Ziel dieses Beitrags - Zyklische Konsumgüter Aktien
In diesem Aktien-Spezialreport stelle ich dir zehn attraktive Aktien aus dem Sektor der zyklischen Konsumgüter vor. Zunächst erkläre ich dir was Zyklische Konsumgüter Aktien auszeichnet und wie sie sich zu Aktien aus dem Sektor der Basiskonsumgüter unterscheiden. Anschließend zeige ich dir die Kriterien, wie aus zahlreichen Aktien des Sektors „zyklische Konsumgüter“ die besten für diesen Report ausgewählt wurden.
Nach diesen Grundlagen stelle ich dir die zehn einzelnen Zyklische Konsumgüter Aktien im Detail vor. Für jedes Unternehmen bekommst du zunächst eine kurze Beschreibung, was es überhaupt macht sowie einen Überblick über die Bewertungen nach meinen vier Aktienkönig-Bewertungsmodellen. Anschließend stelle ich dir eines dieser Bewertungsmodelle für jede Aktie detailliert vor – hierbei wird immer eins gewählt, nach dem die jeweilige Aktie sehr gut abschneidet. Daran siehst du dann auch für welche Art von Investor und Strategie die Aktie besonders geeignet ist.
Außerdem werte ich mit dir die langfristige Aktienkursentwicklung aus und leite aus dem Chart wichtige Marken ab, auf die du bei einem Kauf der Aktie achten solltest. Abschließend folgt noch die Auswertung der aktuellen Bewertung im historischen Vergleich. Und natürlich erfährst du zu jeder Aktie, ob diese aktuell kaufenswert ist.
Viel Spaß beim Lesen!
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Was sind Zyklische Konsumgüter-Aktien?
Eine Aktie wird als Zyklische Konsumgüter Aktie bezeichnet, wenn das Unternehmen Produkte herstellt und verkauft, die wir nicht regelmäßig konsumieren und deren Konsum im Zweifel aufgeschoben werden kann. Zyklische Konsumgüter-Aktien bilden nach dem GICS-Schema zur Branchenklassifikation eine eigenständige Branche. Im Englischen werden Zyklische Konsumgüter-Aktien auch als Consumer Discretionary bezeichnet. Bekannte Zyklische Konsumgüter-Aktien sind unter anderem Amazon, LVMH, Mercedes und Starbucks.
Achte darauf, dass es zwei Arten von Konsumgüter-Aktien gibt. Neben zyklischen Konsumgüter-Aktien bilden Basiskonsumgüter-Aktien noch einen eigenen Sektor. Auch wenn es sich jeweils um Konsumgüter-Aktien handelt, gibt es hier große Unterschiede, die sich langfristig vor allem auch in der Performance der Aktien bemerkbar machen.
Der wesentliche Unterschied zwischen zyklischen Konsumgütern und Basiskonsumgütern ist, dass der Konsum zyklischer Konsumgüter im Zweifel aufgeschoben werden kann.
Ein neues Auto, eine neue Handtasche oder auch die neue Küchenzeile fürs eigene Haus können jetzt oder auch in einem Jahr gekauft werden. Bei Basiskonsumgütern sieht das schon anders aus. Auf Lebensmittel und Hygieneprodukte sind wir tagtäglich angewiesen. Während Basiskonsumgüter also sehr regelmäßig nachgefragt werden, kann es bei zyklischen Konsumgütern zu deutlich größeren Schwankungen in der Nachfrage kommen, die stark von der aktuell wirtschaftlichen Situation abhängig sind.
Die Grenze zwischen zyklischen Konsumgütern und Basiskonsumgütern ist allerdings nicht immer eindeutig. Du wunderst dich vielleicht, weshalb ich Starbucks als Beispiel für die zyklischen Konsumgüter aufgezählt habe, obwohl es sich bei Kaffee ja um Nahrungsmittel handelt. Grund dafür ist, dass der Besuch bei Starbucks eher mit einem Restaurant- beziehungsweise Café-Besuch zu vergleichen ist, der nicht primär der Nahrungsaufnahme dient. Ähnliches gilt auch für McDonald’s. Ein weiterer Fall, wo die Sektoreneinteilung nicht ganz so klar ist, ist Walmart. Die US-amerikanische Einzelhandelskette verkauft zwar größtenteils Basiskonsumgüter (und ist auch eine Basiskonsumgüter-Aktie), zum Sortiment gehören aber auch zahlreiche zyklische Konsumgüter. Bei der Brancheneinteilung kommt es in solchen Fällen auf die Umsatzanteile an.
Was macht Zyklische Konsumgüter-Aktien so besonders?
Mit Aktien aus dem Sektor der zyklischen Konsumgüter kannst du vor allem in wirtschaftlich starken Phasen höhere Renditen erzielen. Langfristig betrachtet weisen zyklische Konsumgüter-Aktien deutlich höhere Renditen auf als Basiskonsumgüter-Aktien. Aber auch im Vergleich zum Gesamtmarkt haben viele zyklische Konsumgüter-Aktien über die letzten Jahre deutlich höhere Renditen verzeichnet.
Das bedeutet aber natürlich nicht, dass jede zyklische Konsumgüter-Aktie ein Outperformer ist. Auch aus diesem Sektor gibt es schlechte Aktien. Ziel dieses Reports ist es ja aber, dass ich dir die aussichtsreichen zyklischen Konsumgüter Aktien vorstelle.
Auf der einen Seite lassen sich mit Aktien aus dem Sektor der zyklischen Konsumgüter zwar höhere Renditen erzielen, dafür sind die Risiken (insbesondere mit Blick auf die Volatilität und die Drawdowns) aber auch größer. Da der Konsum zyklischer Konsumgüter weniger stetig ist, wie der von Basiskonsumgütern, schwanken auch die Umsätze und Gewinne der zyklischen Konsumgüter- Unternehmen stärker. Diese volatilere Geschäftsentwicklung macht sich natürlich auch im Aktienkurs bemerkbar.
Im folgenden Chart siehst du die Performance in den letzten zehn Jahren. Betrachtet wird hier jeweils ein Total Return Index, das bedeutet, dass ausgeschüttete Dividenden mitberücksichtigt werden. Der S&P 500 Consumer Discretionary Index (zyklische Konsumgüter) hat in dieser Zeit eine Rendite von +221% verzeichnet und liegt in etwa auf dem Niveau des S&P 500 (+237%). Du siehst hier auch schon, dass der Index der zyklischen Konsumgüter bis Ende 2021 besser gelaufen ist, dann dafür aber eine größere Korrektur verzeichnet hat. Der S&P 500 Consumer Staples Index (Basiskonsumgüter) kommt nur auf eine Rendite von +138% in dieser Zeit. Dafür sind die Schwankungen dieses Index aber auch deutlich geringer.
Anforderungen an gute Zyklische Konsumgüter-Aktien
In diesem Report möchte ich dir zehn spannende Zyklische Konsumgüter-Aktien vorstellen. Die Frage ist natürlich, welche Kriterien eine Aktie erfüllen muss, damit sie es in diesen Report schafft. Zunächst einmal muss die Aktie nach dem GICS-Schema der Branche Zyklische Konsumgüter (Consumer Discretionary) zugeordnet sein. Allerdings ist natürlich nicht jede zyklische Konsumgüter-Aktie auch eine gute Aktie.
Allein aus dem S&P 500 gibt es rund 50 Aktien, die dem Sektor der zyklischen Konsumgüter zuzuordnen sind. Aus dem Stoxx600 sind es noch einmal weitere 65 Aktien. Der Anspruch daraus zehn Aktien herauszufiltern, die langfristig aussichtsreicher sind als die restlichen ist durchaus hoch gesteckt. Möglich ist das nur mit standardisierten Modellen zur Aktienbewertung.
In diesem Report möchte ich dir starke zyklische Konsumgüter-Aktien vorstellen, die entweder als Dauerläufer-Aktien, als Dividenden-Aktien oder als fundamental starke Aktien überzeugen können. Der Blick richtet daher vor allem auf die Bewertungen nach meinem Dauerläufer-Check, dem Dividenden-Check und dem Fundamental-Check.
Der Dauerläufer-Check hilft dabei Aktien zu finden, die bereits seit Jahren und Jahrzehnten zu den größten Gewinnern an der Börse gehören. Diese Aktien überzeugen langfristig mit einer Outperformance zum Gesamtmarkt sowie einem starken und gleichzeitig stabilen Umsatz- und Gewinnwachstum.
Mit dem Dividenden-Check werden Aktien gefunden, die eine attraktive Dividendenrendite sowie ein stabiles und kontinuierliches Dividendenwachstum verzeichnen. Und der Fundamental-Check ist in der Lage Aktien ausfindig zu machen, die nach diversen fundamentalen Kriterien (wie beispielsweise hohe Rentabilität, hohe Margen, gute Finanzierungsstruktur, stabiles Wachstum, faire Bewertung) überzeugen können.
Aus dem S&P 500 sowie dem Stoxx600 habe ich alle Aktien aus dem Sektor zyklische Konsumgüter nach diesen drei Modellen bewertet. Damit es eine Aktie in diesen Report schafft, muss sie mindestens nach einem dieser drei Modelle auf eine sehr gute Bewertung kommen. Noch besser ist es natürlich, wenn sie gleich in mehreren Modellen überzeugen kann.
In einem zweiten Schritt wird aber auch geprüft, dass der Chart der Aktie für einen Einstieg attraktiv ist. Hierbei wird vor allem sichergestellt, dass die Aktie nicht in einem Abwärtstrend gefangen ist. Es bringt dir nämlich nichts das beste Unternehmen zu kaufen, wenn die Aktie seit Jahren auf der Stelle tritt oder gar einen Abwärtstrend verzeichnet. Im dritten und letzten Schritt wird eine Aktie noch hinsichtlich ihrer aktuellen Bewertung im historischen Vergleich untersucht. So wird sichergestellt, dass die Aktie aktuell keine dramatische Überbewertung aufweist.
Das Ergebnis dieses dreistufigen Analyseprozesses ist die Auswahl an 10 Top Zyklische Konsumgüter-Aktien, die ich dir nun vorstelle.
Die 10 Top Zyklische Konsumgüter-Aktien
Home Depot
| ISIN | WKN | US4370761029 | 866953 |
| Marktkapitalisierung | 356.604 Mio. USD |
| Land | USA |
| Sektor | Zyklische Konsumgüter |
| Industrie | Verkauf, spezialisiert |
| Performance | Kursveränderung | mit Dividenden |
|---|---|---|
| Letzte 5 Jahre (p.a.) | 10,9% | 13,8% |
| Letzte 10 Jahre (p.a.) | 16,0% | 18,8% |
| Letzte 20 Jahre (p.a.) | 12,7% | 15,4% |
Home Depot ist ein US-amerikanisches Baumarktunternehmen ähnlich zu Obi oder Bauhaus bei uns in Deutschland. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1978. Aktuell betreibt Home Depot rund 2.200 Filialen, einen Großteil davon in den USA. 92% seiner Umsätze erzielt das Unternehmen in den USA.
Home Depot gilt als das weltweit größte Baumarktunternehmen. Das Angebot von Home Depot richtet sich an Heimwerker aber auch an Baufirmen und Handwerker. Zu den Produkten gehören vor allem Baumaterialien, Werkzeuge, Gartenbedarf, Möbel und Sanitärartikel.
Aktienkönig Punktemodelle für Home Depot
| Trend-Check: 2 / 7 | Fundamental-Check: 14 / 15 |
| Dividenden-Check: 8 / 10 | Dauerläufer-Check: 9 / 10 |
Fundamental-Check im Detail für Home Depot
Im Fundamental-Check erzielt die Aktie von Home Depot 14 von 15 Punkten. An dieser Stelle kann man aber sagen, dass das Unternehmen eigentlich auf 15 Punkte kommt. Grund dafür, dass die Aktie einen Punkt verpasst, ist die niedrige Eigenkapitalquote von nur 1,9%. Diese niedrige Eigenkapitalquote deutet aber nicht etwa auf eine schlechte Finanzierungsstruktur hin, sondern ist das Ergebnis umfangreicher Aktienrückkäufe in den letzten Jahren. So gesehen kann man bei der Eigenkapitalquote nicht sagen, dass Home Depot hier wirklich einen Punkt verliert.
Dass die Finanzierung bei Home Depot absolut in Ordnung ist, zeigen auch die beiden weiteren Verschuldungsmaße „EBIT / Verschuldung“ und „Börsenwert / Verschuldung“, die jeweils deutlich über der Vorgabe liegen. Die hohe Eigenkapitalrendite ist aufgrund der niedrigen Eigenkapitalquote nicht sinnvoll zu interpretieren. Anders sieht das bei der Gesamtkapitalrendite aus. Diese erreicht mit 23% einen sehr hohen Wert. Bei den Margen erfüllt Home Depot die Vorgaben allerdings nur knapp.
Mit einem KGV von 24 ist die Aktie von Home Depot etwas günstiger bewertet als der Gesamtmarkt. Das Umsatz- und Gewinnwachstum über die letzten fünf Jahre liegt bei jeweils etwa 8% pro Jahr und weist eine hohe Stabilität auf. Auch beim Wachstum kann Home Depot also überzeugen.
Chartanalyse für Home Depot
Die Aktie von Home Depot befand sich lange Zeit in einem sehr schönen Aufwärtstrendkanal. Im Chart ist hier noch der Rest davon zu sehen (blau markiert). Seit Anfang 2022 bewegt sich Home Depot allerdings seitwärts und hat diesen Aufwärtstrendkanal somit nachhaltig verlassen. Wichtig war, dass im Bereich von 270 USD (grün markiert) eine Bodenbildung gelungen ist. Im Falle eines größeren Rückgangs dürfte die Aktie spätestens hier wieder drehen.
Kurzfristig ist das Niveau von knapp 340 USD (orange) wichtiger. Hier liegen die Tiefpunkte der letzten Wochen. Außerdem war dieses Niveau in den letzten Jahren auch schon öfter ein wichtiger Widerstand für die Aktie. Dieses Niveau ist nun im Falle einer Korrektur die Chance für eine Stabilisierung. Auf dem Weg nach oben ist das letzte markante Hoch bei 396 USD (lila) der erste Widerstand. Neuen Schwung für den langfristigen Aufwärtstrend dürfte die Aktie von Home Depot bekommen, sobald das Allzeithoch von 420 USD (blau) überwunden ist.
Historische Bewertung auf Basis des KGV
Mit einem KGV von aktuell 24 ist Home Depot etwas teurer bewertet als im historischen Durchschnitt. Das durchschnittliche KGV der letzten zehn Jahre lag bei 22,6 und das der letzten 20 Jahre bei 20,1. Wie dir der KGV-Chart aber auch zeigt, hat die Aktie von Home Depot auch schon mal höhere Bewertungsniveaus erreicht. Gerade aufgrund der aktuell verhältnismäßig hohen Bewertung des Gesamtmarktes ist das aktuelle Bewertungsniveau von Home Depot als fair einzustufen.
Fazit zu Home Depot
Die Höchstpunktzahl von 15 Punkten im Fundamental-Check verpasst Home Depot lediglich aufgrund buchhalterischer Besonderheiten infolge der umfangreichen Aktienrückkäufe. Nach einer zweijährigen Seitwärtsbewegung gewinnt die Aktie inzwischen wieder an Schwung. Das aktuelle KGV ist nach wie vor fair für einen Kauf. Sehr überzeugend ist bei Home Depot außerdem, dass die Aktie auch im Dauerläufer-Check und Dividenden-Check auf sehr gute Bewertungen kommt und somit für verschiedene Strategien interessant ist.
Hermès
| ISIN | WKN | FR0000052292 | 886670 |
| Marktkapitalisierung | 215.094 Mio. EUR |
| Land | Frankreich |
| Sektor | Zyklische Konsumgüter |
| Industrie | Textilien, Bekleidung und Luxuswaren |
| Performance | Kursveränderung | mit Dividenden |
|---|---|---|
| Letzte 5 Jahre (p.a.) | 26,5% | 27,4% |
| Letzte 10 Jahre (p.a.) | 23,0% | 24,1% |
| Letzte 20 Jahre (p.a.) | 20,2% | 21,5% |
Hermès ist einer der größten Hersteller von Luxuswaren der Welt. Zu den Produkten des Unternehmens gehören Lederwaren, Schals, Krawatten, Damen- und Herrenbekleidung, Parfums, Uhren, Schmuck und Schuhe. Das Segment Lederwaren ist mit einem Umsatzanteil von rund 40% das wichtigste Segment des Unternehmens. Global betrachtet ist der Asien-Pazifik-Raum (exklusive Japan) der größte Absatzmarkt mit einem Umsatzanteil von fast 50%.
Aktienkönig Punktemodelle für Hermès
| Trend-Check: 3 / 7 | Fundamental-Check: 12 / 15 |
| Dividenden-Check: 6 / 10 | Dauerläufer-Check: 10 / 10 |
Dauerläufer-Check im Detail für Hermès
Hermès erzielt im Dauerläufer-Check die Höchstpunktzahl von 10 Punkten. Die Aktie ist in der Lage jedes einzelne Kriterium ohne Probleme zu erfüllen. Besonders beeindruckend ist die Rendite über die letzten zehn und 20 Jahre mit jährlichen Renditen von jeweils deutlich über 20%.
Bei der relativen Trendstärke erzielt Hermès sogar einen deutlich höheren Wert als der Stoxx600. Für die Punktevergabe würde es hier ausreichen, wenn die Aktie auf das 0,6-fache des Index kommt. Die relative Trendstärke berechnet sich übrigens, indem der Abstand der Aktie zu ihrem 10-Jahres-Durchschnitt durch die Volatilität über die letzten zehn Jahre dividiert wird.
Auch bei den Risikomaßen kann die Aktie von Hermès überzeugen. Die Volatilität fällt mit 26,0% zwar höher aus als die des Stoxx600, liegt aber innerhalb der erlaubten +10%-Punkte. Dass Hermès keinesfalls eine risikoreiche Aktie ist, zeigt der maximale Drawdown von nur -42% über die letzten 20 Jahre. Für eine Aktie aus dem Sektor der zyklischen Konsumgüter ist das ein ungewöhnlich niedriger Wert.
Und auch beim fundamentalen Wachstum kann Hermès überzeugen. Das durchschnittliche jährliche Umsatzwachstum der letzten zehn Jahre liegt bei +13,4% und die Gewinne konnten sogar um +18,2% pro Jahr gesteigert werden. Beide Wachstumsraten weisen eine hohe Stabilität auf.
Chartanalyse für Hermès
Langfristig betrachtet weist die Aktie von Hermès einen äußerst starken Aufwärtstrend auf. In der Chartanalyse an dieser Stelle betrachten wir aber bewusst nur die letzten Jahre. Auch hier ist bei Hermès ein klarer mittelfristiger Aufwärtstrend zu erkennen (orangene Aufwärtstrendlinie). Aktuell ist die Aktie aber dabei dieses Niveau nach unten zu durchbrechen.
Die Zone von 2.000 bis 2.100 Euro (grün markiert) ist nun besonders wichtig. Auf diesem Niveau hat die Aktie im Jahr 2023 mehrere Hochpunkte markiert (damals das Allzeithoch). Eine Stabilisierung auf diesem Niveau könnte Grundlage für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends sein. Gelingt diese Stabilisierung jedoch nicht, ist eine Ausweitung der Korrektur bis auf das letzte Tief vom Herbst 2023 bei rund 1.800 Euro (blau markiert) denkbar. Darunter würde sich bei 1.650 Euro dann die letzte große Unterstützung befinden (hellblau).
Langfristig betrachtet ist der Aufwärtstrend bei Hermès nach wie vor intakt, auch wenn die genannten Niveaus erreicht werden. Die Korrektur der letzten Monate sorgte eher dafür, dass sich die Aktie langsam einem Niveau nähert, auf dem sie zu einer halbwegs vernünftigen Bewertung gekauft werden kann.
Historische Bewertung auf Basis des KGV
Das KGV von Hermès liegt aktuell bei rund 50. Allein aufgrund der Höhe des KGVs ließe sich nun behaupten, die Aktie von Hermès ist stark überbewertet. Gerade auch im Vergleich zu LVMH (welche ein KGV von gut 20 aufweist). Sowohl LVMH als auch Hermès sind zwar Luxusgüterkonzerne, da Hermès den Fokus aber noch stärker auf das Luxussegment und absolute Hochpreisprodukte legt, ist eine höhere Bewertung hier sicherlich gerechtfertigt.
Wichtig ist bei Hermès vor allem der Vergleich mit dem historischen KGV. Im KGV-Chart fällt vor allem die Überbewertung im Jahr 2021 mit einem KGV von über 100 auf. Inzwischen liegt das KGV schon wieder auf dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre von 50. Dass die Aktie langfristig betrachtet nie so richtig günstig ist, zeigt auch das durchschnittliche KGV der letzten 20 Jahre, welches bei etwa 43 liegt. Sicherlich ist die Aktie von Hermès alles andere als ein Schnäppchen. Zu einem KGV von 30 wirst du die Aktie auf absehbare Zeit aber wohl nicht einsammeln können.
Fazit zu Hermès
Die Aktie von Hermès ist mit 10 Punkten im Dauerläufer-Check eine der langfristig stärksten Aktien aus dem Sektor der zyklischen Konsumgüter. Über die letzten 20 Jahre war die Aktie in der Lage Renditen von deutlich über 20% pro Jahr zu generieren. Der langfristige Aufwärtstrend ist auch bei einer Ausdehnung der Korrektur um 10-15% nach wie vor intakt. Die Bewertung nähert sich langsam einem historisch betrachtet fairen Niveau. Es lohnt sich auf jeden Fall die Aktie von Hermès im Blick zu behalten. Möchtest du die Aktie unbedingt in deinem Depot haben, bietet sich ein Einstieg vor allem dann an, wenn sich die Aktie dem durchschnittlichen Bewertungsniveau der letzten 20 Jahre nähert.
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