Ziel dieses Aktien-Schnell-Checks
Im Aktien-Schnell-Check stelle ich dir für fünf Aktien kurz gehaltene Aktienanalysen vor. Jede Aktie wird zunächst auf Basis meiner vier Aktienkönig-Bewertungsmodelle analysiert, anschließend folgt eine Chartanalyse. Außerdem erhältst du eine Einschätzung zum Drawdown, der Bewertung auf Basis des KGVs sowie eine Analyse der Dividendenentwicklung. Ziel ist, dass du für jede der fünf Aktien genau weißt, ob es sich lohnt in diese zu investieren und für welche Art von Investor die Aktie geeignet ist.
Viel Spaß beim Lesen!
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Aktie 1: Accenture
| ISIN | WKN | IE00B4BNMY34 | A0YAQA |
| Marktkapitalisierung | 153.022 Mio. USD |
| Land | USA |
| Sektor | Technologie |
| Industrie | IT-Dienste |
| Performance | Kursveränderung | mit Dividenden |
|---|---|---|
| Letzte 5 Jahre (p.a.) | 1,2% | 2,7% |
| Letzte 10 Jahre (p.a.) | 9,0% | 10,9% |
| Letzte 20 Jahre (p.a.) | 12,1% | 14,1% |
Accenture ist ein weltweit führendes Beratungsunternehmen, das sich auf professionelle Dienstleistungen in den Bereichen Strategie, Beratung, Digital und Technologie spezialisiert hat. Das Unternehmen identifiziert neue Geschäfts- und Technologietrends und entwickelt auf dieser Basis Lösungen für seine Kunden hinsichtlich des Eintritts in neue Märkte, Umsatzsteigerung sowie Verbesserung der betrieblichen Effizienz.
Aktienkönig Punktemodelle für Accenture
| Trend-Check: 1 / 8 | Fundamental-Check: 10 / 10 |
| Dividenden-Check: 6 / 10 | Dauerläufer-Check: 7 / 10 |
Die Aktie von Accenture erzielt im Fundamental-Check die Höchstpunktzahl von 10 Punkten. Eine Gesamtkapitalrendite von 11%, ein Gewinnwachstum von knapp +9% pro Jahr über die letzten fünf Jahre sowie ein KGV von 19 deutlich unter dem des S&P 500 können überzeugen.
Im Dauerläufer-Check erreicht die Aktie mit 7 Punkten ebenfalls eine gute Bewertung. Hier war Accenture vor einiger Zeit aber auch schon besser bewertet. Die schwache Entwicklung in der jüngeren Vergangenheit kostet hier Punkte. Kritisch ist der hohe maximale Drawdown in den letzten Monaten, während sich der Gesamtmarkt stabil gehalten hat. Ferner ist über die letzten zehn Jahre inzwischen eine Underperformance zum S&P 500 vorhanden (+11,3% vs. +14,5% pro Jahr).
Im Dividenden-Check überzeugt ein hohes Dividendenwachstum von +11% pro Jahr über die letzten zehn Jahre bei einer Dividendenrendite von aktuell 2,5%. Diese Dividendenrendite kommt allerdings vor allem durch den Kurseinbruch der Aktie zustande. Im Trend-Check erzielt Accenture mit nur 1 Punkt ein sehr schlechtes Ergebnis. Eine Rendite von -37% über die letzten sechs Monate zeigt, dass die Aktie zuletzt massive Probleme hatte.
Fundamental-Check für Accenture
Chartanalyse für Accenture
Der langfristige Aufwärtstrend ist bei Accenture seit 2022 Geschichte. Seitdem hat sich die Aktie in einem breit angelegten Seitwärtstrend mit einem Widerstand zwischen 417 USD auf der Oberseite (lila) und einer Unterstützung bei 245 USD (hellblau) auf der Unterseite bewegt. Genau dieses Niveau hat die Aktie von Accenture nun aber nach unten durchbrochen.
Eine Option ist es, die Aktie im Bereich der unteren Begrenzung der Seitwärtsbewegung günstig einzusammeln. Allerdings sieht es bislang nicht nach einer Bodenbildung aus. Mit dem Kursrutsch unter das Niveau von 245 USD (hellblau) ist ein Einstieg aktuell sehr riskant. Kritisch war vor einigen Wochen bereits als die Aktie unter die letzten Tiefpunkte zwischen 280 und 290 USD (grün markiert) gefallen ist. Diese Unterstützung wurde folglich auch gerissen.
Eine mögliche Stabilisierung kann noch beim Niveau von 213 USD (orange) stattfinden. Nach dem massiven Einbruch in den letzten Monaten müsste für einen Kauf nun aber zunächst eine ausgeprägte Bodenbildung stattfinden. Auch als Halteposition ist die Aktie nur dann weiterhin interessant, wenn schnell eine Stabilisierung in der Nähe des Niveaus von 245 USD vollzogen wird.
Drawdown-Analyse für Accenture
Speziell zwischen 2013 und 2021 konnte Accenture mit einer hohen Stabilität überzeugen und hat in dieser Zeit nur selten größere Drawdowns als der Gesamtmarkt verzeichnet. Bereits 2022 gab es allerdings eine ausgeprägte Korrektur, die einen Kratzer an der langfristigen Stabilität der Aktie hinterlassen hat. Mit dem jüngsten Kurseinbruch im laufenden Jahr hat Accenture einen Drawdown von etwa -40% verzeichnet und das in einer Phase, in der der Gesamtmarkt auf Allzeithoch notiert. In Kombination mit der ausgeprägten Korrektur drei Jahre zuvor ist Accenture somit inzwischen als eher risikoreiche Aktie einzustufen.
Historische Bewertung nach dem KGV für Accenture
Das KGV von Accenture hat mit 19 die günstigste Bewertung der letzten sieben Jahre erreicht. Zurückzuführen ist das natürlich auf den starken Kurseinbruch der letzten Monate. Damit ist die Aktie deutlich günstiger bewertet als im historischen Durchschnitt über die letzten zehn Jahre (KGV von 27). Die Aktie kehrt damit zu den Bewertungsniveaus zurück, die in den 2010er-Jahren verzeichnet wurden. Auf den ersten Blick mag die Aktie nun günstig erscheinen, dennoch ist eine weitere Reduktion des KGVs (aufgrund einer Fortsetzung der Abwärtsbewegung) möglich.
Analyse der Dividende von Accenture
Accenture kann mit einem sehr stabilen Dividendenwachstum überzeugen. Die letzten zehn Jahre wurde die Dividende um durchschnittlich rund +10% pro Jahr erhöht. Da sich die Aktie speziell bis 2022 aber deutlich stärker entwickelt hat, ist die Dividendenrendite kontinuierlich auf im Tief nur 1% gefallen. Als Dividendenaktie war Accenture damit nicht attraktiv. Die aktuell hohe Dividendenrendite ist primär auf die Schwäche der Aktie zurückzuführen. Als Dividendenaktie wird Accenture damit allmählich interessant.
Fazit zu Accenture
Auch wenn Accenture mit 10 Punkten im Fundamental-Check auf eine sehr gute Bewertung kommt, spricht die aktuell derart starke Abwärtsdynamik gegen einen Kauf. Nachdem zuletzt wichtige Unterstützungen durchbrochen wurden, ist vor einem Kauf eine breit angelegte Bodenbildung erforderlich. Accenture bleibt als Unternehmen attraktiv, die Aktie gehört vorerst aber nur auf die Watchlist.
Aktie 2: E.On
| ISIN | WKN | DE000ENAG999 | ENAG99 |
| Marktkapitalisierung | 42.261 Mio. EUR |
| Land | Deutschland |
| Sektor | Versorger |
| Industrie | Multi-Versorger |
| Performance | Kursveränderung | mit Dividenden |
|---|---|---|
| Letzte 5 Jahre (p.a.) | 9,9% | 14,7% |
| Letzte 10 Jahre (p.a.) | 4,5% | 9,0% |
| Letzte 20 Jahre (p.a.) | -1,6% | 3,3% |
E.On ist eines der größten deutschen Energieunternehmen mit Fokus auf Energienetze, Kundenlösungen und nachhaltige Energieversorgung. Die letzten Jahre hat sich das Unternehmen auf erneuerbare Energien, Strom- und Gasnetze sowie Energiedienstleistungen fokussiert. E.ON betreibt eines der größten Strom- und Gasverteilnetze Europas.
Aktienkönig Punktemodelle für E.On
| Trend-Check: 6 / 8 | Fundamental-Check: 6 / 10 |
| Dividenden-Check: 6 / 10 | Dauerläufer-Check: 5 / 10 |
E.On erzielt im Trend-Check mit 6 von 8 Punkten eine gute Bewertung. Vor allem die letzten Monate hat sich die Aktie stark entwickelt: Über die letzten sechs Monate konnte E.On um +42% steigen, während der DAX hier auf +11% kommt. Über die letzten drei Jahre fällt die Outperformance mit aktuell +16%-Punkten allerdings moderater aus. Hier lässt E.On einen Punkt liegen. Auch ein etwas zu hoher maximaler Drawdown von -34% über die letzten fünf Jahre verhindert im Trend-Check eine noch bessere Bewertung.
In den anderen drei Modellen kommt E.On auf akzeptable Ergebnisse, wäre danach aber nicht kaufenswert. Im Dividenden-Check überzeugt E.On mit einer Dividendenrendite von 3,5%. Allerdings unterlag die Dividende in den letzten zehn Jahren größeren Schwankungen und ist auf Sicht von zehn Jahren sogar rückläufig.
Im Dauerläufer-Check verhindert vor allem die Performance über die letzten 20 Jahre mit einer Rendite von nur +3,2% pro Jahr (inklusive Dividenden) sowie ein hoher maximaler Drawdown von -75% eine bessere Bewertung. Außerdem kann hier kein Gewinnwachstum berechnet werden, da vor zehn Jahren Verluste erzielt wurden.
Trend-Check für E.On
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Chartanalyse für E.On
Langfristig betrachtet war die Aktie von E.On eher ein Sorgenkind, die letzten Jahre hat sich die Lage hier aber deutlich gebessert. Seit Ende 2022 ist eine Aufwärtsbewegung zu sehen, welche allerdings auch von größeren Korrekturen geprägt ist. Eine wichtige Unterstützung für die Aktie ist das Niveau von 13,50 bis 13,80 Euro (grün markiert). Hier liegen zwei markante Hochpunkte aus dem Jahr 2024. Außerdem verläuft hier die 200-Tage-Linie.
Kurzfristig kann das letzte Tief aus Mai dieses Jahr bei 14,60 Euro (orange) einen kleinen Support bieten. Bei E.On ist insgesamt aber mit größeren Kursschwankungen zu rechnen, wie zuletzt auch die große Korrektur Ende 2024 gezeigt hat. Daher bietet es sich bei E.On eher an, laufende Trends so gut es geht mitzunehmen, bei einer Trendwende die Position aber erstmal wieder zu schließen.
Langfristig betrachtet wäre der Übergang in eine Abwärtsbewegung erst bei Kursen unterhalb von 10,50 Euro (hellblau) gegeben. Hier liegen die Tiefs der letzten beiden Jahre. Ausgehend vom aktuellen Kursniveau müsste der Aktie dann aber sehr viel Luft eingeräumt werden, was aus Rendite-Risiko-Sicht zurzeit weniger attraktiv ist.
Drawdown-Analyse für E.On
Im Drawdown-Chart werden die Probleme deutlich, die E.On vor allem zwischen 2008 und 2016 hatte. Damals galt die Aktie als absolutes Sorgenkind. Seitdem findet zumindest eine Stabilisierung statt und mit der strategischen Neuausrichtung sind die Kurskapriolen von damals für heute nicht mehr relevant. Aber auch die letzten Jahre haben gezeigt, dass die Aktie nach Erholungen immer mal wieder einen größeren Drawdown durchmacht. Damit bringt E.On weiterhin keine sonderlich hohe Stabilität mit sich.
Historische Bewertung nach dem KGV für E.On
Die Gewinne haben bei E.On in den letzten 20 Jahren stark geschwankt. Öfter hat das Unternehmen auch Verluste erzielt. Das führt dazu, dass im KGV-Chart hier große Schwankungen und zahlreiche Lücken zu sehen sind. Die historische Interpretation ist daher eher schwierig. Aktuell liegt das KGV von E.On bei nur 9, was einem günstigen Bewertungsniveau entspricht – auch im historischen Vergleich. Allerdings schwankt das KGV bei E.On wie gesagt stark in Abhängigkeit der jeweiligen Ertragslage der letzten zwölf Monate, sodass sich auf Basis dessen hier nur schwer eine Aussage über günstig oder teuer treffen lässt.
Analyse der Dividende von E.On
Seit 2018 erhöht E.On seine Dividende sehr zuverlässig, die letzten Jahre aber nur in kleinen Schritten. Nach der drastischen Dividendenkürzung 2017 ist die Dividende aktuell nach wie vor niedriger als vor zehn Jahren. Auch hohe Dividendenrenditen von über 5% wie damals sind vorerst Geschichte. Als Dividendenaktie ist E.On mit dieser Historie trotz einer Dividendenrendite von aktuell 3,5% daher weniger geeignet.
Fazit zu E.On
E.On schneidet aktuell vor allem als Trend-Aktie gut ab. Am ehesten lassen sich einzelne Bewegungen bei der Aktie mitnehmen. Für ein langfristig ausgelegtes Investment wäre eine höhere Stabilität aber wünschenswert. Da sind andere Aktien aus dem Sektor wie beispielsweise Iberdrola klar interessanter. Insgesamt ist E.On keine schlechte Aktie, für einen Kauf reichen die Bewertungsergebnisse aber nicht aus.
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