Ziel dieses Aktien-Schnell-Checks
Im Aktien-Schnell-Check stelle ich dir für fünf Aktien kurz gehaltene Aktienanalysen vor. Jede Aktie wird zunächst auf Basis meiner vier Aktienkönig-Bewertungsmodelle analysiert, anschließend folgt eine Chartanalyse. Außerdem erhältst du eine Einschätzung zum Drawdown, der Bewertung auf Basis des KGVs sowie eine Analyse der Dividendenentwicklung. Ziel ist, dass du für jede der fünf Aktien genau weißt, ob es sich lohnt in diese zu investieren und für welche Art von Investor die Aktie geeignet ist.
Viel Spaß beim Lesen!
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Aktie 1: Texas Instruments
| ISIN | WKN | US8825081040 | 852654 |
| Marktkapitalisierung | 145.616 Mio. USD |
| Land | USA |
| Sektor | Technologie |
| Industrie | Halbleiter & Halbleiterausrüstung |
| Performance | Kursveränderung | mit Dividenden |
|---|---|---|
| Letzte 5 Jahre (p.a.) | 1,9% | 4,6% |
| Letzte 10 Jahre (p.a.) | 11,0% | 14,0% |
| Letzte 20 Jahre (p.a.) | 9,1% | 11,7% |
Texas Instrument gehört zu den weltweit größten Chipproduzenten. Fokus des Unternehmens liegt in den Bereichen digitale Prozessoren und analoge Technologien. Das Produktportfolio besteht aus mehreren zehntausend unterschiedlichen Halbleiterprodukten. Im Bereich analoge Technologie bedient das Unternehmen die Automobilindustrie, diverse Industriebetriebe sowie die Kommunikationsbranche. Im Bereich digitaler Prozessoren fertigt Texas Instruments IT Mikrocontroller und Prozessoren, die als zentrale Steuerungseinheiten in einer Vielzahl von Elektronikprodukten dienen.
Aktienkönig Punktemodelle für Texas Instruments
| Trend-Check: 0 / 8 | Fundamental-Check: 7 / 10 |
| Dividenden-Check: 6 / 10 | Dauerläufer-Check: 5 / 10 |
Unter den Aktienkönig-Bewertungsmodellen kann Texas Instruments im Fundamental-Check mit 7 von 10 Punkten noch am besten abschneiden. Für einen Kauf reicht diese Bewertung allerdings nicht aus. Auf Sicht der letzten fünf Jahre sind die Gewinne rückläufig und auch das Umsatzwachstum fällt zu gering aus. Das KGV liegt mit 29 auf dem Niveau des S&P 500 und ist auch historisch betrachtet nicht als günstig anzusehen. Dafür überzeugt Texas Instruments mit einer Gesamtkapitalrendite von 11% sowie einer hohen Nettomarge von 29%.
Im Dividenden-Check kommt Texas Instruments mit 6 Punkten auf eine solide Bewertung. Die Dividendenrendite liegt bei 3,5% und ein Dividendenwachstum von +15% pro Jahr über die letzten zehn Jahr ist stark. Allerdings ist die Ausschüttungsquote mit aktuell 100% zu hoch. Kritisch sind 0 Punkte im Trend-Check. Hier wird deutlich, dass die Aktie von Texas Instruments die letzten Monate und Jahre einfach nicht überzeugen konnte.
Fundamental-Check für Texas Instruments
Chartanalyse für Texas Instruments
Für die Aktie von Texas Instruments lag bis Mitte 2021 noch ein Aufwärtstrend vor. Seitdem bewegt sich Texas Instruments allerdings volatil seitwärts. Auf der Oberseite bildet das Niveau zwischen 210 und 220 USD (rot markiert) einen größeren Widerstand. An diesem ist die Aktie im Juli dieses Jahr zuletzt gescheitert. Auslöser für den deutlichen Kursrückgang hier war allerdings ein enttäuschender Quartalsbericht. Danach konnte sich Texas Instruments bis Ende August zwar wieder erholen, auch diese Erholung wurde aber wieder abverkauft.
Aktuell steuert die Aktie eher in Richtung der unteren Begrenzung ihrer Seitwärtsbewegung bei 140 bis 146 USD (grün markiert). Hier liegen die Tiefs der letzten drei Jahre. Es ist sehr wichtig, dass eine Korrektur bei Texas Instruments dieses Niveau nicht nachhaltig unterschreitet. Andernfalls droht der Übergang in einen Abwärtstrend.
Kurse in der Nähe dieses Unterstützungsbereichs bieten sich für einen Kauf an. Haltenswert ist die Aktie aber nur dann, wenn wie gerade gesagt, keine neuen Tiefs mehr kommen. Aufgrund der volatilen Seitwärtsbewegung der letzten Jahre bietet es sich bei Texas Instruments wenn aber auch wirklich nur an, Kurse im unteren Bereich dieser Seitwärtsbewegung für einen Kauf zu nutzen.
Drawdown-Analyse für Texas Instruments
Der Drawdown-Chart für Texas Instruments ist an sich zufriedenstellend. Über die letzten 20 Jahre hat die Aktie größtenteils Rücksetzer auf dem Niveau des S&P 500 verzeichnet. Die letzten drei Jahre sind hier ab und zu zwar mal etwas größere Rücksetzer zu sehen, hier sprechen wir aber über akzeptable Größenordnungen. Texas Instruments ist damit keine Hoch-Risiko-Aktie, allerdings wären angesichts der zwischenzeitlichen Rücksetzer höhere Renditen in den letzten Jahren wünschenswert. Aus Rendite-Risiko-Sicht ergibt sich hier also ein weniger attraktives Bild.
Historische Bewertung nach dem KGV für Texas Instruments
Die letzten Jahre hat Texas Instruments mit einem Gewinnrückgang zu kämpfen. Das macht sich auch im KGV bemerkbar. Obwohl die Aktie die letzten Jahre eher seitwärts läuft, sehen wir vor allem das letzte Jahr äußerst hohe Werte beim KGV. Zuletzt lag das KGV in der Spitze bei fast 40, aktuell bei knapp unter 30. Das durchschnittliche KGV der letzten 20 Jahre beläuft sich auf 22. Zurückzuführen ist diese hohe Bewertung auf den rückläufigen Gewinn. Damit ist Texas Instruments trotz des großen Abstands zum Hoch der Aktie aktuell nicht günstig.
Analyse der Dividende von Texas Instruments
Womit Texas Instruments überzeugen kann, ist die historische Entwicklung der Dividende. Die letzten zehn Jahre wurde die Dividende jedes Jahr erhöht und das durchschnittliche Dividendenwachstum in dieser Zeit belief sich auf +15% pro Jahr. Die Dividendenrendite ist in dieser Zeit von 2,5% auf inzwischen 3,5% gestiegen. Der Gewinnrückgang im letzten Geschäftsjahr hat aber dazu geführt, dass die Ausschüttungsquote zuletzt bei 100% lag, was langfristig betrachtet nicht zu akzeptieren wäre.
Fazit zu Texas Instruments
Texas Instruments erzielt im Fundamental-Check und Dividenden-Check zwar solide Ergebnisse, für einen Kauf reichen die Werte hier aber nicht aus. Die Aktie ist als solide einzustufen und speziell am unteren Ende der Seitwärtsbewegung kann über einen Einstieg nachgedacht werden. Die großen Schwankungen der letzten Jahre in Relation zur überschaubaren Rendite machen die Aktie jetzt aber nicht zu einem spannenden Kaufkandidaten.
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Aktie 2: LSEG
| ISIN | WKN | GB00B0SWJX34 | A0JEJF |
| Marktkapitalisierung | 55.645 Mio. EUR |
| Land | Großbritannien |
| Sektor | Finanzen |
| Industrie | Kapitalmärkte |
| Performance | Kursveränderung | mit Dividenden |
|---|---|---|
| Letzte 5 Jahre (p.a.) | 2,4% | 3,7% |
| Letzte 10 Jahre (p.a.) | 14,0% | 15,4% |
| Letzte 20 Jahre (p.a.) | 15,7% | 17,8% |
Die London Stock Exchange Group (LSEG) ist einer der weltweit größten Anbieter von Finanzinfrastrukturen und Marktdaten. Das Unternehmen betreibt unter anderem die London Stock Exchange. Seit der Übernahme von Refinitiv im Jahr 2021 gehört die LSEG zu den größten Anbietern von Finanzmarktdaten weltweit.
Aktienkönig Punktemodelle für LSEG
| Trend-Check: 1 / 8 | Fundamental-Check: 5 / 10 |
| Dividenden-Check: 5 / 10 | Dauerläufer-Check: 6 / 10 |
Die Aktie von LSEG erzielt im Dauerläufer-Check 6 von 10 Punkten. Dabei handelt es sich um ein solides Ergebnis, für einen Kauf reicht das allerdings nicht aus. Über die letzten 20 Jahre überzeugt zwar eine Rendite von +18% pro Jahr (Stoxx600 +7%), allerdings lässt die Dynamik die letzten Jahre auch deutlich nach. Der Abstand zum 200-Wochen-Durchschnitt beträgt nur +12% während der Stoxx600 aktuell +26% über seinem 200-Wochen-Durchschnitt liegt. Außerdem fallen die Risikomaße zu hoch aus. Der maximale Drawdown über 20 Jahre beläuft sich auf -79%.
Im Fundamental-Check und Dividenden-Check erzielt die LSEG nur durchschnittliche Ergebnisse. Die Gesamtkapitalrendite liegt aktuell bei nur 0,2%, die Nettomarge erfüllt die Vorgabe von 10% nur knapp und ein KGV von knapp über 50 ist nicht günstig. Im Dividenden-Check punktet die Aktie zwar mit einem Dividendenwachstum von +19% pro Jahr über die letzten zehn Jahre, die Dividendenrendite fällt mit 1,4% aber eher gering aus. Der Kurseinbruch der letzten Monate hinterlässt im Trend-Check seine Spuren mit nur 1 Punkt. Auf Sicht von sechs Monaten liegt die Rendite bei -14% (Stoxx600 +13%) und auch über drei Jahre ist mit +34% eine Underperformance von 20%-Punkten vorhanden.
Dauerläufer-Check für LSEG
Chartanalyse für LSEG
Die Zeiten des stabilen Kursanstiegs bis 2019 sind bei der Aktie von LSEG längst vorbei. Dieser Zeitraum ist hier in der Chartanalyse bewusst nicht abgebildet, weil er für die aktuelle Situation nicht mehr relevant ist. Ein Blick auf einen sehr langfristigen Chart zeigt aber deutlich, dass die LSEG-Aktie in der längerfristigen Historie eine sehr starke und stabile Aktie war.
Bereits 2020 haben die Schwankungen aber deutlich zugenommen. Seit Anfang 2022 lag für die LSEG-Aktie dann ein mittelfristiger Aufwärtstrend vor (graue Trendlinie). Diese wurde mit dem Kurseinbruch im Juli dieses Jahr aber klar gebrochen. Dieser Einbruch konnte bei den Tiefs aus der zweiten Jahreshälfte 2023 bei rund 8.000 GBp (hellblau) vorerst gestoppt werden. Die kommenden Wochen stellt dieses Niveau die wichtigste Unterstützung dar.
Ein kleiner Widerstand ist auf dem Weg nach oben nun das Niveau von 10.000 GBp (lila). Gelingt ein Anstieg über dieses Kursniveau würde sich die charttechnische Situation zumindest wieder etwas bessern. Eine kleine Unterstützung findet die Aktie bei ihrer vor wenigen Tagen etablierten Aufwärtskurslücke (grün markiert).
Insgesamt lädt das aktuelle Chartbild aber nicht zu einem Kauf ein. Die letzten Jahre haben die Schwankungen deutlich zugenommen und von einem langfristig stabilen Aufwärtstrend ist erstmal nichts zu sehen.
Drawdown-Analyse für LSEG
In der Finanzkrise 2008 / 2009 ist die Aktie von LSEG deutlich unter Druck geraten, diese Zeit liegt aber inzwischen weit zurück und ist nicht mehr repräsentativ. Speziell zwischen 2014 und 2019 hat sich die Aktie sehr stabil gezeigt. Auch davon ist inzwischen aber nicht mehr viel da. Seit 2021 sehen wir gleich zwei Mal Rücksetzer von jeweils rund -30% und das zu Zeiten, in denen am Gesamtmarkt alles rund lief. Die Aktie der LSEG ist damit als eher risikoreich einzustufen.
Historische Bewertung nach dem KGV für LSEG
Die letzten Jahre verzeichnet das KGV der LSEG-Aktie äußerst große Schwankungen. Zurückzuführen ist das auf die stark schwankenden Gewinne in dieser Zeit. Eine Bewertung nach dem KGV ist vor diesem Hintergrund sehr schwierig. Selbst mit einem KGV von aktuell 51 ist die Aktie der LSEG absolut betrachtet aber nicht günstig. Im historischen Durchschnitt mag zwar eine faire Bewertung vorliegen, hier gilt es aber zu beachten, dass KGVs von über 100 mit einfließen, die lediglich das Ergebnis zwischenzeitlicher Gewinnrückgänge sind.
Analyse der Dividende von LSEG
Die letzten Jahre ist bei der LSEG ein starkes Dividendenwachstum zu sehen: +19% pro Jahr über die letzten zehn Jahre. Die Dividendenrendite schwankte in dieser Zeit zwischen 0,8% und 1,6%. Selbst nach dem starken Kursrückgang der letzten Wochen fällt die Dividendenrendite mit 1,4% eher gering aus. Bei einem KGV von über 50 ist eine deutlich höhere Dividendenrendite aber auch einfach nicht drin. Als Dividendenaktie ist die LSEG-Aktie damit weniger geeignet.
Fazit zu LSEG
Die Aktie der LSEG kommt in den Aktienkönig-Bewertungsmodellen nur auf durchschnittliche Ergebnisse und wäre demnach nicht kaufenswert. Die bis 2019 anhaltende Stabilität der Aktie ist inzwischen auch nicht mehr vorhanden. Besonders kritisch zu werten ist hier der Kurseinbruch im laufenden Jahr, von dem sich die Aktie zumindest teilweise erholen konnte. Die LSEG ist nicht als schlechte Aktie zu betrachten, für einen Kauf reicht das Gesamtpaket aus Bewertungsergebnissen, der charttechnische Situation und vor allem den zuletzt gestiegenen Risikomaßen einfach nicht aus.
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