Ziel dieses Aktien-Schnell-Checks
Im Aktien-Schnell-Check stelle ich dir für fünf Aktien kurz gehaltene Aktienanalysen vor. Jede Aktie wird zunächst auf Basis meiner vier Aktienkönig-Bewertungsmodelle analysiert, anschließend folgt eine Chartanalyse. Außerdem erhältst du eine Einschätzung zum Drawdown, der Bewertung auf Basis des KGVs sowie eine Analyse der Dividendenentwicklung. Ziel ist, dass du für jede der fünf Aktien genau weißt, ob es sich lohnt in diese zu investieren und für welche Art von Investor die Aktie geeignet ist.
Viel Spaß beim Lesen!
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Aktie 1: Visa
| ISIN | WKN | US92826C8394 | A0NC7B |
| Marktkapitalisierung | 674.975 Mio. USD |
| Land | USA |
| Sektor | Finanzen |
| Industrie | Sonstige Finanzdienstleistungen |
| Performance | Kursveränderung | mit Dividenden |
|---|---|---|
| Letzte 5 Jahre (p.a.) | 9,6% | 10,5% |
| Letzte 10 Jahre (p.a.) | 15,9% | 16,7% |
| Letzte 20 Jahre (p.a.) | --- | --- |
Visa ist einer der weltweit größten Anbieter für digitale Zahlungstechnologien. Das Unternehmen betreibt ein globales Zahlungsnetzwerk, über das Zahlungen zwischen Karteninhabern, Banken und Händlern abgewickelt werden. Visa gibt dabei selbst keine Kredite aus, sondern verdient vor allem an Gebühren für die Verarbeitung von Transaktionen, grenzüberschreitende Zahlungen und weitere Zahlungsdienstleistungen.
Aktienkönig Punktemodelle für Visa
| Trend-Check: 4 / 8 | Fundamental-Check: 9 / 10 |
| Dividenden-Check: 5 / 10 | Dauerläufer-Check: 8 / 10 |
Visa erzielt im Fundamental-Check sehr gute 9 von 10 Punkten. Bis vor Kurzem hatte Visa noch die Höchstpunktzahl erreicht, da das KGV nach der starken Entwicklung in den letzten Wochen nun aber auf 31 gestiegen ist, wird die Vorgabe der maximal 1,2-fachen Bewertung zum S&P 500 (KGV von 25) knapp nicht mehr erfüllt. Bei den weiteren Kriterien erzielt Visa aber Spitzenwerte. Die Gesamtkapitalrendite liegt bei 19%, die Nettomarge beläuft sich auf 51%. Hohe Werte bei den Margen sind aber natürlich auch Ergebnis des Geschäftsmodells. Auch die Wachstumsraten können überzeugen. Über die letzten fünf Jahre sind Umsatz und Gewinn um jeweils +13% pro Jahr gestiegen. Das Gewinnwachstum über die letzten drei Jahre fällt mit +10% pro Jahr zwar etwas geringer aus, zeigt aber nach wie vor, dass über verschiedene Zeiträume ein solides Wachstum vorhanden ist.
Auch im Dauerläufer-Check kommt Visa mit 8 Punkten auf ein gutes Ergebnis. Einen Punkt kann die Aktie aufgrund der Kurshistorie (noch keine 20 Jahre) hier allerdings nicht erzielen. Besonders attraktiv macht Visa hier ein Umsatzwachstum von +11% sowie Gewinnwachstum von +12% pro Jahr über die letzten zehn Jahre. Die Stabilitätsraten liegen jeweils bei beeindruckenden 98%.
Fundamental-Check für Visa
Chartanalyse für Visa
Die Aktie von Visa blickt seit ihrem Börsengang im Jahr 2008 auf einen starken Aufwärtstrend zurück. Dieser wird allerdings immer mal wieder durch Seitwärtsphasen unterbrochen. Die letzte Seitwärtsphase hat die Aktie von Visa von Ende 2024 bis Anfang 2026 durchlaufen. Dabei hat die Aktie auch ihre seit Ende 2022 bestehende Aufwärtstrendlinie (hellblau) unterschritten. Speziell die letzten Monate hat der Aufwärtstrend aber wieder an Schwung gewonnen. Visa notiert nun wieder in der Nähe der angesprochenen Trendlinie, diese hat inzwischen aber an Relevanz verloren, bleibt zur Orientierung aber eingezeichnet.
Die untere Begrenzung der vorherigen Seitwärtsbewegung bei 290 bis 300 USD (untere grüne Markierung) stellt langfristig betrachtet die wichtigste Unterstützung für die Aktie dar. Die erste Unterstützung findet die Aktie von Visa nun bei der oberen grünen Markierung zwischen 350 und 360 USD. Diese ergibt sich aus den Hochs aus dem zweiten Halbjahr 2025. Die letzten Wochen konnte sich Visa erfolgreich über diesem Niveau etablieren.
Aktuell hat die Aktie von Visa keine Widerstände vor sich. Der jüngste Rücksetzer auf den ersten Support bei 360 USD oder auch eine mögliche Ausweitung darunter auf das Niveau von 335 USD (lila) wären für die aktuell laufende Dynamik absolut. Eher bietet sich dann die Möglichkeit die Aktie von Visa wieder etwas günstiger einzusammeln.
Drawdown-Analyse für Visa
Die Aktie von Visa ging erst im Jahr 2008 an die Börse, die Betrachtung des Drawdowns startet hier Anfang 2009. Seitdem zeigt sich, dass die Aktie nur 2010 / 2011 einen größeren Drawdown verzeichnet hat als der S&P 500. Abgesehen davon glänzt Visa mit einer hohen Stabilität. Die Drawdowns liegen größtenteils auf dem Niveau des Gesamtmarktes und das, obwohl Visa langfristig betrachtet eine höhere jährliche Rendite erzielt hat. Visa vereint damit eine hohe Rendite bei einer gleichzeitig stabilen Kursentwicklung mit überschaubaren Risiken.
Historische Bewertung nach dem KGV für Visa
Ein KGV von aktuell 31 hört sich zunächst nach einem hohen Bewertungsniveau an. Für Visa handelt es sich dabei aber um ein moderates Niveau. Das durchschnittliche KGV der letzten zehn Jahre liegt bei 36. Seit 2023 schwankt das KGV größtenteils zwischen 28 und 37. Die letzten zehn Jahre lag das KGV nur selten unter 30. Das zeigt, dass Bewertungen im Bereich eines 30er-KGVs für Visa ganz normal sind. Das aktuelle Bewertungsniveau ist also keinesfalls teuer.
Analyse der Dividende von Visa
Auf den ersten Blick sieht das Dividendenwachstum bei Visa mit einer jährlichen Steigerung von +17% über die letzten zehn Jahre beeindruckend aus. Allerdings liegt die durchschnittliche Ausschüttungsquote über drei Jahre auch nur bei 21%. In den letzten zehn Jahren lag die Dividendenrendite kein einziges Mal über 1%. Bei derart geringen Ausschüttungen sind hohe Steigerungen auch keine Kunst. Für eine Dividendenstrategie ist die Dividendenrendite bei Visa zu gering.
Fazit zu Visa
Visa ist mit 9 von 10 Punkten im Fundamental-Check eine fundamental sehr attraktive Aktie. Abgerundet wird die Bewertung durch ebenfalls sehr gute 8 von 10 Punkte im Dauerläufer-Check. Hier verpasst Visa lediglich aufgrund der zu kurzen Kurshistorie einen Punkt. Die Aktie von Visa ist aktuell Bestandteil des Fundamental-Depots. Der langfristige Aufwärtstrend ist nach der Seitwärtsphase in 2025 nun wieder intakt. Die aktuelle Bewertung mit einem KGV von 31 ist historisch betrachtet nach wie vor nicht teuer. Spätestens bei kleinen Rücksetzern an die ersten Unterstützungen ist Visa ein äußerst attraktiver Kaufkandidat.
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Aktie 2: RWE
| ISIN | WKN | DE0007037129 | 703712 |
| Marktkapitalisierung | 46.690 Mio. EUR |
| Land | Deutschland |
| Sektor | Versorger |
| Industrie | Unabhängige Stromversorger & erneuerbare Energien |
| Performance | Kursveränderung | mit Dividenden |
|---|---|---|
| Letzte 5 Jahre (p.a.) | 13,3% | 16,2% |
| Letzte 10 Jahre (p.a.) | 15,4% | 18,2% |
| Letzte 20 Jahre (p.a.) | -0,5% | 3,3% |
RWE gehört zu den größten Energieunternehmen Deutschlands und ist international in der Stromerzeugung tätig. Der Konzern hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend von Kohle und Kernenergie hin zu erneuerbaren Energien entwickelt und investiert insbesondere in Wind- und Solarenergie sowie Batteriespeicher. Daneben betreibt RWE flexible Gas- und weitere Kraftwerke und ist über RWE Supply & Trading im internationalen Energiehandel aktiv.
Aktienkönig Punktemodelle für RWE
| Trend-Check: 6 / 8 | Fundamental-Check: 8 / 10 |
| Dividenden-Check: 7 / 10 | Dauerläufer-Check: 4 / 10 |
Die Aktie von RWE erzielt im Fundamental-Check gute 8 von 10 Punkten. Überzeugend ist hier eine hohe Nettomarge von 20%, ein günstiges KGV von 13 sowie ein Gewinnwachstum von +24% pro Jahr über die letzten fünf Jahre. Dieses ist allerdings auch auf eine niedrige Basis von vor fünf Jahren zurückzuführen. Über die letzten drei Jahre fällt das Gewinnwachstum mit +5% deutlich moderater aus. Punkte verliert RWE hier aufgrund zu geringer Rentabilitäten. Die Gesamtkapitalrendite liegt mit 3,5% unter der Vorgabe von 5%.
Im Dividenden-Check reicht es mit 7 Punkten zu einem soliden Ergebnis. Hier wird ein Punkt bei der Dividendenrendite knapp verpasst. Diese liegt aktuell exakt bei 2,0%, aber nicht darüber. Hier kann RWE auch schnell wieder 8 Punkte erreichen. Allerdings ist die Ausschüttungsquote über die letzten drei Jahre mit 27% eher gering. Dafür liegt über die letzten fünf Jahre ein attraktives Dividendenwachstum von +8% pro Jahr vor. Mit der starken Entwicklung in den letzten Monaten kann RWE auch im Trend-Check eine gute Bewertung erzielen. Über das letzte Jahr kann RWE mit einer Rendite von +74% überzeugen (DAX +7%). Über drei Jahre fällt die Outperformance mit +80% vs. +63% allerdings nicht hoch genug aus. Der maximale Drawdown über fünf Jahre liegt mit -32% im Rahmen.
Fundamental-Check für RWE
Chartanalyse für RWE
Zwischen 2017 und 2022 hat sich die Aktie von RWE sehr zuverlässig in einem Aufwärtstrendkanal bewegt, dessen Ende hier im Chart noch zu erkennen ist. Anschließend gab es eine längere Seitwärtsbewegung, die bis Ende 2024 in eine Abwärtsbewegung gedreht ist. Erst seit Anfang 2025 läuft es bei der Aktie von RWE wieder rund. Entscheidend war im Herbst 2025, dass RWE den Widerstand im Bereich von 43 Euro überwinden konnte (grün markiert). Hier findet die Aktie nun eine sehr wichtige Unterstützung.
Seit Anfang 2025 liegt ein sehr starker Aufwärtstrend vor, welcher durch die orangefarbene Trendlinie zum Ausdruck kommt. Die Berührungspunkte sind hier aber bislang überschaubar, sodass diese eher der Orientierung dient. Kurzfristig bieten die letzten Tiefs bei 54 Euro (lila) einen ersten Support. Darunter findet sich die nächste Unterstützung dann allerdings erst beim angesprochenen grün markierten Bereich bei rund 43 Euro. Das bedeutet nicht, dass RWE bei Kursen unterhalb von 54 Euro bis dahin fallen muss, ein neuer Support müsste sich dann aber erst ausbilden.
Aktuell findet die Aktie von RWE bei 59 bis 61 Euro (rot markiert) einen kleinen Widerstand. Dieser ergibt sich durch das Hoch von Ende April dieses Jahr. Bislang ist dieser Widerstand als klein einzustufen. Ein Anstieg darüber wäre die Bestätigung des laufenden Aufwärtstrends. Attraktiver für einen Einstieg wäre aber eine Korrektur auf den ersten Support bei 54 Euro.
Drawdown-Analyse für RWE
Speziell bis Ende 2015 war die Aktie von RWE eine Problemaktie. Über Jahre befand sich die Aktie in einem Abwärtstrend und hat allein zwischen 2008 und Ende 2015 einen Kurseinbruch und somit auch maximalen Drawdown von fast -90% verzeichnet. Positiv zu werten ist aber, dass seitdem eine Erholung läuft. Die schwierige Vergangenheit hat RWE hinter sich gelassen. Seit 2016 ist deutlich mehr Stabilität zu erkennen, auch wenn der Rücksetzer 2024 hier einen kleinen Makel darstellt. Als Problemaktie oder risikoreiches Investment ist RWE inzwischen aber nicht mehr zu betrachten.
Historische Bewertung nach dem KGV für RWE
Die Zeit zwischen 2014 und 2020 war bei RWE von Verlusten geprägt. Nur in einzelnen Fällen hat es das Unternehmen in die Gewinnzone geschafft, sodass zwischenzeitlich kein KGV ermittelt werden konnte. Damit ist das KGV im langfristigen Vergleich schwer zu interpretieren. Ein paar Monate von Ende 2022 / Anfang 2023 wurden ausgelassen, da der Chart sonst verzerrt wäre. Aktuell liegt das KGV von RWE bei 13 und damit in etwa auf dem Niveau des Durchschnitts der letzten zehn und 20 Jahre. Auch absolut betrachtet handelt es sich dabei keinesfalls um eine hohe Bewertung.
Analyse der Dividende von RWE
Seit 2018 überzeugt RWE mit einem stabilen Dividendenwachstum. Über die letzten fünf Jahre wurde die Dividende um jährlich gut +8% erhöht. Aktuell liegt die Dividende je Aktie aber nur knapp über dem Niveau von vor zehn Jahren. Ein längerer Dividenden-Chart würde hier auch zeigen, dass RWE seine Dividende vor der kompletten Streichung 2016 bereits über mehrere Jahre gekürzt hat. RWE ist mit dem Dividendenwachstum der letzten Jahre hier wieder auf einem guten Weg, bevor die Aktie eine gute Dividendenaktie wird, müssen hier aber noch ein paar Steigerungen verzeichnet werden. Außerdem fällt die Dividendenrendite mit 2% zu gering aus und auch die geringe Ausschüttungsquote von nur knapp über 25% zeigt, dass Dividenden hier aktuell noch nicht im Fokus stehen.
Fazit zu RWE
In der weiter zurückliegenden Vergangenheit hatte RWE mit großen Problemen zu kämpfen. Seit 2016 zeigt sich die Aktie aber wieder deutlich stabiler. Die letzten zehn Jahre gab es auch keine derart großen Drawdowns mehr wie die Jahre zuvor. Den Ruf der Problemaktie hat RWE damit abgelegt. Die Bewertung nach dem KGV ist fair, das aktuelle Kursniveau ermöglicht einen Einstieg. Langfristig muss der Aktie aber bis zur Unterstützung von 43 Euro Raum gegeben werden.
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