Ziel dieses Aktien-Schnell-Checks
Im Aktien-Schnell-Check stelle ich dir für fünf Aktien kurz gehaltene Aktienanalysen vor. Jede Aktie wird zunächst auf Basis meiner vier Aktienkönig-Bewertungsmodelle analysiert, anschließend folgt eine Chartanalyse. Außerdem erhältst du eine Einschätzung zum Drawdown, der Bewertung auf Basis des KGVs sowie eine Analyse der Dividendenentwicklung. Ziel ist, dass du für jede der fünf Aktien genau weißt, ob es sich lohnt in diese zu investieren und für welche Art von Investor die Aktie geeignet ist.
Viel Spaß beim Lesen!
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Aktie 1: Nestlé
| ISIN | WKN | CH0038863350 | A0Q4DC |
| Marktkapitalisierung | 219.002 Mio. EUR |
| Land | Schweiz |
| Sektor | Basiskonsumgüter |
| Industrie | Nahrungsmittel |
| Performance | Kursveränderung | mit Dividenden |
|---|---|---|
| Letzte 5 Jahre (p.a.) | -5,5% | -2,9% |
| Letzte 10 Jahre (p.a.) | 1,4% | 4,4% |
| Letzte 20 Jahre (p.a.) | 4,5% | 7,2% |
Nestlé gehört zu den größten Lebensmittelkonzernen der Welt. Zu den Produkten gehören Tiefkühlprodukte, verschiedene Getränke, Milchprodukte, Süßwaren, Babynahrung aber auch pharmazeutische Artikel. Zu den bekanntesten Marken zählen Nescafé, Nesquik, Maggi, Thomy, KitKat, Buitoni, Smarties und Wagner. Mit einem Umsatzanteil von 27% ist das Segment Getränke das wichtige Geschäftsfeld des Unternehmens.
Aktienkönig Punktemodelle für Nestlé
| Trend-Check: 3 / 8 | Fundamental-Check: 7 / 10 |
| Dividenden-Check: 5 / 10 | Dauerläufer-Check: 3 / 10 |
Die Aktie von Nestlé erzielt in den vier Aktienkönig-Bewertungsmodellen eher durchschnittliche Ergebnisse. Im Fundamental-Check kommt Nestlé mit 7 von 10 Punkten zwar auf ein gutes Ergebnis, für einen Kauf reicht das allerdings nicht aus. Hier ist auch zu beachten, dass Nestlé einige Punkte nur knapp erzielt. Kritisch ist auch das negative Gewinnwachstum von -3% pro Jahr über die letzten fünf Jahre.
Im Dividenden-Check reicht es trotz einer Dividendenrendite von rund 4% nur zu 5 von 10 Punkten. Das liegt daran, weil das Dividendenwachstum mit etwa 3% pro Jahr über die letzten zehn Jahre zu gering ausfällt. Außerdem verliert Nestlé hier einige Punkte aufgrund der Performance der Aktie. Während der Stoxx600 als Total Return Index die letzten fünf Jahre um 12% pro Jahr steigen konnte, hat Nestlé selbst mit Dividenden einen Verlust von -3% pro Jahr erzielt – da bringt auch eine hohe Dividende also nichts.
Auch als solide Dauerläufer-Aktie kann Nestlé nicht überzeugen. Über die letzten zehn Jahre lag die jährliche Rendite inklusive Dividenden bei nur 4%. Die Risikomaße fallen zwar gering aus, das bringt aber wenig, wenn auch die Rendite überschaubar ist. Kritisch ist auch hier ein negatives Gewinnwachstum von -3% pro Jahr über die letzten zehn Jahre.
Fundamental-Check für Nestlé
Chartanalyse für Nestlé
Die Nestlé-Aktie befand sich lange Zeit in einem stabilen und langfristigen Aufwärtstrend. Zwischen 2009 und 2021 ist die Aktie kontinuierlich gestiegen, wenn auch ohne eine starke Rallye zu verzeichnen. Seit Anfang 2022 bewegt sich Nestlé allerdings in einem Abwärtstrendkanal. Ende 2024 ist die Nestlé-Aktie aus diesem Trendkanal sogar nach unten ausgebrochen und hat dabei das Tief aus dem Jahr 2018 bei 73 CHF erreicht (hellblau). Hier ist dann immerhin eine Stabilisierung gelungen.
Dieses Niveau von 73 CHF ist ein mögliches Level, auf dem die Nestlé-Aktie eine Bodenbildung vollziehen kann. Anfang 2025 hat Nestlé zwar eine starke Rallye verzeichnet, der Großteil davon wurde aber bereits schon wieder abverkauft. Die nächsten Wochen wird sich zeigen, ob der orange markierte Bereich zwischen 79 und 81,50 CHF eine Unterstützung ist oder zum Widerstand wird. Setzt Nestlé den Abwärtstrend der letzten Wochen fort, ist eher letzteres der Fall.
Ein Kauf kommt wenn in der Nähe der Unterstützung von 73 CHF infrage. Haltenswert ist die Aktie dann auch nur, wenn dieses Niveau hält. Damit Nestlé wieder in einen stabilen Aufwärtstrend übergehen kann, müsste zunächst der Widerstand von 91 CHF (lila) überwunden werden.
Drawdown-Analyse für Nestlé
Die Nestlé-Aktie galt lange Zeit als Garant für Stabilität. In der Finanzkrise 2008 / 2009 hat sich Nestlé deutlich stabiler gehalten als der Gesamtmarkt. Bis 2022 hat Nestlé fast nie größere Drawdowns verzeichnet als der Stoxx600. Die Schwäche der letzten zwei bis drei Jahre hat nun aber dazu geführt, dass die einst so stabile Aktie nun eine Krisenaktie ist. Ein wesentliches Kaufargument für die Nestlé-Aktie, dass Nestlé ein stabiles Investment ist, ist damit verloren gegangen. Aufgrund dieser Abwärtsdynamik in einem sonst freundlichen Marktumfeld ist die Nestlé-Aktie für mich noch unattraktiver geworden.
Historische Bewertung nach dem KGV für Nestlé
Das KGV von Nestlé liegt aktuell bei 19. Für eine Aktie, die die letzten Jahre kein Wachstum mehr vorweisen konnte, ist diese Bewertung nicht gerade als günstig anzusehen. Zwar liegt das KGV unter dem langfristigen Durchschnitt der letzten 20 Jahre, welcher sich auf 22 beläuft. Dennoch ist die Aktie erst dann als günstig anzusehen, wenn sich zumindest ein Turnaround anbahnt und sich ein erstes Gewinnwachstum abzeichnet.
Analyse der Dividende von Nestlé
Die letzten zehn Jahre hat Nestlé seine Dividende zwar kontinuierlich angehoben, allerdings fällt das durchschnittliche jährliche Dividendenwachstum mit rund 3% pro Jahr eher bescheiden aus. Dass die Dividendenrendite von 2,5% bis 3% nun auf fast 4% gestiegen ist, ist das Ergebnis einer schwachen Aktienkursentwicklung. Für eine regelmäßige und stabile Ausschüttung ist die Nestlé-Aktie zwar attraktiv, ein höheres Dividendenwachstum wäre aber wünschenswert. Das wird aufgrund einer bereits hohen Ausschüttungsquote von 73% aber nur möglich sein, wenn Nestlé bald wieder ein positives Gewinnwachstum vorweisen kann.
Fazit zu Nestlé
Die Aktie von Nestlé kommt nach den Aktienkönig-Bewertungsmodellen nicht für einen Kauf infrage. Kritisch ist vor allem die Abwärtsdynamik der letzten Jahre und die Tatsache, dass auch die Erholung von Anfang des Jahres schon wieder abverkauft wurde. Insgesamt haben es Basiskonsumgüter-Aktien die letzten Monate schwer. Nestlé wäre nun aber keinesfalls die erste Wahl aus dem Sektor, die ich ins Depot packen würde.
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Aktie 2: Markel
| ISIN | WKN | US5705351048 | 885036 |
| Marktkapitalisierung | 25.296 Mio. USD |
| Land | USA |
| Sektor | Finanzen |
| Industrie | Versicherungen |
| Performance | Kursveränderung | mit Dividenden |
|---|---|---|
| Letzte 5 Jahre (p.a.) | 16,9% | 16,9% |
| Letzte 10 Jahre (p.a.) | 9,4% | 9,4% |
| Letzte 20 Jahre (p.a.) | 9,2% | 9,2% |
Bei Markel handelt es sich um einen international tätigen Spezialversicherer mit Fokus auf maßgeschneiderte Versicherungs- und Rückversicherungslösungen. Das Unternehmen zielt vor allem darauf ab Versicherungsprodukte anzubieten, die außergewöhnliche und komplexe Risiken absichern. Das Angebot umfasst Haftpflicht-, Transport-, Berufshaftpflicht- und Event-Versicherungen, wobei der Fokus auf schwer versicherbaren Risiken liegt, die von Standardversicherern meist nicht abgedeckt werden.
Aktienkönig Punktemodelle für Markel
| Trend-Check: 6 / 8 | Fundamental-Check: 6 / 10 |
| Dividenden-Check: 3 / 10 | Dauerläufer-Check: 7 / 10 |
Die Aktie von Markel erzielt im Trend-Check und Dauerläufer-Check jeweils eine gute Bewertung. In keinem Modell reicht es allerdings für ein Spitzenergebnis. Damit ist die Aktie als solide einzustufen aber noch kein heißer Kaufkandidat. Im Trend-Check erzielt Markel einige Punkte außerdem nur knapp. Über die letzten sechs Monate liegt die Rendite bei +14% und damit leicht über der des S&P 500 (+4%). Den Punkt für eine Outperformance von +10%-Punkten erzielt Markel hier also äußerst knapp.
Im Dauerläufer-Check erzielt Markel 7 von 10 Punkten. Hier liegt es an der Rendite über die letzten zehn und 20 Jahre, die unterhalb der des S&P 500 liegt. Über die letzten zehn Jahre kam Makel auf eine Rendite von +8,6% während der S&P 500 um +13,5% zulegen konnte. Überzeugend ist dafür ein Gewinnwachstum von +24% pro Jahr über die letzten zehn Jahre. Das Gewinnwachstum weist allerdings größere Schwankungen auf, sodass das hohe Wachstum von einem aufs andere Jahr auch variieren kann. Im Dividenden-Check reicht es nur zu 3 Punkten, die die Aktie bei den Kennzahlen erzielt, die nicht im Zusammenhang mit der Dividende stehen. Markel schüttet nämlich keine Dividende aus.
Dauerläufer-Check für Markel
Chartanalyse für Markel
Langfristig befindet sich die Aktie von Markel in einem klaren Aufwärtstrend. Vor allem zwischen 2009 und 2018 wies dieser Trend eine sehr hohe Stabilität auf. Die letzten Jahre zeigt sich die Aktie allerdings etwas volatiler. Auch hier liegt aber ein stabiler Aufwärtstrendkanal vor, dessen untere Grenze sich schon öfter als Unterstützung erwiesen hat. Diese verläuft aktuell bei rund 1.700 USD.
Knapp unterhalb des Aufwärtstrendkanals verläuft bei 1.630 bis 1.670 USD (grün markiert) eine weitere Unterstützung. Hier liegen die letzten Tiefpunkte aus dem laufenden Jahr sowie das Hoch der Seitwärtsbewegung aus dem Jahr 2024. Eine Korrektur bis hier wäre im Sinne des langfristigen Aufwärtstrends unproblematisch.
Über die letzten Wochen hat die Aktie von Markel einen stabilen Kursanstieg verzeichnet und sich dabei dem Allzeithoch von 2.064 USD (lila) wieder angenähert. Bei Kursen darüber wird die Luft allerdings langsam dünn, da sich die Aktie dann der oberen Begrenzung des Trendkanals annähert und zumindest kurzfristig als überhitzt anzusehen wäre. Für einen Einstieg sind vor allem Kurse in der Nähe der Unterstützung von rund 1.800 USD (hellblau) interessant.
Drawdown-Analyse für Markel
Langfristig gilt die Aktie von Markel als stabiles Investment. Mit Ausnahme der Jahre 2020 und 2021 hat die Aktie nur selten größere Drawdowns als der S&P 500 verzeichnet. Da die Rendite langfristig aber auch leicht unter der des S&P 500 liegt, wären deutlich größere Rücksetzer als beim Index hier auch kaum zu akzeptieren. Etwas kritisch zu werten ist allerdings die Tatsache, dass Markel nach dem Kurseinbruch im Jahr 2020 nur schleppend den Drawdown wieder ausgleichen konnte.
Historische Bewertung nach dem KGV für Markel
Die großen Schwankungen bei den Gewinnen von Markel werden auch im KGV-Chart ersichtlich. Hier musste einige Daten ausgespart werden, da entweder Verluste erzielt wurden oder die Gewinne so niedrig waren, dass sie das KGV massiv verzerren würden. Ähnliches sehen wir auch bei den beiden KGV-Spitzen 2019 und 2022. Das alles erschwert die Analyse hier etwas. Mit einem KGV von aktuell 15 ist Markel nach wie vor nicht teuer. Das durchschnittliche KGV der letzten zehn und 20 Jahre liegt mit 22 zwar deutlich höher, ist aber auch auf die vielen Ausreißer zurückzuführen. Bei KGVs oberhalb von 20 wäre die Aktie bereits als ambitioniert bewertet anzusehen.
Analyse der Dividende von Markel
Markel hat in seiner Unternehmensgeschichte noch keine Dividende ausgeschüttet. Daher ist eine Analyse der Entwicklung der Dividende nicht möglich.
Fazit zu Markel
Im Dauerläufer-Check und Trend-Check kommt Markel auf eine zufriedenstellende Bewertung. Als Trendaktie kommt die Aktie aktuell dennoch nicht in Betracht, da einige Punkte nur knapp erzielt werden. Für einen Kauf als Dauerläufer-Aktie müsste die Bewertung ebenfalls etwas besser sein. Insgesamt ist Markel als solides Unternehmen mit einem langfristig stabilen Aufwärtstrend anzusehen. Kaufenswert ist die Aktie am ehesten bei Korrekturen in die Nähe lokaler Tiefs. Ein zwingender Kaufkandidat ist die Aktie für mich allerdings nicht.
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