter.
Der mit Abstand wichtigste Börsenhandelsplatz der Deutschen Börse ist die elektronische Handelsplattform Xetra. Den elektronischen Wertpapierhandel über Xetra hat die Deutsche Börse im Jahr 1997 eingeführt und somit den Wertpapierhandel in Deutschland revolutioniert. Mit dem Börsenhandelsplatz Xetra führt die Deutsche Börse einen der wichtigsten Handelsplätze in Europa. Inzwischen laufen über 90% des gesamten Aktienhandels an allen deutschen Börsen über Xetra.
Über die Frankfurter Wertpapierbörse (das ist der Börsenplatz, den du bei Übertragungen von der Börse Frankfurt im Fernsehen siehst) läuft meist nur noch der Handel von weniger liquiden Wertpapieren über professionelle Händler, für die der elektronische Handel weniger gut funktioniert. Mit der Direkthandelsbörse Tradegate bietet die Deutsche Börse auch einen Handelsplatz, der sich gezielt an Privatanleger richtet. Hier findet der Handel über sogenannte Market-Maker statt, die auch ohne eine andere Gegenpartei stets Kurse für den Handel bereitstellen. Schließlich betreibt die Deutsche Börse mit dem Handelsplatz Eurex noch einen der wichtigsten Handelsplätze in Europa für den Handel von Derivaten wie Optionen und Futures.
Neben den Börsenhandelsplätzen und dem Handel von Aktien und zahlreichen weiteren Arten von Wertpapieren bietet die Deutsche Börse aber noch weitere Dienstleistungen. Hierzu gehört vor allem das Clearing, die Abwicklung sowie das Settlement. Hierbei handelt es sich um weitere Schritte bei der Abwicklung von Wertpapiergeschäften, die nach dem Kauf beziehungsweise Verkauf erfolgen müssen. Dieses Segment bedient die Deutsche Börse mit Clearstream. Clearstream ist eine der weltweit führenden Plattformen für die Abwicklung und Verwahrung von Wertpapieren und spielt eine zentrale Rolle bei der Abwicklung von Wertpapiertransaktionen.
Darüber hinaus ist die Deutsche Börse auch stark im Geschäft mit Daten aktiv. Hierbei geht es vor allem um die Bereitstellung von Daten zu Indizes sowie Kursdaten für Wertpapiere. Gerade unter professionellen Investoren ist eine hohe Datenqualität von enormer Wichtigkeit. Hier bietet die Deutsche Börse entsprechende Datenpakete an.
Die letzten großen Übernahmen der Deutschen Börse waren im Jahr 2019 die Übernahme von Axioma und damit einhergehend die Gründung von Qontigo. Mit der Plattform Qontigo bietet die Deutsche Börse umfassende Risikomanagement- und Indexlösungen. Zu den Indexprodukten von Qontigo gehören unter anderem die STOXX- und DAX-Familie. Im Jahr 2021 hat sich die Deutsche Börse auch im Bereich der Kryptowährungen etabliert mit einer Mehrheitsbeteiligung an der Crypto Finance AG.
In den letzten Jahren lag auch ein starker Fokus auf dem Cloud Computing und Künstlicher Intelligenz, um so den Handelsprozess noch effizienter zu gestalten und innovative Lösungen im Risikomanagement und der Marktdatenanalyse anzubieten. Vor allem das Segment der Marktdaten und die daraus erzielbaren Umsätze hat die Deutsche Börse als wichtiges Wachstumsfeld für sich entdeckt.
2.2. Brancheneinordnung nach GICS
Die Brancheneinordnung wird nach dem Global Industry Classification Standard (GICS) vorgenommen. Die Deutsche Börse gehört dem Sektor Finanzen an. Innerhalb dieses Sektors ist die Deutsche Börse der Industriegruppe „Finanzdienstleistungen“ zuzuordnen. Innerhalb dieser Industriegruppe gehört die Deutsche Börse der Industrie „Kapitalmärkte“ an. Die folgende Grafik zeigt dir noch einmal die Einordnung der Deutschen Börse nach dem GICS-Schema.
Der Sektor Finanzen ist den zyklischen Sektoren zuzuordnen. Aktien aus zyklischen Sektoren reagieren für gewöhnlich stärker auf die aktuelle wirtschaftliche Lage als Aktien aus defensiven Sektoren. Gerade der Sektor Finanzwesen ist hier noch einmal besonders von der aktuellen Marktlage und auch dem vorherrschenden Zinsumfeld betroffen. Wenngleich letzteres Banken stärker betrifft als Dienstleister im Finanzsektor, wo die Deutsche Börse zuzuordnen ist.
Gemessen an der weltweiten Marktkapitalisierung ist der Sektor Finanzwesen nach dem Sektor der Technologieaktie der zweitgrößte Sektor. Aus Deutschland zählen zu den größten Unternehmen im Finanzsektor die Allianz, gefolgt von der Münchener Rück und der Deutschen Börse. Die größten Finanzunternehmen aus den USA sind Berkshire Hathaway, JPMorgan Chase, Visa und Mastercard. Betrachten wir die Industrie der Kapitalmärkte sind Blackstone, Morgan Stanley und S&P Global die weltweit größten Unternehmen. Aus Europa sind hier die UBS Group und die London Stock Exchange zu nennen.
2.4. Geschäftsbereiche von der Deutschen Börse
Die einzelnen Segmente der Deutschen Börse teilen sich wie folgt auf:
- Dienstleistungen im Handel: In diesem Segment beschäftigt sich die Deutsche Börse mit der Ausführung des Handels unterschiedlichster Wertpapiere. Der Großteil des Handels läuft über den elektronischen Handelsplatz Xetra.
- Clearing, Abwicklung, Lieferung und Verwahrung: Über das Segment Clearstream übernimmt die Deutsche Börse alle Aufgaben, die dem Handel von Wertpapieren angeschlossen sind.
- Publikation von Indizes und Markdaten: In diesem Segment vermarktet die Deutsche Börse ihre Indexlösungen und diverse Marktdaten (insbesondere Kursdaten zu Wertpapieren).
Auf die beiden Segmente Dienstleistungen im Handel sowie Clearing und Abwicklung entfallen jeweils etwa gleichgroße Umsatzanteile von 43% beziehungsweise 40%. Das Segment der Distribution von Daten kommt aktuell auf einen Umsatzanteil von 17%.
Geographisch betrachtet erzielt die Deutsche Börse nur gut 20% ihrer Umsätze in Deutschland beziehungsweise im Handel mit deutschen Kunden. Auf Großbritannien entfallen weitere 18% der Umsätze und weitere 43% erwirtschaftet die Deutsche Börse im Rest von Europa. In den USA erzielt das Unternehmen einen Umsatzanteil von etwa 13%.
2.5. Marktkapitalisierung & Aktionärsstruktur
Die Deutsche Börse kommt aktuell auf eine Marktkapitalisierung von etwa 40 Milliarden Euro. Aus dem DAX gehört die Deutsche Börse damit noch zur größeren Hälfte der 40 im DAX enthaltenen Aktien. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 40 Milliarden Euro gehört die Deutsche Börse zu den Large Caps. Verglichen mit einigen großen US-Unternehmen mag eine Marktkapitalisierung von 40 Milliarden Euro zwar wenig sein, mit Blick auf den deutschen Aktienmarkt gehört die Aktie der Deutschen Börse aber klar zu den größten und bedeutsamsten Aktien.
Aktuell befindet sich von der Deutschen Börse rund 185 Millionen Aktien im Umlauf. Diese befinden sich auch nahezu ausschließlich im Streubesitz. Bei der Deutschen Börse gibt es keine großen strategischen Investoren, die ihren Anteil halten, um aktiv Einfluss auf die Unternehmensführung nehmen zu können. Zu den größten Einzelaktionären der Deutschen Börse gehören große Kapitalverwaltungsgesellschaften BlackRock (6,6%), MFS Investment Management (5,0%) und Flossbach von Storch (3,7%).
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3. Historische Kursentwicklung von der Deutschen Börse
3.1. Chartanalyse für die Deutsche Börse Aktie
Das Ziel der Chartanalyse in diesen Abschnitt ist es, zunächst anhand der Analyse des langfristigen Charts herauszufinden, ob es einen langfristigen Aufwärtstrend gibt, und wo sich die Aktie in Relation zu diesem Trend aktuell befindet. Anschließend ermöglicht die Analyse des Charts der letzten 3-5 Jahre die Ableitung des aktuell herrschenden Trends sowie die Bestimmung besonders wichtiger Kursmarken, anhand derer sich letztlich Handelsentscheidungen ableiten lassen.
Im Chart über die letzten 20 Jahre wird klar ersichtlich, dass die Aktie der Deutschen Börse vor allem während und nach der Finanzkrise massiv unter Druck geraten ist. Natürlich ist es unwahrscheinlich, dass wir ein derartiges Event wieder erleben, dennoch musst du berücksichtigen, dass gerade Aktien von Börsenplatzbetreibern wie der Deutschen Börse überdurchschnittlich stark unter Druck geraten, wenn es im Finanzsystem Probleme gibt.
Seit 2012 befindet sich die Aktie der Deutschen Bank aber in deutlich ruhigerem Fahrwasser. Die Aktie verzeichnet inzwischen seit mehr als zehn Jahren einen stabilen Aufwärtstrend. Natürlich kommt es kurzfristig auch hier immer mal zu Kursschwankungen. Zuletzt hat der Aufwärtstrend allerdings etwas an Schwung verloren, sodass die Aktie längere Zeit nur noch in der unteren Hälfte dieses Kanals notiert hat. Sollte die Deutsche Börse aus ihrem langfristigen Trendkanal nach unten ausbrechen, ist das Niveau von rund 150 Euro (grün markiert) die wichtigste Unterstützung. Hier hat die Deutsche Börse nach einer Korrektur in den letzten Jahren immer wieder nach oben gedreht.
Im Chart über die letzten vier Jahre lässt sich neben dem langfristigen Aufwärtstrendkanal (blau) noch ein weiterer mittelfristiger Aufwärtstrendkanal (gelb) ausfindig machen. Dieser weist eine geringere Dynamik auf, dafür haben sich die jeweiligen Begrenzungslinien in den letzten drei Jahren umso öfter als äußerst verlässlich herausgestellt. Aktuell notiert die Aktie der Deutschen Börse zwar bereits in der Nähe der oberen Begrenzung des mittelfristigen Trendkanals, das bedeutet aber nicht, dass das Potenzial hier zwangsläufig begrenzt ist. Schließlich ergibt sich mit Blick auf den langfristigen Trendkanal noch weiteres Potenzial.
Eine enorm hohe Bedeutung hat für die Aktie der Deutschen Börse aktuell das Niveau von rund 175 bis 180 Euro. Hier treffen zurzeit gleich drei Unterstützungen aufeinander. Zum einen befindet sich hier die untere Begrenzung des mittelfristigen und des langfristigen Aufwärtstrendkanals, zum anderen hat die Aktie hier ihre beiden letzten Korrekturen in diesem Jahr gestoppt. Spätestens auf diesem Kursniveau ist die Aktie für einen Kauf also besonders attraktiv.
Kurzfristig bildet das Niveau von 195 Euro (orange) die erste wichtige Anlaufzone im Falle einer Korrektur. Hierbei handelt es sich um das vorherige Allzeithoch, welches die Aktie im August dieses Jahr äußerst dynamisch überwinden konnte. Bereits ein Rückgang auf dieses Kursniveau bietet eine attraktive Kaufgelegenheit.
Die Aktie der Deutschen Börse befindet sich seit 2012 in einem stabilen Aufwärtstrendkanal. Die letzten Jahre hat die Dynamik allerdings etwas nachgelassen, wobei sich ein flacherer mittelfristiger Trendkanal etabliert hat. Die wichtigste Unterstützung für die Aktie ist der Bereich zwischen 175 und 180 Euro. Hier ist die Aktie besonders attraktiv für einen Kauf. Aber bereits eine kleine Korrektur auf das ehemalige Allzeithoch von rund 195 Euro bietet sich für einen Kauf an.
3.2. Aktie vs. Index & Sektor
Um beurteilen zu können, wie stark sich eine Aktie die letzten Jahre entwickelt hat, müssen wir die Performance mit dem Index vergleichen. Darüber hinaus ist auch ein Vergleich mit dem Sektor-Index sehr wertvoll. Der folgende Chart zeigt dir die Entwicklung der Aktie der Deutschen Börse im Vergleich zum Stoxx600 sowie dem Stoxx600 Financials-Index. Der Stoxx600 Financials-Index ist der Branchenindex des Stoxx600 für den Sektor Finanzwesen.
Über die letzten zehn Jahre war die Aktie der Deutschen Börse in der Lage eine deutliche Outperformance zum Gesamtmarkt aufzubauen. Auf Sicht der letzten zehn Jahre hat die Deutsche Börse eine Kurssteigerung von +302% vollzogen, während der Stoxx600 nur auf eine Rendite von +56% kommt. Dass sich Finanzwerte die letzten Jahre aber nicht schlecht geschlagen haben, zeigt die Entwicklung des Stoxx600 Financials-Index, welcher einen Gewinn von +140% verzeichnen konnte.
Wir sehen hier aber auch, dass die Aktie der Deutschen Börse die Outperformance insbesondere zum Branchenindex nicht gleichmäßig aufbauen konnte. Speziell in den Jahren 2020 und 2021 hat sich die Aktie eher unterdurchschnittlich entwickelt. Dafür konnte vor allem im Folgejahr (2022) eine deutlich bessere Performance erzielt werden. Entscheidend ist hier aber, dass die Deutsche Börse langfristig betrachtet den Gesamtmarkt hinter sich lässt.
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Haftungsausschluss
Alle in diesem Beitrag dargestellten Informationen dienen ausschließlich der Information und stellen keine Anlageberatung oder Finanzanalyse im Sinne des WpHG dar. Es werden keine Empfehlungen bezüglichen einzelner Wertpapiere abgegeben. Insbesondere die Vorstellung einzelner Aktien spiegelt die persönliche Meinung des Verfassers wider und ist keinesfalls als Aufforderung zum Kauf oder Verkauf zu interpretieren. Auch alle weiteren Informationen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Wertpapiere. Jeder Anleger, der die zur Verfügung gestellten Informationen nutzt, handelt selbstbestimmt und trägt somit die Verantwortung für sein Handeln und die daraus resultierenden Gewinne oder Verluste. Jedes Investment in Aktien ist mit Risiken behaften, die auch zu einem Totalverlust führen können.
Es besteht die Möglichkeit, dass in diesem Beitrag erwähnten Wertpapiere gleichzeitig im Besitz des Verfassers sind. Dadurch entstehende Interessenkonflikte können nicht ausgeschlossen werden. Alle Informationen wurden sorgfältig recherchiert. Eine Garantie oder Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der zur Verfügung gestellten Informationen und Daten kann jedoch nicht übernommen werden.
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