Ziel dieses Aktien-Schnell-Checks
Im Aktien-Schnell-Check stelle ich dir für fünf Aktien kurz gehaltene Aktienanalysen vor. Jede Aktie wird zunächst auf Basis meiner vier Aktienkönig-Bewertungsmodelle analysiert, anschließend folgt eine Chartanalyse. Außerdem erhältst du eine Einschätzung zum Drawdown, der Bewertung auf Basis des KGVs sowie eine Analyse der Dividendenentwicklung. Ziel ist, dass du für jede der fünf Aktien genau weißt, ob es sich lohnt in diese zu investieren und für welche Art von Investor die Aktie geeignet ist.
Viel Spaß beim Lesen!
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Aktie 1: Mercedes
| ISIN | WKN | DE0007100000 | 710000 |
| Marktkapitalisierung | 55.261 Mio. EUR |
| Land | Deutschland |
| Sektor | Zyklische Konsumgüter |
| Industrie | Kraftfahrzeuge |
| Performance | Kursveränderung | mit Dividenden |
|---|---|---|
| Letzte 5 Jahre (p.a.) | 4,1% | 11,2% |
| Letzte 10 Jahre (p.a.) | -1,8% | 4,0% |
| Letzte 20 Jahre (p.a.) | 2,4% | 7,1% |
Mercedes-Benz (vormals Daimler) ist einer der weltgrößten Hersteller von Premium-Automobilen. Neben Mercedes-Benz gehören noch die Marken Mercedes-AMG und Mercedes-Maybach zum Portfolio. Die LKW-Sparte wurde Ende 2021 als Daimler Truck AG aus dem Konzern ausgegliedert.
Aktienkönig Punktemodelle für Mercedes
| Trend-Check: 5 / 8 | Fundamental-Check: 5 / 10 |
| Dividenden-Check: 7 / 10 | Dauerläufer-Check: 0 / 10 |
Die Mercedes-Aktie erzielt im Dividenden-Check mit 7 von 10 Punkten aktuell eine gute Bewertung. Die Dividendenrendite liegt bei starken 7,5%, allerdings unterliegt die Dividende auch größeren Schwankungen. Ein hohes Dividendenwachstum von +14% pro Jahr über die letzten fünf Jahre ist vor allem auf eine sehr niedrige Dividende vor fünf Jahren zurückzuführen. Kritisch anzumerken ist auch, dass die Dividende im letzten Jahr gekürzt wurde. Das sorgt dafür, dass es eben nicht zu einer besseren Bewertung im Dividenden-Check reicht.
Nachdem sich die Aktie die letzten Monate von ihren Tiefs erholt hat, reicht es aktuell sogar zu einer akzeptablen Bewertung im Trend-Check mit 5 Punkten. Über die letzten sechs Monate ist mit +13% eine Outperformance zum DAX (-2%) vorhanden. Über drei Jahre läuft die Mercedes-Aktie (+16%) dem DAX (+59%) aber klar hinterher. 0 Punkte im Dauerläufer-Check zeigen, dass Mercedes langfristig keine gute Option ist. Über die letzten zehn Jahre fällt die Rendite selbst mit Dividenden mit +4,7% deutlich geringer aus als die des DAX (+7,9%). Hohe Risikomaße sowie ein zu geringes und vor allem stark schwankendes Wachstum sorgen dafür, dass die Aktie hier keinen einzigen Punkt erzielen kann.
Dividenden-Check für Mercedes
Chartanalyse für Mercedes
Langfristig betrachtet läuft die Aktie von Mercedes seitwärts. Zum Vergleich: Auf dem aktuellen Kursniveau lag die Aktie auch schon in den Jahren 2007, 2014 und 2018. Zwischenzeitlich gab es hier auch heftige Rücksetzer. Außer einer hohen Dividende hat die Mercedes-Aktie in Sachen Performance langfristig betrachtet leider nicht viel zu bieten.
Auch die letzten Jahre ist eine klare Seitwärtsbewegung zu sehen, die zuletzt sogar drohte in eine Abwärtsbewegung überzugehen. Mit der Erholung der letzten Monate ist Letzteres aber zumindest erstmal vom Tisch. Dennoch bleibt der Seitwärtstrend bei Mercedes solange intakt, wie die Aktie nicht das Niveau von 78 Euro (orange) überwinden kann. Vorher wartet aber noch der Widerstand bei 63 Euro (lila), welcher aus den Hochs der letzten 1,5 Jahre resultiert.
Kurzfristig sehen wir einen Aufwärtstrend (grüne Trendlinie). Das Niveau von 56 Euro (hellblau) könnte hier nun eine erste Unterstützung sein. Allerdings hat dieses auch in den letzten Jahren nur bedingt geholfen. Daher ist der Blick auf die Unterstützung von 45 Euro (blau) langfristig betrachtet wichtiger. Dieses Niveau resultiert aus einem markanten Hoch aus dem Jahr 2019 sowie dem Tief aus dem April 2025. Sollte die Mercedes-Aktie darunter fallen, sehen wir den Übergang in einen Abwärtstrend. Ein Kauf bietet sich bei Mercedes aufgrund der langfristigen Seitwärtsbewegung eher bei Rücksetzern auf die letzten Tiefs an.
Drawdown-Analyse für Mercedes
Im Drawdown-Chart wird nochmal deutlich, wieso die Aktie von Mercedes im Dauerläufer-Check komplett durchfällt. Über die gesamte Historie von 20 Jahren sehen wir mehrere große Drawdowns von bis zu -75%. Die hohe Dividende ist hier ein kleines Trostpflaster bei den Strapazen, die man langfristig betrachtet mit Mercedes aushalten muss. Die Aktie ist nicht in der Lage stabile Aufwärtstrends bei überschaubaren Risiken auszubilden. Auch künftig ist daher immer wieder mit größeren Rücksetzern zu rechnen. Mercedes ist keine Aktie, wenn du Stabilität fürs Depot suchst.
Historische Bewertung nach dem KGV für Mercedes
Das KGV von Mercedes weist große Schwankungen auf. Zurückzuführen ist das vor allem auf die stark schwankenden Gewinne. Aktuell beläuft sich das das KGV auf 8, was absolut betrachtet eher günstig klingt. Allerdings liegt die Bewertung damit auf dem Niveau des Durchschnitts der letzten 20 Jahre. Das durchschnittliche KGV der letzten zehn Jahre liegt sogar bei nur 6,8. Demnach ist die Mercedes-Aktie selbst mit einem KGV von 8 nur als fair bewertet anzusehen.
Analyse der Dividende von Mercedes
Der Dividenden-Chart zeigt nochmal deutlich, dass die Dividende bei Mercedes großen Schwankungen unterliegt. Das starke Wachstum auf Sicht von fünf Jahren ist auf die niedrige Dividende im Jahr 2020 zurückzuführen. Außerdem hat Mercedes seine Dividende die letzten Jahre zwei Mal drastisch gekürzt. Eine Dividendenrendite von aktuell knapp 8% sowie eine durchschnittliche Dividendenrendite von fast 6% über die letzten zehn Jahre sind zwar nicht schlecht, die Dividende wird bei Mercedes aber auch künftig immer stark vom Erfolg des letzten Geschäftsjahres abhängig sein. Für eine Hoch-Dividendenstrategie ist Mercedes durchaus interessant, Dividendenkürzungen solltest du aber einkalkulieren.
Fazit zu Mercedes
Mit 7 von 10 Punkten im Dividenden-Check kommt Mercedes am ehesten für eine Dividendenstrategie in Betracht. Für einen Kauf ins Dividenden-Depot reicht diese Bewertung aber nicht aus. Beachten solltest du auch, dass die Dividende größeren Schwankungen unterliegt. Hinzu kommt, dass die Rendite bei Mercedes langfristig primär durch die Dividende zustande kommt. Aufgrund der langfristigen Seitwärtsbewegung lohnt sich ein Kauf wenn überhaupt in der Nähe der letzten Tiefs.
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Aktie 2: ACS, Actividades de Construcción y Servicios
| ISIN | WKN | ES0167050915 | A0CBA2 |
| Marktkapitalisierung | 21.760 Mio. EUR |
| Land | Spanien |
| Sektor | Industriegüter |
| Industrie | Bau- & Ingenieurswesen (Anlagenbau) |
| Performance | Kursveränderung | mit Dividenden |
|---|---|---|
| Letzte 5 Jahre (p.a.) | 26,8% | 31,0% |
| Letzte 10 Jahre (p.a.) | 14,7% | 17,7% |
| Letzte 20 Jahre (p.a.) | 8,8% | 13,2% |
Bei Actividades de Construcción y Servicios (kurz ACS) handelt es sich um einen führenden spanischen Bau- und Infrastrukturdienstleister. Das Kerngeschäft umfasst große Infrastrukturprojekte wie Straßen, Brücken, Flughäfen und Hochhäuser. Das Unternehmen ist stark international tätig und erzielt einen Großteil seiner Umsätze in den USA, gefolgt von Australien.
Aktienkönig Punktemodelle für ACS
| Trend-Check: 8 / 8 | Fundamental-Check: 5 / 10 |
| Dividenden-Check: 7 / 10 | Dauerläufer-Check: 3 / 10 |
Die Aktie von ACS erzielt im Trend-Check ohne Probleme die Höchstpunktzahl von 8 Punkten. Beindruckend ist vor allem die Performance über die letzten drei Jahre mit einer Rendite von +217%. Damit lässt die Aktie den Stoxx600 mit +41% deutlich hinter sich. Die aktuell hohe Dynamik kommt auch durch den hohen Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von +20,0% zum Ausdruck. Die Risikomaße liegen zwar über denen des Stoxx600, aber innerhalb der erlaubten Toleranz.
Auch im Dividenden-Check kommt ACS mit 7 von 10 Punkten auf ein gutes Ergebnis. Die Dividendenrendite fällt mit aktuell 2,5% im historischen Vergleich aber eher gering aus. Die Ausschüttungsquote liegt mit 52% exakt innerhalb der vorgegebenen Spanne von 25% bis 75%. Im Fundamental-Check und Dauerläufer-Check kommt ACS aber eher auf durchwachsene Ergebnisse. Im Dauerläufer-Check kann ACS mit einer hohen Rendite von +16% pro Jahr über die letzten zehn Jahre punkten, das Gewinnwachstum in dieser Zeit liegt aber bei nur +1,4% pro Jahr. Die Risikomaße liegen jeweils leicht über den erlaubten Grenzen, sodass die Aktie hier drei Punkte verliert.
Trend-Check für ACS
Chartanalyse für ACS
Seit 2022 bewegt sich die Aktie von ACS in einem sehr stabilen und gleichzeitig starken Aufwärtstrendkanal. Anfang April ist die Aktie zwar kurz aus diesem Kanal nach unten ausgebrochen. Zurückzuführen war dieser Ausrutscher allerdings auf die umfangreichen Zoll-Ankündigungen. Wichtig war bei der anschließenden Erholung, dass die Aktie wieder in ihren Trendkanal zurückgekehrt ist.
Die untere Begrenzung dieses Trendkanals verläuft aktuell bei 57 Euro. Knapp darunter bilden ein paar Tiefs aus dem Sommer dieses Jahr bei 56 Euro (orange) einen weiteren Support. Speziell die letzten Monate hat sich der Aufwärtstrend aber nochmal deutlich beschleunigt (grüne Trendlinie), sodass es schwierig ist hier nun markante Unterstützungen auszumachen.
Ein Bruch der grünen Trendlinie wäre keinesfalls ein Ende des Aufwärtstrends. Dieser Trend verläuft einfach zu steil, als dass die Aktie ihn langfristig halten könnte. Rechnen wir den Anstieg aufs Jahr hoch, weist diese Trendlinie eine Steigung von rund 100% pro Jahr auf – eine Rendite die maximal über zwei bis drei Jahre realistisch ist. Kurzfristig bietet das Niveau von 70 Euro (lila) einen ersten Support. Dieser wurde bislang aber noch nicht bestätigt. Bei Korrekturen auf dieses Niveau, ergibt sich aber ein guter Kurs für einen Einstieg in den laufenden Trend im Rahmen einer Trendstrategie.
Drawdown-Analyse für ACS
Dass die Aktie von ACS eher für ein mittelfristiges Investment interessant ist, wird mit Blick auf den Drawdown-Chart deutlich. In den letzten 20 Jahren hat die Aktie einige Krisen durchstehen müssen und befand sich lange Zeit in einem großen Drawdown. Erst mit der Rallye der letzten Jahre ist wieder der Anstieg auf das alte Allzeithoch gelungen. Speziell die letzten beiden Jahre ist die Aktie aber wie ausgewechselt und hat kaum größere Drawdowns verzeichnet. Dennoch bleibt es dabei, dass die Aktie aufgrund dieser Historie eher zur Mitnahme der laufenden Bewegung geeignet ist.
Historische Bewertung nach dem KGV für ACS
Das KGV von ACS liegt aktuell bei 24. Klar zu erkennen ist auch, dass dieses durch den starken Kursanstieg der letzten drei Jahre deutlich gestiegen ist. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 lag das KGV noch bei 12. Hier wird ein hohes künftiges Gewinnwachstum bereits vorweggenommen. Derart hohe KGVs wie aktuell gab es bei ACS nur zu den Zeiten, als das KGV durch Gewinnrückgänge deutlich angestiegen ist. Da die Aktie hier aber als Trendaktie zur Mitnahme des laufenden Aufwärtstrends vorgestellt ist, spielt die aktuelle Bewertung nur eine untergeordnete Rolle.
Analyse der Dividende von ACS
Die Dividendenrendite ist bei ACS die letzten vier Jahre kontinuierlich gefallen. Das liegt am gleichzeitig sehr starken und stabilen Kursanstieg. Zeiten mit Dividendenrendite zwischen 5% und 10% sind damit Geschichte. Aktuell liegt die Dividendenrendite bei 2,5%. Die letzten Jahre hat ACS seine Dividende auch größtenteils unverändert gelassen. In Kombination mit dem starken Kursanstieg ist eine sinkende Dividendenrendite das Ergebnis.
Fazit zu ACS
Die Aktie von ACS ist eine der wenigen Aktien, die im Trend-Check aktuell die Höchstpunktzahl von 8 Punkten erzielt. Über die letzten drei Jahre besteht ein stabiler Aufwärtstrend, welcher sich die letzten Monate nochmal beschleunigt hat. Die Aktie ist bereits seit mehreren Monaten Bestandteil des Trend-Depots. Im Rahmen einer Trendstrategie ist vor allem bei kleinen Rücksetzern hier nach wie vor ein Sprung auf den laufenden Trend möglich. Aufgrund der eher mittelmäßigen Bewertungen in den weiteren Modellen sowie der ausgeprägten Drawdowns eignet sich die Aktie aber nur bedingt als langfristiges Investment und erfordert bei einer Trendwende einen Verkauf.
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