Ziel dieses Aktien-Schnell-Checks
Im Aktien-Schnell-Check stelle ich dir für fünf Aktien kurz gehaltene Aktienanalysen vor. Jede Aktie wird zunächst auf Basis meiner vier Aktienkönig-Bewertungsmodelle analysiert, anschließend folgt eine Chartanalyse. Außerdem erhältst du eine Einschätzung zum Drawdown, der Bewertung auf Basis des KGVs sowie eine Analyse der Dividendenentwicklung. Ziel ist, dass du für jede der fünf Aktien genau weißt, ob es sich lohnt in diese zu investieren und für welche Art von Investor die Aktie geeignet ist.
Viel Spaß beim Lesen!
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Aktie 1: Amgen
| ISIN | WKN | US0311621009 | 867900 |
| Marktkapitalisierung | 204.007 Mio. USD |
| Land | USA |
| Sektor | Gesundheitswesen |
| Industrie | Biotechnologie |
| Performance | Kursveränderung | mit Dividenden |
|---|---|---|
| Letzte 5 Jahre (p.a.) | 11,7% | 15,3% |
| Letzte 10 Jahre (p.a.) | 8,3% | 11,6% |
| Letzte 20 Jahre (p.a.) | 8,9% | 11,1% |
Amgen ist ein führendes Biotech-Unternehmen und entwickelt, produziert und vertreibt diverse biopharmazeutische Produkte. Der Fokus liegt auf der Entwicklung von Produkten, die mithilfe von DNA-Technologien hergestellt werden. Forschungsschwerpunkte des Unternehmens sind die Hämatologie (Blutkrankheiten), Onkologie sowie Nierenkrankheiten, Rheuma, Diabetes und die Neurologie.
Aktienkönig Punktemodelle für Amgen
| Trend-Check: 6 / 8 | Fundamental-Check: 7 / 10 |
| Dividenden-Check: 9 / 10 | Dauerläufer-Check: 6 / 10 |
Die Aktie von Amgen erzielt im Dividenden-Check sehr gute 9 von 10 Punkten. Die Dividendenrendite liegt aktuell bei 2,7%, während auch eine durchschnittliche Dividendenrendite von 3,2% über die letzten zehn Jahre überzeugen kann. Einen Punkt verpasst Amgen hier knapp, weil die durchschnittliche Ausschüttungsquote über die letzten drei Jahre mit 79% etwas zu hoch ist. Grund dafür ist allerdings ein Gewinnrückgang im vorletzten Geschäftsjahr, den Amgen längst wieder ausgleichen konnte. Stark ist ein Dividendenwachstum von +12% pro Jahr über die letzten zehn Jahre.
In den drei weiteren Modellen erzielt Amgen solide Ergebnisse, wäre danach aber nicht kaufenswert. Im Fundamental-Check punktet Amgen mit einer hohen Eigenkapitalrendite von 92%, allerdings fällt die Eigenkapitalquote mit 10% auch gering aus. Stark ist eine Nettomarge von 23% sowie ein KGV von nur 23. Im Dauerläufer-Check überzeugen vor allem die geringen Risikomaße. Der maximale Drawdown über die letzten zehn Jahre liegt bei gerade einmal -23%, während der des S&P 500 bei -32% liegt.
Dividenden-Check für Amgen
Chartanalyse für Amgen
Bei Amgen liegt ein seit Ende 2014 stabiler langfristiger Aufwärtstrendkanal vor (blau markiert). Der Kanal verläuft zwar nicht sonderlich steil, dafür hat sich Amgen über Jahre sehr zuverlässig in diesem Kanal bewegt. Im August hat die Aktie dann deutlich an Dynamik gewonnen und ist über die obere Begrenzung gestiegen.
Speziell die letzten Tage ist Amgen allerdings wieder deutlich unter Druck geraten. Der Auslöser dafür war eine negative Newsmeldung bei Novartis im Zusammenhang mit enttäuschenden Phase-3-Daten für das Medikament Pelacarsen, einem Mittel gegen schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das betrifft Amgen zwar nicht direkt, allerdings ist Amgen ebenfalls stark in der Entwicklung des ähnlichen Medikaments Olpasiran tätig. Die negativen Ergebnisse bei Novartis haben somit auch bei der Aktie von Amgen für Zurückhaltung gesorgt.
Die wichtigste Unterstützung bleibt aktuell der Bereich zwischen 330 und 343 USD (obere grüne Markierung). Hier finden sich diverse Hochs der letzten Jahre. Eine Ausweitung der aktuellen Korrektur bis auf dieses Niveau wäre unkritisch. Langfristig hätte Amgen sogar Luft bis zum unteren grün markierten Bereich bei rund 260 USD. Ein derartiger Einbruch würde aber nicht zum sonst eher defensiven Charakter der Aktie passen. Aktuell ermöglicht der Rücksetzer nun wieder einen Einstieg in die Aktie von Amgen. Zuvor wurde hier bereits ein eher ambitioniertes Kursniveau erreicht.
Drawdown-Analyse für Amgen
Vor allem seit 2013 überzeugt Amgen mit einer hohen Stabilität. Wir sehen hier zwar immer mal wieder Drawdowns von -20%, allerdings fallen diese selten größer aus als die des Gesamtmarktes. Außerdem hat Amgen seit 2013 kein einziges Mal einen Rücksetzer von mehr als -25% verzeichnet. Die letzten Tage ist Amgen nun ungewöhnlich stark unter Druck geraten, auch dieser Drawdown hält sich aber nach wie vor in Grenzen. Die Stabilität von Amgen ist damit bislang nicht in Gefahr.
Historische Bewertung nach dem KGV für Amgen
Nach einem temporären Gewinnrückgang im Geschäftsjahr 2024 ist das KGV von Amgen in die Höhe geschossen. Hier war aber bereits klar, dass es sich bei dem Gewinnrückgang um eine Ausnahme handelt. Das Ertragsniveau hat sich zuletzt wieder stabilisiert, sodass auch das KGV wieder aussagekräftig ist. Aktuell liegt das KGV von Amgen bei 23 und damit nur noch knapp über dem Niveau des Durchschnitts der letzten zehn Jahre (22). Obwohl die Aktie nach wie vor am oberen Ende des Trendkanals notiert, ist das aktuelle Bewertungsniveau also nicht teuer.
Analyse der Dividende von Amgen
Amgen weist über die letzten zehn Jahre ein sehr gleichmäßiges Dividendenwachstum auf. Aufs Jahr betrachtet wurde die Dividende um durchschnittlich +12% gesteigert. Mit diesem hohen Dividendenwachstum ist Amgen in der Lage die Dividendenrendite konstant über 2,5% zu halten. Historisch schwankt die Dividendenrendite zwischen 2,5% und 3,5%. Nach der starken Entwicklung in den letzten Monaten war die Dividendenrendite etwas rückläufig, liegt mit aktuell 2,7% aber nach wie vor auf einem attraktiven Niveau.
Fazit zu Amgen
Die Aktie von Amgen erzielt im Dividenden-Check sehr gute 9 von 10 Punkten. Amgen bietet eine attraktive Kombination aus einem stabilen Dividendenwachstum bei einer moderaten Dividendenrendite von über 2,5%. Während die Aktie im laufenden Jahr eine starke Entwicklung vollzogen hat, ist Amgen die letzten Tage unter Druck geraten. Dieser Rücksetzer kann nun aber als Chance gesehen werden. Das KGV liegt mit 23 auch wieder auf einem attraktiven Niveau. Amgen ist Bestandteil des Dividenden-Depots.
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Aktie 2: Nemetschek
| ISIN | WKN | DE0006452907 | 645290 |
| Marktkapitalisierung | 6.745 Mio. EUR |
| Land | Deutschland |
| Sektor | Technologie |
| Industrie | Software |
| Performance | Kursveränderung | mit Dividenden |
|---|---|---|
| Letzte 5 Jahre (p.a.) | -7,3% | -6,7% |
| Letzte 10 Jahre (p.a.) | 12,6% | 13,3% |
| Letzte 20 Jahre (p.a.) | 19,3% | 21,0% |
Nemetschek ist einer der wichtigsten Anbieter von Software für die Architektur und den Bau. Das Unternehmen entwickelt Software für Architekten, Ingenieure, Bauunternehmen und Gebäudebetreiber, mit der sich Bauprojekte planen, entwerfen, visualisieren, dokumentieren und verwalten lassen.
Aktienkönig Punktemodelle für Nemetschek
| Trend-Check: 0 / 8 | Fundamental-Check: 8 / 10 |
| Dividenden-Check: 5 / 10 | Dauerläufer-Check: 6 / 10 |
Nemetschek erzielt im Fundamental-Check mit 8 von 10 Punkten eine solide Bewertung. Für einen Kauf reichen 8 Punkte aber nicht ganz aus. Überzeugend sind im Fundamental-Check eine Gesamtkapitalrendite von 9%, eine Nettomarge von 20% sowie ein Gewinnwachstum von +18% pro Jahr über die letzten fünf Jahre. Die letzten drei Jahre fällt das Gewinnwachstum mit +10% aber schon geringer aus. Punkte verliert Nemetschek beim KGV, welches mit 27 nach wie vor über den Vorgaben im Vergleich zum DAX liegt (KGV von 18).
Für einen Kauf ist Nemetschek aktuell auch deshalb als kritisch anzusehen, weil im Trend-Check 0 Punkte erzielt werden. Das ist als Warnzeichen zu werten. Über ein Jahr enttäuscht eine Rendite von -45%. Gleichzeitig fallen die Risikomaße enorm hoch aus. Die Volatilität über drei Jahre liegt bei 37% und der maximale Drawdown über fünf Jahre beläuft sich sogar auf -62%. Im Dauerläufer-Check ist eine Rendite von +21% pro Jahr über die letzten 20 Jahre nach wie vor enorm stark. Bis vor einigen Jahren war Nemetschek auch ein toller Dauerläufer. Mit dem Einbruch im Jahr 2022 und der seitdem laufenden äußerst volatilen Seitwärtsbewegung hat die Aktie ihre Dauerläufer-Qualitäten aber verspielt.
Fundamental-Check für Nemetschek
Chartanalyse für Nemetschek
Die Aktie von Nemetschek war vor allem zwischen 2009 und 2020 eine der stärksten Aktien am deutschen Aktienmarkt. Dabei hat die Aktie einen wie an der Schnur gezogenen Aufwärtstrend verzeichnet. Im Jahr 2022 hat Nemetschek diesen starken Trend allerdings beendet und einen großen Kurseinbruch verzeichnet.
Von Ende 2023 bis Mitte 2025 konnte Nemetschek eine starke Erholung verzeichnen (blauer Trendkanal). Auch diese wurde über das letzte Jahr wieder abverkauft. Das zeigt, dass die Aktie die letzten Jahre einfach mit Problemen zu kämpfen hat und es an Stabilität mangelt. Kritisch wurde es hier als die Unterstützung von 92 bis 95 USD (rot markiert) unterschritten wurde. Dieser Bereich fungiert nun als Widerstand. Bis dahin hat die Aktie von Nemetschek aber noch einiges vor sich.
Aktuell geht es eher darum, dass Nemetschek die Unterstützung zwischen 53 und 56 Euro (grün markiert) nicht mehr unterschreitet. Andernfalls würden wir eine Bestätigung des Abwärtstrends sehen, was gegen ein weiteres Halten der Position sprechen würde. Eine erste charttechnische Besserung wäre bei einem Anstieg über die letzten Hochs von 71 Euro (lila) gegeben.
Drawdown-Analyse für Nemetschek
Im Drawdown-Chart werden die Probleme von Nemetschek nochmal deutlich. Vor 2022 gab es mit Ausnahme der Finanzkrise nur selten deutlich größere Rücksetzer als beim DAX. Seit 2022 hat die Aktie nun aber bereits zwei Mal einen sehr großen Drawdown von jeweils -60% verzeichnet. Kurz nachdem der erste Einbruch ausgeglichen wurde, folgte der zweite große Drawdown. Mit Blick auf die langfristige Zuverlässigkeit der Aktie hat Nemetschek damit deutlich eingebüßt.
Historische Bewertung nach dem KGV für Nemetschek
Das KGV von Nemetschek liegt aktuell bei 27. Obwohl die Aktie über -50% von ihrem Allzeithoch entfernt notiert, ist das KGV absolut betrachtet also gar nicht mal so niedrig. Grund dafür ist, dass Nemetschek über Jahre mit hohen KGVs oberhalb von 40 gehandelt wurde. Das durchschnittliche KGV der letzten zehn Jahre beläuft sich auf knapp 60. Derartige Bewertungen sind angesichts der mangelnden Stabilität der Aktie nicht mehr zu rechtfertigen. Das aktuelle KGV ist vergleichsweise günstig, aber auch nur, wenn Nemetschek an das historische Gewinnwachstum halbwegs anknüpfen kann.
Analyse der Dividende von Nemetschek
Als Dividendenaktie kommt die Aktie von Nemetschek nicht in Betracht. Über die letzten zehn Jahre lag die Dividendenrendite über einen Großteil der Zeit unter 1%. Nur durch den Kursrückgang der letzten Monate ist die Dividendenrendite über 1% gestiegen. Ein Dividendenwachstum von +18% pro Jahr über die letzten zehn Jahre klingt zwar stark, angesichts der geringen Dividendenrendite bringt das aber wenig.
Fazit zu Nemetschek
Die Aktie von Nemetschek war bis 2020 eine der stärksten Aktien am deutschen Aktienmarkt. Speziell seit 2022 ist aus der Aktie mit zwei Drawdowns von mehr als -60% allerdings ein Problemfall geworden. Historisch hat das KGV inzwischen ein niedriges Niveau erreicht, absolut ist die Aktie nach wie vor nicht günstig. Im Fundamental-Check reicht es zu einem soliden Ergebnis, für einen Kauf reicht das allerdings nicht aus. Als Halteposition kommt es darauf an, dass die Unterstützung von rund 53 Euro hält.
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